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Wirtschaftswissenschaften (Fach) / Entrepreneurship I Einführung (Lektion)
Entrepreneurship bei Fritsch
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- Nenne mögliche Determinanten des Gründungserfolgs, und zwar Faktoren die auf die Branchencharakteristika und das gesamtwirtschaftliche Umfeld bezogen sind. Determinanten: Mindestoptimale Betriebsgröße [+/-] Kapitalintensität [+/-] Marktdichte [-] Bestreitbarkeit des Marktes [-] Anbieter- bzw. Nachfragekonzetnration [+/-] Innovationsdynamik [+/-] Entrepreneurhaftes [+/-] vs. routinisiertes [-] technologisches Regime Internationalität des Marktes [+/-] Expandierende [+] vs. schrumpfende [-] Nachfrage
- Was sind Gazellen? Was für Eigenschaften haben sie? Welche Fragen stellen sich aus der Beobachtung von Gazellen für Politik und Wissenschaft? Beobachtung: ca 2-3% der Unternehmen wachsen sehr stark und übertreffen mit der Anzahl neuer Arbeitsplätze die Netto-Arbeitsplatzentwicklung der restlichen Wirtscchaft; insbes. in Zeiten eines Aufschwungs Eigenschaften von Gazellen: Sowohl große wie auch kleine Unternehmen oft junge Unternehmen, aber auch alte Unternehmen Kleine und junge Gazellen wachsen stärker organisch während starkes Wachstum großer Unternehmen häufiger mit Übernahmen verbunden ist Anteil der Gazellen ist in High-tech-Industrien nicht besonders hoch. Gazellen v.a. auch im Dienstleistungssektor präsent sind nicht auf bestimmte Regionstypen konzentriert Überhitzungsprobleme durch starkes Wachstum / stark ausgeprägte Wachstumsengpässe Starkes Wachstum bleibt in der Regel einmalig, d.h. es setzt sich in späteren Perioden nicht fort Frage für die Wirtschaftspolitik: Sollte die Wirtschaftspolitik im Sinne einer "Pick the Winner"-Strategie Gazellen besonders unterstützen? Frage für die Wissenschaft: Wie können Gazellen im Frühstadium erkannt werden? Wie kann man die Entstehung von Gazellen stimulieren ("Make more Winners"-Strategie)?
- Nennen sie kurz die wesentlichen Erfolgsfaktoren von Gründungen! Förderliche Erfolgsfaktoren für Gründungen Qualifikation des Gründers Größe der Gründung Kundenorientierung Prosperierende Nachfrage Geringe mindestoptimale Größe Zwiespältliche Erfolgsfaktoren für Gründungen (Empirische Ergebnisse zwispältig) Innovativität Anzahl der Unternehmer bzw. Gründungen am Standort
- Was ist die Birch-Studie? (Wie sieht der Ansatz aus, welche Aussagen trifft sie, was folgt aus ihr?) Birch Studie von David birch: Untersuchungsansatz: Kohorten-Analyse der Entwicklung auf der Mikro-Ebene von Betrieben bzw. Unternehmen mit umfassenden Daten für die USA Wesentliche Aussagen: Großunternehmen haben während der 70er Jahre in den USA massiv Beschäftigung abgebaut Kleinunternehmen haben in den USA während der gleichen Zeit massiv Arbeitsplätze geschaffen Besonders groß war der Arbeitsplatzzuwachs durch neue Betriebe und im Dienstleistungssektor Folgen der Birch Studie: Diverse empirische Analysen zur Entwicklung kleiner und großer Unternehmen, insbes. zum Beitrag von Gründungen zur Beschäftigungsentwicklung Als Voraussetzung: Erarbeitung von Datenbasen für solche analysen (diese Daten gab es nicht) Stärkere Berücksichtigung von Kleinunternehmen, insbes. von Gründungen durch die Politik Stärkere Impulse für die Entrepreneurship-Forschung
