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Phil (Fach) / Onto (Lektion)
Ontologie
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- 101. Inwiefern ist eine Ontologie der Artefakttypen ontologisch sparsamer als die platonistische Ideenlehre? Die platonistische Ideenlehre widerspricht dem Prinzip der ontologischen Sparsamkeit, indem sie eine weitaus größere „Stückzahl“ von Typen annimmt (unendlich viele), was sie dann natürlich weniger sparsam macht.
- 102. Welche epistemischen Argumente könnte man gegen einen Universalienrealismus vorbringen? Universalien sind, wie alle abstrakten Gegenstände, weder durch Sinneswahrnehmung noch durch Introspektion zugänglich.
- 103. Was entgegnen manche Universalienrealisten (u. a. Platon, Frege, Russell) auf epistemische Einwände gegen einen Universalienrealismus? Sie nehmen eine besondere Art des geistigen Zugangs zu Universalien an
- 104. Erläutern Sie den unter der Bezeichnung „der dritte Mann“ bekannten Einwand! Erklären Sie insbesondere, auf welchen Voraussetzungen dieser Einwand beruht! Es besagt, dass die konkreten Einzeldinge sozusagen schlechte Kopien der Ideen, der universalien sind. Aber diese Einzeldinge haben dann Anteil an einer gemeinsamen Idee.Darüber hinaus besagt es, dass kein Ding sich selber exemplifizieren kann.
- 105. Wie kann man – wenn man einen Universalienrealismus vertreten möchte – auf diesen Einwand reagieren? Dritte Mann 1. Man kann den Regress einfach akzeptieren.2. Man kann den Regress vermeiden, indem man die Voraussetzung aufgibt, dass die Idee der Schönheit selber schön sein muss.3. Man kann den Regress vermeiden, indem man zulässt, dass eine Idee an sich selber Anteil haben kann.
- 106. Warum sind moderne Formen des Universalienrealismus in der Regel von diesem Einwand nicht betroffen? Im Gegensatz zu PLaton, behaupten die meisten modernen Universalienrealisten nicht, dass die Eigenschaft der Schönheit selber schön ist oder dass das Universale Mensch selber ein Mensch ist.
- 107. Erläutern Sie den sog. „Verbindungsglied-Regress“! Wie entsteht dieser? Das Beispiel „Sokrates exemplifiziert Weisheit“ beinhaltet das Einzelding Sokrates (s), das Universale Weisheit (W) sowie des Relation des Exemplifizierens (E (= V)). Hierbei verbindet die Relation das Einzelding und das Universale (auch darstellbar als „s – E (=V1) – W“).Nun könnte man aber behaupten, dass ebenso eine Verbindung zwischen „s“ und „E“ sowie zwischen „E“ und „W“ bestehen müsste. Und zwischen diesen Verbindungen müsste auch wieder eine Verbindung bestehen usw.
- 108. Durch welchen argumentativen Zug könnte man die Entstehung dieses Regresses unterbinden? Es muss kein weiteres Verbindungsglied zwischen Sokrates (s) und der Relation (E) sowie der Relation (E) und der Weisheit (W) gebenMan muss also die Annahme verwerfen, dass es immer eine dritte Entität geben muss, wenn zwei Entitäten miteinander verbunden sind, die diese beiden verbindet.
- 2.16 Platon meinte, dass Universalien sich selbst exemplifizieren (dass z. B. die Idee des Menschen selber ein Mensch ist). Im modernen Universalienrealismus wird das i. d. R. nicht angenommen. Welches Problem handelt man sich dann aber stattdessen ein? 1. Es entsteht die Frage, was für Eigenschaften Universalien dann selber exemplifizieren, wenn bspw. die Schönheit nicht selbst schön ist.2. Es entsteht die Frage, aufgrund welcher Eigenschaften des Universales Schönheit es kommt, dass das Ding, welches die Schönheit exemplifiziert, dann schön ist.
- 2.16 Platon spricht von der „Teilhabe“ der Einzeldinge an den Ideen. Im modernen Universalienrealismus sprechen wir von „Exemplifikation“ bzw. „Instantiierung“? Was ist das Problem mit diesen Begriffen? Es ist schwierig zu erklären, wie genau man sich die Beziehung der „Teilhabe“/“Exemplifikation“/ “Instantiierung“ denken soll, da damit gemeint ist,dass jedes Universale als Ganzes in vielen einzelnen Dingen exemplifiziert sein kann. Dieses eine Ganze in Vielen ist aber schwer zu erklären.
