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Entwicklungspsychologie (Fach) / komplett (Lektion)
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- Motivationsmerkmale Zielorientierung Lernziel-/Aufgabenorientierung • Eigene Fähigkeiten verbessern • Lerninhalte dauerhaft aneignen, Suche nach Sinn im Gelernten • Fähigkeiten (unabh. von Begabung) veränderbar → Anstrengung • Eher intrinsisch motiviert • Individueller Gütemaßstab → Erfolg = Dinge meistern, die man zuvor nicht konnte (Selbstoptimierungsanliegen) → Ursache Misserfolg: geringe Anstrengung → Intraindividuelles Fähigkeitskonzept Leistungsziel-/Ich-Orientierung • Eigene Fähigkeiten demonstrieren • Sozialer Vergleich, Lob von anderen • Fähigkeiten stabil, unveränderbar • Eher extrinsisch motiviert • Sozialer Gütemaßstab • Wettbewerb → Erfolg = bei gleicher/geringerer Anstrengung gleiche/höhere Leistung erbringen als andere → Ursache Misserfolg: geringe Begabung → Interindividuelles Fähigkeitskonzept Beide Orientierungen schließen sich nicht gegenseitig aus Sie können gleichzeitig vorhanden sein (oder auch gleichzeitig fehlen)! Beispiele zur Zielorientierung: ..ich fühle mich in der Schule zufrieden, wenn... • ich herausfinde, wie ich die Aufgabe lösen kann • intensiv arbeite • das Gelernte für mich Sinn macht • zum Nachdenken angeregt werde => Lernzielorientierung ! ..ich fühle mich in der Schule zufriede, wenn... • ich mehr weiß als die Anderen • bessere Noten bekomme als anderen • als einziger die richtige Antwort weiß • vor meinen Mitschülern fertig bin / als Erster fertig bin => Leistungszielorientierung !
- Motivationstheorien 1. Kognitives Erwartungs-Wert-Modell 2. Selbstbestimmungstheorie ( 3 angeborene psycho Grundbedürfnisse: Kompetenz, Selbstbestimmung und ZUgehörigkeit)
- Was ist Intelligenz? • Es gibt keine einheitliche, von allen anerkannte Definition von Intelligenz• Recht breit unterstützte Definition: Intelligenz als Fähigkeit, sich an neue Situationen und Anforderungen der Umwelt anzupassen, und ebenso die Fähigkeit, die umgebende Umwelt zu verändern • Problemlösefähigkeiten• Fähigkeit, eigene Erfahrung oder Übung zu nutzen• Abstraktes und logisches Denken• Lernfähig sein
- Intelligenz Intelligenzmodelle I. Als einheitliche Persönlichkeitseigenschaft II. Als Kombination weniger grundlegender Fähigkeiten III. Als komplexes Zusammenspiel vieler Prozesse IV. Carrolls integrativer Ansatz V. Alternative Ansätze
- Intelligenz Intelligenz als einheitliche Persönlichkeitseigenschaft Modell nach Spearman (1927): Generalfaktor der Intelligenz • Intelligenz als singuläre Eigenschaft, die alle kognitiven Funktionen beeinflusst • Beobachtung hoher Korrelationen zwischen verschiedenen kognitiven Aufgaben (z.B. Zahlenfolge behalten und Papier nach Mustervorlage falten) → Konzept der „allgemeinen Intelligenz“ : Der Teil der Intelligenz, der allen kognitiven Aufgaben gemein ist => • Maße d. allgemeinen Intelligenz korrelieren positiv mit Schulleistung, beruflichem Erfolg sowie mit Maßen der Geschwindigkeit
- Intelligenz Intelligenz als Kombination weniger grundlegender Fähigkeiten Modell nach Thurstone: 7 unabhängige Primärfaktoren d. Intelligenz 1. Wortflüssigkeit 2. Räumliches Vorstellungsvermögen 3. Sprachverständnis 4. Rechenfertigkeit 5. SchlussfolgerndesDenken 6. Wahrnehmungsgeschwindigkeit 7. Merkfähigkeit => • Höhere Korrelationen zwischen Tests einer Primärfähigkeit als zwischen Tests verschiedener Primärfähigkeiten • Jedoch auch positive Korrelationen zwischen Tests untersch. Primärfaktoren (spricht für Spearmans g-Faktor)
