Allgemeine Psychologie (Fach) / Motivationspsychologie (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 56 Karteikarten
Grundlagen
Diese Lektion wurde von ameliekunow erstellt.
- Welche Definitionen von Motivation gibt es? 1. Dorsch (1982): aktivierende und richtungsgebende Vorgänge, die für die Auswahl und Stärke der Aktualisierung von Verhaltenstendenzen bestimmend sind 2. Gniech in Schorr (1993): WW von situativem Auslöser mit individueller Disposition sowie Erfahung und den daraus folgenden Handlungsstrategien, die die antizipierte Folge miteinschließen
- Definitionen von Motiv, Emotion und Wille Motiv: Dorsch (1982): Triebfelder des Wollens Gneich in Schorr (1993): Handlungsrichtungsweisende Kraft der Person Emotion: Dorsch: Gefühl, der Begriff lässt sich nicht definieren, da sich das Gefühl auf nichts anderes zurückführen lässt als Anmutungserlebnisse Wille: Dorsch: Fähigkeit, sich zur Ausführung einer Handlung zu entscheiden
- Definitionen der Motivation nach Schneider und Schmalz und Mook 1. Schneider und Schmalt (2000): prozesshaftes Geschehen, in dem Handlungsziele herausgebildet und das Verhalten und das Erleben auf Ziele ausgerichtet werden-> Motivation ist ein prozesshaftes Geschehen, in dem Handlungsziele herausgebildet werden und das Verhalten und erleben auf Ziele ausgerichtet werden 2. Mook (1987): diejenigen Prozesse, die zielgerichtetes Verhalten auslösen und aufrechterhalten-> wie kann man sich erklären warum Menschen manche Handlungen ausführen und manche nicht -> Motiviertes Verhalten: zielgerichtet, willentlich, absichtlich – aber nicht immer bewusst! Beispiele: Patellasehnen-Reflex, Saugreflex
- Nenne die 5 basalen Konzepte der Motivationspsychologie. 1) Ziele: Bedürfnisse nach Epikuro „Überleben“ = energetische Versorgung des Körpers (Hunger, Durst, Schlaf)o Herstellung, Erhaltung von äußeren Sachverhalten (Kunstwerk, soziale Bez.)o Komplexere Ziele: Drei Klassen (vgl. McClelland 1995) 1) mit Artgenossen zusammen sein 2) Einfluss auf die dingliche und soziale Umwelt haben 3) Unsicherheit reduzieren 2) Motive: Motive als Konkretisierung und Manifestation von Zieleno Gleichzeitigkeit von Zielen (Vorlesung anschauen oder Serie anschauen)o Zeitpunkt und Intensität der Verfolgung von Zielen: Motiv= Bewertungsdisposition oder latente Handlungsbereitschaft (inter-individuelle Unterschiede: z.B. Leistungs- vs. Anschlussmotiv; zeitlich stabil) -> Verhaltensunterschiede sind nicht vollständig durch situative Merkmale erklärbar -> welches Ziel ist für ein Individuum momentan besonders wichtigo Motivsysteme: biologisch: Hunger, Ängstlichkeit, Neugier, Sexualität Soziokulturell: Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Machtmotiv 3) Anreize: Ziele+ Motive allein sind nicht immer verhaltenswirksam… notwendig eine Anregung: Kontextbedingungen, Ziel scheint per se erreichbar zu sein = möglich! (Anregung muss allerdings auf entsprechendes Motiv treffen!) 4) Motivation: Resultat der Motivanregung (Motiv x Anreiz) ->stimmen übereino Latente Handlungsbereitschaft -> tatsächliches Handeln 5) Volition (Willensbildung): Volition muss für Handlungsausführung hinzukommeno Aktuell nicht anregende Motive werden trotzdem verfolgt (obwohl man Hunger hat und der Gedanke an die Cafeteria dominiert, bleibt man in der VL) – was passiert zwischen Motivation und konkreten Umsetzung der Handlung um Ziel zu erreichen?o MOTIVATION ÄNDERT LEDIGLICH DIE VERHALTENSWAHRSCHEINLICHKEIT
- Wie kann Motivation erforscht werden? 1. Messung von Motiven in z.B. Fragebögen 2. experimenteller Ansatz (Messung des Verhaltens, Kontrolle über Variablen) 3. Verhaltensbeobachtung 4. Klinischer Ansatz (z.B. Freud)
