Klinische Psychologie (Fach) / Master POV (Lektion)
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schriftliche Prüfung Master
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- Definiere Psychotherapie - interpersonale Behandlung auf Basis empirisch bewährter psychologischer Mittel & Konzepte - beinhaltet Therapeuten und einen oder mehrere Patienten - eingesetzte Interventionen sind: zielgerichtet werden spezifisch auf die Störung, Problem oder Beschwerden angepasst beruhen auf einer wissenschaftlichen Begründung und Evaluation ihrer Effektivität
- Erkläre das 7 Phasen Modell nach Kanfer 1. Eingangsphase: Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen (z. B. durch Rollenstrukturierung, Aufbau einer Arbeitsbeziehung, Informationssammlung etc.) 2. Aufbau von Veränderungsmotivation und Auswahl von Änderungsbereichen (z. B. durch Nutzung von Motivationsbedingungen, Abbau von Resignation und Demoralisierung) 3. Verhaltensanalyse und Erstellung funktionales Bedingungsmodell 4. Vereinbaren therapeutischer Ziele 5. Planung, Auswahl und Durchführung spezieller Methoden 6. Evaluation des therapeutischen Fortschritts 7. Endphase: Erfolgsoptimierung und Abschluss der Therapie (Katamnese)
- Wie heißen die 4 Abstraktionsebenen nach Wampold? Nenne außerdem Beispiele von Befragungseinheiten Techniken -> kognitive Umstrukturierung, Interpreation, In vivo Exposition, Hausaufgaben Strategien -> 4 Wirkfaktoren von Grawe + korrigierende Erfahrungen Theoretischer Ansatz -> kognitiv behaviorale, psychodynamische, systemische, interpersonelle, humanistische Meta Theorie -> medizinisches/spezifisches Modell, kontextuelles Modell
- Wie heißen die vier Wirkfaktoren nach Grawe? Ressourcenaktivierung Problemaktualisierung Problembewältigung motivationale Klärung
- Nenne Forschungsfragen zur Ebene der Techniken nach Wampold Ist eine bestimmte Technik/ Methode oder eine Reihe von Techniken/Methoden notwendig für die therapeutische Wirksamkeit? Was sind die zentralen Bestandteile einer angewendeten Technik/Methode?
- Nenne Forschungsfragen zur Ebene der Strategien nach Wampold Sind die Strategien in allen Psychotherapien üblich? Sind die Strategien notwendig und ausreichend für eine Veränderung?
- Nenne Forschungsfragen zur Ebene der theoretischen Ansätze nach Wampold Ist eine bestimmte Behandlung wirksam? Ist eine bestimmte Behandlung wirksamerals eine andere?
- Nenne Forschungsfragen zur Ebene der Meta Theorie nach Wampold Welche MetaTheorie erklärt die Forschungsergebnisse am besten?
- Erkläre das spezifische/medizinische Modell nach Wampold + ein Beispiel Eine klinische Störung/Problem/Beschwerde wird definiert Es gibt eine psychologische Erklärung dafür Eine Theorie zur therapeutischen Veränderung bzw. den Veränderungsmechanismen Spezifische therapeutische Elemente und Strategien spezifische Störung liegt vor für die eine eindeutige Störungstheorie existiert und eine eindeutige spezifische Intervention am wirksamsten ist ➔ Spezifische Effekte sollten ausgeprägter sein als allg. Effekte Beispiel: Dialektisch Behaviorale Therapie bei Borderlinern (?)
