Psychologie (Fach) / Klinische Psychologie Basis II (Lektion)

In dieser Lektion befinden sich 171 Karteikarten

Enhält die Zusammenfassung der Vorlesung Klinische Psychologie Basis II der Uni Greifswald.

Diese Lektion wurde von Askere erstellt.

Lektion lernen

  • Symptome der Depression - Emotionale Störungsanzeichen traurige, freudlose oder in anderer Weise unlustbetonteemotionale Verstimmung, Gefühle von Niedergeschlagenheit,Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit, innere Leere,Unzufriedenheit, Schuldgefühle, Feindseligkeit, Gefühl derGefühllosigkeit und Distanz zur Umwelt.
  • Symptome der Depression - Störungen im motivationalen Bereich Interessenverlust, Antriebslosigkeit, Gefühl desÜberfordertseins, Misserfolgsorientierung, Vermeidung vonVerantwortung, Entschlussunfähigkeit, Rückzug bis zum Suizid GAIMVER
  • Symptome der Depression - Imaginative, kognitive Störungsanzeichen Pessimismus, negative Einstellung gegenüber sich selbst (alsPerson, die eigenen Fähigkeiten und das Erscheinungsbildbetreffend), der Umwelt und der Zukunft, permanenteSelbstkritik und -unsicherheit, Einfallsarmut, mühsames Denkenund zirkuläres Grübeln, Konzentrationsprobleme, Erwartung vonStrafen und Katastrophen, Verarmungsvorstellungen, rigidesAnspruchsniveau, Ideen der Ausweglosigkeit, Suizidideen
  • Symptome der Depression - Störungen im Verhalten, Motorik, Erscheinungsbild Körperhaltung: kraftlos, gebeugt, spannungsleer,Verlangsamung der Bewegung, aber auch Agitiertheit, zappeligGesichtsausdruck: traurig, weinerlich, besorgt, herabgezogeneMundwinkel, vertiefte Falten, maskenhaft erstarrte Mimik
  • Symptome der Depression - Störungen im Verhalten, Motorik, Erscheinungsbild II Sprache: leise monoton, langsamAllgemeine Aktivitätsminderung: wenig Abwechslung,eingeschränkter Bewegungsradius, Probleme bei derBewältigung von Alltagsanforderungen
  • Symptome der Depression - Störungen im somatischen Bereich Schlafstörungen, tageszeitliche (Morgentief) und jahreszeitliche(Novembertief) Schwankungen im Befinden, Wetterfühligkeit,Appetit- Gewichts- Libidoverlust, allgemeinevegetativeBeschwerden (Magen- und Verdauungsbeschwerden), rascheErschöpfung und Ermüdbarkeit, aber auch Erregung, Spannung,Reizbarkeit WASSERSAR
  • Die 9 häufigsten Depressionssymptome Schalfstörungen gedrückte Stimmung Konzentrationsstörungen Suizidgedanken Müdigkeit Appetitstörungen Hoffnungslosigkeit Wahnideen Suizidversuche
  • Aktuelle diagnostische Kriterien depressiver Störungen 1. Depressive Episode (Schlüsselsyndrom bei einer MajorDepression) Mindestens fünf Symptome aus der Liste (1) bis (10) gleichzeitigwährend eines Zeitraums von mindestens zwei Wochen (depressiveStimmung oder Interessenverlust muss darunter sein) (1)  Depressive Stimmung in einem für den Betroffenen deutlichen abnormenAusmaß, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, weitgehend unbeeinflusstdurch äußere Umstände und mindestens zwei Wochen andauernd (diesesZeitkriterium gilt auch für allen anderen Symptome)(2)  Verlust von Interesse oder Freude an Aktivitäten, die normalerweiseangenehm sind(3)  Verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit(4)  Verlust von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl(5)  Ausgeprägte und unangemessene Schuldgefühle und unbegründeteSelbstvorwürfe(6)  Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder Suizid oder suizidales Verhalten(7)  Klagen über Anzeichen für vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen wieUnentschlossenheit oder Unschlüssigkeit(8)  Änderung der psychomotorischen Aktivität mit Hemmung oder Agitiertheit(9)  Schlafstörungen jeder Art (vor allem frühmorgendliches Erwachen)(10)  Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung
  • Beurteilung des Schweregrades der depressiven Episode Leicht: insgesamt mindestens 4 der Symptome (1) bis (10)darunter mindestens 2 der Symptome (1) bis (3) Mittelschwer: insgesamt mindestens 6 der Symptome (1) bis (10)darunter mindestens 2 der Symptome (1) bis (3) Schwer: insgesamt mindestens 8 der Symptome (1) bis (10)darunter alle 3 der Symptome (1) (2) und (3) Falls eine depressive Episode oder eine rezidivierende depressiveStörung vorliegt, bestimme, ob die diagnostischen Kriterien für einsomatisches Syndrom erfüllt sind. Hierbei handelt es sich um einezusätzliche Spezifikation, welche im DSM-IV-TR als Depressive Episodemit melancholischen Merkmalen kodiert wird.
