Volkswirtschaftslehre (Fach) / Makroökonomie (Lektion)

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Wohlstand, Konjunktur und Wachstum, Arbeitslosigkeit / Arbeitsmarkt, Finanzmarkt, Geldmarkt

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  • Was ist die gesamtwirtschaftliche Volksrechnung? Welche Aufgaben übernimmt sie? Schwerpunkt dieser Rechnung ist die Enstehung, Verwendung und Aufteilung des BPIs und BNEs. Sie übernimmt folgende Aufgaben: - Informationsgrundlage für wirtschaftspolitisches Handeln und Erfolgskontrolle für Handlungen - Indikator für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und wirtschaftlichen Wohlstand - Berechnungsgrundlage für Finanztransfers (Länderfinanzausgleich, EU-Finanzierung, internationale Entwicklungshilfe, etc.)
  • Was ist der BIP? Wert aller für den Endverbrauch bestimmter Güter und Dienstleistung, die im Inland innerhalb einer bestimmten Zeitperiode produziert werden. Keine Zwischenprodukte!
  • Wo liegt der Unterschied zwischen Inländerprinzip und Inlandsprinzip? Nach dem Inlandsprinzip wird BIP berechnet. Es umfasst alle im Inland produzierten Güter. (Im Inland von In- und Ausländern) Nach dem Inländerprinzip wird das BNE berechnet. Es umfasst die von allen Inländern produzierten Güter.(Inländer im In- und Ausland)
  • Wie kann das BIP berechnet werden? 1) Entstehungsrechnung: Wert des gesamtwirtschaftlichen Angebots (Produktion) 2) Verwendungsrechnung: Wert der gesamtwirtschaftliche Nachfrage (Konsum) 3) Verteilungsrechnung: Aufteilung der bei der Produktion entstandenen Einkommen auf die Wirtschaftsteilnehmer
  • Woraus besteht die Entstehungsrechnung? Produktionswert - Vorleistungen = Bruttowertschöpfung + Gütersteuern - Subventionen = BIP
  • Woraus besteht die Verwendungsrechnung? BIP = C + I + G + EX - IM BIP = Privater Konsum + Bruttoinvestitionen + Staatsausgaben + Außenhandelsbeitrag
  • Woraus besteht die Verteilungsrechnung? BIP - Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt = BNE - Abschreibungen - Nettonationaleinkommen - Produktions- und Importabgaben an den Staat + Subventionen vom Staat = Volkseinkommen - Arbeitnehmerentgelte = Unternehmens- und Vermögenseinkommen
  • Wo liegt der Unterschied zwischen nominalem und realem BIP? Nominales BIP: Wert aller für den Endverbrauch bestimmten Güter und Dienstleistungen zu laufenden Preisen. Reales BIP: Wert von produzierten Gütern und Dienstleistungen zu konstanten Preisen (Bezug zu festgelegtem Basisjahr, deshalb von der Inflationsrate bereinigt => aussagekräftiger)
  • Welche Gründe gibt es für ein ansteigendes BIP? 1) Produktion von Gütern und Dienstleistungen steigt => Tatsächliches Wirtschaftswachstum 2) Wert der Produktion von Gütern und Dienstleistungen steigt
  • Welche Kritik wird am BIP ausgeübt? - Verteilung des Wohlstands wird nicht erfasst - Freizeitwert ist unbekannt (Freizeit als wichtiger Faktor für nationalen Wohlstand) - Tatsächlicher Wert von staatlichen Leistungen ist unbekannt (dafür gibt es keine Marktpreise) - nicht berücksichtigte Schattenwirtschaft (Schwarzmarkt, Ehrenamt, Haushaltsproduktion) - Immaterielle Werte sind schlecht zu erfassen und zu messen (z.B. Qualität des Bildungs- und Gesundheitssystems, Kunst) - Nachhaltigkeit wird nicht berücksichtigt (Wohlstandsminderung zukünftiger Generationen durch beispielsweise Abbau bzw. Übernutzung natürlicher erneuerbarer Ressourcen (Fischbestände/Wald) oder