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Psychologie (Fach) / Forschungsmethodik I (Lektion)
Vorbereitung auf Klausur
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- 006 006 Selbstberichtsverfahren Es werden drei Prozesse angenommen: Der erste Prozess beinhaltet die Interpretation der Frage (Beurteilung dessen, was Forscher mit Frage meint) Der zweite Prozess umfasst Abruf/Konstruktion eines eigenen Urteils, das Beantwortung der Frage erlaubt Der dritte Prozess beinhaltet Übersetzung des Urteils in eine kommunizierte Auskunft Selbstbericht sollte keinesfalls nur auf übermittelte Information reduziert werden, stattdessen ist zu bedenken, welche Intention die über sich selbst berichtende Person mit Mitteilung verfolgt Befragungsverfahren: allgemeine Grundform der Datenerhebung Ratingverfahren: spezielle Variante der Befragung Item = als Frage oder Urteil formulierte Aussage, zu der befragte Person ihre Zustimmung/ Ablehnung – ggf. in unterschiedlicher Intensität – äußern kann
- 006 007 Selbstbericht vs. Fremdbericht Voraussetzungen für Selbstbericht:- Personen beobachten sich selbst und erwerben Wissen über sich selbst - Personen sind fähig und gewillt, dieses Wissen mitzuteilen Voraussetzungen für Fremdbericht:- Interessierende Merkmale beobachtbar- Personen beobachten andere und erwerben Wissen über andere- Personen sind fähig und gewillt, dieses Wissen mitzuteilen
- 006 008 Befragungsverfahren Kriterien mündlich (in Form eines Interviews) oder schriftlich (über einen Fragebogen)standardisiert (in Form geschlossener Fragen) oder unstandardisiert (in Form offener Fragen)strukturiert oder unstrukturiert Anzahl der befragten Personen
- 006 009 Schriftliche vs. mündliche Befragung Schriftiliche Befragung: typisch in quantitativer Forschung, höherer Grad an Standardisierung, meist geschlossene Fragen mit vorgegebenen Antworten, Vorwissen zum Formulieren der Frage notwendig, weniger Probleme mit Reaktivität Mündliche Befragung: typischer in qualitativen Forschung, oft weniger vorgegebener Ablauf, aufwändiger und kostenintensiver, Befragte sind häufiger bereit sich zu äußern, mehr Probleme mit Reaktivität
- 006 010 Ratingskalen Aspekte bei der Konstruktion: Item kann Frage oder Aussage sei Skala kann unipolar oder bipolar formuliert sein Anzahl der Stufen muss zum Gegenstand passen (häufig 4 bis 9 Stufen) Ungerade Anzahl von Stufen suggeriert neutralen Mittelpunkt, der entweder gleichgültige oder zwiespältige Einstellung bedeutet Die Skalenstufen können numerisch, verbal und grafisch bezeichnet werden
- 006 011 Semantisches Differenzial Spezielle Form von Ratingverfahren Liefert Polaritätsprofile, die schnelle Orientierung über zentrale Merkmale/Unterschiede zwischen Merkmalsträgern erlauben
- 007 001 Testen Test = wissenschaftliches Routineverfahren zu Untersuchung eines/mehrerer empirisch unterscheidbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst genauen quantitativen Aussage über relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung Test besteht aus mehreren Aufgaben/Fragen (Items), die von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten/Eigenschaften unterschiedlich gelöst/beantwortet werden. Test ist standardisierte Verhaltensstichprobe, die aus Antworten auf eine Mehrzahl von Items besteht, aus den Antworten wird Testwert ermittelt Leistungstests: setzen (vor allem kognitive) Merkmale zu objektiven Gütestandard in Beziehung, verschiedene Schwierigkeitsgrade durch Speed- oder Power-Tests Persönlichkeitstests: erfassen die Ausprägung von Eigenschaften (z.B. Extraversion)
