Controlling (Fach) / güterwirtschafft (Lektion)

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Beschaffung

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  • Instrumente der Lieferantenbewertung - Lieferantendatei - ABC-Analyse - Punktbewertung - Qualitäts-Audit
  • Die Lieferantendatei = systematische Sammlung von Informationen über Lieferanten inklusive der Ergebnisse der Bewertung der mit dem Lieferanten abgewickelten Geschäfte.
  • Ziele der Qualitäts-Auditierung: - Sicherstellung eines ausreichenden Qualitätsniveaus der Lieferanten - Überprüfung der Wirksamkeit der Qualitätsmanagement-Systeme der Lieferanten - Ableitung von Entscheidungskriterien für die Lieferantenbewertung - Einleitung von Verbesserungen bei den Lieferanten.
  • Arten der Qualitäts-Auditierung
  • Lieferantenpolitik Grundsätze für die Gestaltung der Geschäftsbeziehungen zwischen Abnehmer und Lieferanten.
  • Lieferantenentwicklung: Maßnahmen zur Festigung und Verbesserung bestehender Lieferanten-Abnehmer-Beziehungen.
  • Partnerschaftliche versus Abnehmer-dominante Lieferantenpolitik   Tandem                                                       (Win-Win-Situation) Abnehmer-Dominanz                                (Nullsummenspiel) Grundhaltung Partnerschaft Ausnutzen der Marktmacht Einsparziele Kontinuierlich Abhänging von der wirtschaftlichen Lage des Abnehmers Maßnahmen Gemeinsame Entwicklung einfacherer / billigerer Teile. Ultimative Einforderung von Lieferpreis-Senkungen Erfolgszurechnung Teilung der Rationalisierungsgewinne Sanierungserfolgbeim Abnehmer / Gewinnschmälerung beim Lieferanten
  • Lieferantenentwicklung basiert auf Lieferantenpolitik und umfasst: 1.  Maßnahmen der Lieferantensicherung _ Vereinbarung von Gegengeschäften _ Abschluss langfristiger Lieferverträge _ Teilhabe der Lieferanten an Rationalisierungsgewinnen _ Kapitalverflechtung mit den Lieferanten   2.  Maßnahmen der Lieferantenförderung _ Weitergabe von Erfahrungen (Know-how-Transfer) _ Beratung zu betrieblichen Gegebenheiten und bei Problemen _ Fachliche Unterstützung bei Technologien und Qualitätsmanagement _ Einweisung und Schulung der Mitarbeiter _ Beistellung von Produktionsmitteln und -material _ die Entsendung von Spezialisten auf Zeit _ Unterstützung bei den Beschaffungsvorgängen _ Administrative Unterstützung bei den organisatorischen und den Produktionsabläufen _ finanzielle Unterstützung durch Vorauszahlungen und Investitionshilfen   3.  Maßnahmen der Lieferantenpflege _ Genaue Einhaltung der Verpflichtungen gegenüber den Lieferanten _ Toleranz bei seltenen/ geringfügigem Fehlverhalten des Lieferanten _ Diskretion und Fairness in Verhandlungen _ Veranstaltung von Lieferantentagen zur Abstimmung gegenseitiger Verhaltensweisen mit den Systemlieferanten _ Auslobung von Lieferanten-Preisen („Awards“)
  • Bestellung Die Bestellung ist eine verbindliche Aufforderung des Abnehmers an den Lieferanten, bestimmte Güter oder Dienstleistungen zu vereinbarten Bedingungen zu liefern.