- Triebreduktionstheorie von Freud. Was gesagt diese Theorie. Triebenergiekonzept von Freud:-> Trieb hat innere Quelle = Motivo Begrenzte Energiemengeo Physische und psychische Prozesse fordern Energieo Mensch als geschlossenes Energiesystem Ziel des Triebes: Aufhebung des körperlichen Erregungszustandeso Homöostase = Gleichgewichto Trieb motiviert Verhalten-> ein Objekt (erforderlich um Ziel zu erreichen)-> Theorie ist eine Triebreduktionstheorieo Energie ist konstant und bleibt erhalten; potentielle und kinetische Energie (frei vs. gebunden) Kathexis (=Bindung von Triebenergie):o Energie wird gebunden, wenn begehrtes Objekt momentan nicht erreichbar ist -> Verlangen nach Objekt – bei Zielerreichung wird Energie freio Bei vollständiger Energiefreisetzung ->Homöostase
- Was besagt der psychologische Determinismus. -> Alle Handlungen haben eine Ursache (die Gründe können in der Vergangenheit liegen)
- Triebe können das Verhalten beeinflussen. Welche Modelle spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle? Primärmodell (SR): ESo Handlungsmodell: Es (Trieb) – Handlung – Triebbefriedigung Reflexbogeno Denkmodell: Es (Trieb) – Objekt nicht verfügbar – Halluzination – Triebbefriedigung ->Phantasietätigkeit -> Wunscherfüllung Sekundärmodell (SCR): ICHo Handlungsmodell: Es (Trieb) – Ich - Umweghandlung – Triebbefriedigung-> Befriedigungsaufschubo Denkmodell: Es (Trieb) – Ich – Pläne – Triebbefriedigung Kognitionen hilfen bei Zielerreichung
- Erkläre die Studie von McGinnis (1949) zu den Trieben. - Aufgabe: kurz dargebotene Wörter laut benennen- Neutral vs. Tabu (sexueller Inhalt)- AVs: minimale Darbietungsdauer für Identifikation des Worts („Wahrnehmungsschwelle“) + Hautleitfähigkeitsreaktion bei subliminaler Darbietungsdauer (->Arousal)-> unbedenkliche Wörter schneller wiedererkannt werden als Tabu-Wörter (werden verdrängt?), Tabu-Wörter erhöhen Erregungszustand (Hautleitfähigkeit) Kritik: soziale Komponente, Effekte der Worthäufigkeit?
- Erkläre die Studie von Lazarus 1965. § Vorführung eines Unfall-Films, Hautleitfähigkeit gemessen§ Verleugnungsinstruktion: „nur Schauspieler“§ Intellektualisierung: „möglichst präzise Beschreibung“§ Beide Bedingungen reduzieren ggü. KG die Ausschläge der Hautleitfähigkeit ->Ablenkung?
- Erkläre die Studie von Blum (1961) zur hypnotisch induzierten Blindheit. Blum (1961): drei Phasen1) Hypnotische Angst vor bestimmten Reiz suggeriert2) Wirksamkeit per SCR auf den Reiz überprüft3) Hypnotische Instruktion: Reiz nicht mehr sehen Ergebnis: Probanden reagieren nicht mehr auf den Reiz, keine stärkere SCR mehr
- Welche Entwicklungsphasen gibt es laut Freud Entwicklungshypothese§ Objekt der Triebenergie verändert sich in einer notwendigen Abfolge:1) Orale Phase (1.LJ)2) Anale (urogenitale) Phase (2.-3. LJ)3) Phallisch-ödipale Phase (4.-6. LJ)4) Latenzperiode5) Pubertät6) Reifes Erwachsenalter-> wenn sich die Energie in einer Phase nicht vom Objekt löst, werden große Anteile auf der Entwicklungsstufe gebunden ->Symptome in allen nachfolgenden Phasen
- Behavioristische Triebtheorie nach Hull. Erkläre das Triebkonzept von Hull. - Bedürfnisse (needs): in erster Linie physiologisch (Hunger, Durst, Schlaf)- Triebe (drive): motivationale Komponente von Bedürfnissen unspezifischer Ereignisquelle (wie bei Freud) – Befriedigung/ Reduktion = angenehm- Aber: Integration in ein behavioristisches Konzept: Triebe= interne Stimuli- Columbia Obstruction Box (C.J. Warden): Ziel: Messung innere Motivationo Wahrscheinlichkeit des Überquerens steigt mit Nahrungsdeprivation = innerer Zustand Hungrige Ratte : Elektrisches Gitter : Käse
- Erkläre das Habitkonzept von Hull nur Gewohnheitsstärke (=habit strength). Bezug zu Thorndike:o Law of Effect (Reaktion tritt häufiger auf, wenn sie angenehme Konsequenzen hat) Bezug zu Empiristen:o Habithierarchie: Assoziationsstärke verändert sich durch die Lerngeschichte Messung, interner Zustände:o Zeit, bis das Verhalten auftritt o Löschungsresistenz (wie lange wird Reaktion noch gezeigt, wenn sie nicht mehr verstärkt wird)o Hunger vs. Käse: je länger die Ratte nahrungsdepriviert wurde, desto häufiger kann Elektroschock auftreten und Ratte wird weiterhin den Käse aufsuchen -> linearer Zusammenhang
