Innere Medizin (Fach) / Gastroenterologie (Lektion)

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LSV, MU, Skills Lab

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  • Definition M. Crohn chronische, alle Wandschichten des Darmes betreffende (transmurale), granulomatöse Entzündung, die grundsätzlich den gesamten GI betreffen kann Lokalisation bevorzugt im terminalen Illeum und Kolon, segmentales Auftreten
  • Definition Colitis ulcerosa Chronische diffuse Entzündung nur der Kolonschleimhaut, die mit flachen Ulzerationen einhergeht.
  • CED (Epidemiologie) Beginn im jüngeren Erwachsenenalter (20-40 Jahre), zweiter Manifestationsgipfel um das 60. Lebensjahr. Männer und Frauen gleichhäufig betroffen, Nord-Süd-Gefälle.
  • Dysphagie (Definition) Schwierigkeiten beim Schlucken durch Störungen der Schluckbewegungen oder Passagehindernisse bzw. Schmerzen beim Schlucken (Odynphagie)
  • Nicht kardialer Thoraxschmerz (NCCP) Wird ausgelöst durch Ösophagusspasmen bei saurem Reflux, Schleimhautläsionen und Hernien.
  • Hiatushernie (Definition) Teilweise bis totale Verlagerung des Magens durch den Hiatus oesophagus in den Thoraxraum
  • Axiale Gleithernie Abdomineller Ösophagus, Kardia und einen Teil des Magenfundus sind entlag der Ösophauslängsachse durch den Hiatus in das hintere Medium verschoben.
  • Paraösophageale Hernie Hiatushernie, ein Teil des Magenfundus ist bei normaler Position der Kardia neben dem Ösophagus durch den Hiatus in den Brustraum vorgefallen.
  • Barret-Ösophagus Segmentale Metaplasie von ösophagealem Plattenepithel in Zylinderepithel Komplikation einer schweren Refluxösophagitis  Risikofaktor für die Entstehung eines ösophagealen Plattenepithelkarzinoms
  • Definition Unterer Harnwegsinfekt Symptome sind nur auf den unteren Harntrakt begrenzt, z.B.  neu aufgetrene Schmerzen beim Wasserlasse (Dysurie) imperativer Harndrang Pollakisurie Schmerzen oberhalb der Symphyse
  • Definition Obere Harnwegsinfektion (Pyelonephritis) Neben den unter "untere Harnwegsinfektion" genannten Symptomen kommt zusätzlich Flankenschmerz klopfschmerzhaftes Nierenlager und/oder Fieber (>38°C)
  • Nennen Sie häufige Erreger des unkomplizierten Harnwegsinfekt E. coli (ca. 70%) Staphylococcus saphrophyticus Klebsiella pneumoniae Proteus mirabilis Enterokokken  
  • Definition unkomplizierte HWI Keine relevanten funktionellen oder anatomischen Anomalien im Harntrakt Keine relevanten Nierenfunktionsstörungen Keine relevanten Begleiterkrankungen, die eine bzw. gravierende Komplikationen begünstigen
  • Vorgehen bei unkompliziertem HWI Symptome: Pollakisurie und Dysurie, Blasenschmerz Dx: Urinstreien, Urinkultur (nicht bei Frauen mit unkompl. HWI) Tx: Antibiose kurzzeitig, i.d.R. keine Kontrolle Frauen, prämenopausal, unkompl.: Fosfomycin 1d 1x 3000 mg; Mittel der zweiten Wahl: Ciprofloxacin
  • Empirische Antibiose bei unkompl. Pyelonephritis bei ansonseten gesunden Frauen in der Prämenopause Orale Therapie bei leichten/moderaten Verlaudsformen: Ciprofloxacin oder Levofloxacin
  • Komplizierter HWI Relevante funktionelle oder anatomische Anomalien im Harntrakt Relevante Nierenfunktionsstörungen Relevante Begleiterkrankungen, die eine HWI bzw. gravierende Komplikationen begünstigen schlecht eingestellter Diabetes Immer Urinkultur.. AB je nach Klinik  
  • Erregerspektrum komplizierte HWI Wesentlich breiter als bei der unkomplizierten HWI Pseudomonas aeruginosa Acinetobacter  baumannii andere Enterobacteriacae Staphylococcus aures (MRSA!) Multiresistenre Erreger (MRE) Urinkultur!!
