Psychologie (Fach) / Insgesamt (Lektion)
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Diese Lektion wurde von aca16883 erstellt.
- Was bedeutet das Wort Psychologie? (wörtl. Übersetzung) "Seelenkunde" oder "Seelenlehre" griech. "psyche": Hauch, Leben, Seele griech. "logos": Wort, Begriff
- Hofstätter und Wendt, 1974 Definition: Psychologie "Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. [...] Ihr Gegenstand ist das (zumeist menschliche) Erleben und Verhalten, ihr Ziel ist es, allgemeingültige Aussagen über diesen Gegenstand zu machen - ihn zu beschreiben, beobachtbare Regelmäßigkeiten und Zusammenhänge aufzudecken, diese zu erklären, und womöglich Vorhersagen zu machen." Anmerkungen: Zentral ist in dieser Definition der Forschungsgegenstand, mit dem sich das Fach zu beschäftigen hat.
- Traxel, 1974 Definition: Psychologie "Die Psychologie ist eine Erfahrungswissenschaft, die als ein System methodisch gewonnener Aussagen über einen bestimmten Gegenstand zu definieren ist." Anmerkungen: Ähnlich wie bei Hofstätter und Wendt, 1974, ist in dieser Definition die Angabe des Forschungsgegenstands, mit dem sich das Fach zu beschäftigen hat, zentral.
- Bourne und Ekstrand, 1992 Definition: Psychologie "Die Psychologie ist die wissenschaftliche Erforschung von Verhalten." Anmerkungen: Bei dieser Def. könnte das Missverständniss entstehen, es sei nur das äußere (beobachtbare) Verhalten gemeint.
- Rohracher, 1965, "Einführung in die Psychologie" Definition: Psychologie "Psychologie ist die Wissenschaft, welche die bewußten Vorgänge und Zustände sowie ihre Ursachen und Wirkungen untersucht. " Anmerkungen: Hier werden unbewussten, automatisch ablaufende psychische Vorgänge noch vernachlässigt. Zumindest gibt es eine Abgrenzung zu anderen Humanwissenschaften.
- Zimbardo und Gerrig, 1999 Definition: Psychologie "Gegenstand der Psychologie sind Verhalten, Erleben und Bewusstsein des Menschen, deren Entwicklung über die Lebensspanne und deren innere (im Individuum angesiedelte) und äußere (in der Umwelt lokalisierte) Bedingungen und Ursachen. " Anmerkungen: Die Bedeutung innerer (introspektiver) Prozesse für die psychologische Forschung wird ebenso angesprochen wie der Aspekt des "Interaktionismus" mit Einflüssen seitens der Umwelt.
- Mandler, 1979 Definition: Psychologie "Die Psyche ist ein komplexes, einem Individuum zugeschriebenes Informationsverarbeitungssystem, das Input verarbeitet (einschließlich dem Input aus eigenen Handlungen und Erfahrungen) und Output an die verschiedenen Subsysteme und die Außenwelt abgibt." Anmerkungen: Mandler wird so den unbewussten als auch den unbewussten Prozessen gerecht, indem er die Psyche als komplexes Regulationssystem definiert, innerhalb dessen dem Bewusstsein nur eine "Lupenfunktion" zukommt. Eine Regulation ist eine Steuerung, die die Stabilität eines dynamischen Systems aufrechterhält.
- Dörner und Selg, 1996 Definition: Psychologie Im Sinne der Kybernetik: "Psychologie ist die Wissenschaft von den offenen oder variablen Regulationen. Gegenstand der Psychologie kann alles werden, was erlebbar ist und/oder sich im Verhalten äußert. [...]" Anmerkungen: offene oder variable Regulationen: Nicht genau durch genetische Vorprogrammierungen festgelegt. Gemeint sind kybernetische Regelsysteme, die sich plastisch entwickeln können. (z.B.: Lern- und Denkvorgänge). stabile Regulationen: genetisch fixiert (z.B.: Reflexe, Erbkoordinationen) Contra: Unterscheidung zw. variablen und stabilen Regulationen auf empirischer Basis fällt schwer. Das erschwert auch die Anwendung der Definiton. Pro: introspektives Erleben und beobachtbares Verhalten werden als gleichwertige Datenquellen der Psychologie dargestellt. Pro: Orientierung in Richtung Interdisziplinarität und Transdisziplinarität Interdisziplinarität: Zusammenarbeit verschiedener Wissenschaftsdisziplinen zur Lösung eines Problems. Transdisziplinarität: Einbezug von PraktikerInnen in den wissenschaftlichen Diskurs. Kybernetik: Wissenschaftliche Forschungsrichtung, die Systeme verschiedenster Art auf selbsttätige Regelungs- und Steuerungsmechanismen hin untersucht.