- Erkläre das Grundkonzept von Hull samt Formel. Exziatorisches Potenzial (Wahrscheinlichkeit, dass Reaktion R auf Stimulus s hin folt) sEr = f(sHr) Habit- oder auch Gewohnheitsstärke) x f(D) Triebstärke § Trieb = 0 ->keine Reaktion (höchstens zufälliges Auftreten)§ Habitstärke = 0 ->keine Reaktion
- Erkläre die Studie von Perin (1942) zur Habit- und Triebstärke. - Ratten lernen Hebel zu drücken für Futter- AV: Löschungsresistenz (als Funktion der Nahrungsdeprivation (Triebstärke) und Lerndurchgängen (Habitstärken)) ->wie viele Hebeldrücke sind notwendig, bis die Ratte aufhört mit ihrem Verhalten, weil das Futter nicht mehr auftritt->bei 22hrs Deprivierten Ratten brauchte es deutlich mehr Versuche bis eine Löschung auftrat ggü. 3hrs-Gruppe
-
- Sind Triebe unspezifische Energiequellen? Nenne 2 Studien die sich mit der Thematik befassen. Webb (1949): multiplikativer Effekt von Hunger und Durst auf die Löschungsresistenz des Hebeldrückens für Futter (ähnliche Triebe)- Gilt auch für unähnliche Triebe ->Meryman (1952): Nahrungsdeprivation und FurchtkonditionierungAV: Schreckreaktion (startle response auf lautes Geräusch)
- Was sind sekundäre Triebe? Nenne ein passendes Experiment dazu. - Problem: primäre Bedürfnisse sind beschränkt auf Hunger, Durst, Schlaf, Sexualität- Modifikation der Theorie: Sekundäre Triebe (nicht angeboren, sondern erlernt) -> Beispiel: Furchtkonditionierung Neal Millers Shuttle Box (1951):o Phase 1: Tür offen, Gitter unter Strom, auch wenn kein Strom mehr da ist – Tier verlässt Gefahrenzone sofort, auch wenn kein Strom mehro Phase 2: Tür zu, keine Schocks mehr – zuerst zufälliges Betätigen des Öffnungsmechanismus, dann kurze Reaktionslatenz, Reaktion löschungsresistent§ Interpretation: CS=motivierender Trieb§ Jedoch nur Beispiele mit Vermeidungsverhalten bekannt!§ Little Albert als Beispiel für die Furchtkonditionierung (Stofftierphobie als Ergebnis)
- Nenne ein Experiment, dass sich mit latentem Lernen befasst. Tolman & Honzig (1930): Ratten im Labyrinth-Triebstärke (Deprivation): konstant- Habitstärke: sollte eigentlich nur bei Belohnung zunehmen- AV: Fehleranzahl 3 Gruppen:1) Ohne Futterbelohnung (KG)2) Regelmäßige Futterbelohnung3) Keine Futterbelohnung bis zum 11. Tag-> ab 11. Tag rasanter Abfall der Fehler, fällt unter die regelmäßige Belohnungsgruppe -> Der Anreiz streigt nach der ersten Belohnung schnell an (in diesem Zusammenhang wurde noch der Anreiz in die Formel eungeführt und Pull genannt)
- Was besagt der spontane Reaktionswechsel? -> Stimulus-Sättigung laut (Glanzer) -> einseitige Muskelermüdung (Hull) oder die ökologische Erklärung: Kennenlernen des gesamten Labyrinths kann ein Anpassungsvorteil sein Test dazu: Kreuzförmiges Labyrinth nach Glanzer und Montgomery
- Aktivationstheorie nach Daniel Berylle (1959). Erkläre diese Theorie. - Erweiterung von Hulls Konzepten um kognitive Komponenten- Aktivation/Arousal: o Triebtheorien: Niedrige Aktivation (Homöostase) = angenehm = attraktiv o Physiologische Annahme von Berlyne: Aktivität der formatio reticularis, die ein Optimum hat - Wovon hängt Arousal ab?o Klassischer Behaviorismus: von externen Reizen (Intensität/ Komplexität des S Grad des Arousals)- Berlyne: Arousal ist hoch, wenn zu wenig oder zu viele externe Reize vorhanden sind = kognitive Bewertung der externen Reize- Ursprünge: Yerkes-Dodson-Gesetz: Leistung ist bei mittler Erregung am besten (für mittelschwere Aufgaben); (einfach: hohes Erregungsniveau- hoch: niedriges Erregungsniveau)->einfaches Diskriminationslernen (E-Schock vermeiden: UV1: Aufgabenschwierigkeit; UV2: Schockintensität)§ Hebb (1955): Effekt von Aktivierung auf zentralnervöse Prozesse