  • Somatisches Syndrom einer Depressiven Episode: Diagnostische Kriterien Mindestens vier Merkmale aus (1) bis (8)(1)  Deutlicher Verlust von Interesse oder Freude an Aktivitäten, dienormalerweise angenehm sind.(2)  Mangelnde Fähigkeit, emotional auf Ereignisse oder Aktivitätenzu reagieren, auf die normalerweise eine emotionale Reaktionerfolgt(3)  Gefühl der Gefühllosigkeit (innere Leere)(4)  Frühmorgendliches Erwachen zwei Stunden oder mehr vor dergewohnten Zeit(5)  Morgentief der Depression(6)  Objektive Hinweise für ausgeprägte psychomotorische Hemmungoder Agitiertheit(7)  Deutlicher Appetitverlust(8)  Gewichtsverlust (5 % oder mehr im vergangenen Monat)(9)  Exzessive und unangemessene Schuldgefühle
  • Kodierbare Diagnose •  Major Depression (Schwere Depression, einzelne Episode) F32. X A. Vorhandensein einer einzelnen Episode einer MajorDepressionB. Die Episode kann nicht besser durch eine schizoaffektive Störung erklärt werden und überlagertnicht eine Schizophrenie.C. Es trat niemals eine manische oder hypomanische Episodeauf.
  • Kodierbare Diagnose •  Major Depression (Schwere Depression, rezidivierende Episoden) F33. X A. Vorhandensein von zwei oder mehreren Episoden einer MajorDepression (mindestens 2 Monate Abstand)B. Die Episode kann nicht besser durch eine schizoaffektive Störung erklärt werden und überlagertnicht eine Schizophrenie.C. Es trat niemals eine manische oder hypomanische Episodeauf.
  • Specifier der Schweren Depression (Major Depression) laut DSM-5 Depression mit melancholischen Merkmalen (Depressive Episode + somatisches Syndrom) Schwere Form der Depressionmit höherer genetischer Vulnerabilität als andere Formen derDepression.
  • Depression mit psychotischen Merkmalen (Depressive Episode+ Stimmungskongruente Wahnideen; Schuld, Strafe, Tod,Krankheit, Nihilismus)
  • Depression mit atypischen Merkmalen (Stimmung kann sich beipositiven Begebenheiten plötzlich aufhellen)Außerdem:- Appetitzuwachs und plötzliche Gewichtszunahme- Hypersomnie- Bleiernde Paralyse (schwere Arme und Beine)- seit langem bestehendes Muster einer akuten Sensitivitätgegenüberzwischenmenschlicher Zurückweisung
  • Depression mit ängstlichen Sorgen Starkes Gefühl der Anspannung, Gefühleeiner ungewöhnlichen Ruhelosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund derSorgen, Befürchtung, dass etwas Schlimmes passieren würde, Gefühl, dass man dieKontrolle über sich selbst verlieren könnte. Depression mit psychotischenMerkmalen (Depressive Episode + Stimmungskongruente Wahnideen; Schuld,Strafe, Tod, Krankheit, Nihilismus)
  • Depression mit saisonalen Merkmalen (Der Beginn der schweren depressivenEpisode liegt regelmäßig in einer bestimmten Jahreszeit (Herbst oder Winter)Außerdem:- Volle Remission zu einer anderen Jahreszeit (z.B. im Frühling)- In den letzten beiden Jahren sind diese saisonalen Effekte aufgetreten und eszu keinen anderen Jahreszeiten zu einer depressiven Episode gekommen.- Saisonale depressive Episoden sind sehr viel häufiger als nicht-saisonaleEpisoden.