- Intelligenz Intelligenz als Kombination weniger grundlegender Fähigkeiten Modell nach Cattell (1987): Zwei Typen von Intelligenz Fluide Intelligenz: Spontanes Denken und Folgern, Lösung neuartiger Probleme, Herstellung von Beziehungen zwischen Konzepten (z.B. Fortsetzen von Zahlenreihen, Analogien) Kristalline Intelligenz: Faktenwissen über die Welt, sprachliches und mathematisches Wissen, erworbenes („kristallisiertes“) Wissen anwenden Befunde: • Tests desselben Intelligenztypen korrelieren untereinander höher • Entwicklungsverlauf: fluide Intelligenz erreicht Höhepunkt im frühen Erwachsenenalter, kristalline Intelligenz bleibt stabil/wächst kontinuierlich bis ins hohe Alter Vergleich Cattell versus Thurstone: • Einfachheit der Unterscheidung: Cattell • Genauigkeit: Thurstone
- Intelligenz Intelligenz als komplexes Zusammenspiel vieler Prozesse Modell nach Geary(2005): Multiple, unabhängige Prozesse • Intelligenz nicht als singuläre oder als aus Teilkomponenten zusammengesetzte Eigenschaft • Analyse der Prozesse bei der Lösung von Testaufgaben • Erinnern • Aufmerksamkeit • Wahrnehmung • Enkodierung • Assoziation • Planung• Logisches Denken • Problemlösen • Strategieeinsatz • Sprachproduktion und – verständnis • etc.
- Intelligenz Integrativer Ansatz Carroll (1993, 2005): Drei-Schichten-Modell der Intelligenz: → Allgemeine Intelligenz beeinflusst Fähigkeiten von mittlerem Allgemeinheitsgrad und diese beeinflussen zusammen die spezifischen Prozesse → Intelligenz hier als einheitliche, aber auch zusammengesetzte Eigenschaft
- Intelligenz(Modelle) Alternative Ansätze Gardner (1983, 1998): Modell der multiplen Intelligenzen • Intelligenz als breiteres Konstrukt, Betonung individueller Denk- und Lernprozesse • Mehrere unabhängige Intelligenzarten: – Sprachliche Intelligenz – Logisch-mathematische Intelligenz – Räumliche Intelligenz – Musikalische Intelligenz – Naturalistische Intelligenz – Kinästhetische Intelligenz – Intrapersonale Intelligenz – Interpersonale Intelligenz Befunde & Kritik: • Spezielle Defizite bei Hirnschädigungen (z.B. nur Verstehen anderer Menschen defizitär), „Wunderkinder“, Inselbegabungen (z.B. musikalische Genies wie Mozart) • Seit Einführung der Theorie noch kein standardisierter Test vorgestellt • Theorie empirisch wenig bewährt
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- Intelligenz(modelle) Alternative Ansätze (nach Gardeners Theorie der multiplen Intelligenzen) *sprachliche Intelligenz* - Gespür für die Bedeutung und Laute von Wörtern - Verständnis wie man die Sprache verwenden kann Beispiele: Dichter, politischer Redner, Lehrkraft (naja^^)
- Intelligenz Alternative Ansätze nach Gardeners Theorie der multiplen Intelligenzen *Logisch-mathematische Intelligenz* - Verstehen von Objekten und Symbolen - Fähigkeit der Abstraktion - Fähigkeit Probleme zu erkennen und nach Erklärungen zu suchen Beispiel: Mathematiker und Wissenschaftler
- Intelligenz Alternative Ansätze nach Gardeners Theorie der multiplen Intelligenzen *räumliche Intelligenz* - Fähigkeit die sichtbare Welt akkurat wahrzunehmen - zur Ausführung und Transformation - Gespür für Kompositionen - Gespür ähnliche Muster wieder zu erkennen Beispiel: Künstler, Schachmeister, Ingenieur