- Erklären Sie denn Zusammenhang zwischen Stimuluskomplexität und Aktivierung Diese Beziehung zwischen (an)Trieb und Verhalten ist nicht linear, wie bei Hull, sondern hat ein Optimum. -> Viele Effekte erklärbar (z.B. social facilitation = beobachtet werden steigert Aktivität; spontaner Reaktionswechsel bei zu niedriger Komplexität (hohes Arousal)-> diversive Exploration (Neugier); Suche nach mehr Reizreaktion, Spannung, Neuigkeit)->Niedriges Arousal ist attraktiv->Extreme Komplexität am motivierendsten-> Mittlere Komplexität am attraktivsten
- Gestaltansatz der Motivation nach Kurt Lewin. Erklären Sie die Gestaltpsychologie und deren Begriffe. Emergenz: Das Ganze ist mehr (anders), als die Summe der Teile!Prägnanz (grundlegendes Gestaltprinzip): Ein Reizmuster wird so wahrgenommen, dass die resultierende Struktur so einfach wie möglich ist. (Kreise, die sich überschneiden) Tendenz zur guten Gestalt.Gegenentwurf zum Behaviorismus/ Assoziationismusz.B. Problemlösen: Überführung von schlechter (defekter) Gestalt = Anfangszustand in gute Gestalt = Endzustand (Prozesse: Einsicht, Inkubation)dagegen Behaviorismus: Trial-and-Error (Thorndike) – Law-of-effect: Assoziation zwischen Reiz (Faden) und Reaktion (am Faden ziehen) wird durch Auswirkung (ans Futter kommen) verstärkt
- Was besagt Lewis Feldtheorie. Theorie für das Verhalten des Menschen Das Verhalten wird aus der Interaktion zwischen Person und Umwelt bestimmt. Jede Person hat einen Lebensraum (auch Kraftfeld) das sind alle Kräfte, die aktuell auf die Person einwirken (subjektiv) (Spannungen und Kräfte, bis man in eine Richtung geschubst wird) -> Das Verhalten hängt dann von diesen Feldstärken ab
- Erkläre strukturelle Personen- und Umweltkonstrukte. 1. Strukturelle Personenkonstrukte: - Bereiche: Bedürfnisse, Ziele ->biologische Bedürfnisse + Quasibedürfnisse (andere Ziele & Bedürfnisse)-Nachbarschaft: benachbarte Bereiche = ähnliche Bedürfnisse und Ziele-Grenzwände: unterschiedlich in ihrer Durchlässigkeit 2. Strukturelle Umweltkonstrukte: Handlungen und Teilhandlungen-Hindernisse-Hodologischer Raum= die einer Person zur Verfügung stehenden Umweltbereiche
- Was sind dynamische Personenkonstrukte? § Spannung: Analogie zum elektrischen Potential o Entsteht durch Bedürfnis/ Quasi-Bedürfniso Kann durch Befriedigung dieses Bedürfnisses oder eines ähnlichen (benachbarten) Bedürfnisses abgebaut werden (z.B. Nachricht statt Gespräch)o Durchlässigkeit der Grenzwände
- erkläre den Begriff der Valenz. § Person und Umwelt interagieren: ein Objekt hat eine positive Valenz, wenn es einem Bedürfnis entspricht (Bsp.: Tankstelle) -> abhängig von subjektiven Bedürfnissen§ Stärke der Valenz eines Objekts = Funktion des Bedürfnisses (P) und des Objekts (U)o VaZ = F (s,Z)o S: Spannung des entsprechenden Personenbereicheso Z: (wahrgenommene) Merkmale des Zielobjekts§ Kraft (=Motivation): Funktion der Valenz des Zielobjektes und seiner psychologischen Entfernung von der Person (k= f(VaZ/e))
- Erkläre das Experiment Columbia Obstruktion Box § AV: P (elektrisches Gitter überqueren)§ UVs: Nahrungsdeprivation, Attraktivität des Futters§ Befunde: P (Gitter überqueren) hängt von beiden UVs ab§ Feldtheorie:o Bedürfnis (Hunger) -> Spannung in einem Personenbereicho Futter kann Bedürfnis befriedigen ->positive Valenz des Zielobjekteso Kraft k umgekehrt proportional zur (psych. Entfernung)o Schmerzhafter Reiz auf dem Gitter: Hindernis, negative Valenzo Psychologischer Konflikt!-> Konflikttypen§ Mehrere geeignete Objekte, evtl. auch mehrere Bedürfnisse§ Annahme: Handlungsalternative mit größter resultierender Kraft wird gewählto Resultierende Kraft= Funktion aus Valenz und psychologischer Entfernung (subjektiv)o Annäherungs-Annäherungskonflikt: zwei Objekte haben eine positive Valenz: Lösung: A-A-Konflikt ist instabil/leicht lösbaro Vermeidungs-Vermeidungs-Konflikt: zwei Handlungsalternativen mit negativer Valenz: lieber weniger intelligent oder gut aussehend?Feldtheorie: Schwieriger zu lösen als A-A-K! Arkoff (1957): mittlere Entscheidungszeit bei VV um halbe Minute länger; Konflikt aber nur stabil, wenn die Barrieren ein aus dem Felde gehen verhindern (Bsp.: Kindererziehung, Lewin: psychologische Situation bei Lohn und Strafe)o Annäherungs-Vermeidungskonflikt: ein Bereich nimmt sowohl positive als auch negative Valenzen an
