Psychologie (Fach) / Sozialpsychologie I + II (Lektion)

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Einführung

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  • Ingroup Favorisierung (ingroup favoritism) Die Tendenz, Ingroups gegenüber Outgroups positiver zu beurteilen. - Forschung zeigt, daß Bedrohungen des Selbst dazu führen, daß andere Gruppen verstärkt beeinträchtigt werden, was das eigene Sellbstbewußtsein wieder etwas verbessert. - Ingroup Bevorzugung ist intensiver bei Menschen in kleinen Minoritäten und Menschen, die ihren Ingroupstatus steigern wollen. - Die Tendenz von Menschen zur Bevorzugung von Ingroups variiert von Kultur zu Kultur. (In kollektivistischen niedriger als in individualistischen) - Menschen distanzieren sich manchmal von ihrer Ingroup oder von einzelnen Mitgliedern, die versagen. Andererseits können Menschen aber auch an Selbstbewußtsein gewinnen, durch einen niedrigen Status ihrer Gruppe. - Mitglieder von Gruppen mit niedrigem Status haben keine generell niedrigere Selbstachtung als Mitglieder von Gruppen höheren Status.
  • Wie kann impliziter Rassismus erkannt und gemessen werden? − Fazio et al.’s (1995) bona fide pipeline measure− Greenwald et al.’s (1998) Implicit Association Test (IAT)− Nosek & Banaji’s (2001) Go/No-Go Association Task (GNAT)
  • Kontakt-Hypothese Der Kontakt Hypothese zufolge müßte die Aufhebung der Rassentrennung Vorurteile vermindern. Diese Aufhebung hat das Problem aber nicht gelöst. Allerdings waren dabei auch die Schlüsselbedingungen für den Kontakt zwischen den Gruppen nicht gegeben: 1) gleicher Status 2) persönliche Interaktion 3) ein gemeinsames Ziel 4) soziale Normen, die den Kontakt zwischen den Gruppen fördern
  • Puzzle Klassenzimmer (jigsaw classroom) kooperative Lernmethode, die durch Interaktion in Gruppenarbeit rassistische Vorurteile reduziert.
  • Was ist Einstellung? Eine positive, negative, oder gemischte Evaluation (bzw. Reaktion gegenüber) einer Person, eines Objekts, oder einer Idee, die in bestimmter Stärke zum Ausdruck gebracht wird.
  • Vier mögliche Reaktionen auf Einstellungsobjekte Positiv, Ambivalent, Negativ und Indifferent.
  • Ajzens Theorie des geplanten Verhaltens (theory of planned behavior) besagt, daß Einstellungen gegenüber einem bestimmten Verhalten, kombiniert mit subjektiven Normen und wahrgenommener Kontrolle, die Handlungen einer Person beeinflussen.
  • Überzeugung durch Kommunikation abhängig von: - Quelle (glaubwürdig, zuverlässig, attraktiv) - Mitteilung (Informationsstrategien: Primacy vs. recency Effekt; Diskrepanz der Mitteilung; Furchtappelle; Positive Emotionen; Subliminale Botschaften; Wenn peripher, dann ist länger immer besser; Wenn zentral, ist die Länge der Mitteilung ein zweischneidiges Schwert) - Empfänger (Bedürfnis nach Kognition; Selbstbeobachtung; Vorwarnung und Resistenz: Einimpfungshypothese, Psychologische Reaktanz; Kultur) Zentrale Route: Person denkt sorgfältig über eine Mitteilung nach.                                           − beeinflusst durch die Stärke und Qualität der Mitteilung Periphere Route: Person denkt nicht kritisch über den Inhalt der Mitteilung nach.− beeinflusst durch oberflächliche Hinweise
  • Need for Cognition Eine Persönlichkeitsvariable, die Menschen daran unterscheidet, wie sehr sie anstrengend kognitive Aktivitäten mögen.
  • Impfungs Hypothese (inoculation hypothesis) Die Idee, daß das Erleben einer schwachen Version eines überzeugenden Arguments den späteren Widerstand gegen das Argument erhöht. So kann eine Einstellung immunisiert werden. Eltern könnten auf diese Weise sogar ihre Kinder vor Werbeeinflüssen schützen, indem sie sie einer kleinen Dosis Werbung aussetzen und diese dann kritisch mit ihnen diskuttieren.
  • Psychologischer Widerstand (psychological reactance) Die Theorie, daß Menschen Widerstand leisten gegen Bedrohungen ihrer Freiheit, indem sie sich selbst behaupten und die bedrohte Freiheit als attraktiver betrachten
  • Kognitive Dissonanz Theorie Wir sind durch das Streben nach kognitiver Konsistenz motiviert.− Kognitive Dissonanz Theorie (Festinger, 1957):Inkonsistente Kognitionen rufen psychologische Spannungen hervor,die Menschen reduzieren wollen.− Kann zu irrationalem und manchmal unangepasstem Verhalten führen (1) Ändern der Einstellung (2) Ändern der Wahrnehmung des Verhaltens (3) Zusätzliche Kognitionen (4) Die Wichtigkeit des Konflikts minimieren (5) Die wahrgenommenen Wahlmöglichkeiten einschränken
  • Ungenügende Rechtfertigung (insufficient justification) Eine Bedingung, in der Menschen freiwillig ein Einstellungs-diskrepantes Verhalten zeigen, ohne dafür eine große Belohnung zu bekommen.