- 007 002 Testtheorien Klassische Testtheorie: in Testwert geht der wahre Wert der Testperson und ein Fehleranteil ein, Ziel ist direkte/präzise Schätzung des wirklichen Werts, durch Einsatz mehrerer Testitems soll Fehleranteil minimiert werden Probabilistische Testtheorie: Antworten auf Testitems als Indikatoren von latenten Merkmalen, Wahrscheinlichkeit, dass Person ein Item zur Erfassung eines Merkmals X positiv beantwortet, hängt von der (latenten) Ausprägung von X ab, Vorteil: zwei latente Variablen, welche Antwortverhalten determinieren: Itemschwierigkeit (Lösungswahrscheinlichkeit) und Fähigkeit der Person
- 007 003 Testen: Gütekriterien Homogenität der Testitems: Items erfassen ein einziges und nicht mehrere verschiedene Merkmale Differenzierung der Testskala: Testskala erfasst möglichst viele Ausprägungsgrade des Merkmals Distinktionsfähigkeit der Testskala: Testskala ermöglicht eindeutige Unterscheidung zwischen Personen mit hoher und geringer Merkmalsausprägung (Und allgemeine Gütekriterien wissenschaftlicher Datenerhebung: Objektivität, Reliabilität und Validität)
- 007 004 Testitems Schwierigkeit von Testitems: Prozentsatz aller untersuchten Personen, die das Item gelöst/ positiv beantwortet haben, bei Testkonstruktion wird breitere Streuung der Schwierigkeiten angestrebt, damit Testwert über gesamtes Spektrum zwischen Personen mit verschiedenen Merkmalsausprägungen differenziert Trennschärfe eines Items: sagt aus, wie gut gesamtes Testergebnis aufgrund Beantwortung dieses einzelnen Items vorhersagbar ist, damit gibt Trennschärfe an, wie gut einzelnes Item den gesamten Test repräsentiert
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- 007 005 Verfälschungen von Tests Leistungstests können durch Erraten der richtigen Antwort verfälscht werden Gegenmaßnahmen: Einsatz von Distraktoren oder die Ratekorrektur Persönlichkeitstests können verfälscht werden durch: Bemühen um positive Selbstdarstellung, die Orientierung an sozialer Erwünschtheit und schematische Antworttendenzen der untersuchten Personen Gegenmaßnahmen: ausbalancierte Antwortvorgaben, Aufforderung zu korrektem Testverhalten, Kontrollskalen („Lügenskalen“), Randomized-Response-Technik (Vorgabe einer zufallsbasierten Regel für unehrliche und ehrliche Antworten)
- 007 006 Biopsychologische Tests Organisch-biologische Basis mentaler/psychischer Vorgänge gilt zunehmend als erforschbar Erforschung wechselseitiger Einflüsse zwischen biologischen und psychischen Prozessen kann zu stärker integriertem Verständnis der erforschten Phänomene beitragen Interpretation neurowissenschaftlicher Messungen erfordert eine angemessene psychologische Theorie
- 007 007 Datenerhebung im Internet Vorteile Erleichterung und Effizienzsteigerung (quantitativer Aspekt: geringer Zeitaufwand, große Stichproben möglich, Wegfall von Versuchsleitereffekten, ...) Neuartige Forschungsmöglichkeiten/-themen ergeben sich (qualitativer Aspekt: Erweiterung des Gegenstandsbereichs, Verringerung des Reaktivitätsproblem, Erreichbarkeit von Stichproben mit hochspezifischen Merkmalen, ..,) Nachteile Gefährdungen der Güte der Untersuchung (Verringerung der Repräsentativität der Stichproben und der Generalisierbarkeit der Befunde, erschwerte Kontrolle über Bedingungen der Datenerhebung, ...) Forschungsethische Risiken (erschwerte Prüfung der Identifizierbarkeit, erschwerter Schutz der Teilnehmenden, erschwerte Prüfung des Verständnisses wichtiger Informationen, ...)