- Erkläre die Theorie der resultierenden Valenz § Anwendung der Feldtheorie auf Aufgabenwahl in Leistungssituationen (Lewin,1994)§ Aufgabenwahl = Konfliktsituation (Konflikttyp?)§ Wahl zwischen Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit: bestimmt durch resultierende Kraft o ke= Erfolg hat positive Valenz, Kraft führt zur Aufgabe hino Km= Misserfolg hat negative Valenz, Kraft führt von Aufgabe weg (negativ!)§ Valenz von Erfolg/ Misserfolg hängt von Schwierigkeit ab!o Ve= bei schweren Aufgaben hocho Vm= bei leichten Aufgaben stark negativ
- was hat subjektive Wahrscheinlichkeit mit der Valenz zu tun? § Ginge es nur nach Valenz (Objekt entspricht Bedürfnis), sollte stets schwierige Aufgabe gewählt werden, aber meist wird mittlere gewählt§ Kraft (potency) = Valenz*psychologische Entfernung (subj. Erfolgs-/Misserfolgs-wahrscheinlichkeit)§ Kraft, Erfolg anzustreben: ke = Ve * We§ Kraft, Misserfolg zu vermeiden: km = Vm * Wmo Vm ist negativ, km führt also vom Zielobjekt weg§ Annäherungs-Vermeidungskonflikt:o Resultierende Kraft k = ke + km Resultierende Kraft bei mittleren Schwierigkeit am größten (da mit höherer Schwierigkeit, W sinkt Erfolg zu haben (=0) und somit ke null wird)o Bei Hoher Furcht vor Misserfolgen: sehr leichte oder sehr schwere Aufgaben werden gewählt (sehr hohe Vm-Werte, ->daher bei viel zu leichter Aufgaben Wahrscheinlichkeit für einen Misserfolg =0->bei viel zu schwerer: Vm=0 , Wahrscheinlichkeit=100 0 )
- Anspruchsniveau und Leistung. Was ist das Laut Ferdinand Hoppe. § Ferdinand Hoppe§ Anspruchsniveau: diejenige Leistungsgüte, die eine Person bei einer Aufgabe explizit zu erreichen versucht und die sie mindestens erreichen muss, um mit ihrer Leistung zufrieden zu sein§ Beobachtung: Aufgaben werden manchmal wieder aufgenommen, obwohl eigentlich das Ziel bereits erreicht wurde (z.B. Drahtfigur basteln): Anspruchsniveau/ Ziel erreicht= (Quasi-) Bedürfnis befriedigt; Ziel nicht erreicht: man versucht es nochmal Erfolg/Misserfolg verändern Anspruchsniveau Dynamik neue Zielsetzungnicht von objektiver Leistung entscheidend, sondern vorher subjektiv gesteckten Zielen! (prospect-theory) Anspruchsniveau wird nach Erfolg erhöht und nach Misserfolg gesenkt
- Leistungsverhalten. TAT erkläre diesen Test nach Murray. § Mehrdeutige Bilder, Interpretation legt Motiv freio Erste Sitzung: Probanden sollen zu 10 Tafeln eine möglichst dramatische Geschichte erzähleno Zweite Sitzung: weitere 10 Tafelno Abschluss: Interview- biografischer Hintergrund für die Interpretation der Geschichten§ Auswertung: jeden Satz 28 Bedürfnissen (needs) bzw. Umweltanforderungen zuordnen (Presses) -> jeweils Score 1-5, abhängig von Intensität, Dauer, Häufigkeit, Wichtigkeit für Handlung§ McClelland: Standardisierte Schlüssel für Inhalt§ Geringe Split-half-Reliabilität (aber Geschichten sehr unterschiedlich), geringe Test-Retest-Reliabilität (Wiederholungen werden vermieden)
-
- Erkläre den LMT § Hermans, Petermann & Zielinski§ Originalversion: 3 Dimensioneno Leistungsmotivation (Hoffnung auf Erfolg)o Prüfungsangst (Furcht vor Misserfolg), führt zu Beeinträchtigungeno Prüfungsangst, die zu Leistungsverbesserung führt§ Deutsche Version: 4 Dimensioneno L aufgeteilt in: Leistungsstreben und Ausdauer und Fleiß§ Split-Half: 62-.84§ Retest: .74 bis .84§ T-Werte§ L-Skala korreliert mit .56 mit Notendurchschnitt (aber soziale Erwünschtheit)