- Erkläre das kontextuelle Modell nach Wampold + ein Beispiel Betonung liegt auf Rahmenbedingungen (Kontext) der Psychotherapie Set von übergreifenden allgemeinen Wirkfaktoren zentral für die Wirkung der Psychotherapie Gemeinsame Komponente aller therapeutischen Ansätze Zentrales Bestimmungsstück ist die vertrauensvolle Beziehung einer helfenden Person, der Kontext dieser Beziehung wird als heilendes Setting deklariert Es liegt ein therapeutisches Erklärungsmodell für die Störung vor, woran therapeutische Techniken angelehnt werden Beispiel: Allgemeine Wirkfaktoren nach Grawe
- Benennen Sie die vier Komponenten des allgemeinen Psychotherapiemodells von Orlinsky und Howard und geben Sie jeweils ein Beispiel was darunter zu verstehen ist. 1. Rahmenbedingung (zb. Forschung, Kostenträger, Überweisende, Qualitätsmanagement) 2. Beteiligte Personen (Merkmale von P und T) 3. Therapeutische Prozesse und Methoden (z.B. therapeutische Interventionen (Verfahren, Techniken), Therapeutischer Rahmen, (Ziele, Rahmenmodell)) 4. Ergebnisse und langfristige Auswirkung der Behandlung (zb. längerfristige Veränderungen auf der Makroebene, zb. Symptomrückgang)
- Nennen Sie die 3 Dimensionen nach Schulte, die berücksichtigt werden sollten wenn man Therapieerfolg in einer Studie messen möchte. Nennen Sie 3 Messinstrumente mit denen die von Ihnen geschilderten Dimensionen erfasst werden können. 1. Spezifische und globale Maße für den Symptom- und Beschwerderückgang 2. Maße für die nach der jewiligen Therapietheorie angemessenen Störungsursache 3. Maße für die Störungsfolgen, welche durch übermäßige Krankheitsrolle und die beobachtbare Einschränkung des Rollenverhaltens entstehen Messinstrumente: 1. Symptom checklist (global), BDI (spezifisch) 2. Anamnesebogen 3. Hilflosigkeitsskala
- Nennen und beschreiben Sie die Phasen des Phasenmodells der Veränderung nach Howard. Geben Sie hierzu jeweils ein Beispiel. (an eigene ADHS Geschichte denken) 1. Remoralisierungsphase: In dieser Phase verbessert sich das subjektive Wohlbefinden der Patienten -> Stärkung vorhandener, Wiederaufnahme brachliegender und Aufbau neuer Ressourcen (z.B. Erhöhung der Lebenszufriedenheit, Motivation, und Hoffnung auf Besserung) Erklärung: Durch Annahme der Therapie, Benennen + plausible Erklärung des Problems und die therapeutische Beziehung kann bereits früh in der Therapie Hoffnung auf Verbesserung erzeugt werden, was das Wholbefinden steigert 2. Remediationsphase: In dieser Phase geht es konkret um die Verbesserung der Symptomatik -> Verstärkte Problemaktualisierung durch Sichtbarkeit der Ressourcenpotentiale z.B. Rückgang der Angst. Erklärung: T und P erarbeiten gemeinsam Lösung für vorliegende Probleme. P lernen neue Bewältigungsstrategien und wie diese in kritischen Lebenssituationen einzusetzen sind. Viele P beenden hier bereits die Therapie 3. Rehabilitationsphase: In dieser Phase geht es um eine Verbesserung der allgemeinen Lebensbewältigung bzw. des allgemeinen Funktionsniveaus. -> Konsolidierung und Festigung neu aufgebauter Verhaltensweisen z.B. P kann wieder arbeiten gehen Erklärung: Es wird darauf hingewarbeitet alte dysfunktionale kognitive Muster und Schemata zu verlernen. Für manche P beginnt hier die eigentliche Therapie, da sie bereits wiederholt vor den gleichen Problemen im Leben standen.
- Erläutere den Teilschritt Problemorientierung des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Problembegrenzung, Klärung der Verantwortlichkeit für Problembearbeitung. Akzeptieren der Herausforderung des Problemlösetrainings. Beispiel: Hauptproblem: Schwierigkeiten Freundschaften zu schließen und andern zu vertrauen, starke Selbstwertprobleme, depressive EpisodenTeilprobleme: Schwierigkeiten bei der Mitarbeit in der Schule und bei Vorträgen
- Erläutere den Teilschritt Problembeschreibung des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Erkennen und beschrieben Sie das Hauptproblem anhand der Verhaltens- und Situationsanalyse Beispiel: Problem: katastrophisierende Gedanken beim kennenlernen neuer PersonenEbenen:- Motorik: Stottern, zittern- Physiologisch: Übelkeit, Schwindel- Emotionen: Angst- Kognition: „Die andere Person hasst mich und findet es dumm was ich sage.“Häufigkeit, Frequenz: Tritt immer dann auf, wenn Patient neue Personen besser kennenlernt.