- 008 001 Population und Stichprobe Grundgesamtheit (Population): Menge aller potenziellen Untersuchungsobjekte für gegebene Fragestellung Stichprobe: Teilmenge aus Grundgesamtheit, die unter bestimmten Gesichtspunkten (gemäß der Fragestellung) ausgewählt wurde
- 008 002 Repräsentativität der Stichprobe Merkmalsadäquenz bzw. Repräsentativität: Stichprobe sollte alle Merkmale der Population adäquat enthalten, damit Stichprobenergebnisse problemlos auf Population übertragen werden können Wird erfüllt durch Zufallsstichproben (einfache o. geschichtete o. mehrstufige)
- 008 003 Experiment Unter einem Experiment versteht man: - die systematische Beobachtung einer abhängigen Variabel unter verschiedenen Bedingungen einer unabhängigen Variabel- bei gleichzeitiger Kontrolle der Störvariablen,- wobei zufällige Zuordnung von Probanden und experimentellen Bedingungen gewährleistet sein mus Experiment ist ein häufig verwendeter Forschungsansatz (Forschungsdesign) in wissenschaftlicher Psychologie, wird eingesetzt, wenn Kausalhypothesen geprüft werden sollen
- 008 004 Experimentelle Variablen Zwei experimentelle Variablen unterschieden: Zeitlich erste, bereits vorhandene Variable (unabhängige Variable, UV) wirkt auf zweite Variable (abhängige Variable, AV) ein, letztere wird im Hinblick auf ihr Auftreten/ihren Ausprägung beobachtet Durch diese zeitliche Abfolge werden Effekte in abhängiger Variablen kausal interpretierbar: Die UV ist ursächlich für den Effekt in der AV
- 008 005 Störvariablen Stärvariablen = neben unabhängiger Variable weitere Einflussgrößen auf abhängige Variable Zu Störvariablen werden Einflussgrößen erst, wenn Probanden der unterschiedlichen experimentellen Bedingungen auf unterschiedliche Ausprägungen dieser Einflussgrößen treffen (= Konfundierung) Zu verhindern ist also systematische Variation einer potenziellen Einflussgröße mit den Stufen einer oder mehrerer UV
- 008 006 Einflussgrößen Einflussgrößen = potenzielle Störvariable Versuchspersonenmerkmale/Probandenmerkmale (z.B. Alter, Geschlecht) sind fest mit Versuchsteilnehmern verbunden Situationsmerkmale (z.B. Tageszeit, Beleuchtung) sind mit Untersuchungskontext verbunden Versuchsleitermerkmale (z.B. freundlich, kompetent) sind mit Person des Versuchsleiters verbunden
- 008 007 Kontrolle von potenziellen Störvariablen Konstanthalten: Maßnahmen der Standardisierung der Untersuchungssituation Elimination: Einflüsse einer Variablen auf null gesetzt Systematischen Variation: potenzielle Störvariable wird zu weiterer UV Zufälligen Variation: möglichst viele Ausprägungsgrade der potenziellen Störvariablen werden gebildet und den Probanden per Zufall zugeordnet Randomisieren: Versuchspersonen per Zufall experimentellen Bedingungen zugeteilt (setzt große Stichprobe voraus) Parallelisieren: interessierende Variable vor Experiment gemessen und Probanden werden bezüglich Ergebnisse in eine Rangreihe gebracht, erst dann werden sie per Zufall den experimentellen Bedingungen zugeteilt (auch bei kleinen Stichproben) Blindversuche: Versuchsleiter kennt nicht die der Untersuchung zugrunde liegende Hypothese Doppelblindversuch: neben Versuchsleiter haben auch Versuchspersonen keinerlei Kenntnisse von Untersuchungshypothese und/oder ihren eigenen Untersuchungsbedingungen -> gelingt Kontrolle von Störvariablen nicht (vollständig), existieren Alternativinterpretationen, erstrebte eindeutige Kausalinterpretation ist nicht mehr möglich!
- 008 008 Sequenzeffekte Sequenzeffekte = spezielle Störeffekte, wenn Probanden mehrfach im gleichen Experiment beobachtet werden (Messwiederholung), daraus können sich – aus Abfolge der Beobachtungen (Sequenzen) – störende Auswirkungen auf abhängige Variable ergeben Positionseffekte können sich in Abhängigkeit von der Stelle in der Beobachtungsabfolge positiv oder negativ auf die AV auswirken Übertragungseffekte wirken sich inhaltlich und unabhängig von Position auf benachbarte Beobachtungen aus Effekte des zwischenzeitlichen Geschehens beeinflussen AV außerhalb der eigentlichen Untersuchungssituation -> nur vollständiges interindividuelles Ausbalancieren kontrolliert alle Positions- und Übertragungseffekte
