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Wirtschaftswissenschaften (Fach) / Entrepreneurship I Einführung (Lektion)
Entrepreneurship bei Fritsch
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- Der Markt für Gründungskapital hat das Problem symmetrischer Informationen ex-ante. Was besagt dieses aus und welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? Problem asymmetrischer Informationen ex-ante: Kapitalgeber kann die Qualität des Geschäftsgegenstandes schlechter einschätzen als der Gründer (insbes. bei innovativen Gründungen) (hidden characteristics) Kapitalgeber kann die Fähigkeiten und das zukünftige Verhalten des Gründers/ Unternehmers im Vornhinein relativ schlecht einschätzen. (hidden characteristics, hidden intention) Kapitalnehmer kann das zukünfitge Geschäftsgebaren des Kapitalgebers im Vorhinein relativ schlecht einschätzen (hidden information, hidden intention) Dies führt zur Gefahr des Marktversagens bei der Finanzierung von Gründungen! Lösungsmöglichkeiten für ex-ante Informationsasymmetrien: Signaling durch Kreditnachfrager (z.B. Reputation, Kredithistorie usw.) Bei neuen Unernehmen kaum möglich, da sie noch keine Historie bzw. Reputation haben (Reputation kann man sich aber auch besorgen, z.B. durch einen Fürsprecher) Signaling durch Kapitalgeber (i.d.R. relativ unproblematisch) Screening durch den Kapitalgeber (mit Aufwand verbunden) Problem: Marktchancen von Gründungen und Zeitpunkt der Gründung kaum abschätzbar. Hohe Gefahr für ein Scheitern der Gründung (Gefähr lässt sich nicht richtig prognostizieren) > Aufwand: Bei relativ geringen Kreditvolumina sind die Transaktionskosten auf seiten der Bank relativ hoch ==> Entsprechende Kredite sind kaum verfügbar! (z.B. Aufwand für die Prüfung der Tragfähigkeit des Business Plans) Forderung von Kreditsicherheiten
- Beim Markt für Gründungskapital gibt es das Problem der asymmetrischen Informationen ex-post. Was bedeutet das? Was sind Lösungsmöglichkeiten? Problem asymmetrischer Informationen ex-post: Problem der "hidden action" bzw. des "moral hazard": Erfolgsrelevcante Handlungen des Kapitalnehmers sind für den Kapitalgeber nicht ohne weiteres erkennbar. Abhängigkeiten bzw. "holdd up"-Gefahren für den Kapitalgeber durch spezifische Investitionen (insbes. bei innovativen Gründungen) Lösungsmöglichkeiten: Screening durch den Kapitalgeber (Aufwand!) z.B. > Laufende Einsicht in die Geschäftsunterlagen > Mitspracherechte bei der Geschäftsführung (Coaching) [Kann so weit gehen, dass der Gründer rausgeschmissen wird!] Interessenharmonisierung. Anreize für langfristige Beziehungen schaffen Forderung von Sicherheiten
- Warum sind Gründungen (und Kleinunternehmen) häufig in ihrer Liquidität beschränkt? - Gründer haben in der Regel nur wenig Eigenkapital und können Kapitalgebern nur gerigne Sicherheiten bieten - das Risiko ist ziemlich hoch (Unsicherheit) und asymmetrische Informationen ==> Risikoadäquater Zinssatz ist nicht zulässig (dieser wäre sehr hoch!) bzw. für die Bank nicht optimal ==> Das führt zu Kreditrationierung!
- Was ist Kreditrationierung? - Kreditrationierung ist eine Form des Marktversagens Kreditrationierung hat 2 Typen: Typ1 : Jeder Nachfrager bekommt weniger Kredit als er nachfragte Typ 2: Eine Reihe von Nachfragern erhält keinen Kredit Redlininng: Kein Kredit für bestimmte Projekte bzw. Nachfrager Folge der Kreditrationierung: Gesamtwirtschaftlich erwünschte Projekte (Gründungen) unterbleiben. ==> Markt für Gründugnsfinanzierung versagt also
- Warum wird der Kreditzins nicht je nach Projektrisiko variiert? Annahmen: Akteure sind risikoneutral und orientieren sich am Erwartungswert Bank kann erwarteten Ertrag von Projekten erkennen, aber nicht das Risiko des Scheiterns Je höher der erwartete Ertrag eines Projektes ist, desto höher ist das Risiko des Scheiterns Bei steigendem zinssatz > Einerseitz: höhere Zinseinnahmen > Andererseits: Es werden zunehmend besonders risikoreiche Projekte über die Bank finanziert; Finanzierung risikoarmer Projekte mit Eigenkapital. Je höher der Zinssatz ist, desto höher ist der Anteil schlechter Risiken. ==> Bankoptimaler Zinssatz ist nicht marktträumend. Zinssatz eignet sich nru beschränkt zur Kompensation von Risiken!