  • Depression mit Beginn des Peripartum 1 von 1000 Frauen erleben während derSchwangerschaft oder Wochen (bis zu 4 Wochen) nach der Geburt eine schweredepressive Episode. 50 % der Episoden beginnen vor der Geburt, deshalbPeripartum Episoden.
  • Persistente Depressive Störung (DSM-5) oder Dysthymia (ICD-10; F34.X) Depressive Stimmung während der meisten Zeit des Tages, anhaltendoder häufig wiederkehrend (mehr depressive als nicht depressive Tage)für einen Zeitraum von mindestens 2 JahrenMindestens drei Merkmale aus (1) bis (11) (DSM-5: 2 aus 6; fett)(1)  Verminderte Energie oder Aktivität(2)  Schlafstörung(3)  Verlust des Selbstvertrauens oder Gefühl von Unzulänglichkeit(4)  Konzentrationsschwierigkeiten und Entscheidungsschwierigkeiten(5)  Häufiges Weinen(6)  Verlust von Interesse oder Freude an sexuellen oder anderen angenehmenAktivitäten(7)  Gefühl der Hoffnungslosigkeit oder Verzweiflung(8)  Erkennbares Unvermögen, mit den Routine-Anforderungen des täglichen Lebensfertig zu werden(9)  Pessimismus bezüglich der Zukunft oder Grübeln über die Vergangenheit(10)  Sozialer Rückzug(11)  Verminderte GesprächigkeitNur im DSM-5 Geringer Appetit oder Essanfälle
  • Das Gegenstück der Depression: die Manie Die Symptome einer Manischen Episode Eine abgegrenzte Episode Situationsinadäquat gehobener Stimmung,welche zwischen sorgloser Heiterkeit und reizbarer fastunkontrollierbarer Erregung schwanken kann. Abnorme Steigerungzielgerichteter Aktivität und Energie. Die Episode dauert wenigstens 1Woche und die Symptome sind fast den ganzen Tag vorhanden.Während dieser Episode der Stimmungsstörung und der gesteigertenEnergie und Aktivität kommen drei oder mehr der folgenden Symptomehinzu:•  Gesteigertes Selbstwertgefühl und Grandiosität•  Vermindertes Schlafbedürfnis (nach 3 Std. Schlaf ausgeruht)•  Redseliger als gewöhnlich, starker Drang zu Reden•  Ideenflucht, Gedankenjagen•  Leichte Ablenkbarkeit,durch irrelevante externe Reize•  Steigerung zielgerichteter Aktivitäten (sozial, Arbeit, Schule, odersexuelle Aktivitäten) psychomotorische Agitiertheit•  Verhaltensexzesse, die unangenehme Folgen haben (verrückteInvestitionen in komische Geschäfte, sexuelle Indiskreditionen,Kaufrausch etc.