- Erläutere den Teilschritt Ziele des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Was ist Ihnen in Zukunft zu diesem Problem wichtig? Definieren Sie konkrete Ziele Beispiel: Kurzfristig: mit katastrophisierenden Gedanken besser umgehen, Menschen etwas mehr vertrauenLangfristig: enge Freundschaften schließen können
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- Erläutere den Teilschritt Brain Storming des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Generieren Sie so viele Lösungen wie möglich. Dabei sollten Vorschläge nicht evaluiert werden, es sollte auf Entweder-oder-Denken verzichtet werden. Kreativität ist gefragt. Beispiel: Mitschüler ansprechen, mit dem der Patient gerne befreundet wäre; fragen ob man bei Gruppenaktivitäten mitmachen darf; sich irgendwohin „selbst einladen“; Party veranstalten; als Gruppenarbeitspartner jemanden suchen den der Patient mag
- Erläutere den Teilschritt Entscheidungsvorbereitung des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Welche psychologischen oder emotionalen Faktoren hindern Sie, intelligente Entscheidungen zu treffen? Selbstzweifel, Größenvorstellungen; bei niemandem anecken wollen, Wunschdenken; zu schnelle Entscheidungen bei emotionalem Druck? Beispiel: Den Patienten hindern vor allem starke Selbstzweifel („andere Menschen mögen mich einfach nicht“) und der Wunsch „niemanden eine Last“ zu sein daran den ersten Schritt zu machen.
- Erläutere den Teilschritt Bewertung der Lösungen des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Bewerten Sie jede einzelne Alternative nach Pro und Kontra. Führen die jeweiligen Alternativen zum Ziel? Welche Gefühle haben Sie zu den Alternativen? Beispiel: Pro und Kontra der Alternativen wurden abgewogen, bei den meisten Alternativen spürt der Patient starke Angst, Sorge und Scham
- Erläutere den Teilschritt Entscheidung des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Entscheiden Sie sich für eine Alternative Beispiel: Nach dem Abwägen von Pro und Kontra der einzelnen Optionen scheint die zielführendste zu sein, einen Mitschüler anzusprechen, den der Patient mag.
- Erläutere den Teilschritt Akzeptanz der Entscheidung des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Akzeptieren Sie die beste Alternative. Beschäftigen Sie sich mental mit der besten Lösung. Stoppen Sie den Entscheidungsprozess. Beispiel: Der Patient formuliert im Selbstgespräch eigenes Lob für die gute Entscheidung. Es wird vor allem hervorgehoben, dass der Mitschüler ziemlich sicher auf den Patienten eingehen wird
- Erläutere den Teilschritt Handlungsplan des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Entwerfen Sie einen Handlungsplan. Machen Sie sich einen spezifischen Plan der Durchführung der besten Alternative. Berücksichtigen Sie Nebenwirkungsanalysen: Wie reagieren andere auf ihr neues Verhalten? Beispiel: Morgen nach der Schule wird der Patient seinen Mitschüler ansprechen und fragen ob dieser übermorgen noch zu ihm vorbeikommen will um etwas zu unternehmen.
- Erläutere den Teilschritt Handlungsausführung und Bewertung des Problemlösetrainings (Aufbau) an einem selbst gewählten Patientenbeispiel. Inhalt: Führen Sie die beste Lösung aus. Überprüfen Sie die Effektivität ihres Verhaltens hinsichtlich ihrer Ziele. Beispiel: Patient hat den Mitschüler gefragt und sich mit ihm getroffen. Sie haben zusammen Zeit verbracht und viel miteinander gesprochen.
- Beschreibe das Circumplexmodell, benenne alle 8 Dimensionen und erkläre seine Relevanz für die psychotherapeutische Praxis. Durch die beiden Achsen der Affiliation und Kontrolle wird das interpersonelle Verhalten hinsichtlich seiner Freundlich- vs Feinseligkeit und der Kontrolle vs. Unterwürfigkeit in einem Circumplexmodell bestimmbar. Dabei wird angenommen, dass das Verhalten des Interaktionspartners A ein komplementäres Verhalten bei Interaktionsparter B auslöst. Ein bestimmtes Verhalten hat somit einen interpersonalen "pull" für eine bestimme Reaktion des Gegenübers. Ein freundlich dominantes Verhalten hat einen pull auf ein freundlich unterwürfiges Verhalten. Dominant, freundlich dominant, freundlich, submissiv freundlich, submissiv, feindlich submissiv, feindlich, feindlich dominant. Die Erhaltung oder Herstellung von Komplementarität kann Ziel in der Therapie sein (zb P teilt sich vertrauensvoll mit und P hört verständnisvoll unterstützend zu). Oft ist es aber gerade die Aufgabe des Therapeuten nicht komplementär zu reagieren und zum Beispiel auf das feindselig unterwürfige Verhalten des P nicht feindselig dominant zu reagieren.
