Psychologie (Fach) / Pädagogische Psychologie (Lektion)
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Grundlagen Pädagogische Psychologie WS11/12 Prof. Rindermann
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- Definiere pädagogische Psychologie und nenne ihr primäres Ziel! PP befasst sich mit dem Lehren und Lernen bzw. der psychische Seite von Erziehung und untersucht Bedingungen und Prozesse der psychischen Veränderung die längerfristig Einfluss auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung bei den zu Erziehenden haben. Ziel: die Erziehungswirklichkeit zu verstehen und zu verbessern
- Definiere Bildungspsychologie! BP beschäftigt sich aus psychologischer Perspektive mit Bildungsprozessen über die gesamte Bildungskarriere eines Individuums. Fokus: lebenslanges Lernen
- Nenne die 2 Gegenstandsbereiche der Bildungspsychologie! Gegenstandsbereiche: – Entwicklung von Bildungskomponenten (wünschenswerte Persönlichkeitsausprägungen) – Entwicklung von Bedingungen, Aktivitäten und Maßnahmen (z.B. die Instruktionen durch Lehrpersonen) die Bildungsprozess gemäß psychologischer Theorien und Modelle beeinflussen
- Nenne die 3 Bereiche der Bildungspsychologie nach Spiel et al. (2010)! – altersspezifische Bildungsphasen eines Individuums ( Säuglingsalter bis hohes Alter) – Aufgabenbereiche (Forschung, Beratung, Prävention, Intervention, Motivation & Evaluation) – Abstraktions- und Handlungsebenen:•Mikroebene: Individuen und Kleingruppen•Mesoebene: Gruppen, Institutionen, Organisationen•Makroebene: Gesellschaft(en)
- Was ist der Pädagogisch-psychologische Erziehungsbegriff? • Erziehung zielt auf Verbesserung des Wissens, Könnens und Wollens (nach normativen Ansprüchen und dauerhaft)• Erwerb bzw. Veränderung individueller Dispositionen und Kompetenzen• Entwicklung von Zielen, Motiven und Interessen Erziehung= ein Zusammenspiel von zwei Instanzen in einer pädagogisch bedeutsamen Situation: 1= Eltern, Lehrkräfte, Trainer und 2 = Kinder, Schüler •wechselseitige Beziehung (jedoch nicht symmetrisch)•kann eine Person oder Personengruppen umfassen•die Erziehenden/Pädagogen müssen nicht unbedingt in der Situation zugegen sein (z.B. durch Video o. Lehrbuch) •Wichtig: Erziehung kann durch Aktivitäten erfolgen, die . .– direkt auf Zielperson oder Gruppe gerichtet ist (z.B. jemandem etwas vorführen, erklären)– indirekt (indem Situationen bewusst „arrangiert“ werden / Umweltbedingungen)
- Wie kann die Wirkung von Erziehung ausfallen? •Einflussnahme, die auf nachhaltige Veränderung abzielt und diese auch erreicht•Einflussnahme, die nachhaltige Veränderung beabsichtigt, aber nicht erreicht bzw. es offen bleibt wann die Wirkung eintritt
- Wodurch grenzt sich Erziehung von Sozialisation und implizitem Lernen ab? Bei Sozialisation und implizietem Lernen erfolgt die Einflussnahme ggf. nicht durch Personen und nicht mit einer expliziten Veränderungsabsicht, kann aber dauerhafte Verhaltensänderung bewirken.
- Was bedeutet nachhaltige Veränderung? Wichtig ist die Dauerhaftigkeit der Veränderung, aber die Stabilität einer einmal erzielten Veränderung kann nicht das Ziel sein, denn mit der jeweiligen Veränderung werden nicht Endpunkte der Entwicklung, sonder Zwischenstufen erreicht.Ein einmal erreichtes Kompetenzniveau muss meist bald wieder überwunden werden. Durch die Einflussnahme angestoßene Veränderungen sollen mit nachfolgenden Veränderungen einhergehen und dabei möglicherweise erweitert oder überformt werden.