- Intelligenz Alternative Ansätze nach Gardeners Theorie der multiplen Intelligenzen *musikalische Intelligenz* - Gespür für Klänge und Töne - Gespür für Rythmus und Strukturen und Kompositionen von Klängen und Tönen - Bewusstsein für emotionales Empfinden der Musik Beispiel: Musiker und Komponist
- Intelligenz Alternative Ansätze nach Gardeners Theorie der multiplen Intelligenzen * naturalistische Intelligenz* - Gespür und Verstehen von Pflanzen, Tiere und andere Aspekte der Natur Beispiel: Biologe
- Intelligenz Alternative Ansätze nach Gardeners Theorie der multiplen Intelligenzen *kinästhetische Intelligenz* - zielgenauer Umgang / Einsetzen des / mit dem Körper und Objekten Beispiel: Tänzer, Athlet, Schauspieler
- Intelligenz Alternative Ansätze nach Gardeners Theorie der multiplen Intelligenzen *Intrapersonale Intelligenz* - Zugang zumm eigenen Gefühlsleben - Fähigkeit seinen Emotionen und Verhalten zu reflektieren und zu verstehen Beispiel: Therapeut
- Intelligenz Alternative Ansätze nach Gardeners Theorie der multiplen Intelligenzen *Interpersonale Intelligenz* - Fähigkeit die Stimmungen, Temperamente, Motive und Absichten anderer Menschen zu erkennen und möglichst darauf bezogen zu handeln Beispiele: politischer Führer, religiöser Führer, Therapeut, Lehrkraft, Eltern
- Intelligenz Alternative Ansätze nach Sternberg Sternberg (1985, 1999): Theorie der Erfolgsintelligenz • Intelligenz als „die Fähigkeit, im Leben erfolgreich zu sein, unter der Voraussetzung der persönlichen Standards und innerhalb des soziokulturellen Kontexts“ • Intelligenz umfasst mehr als analytische Fähigkeiten, kognitive Leistungen • Fokus auf erfolgreiche Lebensbewältigung und -führung • Theorie noch wenig durch Empirie gestützt Analytische Fähigkeiten: •Traditionelle Intelligenztestmaße •Sprache, Mathematik, räumliches Denken Praktische Fähigkeiten: •Lösungen von Alltagsproblemen •Bsp.: Konfliktlösungen Kreative Fähigkeiten: •Schöpferisches Denken •Denken in neuen Situationen
- Intelligenz IQ Intelligenzquotient (IQ) Früher: IQ = ???????????????? : ??????????? ×100 → IA: Alter, das den durchschnittlichen intellektuellen Leistungen in einem Intelligenztest in einem bestimmten Lebensalter entspricht → Quotient historische Bezeichnung → Problem: Ab jungem Erwachsenenalter steigen intellektuelle Leistungen nicht weiter an (Intelligenzalter stabil, Lebensalter steigt weiter → IQ sänke) Heute: • Reines Abweichungsmaß, bei dem nicht mehr das Lebensalterals Referenz dient, sondern Mittelwert & Standardabweichung in der Fähigkeitsverteilung der jeweiligen Referenzgruppe → Normorientierte Intelligenzmessung: Testergebnis einer Person ins Verhältnis zu Bezugsnorm (basierend auf repräsentativer Normstichprobe) setzen
- Intelligenz Intelligenztests für Kinder Intelligenztests für Kinder• Altersgerechte Aufgaben, so wenig spezifisches Vorwissen wie möglich voraussetzen • Intelligenztests am häufigsten und erfolgreichsten angewendet bei Kindern ab 5 bis 6 Jahren • Häufigstes Messinstrument für Kinder ab 6 J. im englischen und deutschen Sprachraum: Hamburg-Wechsler Intelligenztest für Kinder • US-amerikanische Ausgabe: WISC-IV • Deutsche Ausgabe: HAWIK-IV (z.B. Petermann & Petermann, 2011) • Dem HAWIK zugrunde liegendes Intelligenzkonzept: Carrolls DreiSchichten Modell • HAWIK liefert nicht nur Gesamtwert, sondern auch getrennte Leistungsindizes für vier Fähigkeiten auf der mittleren Ebene (Sprachverständnis, wahrnehmungsbasiertes schlussfolgerndes Denken, Arbeitsgedächtnis, Bearbeitungsgeschwindigkeit)