auch nicht-erneuerbar (Bodenschätze) - Produktionsbedingte Schäden von Umwelt- Lebens- und Arbeitsbedingungen (allg. externe Effekte) steigern das BIP trotz Wohlfahrtsminderung - Wirtschaftliche Aktivitäten zur Beseitigung von Schäden werden nicht als Abschreibungen erfasst (z.B. Krankheit, Unfälle, ... Nach Naturkatastrophe werden viele neue Häuser gebaut und generell investiert => Wirtschaftswachstum, obwohl Land zerstört) ABER: Nichtsdestotrotz korreliert BIP mit Alphabetisierungsrate, Lebenserwartung, Internetnutzung,... Es ist nach wie vor ein guter Faktor, um den Wohlstandsstatus eines Landes zu bewerten
  • Welche Ergänzungen und Alternativen zum BIP gibt es? - Gini-Index (Gini-Koeffizient ist die Fläche zwischen Lorentzkurve und idealer gleichgewichtiger Einkommensverteilung => Maß für Einkommensverteilung) - Umweltökonomische Gesamtrechnung - Kaufkraftparität (nicht wie BIP: Was ist Gut/Dienstleistung an Geld wert, sondern: Wie viel kann ich mir für einen bestimmten Geldbetrag leisten? Z.B. Big-Mac-Index: Wie viel kostet ein Big Mac in jedem Land? => Gute Vergleichbarkeit) - Bruttonationalglück (Wirtschaft + Freizeit, Kultur,...) - Human Development Index (HDI)
  • Was ist der VPI und wie lässt er sich berechnen? Wie lässt sich anhand daran die Inflationsrate berechnen? Maß für die Preisentwicklung eines Warenkorbs aus Gütern und Dienstleistungen, die von einem durchschnittlichen Haushalt zu Konsumzwecken gekauft wird (keine Investitionsgüter!) VPIt = (Wert des Warenkorbs)t / (Wert des Warenkorbs zum Basisjahr)t=0 * 100% Berechnung: 1) Festlegung eines Warenkorbs  2) Feststellung der jeweiligen Preise für alle im Warenkorb enthaltenen Güter  3) Bestimmung des jeweiligen Wertes des Warenkorbs 4) Auswahl des Bassisjahres und Berechnung des jeweiligen VPIs Berechnung der Inflationsrate: ((VPI)t-(VPI)t-1) / (VPI)t-1 * 100%
  • Welche Kritik wird auf das VPI ausgeübt? - Verallgemeinerung des Warenkorbs (Durchschnittshaushalt vs. persönliche Inflationsrate; nicht jeder erachtet die in dem Warenkorb befindlichen Güter und Dienstleistungen als relevant) - Substitutionsverzerrungen durch unregelmäßige Preissteigerungen (z.B. Gut 2 wird teurer als Gut 1, deshalb wird weniger von Gut 2 konsumiert (SE). Durch konstanten Warenkorb wird dem Konsumenten unterstellt, dass er Gut 2 nach wie vor in gleichen Mengen kauft => VPI zeigt Anstieg der Lebenshaltungskosten als Konsumenten ihn tatsächlich erfahren) - Kaufkraft ändert sich durch Einführung neuer Güter (größeres Angebot ändert den Geldwert => z.B. ist ein 100€ eines großen Kaufhauses mehr Wert als der eines kleinen Kaufhauses. Da Warenkorb konstant, wird Änderung der Kaufkraft des Euro nicht widergespiegelt). - Technischer Fortschritt bzw. nicht erfasste Qualitätsänderungen bedingen Auf- Abwertung von Gütern (Wenn sich die Qualität eines Gutes erhöht, erhöht sich damit auch der Wert des Euros => Änderung wird aber nicht vom VPI erfasst) - Änderung von Vermögenspreisen werden nicht erfasst, trotz Wohlfahrtswirkung
  • Welche Ursachen gibt es für Inflation? - Nachfragesog: Nachfrageüberschuss führt zu inflatorischer Lücke, wenn es keine proportionale Ausdehung der Güterproduktion gibt => Preise steigen, Geldwert sinkt - Kostendruck: Überwälzung steigender Produktionskosten auf Endverbraucherpreise (Produktionsfaktoren werden teurer => Anbieter erhöhen Marktpreis) - Geldmengenentwicklung: Erhöhung der Geldmenge stärker als Güterproduktion