- Wie sieht das Geschäftsmodell der VC-Geber aus? - Investition in früher Phase (für Firmenanteile) - Falls das Unternehmen bzw. die Unternehmung erfolgt hat, werden die Anteile mit Gewinn veräußert
- Wie ist das Equity, also das Beteiligungskapital, aufgebaut? Equity (Beteiligungskapital) > Public Equity (börsennotiert; z.B. Aktien) > Private Equity (nicht börsennotiert) > Venture Capital / Smart Capital (Beteiligungskapital an innovativen Projekten, z.B. TOUs) > Sonstige nicht-börsennotierte Beteiligungen (z.B. Gesellschaftsanteile)
- Was sind die Besonderheiten technologieorientierter Unternehmensgründungen (TOU)? - Die Gründung TOUs sind mit einer signifikanten Innovation verbunden. I.d.R. handelt es sich um eine Produktinnovation - Marktchancen sind ungewiss; Gründung ist einerseits besonders Erfolg versprechend, andererseits aber auch besonders risikoreich - Vor der Markteinführung ist ein wesentlicher Aufwand an Forschung und Entwicklung (F&E) erforderlich > Erfolg der F&E Aufwendungen unsicher > F&E Aufwendungen in hohem Maße irreversibel > Hoher aufwand sofort; entsprechende Einnahmen sind unsicher und liegen in der Zukunft - Entscheidende Ressourcen: Wissen und Fähigkeiten des Gründers - Besonderer Beratugnsbedarf des Gründers!
- Welche Drei Finanzierungsphasen haben technologieorientierte Finanzierungsquellen und welche Finanzierungsquellen gibt es dort? Es gibt drei Finanzierungsphasen: (1) Early Stage > Seed > Typische Unternehmensaktivitäten: Produktkonzept, Marktanalyse & Grundlagenentwicklung > Start-Up > Unternehmensgründung, Entwicklung bis zur Produktionsreife, Marketingkonzept (2) Expansion Stage > Expansion > Produktionsbeginn, Markeinführung oder Wachstumsfinanzierung (3) Late Stage > Bridge oder MBO/MBJ > Vorbereitung eines Börsengangs oder eines Verkaufs an industriellen investor oder Übernahme durch vorhandenes (MBO) oder externes (MBI) Management Finanzierungsquellen: Eigene Mittel ==> nur über die Early Stage Öffentliche Fördermittel ==> nur über Early Stage Venture Capital ==> Erst ab Start-Up Phase (also noch nicht in der Seed Phase!) Fremdfinanzierung ==> Ab Expansion Stage Börse ==> Ab Late Stage
- Was sind die Charakteristika von Venture Capital? Kommt es zum Marktversagen im Bereich der VC-Finanzierung von Gründungen? Charakteristika von Venture Capital: Beteiligungs- oder beteiligungsähnliches Kapital außerhalb des organisierten Kapitalmarktes Kein Kapitaldienst. Realisierung der Gewinne durch Verkauf dieser Beteiligungen ("Exit") Vergabe an junge innovative Unternehmen mit hohem Wachstumspotential Intensives Screening der Unternehmenb zw. Konzepte vor Beginn der Investition Investitionen finden in mehreren Runden statt (Reduktion der Unsicherheit!, also nicht alles schon am Anfang usw.) Keine nennenswerte Einforderung von Sicherheiten aber in der Regel wesentliche Kontroll- und Mitspracherechte für den VC-Geber In der Regel Managementbetreuung des Unternehmens (!) ("smart money" / "informiertes" Kapital) Kommt es zum Marktversagen im Bereich der VC-Finanzierung?Problem => Große Zurückhaltung privater VC-Geber während der Seed-Phase Hohe Ansprüche der VC-Geber an potenzielle Investments==> Privates VC führt im Zweifel nur zu einer teilweisen Lösung des Problems des Marktversagens
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- Welche Arten von Venture Capital Gesellschaften (VC-Gesellschaften) gibt es und was sind sie? · Renditeorientierte VC-Gesellschaften o Beteiligung an ausgesuchten, wachstums- und gewinnträchtigen innovativen Unternehmen o Häufig hoher Kapitaleinsatz o Auch intensive nicht-finanzielle Unterstützung · Corporate VC-Gesellschaften o Nicht-Finanzunternehmen (z.B. Industrieunternehmen), die sich an innovativen neuen Unternehmen beteiligen o Meist strategische Motive von Bedeutung (z.B. enge Beobachtung der technologischen Entwicklung) · Informelles VC (Business Angels) o Privatpersonen, die in innovative Unternehmen renditeorientiert investieren o Betragsmäßig begrenzte Investitionen im räumlichen Umfeld des Investors · Förderorientierte VC-Gesellschaften o Beteiligung an Unternehmen, die nicht ausreichend privates Beteiligungskapital erhalten. o Begrenzter Kapitaleinsatz o Relativ niedriges Niveau von nicht-finanziellen Unterstützungsleistungen o Sie greifen die ab , die bei privaten VC-Gebern nicht zum Zuge kamen o Sie sind am Überleben der Firmen interessiert · Inkubatoren o VC-Gesellschaften, die auf die Seed-Phase konzentriert sind und neben Managementunterstützung eine komplette Infrastruktur zur Verfügung stellen o Investments sind häufig räumlich konzentriert (z.B. in einem Gründerzentrum)