- Intelligenz IQ Messung Was hat Auswirkungen auf einen ansteigenden IQ Wert bei Kindern und Jugendlichen ? • Einfluss der Eltern: Ansteigende IQ-Werte bei Kindern, deren Eltern Lernen und Schulerfolg für wichtig halten
- Intelligenz Wissen * Zusammenspiel von Intelligenz und Wissen * (Intelligentes Wissen (Franz Weinert) → Bidirektionale Beziehung von Intelligenz & Wissen beim Lernen → Bedeutung einer gut organisierten Wissensbasis: Erworbenes intelligentes Wissen begünstigt weitere Denk-/Lernleistungen → Intelligenz z.T. das Ergebnis eines kulturell verankerten Lernprozesses Empirische Befunde • Bereichsspezifisches Vorwissen (etwa in der Mathematik) prädiziert schulische Leistungen besser als Intelligenz/IQ (sprachlich, nicht-sprachlich) • Dauer des Schulbesuchs korreliert positiv mit Intelligenz/IQ-Werten (bei Kontrolle von Eingangsvoraussetzungen) • Kulturleistungen wie abstrakte Symbolsysteme – Wissen – grundlegend für logisches Denken: illiterate Menschen haben große Schwierigkeiten mit Syllogismen („Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Ist Sokrates sterblich?“ Bsp.-Antwort: „Woher soll ich das wissen? Ich kenne Sokrates nicht!“; Lurija, 1986)
- Intelligenz Intelligenzforschung – Fazit • Begriff der Intelligenz nicht klar definiert • Was/wer ist intelligent? Antwort variiert mit Definition und Methode (z.B. IQ), „Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst“ • Dennoch: die meisten Psychologen sind sich einig, dass sich Intelligenz primär auf kognitive, nicht konative oder andere Fähigkeiten bezieht • Recht breite Zustimmung findet die folgende Definition: Intelligenz als Fähigkeit, sich an neue Situationen und Anforderungen der Umwelt anzupassen, und ebenso die Fähigkeit, die umgebende Umwelt zu verändern • Intelligenz als gesellschaftlich konstruiertes Konzept → Kulturübergreifende sowie kulturspezifische Vorstellungen von Intelligenz
- Familie Wichtige Einflüsse auf die Familiendynamik Soziokultureller Kontext/Umwelt: • Z.B. Effekte sozialer Unterstützung (Freunde, Verwandte, Nachbarn) als auch sozialer Belastung außerhalb der Familie (z.B. Konflikte am Arbeitsplatz) • Allgemeiner gesellschaftliche Orientierungen, Wertvorstellungen & Rahmenbedingungen Entwicklung: Abhängig vom Entwicklungsstand der Kinder kann sich die Art der Interaktionen (z.B. Eltern-Kind) sowie die Familiendynamik insgesamt ändern [NB: auch Eltern entwickeln sich] Familienstruktur und -beziehungen: z.B. Beziehungsprobleme der Eltern, Scheidung, Geburt Eigenschaften, Einstellungen & Verhalten: z.B. Temperament, kulturelle Überzeugungen, Ausmaß an Kontrolle
- Familie Zentrale Funktionen von Familie Psychisch-emotional: Entwicklung des Selbst, der Identität, dauerhafte Beziehungen und Bindung Ökonomisch: Familien stellen die Mittel bereit, mit denen die Kinder die Fähigkeiten und die Ressourcen erwerben können, die sie benötigen, um als Erwachsene ökonomische Erträge erwirtschaften zu können. Kulturell: Sozialisation & Erziehung: Familien bringen den Kindern die grundlegenden Werte und Normen ihrer Kultur bei. Biologisch: Überleben des Nachwuchses: Familien tragen dazu bei, das Überleben der Kinder bis zur Reife sicherzustellen, indem sie auf ihre körperlichen Bedürfnisse, ihre Gesundheit und ihre Sicherheit achten.