  • Welche Auswirkungen hat eine anhaltende Inflation? - Allgemeiner Vertrauensverlust (soll man sparen/anlegen?) - Wegen verspäteter Anpassung der Löhne => Wohlfahrtsminderung - Begünstigung von Schuldnern, Sachvermögenshaltern (Immobilien, Grundstücke,...) => Flucht in Sachwerte - Druck auf Wechselkursanpassung - gesamtwirtschaftliche Verzerrung von Preisrelationen; "falsche" Preissignale und Fehllenkung von Investitionen - kurzfristige Gewinne durch hohe Steueraufkommen für den Staat - Scheingewinnproblematik für Unternehmen (Preis steigt => Erlös steigt)
  • Welche wirtschaftlichen Probleme zieht Inflation mit sich? - Schuhsohlenkosten: Die Ressourcen, die verschwendet werden, wenn Menschen aufgrund der Kassenhaltung ihre Kassenhaltung reduzieren. Sind Transaktionskosten (=Opportunitätskosten einer Transaktion auf dem Markt, z.B. Zeit, Geld, Mühe, Aufwand,...) - Speisekartenkosten: Kosten für Druck und Verteilung neuer Preislisten und Kataloge, Auszeichnung der Produkte mit neuen Preisen, Entscheidung über neue Preise, Auseinandersetzung mit Verärgerung der Kunden über Preisänderung - Erhöhte und störende Veränderlichkeit der relativen Preise (Umrechnung in andere Einheiten nicht mehr möglich) - Verwirrung und Unsicherheit wegen laufend veränderter Verrechnungseinheiten (z.B. für Bewertung ökonomischer Transaktionen) ABER: Ein gewisses Maß an Inflation ist erwünscht und signalisiert Unternehmen, dass Nachfrage nach ihren Produkten besteht und sich Produktion und Investitionen lohnen 
  • Was ist Deflation und was beschreibt die Deflationsspirale? Deflation beschreitb den beständigen Rückgang des Preisniveaus. - Kassenhaltung ist vorteilhafter als Güterkauf oder Investitionen - Geld- und wirtschaftspolitische Maßnahmen sind meist wirkungslos - Kreditgeber (Banken) profitieren Deflationsspirale:  - Ursache ist Krise in Finanz- oder Bankensystem; Konsumausgaben gehen drastisch zurück - Unternehmen sind gezwungen, Produktion zurückzufahren, Preise zu senken und Arbeitskräfte zu entlassen bzw. Löhne zu senken => Arbeitslosigkeit und stagnierende Wirtschaftsleistung ==> Deflation - Um Konsumausgaben zu stimulieren, senkt Zentralbank die Zinsen; obwohl für Unternehmen ein niedriger Zins reizvoll für Kreditaufnahme ist, sehen Unternehmen keinen Grund für Investitionen, da Konsumenten so geringe Ausgaben tätigen, dass es keinen Sinn hat, in Produktionskapazitäten zu investieren - Konsumenten sehen wiederum keinen Sinn, Ausgaben zu erhöhen, da Güter und Dienstleistungen morgen billiger sind als heute -   Unternehmen konzentrieren sich darauf, Kosten zu senken und Löhne niedrig zu halten => Preise fallen immer weiter, Konsumenten schränken Ausgaben  Staat oder Bankensektor ergreift wirtschaftspolitische Maßnahmen
  • Welche Ursachen gibt es für wirtschaftliches Wachstum? A) Es wird mehr Input eingesetzt 1) Bevölkerungswachstum vermehrt den Produktionsfaktor Arbeit 2) Ersparnis erhöht den Produktionsfaktor Kapital 3) Bildung vermehrt den Produktionsfaktor Humankapital B) Vorhandener Input wird produktiver technischer Fortschritt erhöht die Produktivitäten der Produktion => höherer Ertrag