- Nenne einige empirische Befunde zu VC-Partnerschaften VC-Beteligung ist mit einer relativ positiven Entwicklung der finanzierten TOUs verbunden (Selektionseffekt? => Sie wählen ja nur die high potentials aus) Relativ stark ausgeprägter positiver Effekt für auf TOU spezialisierte VC-Gesellschaften Fördereffekt relativ stark, wenn mehrere VC-Geber beteiligt sind Kein besonderer Fördereffekt für förderungsorientierte VC-Geber
- Wie wichtig ist es, dass sich der VC-Geber in räumlicher Nähe zur Portfolio-Firma befindet? (Pro-Contra Nähe zur Portfolio-Firma nennen) Pro: Wissen über lohnenswerte Investments ist räumlich beschränkt Überwachung und Betreuung von Investments erfordert direkte persönliche Kontakte. Relativ geringe transaktionskosten bei räumlicher Nähe Contra: Relativ ausgewogene Raumstruktur in Deutschland. Fast alle Orte sind mit einer Tagesreise erreichbar. Fehlende räumliche Nähe kann durch Telekommunikation und durch syndizierung kompensiert werden. Der ganz ügberwiegende Teil der VC-Investoren in Deutschland syndiziert. (Syndizierung = Syndikatbildung)
- Gibt es regionale "Equity Gaps" für VC in Deutschland? VC-Anbieter sind räumlich geclustert, aber an einer Reihe verschiedener Orte VC-Manager stufen die räumliche Nähe zu den Investments als "wenig bedeutend" bis "unbedeutend" ein mehr als die Hälfte aller VC-Investitionen liegt in einer Reisezeit-Entfernung von mehr als zwei Stunden zum VC-Anbieter Fehlende räumliche Nähe kann durch Syndizierung überwunden werden VC-Manager sehen den entscheidenen Engpass im Angebot an guten Projekten ==> Keine belastbaren Hinweise auf ein Equipty Gap in Deutschland!
- Wie sieht das Grundmodell des Marktzutritts im Industrieökonomischen Ansatze aus? Vorgehensweise: Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der Zutritt in einem Markt Allgemeine Hypothese: M = f (P, E,N, K)M = Marktzutritt (Gründung)P = (Erwarteter) Gewinn [+]E = Eintrittsbarrieren [-]N = Nachfrageentwicklung [+]K = Marktkonzentration [-/+] Kritik: - Industrieökonomischer Ansatz behandelt Marktzutritt großer Firmen und Gründung eines Unternehmens gleich, in der Wirklichkeit sind dies aber andere Ereignisse - Die Person des Gründers bleibt beim industrieökonomischen Ansatz vernachlässigt
- Man kann das Gründungsegschehen mithilfe des Arbeitsmarktansatzes Analysieren, wie sind die Vorgehensweise und die allgemeine Hypothese? Gibt es etwas Prolematisches? Arbeitsmarktansatz:Vorgehensweise Person des Gründers steht im Mittelpunkt der Betrachtung Jede Erwerbsperson hat die Wahl zwischen Selbstständigkeit oder Nicht-Selbstständigkeit Arbeitsmarktansatz fragt nach den Bestimmungsgründen einer Entscheidung für Selbstständigkeit Allgemeine Hypothese: Gründungsentscheidung wird durch subjektive Einschätzung der Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit im Vergleich zu abhängiger Beschäftigung oder zu Arbeitslosigkeit bestimmt Problematisch: impliziert, dass Arbeitslosigkeit auf einer freiwilligen Entscheidung beruht bzw. schließt unfreiwillige Arbeitslosigkeit aus
- Welche Analysemethoden gibt es zu den Bestimmungsfaktoren der Gründungsaktivität? Qualitative Fallstudien Vorteil: Unter Umständen große Tiefenschärfe der Ergebnisse Nachteil: Geringe Fallzahlen ==> Fragwürdige Repräsentativität; keine sinnvolle Anwendung statistischer Test- und Analyseverfahren. Kaum Informationen über Gründung Standardisierte Befragungen von Personen (z.B. SOEP, GEM) Vorteil: Große Fallzahlen und Einbeziehung des regionalen und des Branchenumfelds möglich Aber: Daten in der Regel nicht in für differenzierte Analyse ausreichender Fallzahl verfügbar Analyse von Gründungsraten für Länder, Branchen bzw. Regionen Vorteil:In der Regel differenzierte Analyse der sektoralen und regionalen Einflussfaktoren möglich Nachteil: In der Regel keine differenzierten Informationen zur Person des Gründers verfügbar
- Welche empirisch gut bestätigten Hypothesen gibt es zur Gründungsentscheidung? (Gesamtwirtschaftliche Situation) [+/-] => Richtung des Zusammenhangs Gut bestätigte Hypothesen: Gesamtwirtschaftliches Wohlfahrtsniveau [necessity E. - ; opportunity E. und ambitious E. +] Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage [+] Höhe und Entwicklung des Kapitalnutzungspreises [-] Höhe und Entwicklung der Lohnkosten [-] Ausmaß des mit einer Gründung verbundenen Verwaltungsaufwands [-]
- Was sind Institutionen bei der Gründung? Welche Hypothese gibt es zur Gründungsentscheidung mit Bezug auf sie? Institutionen = die Spielregeln > "Harte" Institutionen: codifizierte Regeln (z.B. Gesetze) > "Weiche" Institutionen: ungeschriebene Regeln bzw. Kultur (z.B. Gebräuche, informelle Beziehugnen wie etwa soziale "Netzwerke") Hypothese: Einbindung in soziale Netzwerke ist förderlich für Gründungen Netzwerke helfen bei der Opportunity recognition