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- 2.17 Warum kann ein Autotypus keine runde Dachform haben? Da ein Typus nicht räumlich ausgedehnt oder sinnlich wahrnehmbar ist, kann dieser keine räumlich ausgedehnte oder sinnlich wahrnehmbare Eigenschaft haben, welche eine „runde Dachform“ aber ist.
- 2.17 Welche Arten von Eigenschaften können Typen grundsätzlich nicht haben? Typen können grundsätzliche keine Eigenschaften haben, die eine räumliche Ausdehnung oder sinnliche Wahrnehmung implizieren.
- 2.17 Geben Sie Beispiele für Eigenschaften, die Typen haben können! Typen können Eigenschaften haben, die keine räumliche Ausdehnung oder sinnliche Wahrnehmbarkeit implizieren.Z. B.: „Anfang des 19. Jh. komponiert worden sein“, „von einer bestimmten Person erfunden worden sein“, „viele Vorkommnisse haben“, „ein abstrakter Gegenstand sein“.
- 2.18 Erläutern Sie die Unterscheidung zwischen „gewöhnlicher Prädikation“ und „Ist-bestimmt-als-Prädikation“ anhand von Beispielen! „Gewöhnliche Prädikationen“ werden in der Form „a ist F“ ausgedrückt. Sie dienen dazu, Gegenständen Eigenschaften zuzuschreiben. Bsp.: „Eine Kugel ist kugelförmig.“"Ist-bestimmt-als-Prädikationen" dienen dazu, abstrakten Gegenstände mit Hilfe von Prädikaten Eigenschaften zuzuschreiben. Dabei charakterisieren diese Eigenschaften den Gegenstand nicht im eigentlichen Sinn, sondern in einem analogen Sinn,da abstrakte Gegenstände nicht räumlich ausgedehnt oder sinnlich wahrnehmbar sind,die Prädikate aber eine räumliche Ausdehnung oder sinnliche Wahrnehmbarkeit implizieren. Bsp.: „Homer Simpson ist fett.“
- 2.18 Welche Probleme des Universalienrealismus lassen sich mit Hilfe dieser Unterscheidung lösen? Die 2. Hauptfrage des Universalienrealismus (Frage nach der exakten Beziehung zwischen Typen und Vorkommnissen) lässt sich mit dem Begriff des Bestimmt-als beantworten.Für alle x und alle y: x ist Vorkommnis von y genau dann, wenn für alle F: wenn y als F bestimmt ist, dann ist x F.
- 2.18 In welchem Sinn sind Typen „unvollständig bestimmte“ Gegenstände? Typen werden durch bestimmte Eigenschaften charakterisiert.Vorkommnisse dieser Typen haben jedoch noch weitere Eigenschaften, die für die Bestimmung als einen Typ jedoch unbedeutend sind.
- 1. Erläutern Sie das sog. „Außenweltproblem“! Um welche Frage(n) geht es da? Was versteht man in diesem Kontext unter „Außenwelt“? Das „Außenweltproblem“ beschäftigt sich mit der zentralen ontologischen Frage, ob es eine vom Bewusstsein unabhängige Außenwelt gibt.Unter diesem Kontext versteht man unter der „Außenwelt“ die Gesamtheit der materiellen Dinge und ihre Zustände.Auch unser Körper mit allem, was sich darin abspielt, ist ein Teil der Außenwelt.
- Was versteht man in der Ontologie unter „Idealismus“? Die Position, dass es keine Außenwelt gibt und alles, was existiert, von einem Bewusstsein abhängig ist.
- Was versteht man unter Außenweltrealismus? Außenweltrealismus ist die Position, dass es eine Wirklichkeit gibt, die unabhängig von irgendeinem Bewusstsein existiert,eine Wirklichkeit also, die nicht geistig ist.
- Was versteht man unter Außenweltskepsis? Zweifel an der Existenz der Außenwelt.
- Wie kann man für eine Außenweltskepsis argumentieren? Man kann mit Sinnestäuschungsargumenten für eine Außenweltskepsis argumentieren.