- Das Gründungsgeschehen hat positive Wirkungen bzw. gesamtwirtschaftliche Vorteile, obwohl die, durch die Gründung geschaffenen, neuen Kapazitäten alte Kapazitäten verdrängen. Grund dafür sind sog. Angebotseffekte. Nenne sie! Angebotseffekte: Sicherstellung von Effizienz durch Bestreiten etablierter Marktstellungen Beschleunigung des Strukturwandels durch Veränderung ineffizienter Anbieter und durch Innovationen (J.A. Schumpeter: "kreative Zerstörung") Durchsetzung von Innovationen > Viele radikale Innovationen werden von neuen Unternehmen eingeführt > Gründungen stellen ein wichtiges Medium für die Umsetzung vorhandenen wissens in kommerziell nutzbare Innovationen dar (z.B. Spin-Offs) Erhöhte Vielfalt: Besserer Match von Produkten. Eröffnung neuer Möglichkeiten der Arbeitsteilung
- Welche Auswirkungen haben Gründungen und Turbulenz (=Marktzutritte+Marktaustritte) auf die Branchenentwicklung? - Die Höhe der Gründungs- und Turbulenzrate hat einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Arbeitsproduktivität in der betreffenden Branche - Dieser Effekt stellt sich häufig erst mit einem Time-Lag von mehreren Jahren ein! - Effekt von Gründungen / Turbulenz auf die Entwicklung von Beschäftigung und Wertschöpfung einer Branche wird vom Lebenszyklus der Branche überlagert und ist daher schwer zu identifizieren. ==> Regionale Analyse ist besser geeignet,w enn man die Effekte identifizieren will
- Welche empirischen Befunde gibt es zum Einfluss von Gründungen auf die regionale Beschäftigungsentwicklung? Es gibt deutliche Hinweise auf Time-Lags von bis zu zehn Jahren für die Wirkungen von Gründungen auf die regionale Beschäftigung in Deutschland Der Verlauf der Effekte über die Zeit weist eine wellenförmige Lag-Struktur auf, die sich übe reinen Zeitraum von ca. zehn Jahren erstreckt Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen Regionen und Arten von Gründungen hinsichtlich der Intensität der Effekte. Der Gesamteffekt von Gründungen auf die regionale Entwicklung kann auch negativ sein
- Was sind "Time-Lags" wenn man den Zusamemnhang zwischen Gründungen und regionaler Beschäftigungsentwicklung betrachten will? - Zeitverzögerung in der Wirkung der Gründung auf die Beschäftigungsentwicklung - es gibt drei Phasen: Neue Kapazitäten (0-1.Jahr) Verdrängugnseffekte (1.-5. Jahr) Angebotseffekte (ab 5. Jahr) Angebotseffekte finden also erst bei etablierten Unternehmen statt, nicht bei neugegründeten!
- Es gibt regionale Unterschiede in den Beschäftigungseffekten von Gründungen, was sind die Ergebnisse der empirischen Forschung? Der marginale Effekt der Gründungen nimmt mit der Höhe der Gründungsrate ab ==> abnehmende Grenzerträge von Entrepreneurship - Der Angebotseffekt und der Gesamteffekt ist in Verdichtungsgebieten deutlich stärker ausgeprägt als in dünn besiedelten und ländlichen Regionen Was erklärt die stärkeren Effekte in Verdichtungsgebieten? > Besseres Angebot an Inputs? > Höhere Wettbewerbsintensitätauf Input-/Outputmärkten? > Höhere Intensität von Wissensspillovern
- Eine Hypothese zur Qualität der Gründungen ist, dass je intensiver die Herausforderung der Etablierten durch die Gründungen ist, desto stärker sind die indirekten Effekte, insbesondere der Angebotseffekt. Welche (empirischen) Belege gibt es bisher Bisherige Belege: Größere Gründungen haben einen stärkeren Effekt (z.B. Gründungen im Industriesektor im Vergleich zu Dienstleistungen) Der Effekt von Gründungen mit einer gewissen Überlebensdauer ist stärker als der Effekt kurzlebiger Gründungen Einige Untersuchungen zeigen einen stärkeren Effekt von Gründungen in innovativen Branchen Analysen von GEM-Daten deuten auf einen relativ starken Effekt von "ambitious" und "grow oriented entrepreneurship" hin
