Psychologie (Fach) / Sozialpsychologie I + II (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 92 Karteikarten
Einführung
Diese Lektion wurde von anna308 erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
- Definition Sozialpsychologie Wissenschaftliche Studien zu den Effekten von sozialen, affektiven und kognitiven Prozessenüber die Art und Weise wie Personen andere wahrnehmen, beeinflussen und mit ihnen inBeziehung stehen.
- Das soziale Selbst (the social self) - Selbstkonzept - Selbstwertgefühl - Selbstdarstellung
- Quellen des Selbstkonzept - Introspektion - Wahrnehmung unseres eigenen Verhaltens - Einflüsse anderer Leute - autobiographische Erinnerungen - Kultur in der wir leben
- Theorie der Selbst-Diskrepanz (Higgins) - aktuelles Selbst - Soll Selbst - ideales Selbst Diskrepanz zw. aktuellem und idealem Selbst --> Enttäuschung, Unausgefülltheit Diskrepanz zw. aktuellen und Soll Selbst --> Schuld, Scham
- Theorie des Selbst-Bewusstseins (Wicklund) --> Selbstbewusstsein steigert Aufmerksamkeit auf Selbst und Verfügbarkeit von Diskrepanzen - shape up - ship out
- privates/öffentliches Selbstbewusstsein privat: Fokus auf eigene Standards gerichtet öffentlich: Fokus darauf gerichtet, was andere über das Selbst denken
- Social Comparison Theorie Menschen bewerten eigene Fähigkeiten/Meinungen, indem sie sich mit ähnlichen Menschen vergleichen.
- zwei-Faktoren-Theorie der Emotion (Schachter) Emotionen beruhen auf einem Zusammenwirken von 2 Faktoren: - phsyiologische Erregung - Kognition
- egocentric bias Menschen bewerten ihre Rolle in vergangenen Ereignissen über.
- Ironische Prozesse Ironische Prozesse schlagen unsere Bemühungen nach Selbstkontrolle manchmal in ihr Gegenteil um und bringen uns dazu auf eine Art und Weise zu denken, zu fühlen und zu handeln, die gegensätzlich zu unseren Absichten ist. (Bsp.: Pendel)
- selbst-dienende Kognitionen (self-serving cognitions) unrealistischer Optimismus oder sich bei Erfolg „damit zu schmücken“, bei Mißerfolg jedoch die Verantwortung abzuweisen.
- Selbstbehinderung (self-handicapping) Menschen produzieren Enschuldigungen („mein Hund hat die Hausarbeit gefressen“) und sogar Selbstbehinderungen (durch Drogengebrauch oder verringerte Anstrengung) um einen erwarteten Mißerfolg zu entschuldigen.
- basking in reflected glory BIRG um ihre Selbstachtung durch ihre Verbindung mit Erfolgreichen Menschen zu stärken.
- downward social comparison Menschen vergleichen sich oft mit Menschen, die weniger glücklich, erfolgreich oder zufrieden sind, als sie selbst.
- Selbstüberwachung (self-monitoring) Die Tendenz, das eigene Verhalten den Bedürfnissen der Selbstpräsentation in einer Situation anzupassen. - “High self-monitors” verändern ihr Verhalten je nachdem von einer Situation zur anderen. - “Low self-monitors” präsentieren sich in einer konsistenteren Art und Weise und demonstrieren immer, was sie als ihr wahres Selbst betrachten.
- Implicit Egotism Unbewusste Form der Selbstwerterhöhung z.B. Zahlen/Buchstaben
-
- Persönliche Attribution (personal attribution) Attribution auf interne Merkmale eines Handelnden, wie z.B. Fähigkeit, Persönlichkeit, Laune oder Anstrengung.
- Situationale Attribution (situational attribution) Attribution auf externe Faktoren, die auf einen Handelnden einwirken, wie z.B. Aufgabe, andere Menschen oder Glück.
- Theorie der übereinstimmenden Schlüsse (“Correspondent inference”) nach Jones & Davis (1965) Personen versuchen aus einer Handlung zu schließen, ob die Handlung selbst mitüberdauernden Persönlichkeitseigenschaften des Handelnden übereinstimmt Personen nutzen 3 Faktoren, um Schlüsse zu ziehen:− die Wünschbarkeit bzw. soziale Erwünschtheit des Verhaltens− die Absichtlichkeit/Wahlfreiheit bzw. Handlungsmöglichkeiten einer Person − die beabsichtigten Effekte/Konsequenzen des Verhaltens
- Kovariationstheorie (Kelley (1967)) Personen nutzen zur Ursachenzuschreibung das Kovariationsprinzip:Welche Faktoren kovariieren mit dem gezeigten Verhalten? Drei Arten der Kovariation sind nützlich:− Konsens (Reagieren andere Personen auch so auf den Stimulus?)− Distinktheit (Verhält sich die Person anderen Stimuli gegenüber genauso oder anders?)− Konsistenz (Verhält sich die Person immer bzw. auch zu anderen Zeitpunkten so gegenüber dem Stimulus?)