- Beschreiben Sie den Unterschied zwischen Prozess- und Wirksamkeitsforschung. Wirksamkeitsforschung: - befasst sich mit dem Ergebnis von Psychotherapie. - verschiedene Interventionsmodelle werden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Effizienz überprüft. Sie geht zum Beispiel der Frage nach welche Interventionen bei welcher Störung eine bessere Wirkung erzielen. -> OB Prozessforschung: - es geht darum die Wirkmechanismen (Mediatoren) von Psychotherapie aufzudecken. - befasst sich damit, WIE bzw. WARUM die Wirkung von Psychotherapie zustande kommt. Ziel der Prozessforschung: Optimierung -> durch besseres Verständnis der psychologischen Veränderungsprozesse eine effektivere Gestaltung (Optimierung) psychotherapeutischer Interventionen zu ermöglichen. -> WIE, WARUM Sie geht zum Beispiel der Frage nach, warum eine Expositionstherapie bei Patienten mit spezifischer Phobie wirkt, was also der Wirkung zugrunde liegt.
- Nennen Sie Designüberlegungen für die Wirksamkeitsforschung. - Vergleich mit Kontrollgruppe: Hat eine Intervention (ein Interventionspaket) überhaupt einen Effekt? Es werden zwei Gruppen, eine Interventionsgruppe und eine Kontrollgruppe miteinander verglichen. - Komparative Studie: Wirkt eine Intervention besser als eine andere Intervention? Es werden Gruppen die verschiedene Interventionen erhalten miteinander verglichen. - Dismantling und konstruktive Studien: Tragen bestimmte Komponenten einer Intervention besonders zu deren Effektivität bei. Bei dismantling Studien wird eine Gruppe der kompletten Intervention ausgesetzt, bei einer anderen Gruppe werden Teile der Intervention weggelassen. In konstruktiven Studien werden in einer Gruppe der Intervention Teile hinzugefügt und in der anderen Gruppe die Intervention so belassen wie sie ist. - Parametric Strategy: Welche Parameterwahl (z.B. Dauer und Frequenz einer Intervention) ist optimal, um gute Outcomes zu produzieren. - Forschung vs. Versorgung: Studie unter kontrollierten Bedingungen oder Versorgungsbedingungen
- Nenne und erkläre die 3 zentralen Forschungsparadigmen der Wirksamkeitsforschung. Efficacy Forschung: Randomisiert-kontrollierte Studien, die unter optimalen Design Bedingungen testen, ob eine bestimmte psychotherapeutische Intervention einen Effekt hat. Effectiveness-Forschung: Naturalistische Wirksamkeitsstudien, in denen der Effekt einerIntervention in einem praxisnahmen Setting überprüft wird Individuumsorientierte Versorgungsforschung: Es wird versucht Forschungsergebnisse ausder Efficacy und der Effectiveness-Forschung konkret für den Einzelfall nutzbar zu machen. Esgeht um die Überwindung der Wissenschaftler-Praktiker-Kluft (z.B. Feedback-Forschung,Nearest Neighbour Methode).