- Erläutern Sie den Unterschied zwischen Empfindungsurteilen und Wahrnehmungsurteilen und geben Sie je ein Beispiel für beides! Wahrnehmungsurteile sind eine Konjunktion aus zwei Urteilen: einem Empfindungsurteil und einem Kausalurteil (ein in sich komplexes Urteil)und enthalten Wahrnehmungswörter (wahrnehmen, sehen, hören, fühlen, schmecken).Bsp.: „Ich sehe etwas Rotes.“Empfindungsurteil: „Ich habe eine Rotempfindung.“ (Behauptung der Existenz eines Erlebnisses)Kausalurteil: „Es gibt etwas Rotes, das meine Rotempfindung verursacht.“
- Betrachten Sie folgende These: „Jedes Wahrnehmungsurteil schließt ein Kausalurteil ein.“ Erläutern Sie diese These anhand eines Beispiels! 1. Ich schmecke etwas Süßes. (Wahrnehmungsurteil)1a.Ich habe eine Süßempfindung. (Empfindungsurteil)1b. Es gibt etwas Süßes, das meine Süßempfindung verursacht. (Kausalurteil)Wenn man das Urteil 1. analysiert, besteht es aus 1a., einem Empfindungsurteil, und 1b., einem Kausalurteil.Dass ich etwas Süßes schmecke (1.) impliziert also, dass es etwas Süßes gibt, das dieses Empfinden (1a), etwas Süßen zu schmecken, verursacht (1b).
- Erläutern Sie (am besten anhand eines Beispiels) folgende These: „Wahrnehmungsurteile sind abgeleitete Urteile“. Woraus sollen Wahrnehmungsurteile abgeleitet sein? Wahrnehmungsurteile sind stehts abgeleitet aus anderen Urteilen, nämlich einem Empfindungsurteil und einer Hypothese, dass es etwas gibt, dass diese Empfindung verursacht.Zusätzlich müssen die Normalbedingungen (also bspw. kein Drogeneinfluss oder kein Schlaf) erfüllt sein.Also das Wahrnehmungsurteil 1. „Ich schmecke etwas Süßes.“ wird abgeleitet:dem Empfindungsurteil 1a.: „Ich habe eine Süßempfindung.“der Hypothese K.: „Wenn ich eine Süßempfindung habe, und wenn die Normalbedingungen erfüllt sind, dann gibt es etwas Süßes, das meine Süßempfindung verursacht.und der Bedingung B.: „Die Normalbedingungen sind erfüllt.“
- Begründen Sie folgende These: „Ich habe eine Bitter-Geschmacksempfindung“ impliziert nicht das Wahrnehmungsurteil „Ich schmecke etwas Bitteres“. Die o. g. These impliziert nicht das o. g. Wahrnehmungsurteil, da nicht auszuschließen ist,dass die Normalbedingungen nicht erfüllt sind und die Bitter-Geschmacksempfindung somit nicht daraus resultiert, dass ich etwas Bitteres schmecke.
- Was versteht man – im Kontext der Philosophie der Wahrnehmung – unter „Normalbedingungen“? Welche Rolle spielen die Normalbedingungen für die Ableitung von Wahrnehmungsurteilen aus Empfindungsurteilen? Normalbedingungen herrschen dann, wenn die Sinneswahrnehmung nicht aufgrund von Einflüssen wie bspw. Drogen, Schlaf oder Gewalt beeinflusst werden.
- Warum ist es schwierig, die Annahme zu rechtfertigen, dass in einer konkreten Situation die Normalbedingungen der Wahrnehmung erfüllt sind? Um zu begründen, dass die Normalbedingungen der Wahrnehmung erfüllt sind, muss man immer schon voraussetzen,dass die Normalbedingungen der Wahrnehmung erfüllt sind. Das ist dann eine zirkuläre Begründung.Man kann nur mit Hilfe von Wahrnehmung feststellen, welche Wahrnehmungsbedingungen gerade gegeben sind.
- Warum ist es schwierig, die Annahme zu rechtfertigen, dass zumindest manche unserer Empfindungen durch bewusstseinsunabhängige Dinge der Außenwelt verursacht sind? Es gibt keinen Beweis für diese Hypothese. Es ist nicht undenkbar, dass die Empfindungen, die wir haben, von Vorgängen in unserem Bewusstsein selbst verursacht sind.
