Volkswirtschaftslehre (Fach) / Makroökonomie (Lektion)

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Wohlstand, Konjunktur und Wachstum, Arbeitslosigkeit / Arbeitsmarkt, Finanzmarkt, Geldmarkt

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  • Grenze den Anleihenmarkt vom Aktienmarkt ab! Anleihenmarkt - Schuldverschreibung (regelmäßige Zinszahlung und Rückzahlung nach Fälligkeit) - Form der Fremdkapitalfinanzierung - Verzinsung abhängig von Laufzeit und Bonität - Unterscheidung zwischen Staats- und Unternehmensanleihen Aktienmarkt - Anteil am Eigentum eines Unternehmens (Mitspracherecht und Dividendenzahlung bzw. Kursgewinne durch Handel) - Form der Eigenkapitalfinanzierung - Aktienkurs bspw. abhängig von Gewinnerwartungen der Wirtschaftssubjekte - Aktienindex: ø der Wertentwicklung einer bestimmten Gruppe von Aktien
  • Welche Intermediärmärkte gibt es und welche Aufgaben übernehmen sie? Investmentfonds: Institution, die ein Portfolio an aus Aktien und Anleihen zusammenstellt, welches durch die Vergabe von Anteilsscheinen finanziert wird  Versicherungen: Institution zur Risikotransformation (z.B. Lebens- und Rentenversicherung zur Altervorsorge)
  • Definiere Finanzsystem, Finanzmarkt und Intermediärmarkt! Finanzsystem: Gruppe von Investitionen in einer Volkswirtschaft, die dazu beitragen, die Ersparnisse einer Person mit den Investitionswünschen einer anderen Person zusammenzubringen Finanzmarkt: Finanzinstitution, die durch Sparer Mittel direkt an Schuldner weiterleiten kann Intermedirmarkt: Finanzinstitution, die durch Sparer Mittel direkt an Schuldner weiterleiten kann
  • Wo liegt der Unterschied zwischen Zinssatz und Ertragsrate? Zinssatz: Preis eines Kredites Ertragsrate: Ertrag aus Ersparnissen und Investitionen
  • Welche Kapitalarten gibt es? 1) Humankapital: Produktivitätssteigerung durch Wissen und Fähigkeiten (Ausbildung) Bereitstellung meist durch den Staat 2) Physisches Kapital: Von Menschen gemachte Ressourcen (Gebäude, Maschinen), Akkumulation meist durch private Investitionen 3) Finanzkapital: Finanzielle Mittel die für Investitionsausgaben verfügbar sind, Akkumulation durch Sparen bzw. Konsumverzicht
  • Welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen gibt es zur langfristigen Steigerung des Wirtschaftswachstums? Erklärung und Beschreibung! A) Änderung des Steuergesetzes zur Erhöhung der Sparanreize=> Ersparnis ist ein wichtiger langfristiger Bestimmungsfaktor für die Produktivität eines Landes: Wenn die Sparquote steigt, steigt auch das BIP und damit die Wohlfahrt (höherer Lebensstandard)=> z.B. Verringerung der Besteuerung von Kapitaleinkünften => S↑ (Es kostet weniger Geld, Kapitaleinkünfte auf der Bank einzulagern) oder Erhöhung der Umsatzsteuer = Verbrauchssteuer = Konsumsteuer: Wenn ich weniger konsumiere, spare ich mehr, was ich als Kredit später anbieten kann (aus y=S+C folgt S↑=y-C↓)Wenn S steigt (S-Kurve verschiebt sich nach rechts), ist S > I => Angebotsüberschuss => Zinssatz sinkt und die Investitionen steigen, bis die Investitionen und Ersparnisse wieder im Gleichgewicht liegen. Entsprechend steigt das Kreditvolumen. B) Änderung des Steuergesetzes zur Erhöhung der Investitionsanreize=> z.B. Investitionssteuerfreibeträge (Bsp.: Bundestag verabschiedet Gesetz, das jedes Unternehmen, das neue Fabrikanlage errichtet, Steuerminderung erlaubt)Wenn Investitionen steigen (I-Kurve verschiebt sich nach rechts), gibt es ein Nachfrageüberschuss und der Zinssatz steigt. Die Ersparnisse steigen, bis wieder ein Gleichgewicht herrscht. Entsprechend steigt das Kreditvolumen.