  • Therapieoptionen Urogenitaltrakt (AB Klassen, auch Schwerer Verlauf) Aminopenicilline/BLI Cephalosporine Fluorchinolone Cotrimoxazol Urosepsis, MRE: Carbapeneme, Acylaminopenicilline/BLI
  • SIRS Systemic inflammatory response syndrome eine klinische Reaktion auf einen nicht spezifischen Insult, die 2 oder mehr der folgenden Symptome aufweist Temperatur <38°C oder <36°C Herzfrequenz >90 bpm AF > 20/min oder Beatmung Leukozyten > 12.000 oder < 4000; unreife neutrophile > 10%
  • Sepsis SIRS mit wahrscheinlicher oder nachgewiesener Infektion
  • Schwere Sepsis Sepsis mit einem oder mehr als einem Organversagen Volumen-refraktäre Hypotension --> Schock Akutes Nierenversagen Akutes Lungenversagen Gerinnungsversagen (DIC, Thrombopenie) ZNS Störung Metabolische Azidose
  • Kalkulierte AB der Sepsis (unbekannter Fokus) Ambulant Cephalosporine Aminopenicilline/BLI Acylaminopenicilline/BLI Nosokomial Carbapeneme ggf. mit Glykopeptiden (Vanco/Teico) bzw. Lipopeptid (Daptomycin) kombinieren
  • Nennen Sie die häufigsten Ursachen einer Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt und deren Häufigkeiten   Ulcus duodeni, Ulcus ventriculi (50%) Erosive Gastritis, seltener erosive Duodenitis oder Ösophagitis (15%) Ösophagus oder Fundusvarizen (15%) Refluxösophagitis (10%) Mallory-Weiss-Syndrom (5%) Magenkarzinom (3%) Seltener: Ösophaguskarzinom, Angiodyplasie  
  • Einteilung von Blutungen im Oberen Gastrointestinaltrakt nach Forrest Forrest I: Läsion mit aktiver Blutung Ia: arteriell (spritzende) blutung Ia: venöse Sickerblutung Forrest II: Läsion mit Zeichen der stattgehabten Blutung IIa: sichtbarer Gefäßstumpf IIb: Läsion von Koagel bedeckt IIc: Läsion von Hämatin bedeckt Forrest III: Läsion ohne Blutungszeichen
  • Akute Pankreatitis Ursachen Biliär 55 Choledochuststeine, Stenose der Papilla Vateri Alkoholabusus 35 Medikamente 2 Hereditäte P. Trypsinogen-Defekt Post-ERCP P. Ausgepr. Hypertriglyceridämie Virusinfektion (Mumps, HIV) Hyperkalziämie Pancreas divisum
  • Akute Pankreatitis Pharmaka, die eine AP verursachen können Azathiorpin, 6-MPU Mesalazin, Sulfasalazin Diuretika Betablocker NSAR ACE-Hemmer Methyldopa Valproat
  • Akute Pankreatitis Symptome Gürtelförmige Bauchschmerzen Erbrechen Paralytischer Ileus Fieber Gummibauch
  • Akute Pankreatitis Körperliche Untersuchung Gummibauch Meteorismus Druckempfindlichkeit Hypotonie, Tachykardie Intravaskuläre Gerinnung mit Hautblunten: Grey-Turner-Zeichen
  • Akute Pankreatitis Diagnosestellung   Typische Schmerzen Lipase > 3 mal obere Normgrenze Positive Bildgebung mit morphologischen Zeichen einer Pankreatitis (Sonografie: Auschluss Cholestase/Choledocholithiasis! ggf. ERC mit Papillotomie innerhalb von 72 h; Oberbauch-CT (früh. 4 Tage nach Schmerzbeginn) 2 von 3 Kriterien; CRP ist ein geigneter Verlaufsparameter, da die Lipase einen frühen Gipfel hat  
  • Akute Pankreatitis Kriterium für schwere nekrotisierende Pankreatitis Erhöhung des CRPs über 150 mg/L
  • Akute Pankreatitis Therapie Basisbehandlung   Analgetika (Morphin, Tramadol) I.v. Flüssigkeitszufur Thromboseprophylaxe Nekrosen: 3x500 mg Imipinem-Cilastatin/d für 2 Wochen Ernährung Zunächst Nahrungskarenz Dann frühe enterale Ernährung über Magen- oder Jejunalsonde schrittweiser oraler Kostaufbau Interventionen OP so spät wie möglich; konservative Stabilisierung!  
