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Klin (Fach) / Klinische Begriffe (Lektion)
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- Klassischer lerntheorischer Ansatz zur Entwicklung von Paraphilien (Preparedness-Hypothese) Frühe sexuelle Kopplung mit einem außergewöhnlichen Stimulus z.B. Lackschuhe, der dann später zum Fetischobjekt wird [KK] Kann nicht erklären, warum Häufung von bestimmenten Präferenzen, Preparedness-Hypothese passt in diesem Zusammenhang nicht.
- Erkärung von Paraphilien durch Werbungsstörungen (Kurt Freund) Werbungsverhalten hat vier Phasen 1. Sichtung des potenziellen Partners2. Prätaktile Interaktion (z.B. Anlächeln, unterhalten)3. Taktile Interaktion 4. Der Genitalverkehr einzelne Paraphilien werden Störungen bestimmter Phasen zugeordnet
- Pfadmodell zur Erklärung des sexuellen Kindesmissbrauchs Besteht aus 4 Primärfaktoren:1. Defizite im Bereich von Intimität und sozialer Kompetenz: entsteht durch unsichere Bindung 2. verzerrte »sexual scripts«: entstehen durch Gleichsetzung von Sex und Intimität 3. emotionalen Dysregulation: entsteht durch mangelnde Fähigkeit, Stress zu regulieren 4. kognitive Verzerrungen: entstehen durch antisoziale Entwicklung (5.) + multiple dysfunktionale Mechanismen Es gibt verschiedene Entwicklungpfade zum sexuellen Missbrauch, bei dem je ein Primärfaktor eine entscheidende Rolle spielt und andere Faktoren mit aktiviert.
- 4 Obergruppen von spezifischen Phobien - Tierphobien- Situationale Phobien- Phobien vor Naturereignissen- Verletzungsphobien (- „Rest“)
- Preparedness-Annahme bei spezifischen Phobien bestimmte Reiz-Reaktionsverbindungen werden leichter gelernt, weil sie biologisch vorbereitet sind
- Three-Pathway-Modell (Rachmann, 1977) bei spezifischen Phobien (was sind die 3 Wege?) Phobien entstehen auf drei Wegen:1. Klassisches Konditionieren 2. Modelllernen 3. Instruktionslernen (z.B. Warnungen der Eltern)
- Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer bei spezifischen Phobien (2 Faktoren?, typischer Ablauf) neutrale Reize werden durch traumatische Ereignisse mit unangenehmen Zuständen konditioniert (klassische Konditionierung) danach erfolgt eine Vermeidung dieser Reize, um die unangenehmen Zustände zu verhindert (operatante Konditionierung) wurde kritisiert, weil oft kein traumatisches Ereignis vorliegt.
- Vulnerabilitäts-Stress-Modell bei spezifischen Phobien Vulnerabilität auf genetischer Basis (z.B. Aktivierung des Behavior-Inhibition-Systems, Sensitivität für Ekel, kognitive Denkstile)+Umweltfaktoren (Lerngeschichte, Erziehungsstil, Lebensereignisse)=spezifische Phobie
- Teufelskreis der Angst (Clark) bei Panikattacken Möglicher Anfang: Äußerer Reiz -> Wird wahrgenommen (Wahrnehmung) -> wird als gefährlich eingestuft (Gedanken) -> führt zu Angst -> ruft physiologische Reaktionen/Veränderungen hervor -> Körperliche Empfindungen -> werden wiederrum wahrgenommen, Kreislauf beginnt erneut
- psychophysiologische Modell der Panikstörung (Markgraf & Schneider) (welche Kette entsteht nachdem ein Stressor auftritt? Welche Rückkopplungsprozesse gibt es? Welche 2 Faktoren wirken noch auf diesen Prozess?) interner/externer Stressor --> physiologische oder kognitive Veränderung?--> Wahrnehmung dieser?--> Assoziation mit Gefahr?--> Angst / Panik Rückkopplungsprozesse je nach Beantwortung der Frage:- positive Rückkopplung: wenn Antwort "JA", schnell- negative Rückkopplung: wenn Antwort "NEIN", langsam, erfolgreiche Bewältigung zusätzlich wirken noch individuelle Prädispositionen und situative Faktoren verstärkend oder abschwächend auf diesen Prozess.