  • Drei unterschiedliche Mengen der Bestellung: - Bedarfsmenge: Gesamtmenge, die von einem Gut in einer Periode benötigt wird - Bestellmenge: Menge, die bei Lieferanten bestellt wird (Auftragserteilung) - Liefermenge: Menge die als eine Einheit beim Abnehmer eingeht
  • Mindestbestand Mindestbestand (Sicherheitsbestand): Der Bestand, der bei normalem Geschäftsverlauf nicht unterschritten werden darf („eiserne Reserve“). Er dient zur Abdeckung von Unregelmäßigkeiten. Seine Höhe hängt unter anderem ab vom: - Servicegrad (= Lieferbereitschaftsgrad) - Bedarfsverlauf und seiner Vorhersehbarkeit - Wiederbeschaffungszeit - Wert des Materials  
  • Meldebestand Der Meldebestand berücksichtigt die vorhersehbaren Verzögerungen durch den Bestell- und Lieferprozess. Er deckt den Mindestbestand und den Verbrauch der Wiederbeschaffungszeit ab. Eine Bestellung muss spätestens beim Erreichen des Meldebestands ausgelöst werden.
  • Höchstbestand Der Höchstbestand beschränkt den Bestand nach oben. Dafür sprechen Kostengründe (Raum- und Kapitalkosten) und die Beschränkung der Lagergröße.
  • Prozesse der Bestellung 1. Angebotsprüfung 2. Bestellung: Anzahl der Bestellungen möglichst durch Mengenbündelung und Lieferantenkonzentration verringern. Mit e-procurement können eventuell die bestellfixen Kosten gesenkt werden. Eprocurement bietet dem Bedarfsträger über ein Intranet die Möglichkeit, im Rahmen seiner Budgetkompetenz selbstständig Bestellungen vorzunehmen Die Beschaffungsstellen werden dadurch von Kleinbestellungen entlastet. 3. Liefertermine überwachen: Kompromiss zwischen Kontrolle und Vertrauen, um Lieferanten psychologisch nicht aus seiner Verantwortung zu entlassen. 4. Wareneingangsprüfung auf Korrektheit und Vollständigkeit. 5. Rechnungsprüfung 6. Bezahlen der Rechnung.
  • Die Bestellungen können in verschiedenen Formen erfolgen: • Die mündliche Bestellung sollte grundsätzlich schriftlich bestätigt werden, um Missverständnisse bei der Übermittlung beseitigen und Bestellvorgänge belegen zu können. • Die häufigste Bestellform ist noch die schriftliche Bestellung. Die hierfür erstellten Dokumente dienen nicht nur als Beleg, sondern werden oft auch intern als Organisationsmittel. • Zunehmend an Bedeutung gewinnt die elektronische Bestellung. Hierdurch werden vor allem Kosten-, Zeit- und Qualitätsvorteile erzielt.
  • Einflussfaktoren der Bestellmengenentscheidung: _ Bedarf und Lieferangebot _ Einstandspreise: Nettoeinkaufspreis + Verpackungskosten + Frachten, Rollgeld + Zölle, Versicherungen Einstandspreis _ Lagerkosten _ Fehlmengenkosten " Transportkosten und höhere Preise für Eilbestellungen zur Vermeidung von Fehlmengen " Konventionalstrafen für verspätete Lieferung " Opportunitätskosten durch Stillstand der Produktion (Leerkosten für Arbeitskräfte und Betriebsmittel) " Opportunitätskosten als Folge von Imageverlusten und entgangenen Umsätzen _ Finanzielle Lage des Unternehmens: gute Liquidität und Bonität: große Bestellmengen und Skonti _ Lager und Transportkapazität Fremdlagerung oft teurer Gesamtkosten = Beschaffungskosten + Lagerhaltungskosten
  • Bestellfixe Kosten Bestellfixe Kosten entstehen für die Administration und Disposition im Einkauf, für den Wareneingang und die Rechnungsprüfung (im Wesentlichen Personalkosten).
  • Bestellvariable Kosten . Bestellvariable Kosten hängen von der Bestellmenge ab und ergeben sich aus den Zinskosten für das im Lager gebundene Kapital und den pro Stück anfallenden Lagerhaltungskosten.