- 009 001 Versuchsplan Versuchsplan = möglichst konkrete Handlungsanweisung zur Erhebung von Daten zum Zweck der ökonomischen, validen und präzisen experimentellen Hypothesenprüfung Konkretisierung erfolgt auf Grundlage einer zugehörigen Versuchsplananlage und mithilfe folgender vier Entscheidungen: - vollständige oder teilweise Realisierung der angelegten Zellen- Bestimmung der Anzahl der Beobachtungen pro Zelle- interindividuelle oder intraindividuelle Bedingungsvariation und- randomisierte oder nichtrandomisierte Zuordnung der Vpn zu Zellen
- 009 002 Konkretisierung des Experiments Ersten Schritt: Festlegung der Anzahl der Zellen (vollständig gekreuzter Plan, wenn alle Zellen aus dem Versuchsplan realisiert werden) Zweiter Schritt: Anzahl der Vpn, die in einzelnen Zellen bzw. Kombinationen beobachtet werden (balancierter Plan bei gleiche Zellhäufigkeit) Entscheiden, ob in allen Zellen (Kombinationen) die gleichen oder unterschiedliche Vpn beobachtet werden sollen (intra- oder interindividuelle Bedingungsvariation) Festlegen, ob Vpn den experimentellen Bedingungen per Zufall (randomisiert) oder systematisch (nichtrandomisiert) zugewiesen werden
- 009 003 Validität des Experiments die interne Validitätdie externe Validitätdie Populationsvaliditätdie Situationsvaliditätdie Variablenvaliditätdie Ableitungsvaliditätdie statistische Validität
- 009 004 Interne vs. externe Validität Interne Validität: ist gegeben, wenn Veränderungen in AV ausschließlich auf Variation der UV zurückgeführt werden können (alle Störvariablen kontrolliert), nur dann können Ergebnisse uneingeschränkt kausal interpretiert werden Externe Validität: ist gegeben, wenn die Ergebnisse des Experiments übertragbar sind - Populationsvalidität: erreicht man durch adäquate Stichprobenauswahl, große Zufallsstichprobe - Situationsvalidität: ist im Laborexperiment nicht gegeben, da konsequente Kontrolle der Störvariablen fast zwangsläufig zu künstlicher Untersuchungssituation führt - Variablenvalidität: Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Formen der Operationalisierung der UV und AV (gegeben, wenn Operationalisierung Bedeutungskern trifft)
- 009 005 Ableitungsvalidität Erfasst Ausmaß der korrekten Konkretisierung der theoretisch-inhaltlichen Hypothese bis auf die Ebene der Testhypothese
- 009 006 Statistische Validität Beurteilt Güte der Auswahl und Anwendung der statistischen Analyseverfahren
- 009 007 Präzision Wahrscheinlichkeit, dass ein in Population tatsächlich vorhandener Zusammenhang/Unterschied durch Untersuchung auch wirklich nachgewiesen werden kann
- 009 008 Primär- und Sekundärvarianz Gesamtvarianz besteht aus Primär- und Sekundärvarianz Primärvarianz = Bedeutung der experimentellen Faktoren in Untersuchung (Anteil der interindividuellen Variabilität in AV, die auf UV zurückgeht) Sekundärvarianz = Bedeutung anderer, störender Einflussgrößen Ziel: Fehlerquellen minimieren, Wirkung der experimentellen Variablen maximieren
- 009 009 Varianten des Experiments Laborexperiment (klassisches Experiment, kontrollierte Bedingungen) Feldexperiment (natürliche Umgebung, geringere interne und höhere externe Validität) Quasiexperiment (Labor, keine Randomisierung, geringere interne Validität) Feldstudie (Feld, keine Randomisierung) Ex-post-facto-Studie (UV und AV nachträglich bestimmt, keine Kausalinterpretation möglich) Vorexperimentelle Anordnung (keine Variation von UV, Voruntersuchung) Erkundungsexperiment (exploriert Forscherfrage und hilft bei Hypothesenerstellung) Korrelationsstudie (keine Trennung UV und AV)
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- 009 010 Quantitative Einzellfallforschung Erst in letzten Jahrzehnten finden Methoden der quantitativen Einzelfallforschung (N=1-Forschung) wieder verstärkt Beachtung Es handelt sich um die Analyse einer einzelnen Person durch intensives Studium ihres Erlebens und Verhaltens Kritik: unkontrollierten Charakter, dauerte einige Jahrzehnte, bis strenger kontrolliertere Formen entwickelt waren (= quasiexperimentell) Quantitative Einzelforschung = eine einzelne Untersuchungseinheit (in der Regel eine Person) wird bezüglich einer/mehrerer AV unter möglichst kontrollierten Bedingungen wiederholt beobachtet, um die Wirkung einer UV messen/bewerten zu können Zugang zu mehr Kontrolle: Verhaltensstichprobe