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- Die moderne Lerntheorie der Panikstörung (3 Vulnerabilitätsfaktoren) Emotionen sind konditionierbar, Panikstörung entsteht aus Konditionierung von Angst mit internen oder externen Reizendrei Vulnerabilitätsfaktoren für Konditionierung einer Panikstörung: (1) unspezifischer biologischer Faktor (biologische Prädisposition, auf negative Lebensereignisse mit Emotionalität, negativer Affektivität und vllt falschem Alarm (Panikanfälle) zu reagieren -> genetisch-vermittelte Trait-Angst) (2) unspezifische psychologische Faktoren (frühe Erfahrungen der Unvorhersagbarkeit und Unkontrollierbarkeit)(3) spezifische Faktoren (z.B. Konditionierung durch Eltern, dass unerwartete Körpersignale gefährlich sind)
- drei Arten von Verzerrungen (»cognitive biases«) bei Panikstörungen - Interpretation bias (Neigung, angstrelevante Reize als bedrohlich zu interpretieren)- Attention bias (selektive Aufmerksamkeit auf bedrohliche Reize)- Memory bias (Fähigkeit, bedrohliche Reize besser zu erinnern)
- Cholinerges System (Bedeutung) Gedächtnis, Schlaf, vegetative Prozesse
- Dopaminerges System (Bedeutung) Motorik, Belohnung (Euphorisierung), Prolaktinausschüttung, psychotische Symptomatik
- Noradrenerges System (Bedeutung) Aktivierung, Angst, affektive Störungen, vegetative Prozesse
- Serotonerges System (Bedeutung) Schlaf, Angst, affektive Störungen, Zwänge, Impulskontrolle, Schmerzhemmung
- Histaminerges System (Bedeutung) Allergische Reaktionen, Magensäuresekretion, Wachheit
- GABAerges System (Bedeutung) Sedierung, Anxiolyse (Angstlösung)
- Glutamaterges System (Bedeutung) Aktivierung, Gedächtnis
- Opioiderges System (Bedeutung) Schmerzhemmung, Euphorisierung
- Erste Abwehrreihe des Immunsystems Physische Barrieren wie Haut, Schleimhäute, Nasenepithel, Flimmerepithel der Atemwege
- Zweite Abwehrreihe (PRR; Phagozyten; Killerzellen) Angeborene Immunität Pattern Recognition Receptors (PRR) erkennen das typische Muster der Erreger PAMP (Pathogen Associated Molecular Pattern): Hierzu gehören die im Blut patrollierenden Monozyten, Granulozyten und die natürlichen Killerzellen. Nach Bindung des Pathogens an diese Zelle beginnen die Zellen der angeborenen Immunität mit der Vernichtung Phagozyten (Fresszellen) nehmen fremde Bakterien und fremde Organismen auf und verdauen sie. Wenn körpereigene Zellen betroffen sind -> Killerzellen: Suchen, erkennen, zerstören
- 3. Abwehrreihe Adaptive Immunität B oder T Lymphozyten
- Definition: Octrasism soziale Zurückweisung / Ausgrenzung
- Definition: Soziale Unterminierung Interaktionspartner verschlimmern den Zustand des anderen durch übermäßig Kritik, zeigen von negativen Affekten, Verhinderung
- Zusammenhang von Erziehungsstilen und psychischen Störungen Erziehungsstile als solche scheinen nicht grundsätzlich mit psychischen Störungen assoziiert oder für diese verantwortlich zu sein. Zusammenhänge in der Rolle von:- Modelllernen- Interaktion mit dem Temperament- Frühkindliche Eltern-Kind Bindung- Ungünstige familiäre Kommunikation im Hinblick auf Rückfälle bei verschiedenen Störungen (Schizophrenie, Depression, Essstörungen)
- Kumulativer Effekt soziodemographischer Einflüsse Einfluss von soziodemographischen Risikofaktoren umso höher, je mehr zusammen auftreten.