- Erläutern Sie die Unterscheidung zwischen direktem Realismus und repräsentativem Realismus! Direkter Realismus besagt, dass wir sehr wohl die Dinge der Außenwelt direkt wahrnehmen können, im Gegensatz zur repräsentativen Realismus.
- Was ist – im Kontext der Philosophie der Wahrnehmung – gemeint mit der Metapher vom „Schleier der Wahrnehmung“? Damit ist gemeint, dass uns die Empfindungen sozusagen den Blick auf die Welt, wie sie „wirklich“ ist, verstellen. Wir vermuten,dass es sozusagen „hinter“ unseren Empfindungen eine Außenwelt gibt;aber wir ha¬ben keinen Beweis für die Existenz der Außenwelt; und schon gar nicht wissen wir etwas über die Beschaffenheit dieser Außenwelt.3.5
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- Was versteht man in der Ontologie und Erkenntnistheorie unter Sinnesdaten? Erklären Sie diesen Begriff in wenigen Sätzen und geben Sie einige Beispiele für Sinnesdaten! Mit „Sinnesdaten“ werden die Dinge bezeichnet, die uns unmittelbar in der Wahrnehmung gegeben sind:z. B. Farben (rot), Geräusche und Gerüche usw.Aus diesen unmittelbar gegebenen Gegenständen, den Sinnesdaten, erschließen wir die Gegenstände der Außenwelt.
- Sinnesdaten-Realisten meinen, dass Sinnesdaten die unmittelbaren Gegenstände unserer sinnlichen Empfindungen sind. Diskutieren Sie diese These! Was spricht dafür? Was könnte man dagegen einwenden? Sinnesdaten-Realisten nehmen die Annahme von Sinnesdaten als evident an. Ein Argument, das dafürspricht, kann wie folgt aussehen:1. Es gibt Empfindungen.2. Jede Empfindung hat einen Gegenstand.3. Der Gegenstand einer Empfindung ist ein Sinnesdatum.4. Also gibt es Sinnesdaten. (1,2,3)Man könnte dagegen die zweite Prämisse zurückweisen, dass nicht jede Empfindung einen Gegenstand hat.
- Diskutieren Sie folgende These: „Mit dem Satz ‚Der Himmel erscheint blau‘ wird der Himmel-Erscheinung die Eigenschaft Blau-zu-Sein zugesprochen.“ Wie könnte eine alternative Analyse von „Der Himmel ist blau“ lauten? Mit "erscheint blau" wird eine nähere Bestimmung des Himmels ausgedrückt und nicht einer näheren Bestimmung der Himmel-Erscheinung(Sinnesdatum). Ein gekrümmter Stab im Wasser ist nicht wirklich gekrümmt, aber das Sinnesdatum ist gekrümmt.
- Wie argumentiert Roderick Chisholm gegen die Annahme von Sinnesdaten? Chisholm formuliert zunächst einige Thesen:1. „x erscheint einem Subjekt S soundso“ impliziert nicht „es gibt etwas, das soundso ist“.2. Mit dem Satz „Der Vorhang erscheint grün“ wird nicht der Erscheinung des Vorhangs eine Eigenschaft zugesprochen,sondern der komplexe Ausdruck „erscheint grün“ drückt eine nähere Bestimmung des Vorhangs aus.3. Erscheinungen „sind keine Objekte für ein Subjekt“. Dann formuliert er ein Argument:1. Die Annahme von Sinnesdaten wirft philosophische Rätsel auf.2. Die Annahme von Sinnesdaten ist überflüssig.3. Also sollten wir nicht annehmen, dass es Sinnesdaten gibt.Das Argument stützt sich auf Ockhams Rasiermesser: man sollte keine Gegenstände annehmen,die man nicht braucht, um etwas zu erklären und wenn die Annahme dieser Gegenstände verwirrende Fragen aufwirft.