- Was könnten auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen bei der Patientin mit Zwangsstörung sein? Erläutern sie anhand Ihnen bekannter Modelle und Theorien. SORCK-Modell:S: potentiell kontaminierte GegenständeO: ursprünglicher Auslöser war die Haltestange; Wahrnehmungsverzerrung: vermutet überall Keime oder KrankheitserregerR: kognitiv („könnte mich infizieren“) Ekel (emotional), physiologisch (Übelkeit), motorisch (Zwangsrituale)C: fühlt sich sicher vor den Keimen (wenn Sie Handschuhe anzieht), oder lässt andere für sie einkaufen (negative Verstärkung); bekommt Aufmerksamkeit von Ihrer Familie (positive Verstärkung), kann Leben nicht mehr alleine bewältigen (positive Bestrafung)K: Conesquence taucht immer nach der Reaktion auf
- Was könnten Chancen, Risiken oder Schwierigkeiten für die Psychotherapie einer Patientin mit Zwangsstörung sein? Was wären mögliche Inhalte der Psychoedukation? Chancen: Ressourcen (Unterstützung durch Mann und Kinder); ist trotz Angst in Therapie gekommenRisiken: Möglichkeit des Therapieabbruchs aufgrund mangelnder intrinsischer MotivationSchwierigkeiten: ist nicht selbst zur Therapie gegangen (wurde von Angehörigen geschickt); starke Ausprägung der Störung (kann alleine nicht in die Stadt gehen)Psychoedukation: Zeigen, was das der Störung zugrunde liegende Bedürfnis ist (Kontrolle?); Mechanismen von Verstärkung und Vermeidung erklären; Diathese-Stress-Modell erklären
- Nenne mehrere mögliche Techniken und Methoden die im Fall einer Zwangsstörung in der Therapie anwendbar sind. (Welche Therapie? Welche Behandlungsschritte?) Techniken/Methoden: Hausaufgaben, Expositionsübungen, Konfrontationstherapie, kognitive Umstrukturierung, Interpretation, Plananalyse, Ressourcenaktivierung, Disputation
- Unterscheide vertikale und horizontale Verhaltensanalyse. vertikale vs. Horizontale Verhaltensanalyse:1. Horizontale Verhaltensanalyse: In der horizontalen Verhaltensanalyse (z.B. nach dem S-O-R-C-K Schema) werden einzelne Situationen mit ihren vorausgehenden und nachfolgenden Bedingungen untersucht. 2. Vertikale Verhaltensanalyse: Bei der vertikalen Verhaltensanalyse werden zusätzlich die instrumentelle Bedeutung bestimmter Verhaltensweisen und die hierarchische Struktur von Verhalten, Plänen und Zielen berücksichtig. Es werden also mehrere ähnliche Situationen betrachtet und auf ihre Gemeinsamkeiten hin untersucht um hinter der Störung liegende Pläne und Ziele aufzudecken.
- Liste die Komponenten des SORCK Modells auf und erkläre diese anhand eines eigenen Beispiels. Stimulus: Bezeichnet eine äußere oder innere Reizsituation. Der Stimulus erfasst die das Verhalten auslösende Bedingung (in welcher Situation tritt das Verhalten auf?) Bsp:Patient hält vor einigen Leuten einen Vortrag in einem Seminar Organismus: Bezeichnet die individuellen biologisch und lerngeschichtlichen Ausgangsbedingungen bzw. Charakteristika der Person Bsp:Hohe Selbstunsicherheit, Mobbingerfahrungen in der Schule Reaktion: Bezeichnet die Reaktion auf einen Stimulus nach der Verarbeitung durch den Organismus auf kognitiver, emotionaler, physiologischer und motorischer Ebene. Bsp:katastrophisierende Gedanken, Nervosität, Angst, Sorgen, starkes Schwitzen, Übelkeit, Schwindel, Zittern Consequence: Bezieht sich auf das Einsetzen einer Verstärkung oder Bestrafung als Folgeeines Verhaltens. Man unterscheidet kurzfristige und langfristige Konsequenzen. Bsp:Vermeiden von Vorträgen, Feedback zu unruhiger Vortragsweise (schnelles Reden, inhaltliche Sprünge) Kontingenz: Bezeichnet die Regelmäßigkeit des Auftretens der Konsequenz nach der Reaktion. Bsp:Patient wird immer nervös, wenn er einen Vortrag halten muss, Nervosität führt immer wieder zu denselben Kritikpunkten nach Vorträgen
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- Was ist Plananalyse? - Weiterentwicklung der vertikalen Verhaltensanalyse. -Technik, die hilft kognitiv-emotionale Schemata sichtbar zu machen um sie zur Erstellung einer individuellen Fallkonzeption weiter zu verwenden. -Dient dazu Verständnis zu erlangen welche instrumentellen Funktionen problematische und unproblematische Verhaltensweisen für einen Patienten haben können. -Es lassen sich Planstrukturen ableiten, die eine Systematisierung von Mittel-Zweck-Relationen sind. -Pläne werden hierarchisch angeordnet -> oben abstrakte, allgemeingültige Pläne, unten konkretes Verhalten. -Konkretes Verhalten kann mehreren Plänen gleichzeitig dienen, umgekehrt sind auch die Pläne über viele Verhaltensweisen realisierbar. -Vorteil zur horizontalen Verhaltensanalyse: nicht nur problematische Verhaltensweisen bearbeitet werden, sondern die Motive dahinter, die Struktur und die instrumentelle Funktion erschlossen werden.