- Falscher Konsens Effekt (false-consensus effect) Die Tendenz von Menschen, das Ausmaß zu überschätzen, in dem andere unsere Meinung, Eigenschaften und Verhaltensweisen teilen.
- „Base-Rate“ Fehler (base-rate fallacy) Die Feststellung, daß Menschen relativ unempfänglich sind für Konsensinformationen, die in der Form von numerischen Base-Rates präsentiert werden (z.B. Chancen beim Lottospielen oder Kriminalstatistiken).
- Entgegenwirkendes Denken (counterfactual thinking) Die Tendenz, sich alternative Ereignisse oder Ergebnisse vorzustellen, die hätten eintreten können. (Was wäre wenn... ?). Ist das imaginierte Ergebniss besser als das tatsächliche, können wir mit Enttäuschung reagieren, ist es schlechter, dann sind wir zufrieden. (Bsp: Gold- oder Silbermedaille)
- “fundamental attribution error” Wir tendieren dazu den “fundamental attribution error” zu machen, ein Überschätzen der Rolle persönlicher Faktoren und Unterschätzen der situationalen Einflüsse, das Verhalten anderer betreffend. Das ist ein zwei-Schritte-Prozess: Zuerst bilden wir uns automatisch und reflexartig einen Eindruck von einem Menschen, dann können wir diesen Eindruck durch kognitive Prozesse korrigieren, aber nur, wenn wir dafür die nötige Zeit, Kapazität und Motivation haben. Die Kultur hat wahrscheinlich auch einen Einfluß auf den fundamental attribution error, da er in anderen Ländern nicht so stark aufzutreten scheint.
- “actor-observer” Effekt Die Tendenz− persönliche Attributionen für das Verhalten anderer heranzuziehen und− situative Attributionen für sich selbst bzw. das eigene Verhalten
- Glaube an eine gerechte Welt (Belief in a just world) Wunsch, die Welt als fair und gerecht zu sehen
- Priming Die Tendenz, kürzlich gebrauchter Wörter oder Ideen, leicht wieder ins Bewußtsein zu kommen und die Interpretation neuer Informationen zu beeinflussen.
- “information integration” Theorie Eindrücke von anderen Personen basieren auf:− Persönlichen Eigenschaften des Wahrnehmenden− dem gewichteten Durchschnitt der Eigenschaften der wahrgenommenen Person
- Trait Negative Bias negative Charaktereigenschaften wiegen bei der Eindrucksbildung viel schwerer, als positive.
- Implizite Persönlichkeitstheorie (implicit personality theory) Ein Netzwerk aus Annahmen, das wir über die Beziehungen von Persönlichkeitseigenschaften und Verhalten haben.
- Central Traits Charaktereigenschaften, die einen sehr mächtigen Einfluß auf den allgemeinen Eindruck machen. (z.B. ein warmer oder ein kalter Mensch)
- Primacy Effekt Die Tendenz, dass Information, die früh in einer Informationssequenz präsentiert wurden, mehr Einfluss auf die Eindrucksbildung haben als Information, die später folgt. need for closure: Wunsch, Ambiguität zu reduzieren, Primacy Effekt tritt mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit bei Personen mit einem niedrigen Bedürfnis nach Geschlossenheit auf. Change-of-Meaning Hypothese (Bedeutungsveränderungs-Hypothese): Sobald wir einen ersten Eindruck von einer Person gebildet haben, interpretieren wir die nachfolgenden (inkonsistenten) Informationen auf Grundlage des ersten Eindrucks; Die Bedeutung von Persönlichkeitseigenschaften ist veränderbar.
-
- Confirmation Bias Menschen tendieren dazu, Informationen so zu interpretieren, zu suchen und zu generieren, daß sie ihre bereits vorhandene Meinungen bestätigen.
- Überzeugungsperseveranz (belief perseverance) Die Tendenz, Überzeugungen beizubehalten, auch wenn widersprüchliche Informationen diese in Frage stellen; kann reduziert oder aufgehoben werden, wenn wir gefragt werden/uns fragen, warum alternative Erklärungen richtig sein könnten.
- Bestätigendes Hypothesentesten (Confirmatory Hypothesis Testing) Sobald Beobachter eine Meinung über jemanden haben, suchen sie weitere Information, die diese bestätigen könnte. So werden die Fragen, die jemandem in einem Interview gestellt werden, stark davon beeinflußt, mit welchem Eindruck der Interviewer angefangen hat (einseitige Informationssuche).
- Die Selbsterfüllende Prophezeiung Der Prozess, durch den die eigenen Erwartungen an eine Person das tatsächliche Verhalten dieser Person beeinflussen, so dass sie mit den Erwartungen übereinstimmen.Rosenthal & Jacobson’s (1968)“Pygmalion in the Classroom” Studie
- Diskriminierung (discrimination) Jedes Verhalten, das gegen Personen, aufgrund ihrer Mitgliedschaft in einer bestimmten Gruppe, gerichtet ist.