- Erkläre das Risikowahlmodell nach Atkinson (Formeln auf den Blättern ab Seite 15) § Anwendungsbereich: Wahl zwischen verschieden schwierigen Leistungsaufgaben§ Wahl bestimmt von Merkmalender Person (Leistungsmotiv: Fähigkeit, Stolz aufgrund von Erfolg zu erleben/ zu antizipieren; Misserfolgsmotiv: bzw. Misserfolgsvermeidungsmotiv: Tendenz zum Erleben von Scham/Betroffenheitaufgrund eines Misserfolges) – Messung: Text Anxiety Questionnaire ->+Rolle der Emotionder Situation (subjektiv wahrgenommene Aufgabenmerkmale) -Erwartung mal Wert-Modell -Aufgabenwahl = Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt§ Atkinson: Te= Tendenz, Erfolg aufzusucheno Te= Me * Ae * WeMe: Leistungsmotiv/Erfolgsmotiv (gemessen per TAT)We: (subjektive) Wahrscheinlichkeit eines Erfolges in der Aufgabe (Lerngeschichte, Instruktion)Ae: Anreiz von Erflog (determiniert durch WE: Ae= 1 – We) -aber wenn We gering, dann Ae entsprechend höher…fragwürdig! ->wenig untersucht, prospect theory: nicht-lineare Beziehung wahrscheinlich(antizipierte) Emotionale Reaktion auf den Erfolg abhängig von Persondisposition und Situation
- Erkläre das Experiment von Trope und Brickman (1975) § Erwartete Erfolgswahrscheinlichkeit und erwartete Diagnostizität wurden unabhängig voneinander variiert§ Instruktion so viele Aufgaben bearbeiten, wie sie wollen§ UV: Diagnostizität (high oder low value) und Schwierigkeit (leicht, mittel, schwer)§ AV: welchen Test würden Sie am liebsten bearbeiten? ->Präferenz für Test auf Ratingskala angegeben ->Angeben, wie 16 zu bearbeitenden Items auf Tests verteilt werden sollen->Nachbefragung (Manipulationscheck war in Ordnung): Erwartete Schwierigkeit, erwartete Information über eigene Fähigkeit, erwartete Herausforderung, erwartete Freude über Erfolg bzw. Unzufriedenheit wegen Misserfolg§ Between-subject-Design: 4 Gruppen§ Ergebnisse: Aufgaben hoher Diagnostizität wurden gewählt, nicht Aufgaben mittlerer Schwierigkeit!!!! ->Kritik an Atkinsons Konzept der MotivationVPS wählten im Sinne der Informationsmaximierung§ Erwartete emotionale Konsequenzen entsprechen den Vorhersagen der Theorie von Atkinson
- Was ist Attribution? = Ursachenzuschreibung- Kann man manipulieren (UV) oder messen (AV)- Attributionstheorie= wie wir zur Ursachenbeschreibung gelangen (Kelley: Motivation zur Attribution) ; wissenschaftliche Theorie über naive Theorien- Attributionale Theorien= die Auswirkungen auf die Ursachenbeschreibungen - Attribution= Kognitiver Prozess: der Mensch als naiver Wissenschaftler (Umwelt verstehen, Ursachen, Ereignisse identifizieren)
- Erkläre die naive Handlungsanalyse nach Heider. § Beschreibung der intuitiven Annahmen über das Zusammenwirken von Ursachenfaktoren für unsere angestrebten Ziele§ Handlungsergebnis beinhaltet effektive Kraft der Person und effektive Kraft der Situation (Umwelt)§ Können = (Macht/Fähigkeit) – (Schwierigkeit/Zufall)§ Handlungsergebnis = Motivation x Können
- Erkläre das Kovariationsprinzip laut Kelley § Äquivalentes Konzept: Harold Kelley: Das Kovariationsprinzipo Implizites Wissen um Zusammenspiel von Gegebenheiten (Ursachen)o Ursache als UVs, Effekte als AV§ Informationsklassen (Kelleys Weiterentwicklung des Kovariationsgedanken Attributionen): o Konsensus: wie stark variiert der Effekt zwischen Personen?o Distinktheit: Erzielt die Person einen Effekt nur in einer Entität oder vielen?o Konsistenz: Tritt der Effekt nur zu einem bestimmten Zeitpunkt auf oder zu vielen Anwendung auf Motivation: Anstrengung, Aufgabenschwierigkeit, Fähigkeit§ Heider: Nutzen der Differenzmethodeo Anstrengung = Schwierigkeit : Fähigkeito Fähigkeit = Schwierigkeit : Anstrengung§ Anstrengungskalkulation: Vor Erledigung einer Aufgabe (Variable Personenmerkmal)§ Fähigkeitsinferenz: Nach Bearbeitung der Aufgabe (stabiles Merkmal einer Person)§ Äquifinalität: unterschiedliche Absichten/Pläne können zum Ziel führen (problematisch!)