  • Lagerungskosten der Vorratsbeschaffung  _ Verwaltungskosten _ Handlingkosten _ Lagerkosten (Lagerplatz und -ausstattung) _ Kapitalbindung _ Lagerrisiko (Verderb, Schwund)
  • Die Vorratsbeschaffung wird in Situationen gewählt, in denen: - die Preise am Beschaffungsmarkt Schwankungen unterliegen (spekulative Bestände) - Mengenrabatte und Boni vom Lieferanten gewährt werden - Versorgungsstörungen und -engpässe erwartet werden. - dem Kunden auf dem Absatzmarkt trotz langer Beschaffungszeiten für Material kurze und zuverlässige Lieferzeiten geboten werden sollen - durch eine Reduzierung der Bestellhäufigkeit Einsparungen bei den Bestellabwicklungs-, Transport- und Qualitätsprüfungskosten zu erreichen sind, die größer sind als die entstehenden Kosten für Kapitalbindung, Lagerraum, Bestandsführung und Verderb/Schwund - der Materialbedarf nicht tages- und mengengenau geplant werden kann - hohe Fehlmengenkosten entstehende Lagerkosten rechtfertigen.
  • Anwendung der Einzelbeschaffung: - Wenn Bedarf an Materialien bekannt ist (Standard- und Serienteile) - Für Komponenten, deren Bedarf hinsichtlich Menge und Zeitpunkt nicht aus dem Produktionsprogramm abgeleitet werden kann (Ersatzteile, Investitionsgüter) oder die einen sporadischen Bedarf aufweisen („exotische“ Variantenteile)
  • Nachteile der Einzelbeschaffung: - eventuell schlechte Konditionen - eventuell lange Beschaffungszeiten - eventuell Fehlmengen
  • Einsatzsynchrone Beschaffung (JIT) Der Lieferant liefert die täglich (…stündlich…) benötigte Materialmenge artikel- und mengengenau direkt an die Stelle in der Fertigung, die das Material verarbeiten wird. Unterschied zur Vorratsbeschaffung: Abnehmer nimmt keine Identitäts- und Qualitätsprüfung vor, innerbetrieblicher Transport, Ein und Auslagerungsvorgänge, Bestandsführung und Kommissionierung entfallen. Hohes Fehler- und Fehlmengenrisiko
  • Rollierende Bedarfsinformationssysteme (forecast) Qualitätsanforderungen sowie eine Bedarfsvorschau nach Artikelgruppen, die zunächst nur quartalsweiseaufgeschlüsselt werden. Diese Daten werden quartalsweise rollierend überarbeitet. Der Abnehmer behält sich vor, die Bedarfsangaben um einen bestimmten Prozentsatz nach oben und unten zu korrigieren. Für den Zeitraum des nächsten Quartals erteilt der Abnehmer Rahmenaufträge, die monatlich aktualisiert werden. Die Bedarfsangaben werden für diesen Zeitraum präzisiert. Durch den Rahmenauftrag erfolgt die Freigabe für die Beschaffung des benötigten Materials und eventuell für die Durchführung einer Vorfertigung. Der Abnehmer verpflichtet sich die Kosten zu tragen, die dem Lieferanten durch eine falsche Bedarfsprognose entstehen. Verbindliche Angaben über die Menge je Variante und Anlieferungstermin erfolgen im Abruf, die Mengen bewegen sich innerhalb der im Rahmenauftrag angegebenen Grenzen.