- Familie Komplexes, dynamisches soziales System, eingebettet in einem soziokulturellen Kontext, in einer bestimmten Umwelt → Familienmitglieder beeinflussen sich gegenseitig, sind interdependent
- Familiendynamik Die Art und Weise, in der die Familie als Ganzes funktioniert. → Familiendynamik beeinflusst, wie gut eine Familie ihren grundsätzlichen Funktionen nachkommen kann
- Familie Sozialisation Der Prozess, durch den Individuen (v.a. Kinder) Werte, Normen, Fähigkeiten, Wissen und Verhaltensweisen erwerben, die für ihre jetzige(n) und künftige(n) Rolle(n) in ihrer eigenen Kultur als angemessen betrachtet werden
- Familie Zentrale Sozialisationspraktiken: Eltern als… • …direkte Lehrer: Explizite An-/Unterweisung („Erziehung“)• …indirekte Sozialisierer: Implizite Beeinflussung durch eigenes (Modell)Verhalten• …soziale Manager: Einfluss auf die sozialen Erfahrungen, die das Kind macht (durch Entscheidungen, z.B. Betreuung in Kindertageseinrichtung, Aktivitäten)
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- Familie *Bidirektionalität der Eltern-Kind-Beziehung Die Vorstellung, dass sich Eltern und Kinder durch ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen gegenseitig beeinflussen.
- Familie Einfluss der Kinder auf den Erziehungsstil Attraktivität:Passiver Beitrag • Attraktive Babys ziehen mehr positive Aufmerksamkeit auf sich als unattraktive (Langlois et al., 1995, 2000) Verhalten/Temperament: aktiver Beitrag • Fügsame Kinder werden eher autoritativ erzogen als widerspenstige (Crouter & Booth, 2003) • Kinder mit „schwierigem“ Temperament erschweren Erwachsenen einen autoritativen Erziehungsstil (Roisman & Fraley, 2006) Bidirektionalität der Eltern-Kind-Beziehung • Die Vorstellung, dass sich Eltern und Kinder durch ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen gegenseitig beeinflussen Im Wörterbuch speichern Keine Wortliste für Englisch -> Deutsch... Eine neue Wortliste erstellen... Kopieren
- Familie Einfluss des sozioökonomischen Status (Einkommen, Bildung) sozioökonomischen Status (Einkommen, Bildung) (= engl: SES) • Niedriger SES: eher autoritäres und strafendes Verhalten • Höherer/ Mittlerer SES: eher autoritativ, akzeptierend, demokratisch • Mütter mit hohem SES: in Interaktionen mit Kleinkindern weniger kontrollierend, einschränkend, missbilligend – auch in nicht-westlichen Kulturen • Sozialisationsziele (westliche Länder): Einkommensschwache Eltern legen oft Wert auf Gehorsam, einkommensstärkeren Eltern ist Autonomie des Kindes wichtig • Parentale Ethnotheorie (westliche Länder): Eltern mit hohem SES sehen sich eher als pädagogische Begleiter denn als Ernährer/disziplinierende Erzieher • SES korreliert oft mit sozialer Umwelt/Wohnsituation: Einkommensschwache Familien wohnen oft in Gegenden mit hohen Raten an Gewalt, Drogenmissbrauch etc. → autoritäres Verhalten als Schutz vor schädlichen Einflüssen
- Familie Kulturelle Einflüsse auf den Erziehungsstil Ausprägung und Wirkungen der Erziehungsstile können in Abhängigkeit von kultureller Gruppe, Gesellschaft (und weiterer Faktoren) variieren, wobei z.T. die Gefahr besteht, Verhaltensweisen ethnozentrisch (aus „westlicher“ Sicht) einzuordnen Beispiel: Eher autoritäre Verhaltensweisen und Überzeugungen (Gehorsam fordern, starke Kontrolle, keine Erklärungen bieten, Schuldvorwürfe, Beschämen) bei chinesischen (eher ländliche Regionen) sowie chinesischamerikanischenEltern weit verbreitet → zeigen eher positive Entwicklungseffekte, zumindest vor der Adoleszenz
- Familie Erziehungsstile Autoritativer Erziehungsstil Autoritärer Erziehungsstil Permissiver Erziehungsstil Zurückweisend-vernachlässigender Erziehungsstil