- Erkläre attributionale Theorien. § Auswirkungen von Ursachenzuschreibungen§ Drei übergeordnete Dimensionen (Weiner): Lokation (locus): wie bei Heider: Unterscheidung zwischen Personen- und Umweltmerkmal (dichotome Unterscheidung) -internale Ursachen: in Person -external: in Umwelt ->Stabilität: falls oben gleich -> Beispiel: Fähigkeit und Anstrengung (Kontinuum) -variable Ursache (z.B. Anstrengung): unterliegt kurzfristigen Änderungen, spontanes & situationsabhängiges Merkmal -stabile Ursache (z.B. Fähigkeit): Erwerb benötigt gewisse Zeitdauer, wird kaum wieder verlernt
- Erkläre emotionale Reaktionen auf Erfolg und Misserfolg. § Attributionsunabhängige Reaktionen (Weiner): Erfolg -> Freude; Misserfolg ->Unzufriedenheit § Stolz abhängig von Lokationsdimension!! o Eigene Fähigkeit (internal) -> Stolzo Zufällige Faktoren und geringe Aufgabenschwierigkeit (external) -> kein Stolz§ Schuld und Scham abhängig von Kontrollierbarkeitdimensiono Scham am wahrscheinlichsten bei internalen und unkontrollierbaren Ursacheno Schuld ‘‘ bei internal + kontrollierbaro Internal attribuierter Misserfolg führt zu Beeinträchtigung des Selbstwertes
- Erkläre die Effekte der Attribution auf die Erfolgserwartung mithilfe einer Studie. § Meyer (1984): Konzept der eigenen Fähigkeiten o Basiert auf wiederholten Erfahrungeno Beeinflusst die subjektive Erfolgserwartung§ Erfolgserwartung und wahrgenommene Stabilität
- Erkläre die Effekte von Attribution auf die Aufgabenwahl § Menschen bevorzugen Aufgaben, die viele Informationen über eigene Fähigkeit lieferno Sehr leicht und sehr schwere Aufgaben ->external ->kein Gewinn von Informationo Mittelschwer ->internal ->Fähigkeit ist stabiles Merkmal, daher Vorhersage möglich
- Erkläre die Effekte von Attribution auf Anstrengung Effekte von Attribution auf Anstrengung § Anstrengungskalkulation (Heider): gedanklicher Prozess (bezieht subjektive Fähigkeiten, Aufgabenschwierigkeit und intendierte Anstrengung ein)§ Meyer & Hallermann: Sport und Schülero Schüler machen Angaben zu Fähigkeiten und stellen sich vor, unterschiedlich schwere Aufgaben zu bearbeitensubjektive Erfolgserwartung nimmt bei zunehmend schwierigen Aufgaben abErfolgserwartung steigt mit Fähigkeitskonzept mittlere Erfolgserwartung bei … subjektiv fähigen Schülern = schwierige Aufgaben …wenig fähigen Schülern = leichten AufgabenAnstrengung bestimmt von Einschätzung der Fähigkeit + AufgabenschwierigkeitAnstrengung bei subjektiv mittelschweren Aufgaben am größten Anstrengung: Methodische Probleme§ Selbstberichte nicht frei von verzerrenden Einflüssen§ Ausdauer: Anstrengung + Ausdauer = hohes Maß an Übereinstimmung- ! enthält keine Information über Intensität der Aufgabenbearbeitung § Erzielte Leistung: Fähigkeit x Anstrengung § Ausweg: kardiovaskuläre Reaktionen, Neuroimaging (aber gibt es Zusammenhang mit Anstrengung?)