  • Vorteile der Einsatzsynchrone Beschaffung (vereinfachter Materialfluss) -  Keine Qualitätsprüfung -  Keine Ein- und Auslagerung -  Keine Lagerverwaltung -  Keine Kommissionierung -  Kein innerbetrieblicher Transport
  • KANBAN-Beschaffung   Die KANBAN-Teile werden direkt an den Ort der Verarbeitung (ohne Qualitätsprüfung und ohne Umweg über das Materiallager) in standardisierten Behältern geliefert und dort bevorratet. Einfacher Informationsfluss Der Fertigungsmitarbeiter entnimmt die benötigten Teile ohne einen Materialentnahmeschein auszufüllen. Der aktuelle Stand und die Lagerbewegungen werden nicht im Lagerverwaltungssystem erfasst. Der Fertigungsmitarbeiter (dezentrale Bestandskontrolle und Bestellabwicklung) löst persönlich eine Nachlieferung aus, indem er den leeren Transportbehälter an einem vereinbarten Sammelplatz abstellt. Der Lieferant erhält keinen Bestellauftrag im klassischen Sinne. Vielmehr dienen leere Transportbehälter als Signal für die Nachlieferung. Die Nachlieferungsmenge ist klein und entspricht einem standardisierten Behälterinhalt oder einem Vielfachen eines Behälterinhaltes wenn seit der letzten Lieferung mehrere Behälter geliefert wurden  
  • Einsatz der KANBAN-Beschaffung wenn: Das KANBAN-Prinzip ist geeignet, die Versorgung von C-Teilen sicherzustellen, wenn der Bedarf nicht allzu großen Schwankungen unterliegt.
  • Verantwortung bei KANBAN-Beschaffung - Dezentrale Bestellabwicklung - Dezentrale Bestandskontrolle - Zentrale Festlegung der Behälterzahl - Zentrale Festlegung des KANBAN-Regelkreises - Zentrale Festlegung der KANBAN-Hilfsmittel
  • Voraussetzungen bei KANBAN-Beschaffung  Produkte - geringe Bedarfsschwankungen - wenige Produkte  Lieferanten - kurze Lieferzeiten - hohe Zuverlässigkeit - Stammlieferant Mitarbeiter - Disziplin - Zuverlässigkeit
  • Materialfluss bei KANBAN-Beschaffung - verbrauchsgesteuerter Nachschub - Nachfüllmenge = Vielfaches des Behälterinhaltes - Anlieferung an den Verbrauchsort - Bevorratung am Verbrauchsort - Keine Qualitätsprüfung
  • Vendor Managed Inventory (VMI) Vendor Managed Inventory (= Continuous Replenishment Program) verlagert die Verantwortung für Bestand und Verfügbarkeit vom Abnehmer hin zum Lieferanten. Der Lieferant hat von seinem Lagerverwaltungssystem aus Zugriff auf die Bestandsdaten seiner Kunden und vergibt die Bestellaufträge an sein eigenes Unternehmen. Nicht mehr der Disponent des Kunden, sondern der Disponent des Lieferanten bestimmt Liefermengen und Lieferrhythmus. Vendor Managed Inventory ist ein Konzept einer unternehmensübergreifenden Koordination (supply chain management).
  • Vorteile Vendor Managed Inventory (VMI) -        Das Bestellverhalten der Abnehmer verursacht beim Lieferanten eine zackenförmige Nachfragekurve, die zeitweise unter, zeitweise über der Kapazitätsgrenze des Lieferanten liegt. Diese Schwankungen der Kapazitätsauslastung zwingen zu kostenintensiven Kapazitäts- und Belastungsanpassungen. -         Für den Lieferanten ist es einfacher, die Transportmittel wirtschaftlich einzusetzen. Der Abnehmer verzichtet auf eine eigene Bestelloptimierung und übermittelt dem Lieferanten regelmäßig genaue Absatz- und Lagerdaten. Dieser wird versuchen, die Liefermengen und -termine so zu planen, dass seine Transport- und Produktionskosten sowie die Lagerkosten der Kunden möglichst gering sind, wobei der Verfügbarkeitsgrad der Produkte verbessert werden soll. -         Für den Abnehmer entsteht der Vorteil, dass er Personalkosten für die Disposition einsparen kann. In Untersuchungen werden sinkende Reichweiten der Bestände und verbesserte Verfügbarkeiten nachgewiesen.
  • Konsignationslager Ein Konsignationslager ist ein Lager, das der Lieferant beim Kunden einrichtet.