- Definition: Double Depression Major Depression und dysthyme Störung überlagern sich
- Die 3 Hilflosigkeitstheorien der Depression 1. Gelernte Hilflosigkeitunkontrollierbare aversive Ereignisse -> Gefühl der Hilflosigkeit -> Depression 2. Umattribuierungaversive Ereignisse -> Attribuierung auf globale und stabile Faktoren -> Gefühl der Hilflosigkeit; keine Veränderung möglich -> Depression 3. Hoffnungslosigkeitaversive Ereignisse -> Attribuierung auf globale und stabile Faktoren oder anderen kogn. Faktor -> Gefühl der Hilflosigkeit; keine Veränderung möglich + Erwartung, dass Wünscheswertes nicht eintreten wird -> Depression
- Dysfunktionale Denkmuster bei Depression (Was sind Beispiele?) - Katastrophendenken- Versicherungsdenken- Absolutes Fordern und Muss-Denken- Gerechtigkeitsdenken- Menschenwert-bestimmen- Null-Verzicht-Denken- Untertanendenken- Schwarz-Weiß-Denken (siehe Folien für Beispiele)
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- Definition: Multifinaliät derselbe Entwicklungsweg führt zu verschiedenen Erscheinungs- bzw. Störungsbildern
- Definition: Äquifinalität viele bzw. verschiedene Wege führen zum gleichen Erscheinungsbild
- Entwicklungsmodell für Patho- und Salutogenese nach Resch (Wie kommt es zu Risikoverhalten? Wie endet Risikoverhalten?) Biographische Einflüsse: Biologische Entwicklungseinflüsse, Genetik, psychosoziale Entwicklungseinflüsse ---führen zu---> DispositionDisposition zusammen mit Entwicklungsaufgaben, Lebensereignisse--führen zu---> RisikoverhaltenRisikoverhalten endet in: Krankheit oder Stabilisierung oder Delinquenz
- PPTC – Modell als Entwicklungsmodell (Bronfenbrenner und Ceci) Zusammenspiel aus:- Proximalen Einflüssen, die Ergebnis vorangegangen sind- Personenmerkmalen; diese existieren vorher und könnten proximale Prozesse beeinflusst haben- Distalen Prozessen (Wirkfaktoren der Umgebung z.B. sozialer Kontext)- Erhebungszeitpunkte: verschiedene, um Kontinuität und Wechsel erfassen zu können
- Selbst- Diskrepanz- Theorie (Higgins, 1987) (3 Arten des Selbst) Aktual-SelbstSollen-SelbstIdeal-Selbst
- Neurobiologische Grundlagen von Zwangsstörungen: Welche Hirnstrukturen sind beteiligt? Präfrontaler Cortex:• Dorsolaterale präfrontale Cortex• Ventrale präfrontale Cortex• Orbitofrontale Cortex (OFC) Paralimbisches System:• Gyrus cinguli• anteriore temporale Kortex• Parahippocampale Kortex• Inselregion Basalganglien:• Striatum• Nucleus Cadautus• Putamen• Nucleus Accumbens• (Nucleus Subthalamicus)• (Globus Pallidus) Thalamus
- Fronto-striatale Hypothese zur Erklärung von Zwangsstörungen (Welche Hirnstrukturen/Regelkreise betroffen?; Was für Regelschleifen gibt es?) gestörter Regelkreis im frontalen Cortex, dem Striatum, dem Globus pallidus und dem Thalamus. Unterscheidung zwischen:- direkter Regelschleife- indirekter Regelschleife --> indirekte Regelschleife bei Zwangsstörungen außer Kontrolle?
- Funktionen der CTSC- Regelkreise (direkt und indirekt + welches Ungleichgewicht bei Zwangsstörungen?) Direkte Regelschleife: (läuft über globus pallidus internus direkt zum Thalamus) aktiviert instinktive, fest verdrahtete, motorische ProgrammeIndirekte Regelschleife: (läuft über globus pallidus externus, der als indirektes Basalganglien-Kontollsystem gilt) wirkt inhibitorisch und ermöglicht kontrolliertes und situationsangepasstes Verhalten, indem es thalamus-kortikale Projektionen unterdrückt Bei Zwangsstörung Ungleichgewicht zugunsten der direkten Regelschleife verschoben, weshalb es zu thalamus-kortikalen Überprojektionen kommt – hemmende Schleife fehlt, Verhalten kann nicht mehr kontrolliert und situationsangepasst erfolgen