- Welche empirisch gut bestätigten Hypothesen gibt es zur Gründungsentscheidung? (Marktspezifische Faktoren) Welche empirisch noch nicht gut bestätigten Hypothesen gibt es dazu? [+/-] ==> Richtung des Zusammenhangs Gut bestätigte Hypothesen: Mindestoptimale Größe [-] (Je höher die Mindestoptimale Größe, desto unwahrscheinlicher die Gründungsentscheidung) Kapitalintensität [-] Technologisches Regime (entrepreneurhaft [+], routinisiert [-]) Erwartete Entwicklung der Nachfrage [+] Nicht gut bestätigte Hypothesen: Ausmaß an spezifischen Investitionen (Sunk Cost bei Marktaustritt => Kosten des Scheiterns) [-] -> Problem der Messung Anbieterkonzentration [+ / - ] "Umbrella"-Hypothese: In konzentrierten Märkten belegen Gründugnen Marktnischen, die von großen, etablierten Firmen nicht bedient werden und haben dort ein komfortables Auskommen Anzahl der bereits auf einem Markt vorhandenen Anbieter [-]
- Nenne die Hypothesen und empirischen Befunde zur Gründugnsentscheidung im Regionalen Umfeld! [+/-] ==> Richtung des Zusammenhangs - Verfügbarkeit [+] und Preis [-] von benötigten Ressourcen in der Region, wie z.B. > Venture-Capital > Produktionsfläche > Qualifikationen (Arbeitskräfte) > Vorleistungen(z.B.wissensintensive Dienstleistungen) > Infrastruktur (materiell, instutionell) - Ausmaß der Innovationsaktivitäten in der Region [+]- Intensität von Wissens-Spillovern [+]- Regionales Gründungsmilieu [+]- Nähe zu anderen Firmen der Branche (Cluster) [+]- Größenstruktur der regionalen Wirtschaft (z.B. Anteil der Beschäftigten in Kleinbetrieben) [+]- Größen- und Altersstruktur der regionalen Betriebe [+] ==> Gründungen sind Ergebnis eines regional stark eingebetteten Prozesses! Einfluss der regionsspezifischen Faktoren ist stark!
- Was hat die empirische Forschung ergeben, über welche Persönlichen Charakteristka Gründer verfügen? [+/-]==> Richtung des Zusammenhangs Persönliche Charakteristika von Gründern (empirische Ergebnisse): Unternehmerische Einstellung (Streben nach Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und wirtschaftlichem Erfolg) [+] Bereitschaft / Fähigkeit Risiko zu tragen [+] Qualifikation des Gründersr > Niveau der Kenntnisse [+] > Vielfalt der Kenntnisse (Jack-of-all-Trades Hypothese) [+] > Berufserfahrung in der betreffenden Branche, Tätigkeit in jungen und kleinen Unternehmen ==> Saatbeet-Funktion von Kleinunternehmen [+] Opportunitätskosten der Selbstständigkeit (Einkommen und Karriereaussichten in gegenwärtiger Position) [-] Intensität der Einbindung in Unterstützungsnetzwerke (z.B. Familie, Berufsorganisationen) [+] Lebensalter des Gründers [+/-; umgekehrt u-förmiger Verlauf)
- Wann haben die Gründungsaktivitäten ein hohes Niveau? Gründungsaktivitäten haben ein hohes Niveau, wenn: Nachfrage prosperiert, Kapitalnutzungspreis niedrig ist, Arbeitskosten niedrig sind und die administrativen Markteintrittsbarrieren niedrig sind bei geringer mindestoptimaler Größe auf dem betreffenden Markt und niedriger Kapitalintensität in einem entrepreneurhaften technologischem Regime in Regionen mit .. (von der Politik beeinflussbar) > guter Verfügbarkeit von geeigneten Arbeitskräften, Produktionsflächen und Infrastruktur > einem hohen Niveau an Innovationsaktivitäten und intensiven Wissens-Spillovern > positiven Gründungsmilieu- Aber: Wirkung finanzieller Gründungsförderung in einer Region konnte bisher nicht nachgewiesen werden (!) (oft sogar negativer Einfluss => Förderung muss früher ansetzen)
- Im Durchschnitt haben Selbstständigen Haushalte ein höheres Einkommen als die Haushalte von Angestellten. Wie schlägt sich das allerdings in den Stundenlöhnen nieder? - Kontrolliert man den Lohn nach Faktoren wie Arbeitszeit, Alter, Qualifikation etc. so liegt der durchschnittliche Stundenlohn von Selbstständigen in der Regel deutlich unter dem von abhängig Beschäftigten > Aber: Einkommen von Gründern ist nach der Gründung im Durchschnitt höher als davor - das Einkommen der Selbstständigen streut sehr viel stärker als das der abhängig Beschäftigten. Relativ hohe Durchschnittswerte für die Einkommen der Selbstständigen sind durch einige wenige "Superstars" bestimmt ("Bill-Gates-Effekt")
- Was motiviert Selbstständige, trotz niedrigerer Stundenlöhne, in die Selbstständigkeit zu gehen? Grund für Gründungen trotz des niedrigen Stundenlohns: Selbstständige haben eine signifikant höhere Arbeitszufriedenheit als abhängig Beschäftigte Erklärung der höheren Arbeitszufriedenheit: > stärkere Eigenständigkeit > Möglichkeit zur Selbstverwirklichung (Je größer das Unternehmen ist, desto geringer ist die Arbeitszufriedenheit im Durchschnitt!)