- Was ist nun die Zusammengefasste Definition von Psychologie? (Merksatz von Maderthaner, 2021) Psychologie ist eine Erfahrungswissenschaft, die in möglichst erschöpfender Breite und möglichst großer Realitätsnähe die Psyche bzw. ihre "Produkte" erforscht, nämlich das Verhalten, Bewusstsein und Erleben von Lebewesen.
- Was ist Interdisziplinarität und Transdisziplinarität? Interdisziplinarität ist das Zusammenarbeiten verschiedener Wissenschaftsdisziplinen zur Lösung eines Problems. Transdisziplinarität erfordert den Einbezug von PraktikerInnen in den wissenschaftlichen Diskurs.
- Nenne das erste der vier Hauptziele für die Wissenschaftsdisziplin Psychologie? Erkläre dieses! Beschreiben Darunter versteht man das möglichst präzise, systematische und theoriegeleitete Erfassen von Informationen (Daten) über die zu untersuchenden psychischen Phänomene.
- Was sind die Erhebungsverfahren des 1. Hauptziels der Psychologie? Beschreiben ♥ Selbst- und Fremdbeobachtungen ¿ Befragungen (Interviews) ◊ Experimente ⊗ Tests ♠ nichtreaktive Verfahren (z.B.: Archive, Abnützungsgrad von Böden oder Gebrauchsgegenständen) ¶ Textanalysen (z.B.: Tagebücher) ♣ Inhaltsanalysen (Häufigkeit und Bedeutung verwendeter Begriffe) ∝ Skalierungen (Semantisches Differential bzw. Polaritätsprofil) ℑ Simulationen (z.B.: Computermodelle, Szenarien) α hirnelektrische Ableitungen (z.B.: EEG) ¥ Messungen (z.B.: Reaktionszeiten) ¢ Labordaten (z.B.: blutchemische Werte)
- Nach welchen Kriterien richtet sich die Auswahl der Beschreibungsmittel? (1. Hauptziel der Psychologie) Die Auswahl der Beschreibungsmittel von psychologischen Phänomenen richtet sich primär nach der ... ⇒ wissenschaftlichen Grundorientierung der forschenden Person ⇒ nach der Art des Phänomens ⇒ und bei quantitativen Daten auch nach deren statistischer Verwertbarkeit
- Was ist das Objektivitätsproblem? Was wurde deswegen eingeführt? Benenne und erkläre alle davon. Objektivitätsproblem: Schwierigkeit, Daten unverfälscht zu erfassen Bei diagnostischen Verfahren zur Beschreibung von Störungsbildern oder Personenmerkmalen werden hohe Gütekriterien gefordert. Gütekriterien: 1. Objektivität: Sie ist umso größer, je ähnlicher die Daten bei unterschiedlichen datenerhebenden Personen sind. 2. Reliabilität: Die sogenannte "Zuverlässigkeit" von Daten ist umso größer, mit je weniger Erhebungsfehlern sie überlagert sind. 3. Validität: Die "Gültigkeit" von Daten nimmt in dem Maße zu, in dem sie tatsächlich jene Eigenschaft beschreiben, die registriert werden soll (z.B.: Intelligenz und nicht auch Konzentration oder Bildung). sonstige: ♦ bei Skalierung (Wiedergabe korrekter Quantitäten) ♦ bei Normierung (Normen bzw. Bezugssysteme für Ergebnisse sollen vorhanden sein) ♦ Fairness (Daten über verschiedene soziale Gruppen dürfen nicht systematisch verfälscht sein) ♦ Ökonomie (Aufwand der Datenerhebung soll vertretbar sein) ♦ Zumutbarkeit (Konsequenzen für Probanden sowie deren Akzeptanz sind zu berücksichtigen) ♦ Unverfälschbarkeit (Ergebnisse sollen nicht manipulierbar sein) ♦ Nützlichkeit (Daten sollen zweckentsprechend sein)
- Nenne häufige Artefakte bei Befragungen ♥ Unklarheiten in der Formulierung von Fragen (z.B.: Mehrdeutigkeit, zu komplizierte Sätze) ♥ Fehlinterpretationen von Anweisungen ("Instruktionen") ♥ Sequenzeffekte (Ermüdung, "Trainingseffekte") ♥ Hawthorne-Effekt (sich beobachtet oder analysiert zu fühlen, erhöht zumeist die Leistungsbereitschaft) ♥ Mangelnde Bereitschaft zur Selbstenthüllung (bei privaten Inhalten) ♥ Motive zur Selbstdarstellung, Effekt der sozialen Erwünschtheit (bei InterviewpartnerInnen einer Befragung einen bestimmten Eindruck zu hinterlassen, sich nicht zu blamieren etc.) ♥ Befürchtung negativer Konsequenzen (Zweifel an anonymer Verarbeitung der Daten) ♥ Sponsorship-Bias (Vermutungen über die Absichten der AuftraggeberInnen von Befragungen) ♥ Kontext-Effekte (z.B. Einfluss von Stimmungen) ♥ Urteilsheuristiken (pragmatische, zeitsparende und oft unlogische Art der Schlussfolgerungen) ♥ Anwesenheitseffekte (Beeinflussung des Antworteverhaltens durch anwesende Personen)