- Familie Erziehungsstil Elterliche Verhaltensweisen und Einstellungen, die das emotionale Klima der Eltern-Kind-Interaktionen bestimmen, zum Beispiel die Ansprechbarkeit der Eltern und ihr Anforderungsniveau. Dimensionen: • Ansprechbarkeit: Ausmaß elterlicher Wärme, Unterstützung, Akzeptanz • Anforderungsniveau: Ausmaß elterlicher Kontrolle, Lenkung & Anforderung
- Familie Typologie der Erziehungsstile Ansprechbarkeit / Responsivität Autoritativer Erziehungsstil + Permissiver Erziehungsstil + Autoritärer Erziehungsstil - Zurückweisend-vernachlässigender Erziehungsstil - Anforderungsniveau/Lenkung Autoritativer Erziehungsstil +Permissiver Erziehungsstil -Autoritärer Erziehungsstil +Zurückweisend-vernachlässigender Erziehungsstil -
- Familie Erziehungsstile die viel Lenkung bieten: Autoritativer Erziehungsstil Autoritärer Erziehungsstil
- Familie Erziehungsstile die wenig Lenkung bieten Permissiver Erziehungsstil Zurückweisend-vernachlässigender Erziehungsstil
- Familie Erziehungsstile die eine hohe Ansprechbarkeit / Responsivität haben Autoritativer Erziehungsstil Permissiver Erziehungsstil
- Familie Erziehungsstile die eine niedrige Ansprechbarkeit / Responsivität haben Autoritärer Erziehungsstil Zurückweisend-vernachlässigender Erziehungsstil
- Familie Erziehungsstile Autoritativer Erziehungsstil* (fordernd & warm) • Hohe Anforderungen stellen und viel Unterstützung bieten • Kindern klare Regeln und Grenzen setzen und streng auf deren Einhaltung achten • Gleichzeitig den Kindern innerhalb dieser Grenzen beträchtliche Autonomie gewähren, aufmerksam sein und auf die Sorgen und Bedürfnisse der Kinder achten, deren Perspektive respektieren und berücksichtigen zB: Als Klaus Timos Spielzeug wegnimmt, nimmt ihn seine Mutter beiseite, weist darauf hin, dass das Spielzeug Timo gehört und dass Klaus Timo verärgert hat. Sie sagt außerdem: „Denk an unsere Regel! Wir dürfen Sachen, die anderen gehören, nicht einfach wegnehmen. Jetzt überleg dir, wie du das mit Timo wieder in Ordnung bringen kannst.“ Ihr Tonfall ist entschlossen, aber nicht unfreundlich,und siewartet,ob Klausdas Spielzeug zurückgibt. Ergebnis: • Kinder sind eher sozial und schulisch kompetent, selbstbewusst, bei Gleichaltrigen beliebt • Sie zeigen wenig antisoziales und viel prosoziales Verhalten • Sie sind in der Lage ihre Gefühle zu regulieren und sich angemessen zu verhalten
- Familie Erziehungsstile Autoritärer Erziehungsstil * (fordernd & kalt) • Hohe Anforderungen stellen, aber wenig auf die Kinder eingehen • Nicht auf Bedürfnisse der Kinder reagieren und dazu neigen, die Anforderungen durch Ausübung elterlicher Gewalt und den Einsatz von Drohungen und Strafen durchzusetzen • Orientierung an Gehorsam und Autorität und Erwartung, dass sich die Kinder den Anforderungen ohne Wenn und Aber, ohne Fragen und Erklärungen fügen zB: Als Helene das Spielzeug von Mark wegnimmt, kommt ihre Mutter dazu, packt ihren Arm und sagt mit wütender Stimme: „Hab ich dir nicht verboten, anderer Leute Sachen wegzunehmen? Gib das Spielzeug sofort zurück, oder es gibt heute Abend kein Fernsehen. Ich hab es satt, dass du mir nicht gehorchst!“ Ergebnis: • Kinder zeigen eher niedrigeres soziales & schulisches Kompetenzniveau • Eher unglücklich, wenig Selbstbewusstsein, unfreundlich, antisozial, unbeliebt bei Gleichaltrigen • Bei starker Ausprägung autoritärer Erz.: erfolglose Bewältigung alltäglicher Stressoren, Neigung zu Delinquenz, Sucht, Depression