- Erkläre Stigmata mithilfe des Sequenmodell von Weiner. § Personen wurden beschrieben, die unter Stigmata litten -> Ratings 1-9 über Verantwortlichkeit der Person, Mitleid, Ärger über diese (Abbildung)§ Je verantwortlicher, desto weniger Mitleid, mehr Ärger, Personen sind weniger hilfsbereit ihnen ggü. und würden weniger spenden
- Was besagt Rotters Locus of control Theory § Theorie kombiniert die Attributionsdimensionen Lokation und Kontrollierbarkeit§ Attributionsweise als Persönlichkeitsdisposition (internal= kontrollierbar, external=unkontrollierbar) § Messung: eigens entwickelten I-E-Fragebogen, der die Disposition messen sollo Schüler mit hohen internalen Kontrollüberzeugungen sollten leistungsmotivierter seino Befundlage nicht eindeutig
- Erkläre den Korrumptionseffekt § Lepper, Greene, Nisbeth: Studie mit Kindergartenkindern, die gerne malen (hohe intrinsische Motivation)o Phase 1: Malen->Gruppe 1: Belohnung versprochen und erhalten->Gruppe 2: keine Belohnung angekündigt, trzd erhalten->KG: beides nichto Phase 2: malt Kind 1-2 Wochen später, wenn es auch andere Spielformen zur Auswahl gibt? -->Gruppe 1 signifikant weniger->korrumpierende Wirkung extrinsischer Belohnung
- Erkläre das Rubikonmodell nach Heckhausen und Gollwitzer Bewusstseinslagen§ Heckhausen & Gollwitzer, basierend auf Ach & Külpeo Gedankliche Inhalteo Selektivität der Aufmerksamkeito Art der InformationsverarbeitungMotivationale Bewusstseinslage o Vor-Entscheidungsphase, Nach-Handlungsphaseo Vergleich verschiedener Handlungsalternativeno Aufmerksamkeit nicht fokussierto Realitätsorientierte InformationsverarbeitungVolitionale Bewusstseinslage (volitio= Wollen)o Vor-Handlungsphase, Handlungsphaseo Verschiedene Realisierungsmöglichkeiten, Schmieden von Pläneno Selektive Aufmerksamkeito Realisierungsorientierte Informationsverarbeitung
- Erkläre die Theorie der Handlungskontrolle nach Kühl (1985) § wie realisieren wir eine bestimmte Handlungsalternative nach ihrer Selektion?§ Präzisierung der volitionalen Bewusstseinslage:o Selektive Aufmerksamkeito Enkodierungskontrolleo Emotionskontrolleo Motivationskontrolleo Umweltkontrolleo Sparsame Informationsverarbeitungo Misserfolgsbewältigung
- Was bedeutet Handlungs- und was Lageorientierung? o Aktivitäten, die auf die Handlungsalternativen und Pläne ausgerichtet sind (nachdenken)o Versuch, die Zielintention zu realisieren o Ist der Realisierungsmotivation förderlich§ Lageorientierungo Nachdenken über gegenwärtige, vergangene und künftige Lage o Realisierung einer Zielintention ist gefährdet oder unmöglicho Tritt ein, wenn sich ein Handlungsplan als ungeeignet erweist, scheitert oder die Ausführung einer Handlung behindert wirdo Der Misserfolg, seine Ursachen und Konsequenzen werden durchdacht § Ersetzt Attribution von Persönlichkeitszustand! § Ist keine reine Attributionstheorie sondern überdauernde Motivlage; in Lageorientierung mehr Motivation als Volition
- HAKEMP Fragebogen nach Kühl Handlungskontrolle nach Erfolg, Misserfolg und prospektiv§ Handlungsorientierung nach Misserfolg (HOM)o Wenn ich etwas Wertvolles verloren habe und jede Suche war vergeblich, dann a) Kann ich mich schlecht auf etwas anderes konzentrieren. (hohe Lageo.) b) Denke ich nicht mehr lange darüber nach.§ Handlungsorientierung bei der Handlungsplanung (HOP)o Wenn ich weiß, dass etwas bald erledigt werden muss, dann a) muss ich mir oft einen Ruck geben, um den Anfang zu kriegen. b) fällt es mir leicht, es schnell hinter mich zu bringen.§ Handlungsorientierung bei der Tätigkeitsausführung (HOT)o Wenn ich ein neues, interessantes Spiel gelernt habe, dann a) habe ich bald auch wieder genug davon und tue etwas anderes. b) bleibe ich lange in das Spiel vertieft.§ Interpretiert bekannte Phänomene neu: erlernte Hilflosigkeit
-