- Nenne das 2. Hauptziel der Psychologie. Wie läuft es ab? Erklären Man stellt eine Hypothese auf. Resultate von Befragungen, Experimente, Beobachtungen werden inhaltlich interpretierend (qualitativ) oder statistisch (quantitativ) auf Gesetzlichkeiten überprüft und mit den hypothetisch postulierten Zusammenhängen verglichen. ♦ empirisch gefundene Zusammenhänge = erwartete ZSH ⇒ Verifikation der Hypothese ♦ empirisch gefundene Zusammenhänge ≠ erwartete ZSH ⇒ Falsifikation der Hypothese
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- Beschreibe die Ausdrücke "konfirmative Vorgangsweise" und "exploratives Verfahren" im Zusammenhang mit Hypothesen. konformative (bestätigende) Vorgangsweise ♥ Theorie od. Vorrannahme einer Gesetzlichkeit wird vor der Hypothesensetzung vorausgesetzt. exploratives Verhalten ♥ Unbekannte Zusammenhänge aus Daten-Pool finden
- Wie sind Hypothesen und Gesetze aufgebaut? Wie hängen Hypothese, Gesetz und Theorie zusammen? ♥ Hypothesen und Gesetze sind zumeist in Form von "Wenn-dann-Aussagen" formuliert und beziehen sich auf vermutete Kausalzusammenhänge in der Realität. ♥ Die Wenn-Komponente beschreibt jeweils die Ursachen, Bedingungen oder Auslöser von Wirkungen, während die Effekte oder ausgelösten Veränderungen in der dann-Komponente formuliert werden. ♦ Hypothesen sind wissenschaftlich begründete Annahmen (Wenn-dann-Aussagen) über Zusammenhänge von Ereignissen. ♦ Bestätigte Hypothesen nennt man Gesetze. ♦ Als Theorie beschreibt man zumeist ein System von Gesetzen. Seite 58: Hypothesen sind Annahmen über Relationen zwischen mindestens zwei (empirischen) Variablen. Wenn eine hypothetische Relation zufriedenstellend oft in verschiedenen, wissenschaftlich seriösen Untersuchungen empirisch bestätigt wurde, spricht man von einem Gesetz. Mehrere Gesetze (oder Hypothesen), die ein logisch konsistentes Erklärungsgerüst für ein bestimmtest Phänomen darstellen, werden zusammenfassend als Modell bezeichnet (z.B: Wahrnehmungs-, Lern-, Gedächtnis- und Handlungsmodelle). Der Übergang von Modellen zu Theorien ist fließend. Eine Theorie ist ein System von zusammenhängenden Gesetzen, die maximal abstrakt formuliert sind.
- Nenne ein Beispiel für ein Gesetz. Yerkes-Dodson-Gesetz Eine zu hohe oder zu niedrige psychophysiologische Aktivierung (Wenn-Komponente) verringert die Konzentrations-, Denk- und Gedächtnisleistungen (Dann-Komponente).
- Nenne und erkläre die Probleme bei der Interpretation von Untersuchungsergebnissen. ♥ Repräsentativitätsproblem: Wie gut ist von den jeweils beobachteten Daten - den Fällen der Stichprobe - auf die Grundgesamtheit bzw. Population zu schließen? ♥ Operationalisierungsproblem bzw. Validitätsproblem: Finden abstrakt formulierte Theorien eine Inhaltliche Entsprechung in den empirisch ausgewählten Untersuchungsverfahren? z.B.: Ist die Intelligenz eines Menschen (abstrakte Annahme über die geistige Leistungsfähigkeit einer Person) tatsächlich über spezielle Intelligenzaufgaben eines Tests erfassbar bzw. ist die theoretische Vorstellung über Intelligenz anhand von anschaulich konkreten Daten überprpfbar? ♥ Reliabilitätsproblem: Es ist nicht davon auszugehen, dass eine einmal gefundene Gesetzmäßigkeit an allen möglichen Orten, zu allen möglichen Zeiten, und unter allen möglichen Umständen gilt.