- Erkläre die lernende Person! •steht im Zentrum des pädagogischen Geschehens•Entwicklung soll durch pädagogische Maßnahmen beeinflusst werden•Einflüsse: natürliche Umwelt, Medien, pädagogisch arrangierte Umwelt (Kinderzimmer), der Erziehende/ Lehrende
- Was sind die Aufgabenfelder der PP? • Grundlagenforschung und anwendungsbezogen Forschung• Beratung und Professionalisierung von pädagogisch Handelnden• Diagnose und Prognose in pädagogisch bedeutsamen Handlungs- und Entscheidungssituationen (z.B. Schullaufbahn)• Intervention (z.B. Trainings für Lehrende und Erzieher)• Evaluation (z.B. zur Verbesserung der schulischen und akademischen Ausbildung)
- Welches sind die wichtigesten Etappen der Geschichte der Pädagogischen Psychologie? 1. Gründungsjahre bis zur Zeit des Ersten Weltkriegs (bis ca. 1920)2. Zwischen den beiden Weltkriegen bis ca. 19333. NS – Zeit (bis 1945)4. Restauration und Neubeginn nach dem zweiten Weltkrieg (bis ca. 1960)5. Aufschwung in der Ära der Bildungsreform (bis ca. 1980)6. Forschungstrends seit ca. 1980
- Was sind Leistungstest? Nenne Beispiele! • erfassen Personenmerkmale durch die Bewältigung von Aufgaben• Proband wird instruiert bestimmte Aufgaben bestmöglich auszuführen• meist werden Aufgaben so lange bearbeitet, bis keine Lösung mehr möglich ist(entweder ist Zeit abgelaufen, oder Fähigkeiten reichen nicht mehr aus)• umfassen falsche und richtige Antworten Beispiel: Wiener Entwicklungstest, Intelligenztests, Konzentrationstests, Schulleistungsstests
- Unterscheide Speed- und Powertests voneinander! SpeedtestsLeichte oder mittelschwere AufgabenZeitbegrenzungErmittlung der Anzahl gelöster Aufgaben Powertests (Niveautests)Aufgaben, die im Schwierigkeitsgrad ansteigenkeine oder großzügige ZeitbegrenzungErmittlung des intellektuellen Leistungsniveaus
- Was sind Persönlichkeitstests? • erfassen Personenmerkmale durch den Abruf kognitiv repräsentierter Eigenschaften• meist geben die Probanden selbst Auskunft• Aufgaben sollen vollständig bearbeitet werden• es gibt kein Richtig oder Falsch• die Antwort steht für die Ausprägung eines Merkmals
- Unterscheide Leistungs- und Persönlichkeitstests voneinander! LT: den Probanden wird aufgetragen ihr Bestes zu geben, Aufgaben = gewöhnlich eindeutig, Antworten = Richtig oder Falsch, Probanden wissen was von ihnen verlangt wird, Motivation = gewöhnlich hoch, Ziel= Interesse an maximaler Leistung des Probanden, Vorgehen = Beantwortung soweit die Fähigkeit reicht PT: die Probanden werden gebeten, aufrichtig zu antworten, Aufgaben = Zwischen mehr- und eindeutig, Antworten = kein Richtig oder Falsch, Probanden kennen häufig nicht die Erwartung des Testleiters, Motivation = Unterschiede nach Untersuchungsbereich, Probanden und Situation, Ziel= Interesse am typischen Verhalten des Probanden, Vorgehen = Beantwortung aller Items → alle beide Formen diagnostischer Verfahren können durch das Antwortverhalten der Testperson verfälscht werden (Faking Good und Faking Bad)
- Erkläre die PISA-Studie. Was für eine Art von Studie ist sie? • Programme for International Student Assessment • internationale Vergleichsuntersuchung zum Leistungsstand 15-Jähriger • 3 Unterschiedliche Kompetenzbereiche: Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften• Dazu: fachübergreifende Kompetenzen: selbstreguliertes Lernen, Kooperation, Kommunikation • Ziel: Profil der Kenntnisse und Fähigkeiten von Schülern gegen Ende der Pflichtschulzeit • Large-Scale Studie•Einsatz unvollständiger Testheftdesigns (Multi-Matrix Sampling)Schüler erhalten nicht alle Testaufgaben, sondern zufällig gezogene Substichproben