- Diskutieren Sie die These, dass Sinnesdaten mentale Entitäten sind! Welche ihnen üblicherweise zugeschriebenen Merkmale sprechen dafür, welche dagegen? Es spricht dafür, dass Sinnesdaten von einem Bewusstsein abhängig sind.Es spricht dagegen, dass man Sinnesdaten Eigenschaften zusprechen kann, die man mentalen Gegenständen nicht zuschreiben kann, sondern materiellen Gegenständen zuschreiben würde.(räumlich lokalisiert)
- Diskutieren Sie die These, dass (zumindest manche) Sinnesdaten (z. B. Farb-Sinnesdaten) räumlich lokalisiert sind! Was spricht dafür, was dagegen? Es spricht dafür, dass es undenkbar ist, dass etwas, das eine sinnlich wahrnehmbare Eigenschaft hat, nicht räumlich ausgedehnt ist.Zudem ist es undenkbar, dass etwas räumlich ausgedehnt, aber nicht räumlich lokalisiert ist.Es spricht jedoch dagegen, dass räumlich lokalisierte Gegenstände eigentlich nicht bewusstseinsabhängig sind.
- Welche besondere Schwierigkeit werfen „Gestreift-Sinnesdaten“ (und analog „Gepunktet-Sinnesdaten“ oder „Gefleckt-Sinnesdaten“ etc.) auf? Es scheint als könnten Sinnesdaten keine Eigenschaften haben, die uns verborgen sind. Wenn wir also etwas Gestreiftes sehen, können wir es als gestreift wahrnehmen,ohne eine bestimmte Anzahl von Streifen wahrzunehmen. Wie aber kann ein Gegenstand eine unbestimmte Anzahl von Streifen haben?
- Erläutern Sie die Adverbialtheorie der Wahrnehmungsurteile am Beispiel des Urteils „Ich sehe einen roten Fleck“! Laut der Adverbialtheorie fungiert der „Fleck“ als Adverbialbestimmung zum Wort „sehen“. Es besteht also keine zweistellige Relation zwischen mir und dem roten Fleck,sondern der rote Fleck bestimmt als Adverb das Wort „sehen“ näher.
- Inwiefern ist das Urteil „Ich sehe einen roten Fleck“ mehrdeutig? Man kann das Urteil verschieden interpretieren:1. als zweistellige Relation zwischen mir und dem Wahrnehmungsobjekt (dem Fleck)2. adverbial
- Wie kann man mit Hilfe der Adverbialtheorie gegen die Annahme der Existenz von Sinnesdaten argumentieren? 1. Wenn ich etwas wahrnehme, dann ist der wahrgenommene Gegenstand entweder ein Außenweltding oder ein Sinnesdatum. 2. Es kommt vor, dass ich „Sterne sehe“ (also bunte Lichtpunkte, die um meinen Kopf herumtanzen). 3. Wenn ich „Sterne sehe“, dann sind die wahrgenommenen „Sterne“ keine Außenweltdinge. 4. Also: Wenn ich „Sterne sehe“, dann sind die wahrgenommenen „Sterne“ Sinnesdaten. (1,3) 5. Also: Es kommt vor, dass ich Sinnesdaten wahrnehme. (2,4) 6. Wenn Gegenstände der Art F wahrgenommen werden, dann gibt es Gegenstände der Art F.7. Also: Es gibt Sinnesdaten. (5,6) Nach Chisholm: Die zweite Prämisse des o. g. Arguments wäre falsch, wenn man „Ich sehe Sterne“ als Aussage über eine zweistellige Relation zwischen mir und den Sternen interpretiert.Wenn man den Satz adverbial interpretiert „Mir wird gesternt erschienen“, wäre die zweite Prämisse zwar wahr, die Zwischenkonklusion 4 aber falsch.
- Was versteht man unter (linguistischem) Phänomenalismus? Die Auffassung, dass es möglich ist, alle Sätze über materielle Gegenstände in Sätze über Sinnesdaten zu „übersetzen“.
- Was kann mit „Phänomenalismus“ noch gemeint sein (wenn der Ausdruck nicht im Sinne von „linguistischer Phänomenalismus“ verstanden wird)? Die ontologische These, dass die Gegenstände, die wir als Dinge der Außenwelt betrachten, nichts anderes sind als Komplexe von Sinnesdaten.Es ist nicht klar, ob diese Sinnesdaten materiell oder mental sind.