- Serotonin-Hypothese bei Zwangsstörungen (Grundannahme?) Hinweise auf Dysregulation des serotonergen Systems, daher Medikation in Form von Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin in Präsynapse -> baut Erregung ab und führt zu gewisser Erleichterung für Patienten Aber: Veränderung des Serotoninsystems vllt. auch auf hohe Komorbidität mit Depression zurückzuführen
- Kognitiv-lernpsychologisches Modell der Zwangsstörung (nach Salkovskis) am Beispiel Waschzwang: (1) aufdringlicher Gedanke: "Ich könnte mich anstecken.." (2) Bewertung des Gedankens: "Es wäre furchtbar, eine Krankheit zu bekommen"(3) Emotionale/physiologische Unruhe: Handlungsbedarf(4) Neutralisieren / Ritual: z.B. Händewaschen --> Kurzfristige Beruhigung aller vorhergangenen Prozesse
- Dysfunktionale Kognitionen bei Zwangsstörungen (Welche gibt es?) - Überschätzung von Risiko und Gefährlichkeit(“die Ansteckungsgefahr außerhalb der Wohnung ist sehr hoch …”)- „Thought-Action Fusion“(„Wenn ich etwas denke, erhöht sich die Gefahr, dass es auch passiert“) - übermäßig große Verantwortlichkeit; „Magisches Denken“(“es liegt ganz bei mir, ob ein Unglück passiert …”)- rigide, teilweise übermoralische Regelsysteme(“es darf nicht sein, über andere etwas Schlechtes oder Böses zu denken …”)- Bedeutung und Konsequenzen von Gedanken(“der Gedanke an eine Handlung macht es sehr wahrscheinlich, dass man sie auch ausführt …”) - Perfektionismus(“ich darf mir keinen Fehler erlauben …”) - Zweifel, Unsicherheit und Schwierigkeiten beim Treffen von Entscheidungen(“man darf sich nur dann entscheiden, wenn alle Vor- und Nachteile vollständig geklärt sind …”
- Jumping to Conclusions bei Schizophrenie (Was heißt das konkret?) Bewertung einer Sache folgt schon nach dem ersten Eindruck. Es wird nicht beachtet, dass eventuell noch zu wenige Informationen bereitsstehen, um eine sichere Aussage zu machen.
- Attributionsstil bei Schizophrenie Personen mit Wahn neigen dazu, die Ursachen für uneindeutige Ereignisse zu externalisieren, d.h. sie schreiben sie eher anderen Personen oder anderen äußeren Umständen zu als der eigenen Person)
- Theory of Mind bei Schizophrenie (Welche Probleme?) Schizophrene Probleme damit, korrekte Schlussfolgerungen über den mentalen Status anderer Menschen zu treffen, d.h. sich in andere hineinzusetzen
- Neurophysiologische, neuropsychologische und psychophysiologische Faktoren bei Schizophrenie (Welche Bereiche sind gestört?) - Störungen der Aufmerksamkeit, Informationsaufnahme und Informationsverarbeitung - Störungen im Arbeitsgedächtnis - Störungen der Affektverarbeitung - Probleme bei exekutiven Funktionen
- Positivsymptome der Schizophreniet - Formale und inhaltliche Denkstörungen (Wahn)- Wahrnehmungsstörungen/Halluzinationen- Affektstörungen (v.a. Inadäquatheit; nicht Affektverflachung)- Störungen des Selbstgefühls- Psychomotorische Störungen
- Negativsymptome der Schizophrenie (Welche gibt es?) - Sozialer Rückzug- Affektive Verflachung- Antriebsarmut- Interessenverlust- Sprachliche Verarmung
- Definition: Suizidalität Es besteht latente oder manifeste Absicht, aktiv das eigene Leben zu beenden
- Protektionshypothese bei Dissoziativen Störungen Dissoziation als ein Weg, Situationen mit nicht entrinnbarem schweren Stress zu bewältigen
- Delirium tremens (Was ist das? Wann tritt es auf?) Tritt in seltenen Fällen bei Alkoholentzug auf (besonders nach langer Abhängigkeit) Psychische Symptome: Zittern, Bewusstseinstrübung, Störungen der Orientierung, Wahnvorstellungen, visuelle und taktile Halluzinationen („Trugwahrnehmungen“): Unangenehmes und lebhaftes, kriechendes ev. raumfüllendes Getier, wie Schlangen, Kakerlaken oder Ungeziefer, das Hautjucken etc. verursachtKratzen, Kauern etc.Körperliche Symptome:Tachykardie, Hypertonie, Tachypnoe (schnelle Atmung), Hyperhidrosis (Schwitzen), Schlafstörungen, Magen-Darmstörungen (Erbrechen, Durchfälle) Unbehandelte Delirien haben ein beträchtliches Todesrisiko (ca. 25%)!