- Was sind wichtige Qualitätskriterien für Gesetze und Theorien? ♥ Ihr Grad an Repräsentativität (Repräsentativitätsproblem) ♥ ihr Realitätsbezug (Operationalisierungsproblem bzw. Validitätsproblem) ♥ sowie ihre zeitliche und Situative Stabilität (Reliabilitätsproblem)
- Wie wird die Reliabilität von Ergebnissen überprüft? ♦ Test für psychische Eigenschaft wird für gleiche Personen wiederholt eingesetzt. ("Retest-Reliabilität") ♦ Ergebnisse verschiedener Tests zur gleichen Eigenschaft werden miteinander verglichen. ("Paralleltest-Reliabilität")
- Was bedeutet Reliabilität? ♥ bedingungsunabhängige Verlässlichkeit einer Datenerhebung
- Was ist eine für die Verlässlichkeit von Forschungsergebnissen wichtige Bedingung? Replizierbarkeit bzw. Reproduzierbarkeit
- Nenne und beschreibe das 3. Hauptziel der Psychologie. Vorhersagen Erstellung von Prognosen: Wenn z.B.: über einen spezifischen Sachverhalt Informationen gegeben sind, dann können unter der Verwendung psychologischer Gesetze Rückschlüsse auf weitere, nicht bekannte Merkmale des Sachverhalts gezogen werden.
- Gebe ein Beispiel für Prognosen durch Gesetze an. Bekannte Vorinformationen (Prämissen): Person X ist sprachbegabt. Person X ist lernmotiviert. Person X hat gute Lernbedingungen. Gesetze (Prämissen): Wenn eine Person sprachbegabt und lernmotiviert ist sowie gute Lernbedingungen vorfindet, dann erzielt sie höchstwahrscheinlich gute Lernleistungen in Fremdsprachen. Schlussfolgerung (Komklusion): Person X wird sehr wahrscheinlich gute Lernleistungen in Fremdsprachen erbringen.
- Aus psychologischen Gesetzen können Vorhersagen über ?...? gemacht werden. Aus psychologischen Gesetzen können vielfältige Vorhersagen über ♣ psychische Strukturen / Struktur von psychischen Phänomenen (Intelligenzstruktur, Einstellungsprofil) ♣ psychische Abläufe / Dynamik von psych. Phän. (Reifungsprozesse, geistige Entwicklung, Entstehung psychischer Störungen) ♣ oder über deren Abhängigkeit von Umweltbedingungen getroffen werden.
- Nenne das 4. Hauptziel der Psychologie und beschreibe dieses. Verändern ♥ Dauerhafte Veränderung/Optimierung menschlichen Erlebens und Verhaltens (Veränderung von Gefühlen, Einstellungen, Motiven, Entscheidungen, etc. ) ♥ Meist komplexe Vorgangsweisen nötig ♥ Es müssen auch soziale und physische Umfelder der KlientInnen einbezogen werden. ♥ Der beratenden, pädagogischen, therapeutischen Anwendung solcher Veränderungsprogramme gehen oft umfangreiche Studien an hunderten Versuchspersonen voraus, um Erfolg unter möglichst vielen Bedingungen sicherzustellen.
- Nenne alle Arten der psychologischen Intervention ♥ Beobachtungen und Befragungen (haben an sich schon indirekte Auswirkungen, z.B.: durch Reflektieren des eigenen Verhaltens oder durch Problematisieren von Befragungsinhalten) ♥ Kommunikationsstil (kann meinungsbildend, kommunikationsfördernd und konfliktlösend wirken, z.B.: durch Maßnahmen der Moderation oder Mediation) ♥ Aufklärung und Bildung (vermittelt psychologisches Wissen und Können z.B.: über optimales Lernen, Möglichkeiten der Stressbewältigung) ♥ Beratung (Schulberatung, Berufsberatung, Erziehungsberatung, Coaching, etc. ) ♥ Training (z.B.: Entspannungstechniken, Lerntechniken, Kommunikations- und Kooperationstraining, Elterntraining) ♥ Therapie (z.B.: kognitive Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie) ♥ Umweltgestaltung und Partizipation (z.B.: Mitwirkung bei Planungen für menschengerechtes Wohnen und Siedeln, für eine humane Arbeitsplatzgestaltung oder für eine zukunftsfähige Mobilität)
- Hawthorne-Effekt: Was sagt er aus und was ist sein Ursprung? Hawthorne-Effekt: Personen verhalten sich anders, wenn sie sich beobachtet fühlen. Der Hawthorne-Effekt wurde nach den amerikanischen "Western Electric Hawthorne Works" in Chicago benannt, einer Fabrik, in der in den Jahren 1924 bis 1927 Elton Mayo den Einfluss von Arbeitsbedingungen auf die Produktivität testete: Er kam zum Schluss, dass man mehr zu leisten bereit ist, wenn man sich (z.B.: im Zuge einer wissenschaftlichen Untersuchung) beobachtet fühlt.