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- Welches Ziel hat die päda-psych. Diagnostik? = akkurate Einschätzung der aktuellen Personenmerkmale oder Merkmalen der Lern- und Unterrichtsumwelt (zur besseren Erklärung und Prognose)
- Nenne und erkläre die Stufen der päda-psych. Diagnostik! Vorbereitungsphase (Treatment-vorbereitende Diagnostik)• Informationen ermitteln welche für die Lösung relevant ist• Auswahl oder Vorbereitung angemessener Maßnahmen• Ziel: Diskrepanzen zwischen einer als unbefriedigend erlebten Ist-Lage und einem erwünschten Soll-Zustand zu ermitteln Treatment-begleitende Diagnostik• Liefert Informationen über aktuelle psychische Zustände und andere wichtige Infos (Art und Ausmaß der bereits erreichten Veränderung) Treatment-abschließende Diagnostik• Ergebnis der Bemühungen dokumentieren• Wird das Ergebnis einer Bewertung unterzogen, spricht man von Evaluation• Es wird geprüft welche intendierten Ziele erreicht wurden• Wo Lücken sind oder wo sich neue Probleme gezeigt haben
- Nenne und erkläre die 2 Handlungsstrategien der päda-psych. Diagnostik nach Pawlik (1976). Modifikationsstrategien Man stellt eine geeignete Lernumwelt her.• Durch spezielle Lernhilfen oder Beratungsangebote versucht man, die erwünschten Veränderungen zu erzielen, speziell bei individuellen Problemlagen• Modifikationsstrategien können sich somit – auch wenn die Veränderung der Person im Vordergrund steht- sowohl auf die Person (Nachhilfeunterricht) als auch auf die Umwelt/ Bedingung(neugestaltung des Lehrsystems) beziehen. Selektionsstrategien Man wählt für ein Individuum eine geeignete Lernumwelt. • Personenselektion= Kinder unterschiedlichen Schultypen zuordnen (Hauptschule, Realschule, Gymnasium), Bedingungsselektion=z.B. Auswahl eines Studiengangs oder einer Ausbildungsrichtung
- Wovon unterscheidet sich die Klassifikation von der Selektion? – Bei der Selektion gibt es nur zwei Entscheidungsalternativen (Aufnahme vs. Ablehnung)– Bei der Klassifikation mehrere Treatments zur Auswahl:Richtigen Maßnahmen bzw. Aufgabenfelder für die Person oder die richtigen Personen für vorhandene Aufgaben auswählen
- Wovon sind Treffer und Fehler bei der Selektionentscheidung abhängig? • der prognostischen Validität des Auswahlverfahrens (von der Höhe der Korrelation zwischen Merkmal und Kriterium)• von der Selektionsquote (Anteil der aufgenommenen Bewerber in Relation zur Gesamtzahl)• Grundquote (Anteil der Geeigneten in Relation zur Gesamtzahl)
- Nenne und beschreibe 3 formale Gütemaßstäbe zur Interpretation von Bewertung nach Rheinberg (2001)! Soziale Bezugsnorm• Ausprägungsgrad eines individuellen Merkmals wird im Vergleich zu den Merkmalsausprägungen anderer Schüler bestimmt. Individuelle Bezugsnorm• Nur die individuelle Leistungsentwicklung zählt, z.B. „wie verhält sich aktuelle Leistung des Schülers zu seiner vorherigen Leistung“ Kriteriale Bezugsnorm• Leistung wird in Relation zu einem vorher festgelegten Erfolgskriterium gemessen
- Wann treffen Lehrer eine selektions- oder konkurrenzorrientierte Entscheidung? Und was müssten sie tun um an Veränderungen orientierte Entscheidungen zu treffen? wenn sie eine soziale Bezugsnorm bei der Bewertung von Schülerleistungen anlegen sollten besser individuelle oder kriteriale Bezugsnorm anlegen