  • Welche Bestimmungsfaktoren prägen die Arbeitsproduktivität? 1) Realkapital: Bestand and produzierten Produktionsmitteln, die für die Herstellung von Gütern und Dienstleistungen verwendet werden 2) Humankapital: Wissen und Fähigkeiten, die Arbeitskräfte durch Ausbildung und Berufserfahrung erwerben 3) Natürliche Ressourcen: Von der Natur bereitgestellte bei de Produktion eingesetzte Inputs 4) Technologisches Wissen: Wissen der Gesellschaft um die besten Wege der Herstellung von Gütern und Dienstleistungen
  • Welche Faktoren werden als Motoren des Wachstums angesehen? - Wachstum korreliert mit Investitionsquote: Je höher die Investitionsquote, desto größer die Kapitalakkumulation und damit das Wachstum => Ansatzpunkt staatlicher Politik - Um mehr in Kapital investieren zu können, müsste ein Land bei gegebenen Einkommeneinen geringen Anteil konsumieren bzw. einen größeren Anteil sparen  => Förderung von Investitions- und Sparanreizen! ABER: Man muss abwägen, wann und wo man spart und investiert (=> Fiskalpolitik)
  • Was beschreibt der Aufholeffekt? Unter sonst gleichen Bedingungen ist es für arme Länder tendeziell leichter, ein schnelleres Wachstum durch Investitionen in Kapital zu erreichen als für reiche Länder. (s. auch: Solow-Modell; abnehmender Grenzertrag bei y/k-Kurve)
  • Wie kann der Staat die Produktivitätssteigerung fördern? - Auslandsinvestitionen (z.B. Kredite an ausländischen Unternehmen kaufen, Produktionsgebäude im Ausland,... => Erhöhung des Kapitalstocks des Landes, in dem investiert wird => Höhere Löhne und Produktivitiät (deshalb sollten reiche Länder in arme investieren) - Ausbildung: Investitionen in Humankapital, verursacht positive Externalitäten - Gesundheit & Ernährung: Je gesünder die Bevölkerung, desto höher die Produktivität (Steigerung des Humankapitals)  - Eigentumsrechte, politische Stabilität und verantwortungsbewusste Regierungsführung  - Freihandel: Abbau von Handelsschranken mit anderen Ländern - Forschung und Entwicklung: Technologisches Wissen erhöht Arbeitsproduktivität - Bevölkerungswachstum: mehr Arbeitskräfte => Höhere Produktivität
  • Was spricht für, was spricht gegen Wachstum? PRO:  - Erhöhung des materiellen Wohlstands - erleichtert sozialpolitische Umverteilung ("Kuchen ist größer") - Sicherung/Erhaltung von Arbeitsplätzen - mehr Mittel für Umweltschutz CONTRA: - erhöhter Ressourcenverbrauch und vermehrte Umweltbelastung - höheres BIP nicht unbedingt gleichbedeutend mit besserer Lebensqualität GESAMT: Stark abhängig von Form und Ursachen des Wirtschaftswachstums bzw. Ausgangssituation
  • Wo liegt der Unterschied zwischen Wachstum und Konjunktur? Wachstum: Langfristiger Anstieg des Produktionspotentials Konjunktur: Wiederkehrende kurzfristige Schwankungen der wirtschaftlichen Aktivität um einen langfristigen Wachstumstrend herum
  • Welche Phasen eines Konjunkturzyklus gibt es? 1) Aufschwung/Erholung/Expansion Zunahme der Produktion, beginnender Optimismus, Zunahme der Investitionen => Zunahme Wachstumsrate des BIPs 2) Boom/Hochkonjunktur Hohe Auslastung des Produktionspotentials, hohe Investitionen, hohe Preissteigerungen, beginnende Überhitzung der Wirtschaft 3) Abschwung/Rezession Beginnender Rückgang der Produktion und Investitionen => Abnahme Wachstumsrate BIPs 4) Krise/Depression  Geringe Investitionstätigkeiten, hohe Arbeitslosigkeit. Entweder wieder zu 1) oder Depression: Sehr kräftiger und lang anhaltender Abschwung
  • Welche Erklärungsansätze gibt es für Konjunktur? 1) Exogene (primär nicht ökonomische) Ursachen: Kriege, Krisen, Naturkatastrophen, Innovationen,... 2) Endogene Ursachen: Investitionstätigkeiten, Lohnverhandlungen, Erwartungen,...