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- Was sind die Charakteristika regionaler Wachstumsregime? Nennen Sie sie auch! (Beschäftigungsentwicklung x Gründungsrate) Gründungsrate niedrig, Beschäftigungsentwicklung hoch: Wachstum resultiert aus einer stabilen Unternehmensstruktur und der Entwicklung etablierter Unternehmen Routinized Regime Gründungsrate hoch, Beschäftigungsentwicklung hoch: Wachstum ist Ergebnis vieler Gründungen und einer turbulenten Unternehmenssturktur Entrepreneurial Regime Gründungsrate niedrig, Beschäftigungsentwicklung niedrig: Die Effekte der geringen Gründungsaktivitäten kompensieren nicht die Schrumpfung etablierter Firmen Downsizing Regime Gründungsrate hoch, Beschäftigungsentwicklung niedrig: Hohe Gründungsraten, aber die Newomer sind von relativ geringer Qualität und induzieren kaum Wachstum Revolving door
- Wie sind die Typischen Übergänge zwischen den Wachstumsregimen (Downsizing Regime, Revolving Door Regime, Entrepreneurial Regime, Routinized Regime)? - erstens legen Beobachtungen nahe, dass verschiedene Typen von Wachstumsregimen existieren, es werden typische Übergänge zwischen ihnen beobachtet Downsizing Regime==> Anstieg der Gründungsrate Revolving Door Entrepreneurial Regime==> Bei Absinken der Gründungsrate dann: Routinized Regime==> Downsizing Regime
- Welche Schlussfolgerungen kann man aus den verschiedenen Wachstumsregimen (downsizing regime, revolving door regime, entrepreneurial regime, routinized regime) und der regionalen Verteilung dieser ziehen? Schlussfolgerungen: Regionen benötigen in der Regel eine gewisse Zeit um die Impulse von Gründungen in Wachstum umzusetzen. ==> Der regionale Kontext spielt eine wesentliche Rolle. Neue Unternehmen scheinen eine Art "Saat" für zukünfitge Entwicklung zu sein"==> Ungeachtet der Unterschiede zwischen den verschiedenen Typen von Wachstumsregimen wäre einer wachstumsorientierten Politik die Stimulierung von Gründungen zu empfehlen.
- Fasse die wesentlichen Ergebnisse zu den Wachstumseffekten von Gründungen zusammen! Gründungen können langfristig einen signifikant positiven Effekt auf die Arbeitsplatzentwicklung haben. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und stimulierten Wachstum Der Positive Effekt des Gründungsgeschehens wird erst mit einer erhelbichen Zeitverzögerung von ca. 6 Jahren erkennbar. Über einen Zeitraum von 6 Jahren können Gründungsaktivitäten zu Arbeitsplatzabbau führen! Entscheidend für die positiven Angebotseffekte ist die Stimulierung des Wettbewerbs durch Newcomer. Die Angebotseffekte des Gründungsgeschehens sind vong rößerer Bedeutung als die direkten Beschäftigungseffekte! Voraussetzung für das Entstehen von indirekten Angebotseffektn ist die Funktionsfähigkeit des Marktmechanismus im Sinne eines "Survival of the fittest". Gründungsförderung sollte daher jede Wettbewerbsverzerrung möglichst vermeiden. => Keine Förderung nach erfolgter Gründung! Je höher die Qualität der Gründungen (z.B. Größe, Survival, Innovativität) und damit die Herausforderung der Etablierten, desto stärker der positive Beschäftigungseffekt. ==> Gründungsfinanzierung sollte sich auf Gründungen mit hoher Qualität konzentrieren Die Ausprägung der Effekte ist in verschiedenen Regionstypen unterschiedlich. => Das regionale Umfeld spielt eine wesentliche Rolle.