  • Die 11 häufigsten Maniesymptome Ablenkbarkeit Ideenflucht Logorrhoe Euphorie Schlafstörung Selbstüberschätzung Irritiertbarkeit Feindseligkeit Wahnideen Alkoholmissbrauch Hypersexualität
  • Hypomanie: Diagnostische Kriterien Situationsinadäquat gehobene oder gereizte Stimmung indeutlich abnormen Ausmaß für den Betroffenen für mindestensvier aufeinander folgende Tage:Mindestens drei Merkmale aus (1) bis (7)(1)  Gesteigerte zielgerichtete Aktivität oder motorische Ruhelosigkeit(2)  Gesteigerte Gesprächigkeit(3)  Ablenkbarkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten(4)  Vermindertes Schlafbedürfnis(5)  Gesteigertes Selbstwertgefühl und Grandiosität(6)  Übertriebene Geldausgaben oder andere Arten vonleichtsinnigem oder verantwortungslosem Verhalten(7)  Ideeflucht und GedankenrasenDie Episode ist nicht schwer genug für eine funktionelleBeeinträchtigung im Beruf oder im sozialen Leben und erfordertkeine Hospitalisierung
  • Depressive Störung vs. Bipolare Störung Depressive Störungen (unipolar) Eine oder mehrere depressive Episoden oder "dysthyme" Symptomatik Major Depression, einzelne Episode; Major Depression, rezidivierend; Dysthyme Störung Bipolare Störung (manisch-depressive) Mindestens eine manische oder sich abwechselnde manische, hypomane und depressive Episode bzw. zyklothyme Symptomatik Bipolar-I-Störung; Bipolar-II-Störung; Zyklothyme Störung
  • Bipolare Störungen (DSM 5) Im DSM-5 werden die Bipolaren Störungen als eineeigenständige Hauptgruppe kodiert: Bipolare und verwandteStörungen: Diese Hauptgruppe wird zwischen die schizophrenenSpektrumsstörungen und die Depressionen platziert
  • Zyklothymia: Diagnostische Kriterien Instabilität der Stimmung mit mehreren Perioden von sowohl Depression alsauch Hypomanie, für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren, mit oderohne Intervallen mit normaler StimmungMindestens drei Merkmale aus (1) bis (8)(1) Vermehrte Energie oder Aktivität(2) Vermindertes Schlafbedürfnis(3) Übersteigertes Selbstwertgefühl(4) Geschärftes oder ungewöhnliches kreatives Denken(5) Geselliger als sonst(6) Gesprächiger oder witziger als sonst(7) Gesteigertes Interesse und Sicheinlassen in sexuelle oder andere angenehme Aktivitäten(8) Über-optimistisch oder Übertreibung früherer ErfolgeMindestens drei Merkmale aus (1) bis (8)(1) Verminderte Energie oder Aktivität(2) Schlafstörung(3) Verlust des Selbstvertrauens oder Gefühl von Unzulänglichkeit(4) Konzentrationsschwierigkeiten(5) Sozialer Rückzug(6) Verminderte Gesprächigkeit(7) Verlust von Interesse oder Freude an sexuellen oder anderen angenehmen Aktivitäten(8) Pessimismus bezüglich der Zukunft oder Grübeln über die Vergangenheit
  • Schizoaffektive Störung (F25) Kriterium: Personen müssen die Kriterien für eineStimmungsstörung erfüllen (entweder DepressiveEpisode oder Bipolare Störung) und mindestenszwei Hauptsymptome einer Schizophrenie(Halluzinationen und Wahn) aufweisen. In denletzten zwei Wochen müssen die schizophrenenSymptome ohne die Symptome einerStimmungsstörung vorhanden sein. DieWahnsymptome sollten stimmungsinkrongruent sein(z.B. göttlicher Auftrag die Menschheit zu retten).