- 009 011 ABA-Plan und ABAB-Plan AB-Plan: Basisrate folgt Interventionsphase (Kritik: andere Einflüsse könnten Veränderung hervorgerufen haben, interne Validität eingeschränkt, Replikationen notwendig) ABA-Plan: weitere A-Phase wird angehängt ABAB-Plan: weitere A- und B-Phase wird angehängt Proband ist sowohl Versuchsperson (B) als auch Kontrollperson (A) Zunehmende Anzahl an Phasen -> interne Validität steigt Bleiben aber Quasiexperimente, Alternativhypothesen können nicht zu 100% ausgeschlossen werden, Replikationsstudien können helfen
- 009 012 Grundratenversuchspläne (MGV) Zunehmende Beliebtheit Typisch ist zeitsynchrone Anwendung von mindestens drei Interventionen Die interne Validität bei diesem Plan gesichert, Verallgemeinerungen bedürfen es aber systematische Replikationen
- 009 013 Nichtexperimentelle Forschungsansätze Quantitative Forschungsdesigns, die nicht Unterscheidung zwischen UV und AV treffen und vornehmlich zur Überprüfung von Zusammenhangshypothesen herangezogen werden Interne Validität spielt untergeordnete Rolle Externe Validität, Variablenvalidität, Populationsvalidität, Ableitungsvalidität und statistischen Validität behalten ihre Bedeutung Korrelationsstudie bestimmt Richtung und Höhe des Zusammenhangs zwischen mindestens zwei Variablen, formale Darstellung eines Zusammenhangs: X – Y Numerische Erfassung des Zusammenhangs erfolgt mit Korrelationskoeffizient rxy, Kennwert schwankt zwischen r = –1 (neg. Zusammenhang) und r = +1 (pos. Z.) Aus Zusammenhangsstudien dürfen KEINE Kausalaussagen abgeleitet werden!
- 009 014 Umfrageforschung Auch als Markt- und Meinungsforschung, Demoskopie bezeichne Definition: sammelt standardisierte Informationen zu spezifischen Fragegegenstand (Wahl, Produktbeliebtheit, ...) indem repräsentative Stichprobe der jeweiligen Population befragt (interviewt) wird Ziel: Erhebung eines zutreffenden Meinungsbilds Anwendungsnahe Forschung, oft journalistische/politische Interessen Marktforschung: Vorgang, der Marktgeschehen und Unternehmensumfeld beobachtet, um Informationen zu gewinnen/analysieren, Zweck der Findung/Absicherung von Marketingentscheidungen
- 009 015 Metaanalyse Ziel: Überblick verschaffen, aktuellen Forschungsstand abbilden Metaanalyse = eine an Kriterien empirischer Forschung orientierte Methode zur quantitativen Integration der Ergebnisse empirischer Untersuchungen sowie zur Analyse der Variabilität dieser Ergebnisse Integriert viele, teils widersprüchliche Ergebnisse!
- 009 016 Verfahrensschritte der Metaanalyse Bestimmung der empirisch-inhaltlichen Hypothese Umfassende Literatursuche Bewertung und Codierung der Studien (interne Validität und Variablenvalidität, Mindeststandards müssen erfüllt sein oder Primärstudien werden anhand Qualität gewichtet, deutliche Abweichung in Operationalisierung führt zu Ausschluss, mehrere Teilergebnisse -> eine Effektgröße) Statistische Analyse (Gesamteffektgröße, Homogenität der Varianzen) Interpretation (interne Validität und Geltungsbereich der Ergebnisse)
- 010 001 Qualitative Erhebungsmethoden Verfahren zur Erhebung verbaler Daten InterviewGruppendiskussionschriftliche offene Befragunglautes DenkenSampling aus bereits vorhandenen verbalen Daten Verfahren zur Erhebung visueller Daten nonstandardisierte Beobachtungteilnehmende Beobachtungoffene vs. verdeckte Beobachtung
- 010 002 Interview Gespräch, in dem Rollen per Konvention meist asymmetrisch verteilt sind, wobei Forschende die Fragen stellen und Teilnehmende antworten, dient der Informationsermittlung Was bei der Formulierung von Interviewfragen zu beachten ist Keine ja/nein-Fragen (bzw. nur als Filterfragen)Immer nur eine Frage auf einmalKeine SuggestivfragenKeine doppelten VerneinungenNicht zu viele Warum-FragenBei der Formulierung an die Ausdrucksweise der Interviewten anlehnen
- 010 003 Leitfadeninterview Halbstandardisiertes Interview Reihenfolge der Fragen wird Gespächsverlauf angepasst, Fragen in Anlehnung an Begrifflichkeit der Teilnehmenden formuliert Leitfaden lediglich Anhaltspunkt Arten von Fragen: einleitende Fragen, Leitfadenfragen, Ad-hoc-Fragen Formen: problemzentriertes Interview, fokussiertes Interview, ... Ablauf: Erstellung des Leitfaden, Erprobung des Leitfaden, Durchführung des Interviews, Verschriftlichung Setzt Vorkenntnisse über Forschungsgegenstand voraus!