  • ungenügende Abschreckung (insufficient deterrence) Eine Bedingung, in der Menschen eine ihnen angenehme Aktivität unterlassen, selbst wenn ihnen nur eine milde Strafe dafür angedroht wird. Beispiel: Spielzeug wird als weniger attraktiv bewertet, nachdem ein Kind das Spielen damit, wegen eines Verbots, unter Androhung einer milden Strafe, unterlassen hat.
  • Alternative Wege zur Selbst-Beeinflussung − Theorie der Selbstwahrnehmung:Selbst-Beeinflussung durch die Beobachtung eigenen Verhaltens.− Impression Management Theorie: Worauf es ankommt ist nicht das Motivkonsistent sein zu wollen, sondern das Motiv konsistent zu erscheinen.− Theorie der Selbst-Affirmation:Dissonante Situationen verursachen eine Bedrohung des Selbst.
  • Konformität Konformität ist die Tendenz von Menschen, ihr Verhalten so zu ändern, daß es konsistent mit Gruppennormen wird.
  • informative Einflüsse private Konformität; produzieren Konformität, wenn eine Person glaubt, daß andere in ihrem Urteil richtig liegen.
  • normative Einflüsse öffentliche Konformität; produzieren Konformität, wenn eine Person die negativen sozialen Konsequenzen davon fürchtet, ein abweichendes Verhalten zu zeigen
  • private Konformität Die Änderung der Meinung, die auftritt, wenn eine Person privat die Position von anderen akzeptiert
  • öffentliche Konformität Eine oberflächliche Änderung des öffentlichen Verhaltens, ohne eine entsprechende Änderung der Meinung, produziert von echtem oder imaginiertem Gruppenzwang
  • Majority vs. Minority Influence Majorities:− power and normative pressure− public conformity Minorities:− re-thinking position− private conformity
  • foot-in-the-door erst eine kleine Bitte, um anschließend die größere erfüllt zu bekommen. Basierend auf der Selbstwahrnehmungstheorie funktioniert das wahrscheinlich deshalb, weil man beim Erfüllen der ersten, kleinen Bitte ein kooperatives Bild von sich bekommt, zu dem man später konsistent sein möchte.
  • low-balling bringt man eine Person erst dazu, einer kleineren Bitte zuzusagen, um dann jedoch die Größe zu erhöhen, indem man versteckte Kosten offenbart. Trotz der Erhöhung bleiben viele Menschen trotzdem bei ihrer Zusage. (Bsp.: Gebrauchtwagenhändler...) Dies funktioniert am besten, wenn die Erhöhung von der gleichen Person vorgetragen wird, wahrscheinlich, weil man sich eben dieser Person durch die anfängliche Zusage verpflichtet fühlt.
  • door-in-the-face echte Bitte erst nach einer großen vorgetragen, die mit großer Wahrscheinlichkeit abgelehnt wird. Die Menschen stimmen darauf der kleineren Bitte eher zu, weil sie sie als Entgegenkommen interpretieren und sich verpflichtet fühlen.
  • that’s-not-all Technik beginnt mit einer großen Forderung. Dann wird die Größe der Forderung verringert, durch Zusage eines Bonus oder eines Rabatts. (Bsp.: Kuchenstücke, die 75 Cents kosten werden eher gekauft, wenn sie zuerst 1$ kosten sollen, dann aber gleich auf 75C. erniedrigt werden.
  • Social Impact Theorie - Die “social impact” Theorie sagt voraus, daß sozialer Einfluß von der Stärke, Unmittelbarkeit und der Anzahl der Quellen abhängt, die Druck auf eine Zielperson ausüben, die diesen Druck absorbiert. - Die Stärke einer Quelle hängt ab von ihrem Status, ihrer Fähigkeit oder ihrer Beziehung zur Zielperson. - Die Unmittelbarkeit bezieht sich auf die zeitliche und räumliche Distanz zur Zielperson. - Widerstand ist dann am wahrscheinlichsten, wenn der soziale Einfluß auf mehrere, starke und weit entfernte Zielpersonen gerichtet ist.
  • Soziale Erleichterung (social facilitation) bezieht sich auf zwei Effekte, die auftreten, wenn individuelle Beiträge zu erkennen sind: Die Anwesenheit anderer verbessert die Leistung bei leichten Aufgaben aber verschlechtert die Leistung bei schwierigen Aufgaben. (Der Begriff Erleichterung bezieht sich nicht auf die Aufgabe selbst, sondern auf die jeweilige dominante Reaktion.)
  • Zajoncs Theorie reiner Anwesenheit (mere presence theory) meint, daß die reine Anwesenheit Anderer ausreichend ist, um Effekte sozialer Erleichterung zu produzieren. (Selbst bei Kakerlaken verursacht die bloße Anwesenheit anderer Zuschauer-Kakerlaken Effekte sozialer Erleichterung.)