- STS (Systematic-Treatment-Selection) Modell nennen und kurz beschreiben. Systematic-Treatment-Selection-Model:= Modell der systematischen (bzw. individualisierten) Behandlungsplanung) - Gibt Handlungsanweisungen für die Planung einzelner Therapien (Wie kann einem spezifischen Patienten am besten geholfen werden?) - Vier Klassen von Einflussvariablen auf das Therapieergebnis o Patienten- und Behandlungsmerkmale werden berücksichtigt - In erfolgreicher Therapie müssen Variablen patientenspezifisch angepasst werden
- Einflussvariablen des STS (Systematic-Treatment-Selection) Modell nennen 1. Prädisponierende Variablen (Diagnose, Persönlichkeit, spezifische Lebenskontextbedingungen) 2. Kontextvariablen (Setting (stationär/ambulant) und Modalität (Einzel/Gruppe) der Therapie, Behandlungsdauer und –Häufigkeit) 3. Beziehungsvariablen (Passung zwischen Patient und Therapeut, therapeutische Beziehung) 4. Behandlungsstrategien und Techniken (Behandlungsstrategien: 4 Wirkfaktoren nach Grawe; Techniken: Kognitive Umstrukturierung, Interpretation, in vivo Exposition, Hausaufgaben)
- Kritikpunkte zu Verwendung von Manualen in der Psychotherapie diskutieren -Manuale schränken die Kreativität und Flexibilität des Therapeuten ein und stehen im Gegensatz zu einer patientenorientierten individualisierten Psychotherapie - Es wird zu sehr auf eine spezifische Diagnose und spezifische Techniken fokussiert, weshalb individuelle Bedürfnisse und Charakteristika des Patienten zu kurz kommen und andere relevante Aspekte wie die therapeutische Beziehung oder das Erfahrungswissen des Therapeuten vernachlässigt werden
- Welche Wirkmechanismen stehen hinter der Konfrontation? Erkläre 3 davon mit einem Beispiel! Habituationsprozesse: Wenn man sich ausreichend lange und intensiv sowie wiederholt einer angstauslösenden Situation stellt, tritt Habituation (= Gewöhnung) ein (sowohl auf emotionaler als auch physiologischer Ebene). (z.B. Rückgang der Angst und der Herzrate einer Spinnenphobikerin nachdem sie 30 Minuten ein Video über eine Spinne geschaut hat) Kognitive Veränderung: Es treten kognitive Veränderungen (Veränderungen dysfunktionalerKognitionen) auf. Durch die Konfrontation erfolgt eine Realitätstestung, d.h. die Erwartungen (z.B. Die Spinne schadet Menschen) werden mit der Realität verglichen (z.B. Spinne harmlos, ernährt sich nur von Insekten, abnehmende Angst). Mit der Zeit wird die Dissonanz zwischen Erwartung und Realität verkleinert. Außerdem führt die Bewältigung bzw. das Aushalten einer lange vermiedenen Situation zum Anstieg der Selbstwirksamkeitserwartung und des Kontrollerlebens. Abbau von Vermeidungsverhalten und Etablierung alternativer Verhaltensweisen: Nachdem Vermeidungsverhalten abgebaut wurde (durch Habituationsprozesse und kognitive Veränderung) suchen Patienten selbst wieder häufiger die vormals angst auslösenden Situationen auf und werden nach und nach wieder handlungsfähiger. (z.B. P wird wieder in den Keller gehen, obwohl große Winkelspinnen in den Ecken hausen)
- Mit was wird bei Panikstörung konfrontiert? Provokation von körperlichen Symptomen (Hyperventilation, Schwindel durch Drehen auf dem Schreibtischstuhl, Joggen oder Treppen steigen)
- Mit was wird bei Agoraphobie konfrontiert? Verlassen des Hauses ohne Begleitung, Kaufhausbesuch, Bahnfahrt, Theaterbesuch
- Mit was wird bei Sozialer Phobie konfrontiert? Halten einer Rede, öffentliche Essenssituation im Restaurant, Ansprechen einer Respektsperson
- Mit was wird bei generalisierter Angststörung konfrontiert? Sorgenszenarios in Sensu mithilfe von „Drehbüchern“ in denen genau beschrieben ist, wie eine schlimme Situation (z.B. Anruf der Polizei nach Unfall des Mannes) ablaufen wird