  • Varianten der Bipolaren Störungen Zyklothymia (depressive Phase) (F34)•  Bipolare Störung I (depressive Episode)(F31.3)•  Bipolare Störung II (depressive Episode)(F31.3; im ICD nicht unterschieden)
  • Varianten depressiver Störungen Persistente Depressive Störung;Dysthymia (F 34)•  Schwere depressive Störung (MajorDepression) (F32)•  Anpassungsstörung mit depressiverStimmungslage (F 43.2)
  • Varianten anderer Stimmungsstörungen Stimmungsstörung aufgrund vonmedizinischen Krankheitsfaktoren•  SubstanzinduzierteStimmungsstörungen•  Postpartum Depression (F53.0)•  Organische affektive Störung (F06.3)
  • Abgrenzung der depressiven Pseudodemenz von der senilen Demenz Depression: vorwiegend rascher, erkennbarer Beginn; episodischer Verlauf; Stimmung ist beständig depressiv; "Weiß-nicht"-Antworten sind typisch; Patient stellt Defizite besonders heraus, klagt über kognitive Einbußen; Selbstanklage evtl. Schuldgefühle Demenz: schleichender, unklarer Beginn; chronischer Verlauf; Stimmungs- und Verhaltensauffälligkeiten fluktuieren; angenähert richtige Antworten überwiegen, Patient versucht Defizite zu verbergen, Orientierungs-/Gedächtnisstörungen
  • Psychosomatische Symptome bei larvierter Depression Kopfschmerzen, Schwindel Rückenschmerzen (vorwiegend bei Frauen) Atembeschwerden (Atemkorsett, Lufthunger, Engegefühl, Globusgefühl) Herzbeschwerden (Druck und Stechen in der Herzgegend, Herzjagen, Herzstolpern, Gefühl des Zugeschnürtseins) Magen-Darm-Beschwerden (Appetitmangel, Übelkeit, Würge- und Trockenheitsgefühl im Hals, Sodbrennen, krampf- und druckartige Schmerzen, Verstopfung, Durchfall, Völlegefühl Unterleibsbeschwerden (Zyklusstörungen, Krampf- und Druckschmerzen im kleinen Becken, Bauchschmerzen, Reizblase)
  • Punktprävalenz Depression, Dysthymie und Bipolare Störungen Depression: 2-5% Dysthymie: 1-4% Bipolare Störung: 0,5-2%
  • 6-Monats-Prävalenz Depression, Dysthymie und Bipolare Störungen Depression: 3-10% Dysthymie: 2-5% Bipolare Störung: 1-2%
  • Lebenszeitrisiko Depression, Dysthymie und Bipolare Störungen Depression: 5-18% Dysthymie: 2-5% Bipolare Störung: 0,5-3%
  • Profil affektiver Störungen - Major Depression Ein-Jahres-Prävalenz: 5-10%   Verhältnis Frauen : Männer: 2:1   übliches Alter bei Beginn: 24-29 Jahre   Prävalenz bei Verwandten ersten Grades: erhöht
  • Profil affektiver Störungen - dysthyme Störung Ein-Jahres-Prävalenz: 2,5-5,4%   Verhältnis Frauen : Männer: zwischen 3:2 und 2:1   übliches Alter bei Beginn: 10-25 Jahre   Prävalenz bei Verwandten ersten Grades: erhöht
  • Profil affektiver Störungen - bipolar I Störung Ein-Jahres-Prävalenz: 0,7%   Verhältnis Frauen : Männer: 1:1   übliches Alter bei Beginn: 15-44 Jahre   Prävalenz bei Verwandten ersten Grades: erhöht
  • Profil affektiver Störungen - Bipolar II Störung Ein-Jahres-Prävalenz: 0,5%   Verhältnis Frauen : Männer: 1:1   übliches Alter bei Beginn: 15-44 Jahre   Prävalenz bei Verwandten ersten Grades: erhöht
  • Profil affektiver Störungen - zyklothyme Störung Ein-Jahres-Prävalenz: 0,4%   Verhältnis Frauen : Männer: 1:1   übliches Alter bei Beginn: 15-25 Jahre   Prävalenz bei Verwandten ersten Grades: erhöht
  • Allgemeines Suizidrisiko und Lebenszeitrisiko für affektive Störungen Allgemeines Suizidrisiko pro Jahr: 1% Lebenszeitrisiko für einen Suizid bei wiederholt auftretenden depressiven Episoden: 15%