  • Welche Folgen hat eine staatliche Kreditaufnahme? Es kommt zu einem Budgetdefizit. Durch eine Erhöhung der Nachfrage kommt es zur Verschiebung der I-Kurve nach rechts und folglich zu einem Nachfrageüberschuss, der dem Budgetdefizit entspricht. Der Zinssatz steigt und steht nun weniger Kreditvolumen für private Investitionen zur Verfügung => Verdrängungseffekt (= Nachfrageausfall, der dem Investitionsrückgang wegen einer Zinssatzsteigerung nach expansiver Fiskalpolitik entspricht).
  • Welche Funktionen hat Geld? 1) Tauschmittel: Vermögensgegenstand, der für den Handelsverkehr verwendet werden kann 2) Recheneinheit: Maßstab, der zur Preissetzung bzw. für wirtschaftliche Kalkulationen genutzt werden kann 3) Wertaufbewahrungsmittel: Vermögensgegenstand, der dazu dient, die Kaufkraft über die Zeit hnweg zu erhalten
  • Was ist Geld? Geld umfasst jeden Vermögensgegenstand, der sehr leicht zum Erwerb von Gütern und Dienstleistungen eingesetzt werden kann. 
  • Welche Geldarten gibt es? 1) Warengeld: Gut, das als Tauschmittel dient und einen intrinsischen Wert hat (z.B. Gold, Zigaretten,...) 2) Fiatgeld/Befehlsgeld: Tauschmittel, das vom Staat als Zahlungsmittel erklärt wird => Bargeld: Münzen und Scheine in den Händen von Nicht-Banken Im Euroraum: Ausgabe durch Zentralbank. Besonderheit: Herstellung von Münzen durch den Staat (Münzregal)  => Buchgeld: Sichtgeld, das sofort liquidierbar ist (Giralgeld) bspw. durch Kartenzahlung, Überweisung, Lastschrift
  • Was ist Zentralbankgeld? Geld, das nur von der Zentralbank geschaffen werden kann. = Bargeld + Einlagen bei Zentralbank (Mindestreserve)
  • Welchen Bedarf haben Geschäftsbanken an der Zentralbank? Geschäftsbanken nehmen Kredite bei der Zentralbank auf. - Bargeldversorgung der Banken für deren Kunden - Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs - Haltung von Mindestreserven (Verpflichtung, 1%) Bereitstellung von Zentralbankgeld durch Refinanzierungskredite an die Geschäftbanken (Kredit kann nicht aus eigener Kraft vergeben werden, Kreditgeber muss die notwendigen Mittel erst beschaffen).
  • Welche Ziele und Aufgaben verfolgt die EZB? Ziele: 1) Vorrangig: Gewährleistung der Preisniveaustabilität im Euroraum (Inflationsrate ≤ 2%) 2) Unterstützung der EU-Wirtschaftspolitik (Unabhängigkeit) 3) Hohes Beschäftigungsniveau und beständiges reales Wachstum Aufgaben: - Devisengeschäfte (z.B. Tausch von zwei verschiedenen Währungen) - Verwaltung von Währungsreserven - Funktionsfähigkeit der Zahlungssysteme - Aufsicht über das Bankenwesen - Stabilität des Finanzsystems
  • Was ist der Geldpolitische Transmissionsmechanismus? A) EZB hebt den Leitzins an => Geldmarktzinsen steigen (Bundesbank) => Bankzinsen/Kapitalmarktzinsen steigen (Geschäftsbanken) => Nachfrage nach Krediten und die Geldmenge sinkt => Nachfrage auf Gütermärkten sinkt => Allgemeine Preisentwicklung fällt B) EZB senkt den Leitzins => Geldmarktzinsen sinken => Bankzinsen/Kapitalmarktzinsen sinken => Nachfrage auf Gütermärkten steigt 
  • Wie beeinflusst die Geldpolitik den gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt? A) Leitzins sinkt => Nachfrage steigt => Preise steigen => BIP steigt  B) Leitzins steigt => Nachfrage sinkt => Preise sinken => BIP sinkt (Darstellung Marktgleichgewicht im Preisniveau/BIP-Diagramm)