- Was sind Überlebens- und Hazardrate? Überlebensrate: Anteil der Betriebe bzw. Unternehmen einer Kohorte, die nach einem bestimmten Zeitraum noch existieren Hazardrate: Anteil der Betriebe bzw. Unternehmen einer Kohorte, die während einer bestimmten Zeitperiode (z.B. Jahr) stillgelegt werden
- Unternehmensalter und Scheiteranfälligkeit hängen zusammen. Wie heißen die vier Erklärungsansätze/Hypothesen, die dies erklären können? Beschreibe (kurz!) was sie aussagen! Hypothesen zur Erklärung: Liability of Newness > Bezeichnet besondere Anfälligkeit neuer Organisationen für Stillegungen Liability of smallness > Bezeichnet besondere Stillegungsanfälligkeit von kleinen Organisationen (etablierte Firmen und Gründungen) Liability of adolescence > Stilllegungswahrscheinlichkeit von Gründungen nimmt mit dem Alter zunächst zu, erreicht ein Maximum und sinkt dann wieder Liability of aging > Geringere Wettbewerbsfähigkeit älterer Organisationen (=> höhere Scheiterugnsrate)
- Eine Hypothese zum Erklären des Zusammenhangs zwischen höherer Scheiteranfälligkeit und Unternehmensalter/Gründung ist die "Liability of Newness"-Hypothese. Was sagt sie aus? - Liability of Newness : Bezeichnet eine besondere Stilllegungsanfälligkeit neuer Organisationen Ursachen für ein Scheitern: es gelingt nicht die Organisation so zu etablieren, dass sie wettbewerbsfähig / profitabel ist (z.B. Beziehungen zu den Zulieferern) Unterschätzung der Durststrecke bis zur Erzielung erster Gewinne & nicht genügend Ressourcen vorhanden, um diesen Zeitraum zu überleben Gründer kann seine unternehmerischen Fähigkeiten und den Erfolg der Gründung vor der Gründung nur sehr unvollständig einschätzen, er lernt dies erst im Verlauf der Geschäftstätigkeit und gibt sie ggf. auf
- Wie produktiv sind neu gegründete Unternehmen im Vergleich zu etablierten? Welche Maßnahmen können neu gegründete Unternehmen ergreifen? - Neugegründete Unternehmen weisen im Durchschnitt eine unterdurchschnittliche Produktivität auf - es dauert ca. zehn Jahre, bis die überlebenden Gründungen das durchschnittliche Produktivitätsniveau erreicht haben Mögliche Maßnahmen, diese Durststrecke zu überwinden: > niedrige Löhne > Selbstausbeutung
- Eine Hypothese zum Erklären des Zusammenhangs zwischen höherer Scheiteranfälligkeit und Unternehmensalter/Gründung ist die "Liability of Smallness"-Hypothese. Was sagt sie aus? Liability of Smallness: Kleinere Organisationen (sowohl etablierte Firmen als auch Gründungen) sind besonders Stilllegungsanfällig Mögliche Erklärungen: Viele Gründungen treten mit suboptimaler Größe in den Markt ein und müssen versuchen, möglichst schnell die mindestoptimale Größe zu erreichen. Je größer man startet, um so näher ist man der mindestoptimalen Größe. Je mehr man investiert hat, desto höher die sunk cost bei Marktaustritt und um so ernsthafter ist das Bemühen um ein Überleben Mögliche Erklärung in Bezug auf etablierte Unternehmen: kleine Unternehmen haben nur in geringem Umfang Reserven und müssen bei wirtschaftlichen Problemen schließen. Größere Unternehmen können hingegen mit Abbau von Kapazitäten reagieren
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- Oft sagt man, dass große Unternehmen produktiver seien als kleine Unternehmen. Wie sehen die empirischen Befunde dazu aus? - Empirische Untersuchungen können nicht durchgängig eine höhere Produktivität großer Unternehmen Nachweisen > In einigen Untersuchungen haben Kleinunternehmen eine höhere Produktivität > Unterschiede zwischen verschiedenen Größenklassen sind eher gering - Geringere Produktivität kleiner Unternehmen könnte auf einem "Sample-Selection-Bias" beruhen: Unproduktive Unternehmen bauen vorm Marktaustritt Kapazitäten ab. Gruppe der Kleinunetrnehmen umfasst also viele wenig produktive Grenzanbieter
- Eine Hypothese zum Erklären des Zusammenhangs zwischen höherer Scheiteranfälligkeit und Unternehmensalter/Gründung ist die "Liability of Adolescence"-Hypothese. Was sagt sie aus? Liability of Adolescence: Beobachtung: Stilllegungswahrscheinlichkeit von Gründungen nimmt mit dem Alter zunächst zu, erreicht ein Maximum und sinkt dann wieder Mögliche Erklärung: Es dauert eine gewisse Zeit, bis man den Erfolg oder Misserfolg eines Projektes einigermaßen verlässlich abschätezn kann. Ein rational handelnder Gründer wartet daher einige Zeit ab, bis er ein Projekt als hoffnungslos einstuft und aufgibt. - Erst wenn die Startressource "Organisationskapital" aufgebraucht ist, findet die Stilllegung statt (Organisationskapital = Finanzkapital + Vertrauensvorschüsse)
- Eine Hypothese zum Erklären des Zusammenhangs zwischen höherer Scheiteranfälligkeit und Unternehmensalter/Gründung ist die "Liability of Aging"-Hypothese. Was sagt sie aus? Liability of Aging: Geringere Wettbewerbsfähigkeit älterer Organisationen (=> höhere Scheiterungsrate) Dazu gibt es zwei Unterhypothesen: Liability of senescence(=Vergreisung): Scheiteranfälligkeit aufgrund von "Sklerose", d.h. alt-etableirter Routinen, die nicht hinreichend in Frage gestellt werden. Unter Umständen machen immer mehr Routinen die Organisation ineffizient Liability of obsolescence(=Überalterung): Scheiteranfälligkeit aufgrund veralteter Produkte, Verfahrensweisen, Management-Strategien etc.