- Mit was wird bei spezifischer Phobie konfrontiert? Angstauslösender Stimulus (z.B. Spinne, Hund, Blut)
- Mit was wird bei PTBS konfrontiert? Gedankliche oder reale Auseinandersetzung mit dem gesamten traumatischen Ereignis oder spezifischen Aspekten des Traumas (Schreiben eines Textes über den Ablauf der Traumatisierung, Nachgehen von Aktivitäten wie vor oder nach dem Trauma, aufsuchen des Ortes des Traumas (oder ähnlichen Orten)
- Welche Konfrontation bei Zwangsstörung? Waschzwang: z.B. Berühren eines „kontaminierten“ Gegenstandes ohne sich danach die Hände zu waschen Kontrollzwang: z.B. Verlassen des Hauses ohne zu kontrollieren ob der Herd aus ist
- Welche Konfrontation bei Essstörung? Konfrontation mit dem eigenen Körper mithilfe eines Spiegels oder Video-Feedback, Nahrungsmittel, die während eines Essanfalls verzehrt werden (betrachten und riechen, solange, bis das Verlangen sie zu essen zurückgeht)
- Welche Konfrontation bei Körperdysmorphe Störung Auseinandersetzung mit dem verhassten Körperteil (z.B. per Spiegel), Haus ohne Make-up verlassen, Körperkontakt zulassen, ins Schwimmbad gehen
- Welche Konfrontation bei Abhängigkeitserkrankung? Typische Situationen (z.B. Kneipenbesuch) oder bevorzugtes Suchtmittel (z.B. riechen am bevorzugten Alkohol bis das Verlangenzurückgeht)
- Was sind die Hauptziele von Konfrontationsverfahren bei der Posttraumatischen Belastungsstörung? Womit wird konfrontiert und wie ist das Vorgehen? Hauptziel: Lernen des Umgangs mit potentiell triggernden Reizen (wie z.B. Orten, Situationen, Menschengruppen); Habituation bezüglich der Angst, die mit der Erinnerung an das Trauma verbunden ist; durch Konfrontation die Integration der Inhalte des Traumas in das eigene autobiografische Gedächtnis ermöglichen Womit wird konfrontiert?: Gedankliche oder reale Auseinandersetzung mit dem gesamten traumatischen Ereignis oder spezifischen Aspekten des Traumas Vorgehen:- Konfrontationsübungen werden so lange durchgeführt, bis der Patient einen deutlichen Rückgang des aversiven emotionalen Zustandes erlebt → genügend Zeit einplanen - Es soll keine kognitive Vermeidung auftreten - Regelmäßig Fragen nach dem Befinden des Patienten - Zuvor erfragte Bedingungen, die die Übung erleichtern oder erschweren, berücksichtigen
- Was versteht man unter der klinisch signifikanten Veränderung? Klinisch signifikante Veränderung: - statistisches Kriterium dafür, ab wann eine Veränderung als klinisch relevant eingestuft werden kann (z.B. die Abnahme von Testwerten in Becks Depression Inventar BDI im Vergleich vor und nach der Therapie) - Patient muss aus dem Wertebereich einer klinischen Referenzstichprobe (z.B. Depressive Patienten) in Wertebereich einer funktionalen Referenzstichprobe (z.B. Menschen ohne klinisch relevante depressive Symptome) bewegen - Der Testwert sollte nach Behandlung wahrscheinlicher zur Normalbevölkerung gehören als zur klinischen Population - Außerdem reliable Mindestveränderung zwischen den Messungen vorliegen (d.h. die Veränderung in den Testwerten muss ausreichend groß sein) um zufällige Schwankung aufgrund mangelnder Reliabilität des Instrumentes ausschließen zu können - Beispiele für Maße der klinisch signifikanten Veränderung: Cut-Off-Werte, Reliable Change Index (RC-Index).
- Warum ist die klinisch signifikante Veränderung relevant für die Psychotherapeutische Praxis? Das Konzept der klinisch relevanten Veränderung ist besonders interessant für die psychotherapeutische Praxis, da man damit relativ leichtbereits während des Therapieverlaufs beurteilen kann ob und in wie weit sich Patienten seit Therapiebeginn entwickelt haben (z.B. durch Rückmeldung der Daten an die Therapeuten im Sinne der individuumsorientierten Versorgungsforschung).
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