  • Welche Konjunkturindikatoren gibt es? Welchen Zweck erfüllen sie? Um Hinweise auf zukünftige konjunkturelle Entwicklungen zu bekommen, sammelt man Informationen darüber, inwieweit Bewegungen einzelner oder mehrer ökonomischer Größen Hinweise auf Abweichungen vom Trend geben. 1) Vorlaufend (Frühindikatoren) - Hinweise auf zukünftige Wirtschaftsentwicklungen - Börsenkurse, Geschäfts- und Konsumerwartungen, Auftragseingänge, Baugenehmigungen 2) Gleichlaufend (Präsenzindikatoren) - reflektieren aktuelle wirtschaftliche Entwicklung - Privater Konsum, Investitionsausgaben, Groß- und Einzelhandelsumsätze 3) Nachlaufend (Spätindikatoren) - zeichnen konjunkturelle Entwicklung der Vergangenheit nach - Beschäftigung Inflationsrate, Konkurse
  • Inwiefern ist der Arbeitsmarkt ein Faktormarkt? Unternehmen fragen Dienste von Arbeitskräften nach und Haushalte beieten Dienste als Arbeitskräfte an
  • Was ist Produktionsfunktion, Grenzertrag und das Wertgrenzprodukt? Produktionsfunktion y(L): Funktionaler Zusammenhang zwischen Faktoreinsatz (Arbeit L) und Outputmenge (Ertrag y) Grenzertrag δy/δL: Zunahme der Outputmenge je zusätzlich eingesetzer Arbeitseinheit Wertgrenzprodukt WGP p*(δy/δL): Mathematisches Produkt aus Grenzertrag und Güterpreis, d. h. Wert des Outputs, der durch den zusätzlichen Einsatz einer Arbeitseinheit entsteht.Ein gewinnmaximierendes Unternehmen wird so viel Arbeitskräfte nachfragen, bis Marktlohnsatz w = WGP!
  • Wie berechnet sich der Grenzgewinn anhand des WGPs? δG/δL = WGP - w
  • Welche Effekte kann ein Lohnanstieg haben? Substitionseffekt: Das Arbeitsangebot steigt durch steigende Opportunitätskosten der Freizeit (Verzicht auf Lohn und damit Nutzen aus Güterkonsum). => "Jetzt, wo ich mehr Lohn bekomme, arbeite ich noch umso mehr" => Substitution von Freizeit gegen Arbeit, da sich Arbeit jetzt mehr lohnt Einkommenseffekt: Das Arbeitsangebot sinkt durch zunehmenden Wohlstand; mehr Freizeit realisierbar 
  • Wie kann der Anstieg der Reallöhne erklärt werden? Das Wertgrenzprodukt erhöht sich durch Steigerung des Ertrags => Arbeiter können mehr durch bspw. Fortschritt der Technologien
  • Wie registriert die Bundesagentur für Arbeit und wie das statistische Bundesamt Arbeitslosigkeit? Bundesagentur für Arbeit: Registriert Arbeitslose nach Sozialgesetzbuch Statistisches Bundesamt: Statistische Erhebung der Erwerbslosen nach Internationaler Arbeitorganisation (ILO) => Macht internationalen Vergleich möglich
  • In welche Gruppen wird eine Bevölkerung nach dem statistischen Bundesamt eingeteilt? Erwerbstätige: Menschen, die gegenwärtig beschäftigt sind Erwerbslose: Menschen, die aktiv nach Arbeit suchen, aber nicht beschäftigt sind Erwerbspersonen: Arbeitskräftepersonal: Erwerbstätige + Erwerbslose Nicht-Erwerbspersonen: Menschen, die weder erwerbstätig noch erwerbslos, aber Konsumenten sind (Arbeitsunfähige, Rentner, Schüler, Studenten,...) Langzeitarbeitslose: Menschen, die ein Jahr und länger durchgehend arbeitslos sind
  • Welche Probleme entstehen durch Arbeitslosigkeit? - Verlust an potentieller Produktivität und damit Wohlstand - Einnahmeausfälle des Staates keine gezahlten Steuern und Sozialbeiträge) - Private und soziale Kosten: Verlust von Humankapital (=> skills)
  • Wie berechnet sich die Erwerbslosenquote? Erwerbslose/Erwerbspersonen*100%
  • Wie berechnet sich die Erwerbsquote? Erwerbspersonen/Bevölkerung*100%