- Wo will man Personenmerkmale erfassen? Bescheibe kurz oder nenne Beispiel! •Entwicklungstests (Wiener Entwicklungstest WET) •Diagnose von Lernvoraussetzungen (Erstellung von Prognosen über den zu erwartenden Lernerfolg einer Person, Schulreife, Hochbegabung, Sonderschulüberweisung z.B. Kieler Einschulungsverfahren KEV) •Intelligenztest •Beratung für die berufliche Bildung (Berufseigungsinventar für das Lehramtstudium BEIL) •Studienzulassungstests •Schulleistungstests (Qualität der Schule, z.B. allgemeiner Schulleistungstest AST) •Schülerleistungstest (soziale Bezugsnorm)
- Was sind Referenzrahmeneffekte und was folgt daraus? •Lehrer die nur an einer Schule unterrichten, haben keinen Vergleich ihrer Lehrqualität und verschiedener Schulformen•Daher sollten bedeutende lebenspraktische Entscheidungen (Bildungsempfehlung) möglichst auf Grundlage objektiver leistungsfeststellungen getroffen werden
- Welche Objektivitäts-, Reliabilitäts-, Validitäts- und Fainessprobleme treten neben den Referenzrahmeneffekten bei der Bewertung von Prüfungsleistungen auf? •Erwartungen: Schüler wiesen einen größeren Zuwachs in ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit auf, wenn der Lehrer dies durch ein vermeintliches Intelligenztestergebnisses so erwartete = Pygmalioneffekt •Halo- oder Hof-Effekt: auffälliges Merkmal bestimmt Wahrnehmung anderer Merkmale – guter Schüler in Deutsch bekommt auch eher eine gute Englischnote •Implizite Persönlichkeitstheorien: z.B. die Annahme, dass Mädchen grundsätzlich gut in sprachlichen Schulfächern seien •Positionseffekte: Prüfling nach einem schlechten Schüler erhält Bonus •weitere Urteilstendenzen: Zuschreibung höherer Fähigkeiten, wenn Eltern Akademiker
- Welche Funktionen haben Leistungsbeurteilungen? Note kann Leistungsstand nicht erfassen sondern stellt Leistungsstand in einem Fach nur zusammenfassend dar (primäre Klassifikation und Bewertung von Leistung):•Auslese-, Kontroll- und Berechtigungsfunktion (im Hinblick auf Zugang zu weiterführenden Schulen, Studiengängen)•Orientierungsfunktion (schulisch/beruflich, für Schüler/Eltern)•Berichtsfunktion (Rückmeldung über den aktuellen Leistungsstand) •Anreizfunktion (Noten können motivieren und disziplinieren)•Sozialisationsfunktion (Noten machen Schüler mit den in der Gesellschaft dominierenden Prinzipien der Leistungsbewertung vertraut)•Rückmeldung für Lehrkräfte (Notenverteilung in einer Klasse sagt auch etwas über die Qualität des Unterrichts aus)
- Nenne Verfahren zur Erfassung von Umweltmerkmalen! Familiendiagnostische Verfahren Skalen zum Klassenklima
- Beschreibe die Schule als pädagogische Institution am Beispiel Islands! •Innerhalb von zwei Generationen wurde Island aus einem bäuerlich-traditionelle Land zu einer modernen, sozial differenzierten Gesellschaft bestehend aus mobilen Individuen → Schulische Bildung als zentrale Sozialisationsinstanz •Kinder und Elternwelten wurden separiert Kinder kamen in eine Gleichaltrigengruppe, an die Stelle von Alter und Lebenserfahrung trat nun Schule und Bildung als kognitive Orientierung•es entstanden lineare, auf ein Ziel, auf Wachstum und Veränderung ausgerichtete Prozesse •obwohl Schulen und Lehrer nichtselektiv handelten, entstand ein System sozialer Schichtung, eng verbunden mit kognitiven Fähigkeiten •Schule dient nun der sozialen und kognitiven Reproduktion, sie vermittelt relevante Inhalte und Kompetenzen und produziert gesellschaftliche Unterscheidungsmerkmale• Schule