- Gruppe (group) Zwei oder mehr Personen, die als verwandt betrachtet werden, aufgrund 1) ihrer Interaktionen untereinander über einen Zeitraum hinweg 2) der Mitgliedschaft in der selben sozialen Kategorie 3) einem gemeinsamen Schicksal, bzw. gemeinsamen Zielen.
- Stereotype Überzeugungen, die eine gesamte Gruppe von Menschen mit bestimmten Eigenschaften in Verbindung bringt.
- Vorurteile Negative Gefühle gegenüber anderen aufgrund deren Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe.
- Wie bilden sich Klischees? 1. Stufe: soziale Kategorisierung (energiesparend, erlauben dem Beobachter schnelle Folgerungen über Gruppenmitglieder zu machen; kann aber zu ungenauen Urteilen führen; sogar subliminale Präsentation von Gruppenbezeichnungen führt zu solchen Energiespar-Effekten)2. Stufe: Unterteilung in In- und Outgroup (Soziale Kategorisierung produziert den Outgroup Homogenitäts Effekt (outgroup homogenity effect)
- Subliminale Präsentation Eine Methode, bei der Stimuli so schnell gezeigt werden, daß man keine bewußte Wahrnehmung hat, ihnen ausgesetzt gewesen zu sein.
- outgroup homogenity effect eine Tendenz anzunehmen, daß mehr Ähnlichkeiten zwischen den Mitgliedern einer Outgroup bestehen, als bei der Ingroup. Diese Verzerrung führt dazu, daß wir von Individuen auf ganze Gruppen schließen und umgekehrt.Soziokulturelle und motivationale Faktoren können soziale Kategorisierung und den “outgroup homogenity effect” beeinflussen. (Bsp: Auf welche Kategorie fokussiert man bei einem schwarzen Feuerwehrmann? Rasse, Geschlecht oder Beruf?)
- illusorische Korrelationen Menschen nehmen illusorische Korrelationen (oder überschätzen Korrelationen...) zwischen Gruppen und Merkmalen wahr wenn diese Merkmale charakteristisch sind, oder wenn sie zu vorangegangene Vorstellungen passen.
- Attributionen Menschen tendieren dazu über die Ursachen der Verhaltensweisen von Gruppenmitgliedern Attributionen zu machen, die helfen die Klischees aufrechtzuerhalten, d.h. wenn das Klischee zutrifft, wird es mit der Person attribuiert, trifft es nicht zu, so wird es mit externen Faktoren wie Glück oder Zufall attribuiert.
- Subtypieren Gruppenmitglieder, die nicht zum Klischee passen, werden oft unterkategorisiert, so daß das große Klischee erhalten bleibt. - Sie führen nur zu einer Revision des Klischees, wenn diese Mitglieder ansonsten völlig typisch für ihre Gruppe sind, oder die Abweichungen über viele Individuen verteilt sind, anstatt sich nur auf ein paar besondere Mitglieder der Gruppe zu konzentrieren. - Weicht eine Person zu stark vom Klischee ab, kann das auch zum Boomerang Effekt führen, bei dem man von der abweichenden Person so überrascht ist, daß man gleich an andere Personen denkt, die das Klischee wieder bestätigen. - Um ein Klischee abzubauen zeigt man also besser viele intelligente Schwarze und viele sportliche Weiße, als ein schwarzes Genie und einen weißen Supersportler.
- Wie Klischees überleben: Aufrechterhaltungsmechanismen - illusorische Korrelationen - Attributionen - Subtypierung - confirmation bias / self-fulfilling prophecy
- Sherif et al.’s (1961) Robbers Cave Study − Wettbewerb zwischen den beiden Jungs-Gruppen führte zu Feindschaft und Konflikten− Nur durch übergeordnete Ziele wurde der Frieden zwischen den Gruppen wiederhergestellt
- “Realistic Conflict” Theorie Theorie, dass Feindschaft zwischen Gruppen durch direkten Wettbewerb um begrenzte Ressourcen verursacht wurde:− Der Wettbewerb um Ressourcen ist möglicherweise mehr eingebildet als real− Menschen werden unter Umständen missgünstig gegenüber anderen Gruppen, wenn sie das Gefühl von relativer Deprivation (Mangel) haben− Sogar wenn sich jemand nicht persönlich bedroht fühlt, können Wahrnehmungen von Bedrohung gegenüber der eigenen Gruppe Vorurteile auslösen
- Social Identity Theory Die Social Identity Theorie meint, daß die Selbstachtung beeinflußt wird vom Schicksal der sozialen Gruppen, mit denen man sich identifiziert, d.h. man bevorzugt die Ingroups gegenüber den Outgroups um die eigene Selbstachtung zu verbessern.
-