- Was sind mögliche Ziele der Gründungsförderung? Ziele der Gründungsförderung: Förderung von Wachstum und Wohlstand (!) Stärkung der Innovationstätigkeit über die Förderung der Anwendung neuen Wissens durch Ausgründung aus Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen ==> Wachstum und Wohlstand Förderung von Unternehmertum als Erwerbsform. ==> Freiheit ==> Wohlstand Förderung des Wettbewerbs durch Stimulierung von Marktzutritten => Wettbewerb ==> Wachstum und Wohlstand Förderung von Diversifikation (in bestimmten Regionen) und Strukturwandel ==> Verminderung regionaler Krisenanfälligkeit ==> Wachstum und Wohlstand Allgemein: Eine stärker entrepreneurhafte Gesellschaft, weil hiervon positive Wachstumswirkungen erwartet werden.
- Warum muss Gründungsförderung langfristig angelegt sein? Gründungsförderung muss langfristig angelegt sein, da das Niveau regionaler Gründungsaktivitäten ein hohes Maß an Persistenz aufweist. Veränderungen kommen nur über längere Zeiträume zustande die wesentlichen positiven Wirkungen erst mittel- und längerfristig auftreten Entrepreneurship ist eine dauerhafte regionale Ressource. Gründungsförderung ist als Investition in diese Ressource anzusehen!
- Was ist das EU Green Paper "Entrepreneurship in Europe"? Was sind die Hauptinhaltspunkte? Green Paper Entrepreneurship in Europa: Es ist eine Verlautbarung der Europäischen Kommission, die versucht, eine Diskussion anzustacheln. Inhalt: Bedeutung von Entrepreneurship Entrepreneurship trägt zu Wachstum und zur Entstehung neuer Arbeitsplätze frei Entrepreneurship ist wesentlich zur Erhaltung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Entrepreneurship ist ein Weg zur Entfaltung persönlicher Potentiale (Freiheitsziel) Instrumente zur Direkten Förderung von Gründungen Verringerung der Eintrittsbarrieren (z.B. Errichtung von One-Stop-Shops für Firmengründer) Überprüfung von Regulierungen, die für Risiken und Anreize einer Unternehmensgründung verbunden sind (Insolvenz-Recht, Kosten des Entrepreneurship) Stimulierung von unternehmerischen Einstellungen und Fähigkeiten (z.B. in Schulen) Entrepreneurship für alle Gesellschaftsschichten möglich machen Instrumente zur Stimulierung des Wachstums von Unternehmen Veränderung des regulatorischen Rahmens Besteuerung Zugang zu qualifizierte Arbeitskräften Zugang zu Finanzierung Unterstützugn für Firmen bei der Erschließung von Wissen und internationalen Märkten Intrapreneurship und Corporate Venturing Schaffung einer Entrepreneurial Society Stimulierung von stärker positiven Einstellunegn zu Entrepreneurship in der Bevölkerung Aufzeigen der möglichen Rolle von Entrepreneurship beim Erreichen sozialer Ziele
- Was sind mögliche Begründungen für Gründungsförderung mit Marktversagen? Mögliche Begründungen Erzeugung positiver externer Effekte Förderung positiver externer Effekte, die mit der Verwertung von Wissen durch innovative Gründugen verbunden sind ==> Wachstumsförderung Förderung der Generierung von Wissen über die Tragfähigkeit von Geschäftsideen durch Gründungen Förderung der Erzeugung von Peer-Effekten durch Gründungen Unteilbarkeiten und Marktmacht Hilfe bei der Überwindung von Markt-Eintritts-Barrieren (z.B. mindestoptimale Unternehmensgröße, Marktmacht etablierter Anbieter) und Stimulierung des Wettbewerbs Asymmetrische Informationen Überwindung von Kredit-Rationierung der Kreditinstitute (Marktversagen) Kompensation für Versagen von VC-Märkten, insbes. bei der Seed-Finanzierung Kompensation für unzureichende Funktionsweise der Märkte für wissen (z.B. Gründungsberatung und Coaching) Unsicherheit Hilfe beim Umgang mit der allgemeinen Unsicherheit über unternehmerischen Erfolg ("Risikoscheu") Speziell im Falle innovativer Gründungen: Hilfe beim Abbau der Unsicherheit über den Erfolg von FuE-Projekten (Risikoscheu)
- Welche Ansatzpunkte für Gründungsförderung gibt es? Allgemein: Gründungsgeschehen steht in Zusammenhang mit Innovationsprozessen und somit auch mit Innovationspolitik. Zwei Arten von Maßnahmen: Förderung von Gründungsneigung und -fähigkeit (enabling policies). Wirkt vorwiegend indirekt. Keine Gefahr einer Verzerrung der Marktallokation (Also Förderung vor der eigentlichen Gründung!) Förderung der Gründung an sich (supporting policies). Gefahr der Stimulierung schlechter Gründungen und einer Verzerrung der Marktallokation. (Unterstützung von vorhandenen Gründungen)