- Welchen Einfluss/Welche Auswirkung hat der Kommunikationsstil? Kommunikationspsychologisch geschulte ModeratorInnen können in Diskussionsrunden den Meinungsaustausch und die Konfliktbewältigung wesentlich dadurch fördern, dass sie eine partnerschaftliche Atmosphäre mit fairen Regeln für die Argumentation schaffen. Durch Kommunikationstechniken wie dem "Partnerzentrierten Gespräch", dem "Kontrollierten Dialog" und der "Themenzentrierten Interaktion" - sinkt in Partnerschaften, Arbeitsgemeinschaften und Firmen die Streithäufigkeit, während die Kooperationsfähigkeit steigt.
- Wie gestaltet sich der Einsatz psychologischen Wissens für Beratungstätigkeiten im Bildungs-, Arbeits- und Therapiebereich? ⇒ Ausgangsbedingungen werden erhoben ♦ Anamnese ♦ ⇒ Probleme und Störungen werden analysiert ♦ Diagnose ♦ In manchen Fällen sind umfangreiche Testungen, wie etwa zur Feststellung der Begabungsorientierung, der Interessenausrichtung, des Motivationsprofils oder der allgemeinen Problemsituation der KlientInnen nötig.
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- Die in der empirischen Psychologie entwickelten Therapieverfahren (insbesondere Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Familientherapie) sind ... ... besonders spezialisiert und auf die Art und Bedingtheit der behandelten Störung maßgeschneidert.
- Wozu dienen die Maßnahmen (Interventionen), die auf Basis psychologischer Gesetze und Theorien entwickelt wurden? Zur Veränderung problematischen Verhaltens, Erlebens und Bewusstseins.
- Welchen Weg muss man beim/nach dem Studium einschlagen, um Therapieverfahren anwerden zu dürfen (als Psychotherapeut)? Die in der empirischen Psychologie entwickelten Therapieverfahren sind im Rahmen eines Psychologiestudiums aufgrund des hohen Übungsbedarfs un der nötigen Supervision nicht ausreichend lern- und trainierbar und müssen daher in anspruchsvollen Zusatzaubildungen nach dem Studium vermittelt werden (z.B.: in Österreich die postgraduale Ausbildung für "Klinische und Gesundheitspsychologie" und/oder "Psychotherapie").
- Weitere nicht unwichtige Einflussmöglichkeiten der Psychologie liegen im bereich der -> Evaluation und Intervention im Wohn-, Wirtschafts-, Arbeits-, und Bildungsbereich. Was wird in diesen Bereichen angewendet? Seite 39 "User Needs Analysis" (UNA) "Post Occupancy Evaluation" (POE) "Environmental Impact Analysis" (EIA) Mit diesen Methoden lassen sich zum Beispiel wichtige Lebensbedürfnisse des Menschen ermitteln und Vorschläge für deren Befriedigung erarbeiten sowie eine allgemeine Verbesserung der Lebensumstände schaffen. In neuerer Zeit werden immer mehr moderne Technologien auf ihre psychologische Nutzbarkeit hin untersucht (EDV-Arbeitsplätze, Internet-Aktivitäten, E-Learning, Teleworking, etc. ).