fördert unterschiedlich stark: Wissen, selbständiges Denken, kognitive Flexibilität, Problemlösestrategien, Intelligenz, Persönlichkeitsmerkmale und Einstellungen z.B. Motivation, Autonomie, Kausalattributionen, Zielorientierung, Umgang mit Zeit, Einstellung zur Zukunft • Vermittlung von Anpassung an Leistungssituationen, Kinder lernen mit stellvertretenden Erfahrungen und abstrakten Relationen umzugehen (Sinn des Ganzen), Aufbau selbständiger Ziel-Mittel-Regulationen um augenblickliche Arbeit für antizipatorische Ziele zu leisten Wandel der Kindheit durch Schulpflicht• Lernen durch abstrakte, stellvertretende und fremde Erfahrung• Lernstoff hat nun nicht immer nachvollziehbaren Sinn
- Wie wirkt sich die Kompetenzentwicklung in Abhängigkeit von anderen aus? • im Kleinkindalter fördert der Kontakt mir Erwachsenen eher die kognitive, sprachliche Entwicklung als der Kontakt mit Gleichaltrigen(Erwachsene beherrschen Sprache Besser und können Sprache und Kognitionen korrigieren) •in Schule passt Lehrer Unterricht an Klasse an (hohes Fähigkeitsniveau, wenig kleinschrittiger Unterricht, wenig Überforderung, wenig Leistundsstigmatisierung, wenig Disziplinprobleme) → Klasse beeinflusst individuelle Fähigkeiten
- Worüber geben Grenzalterskinder Auskunft? •Grenzalterskinder sind sehr aufschlussreich für die Erkenntnis des Einflusses der Schule auf die Entwicklung der Intelligenz •Schulalter korrelierte unabhängig vom Lebensalter mit Intelligenz (Je länger die Kinder die Schule besuchten, desto höher war ihre Intelligenz) (pro Schuljahr steigt IQ um ca 7 Punkte, 75% liegt an Schule)
- Fördert der Inhalt von Unterricht die kognitiven Fähigkeiten? Wenig klar: da unterschiedliche Fächer schwer vergleichbar, aber Unterricht ohne Inhalte können keine kognitiven Fähigkeiten fördern → eher die Qualität von Unterricht und Schulform
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- Welche Aspekte von Qualität von Unterricht und Schulform fördern die kognitive Entwicklung? • Zeit und Zeitnutzung–je mehr Zeit als äußerer Umfang vorhanden ist desto besser–Zeit innerhalb des Unterrichts sollte für Instruktion und Lernen genutzt werden (keine sinnlose Zeit) • Lern- und leistungsorientierte Strukturierung – Unterrichtsgestaltung (direkte Instruktionen, Klarheit und Kohärenz) –Verhaltenssteuerung(Klassenführung) – Leistungskontrolle (inhalts- und lernzielangemessene Prüfung) – Leistungswertschätzung (Leistungszunahme und Honorierung) – Schulorganisation (Führung, Lehrerauswahl nach Fähigkeiten)– Schulsystem (Erfolg an Fähogkeit gekoppelt) • Zusätzliche Faktoren–Lehrerpersönlichkeit und Lehrersozialverhalten (Freundlichkeit, seelische Gesundheit)–Anregung und Einforderung von Denken in Unterricht, Hausaufgaben und Prüfung–Interessantheit der Unterrichtsgestaltung –Fähigkeits- und Interessenangemessenheit –Fehler- und Fähigkeitsdiagnose–Didaktische Methoden (mittelschwere und stimulierende Fragen, Üben, Problemlösen, Freiarbeit, Gruppenarbeit, moderne Medien, Feedback–Elternarbeit–Lehrerweiterbildung –Koordination und Kohärenz der Lehrer untereinander
- Welche Ergebnisse zum Schülerverhalten sind bekannt? Lernen macht klug, aber Klugheit fördert nicht lernen (Je höher das Ergebnis im KFT1 desto weniger lernen die Kinder) Lernen mit Musik beeinträchtig! Lernen mit AHA Effekt (plötzlich kommt die Idee) sehr einprägsam! Unterhaltungsfernsehen generell und beim Lernen wirken sich negativ auf den KFT-Gesamtwert 2 aus.