- Wie kann man Gründungsneigung und -fähigkeit fördern? (enabling policies) Förderung von Gründungsneigung: Schaffung von Entrepreneurial Opportunities durch: Gründungsfreundliche institutionelle Rahmenbedingungen z.B.: Verringerung der rechtlich-administrativen Hürden bzw. Marktzutrittsschranken für eine Gründung Gründungsfreundliche Regulierung des Marktaustritts (Insolvenzrecht) Gründungsfreundliche Gestaltung von Arbeitsverträgen (Covenants to Compete, Nebentätigkeitsverodnung) Stimulierung der Entstehung von Entrepreneurial Opportunities (z.B. durch FuE-Förderung) Verbreitung von Informationen über chancen und Risiken von Selbstständigkeit. Z.B.: Qualifikation und Beratung für (potenzielle) Gründer. Vermittlung von Kenntnissen über wirtschaftliche Zusammenhänge in der Gesellschaft (z.B. in der Schule, über die Medien) Vermittlung von Entrepreneurship-Fähigkeiten in Schule und Studium Hilfe bei der Überwindung bestehender Marktschranken (z.B: Meister-BAFöG für Handwerker) Initiierung von Gründungen, etwa über Business Plan-Wettbewerbe Schaffung einer unternehmerfreundlichen Atmosphäre, insbesondere einer positiven Einstellung der Bevölkerung zu Entrepreneurship
- Wie kann man die Gründung an sich fördern? (Also supporting Policies) Förderung der Gründung an sich: Hilfe bei der Beschaffung von Kapital: Überwindung von Kreditrationierung privater Kapitalgeber Subventionierung der Fremdkapitalkosten Hilfe bei der Beschaffung von Geschäftsräumen/ Produktionsfläche Bereitstellung geeigneter Flächen Subventionierung der Kosten Unterstützung der Geschäftstätigkeit nach der Gründung
- Was sind mögliche Problem der Gründungsförderung? Kann Förderung mitschuldig sein am Scheitern von Gründungen? ==> Wie geht die Gesellschaft mit gescheiterten Gründern um? Crowding-Out-Effekte der Gründung Mitnahmeeffekte der Förderung Verzerrung der Marktallokation durch Unterstützung von Gründungen (supportive policy)
- Was sind die Merkmale innovativer Gründungen? Merkmale innovativer Gründungen: Gründungen mit innovativer Idee. In der Regel noch kein ausgereiftes Produkt ==> Erheblicher Finanzierungsbedarf. Kreditfinanzierung kommt kaum in Frage. ==> Beteiligungsfinanzierung (VC). Problem: Private VC-Geber sind in der frühen Entwicklungsphase (Seed-Phase) sehr zurückhaltend. ==> Marktversagen im Finanzierungsbereich. Bedarf an intensiver, häufig auch technologischer Beratung (Coaching) um die Gründungen VC-reif zu machen Der ganz überwiegende Teil der Gründer hat einen Hochschulabschluss. ==> Bedeutung der Hochschulen als Inkubator. ABER: Gründung erfolgt in der Regel nach längerer Zeit der Berufstätigkeit, wenn der Kontakt zur Hochschule im Zweifel schon abgerissen ist
- Was sind Ansatzpunkte zur Förderung innovativer Gründungen? Ansatzpunkte zur Förderung innovativer Gründungen Schulbildung: Vermittlung von Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge, insbesondere Förderung eines realistischen Unternehmerbildes; Förderung unternehmerischer Fähigkeiten Hochschulbildung: Erzeugung einer unternehmerfreundlichen Atmosphäre ("Entrepreneurial University"); Sensibilisierung für Unternehmertum; Vermittlung von unternehmerischer Fähigkeiten; Coaching von Gründungen Schaffung eines Netzwerkes zur Unterstützung von innovativen Gründungen mit den Elementen: Coaching Pool, Zertifizierung von Coaches Angebot von Seed-Kapital Mehrstufige Business-Plan-Wettbewerbe speziell für innovative Gründungen (Problem: sind zahlenmäßig sehr gering // mehrstufig, daher, dass sie über den gesamten Gründungsprozess betreut werden) Angebote öffentlicher Forschungseinrichtungen zur F&E Kooperation Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen Schaffung einer unternehmerfreundlichen Gründungskultur vor Ort Steigerung des Niveaus der anwendungsorientierten Forschung → Förderung von innovativen Gründungen ist eine breite, gesellschaftspolitische Aufgabe!