- Wissenschaftliches Handeln sollte sich an logisch begründeten, explizit formulierten, und verbindlichen Kriterien orientieren. Welche Kriterien haben Wohlgenannt (1969) sowie Konegen und Sondergeld (1985) genannt? • Es sollen nur Aussagen über Sachverhalte gemacht werden, die wirklich vorhanden sind (Beobachtbarkeit, Erlebbarkeit). • Die Aussagen sollen ein System bilden und nach expliziten (wissenschaftsspezifischen) Regeln zustande kommen. • Es müssen Regeln zur Definition von Fachausdrücken (Termini) vorhanden sein. • Für das gegebene System von Aussagen müssen Ableitungsregeln gelten ("induktive" und "deduktive" Schlussregeln). • Das Aussagesystem muss wiederspruchsfrei sein. • Aussagesysteme mit empirischem Bezug (faktische Aussagen) dürfen sich nicht auf die Aufzählung von Fakten beschränken, sondern müssen auch Verallgemeinerungen enthalten. • faktische Aussagen müssen intersubjektiv prüfbar sein. Tipp: Was bedeutet intersubjektiv nachprüfbar? ⇒ Das gesamte Foschungsvorgehen soll so vollständig dokumentiert werden, dass es von anderen Personen nachvollzogen, beurteilt, ggf. kritisiert oder durch Wiederholung der Untersuchung nachgeprüft werden kann. Was ist Deduktion? ⇒ Das Wort Deduktion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet etwa Ableitung oder Herleitung. Die Deduktion wird auch als logisches Schließen bezeichnet. Diese Bezeichnungen liegen darin begründet, weil beim deduktiven Denken durch das Erkennen einer logischen Regel und einer gegebenen Bedingung, eine Schlussfolgerung auf die logische Konsequenz (Wirkung) stattfindet. Aus mindestens 2 Aussagen ist es also möglich, eine neue Aussage abzuleiten. Wenn die 2 Prämissen korrekt angegeben sind, können wahre (oder auch zwingende) Schlüsse gezogen werden. Bei dieser Denkart werden keine neuen Erkenntnisse gewonnen. Bsp.: Fische leben im Wasser ⇒ mein Goldfisch Hermann ist ein Fisch ⇒ Auch Hermann lebt im Wasser Was ist Induktion? ⇒ Auch dieses Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet etwa Herbeiführung oder Veranlassung. Sie wird weithin auch als verallgemeinerndes Denken bezeichnet. Unter ihr versteht man die Ableitung einer allgemeinen Regel durch eine oder mehrere Bedingungen. Da aus Einzelfällen abgeleitet wird, ist die Schlussfolgerung möglicherweise nicht wahr, allerdings können neue Erkenntnisse gewonnen werden. z.B.: Hermann lebt im Wasser ⇒ Hermann ist ein Fisch ⇒ Alle Fische leben im Wasser
- Merksatz: Wissenschaftliches Vorgehen will für Tatsachen (Fakten) ... ... ein möglichst wiederspruchsfreies System von mehr oder weniger abstrakten, logisch verknüpften und intersubjektiv prüfbaren Aussagen bilden.
- Wie charakterisieren Bortz und Döring (1995) aus der Sicht der Psychologie wissenschaftliche Aussagen? "Wissenschaftliche Hypothesen sind Annahmen über reale Sachverhalte (empirischer Gehalt, empirische Untersuchbarkeit) in Form von Konditionalsätzen. Sie weisen über den Einzelfall hinaus (Generalisierbarkeit, Allgemeinheitsgrad) und sind durch Erfahrungsdaten wiederlegbar (Falsifizierbarkeit)." Tipp: Konditionalsätze = Wenn-Dann-Sätze Wissenschaftliche Aussagen/Annahmen = wissenschaftliche Hypothese
- In wiefern unterscheidet sich die Human- und Sozialwissenschaft Psychologie grundlegend von den Naturwissenschaften? In der Psychologie sind die wissenschaftlichen Phänomene nicht direkt zugänglich, sondern müssen oft indirekt erschlossen werden. So sind etwa Persönlichkeit, Intelligenz oder Einstellungen theoretische Begriffe, die nur über Verhaltenstendenzen, Fertigkeiten oder Gefühlsreaktionen erfasst werden können. Der Weg von der Empirie zur Theorie ist daher in der Psychologie oft weit und erfordert viele Zwischenschritte.