- Was sind akademische Leistungen? = kognitive Lernergebnisse, die aus überwiegend systematisch geplanten Lehr-Lern-Prozessen in Bildungsinstitutionen resultieren und als zentrales Zielkriterium für den Lernerfolg in diesen Instiutionen angestrebt werden (Kentnisse, Fertigkeiten, Strategien, Problemlösen)
- Beschreibe das Angebot-Nutzungs-Modell nach Helmke, Rindermann &Schrader (2008)! Multiple Beeinflussung durch: Lehrperson (Fachliche, Didaktische, Diagnostische und Klassenführungs- Kompetenz, Erwartungen und Ziele) Familie (Strukturelle Merkmale-Schicht, Sprache, Kultur, Bildungsnähe-, Prozessmerkmale der Erziehung und Sozialisation) Unterricht (Prozessqualität des Unterrichts Qualität des Lehr-Lern-Materials) Unterrichtszeit Lernpotential (Vorkenntnisse, Sprache, Intelligenz, Anstrengungsbereitschaft, Ausdauer, Selbstvertrauen) Lernaktivitäten/Nutzung (Aktive Lernzeit im Unterricht und außerschulische Aktivitäten) Wirkungen/Ertrag (Fachliche und fachüber- greifende Kompetenzen) Kontext (Kulturelle Rahmenbedingungen Schulform Klassenzusammensetzung Schulklima)
- Wie stehen Unterricht und akedemische Leistungen im Zusammenhang? • Unterricht hat keinen linearen Effekt auf akademische Leistungen• es ist ein Angebot, das je nach seiner Qualität und je nach individuellem Potential genutzt werden kann• es führt zu aktivem und eigenverantwortlichem lernen• Schulen und Hochschulen weisen immer noch markante Unterschiede auf• schulische Anforderungen sollten stärker an die tertiären Bildungsanforderungen angepasst sein
- Nenne Merkmale des teritären (akademischen) Bildungsbereichs! – Grad der Freiwilligkeit– Ausmaß von Freiheitsspielräumen– Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit des Lernens– Rolle individueller Interessen und Kompetenzprofile– eingesetzte Lehr-Lern-Formen– Art und Häufigkeit von Leistungsfeststellungen– Merkmale der Lernumgebung
- Nenne Faktoren der schulischen Leistungen! Individuelle Faktoren des Schülers: (kognitiv,motivational, emotional, volitional) Familiäre Faktoren: (Elterliche Bildung, Persönlichkeitsmerkmale, Elterliche Erwartungen, Erziehungsverhalte) Unterrichtsfaktoren: (Klassenführung, Zeitnutzung, Motivierung, Klarheit, Förderung des aktiven und selbstgesteuerten Lernens) Kontextfaktoren: (Schulform, Schule, Schulklasse, Kultur)
- Nenne Determinanten der Studienleistung! Individuelle Determinanten: (allgemeine Fähigkeiten, spezifische Wissensinhalte, Persönlichkeitsmerkmale, Zeitbudget, psychische Gesundheit) Umweltdeterminanten: (Didaktische Kompetenzen des Dozenten, soziale Kompetenzen, Verhaltensweisen und Einstellungen der Lehrenden)
- Was ist Förderung? •Veränderung von Verhalten und Einstellungen mit positiver Anwendung•Förderung ist bei allen angezeigt, da sich Menschen nicht von alleine, sondern nur durch Auseinandersetzung mit stimulierenden und positiven Umwelten entwickeln
- Was ist Prävention und welche Unterarten gibt es? Prävention dient der individuellen und kollektiven Vorbeugung von Problemen • Primäre Prävention: beugt der Entstehung durch Ausschaltung von Risikofaktoren vor• Sekundäre Prävention: beugt der Verschlimmerung durch Therapie vor• Tertiäre Prävention: beugt dem Rückfall oder Folgen von Störungen vor
- Wozu dienen Denktrainings und wann werden sie angewendet? Durch die Teilnahme an Denktrainings verspricht man sich Entwicklungsverbesserungen oder -beschleunigungenSie werden für Kinder mit kognitiven Entwicklungsproblemen angeboten, aber auch als Bereicherungs-Maßnahme für besonders befähigte oder interessierte Kinder Für beide Gruppen nimmt man an, dass sie durch den Unterricht in der Schule nicht ausreichend gefördert werden Wirkung soll Veränderung der intendierten kognitiven Größen sein, aber auch zeitstabiler Transfer zu anderen Bereichen (Persönlichkeit, Lerhaltung etc.)
- Wozu dient das Denktraining nach Klauer und wann wird es eingesetzt? • fördert induktiv-schlussfolgerndes Denken:Erkennen von Regelhaftigkeiten und Ordnung • erlernt wird in 10 Sitzungen und 120 Aufgaben ein reflexives, analytisches und systematisches Vorgehen•d=0,54-0,6 gut trainierbar, vor allem bei jüngeren und schwächeren Kindern•allgemeiner Effekt auch auf soziale Interaktion, Motivationsförderung, Frühförderung u.ä.