- Die High-tech Gründerfonds sind staatliche Hilfen zur Unterstützung der Finanzierung innovativer Gründungen in der Seed-Phase. Was genau sind die High-tech Gründerfonds? High-tech Gründerfonds: Public-Private-Partnership zwischen Bundeswirtschaftsminsiterium, KfW und großen deutschen Unternehmen Darlehen und Coaching Maximal 500T€ in der Seed-Phase (bis zu 7 Jahre Laufzeit, Zinszahlungen ach 7 Jahren; Beteiligung = 15% der Gesellschafteranteile als Sicherheit). Bis zu 1,5 Mio € pro Unternehmen als Anschlussfinanzierung möglich. Beteiligung privater Kaitalgeber erwünscht Derzeit werden ca. 250 Gründungen unterstützt Ergänzend dazu gibt es Programme auf Länderebene. (In Thüringen: Private Equity Fonds PET-Fonds; Aber: die fördern im Prinzip nicht mehr, da "alles investiert" ist.)
- Wofür steht SBIR, was ist es? SBIR = (S)mall (B)usiness (I)nnovation (R)esearch - 3-Phasiges Entrepreneurship Förderprogramm aus den USA - wichtigstes Förderprogramm, läuft seit über 30 Jahren- erstes Programm, das innovative Gründungen Fördern soll- gilt als großer ErfolgPhase 1 dauert maximal 1 Jahr Konzept: Ideen bis zur Präsentationsreife entwickeln Antragsberechtigt: :Gründer & kleine, junge Unternehmen Antrag maximal 20 Seiten am Ende der Phase: Berichterstattung Phase 2 Dauer: 2 Jahre man muss das letter of commitment eines VC-Gebers bekommen (=> Verpflichtung dazu, später in das Unternehmen zu finanzierung) > Entwicklung muss also marktorientiert sein Phase 3 Private Finanzierung (Staat ist raus) Problem: Zwischen Phase 1 und 2 kann eine finanzielle Lücke, ein Loch sein
- Was ist das EXIST-Programm? Was sind seine Ziele? Wie ist sein Ablauf? EXIST-Programm: Förderungsprogramm zur Förderung von Gründungen direkt aus Hochschulen: Ziele: Entwicklung einer Entrepreneurship-Kultur an Hochschulen. Herantragen des Gründungsgedankens an Hochschulangehörige, insbesondere an Studenten. Verankerung von Entrepreneurship in der Lehre Initiierung von Gründungen Öffnung von Netzwerken für Gründungen Unterstützung bei der Entwicklung von Unternehmenskonzepten Coaching von Gründungen im Rahmen von Netzwerken Deutliche Steigerung der Anzahl innovativer Unternehmensbründungen und damit Schaffung neuer und gesicherter Arbeitsplätze Ablauf: Ende 1997: Ausschreibung eines Wettbewerbs durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung Aufgabe: Regionales Gründungsförderungs-Netzwerk bestehend aus mindestens drei Akteuren, davon mindestens eine Hochschule 109 Konzepte eingereicht. Eine Jury wählte 12 Konzepte für eine weitere Ausarbeitung aus. Schließlich wurden fünf Konzepte für die endgültige Förderung ausgewählt 2000: Programm EXIST-SEED. Studierende, Absolventen und Wissenschaftler der fünf Exist Regionen erhalten für maximal ein Jahr Unterstützung für die Entwicklung eines Business-Plans. Ausweitung des Programms auf das gesamte Bundesgebiet im Jahr 2005. 