- Was sind Gazellen-Unternehmen? Gazellen = Relevante Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und schnell wachsen
- Welche Beobachtungen wurden zu den Hazard-Raten der Unternehmen, die in frühen Phasen des Industrie-Lebens-Zyklus gegründet wurden, gemacht? - Hazard-Raten für früh in den Markt eingetretene Unternehmen sind in den frühen wie späten Phasen der Marktentwicklung relativ niedrig ==> Früh gegründeet Unternehmen haben relativ gute Chancen, den "Shake-Out" zu überstehen. Mögliche Erklärung: - Je länger der Verbleib im Markt ist, desto höher ist das marktspezifische Wissen
- Was sind die wesentlichen Ergebnisse, die man zur Entwicklung junger Unternehmen aus der Forschung erhalten hat? Im Durchschnitt ist der Stundenlohn von Selbstständigen geringer als von abhängig Beschäftigten. Nur bei einigen wenigen "Superstars" liegt der Stundenlohn wesentlich darüber Arbeitszufriedenheit von Selbstständigen ist in der Regel deutlich höher als bei abhängig Beschäftigten Gründungen sind während der ersten (ca. 6) Jahre durch eine besonders hohe Scheiteranfälligkeit (Hazard-Rate!) gekennzeichnet (Liability of Newness, of Smallness, of Adolescence). Nur knapp die Hälfte aller Gründungen wird älter als sechs Jahre Die Anzahl der Beschäftigten sinkt in einer Gründungskohorte nach einigen Jahren unter das Ausgangsniveau Inwieweit eine allg. Liability of Aging (Liability of Obsolescence, Liabilty of Senescence) besteht, ist bisher ungeklärt Gründungen sind durch eine relativ geringe Produktivität gekennzeichnet. Im Durchschnitt erreichen sie erst nach ca. zehn Jahren das Produktivitätsniveau der Etablierten Der Großteil der überlebenden Gründungen bleibt klein. Nach einigen Jahren ist ein hoher Anteil der Arbeitsplätze in einer Gründungskohorte in einigen wenigen Unternehmen konzentriert Hinsichtlich der Überlebenswahrscheinlichkeit bestehen wesentliche Unterschiede nach Merkmalen der Gründung, regionalem Umfeld, Marktumfeld und Marktphase Gründungen in einer frühen Marktphase haben eine relativ hohe Überlebenswahrscheinlichkeit
- Welche Indikatoren kann man zur Beurteilung des Erfolgs von Unternehmensgründungen verwenden? Welche Probleme gibt es bei denen? Überleben über einen bestimmten Zeitraum Wachstumsraten über einen bestimmten Zeitraum [Problem des Basiseffekts ==> große Basis macht großes Wachstum unwahrscheinlich et vice versa] Beschäftigtenzahl, Wertschöpfung oder Umsatz nach einem bestimmten Zeitraum [Problem der Branchenspezifischen Gegebenheiten] Marktanteil nach einem bestimmten Zeitraum [Problem der Abgrenzung des relativen Marktes] Gewinn (Eigenkapitalverzinsuns) über einen bestimmten Zeitraum [Informationsproblem ==> man bekommt keine] Probleme der Indikatoren 2,3 und 4: Maße inadäquat, wenn viele Gründer klein bleiben wollen
- Was fand die Münchner Gründstudie in einem Vergleich der Erfolgsmaße "Überleben", "Beschäftigtenzuwachs" und "Umsatzzuwachs" heraus? - Indikatore bilden z.T. recht unterschiedliche Aspekte ab, sind aber positiv miteinander korreliert - Überleben als einfacher Erfolgsindikator ist nicht grundsätzlich schlechter für eine Analyse geeignet als alternative Maße! ==> Etwas grob, aber leicht verfügbar
- Was ist ein Survivor-Bias bei der Methodik der Erfolgsfaktorenanalyse? Wozu führt er? Wie könnte er vermieden werden? - Survivor-Bias: Bei Beschränkung auf überlebende Gründungen bleiben die stillgelegten Gründungen unberücksichtigt. => Stichproben-Verzerrung, da relativ erfolgreiche Gründungen überrepräsentiert sind - Survivor-Bias führt zu einer Verfälschung der Ergebnisse ==> Vermeidung des Survivor-Bias durch Einbeziehung stillgelegter Gründungen==> Evtl. Anwendung statistischer Korrektur-Verfahren möglich ==> man braucht eigentlich Kohorten von Gründern, bei denen man untersucht, welche Gründungen gescheitert sind
- Was ist ein Omitted-Variable-Bias in der Erfolgsfaktoren-Analyse? Wie kann er vermieden werden? Omitted-Variable-Bias: Einfache bivariate Zusammenhänge zwischen Gründungserfolg und einzelnen Variablen sind wenig aussagefähig (oberflächlich und untauglich) ==> Multivariate Analysen, die für die Effekte von Qualifikation, Höhe der Eigenmittel und weitere Faktoren kontrollieren, sind angebracht, damit keine Variablen ausgelassen (omitted!) werden