  • Welche Arten der Arbeitslosigkeit gibt es? Kurzfristig Friktionelle Arbeitslosigkeit Saisonale Arbeitslosigkeit Kurz- mittelfristig  Konjunkturelle = zyklische Arbeitslosigkeit Langfristig = Strukturelle Arbeitslosigkeit Lohnbedingte Arbeitslosigkeit Strukturelle Arbeitslosigkeit durch technischen Fortschritt und Strukturwandel Sockelarbeitslosigkeit
  • Was ist friktionelle Arbeitslosigkeit? Welche Ursachen gibt es? Wie lässt sie sich verkürzen? Arbeitslosigkeit, die durch die Zeit verursacht wird, die die Arbeitskräfte benötigen, um einen Arbeitsplatz zu finden, die ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Ursachen: - Verschiebung der Arbeitskräftenachfrage zwischen Unternehmen, Industriezweige bzw. Regionen - Präferenzänderung der Arbeitskräfte  Instrumente zur Verbesserung: - Verbesserung der Arbeitsvermittlung und Ausbildung - Begrenzung der Arbeitslosenversicherung (steigert Suchanstrengungen, um Lebensunterhalt zu steigern); allerdings entsteht Spannungsfeld
  • Was ist konjunkturelle Arbeitslosigkeit? Was kann der Staat dagegen tun? Welche Probleme treten auf? Arbeitslosigkeit, die im Zuge eines wirtschaftlichen Abschwungs entsteht (und im Aufschwung wieder zurückgeht). Korrelation mit BIP: Je negativer die Wachstumsrate des BIP, desto positiver die Änderungsrate der Arbeitslosigkeit. Antizyklische Fiskalpolitik: Mögliches Instrument, um das Ausmaß der konjunkturellen Arbeitslosigkeit abzumildern. Durch Gestaltung der staatlichen Einnahmen und Ausgaben wird auf eine Verstetigung des Konjunkturzyklus hingearbeitet. In Rezession: Erhöhung der staatlichen Ausgaben und Senkung der Steuern, um Wirtschaft anzukurbeln. Dies geschieht mit Hilfe von Rücklagen durch deficit spending (=Situation, in der sich der Staat höher verschuldet, um dadurch eine verstärkte Nachfrage zu generieren, wodurch insb. während der Rezession die Wirtschaft angekurbelt werden soll. Die entstehen Schulden sollen in einer Hochkonjunktur durch Haushaltsüberschüsse wieder ausgeglichen werden.  In Hochkonjunktur: Bildung von Rücklagen zur Finanzierung der staatlichen Maßnahmen. Probleme: - Wachsende Staatsverschuldung - Diagnose-, Reaktions-, Umsatz- und Wirtschaftsverzerrungen ("lags") => In welchem Konjunkturzyklus befindet sich gerade die Wirtschaft, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten?
  • Was ist strukturelle Arbeitslosigkeit? Arbeitslosigkeit, die daraus resultiert, dass die Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze nicht ausreicht, um jeden Arbeitswilligen einen Arbeitsplatz zu vergeben. (= Langfristige Arbeitslosigkeit)
  • Welche Maßnahme kann zur lohnbedingten Arbeitslosigkeit führen? Welche weiteren Faktoren können generell zu einer Änderung des Gleichgewichtlohnsatzes führen? 1) Die Einführung eines Mindestlohns führt zu lohnbedingter Arbeitslosigkeit. 2) Gewerkschaften 3) Effizienzlöhne
  • Was spricht für und was gegen die Einführung eines Mindestlohns? PRO: - Instrument zur Bekämpfung und zunehmenden Ungleichheit (höhere Einkommen für Geringverdiener) => Distribution  - Entlastung der sozialen Sicherungssysteme (weniger Transferleistungen => weniger Arbeitslosengeld und mehr Arbeitsverträge führen zu höheren Steueraufkommen) - Erhöhung der Binnennachfrage (Nachfrage im Inland) und positive konjunkturelle Impulse - Erhöhung des Arbeitsanreizes und (Weiter-) Bildungsanstrengungen - Umverteilung zwischen Kapital und Lohnverteilung ohne negative Beschäftigungswirkung CONTRA:  - Verteilungspolitisch ineffizient (Geringverdiener in Haushalten, die bereits ein höheres Einkommen haben oder das verfügbare Einkommen erhöht sich