- 010 004 Narratives Interview Dient dazu, Erzählungen der gesamten Lebensgeschichte oder einzelner relevanter Episoden aus dem Leben der befragten Person zu rekonstruieren Phasen: Erzählanstoß, Haupterzählung, Nachfragephase, Bilanzierungsphase Struktur von Erzählungen: einführender Überblick, Orientierungm Komplikation, Auflösung, Schlussbetrachtungen
- 010 005 Phasen des Interviews Eröffnung: erste Kontaktaufnahme, Informationen über Untersuchung Hauptteil: Stellen der Fragen Endphase: Ankündigung des Gesprächendes, Möglichkeit für befragte Person, weitere Punkte anzusprechen
- 010 006 Weitere Interviewformen Nonstandardisiertes Interview: größer Spielraum für Befragten und Befragenden, vorab lediglich Themenkomplexe, keine Fragen Tiefeninterview: nonstandardisiertes Interview mit dem Ziel, unbewusste Prozesse und Motive der befragten Person aufzuklären Episodisches Interview: Erhebung von Erzählungen über kürzere Ereignisse
- 010 007 Gruppendiskussion 5 bis 15 Personen diskutieren über vorgegebenes Thema Wird meist von Forschenden geleitet (Rückgriff auf thematischen Leitfaden) Forschende moderieren, äußern sich nicht inhaltlich Eignet sich besonders zur Erhebung kollektiver Meinungen, Rekonstruktion von Gruppenprozessen
- 010 008 Phasen der Gruppendiskussion Theoretische Vorüberlegungen, Erstellen des Leitfadens Erläuterung der Gesprächsregeln Präsentation eines Grundreizes, um Diskussion anzuregen Freie Gruppendiskussion Reizargumente (falls Diskussion ins Stocken gerät) Metadiskussion, in der Teilnehmende ihre Eindrücke austauschen können
- 010 009 Gruppendynamische Faktoren, die Gruppendiskussion beeinflussen Grad der persönlichen Betroffenheit durch das Thema Gruppengröße, Zusammensetzung der Gruppe hinsichtlich soziodemografischer Merkmale Bekanntheitsgrad der Gruppenmitglieder Meinungsverteilung in der Gruppe Verhalten der Diskussionsleitung
- 010 010 Schriftliche offene Befragung Teilnehmende werden aufgefordert, Fragen in eigenen Worten schriftlich zu beantworten Erlaubt Anonymität, eignet sich besonders für Datenerhebung in sozial normierten Gegenstandsbereichen Für die Befragten aber aufwändiger
- 010 011 Lautes Denken Dient der Erfassung kognitiver Prozesse Befragten aufgefordert, alles laut zu verbalisieren, was ihnen bei Bearbeitung von vorgegebener Aufgabe durch den Kopf geht Kann während Aufgabungbearbeitung erfolgen (periaktional) oder unmittelbar danach (postaktional)
- 010 012 Sampling bereits vorhandener Daten Bei manchen Fragestellungen kann aus bereits vorhandenem Datenmaterial gezielt eine Stichprobe ausgewählt werden Dafür eignen sich besonders verbale Selbstzeugnisse (Tagebücher, Websites, ...)
- 010 013 Erhebung visueller Daten Nonstandardisierte Beobachtung: nicht vorab festgelegt, was beobachtet werden soll, Bedeutung ergibt sich im Laufe der Untersuchung, Gegenstand wird in seiner Ganzheit mit allen Facetten erfasst Teilnehmende Beobachtung: Forschende übernehmen aktiv Rolle im Feld, werden selbst zu Mitglied des Feldes Vollständig offene Beobachtung: Personen im Feld wissen, dass sie beobachtet werden und kennen die Forschungsfrage Verdeckte Beobachtung: Personen im Feld wissen nicht, dass sie Gegenstand einer Beobachtung sind (ethische Probleme!) Wird durch Beobachtungsprotokoll festgehalten Wird häufig mit anderen Verfahren kombiniert, um auch Innensicht abzubilden