- Was ist eine Referenzquelle für eine umfassende Analyse der Erfolgsfaktoren von Gründungen? Wie umging sie den Survivor-Bias - Münchner Gründerstudie (die Referenzquelle) - Stillgelegte Gründungen sind mit einbezogen (> Kein Survivor-Bias) - Geschichtete Stichprobe zur hinreichenden Berücksichtigung von > gescheiterten Gründungen > Gründungen im Kleingewerbe > Gründungen im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe Nachfolgestudie: Leipziger Gründerstudie
- Nenne allgemeine Hypothesen zum Erfolg von Gründungen (Resource based view; Market based view) Resource based view: Die einem Unternehmen zur Verfügung stehenden Ressourcen und Fähigkeiten (capabilities) sind entscheidend für den Erfolg. => Fokus der Betrachtung: Unternehmensebene (interne Faktoren) Market based view: Die Verhältnisse auf dem Markt (z.B. Entwicklung der Nachfrage) entscheiden über den Erfolg von Unternehmen. => Fokus der Betrachtung: Markt Empirische Beobachtung: Es finden sich so gut wie in jedem Markt erfolgreiche und scheiternde Unternehmen. ==> Marktentwicklung stellt also nur eine von vielen Erfolgsdeterminanten dar. Von großer Bedeutung ist offenbar der richtige Match zwischen Ressourcen und Marktgegebenheiten. (Also Kombination von RBV und MBV)
- Nenne mögliche Determinanten des Gründungserfolgs, und zwar Faktoren die auf die Person des Gründers bezogen sind. [+/-]==> Richtung des Zusammenhangs Auf die Person des Gründers bezogene Faktoren: Qualifikation des Gründers: Niveau des höchsten Ausbildungsabschlusses [+]; fachspezifische Ausbildung [+]; Vielfalt der Kenntnisse ("Jack of all Trades" Hypothese) [+]; Kenntnisse im Bereich der Betriebswirtschaft/Management [+] Berufserfahrung: Allgemein [+]; in der betreffenden Branche [+]; in Kleinbetrieben [+]; in der Unternehmensführung [+]; vorher schon selbstständig tätig gewesen (serial entrepreneur) [+] Beschäftigungsstatus vor der Gründung: Arbeitslos bzw. von Arbeitslosigkeit bedroht / in sicherem Beschäftigungsverhältnis [-] Einstellungen/Motivation: Unternehmerisch [+]; Tatendrang/expansiv [+]; erfolgsorientiert [+] Verfügbares Kapital: Höhe des Eigenkapitals [+] Einbindung in Unterstützungsnetzwerke [+]
- Welche Rolle spielen schulische und berufliche Bildung des Gründers als Merkmal für den Gründungserfolg? - Schulische und berufliche Bildung sind eine Schlüsselgröße (haben den höchsten Einfluss) - Bildung führt direkt zu höherer Produktivität und impliziert Gründugnen mit solchen Startcharkteristika, die a priori relativ gute Erfolgschancen aufweisen
- Welche empirische Evidenz zur Relevanz von Merkmalen der Person des Gründers für den Gründungserfolg gibt es? - Jack of all Trades-Hypothese und Gründungserfolg = unklar - Branchenerfahrung des Gründers ist von großer Bedeutung für den Erfolg der Gründung (=> Spin-Off-Gründungen) - Unterstützungleistungen aus dem sozialen Netzwerk des Gründers sind für den Erfolg förderlich. Insbesondere "strong ties" (Lebenspartner, Verwandte, enge Freunde) - Frauen als Gründerinnen weisen im Durchschnitt eine geringere humankapitalausstattung auf als Männer und tendieren zur gründung von Betrieben mit relativ schlechten Startcharkteristika. Kontrolliert man für unterschiedliche Startvoraussetzungen, dann sind Frauenbetriebe genauso überlebensfähig wie Männerbetriebe. - Auch Gründungen von Arbeitslosen weisen keine geringere Überlebenswahrscheinlichkeit auf, wenn man für im Durchschnitt geringere Humankapitalausstattung und schlechtere betriebliche Startcharakteristika kontrolliert