- Familie Erziehungsstile Permissiver Erziehungsstil* (nicht fordernd & warm) • Stark auf die Kinder eingehen, aber wenig Anforderungen stellen • Auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren und nicht verlangen, dass sie sich selbst regulieren oder sich angemessen oder vernünftig verhalten zB: Als Jörg das Spielzeug von Angela wegnimmt, greift seine Mutter nicht ein. Sie mag es nicht, ihren Sohn zu bestrafen, und versucht meistens nicht, seine Handlungen zu steuern; in anderen Situationen ist sie jedoch keineswegs gleichgültig, sondern geht sehr liebevoll auf ihren Sohn ein. Ergebnis: • Kinder können sich schwerer regulieren, sind eher impulsiv • Eher schwache schulische Leistung • Vielzahl antisozialer Verhaltensweisen, Neigung zu Drogenkonsum
- Familie Erziehungsstile Zurückweisend-vernachlässigender Erziehungsstil * (nicht fordernd & kalt) • Geringe Anforderungen und geringe Ansprechbarkeit • Dem Verhalten der Kinder keine Grenzen setzen und nicht kontrollieren, keine Unterstützung bieten und Kinder manchmal zurückweisen oder vernachlässigen • Eltern sind auf ihre eigenen Bedürfnisse konzentriert und nicht auf die des Kindes zB: Als Heike das Spielzeug von Alfred wegnimmt, achtet Heikes Mutter nicht darauf, so wie in den meisten Situationen. Sie ist generell nicht sehr an ihrem Kind interessiert und hätte es lieber, dass ihr Mann sich damit befasst, Heike Grenzen zu setzen. Selbst wenn sich Heike ordentlich benimmt, umarmt ihre Mutter sie selten und äußert auch selten ein Wort der Anerkennung für sie oder ihr Verhalten. Ergebnis: • Vielzahl antisozialer Verhaltensweisen • Mangel an schulischen und sozialen Kompetenzen, häufig gestörte Bindung und Beziehungen (Gleichaltrige) • Negatives Selbstbild, Neigung zu Drogenmissbrauch, Depression, sozialem Rückzug • Negative Effekte dieses Erziehungsstils häufen sich in der Adoleszenz
- Soziometrischer Status Ein Messwert für das Ausmaß, in dem Kinder von der gesamten Gruppe ihrer Peers mehr oder weniger gemocht werden.
- Ab wann haben Kinder Freunde? Frühe Peer-Interaktionen vs. erste Freundschaften = ab wann ? Frühe Peer-Interaktionen • Bereits 12 bis 20 Monate alte Kleinkinder bevorzugen Interaktionen mit bestimmten Peers, zeigen vermehrt • Gegenseitiges Berühren, Gemeinsames Lächeln, Trösten Ab ca. 2 bis 3 Jahren: erste Freundschaften • Kinder spielen nun koordiniert miteinander • Freundschaften dauern mindestens mehrere Monate an
- Was verstehen Kinder unter "Freundschaft" (in den vers. Altersstufen)? Bis ca. 6-8 Jahr: • Freundschaft definiert durch gemeinsame Aktivitäten, KostenNutzen Abwägungen Ab ca. 9 Jahren •Wechselseitige Unterstützung, Hilfe, Gefühle teilen Ab ca. 10 Jahren •Treue, gegenseitiges Verständnis, Selbstoffenbarung Adoleszenz •Freundschaft als Kontext der Selbstfindung, Problembewältigung Wie kann man diese Änderungen erklären? Diskontinuität in der kognitiven Entwicklung: Fähigkeit zur Perspektivenübernahme • Z.B. verstehen, dass andere womöglich anders über X denken, als man selbst • Beachtung der Bedürfnisse beider Parteien → Wechselseitigkeit
- Funktionen von Freundschaften Unterstützung und Bestätigung - Bewältigung von Einsamkeit und negativ Erfahrungen Entwicklung kognitiver und sozialer Fähigkeiten - Verständnis - Selbstregulierung - ggf Leistungssteigerung
- Peer Group Soziometrischer Status Der soziometrischer Status ist ein Messwert, welcher mißt wie viel Kinder o Jugendliche in ihrer peer Group gemocht werden oder nicht gemocht werden . Häufigstes soziometrische System für Peer-Status: • Beliebt • Abgelehnt (aggressiv-abgelehnt, verschlossen-abgelehnt) • Ignoriert (selten gemocht oder nicht gemocht) • Durchschnittlich • Kontrovers