  • Theorie der Evaluationsbesorgnis (evaluation apprehension theory) meint, daß die Anwesenheit Anderer nur soziale Erleichterungseffekte verursachen wird, wenn diese Anderen als potentielle Bewerter angesehen werden. (Im Experiment verursachen Zuschauer mit verbundenen Augen geringere soziale Erleichterung, als normal.)
  • Theorie der Ablenkungskonflikte (distraction-conflict theory) meint, daß die Anwesenheit Anderer nur dann soziale Erleichterungseffekte zur Folge hat, wenn einen diese Anderen von der Aufgabe ablenken und einen Aufmerksamkeitskonflikt produzieren. (Die Anwesenheit familiärer Personen verursacht geringere Effekte als die von Fremden).
  • Soziales Faulenzen (loafing) In frühen Untersuchungen leichter Aufgaben in Gruppenarbeit, fand Ringelmann heraus, daß die Leistung einzelner sank, wenn sie mit anderen zusammenarbeiteten.
  • soziales Faulenzen wird reduziert oder aufgehoben, wenn... -     die Menschen glauben, ihr individueller beitrag wäre wichtig, relevant und bedeutungsvoll, -     die Menschen glauben, daß ihre individuelle Leistung erkannt und bewertet werden kann, -     die Gruppe für schlechte Leistungen bestraft wird, -     die Gruppe klein ist, -     oder die Gruppe einen starken Zusammenhalt hat und sich die einzelnen Mitglieder mögen.
  • Modell der kollektiven Anstrengung (collective effort model) meint, daß sich Individuen bei einer kollektiven Aufgabe mehr anstrengen, wenn sie glauben, daß ihre individuelle Anstrengung wichtig, relevant und bedeutungsvoll ist, um Ziele zu erreichen, die ihnen wichtig sind.
  • “Sucker“ effect Do not want to work hard if you cannot overcome the loafing of othersor do not care about the task
  • Deindividuation Deindividuation verringert den Sinn für Individualität bei einer Person und reduziert die Hemmung vor abweichendem Verhalten.
  • Phasen der Gruppenentwicklung: (von Tuckman) Forming Storming Norming Performing Adjourning (Verschieben)
  • Interagierende Gruppen haben drei Hauptmerkmale Rollen Normen Gruppenzusammenhalt
  • Gruppenpolarisation heißt, daß ehemalige Tendenzen durch Gruppendiskission, im Denken der Mitglieder übertrieben werden. Erklärungen: - Anzahl und die Überzeugungskraft von gehörten Argumenten - sozialen Vergleichen mit einer wahrgenommenen Gruppennorm - Einfluß der eigenen Ingroup gegenüber einer Outgroup.
  • Groupthinking (Gruppendenken) bezieht sich auf die extreme Tendenz, nach Konkurrenz zwischen den Gruppenmitgliedern vor allem bei: - starkem Zusammenhalt - kontrollierender Anführer - stressige Situation Symptome: -     Überschätzung der Gruppe -     verschlossener Geist (closed-mindedness) -     Gesteigerter Druck zu Gleichförmigkeit (increased pressures toward uniformity) --> führt zu schlechten Entscheidungen
  • Gruppenleistung wird beeinflusst von der Art der gestellten Aufgabe - additive task:  Das Gruppenprodukt ist die Summe aller einzelnen Beiträge der Gruppenmitglieder, Problem: social loafing - conjunctive task: Das Gruppenprodukt wird bestimmt vom einzelnen Mitglied mit der geringsten Leistung, Problem: schlechte Koordination - disjunctive task: Das Gruppenprodukt wird bestimmt (oder kann bestimmt werden) von der Leistung des besten Mitgliedes.
  • soziales Dilemma Situation, bei der die Durchsetzung eigener Interessen von jedem, das schlechtest mögliche Ergebnis für alle verursacht.
  • GRIT (graduated and reciprocated initiatives in tension-reduction) Strategie für unilaterale, anhaltende Suche nach Vertrauen und Kooperation zwischen konkurrierenden Parteien, eine nützliche Strategie um einen Friedensprozess einzuleiten. vier Hauptkomponenten: -     Man erklärt seine friedliche Intention und die generelle Absicht, den Konflikt zu reduzieren und lädt die andere Partei dazu ein, das auch zu tun. -     Man führt seine spannungsreduzierenden Initiativen wie angekündigt durch, selbst wenn es keine sofortige Reaktion der Gegenseite gibt. Dies fördert die eigene Vertrauenswürdigkeit. -     Sobald die andere Partei eine kooperative Bewegung macht, tut man schnell einen weiteren Schritt, der mindestens so viel riskiert, wie das kooperative Verhalten der anderen Seite. -     Man behält eine Rückschlagskraft, um sich vor Ausnutzung durch die andere Seite zu schützen. Greift die andere Seite an, antwortet man in genau dem selben Ausmaß. Danach greift man die spannungsreduzierenden Initiativen wieder auf.