- Beschreibe den Weg von Empirie zur Theorie mittels einem Diagramm. Welche Rolle übernehmen das empirische System, das theoretische System und das Korrespondenzsystem? Beschreibe den Weg von Empirie zur Theorie. (schriftlich, Schritt-für-Schritt) Diagramm: Buch Seite 57 • empirisches System: liefert die Forschungsdaten • theoretisches System: formuliert Gesetze und Erklärungen • Korrespondenzsystem (Erklärung: Buch): Das vermittelnde, transformierende Korrespondenzsystem wird dazu benötigt um die theoretische Beschreibung der Realität als deren abstrakte Abbildung in ein Symbolsystem (Sprache, Vorstellung, Programme, ...) aufzufassen. Dadurch werden wissenschaftscharakteristische Vorschriften zur Gewinnung, Beschreibung, Erklärung und Interpretation der jeweiligen Systemelemente zur Verfügung gestellt. Weitere Difinition (Buch): Das Korrespondenzsystem bildet die Vorgangsweisen, Methoden und Instrumente, die zwischen dem empirischem und theoretischem System eine Verbindung herstellen. • Schritte vom empirischen zum theoretischen System: 1. Es werden aus einer Vielzahl von Strukturen und Abläufen in der psychischen oder sozialen Realität (= Empirie) jene Phänomene identifiziert, die Gegenstand der wissenschaftlichen Untersuchung werden sollen. 2. Phänomene (zB. Denkprozesse, Lernformen, Stressverarbeitung) werden exakt beschrieben, was sich in verbalen, bildlichen oder symbolischen Datenmengen (= Protokollen) niederschlägt. Hierbei werden die Phänomene mittels sogenannten Indikatoren beschrieben. Diese enstehten, indem man die Datenmenge auf jene Informationseinheiten begrenzt, die zur Beschreibung der Gesetzmäßigkeiten der Phänomene relevant erscheinen. Die Gesamtheit aller Ausprägungen von Indikatoren zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sind einzelne Tatsachen, die der empirischen Forschung als Grundeinheiten zur Gewinnung oder Überprüfung von (statistischen) Hypothesen zur Verfügung stehen. 3. Eine Tatsache wird erst dann zu einem Fall des theoretischen Systems, wenn die erfassten Eigenschaften der Indikatoren in Ausprägungen von Variablen umgewandelt werden. Fall ⇒ Bestimmte Konfiguration jeweiliger Ausprägungen (empirischer) Variablen 4. Mittels statistischer Auswertungsverfahren werden auf Basis der zur Verfügung stehenden Fälle zwischen den Variablen hypothetische Relationen (Funktionen, Beziehungen etc.) geprüft oder unbekannte Relationen gesucht. Hypothesen sind Annahmen über Relationen zwischen mindestens zwei (empirischen) Variablen. Wenn eine hypothetische Relation zufriedenstellend oft in verschiedenen, wissenschaftlich seriösen Untersuchungen empirisch bestätigt wurde, spricht man von einem Gesetz. Mehrere Gesetze (oder Hypothesen), die ein logisch konsistentes Erklärungsgerüst für ein bestimmtest Phänomen darstellen, werden zusammenfassend als Modell bezeichnet (z.B: Wahrnehmungs-, Lern-, Gedächtnis- und Handlungsmodelle). Der Übergang von Modellen zu Theorien ist fließend (thematisch verwandte Modelle werden zu einer Theorie integriert). Eine Theorie ist ein System von zusammenhängenden Gesetzen, die maximal abstrakt formuliert sind. Konzeptionalisierung: Um die Realität in Form von Gesetzen oder Theorien abbilden zu können, müssen Begriffe (Konzepte) zur Klassifikation empirischer Phänomene entweder vorhanden sein (Alltagsbegriffe) oder neu entwickelt werden (Fachbegriffe bzw. Termini). Mit Hilfe der Konzeptualisierung werden Begriffe benutzt oder auch neu eingeführt, um die Realität in Form von Begriffen in der Theorie abbilden zu können. Operationalisierung: Mittels der Operationalisierung werden für neu eingeführte theoretische Fachbegriffe, sogenannte Konstrukte (dh. theoretische Konstruktionen) die konkrete Bedeutung in der Welt unserer Erfahrungen klargelegt. Oder: Bedeutungsinterpretierende Zuordnung beobachtbarer Sachverhalte zu einem theoretischen Begriff bezeichnet man als dessen Operationalisierung. Als Interpretationshilfen für theoretische Fachbegriffe können spezielle Beobachtungen, Testverfahren, Teile von Fragebögen oder sonstige Datenerfassungsverfahren herangezogen werden. Man kann zum Beispiel das Konstrukt der „Angst“ operationalisieren als die Herzfrequenz. Intelligenz = Leistung bei Intelligenztest, Glück = Befindlichkeitstest/Befragung
- Die Methoden einer wissenschaftlichen Disziplin sollen die korrekte und zweckmäßige ... ... "Abbildung" eines empirischen (konkreten) Systems in einem theoretischen (abstrakten) System erlauben.
- Was bezweckt das empirische System bzw. was ist der Inhalt des empirischen Systems? Im empirischen System werden Phänomene menschlicher Erfahrung ausgewählt und in ihren konkreten Erscheinungsweisen (Tatsachen) verbal oder symbolisch (über Indikatoren) protokolliert.
- Was passiert im theoretischen System bzw. was beinhaltet es? Im theoretischen System werden anhand von Fällen Relationen zwischen Variablen gesucht, funktional zusammenhängende Relationen zu Modellen zusammengefasst und thematisch verwandte Modelle zu einer Theorie integriert.