  • Phasenzahl affektiver Störungen Bipolare Patienten haben (über 30 Jahre) typischerweise ca. 7-8 Episoden, unipolare Patienten ca. 4-5 Episoden
  • Phasendauer affektiver Störungen Bei bipolaren Störungen 4 Monate bei unipolaren Störungen 5 Monate (bei 50% nur 3 Monate)
  • Prognose affektiver Störungen Keine Rückfälle bei 5 Jahres Katamnese:  42% bei unipolaren Störungen und 30% bei bipolaren Patienten.  Bei 10-20% Chronifizierung
  • Kulturelle Faktoren affektiver Störungen Es gibt kulturelle Unterschiede: Lebenszeitprävalenz in Taiwan nur 1,5% gegenüber 17-19% in den USA und dem Libanon, vor allem in Beirut. Auch in Paris ist die Lebenszeitprävalenz höher als im restlichen Frankreich
  • Demografische Faktoren affektiver Störungen Demografische Faktoren: Unipolare Depression ist häufiger bei Personn mit geringerem sozioökonomischen Status. Bei der bipolaren Störung scheint es eher umgekehrt zu sein (möglicherweise durch die höhere Energie und die stärke Produktivität in den hypomanischen Phasen)
  • Genetische Einflüsse als Ursache der Depression Zwillingsstudien:Konkordanzraten für MZ: 40 %; DZ: 20 % bei unipolarer Depression;MZ: 62 %; DZ: 14 % bei bipolaren StörungenAnhand von Längsschnittstudien mit Zwillingspaaren wurdeder Einfluss von genetischen Faktoren auf 41 % geschätzt,allerdings der Einfluss von persönlichen Umgebungsfaktorenauf 46% Bei bipolaren Störungen ist der Einfluss genetischerFaktoren höher als bei unipolaren Störungen, nochgeringer ist er bei Dysthymien Familienstudien:Morbiditätsrisiko für Stimmungsstörungen und Suizidalität beiVerwandten ersten Grades um das dreifache erhöht.
  • Krisenintervention bei suizidalen Erwägungen Aufrechterhaltung eines unterstützenden ofthochgradig direktiven Kontakts über eine kurzenZeitraum •  Hilfestellung für die betroffene Person bei derRealisierung der Tatsache, dass durch das akute Leidihre Fähigkeit zur korrekten Beurteilung der Situationbeeinträchtigt ist und es Wege zur Problemlösunggibt. •  Hilfestellung für die Person, beim Erlangen derEinsicht, dass des gegenwärtige Leid und deremotionale Aufruhr nicht von Dauer sein werden.
  • Biochemische Faktoren der Depression Monoaminhypothese:Besagt, dass Depression durch verringerteAktivität einer oder mehrerer monoaminergerSysteme (Neuronen und Synapsen)verursacht wird.Weil Symptome der Depression nicht aufpotente Dopaminagonisten (z.B. Kokain)ansprechen, werden zwei Kandidatendiskutiert:Noradrenalin und Serotonin
  • erste pharmakologische Behandlung von Depression Vor 1950 gab es keine effektive pharmakologische Behandlungvon Depressionen.Man entdeckte in den späten 40-iger Jahren, dass es bei derBehandlung von Tuberkolose zu stimmungsaufhellendenEffekten kamDaraus entwickelte man Iproniazid, ein Derivat einesTuberkolosemedikamentsErster MAO-Hemmer
  • Medikamente gegen depressive Störung Monoaminoxidase-Hemmer: Tranylcypromin (Parnate, max. 40 mg/d) reversible MAO-Hemmer: Maclobemid (Aurorix, max. 300 mg/d) trizyklische Antidepressiva: Imipramin (Tofranil, max. 300 mg/d) Amitryptylin (Elavil, 300) Doxepin (Aponal, 300) Antidepressiva der zweiten Generation Maprotilin (Ludomil, 225) Amoxapin (Asendin, 400) Trazodon (Thombran, 500) Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Fluoxetin (Fluctin, 80) Sertralin (Zoloft, 200) Paroxetin (Paxil, 50)