  • Chronische Pankreatitis Ursachen Langjähriger übermäßiger Alkoholkonsum Genetische Veränderungen (z.B. Trypsinogen-Gen) Hyperkalziämie bei Hyperparathyreoidismus Medikamente Anlagestörungen des Pankreas
  • Chronische Pankreatitis Klinik Pankreatitisattacken von mehrtägiger Dauer mit monatelangen beschwerdefreien Intervallen Gewichtsreduktion Meteorismus Steatorrhö (Spätstadium) Diabetes mellitus (Spätstadium)
  • Chronische Pankreatitis Komplikationen Pankreaspseudozysten Stenosen des Pankreasgangsystems Milz- und Pfortaderthrombose Ausbildung multipler intraduktaler Konkremente Pankreasgangfisteln Stenose des distalen DHC Duodenalstenose Bei chronischer Pankreatitis beträgt das Karzinomrisiko 5 %, bei hereditärer Pankreatitis 40–70 %.
  • Chronische Pankreatitis Diagnose Pankreasfunktionstest:   Sekretin-CCK-Test: hat sich nicht durchgesetzt Elastase 1 im Stuhl vermindert (exokrine Funktion) Blutzucker (endokrine Funktion)  
  • Chronische Pankreatitis Therapie Alkoholabstinenz, Nikotinabstinenz Schmerztherapie Vitamin/Hormonsubstitution Engmaschige Überwachung, Drainage von Pseudozysten, endoskopische Entfernung von Pankreasgangsteinen, Pankreasteilresektionen
  • GERD Einteilung Einteilung in: Erosive Refluxösophagitis (ERD) nichterosive Ösophagitis (NERD) Barret-Ösophagus etraösophageale Manifestationen
  • GERD Klinik   Sodbrennen 70 Retrosternales Brennen 60 Regurgitation 60 Bronchopulmonale Erkrankungen (Laryngitis, chron. Bronchitis)  
  • GERD Klassifikation Savary-Miller-Klassifizierung I: Eine oder mehrere isolierte Erosionen, die nur auf Mucosalängsfalten vorkommen II: Konfluierende Erosionen auf mehrerer Mucosalängsfalten, die aber nicht die gesamte Ösophaguscircumferenz umfassen III: Konfluierende Erosionen auf mehrerer Mucosalängsfalten, die die gesamte Ösophaguscircumferenz umfassen Los-Angeles-Klassifizierung A: Eine oder mehrere Erosionen <5 mm Länge auf Mucosalängsfalten und nicht in Faltentälern B: Eine odere mehrere Erosionen >5 mm Länge auf Mucosalängsfalten und nicht in Faltentälern C: Eine oder mehrere Erosionen, die konfluierend zwei oder mehrere Mucosalängsfakten übergreifen aber weniger als 75% der Circumferenz betreffen. D: Eine oder mehrere Erosionen, die mindestens 75% der Circumferenz betreffen
  • GERD Therapie Allgemeinmaßnahmen Medikamentös: Standard dosis PPI für 4-8 Wochen; Dauertherapie kontinuierlich, intermitierend oder on demand mit der geringst wirksamen Dosis HP Eradikation bei Patienten unter 50 Jahren und Notwendigkeit einer PPI-Langzeittherapie (Atrophie-Gefahr) Antireflux-Operation (in ausgewählten fällen)