- Von Empirie zur Theorie: Erkläre die Begriffe Konzeptionalisierung und Operationalisierung. Konzeptionalisierung: Um die Realität in Form von Gesetzen oder Theorien abbilden zu können, müssen Begriffe (Konzepte) zur Klassifikation empirischer Phänomene entweder vorhanden sein (Alltagsbegriffe) oder neu entwickelt werden (Fachbegriffe bzw. Termini). Mit Hilfe der Konzeptualisierung werden Begriffe benutzt oder auch neu eingeführt, um die Realität in Form von Begriffen in der Theorie abbilden zu können. Operationalisierung: Mittels der Operationalisierung werden für neu eingeführte theoretische Fachbegriffe, sogenannte Konstrukte (dh. theoretische Konstruktionen) die konkrete Bedeutung in der Welt unserer Erfahrungen klargelegt. Oder: Bedeutungsinterpretierende Zuordnung beobachtbarer Sachverhalte zu einem theoretischen Begriff bezeichnet man als dessen Operationalisierung. Als Interpretationshilfen für theoretische Fachbegriffe können spezielle Beobachtungen, Testverfahren, Teile von Fragebögen oder sonstige Datenerfassungsverfahren herangezogen werden. Man kann zum Beispiel das Konstrukt der „Angst“ operationalisieren als die Herzfrequenz. Intelligenz = Leistung bei Intelligenztest, Glück = Befindlichkeitstest/Befragung
- Was sind Konstrukte? Konstrukte sind speziell definierte, nicht direkt beobachtbare Begriffe einer psychologischen Theorie (z.B.: Intelligenz, Motivation, Aggression), für die Operationalisierungen vorhanden sind oder entwickelt werden müssen.
- Was sind Fälle? Fälle sind - im Sinne einer wissenschaftlichen Fragestellung - maximal informationsreduzierte empirische Einheiten, anhand derer Gesetze verifiziert oder falsifiziert werden sollen. Da es in der Psychologie selten möglich ist, die gesamte Population bzw. Grundgesamtheiten empirischer Einheiten zu erfassen, für die ein Gesetz gelten soll, beschränkt man sich in der Forschung auf eine Strichprobe, deren Zusammensetzung in den gesetzesrelevanten Eigenschaften jener der Population möglichst ähnlich sein sollte, damit die auf Basis der Stichprobe gewonnenen Erkenntnisse berechtigt verallgemeinert werden können. Dies kann am besten gemacht werden, wenn: ⇒ Stichprobe nach dem Zufallsprinzip aus der Grundgesamtheit ausgewählt (Randomisierung) ⇒ Stichprobe entsprechend groß In sozialwissenschaftlichen Untersuchungen werden anhand von Fällen (Stichprobe) Gesetze gewonnen, welche auf ähnliche Sachverhalte (Population, Geltungsbereich der Gesetze) hin verallgemeinert werden.
- Wann darf von der Repräsentativität einer Stichprobe gesprochen werden? Wenn die Ausprägungen relevanter Untersuchungsvariablen in einer Stichprobe mit jenen der Population annähernd übereinstimmen, darf von Repräsentativität der Stichprobe gesprochen werden.
- Was ist bei der Repräsentativität von Stichproben problematisch und wie wird es umgangen? Im Forschungsalltag ist Repräsentativität aufgrund verschiedenster Forschungshemmnisse nur selten vollständig erreichbar (Kostenbegrenzung, Unerreichbarkeit von Personen, Teilnahmeverweigerung, etc.), sodass häufiig nur: ⇒ Gelegenheitsstichproben (z.B.: Studierendensamples) zur Verfügung stehen oder die Stichprobenselektion eher mittels ⇒ Quotaverfahren (Vergleichbarkeit der Stichprobe mit der Population hinsichtlich der Verteilung einiger wichtiger Merkmale wie Geschlecht, Bildung, Beruf, usw.), mittels ⇒ Schneeballverfahren (ProbandInnen vermitteln selbst wieder weitere ProbantInnen) oder mittels ⇒ Klumpenverfahren erfolgt ("cluster sampling": Cluster von Fällen, z.B.: Unternehmen, Organisationen, Branchen werden zufälig ausgewählt und hierin alle Mitglieder untersucht). Leider erhöhen die letztgenannten Auswahlverfahren die Fehleranfälligkeit und mindern den Grad an Verallgemeinbarkeit.
- Nenne ein Beispiel für eine einfache, aber prägnante Charakterisierung von Personen (Fällen). In was wird die Charakterisierung aufgeteilt? Von wem stammt sie? Skizziere sie. Ein Beispiel für eine einfache, aber prägnante Charakterisierung von Personen (Fällen) ist jene nach Persönlichkeitsfaktoren (Variablen). Das Profil kennzeichnet eine Person in den sogenannten "Big-Five-Faktoren" ("NEO Five-Factor Inventory" von Costa und McGrae, 1992; Becker, 2004). Skizze: Buch Seite 60, Abb 3.2
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