- Versuchen Sie, folgende Sätze in die „Sinnesdatensprache“ zu übersetzen: „Ich sehe einen roten Apfel.“ „Ich höre einen Zug vorbeifahren.“ „Dieser Wein schmeckt nach Stachelbeeren und Zitrusfrüchten.“ „Ich sehe einen roten Apfel.“ -> „Ich empfinde ein roter-Apfel-Sinnesdatum.“„Ich höre einen Zug vorbeifahren.“ -> „Ich höre ein Zug-Sinnesdatum.“ ganz in Ordnung; sie zeigen aber auch, bei näherer Betrachtung, die Problematik des linguistischen Phänomenalismus
- Welche Auffassungen gibt es bezüglich der Frage nach der Beziehung von Sinnesdaten zu materiellen Gegenständen? Die Auffassungen von Sinnesdatentheoretiker, die zugleich Außenweltrealisten sind. 1. dass Sinnesdaten Teile von Oberflächen von materiellen Gegenständen sind. 2. Eine radikalere Auffassung wäre, dass materielle Gegenstände überhaupt vollständig aus Sinnesdaten bestehen, sozusagen Bündel von Sinnesdaten sind.Letztens gäbe es die Auffassung, dass Sinnesdaten nicht Teile von materiellen Gegenständen sind; sie werden von den materiellen Gegenständen nur verursacht.
- Diskutieren Sie die Annahme, dass materielle Gegenstände aus Sinnesdaten bestehen! Welche Konsequenzen hätte diese Annahme? Diese Annahme läuft überhaupt auf eine idealistische Position hinaus. Wenn man ein Gegenstand nicht betrachten kann, dann hat dieser Gegenstand sozusagen keine Gestalt,da Sinnesdaten bewusstseinsabhängig sein sollen. Dann gibt es kein Sinnesdatum vom Gegenstand und dann hat dieser Gegenstand keine Form, Gestalt usw.
- Aus welchem Grund nehmen manche Theoretiker an, dass materielle Gegenstände nicht aus aktualen, sondern aus (bloß) möglichen Sinnesdaten bestehen? Welchen Vorzug hat diese These gegenüber der Auffassung, dass Dinge Bündel aktualer Sinnesdaten sind? Nicht aktualisierte Sinnesdaten sind nicht bewusstseinsabhängig. Wenn man diese aktualisierte Sinnesdaten (wie Tast-Sinnesdaten, Geruchs-Sinnesdaten und Geschmacks-Sinnesdaten) annimmt,dann kann man die außenweltrealistische Grundannahme retten, dass Außenweltdinge bewusstseinsunabhängige Gegenstände sind
- Was versteht man in der Erkenntnistheorie und Ontologie unter „dem Gegebenen“? Empiristen bezeichnen eine „reine“, unvermischte Erfahrung, auf die sich alles Wissen über die empirische Wirklichkeit zurückführen lässt, als „das Gegebene“"Das Gegebene" darf in keiner Weise irgendwie abgeleitet sein, weder aus anderen Erfahrungsurteilen noch aus theoretischen Annahmen.
- Diskutieren Sie die Frage, was „das Gegebene“ ist! Welche Arten von Gegenständen kommen als „Gegebenes“ in Frage, und welche Konsequenzen ergeben sich jeweils daraus, dass diese Gegenstände als „Gegebenes“ angenommen werden? 1. unsere aktuellen Erfahrungen (man kann damit aber nicht die Annahme der Außenwelt rechtfertigen)2. Sinnesdaten (aber es ist noch nicht sicher, dass uns Sinnesdaten unmittelbar gegeben sind)Es ergibt sich das Problem daraus, dass beide Annahmen von „Gegebenem“ nicht sicher sind, dass man nicht leicht feststellen kann, was uns unmittelbar gegeben ist.
- Erläutern Sie das Schlagwort vom „Mythos des Gegebenen“! Was soll damit zum Ausdruck gebracht werden? Die Redewendung „Mythos des Gegebenen“ vom Philosophen Wilfried Sellars drückt die Skepsis in Bezug auf „das Gegebene“ aus.
- Erläutern Sie in wenigen Sätzen die „Seinsweisentheorie“! Wie lautet deren zentrale These? Die "Seinsweisentheorie" ist die Auffassung, dass es verschiedene „Weisen des Seins“ gibt. Mit „es gibt“ wird ausgedrückt,dass etwas irgendeine Seinsweise hat und mit „existiert“, dass etwas die spezielle Seinsweise der Existenz hat.