  • Welche Instrumente der Geldpolitik gibt es? Wie wirken diese Instrumente? 1) Mindestreservepflicht: Festlegung über die Mindesthöhe von Reserven, die die Geschäftsbanken auf ihre Einlagen bei der Zentralbank halten müssen (1% in Deutschland; darf europaweit nicht 10% überschreiten) 2) Offenmarktgeschäfte: An- und Verkauf von Wertpapieren (Anleihen, Aktien,...) durch Zentalbank"am offenen Markt" sowie mit Pfändern besicherte Kredite, insb. Hauptrefinanzierungsgeschäfte; Instrument zur Regulation der GeldmengeBsp.: Zentralbank druckt Geld und kauft damit Wertpapiere => Bringt Geld in Umlauf und erhöht Geldmenge; andersherum kann die Zentralbanl auch Wertpapiere kaufen und entsprechend das Geld einlagern und so die Geldmenge verringern 3) Ständige Faszilitäten: Bereitstellung bzw. Entgegennahme von Zentralbankgeld bis zum nächsten Geschäftstag "over-night-Geschäfte"(Fazilität: Von Banken bereitgestellter Finanzierungsrahmen, der nach Bedarf in Anspruch genommen werden kann)Dazu gehören=> Spitzenrefinanzierungsfazilität: Banken können Übernachtkredite aufnehmen=> Einlagefazilität: Banken können über Nacht überschüssige Liquiditäten anlegen
  • Beschreibe das monetäre Gleichgewicht (Graph)! Wie verändert sich das Gleichgewicht bei Inflation und Deflation? A) Preis (p) steigt => Geldwert (1/p) sinkt B) Preis (p) sinkt => Geldwert (1/p) steigt Bei expansiver Geldpolitik wird die Geldmenge erhöht, es besteht ein Geldangebotsüberschuss und ein Nachfrageüberschuss auf den Gütermärkten. Der Geldwert sinkt und der Preis steigt. => Inflation Bei restriktiver Geldpolitik wird die Geldmenge gesenkt, besteht ein Geldnachfrageüberschuss und ein Angebotsüberschuss auf den Gütermärkten. Der Geldwert steigt und der Preis sinkt => Deflation
  • Was sind die Ziele einer Volkswirtschaft? 1) Preisstabilität 2) Stetiges und angemessenes Wachstum 3) Ausgeglichene Handelsbilanz 4) Vollbeschäftigung
  • Wie berechnet sich anhand der jährlichen Wachstumsrate die Dauer in Jahren, nach der sich der Wohlstand eines Landes verdoppeln würde? t = 70 / Wachstumsrate pro Jahr  (Die Wachstumsrate muss relativ konstant bleiben)
  • Nenne und beschreibe Merkmale der antizyklischen Fiskalpolitik! 1) Steuersenkungen fördern Investitionsanreize (in Rezession) 2) EZB senkt den Leitzins 3) Staatliche Aufträge (z.B. Investitionen in infrastruktur) kurbeln die Wirtschaft an 4) Sparmaßnahmen in Hochkonjunktur für finanziellen Puffer in der Rezession
  • Was ist der Produktionswert und woraus setzt er sich zusammen? Bewertung der Güter und Dienstleistungen zu den Marktpreisen/nominalen Preisen. Setzt sich zusammen aus: - Umsatz (wesentlicher Teil), entspricht Erlös/Ertrag - Lagerbestandsveränderung - selbsterstellte Anlagen (Obstbaumpflanzung, Silobau,...) - Eigenverbrauch (Nahrungsmittel, Energie,...)
  • Was sind Ersparnisse? Anteil des Einkommens, das nicht für Konsumausgaben verwendet wird.
  • Was sind Investitionen? Ausgaben zur Erhöhung des phyisischen Kapitalbestands (z.B. Maschinen, Immobilien,...)