- Was sind die 2 Ansätze der Kreativitätsförderung? • Förderung der kreativen Fähigkeiten einer Person• Veränderung der Umwelt in Richtung einer stimulierenden, kreativen Umwelt in Familie, Schule, Beruf und Gesellschaft(erfolgreicher und einfacher zu sein. Veränderung der Umwelt istleichter als die dispositionelle Fähigkeitsänderung)
- Durch welche Merkmale zeichnet sich eine kreativitätsfördernde Umwelt aus? Freiheit und Handlungsspielräume (rigide Vorschriften und unveränderbare Routinen hemmen Einfallsreichtum, offene Einheiten im schulischen Unterricht, lassen Raum eigene Fragen, Lösungen und Wege zu Entwickeln) Toleranz (Toleranz für Ungewöhnliches, Fehler die nicht bestraft werden und Angstfreiheit erleichtern es, abweichende Ideen zu äußern, neue Wege zu gehen und ungewöhnliche Produkte zu entwickeln) Selbstorganisation (Möglichkeit Arbeit und Lernen inhaltlich bestimmen und zeitlich planen zu können, fördert selbständiges Denken und Kreativität) anregende psych. und soziale Umwelt (stimuliert und unterstützt kreative Leistungen und Neugier) Elternhaus (intellektuelle und schöpferische Interessen der Eltern, autoritatives Erziehungsverhalten, Erziehung zu Selbständigkeit, Ermutigung aber auch Konflikte und Unzufriedenheit können Kreativität fördern) Spiel (multifunktionales und offenes Spielzeug, Verändern und Verfremden gegebener Spielsachen bzw. deren Funktion, Experimentieren und Gestalten können) Schulunterricht (Weniger Wiederholung, Selbständiges Lösungsfinden, Toleranz gegenüber ungewöhnlichen, abweichenden aber sinnvollen Lösungen, Belohnung, Positive Lehrer-Schüler-Interaktion) Forschung/Hochschule (hohes Anspruchsniveau, Offenheit gegenüber neuen Ideen, Wettbewerbsstreben) Beruf (Anregung zur Äußerung eigener Ideen,Verbesserungszirkel, Belohnung für Innovationen, Handlungsfreiheiten für neue Produkte) Diagnose spezifischer Fähigkeiten und ihre Förderung Wechsel von aktiven und ruhigen Perioden (Raum für Inkubation und Illumination) Effektive Organisation (Zeit und Aufmerksamkeit kann für schöpferische Tätigkeit frei gehalten werden) Inhaltliche Nähe bei sozialer Distanz zur Domäne und traditionellen Perspektiven
- Welche Umwelt ist am besten zur Kreativitätsförderung? • Es zeigt gerade der Umstand, dass sowohl reiche als auch arme Umwelt oder bestimmte Konstellationen von Anregung und Mangel kreativogen sein können• Es gibt nicht die eine Umwelt, die und nur die als einzige kreative Leistungen ermöglicht
- Was ist Brainstorming und wie wird es bewertet? • Personen sollen in bestimmter Zeit, maximal viele Ideen produzieren• diese werden zunächst nicht bewertet• Erst anschließend findet eine Bewertung und Auswahl statt.• Für einige Wissenschaftler ist Brainstorming nicht förderlich, da das Zuhören das eigene Denken unterbricht und so den Stimulierungseffekt aufhebt
- Was für Trainings gibt es zur Kreativitätsförderung? Einige Programme versuchen personenbezogene kreative Fähigkeiten durch divergentes Denken zu fördern bei Kindern oder in Psychotherapie, Phantasiereisen zur Vorstellung innere Visualisation soziale und räumliche Mehrperspektiven (Hineinversetzen)
- Nenne Vorgehensweisen der Begabtenförderung! Innere Differenzierung (erhalten schwierigere Aufgaben und Hausaufgaben im Unterricht) Äußere Differenzierung (Besuch anderer Klassen oder Schulen) Flexibilisierung des Einschulungsalters und der ersten Häfte des Grundschulalters (können schon mit 5 – 5,5 Jahren eingeschult werden) Akzeleration (Überspringen von Klassen) Bereicherung (Schulinterne oder externe Förderprogramme dienen der Entwicklung von Denkfähigkeit und Interessen, Stoff wird nicht vorgegriffen sonst Gefahr der Langeweile) Mentoren (Extrabetreuer z.B.: für Sonderaufgaben)
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