2002: Programm EXIST-Transfer (EXIST II): Weitere Ausschreibung einer Förderung von regionalen Gründungsförderung-Netzwerken im Jahr 2002. Auswahl von zehn Netzwerken aus 20 Bewerbungen. Konzept: Übertragung der Erfahrungen im EXIST-Programm auf weitere Regionen. Förderung mit jeweils maximal 1 Mio Euro pro Region für drei Jahre. 2002: Programm EXIST-Partner. Weitere Regionen können in das Programm aufgenommen werden, sofern sie die Fördervoraussetzungen erfüllen 2006: EXIST III: Ausweitung des Programms auf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Ziel ist insbes. Lücken im Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebot zu schließen 2011-2016: EXIST IV: Wettbewerb "Die Gründerhochschule" zur Förderung von Hochschulen mit dem Ziel der Gründungsprofilierung (Exzellenzansatz) Bisherige Erfahrungen: Erzeugt keine Gründungswelle, d.h. Anzahl innovativer Gründungen bleibt gering Studenten sind als Zielgruppe für Unterstützung von konkreten Gründungsprojekten nur sehr beschränkt geeignet, da sie noch zu wenig in die Forschung integriert sind. Aber: Frühzeitiges Herantragen des Gründungsgedankens an potenzielle Gründer wahrscheinlich sehr wichtig. Der überwiegende Teil der akademischen Gründungen findet nach einer PHase der Berufserfahrung in etablierten Unternehmen nach dem Studium statt. Werden durch EXIST-Unterstützung im Zweifel nicht erfasst Langfristige Wirkungen auf die regionale Gründerkultur unbekannt und schwer zu quantifizieren
- Was sind Technologie- und Gründerzentren? Was sind potenzielle Vorteile eines Unternehmensstandorts in einem Innovations- und Gründerzentrum? Technologie- und Gründerzentren: Entstehungsanlass: Nutzung brachliegender räumlicher Kapazitäten von Universitäten (man hatte hohen Leerstand) Ziele der Errichtung von Technologie- und Gründerzentren: Förderung von innovativen Gründungen insbes. durch Schaffung günstiger Rahmenbedingungen Stimulierung von Spin-Offs aus Bildungs- und Forschungseinrichtungen und damit Förderung der Kommerzialisierung des vorhandenen Wissens bzw. des Technologietransfers Förderung der regionalen Entwicklung Potenzielle Vorteile eines Standortes in einem Innovations- und Gründerzentrum: Agglomerationsvorteile durch räumliche Clusterung Evtl. Spillover durch räumliche Nähe zu einer Universität bzw. öffentliche Forschungseinrichtung Überwindung von Unteilbarkeiten (z.B. Büro- und Laborausstattung, Sekretariatsdienste) Evtl. Subventionseffekte einer relativ billigen Miete Evtl. Beratung und Hilfe durch das Zentren-Management Ergebnisse von Wirkungsanalysen zu Innovations- und Gründerzentren: der high-tech-Anspruch der Innovationszentren wird häufig nicht eingelöst, daher Innovations- und Gründerzentren Es ist kein genereller Vorteil für Standort in Zentrum erkennbar (keine messbaren Spillovers!). Teilweise Image-Probleme von Unternehmen in Zentren, sie können als "wenig leistungsfähig" und "förderungsbedürftig" gelten. Wirkung stark von der Qualität des Zentren-Managements abhängig ==> Als allgemeine Strategie der Wirtschaftsförderung nicht zu empfehlen