  • Harnwegsinfekt Keimspektrum und kalkulierte Antibiose Spektrum: E. coli Klebsiella spp. Proteus spp. Enterobacter spp. Antibiose Ciprofloxacin, Levofloxacin, Cefotaxim
  • Erysipel Keimspektrum und kalkulierte Antibiose Streptokokken Gr. A Benzylpenicillin, Cefuroxim, Clindamycin
  • Hämatogene Osteomyelitis Keimspektrum und Antibiose Keimspektrum S. aureus β-hämolysierende Streptokokken Antibiose Flucloxacillin, Aminopenicillin+BLI, Cefuroxim+Clindamycin
  • Cholangitis Erregerspektrum und kalkulierte Antibiose Erregerspektrum Enterobacteriaceae, Enterokokken, Anaerobier, Pseudomonas spp. Kalkulierte Antibiose Ciprofloxacin/Metronidazol, Imipinem, außerdem Cephalosporin Gruppe 2 oder 3
  • Spontan bakterielle Peritonitis Definition Erreger Klinik Defintion: Bakterielle Entzündung der Peritonealhöhle ohne Hinweis auf intraabdominelle Ursache der Infektion Aszites mit >250 Neutrophile/μL Serum-Aszites-Albumin-Gradient (>1,1 g/dL), Gesamtproteine (<2,5 g/dL) Erreger E. coli (50%) grampositive Kokken (30%) Klebsiellen (10%) Klinik häufig inapperent Ikterus Fieber Schmerzen      
  • Aszites Ursachen Leberzirrhose (80%) Malignome (10%) Andere (Kardial, Entzündlich, Pankreatogen, Biliär)
  • Einteilung der Leberzirrhose nach Schweregrad 1 2 3 Albumin (g/L) >3.5 2.8-3,5 <2,8 Bilirubin (mg/dL) <2.0 2,0-3,0 >3,0 Quick (%) >70 40-70 <40 Aszites kein mäßig viel Enzephalopathie kein Grad I-II >Grad II   Child-Pugh A: 5-6 Child-Pugh B: 7-9 Child-Pugh C: 10-15   
  • Serum-Aszites-Albumin-Gradient c(Alb) Serum - c(Alb) Aszites  Grenzwert: <1,1 g/dL; >1,1 g/dL: portale Hypertension oder kardialer Aszites (hier aber Gesamteiweiß >2,5 g/dL) <1,1 g/dL: Auschluss portale Hypertension; 
  • Aszites Therapie Gradeinteilung/Stufentheraphie Grad 1: minimaler, sonographisch verifizierbarer Aszites Empfehlung der Natriumrestriktion (bis 5 g NaCl) Grad 2: mäßiger Aszites Natriumrestriktion und Diuretika (1. Wahl Spironolacton, ggf. Furosemid) Grad 3: ausgedehnter Aszites Natriumrestriktion, Diuretika, initiale Paraztentese (bis 6 L, Albuminsubstitution 6-8 g/L) TIPS (nicht bei HE, Bilirubin > 5 mg/dL): 
  • SBP Prophylaxe und Therapie Prophylaxe   Obere GI-Blutung: Ceftriaxon/Ciprofloxacin i.v. 7 d) Leberzirrhose/Aszites: Ciprofloxacin/Norfloxacin (Post-SBP, Sekundärprophylaxe) Therapie Cefotaxim/Ceftriaxon (Therapieerfolg nach 2 Tagen überprüfen, Granulozytenabfall)