8
Organisationspsychologie (Fach) / Studie M & A (Lektion)
- Das Merger-Syndrom: ist üblicherweise gekennzeichnet durch eine umfassende Reihe an Aspekten, wie Identitätsveränderung, Zentralisation der Entscheidungsfindung, Stress, Machtspiele, reduzierte Produktivität und dem Gefühl der Unsicherheit, Angst, Misstrauen und vervielfältigen ähnliche und simultan auftretende Phänomene
- 50-80% aller Merger scheitern, wieso? Grundannahmen: Emotionen von Mitarbeitern werden in M&A Situationen: (2) > durch subjektiv empfundene betrieblichen/geschäftsführenden Stimuli ausgelöst, die sich auf Kommunikation des Managements und Verhalten des Managements beziehen > führen zu einer Neigung zu handeln/reagieren und beeinflussen so deren Einstellungen undVerhalten. Einstellungen und Verhalten der Mitarbeiter tragen zum Erfolg oder Misserfolg des Mergers oder einer Akquisition bei
- Methodisches Vorgehen: (6) > Qualitative Studie mit teilstrukturierten Interviews (N niedrig, da sehr aufwändig)> 18 Interviewpartner in drei Ländern (Deutschland, Italien, Österreich)> Interviews mit projektiven Verfahren und critical incident technique (CIT) > Transkription der Interviews und Analyse mit computergestütztem Programm Nvivo (CAQDAS)> Darstellung von übergeordneten Kategorien in einem Dendrogramm> Häufiges projektives Verfahren in Unternehmen:Arbeitnehmer als Tiere benennen, nachfragen, wieso dieses Tier gewählt wurde?
- Ergebnisse: (4) > Nachweis, dass Organisationen keine rationalen und logischen Entitäten sind –Psychologische, Kulturelle und menschliche Dimensionen von Ressourcen müssen stärker in den Fokus rücken > Emotionen von Mitarbeitern haben einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg von Mergers & Acquisitions > Kommunikation und Verhalten des Managements scheinen einen Einfluss auf Emotionen von Mitarbeitern zu haben und als Antezedenzien zu wirken > Was kann nun konkret getan werden?
- Implikationen: > auf Kommunikation des Managements > und Verhalten des Managements
- Kommunikation des Managements: (3) o Intensive und offene Kommunikation ist entscheidend o Schlechte Nachrichten sind besser als keine Nachrichten o Ausreichende Informationen über negative Konsequenzen der Veränderungen sind wichtig
- Verhalten des Managements: (4) o Management muss schnell aktiv werden und Implementierungen müssen zeitnah erfolgen o Organisationsübergreifende Integrationsprojekte sollten höchste Priorität haben o Vermittlung von Anteilnahme und Aufrichtigkeit sind wichtig (Abschiedsfeiern, Unterstützung bei der Jobsuche etc.) o Schaffung von Salienz – Management sollte auf entstehende Emotionen eingehen – Reine logische und rationale Argumentationen für M&A Prozesse sind nicht zielführend
- Modell zur Bedeutung von Emotionen und Ursachen und Gründe von M&A Prozessen: (3) > Ursachen, Voraussetzungen: Kommunikation + Managementverhalten sowie andere M&A Faktoren wie z.B.: soziale Umwelt, Organisationskultur > diese wirken ein auf die Emotionen: Angst, Unsicherheit, Agression, Freude, Stolz... > diese wiederum wirken auf die Outcome Variablen ein: Stress, Motivation, Konflikt etc
Anzeige