- Nenne mögliche Determinanten des Gründungserfolgs, und zwar Faktoren die auf Betriebliche Charakteristika bezogen sind! [+/-] ==> Richtung des Zusammenhangs Betriebliche Charakteristika: Gründungsart: Einzelgründung [-] oder Teamgründung [+] Gründungsform: Ausgründung (spin off) [+] Größe der Gründung: z.B. Anzahl der Beschäftigten zu Beginn der Geschäftstätigkeit [+]; Höhe des investierten Kapitals [+]; Ausmaß irreversibler Aufwendungen [+] Art und Umfang externer Beteiligung: Hereinnahmen von Fremdkapital [+]; von zusätzlichen Gesellschaftern [+]; Einbindung in eine größere Organisation [+] Ausmaß der betriebswirtschaftlichen Rationalität: Existenz [+] und Qualität [+] eines Business Plans; Wahrnehmung von Beratungsangeboten [+] (Qualität der Beratungsangebote ist wichtig!) Frühzeitige Entwicklung einer Marketingstrategie [+]. Bei Gründungen mit innovativem Produktprogramm Abnehmerorientierung der FuE [+] Kooperation (z.B. im Bereich FuE, im Vertrieb) mit anderen Unternehmen [+] Innovation des Angebots [+/-] Zusammensetzung des Angebots. Synergismen zwischen den Teilbereichen [+] Marktvolumen [+]; Exportorientierung [+] Existenz von Schutzrechten (z.B. Patente) [+] Flexibilität der Anlagen [+]
- Nennen Sie empirische Evidenz zur Bedeutung betrieblicher Charakteristika für den Gründungserfolg! Empirische Evidenz für Bedeutung betrieblicher Charakteristika für den Gründungserfolg: Startgröße einer Gründung hat einen dominierenden Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit Teamgründungen sind tendenziell erfolgreicher als einzelgründungen (Erklärungen: Teamgründungen sind größer; in Teamgründungen sind die verfügbaren Qualifikationen vielfältiger) Externe Beteiligung erweitert das Potenzial an verfügbaren Ressourcen und erhöht tendenziell die Überlebenswahrscheinlichkeit Zusammenhang zwischen Innovativität der Gründung und Erfolg nicht ganz eindeutig > zwar höhere Wachstumsaussichten > aber: höhere Scheiterwahrscheinlichkeit, da Angebot auf Märkten mit hoher Innovationsdynamik relativ risikoreich ist > In Dtl. Höhere Überlebenswahrscheinlichkeit und stärkeres Wachstum innovativer Gründungen Bei Erfolg einer innovativen Gründungen können u.U. relativ hohe Gewinne erzielt werden (=> Gazellen) Gründliche Vorbereitung und Planung der Gründung wirkt sich günstig auf deren Erfolg aus. Der Effekt ist aber in der Regel nicht sehr stark ausgeprägt Marketing und kundenorientierte Produktentwicklung erhöhen den Gründungserfolg
- Nenne mögliche Determinanten des Gründungserfolgs, und zwar Faktoren die sich auf den Standort und das regionale Umfeld beziehen! Standortfaktoren und regionales Umfeld: Räumliche Nähe zu Abnehmern bzw. Zulieferern [+] Räumlicher Nähe zu anderern Betrieben der Branche [+/-] In Regionenen mit hoher Gründungsrate [+/-] Verfügbarkeit von Fläche [+] und Arbeitskräften [+] Räumliche Nähe zu Finanzierungseinrichtungen [+] und staatlichen Förderungsinstitutionen [+] In einem Gründer- bzw. Technologiezentrum [+] Region mit hohem Wohlstandsniveau [+]; expandierende regionale Nachfrage [+] Verdichtungsgebiet / ländlicher Raum
- Welche empirische Evidenz zur Relevanz zur Bedeutung von Standortgegebenheiten für den Gründungserfolg gibt es? - Anzahl der Gründungen in der betreffenden Region steht in einem negativen Zusammenhang mit der Überlebenswahrscheinlichkeit. (Viele Gründungen --> Geringe Überlebenswahrscheinlichkeit) > Mögliche Erklärungen: Markt ist relativ dicht besetzt ==> hohe Intensität der Konkurrenz auf Input- und auf Output-Märkten ==> relativ hohe Qualität der überlebenden Gründungen ? - Räumliche Nähe zu Abnehmern bzw. Zuliefern ist in der Regel positiv aber nicht besonders entscheidend für den Erfolg (auch von der Branche abhängig) - Standort in einem Innovations- und Gründerzäntrum kann (!) einen positiven Effekt haben - Umfeldbedingungen zum Zeitpunkt der Gründung sind in der Regel von größerer Bedeutung für den Erfolg einer Gründung als die Verhältnisse in der Zeit danach
- Welche empirische Evidenz zur Bedeutung von Branchencharakteristika und gesamtwirtschaftlichem Umfeld für den Gründungserfolg gibt es? - hohe mindestoptimale Größe und hohe Kapitalintensität erschweren das Etablieren auf dem Markt ==> hohe Stilllegungswahrscheinlichkeit - Hohe Marktdichte und leichte Bestreitbarkeit (=intensiver Wettbewerb) begrenzen den Unternehmenserfolg) - Hohe Innovationsdynamik bzw. entrepreneurhaftes Regime bieten besondere Chancen und Risiken - Etablierung auf internationalen Märkten besonders schwierig aber auch besonders aussichtsreich