nicht, da sich die neue Entlohnung mit Sozialleistungen verrechnet) - Ineffizientes Mittel zur Armutsvermeidung: Mindestlohn bringt den Erwerbslosen keinen Vorteil, da sie nach wie vor keine Arbeit finden; außerdem stellt die geringe Entlohnung nicht unbedingt die Ursache für die Armut dar) - Negative Beschäftigungseffekte bei gering qualifizierten Arbeitskräften: Arbeit wird im Vgl. zu Kapital teurer => Substitutionseffekt: Arbeit wird durch Kapital ersetzt=>Kompensation der Kostensteigerung durch höhere Preise oder Verringerung des Gewinns und dadurch Verringerung der Wettbewerbsfähigkeit - keine eindeutigen wissenschaftlichen Befunde, dass Mindestlohn die Beschäftigungsquote beeinflusst
  • Was sind Gewerkschaften? Was spricht für und was gegen sie? Arbeitnehmervereinigungen, die mit den Arbeitgebern über Entlohnungen und Arbeitsbedingungen verhandeln. PRO: - Wünschenswerte Gegenkraft zur Marktmacht der Unternehmen - Verringerung der Transaktions- und Informationskosten für Haushalte und Unternehmen - Verbesserung des sozialn Friedens im Unternehmen CONTRA: - Kartellcharakter (Arbeitnehmer werden selber zur Marktmacht) - Begünstigung einiger Arbeitsplätze zu Lasten anderer => zunehmende Arbeitslosigkeit (gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer verdienen im Schnitt 10 - 20% mehr)
  • Was sind Effizienzlöhne? Welche Gründe und Auswirkungen haben sie? Löhne über dem Gleichgewichtsniveau, die Unternehmen freiwillig zur Steigerung der Arbeitsproduktivität bezahlen Gründe & Auswirkungen: - Verbesserung des Gesundheitszustandes der Arbeitnehmer - Motivationssteigerung am Arbeitsplatz - Erhöhung der Anziehungskraft auf besser qualifizierte Arbeitskräfte  - Verringerung der Arbeitsplatzwechsel ABER: Führt zu ökonomischer Arbeitslosigkeit!
  • Was versteht man unter Arbeitslosigkeit durch technischen Fortschritt und Strukturwandel? Technischer Fortschritt als Prozess des Strukturwandels => Zunahme der Produktivität: Entwicklung neuer Güter und Produktionsmethoden => Schaffung neuer Arbeitsplätze ABER=> Technisch bedingte Arbeitslosigkeit: Alte Güter und Produktionsmethoden werden überflüssig und Arbeitsplätze verschwinden. Problematisch: Arbeitsplatzwechsel mit neuen Anforderungen durch fehlende Qualifikation, Mobilität, etc.
  • Was ist Sockelarbeitslosigkeit? Anteil der Arbeitslosigkeit an der Gesamtzahl der Arbeitslosen, der trotz konjunkturellen Aufschwungs bestehen bleibt => nicht vermittelbare Arbeitslose(entsteht z.B. durch Arbeitslose, die kur vor Rentenalter stehen oder wegen gesundheitlicher Probleme nicht vermittelbar sind)
  • Welche Aufgaben hat das Finanzsystem? 1) Verringerung der Transaktionskosten (Kosten durch Vorbereitung, Durchführung und Kontrolle) 2) Verringerung des finanziellen Risikos durch Diversifikation 3) Bereitstellung von Liquidität
  • Was versteht man unter Liquidität? A) Fähigkeit eines Unternehmens, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen B) Flüssige Mittel (Bargeld, Bankguthaben, etc.)
  • Grenze Darlehen, Anleihen und Aktien voneinander ab! Darlehen: Schudlrechtlicher Vertrag, der auf die Bedürfnisse der Darlehennehmers angepasst ist. Anleihe: Verzinsliches Wertpapier. Man leiht einem Unternehmen Geld, hat kein Mitspracherecht aber dafür die Sicherheit, Geld wieder zurückzubekommen.  Aktie: Anteilsschein am Unternehmen. Man investiert in ein Unternehmen, hat Mitspracherecht, allerdings keine Rückzahlungssicherheit => riskante Anlage, dafür aber höhere Erträge im Vgl. zu Anleihen möglich