Personalökonomik 2 (Fach) / Lohntheorien- Humankapitaltheorie (Lektion)
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Humankapitaltheorie
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- Humankapital Humankapital besteht aus produktiv einsetzbarem Wissen und Fertigkeiten von Arbeitnehmern und ist an deren Personen gebunden
- Zentrale Fragestellungen der HKT Welche Investitionen sind effizient? Wie werden Kosten und Erträge von Humankapitalinvestitionen zwischen Arbeitnehmern und Unternehmen geteilt?
- Humankapitalinvestitionen aus Unternehmenssicht Humankapitalinvestitionen unterscheiden sich von anderen Investitionsformen dadurch, dass sie jeweils untrennbar an Personen gebunden sind und Unternehmen daher kein Eigentum an den Investitionen erwerben können.
- Arten von Humankapital allgemeines Humankapital spezifisches Humankapital
- Allgemeine Humankapitalinvestitionen diese erhöhen die Grenzproduktivität des Arbeitsnehmers bei jedem potenziellen Arbeitgeber. Investitionen in allgemeines Humankapital müssen vom Arbeitnehmer allein bezahlt werden, der er auch die Erträge aus den Investitionen allein erhält
- Spezifische Humankapitalinvestitionen diese erhöhen die Grenzproduktivität nur beim derzeitigen Arbeitgeber. Investitionen in spezifisches Humankapital werden zweckmäßigerweise zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt, ebenso wie die Erträge aus den Investitionen.
- Allgemeine Humankapitalinvestitionen Erläuterungen der Abbildung Interpretation: In der ersten Periode liegt der Lohn unterhalb des Grenzproduktes. Der Arbeitnehmer wendet Zeit für die Ausbildung auf und arbeitet deshalb weniger. Dadurch sinkt seine Grenzproduktivität. Da bei vollkommenem Wettbewerb Lohn gleich Grenzprodukt ist, sinkt somit auch sein Lohn. Dieser Lohnverzicht bildet die Humankapitalinvestition des Arbeitnehmers. Am Ende der ersten Periode ist die Investition beendet. Ab Beginn der zweiten Periode ist die Produktivität des Arbneitnehmers gestiegen und er erhält einen Lohn in Höhe seines jetzt erhöhten Grenzproduktes. Der Arbeitnehmer trägt die Investition in der ersten Periode allein, da er sich seine erhöhte Produktiviät in der zweiten Periode von jedem Unternehmen würde auszahlen lassen können.
- Vollständig spezifisches Humankapital Humankapital, welches die Produktivität nur in einem Unternehmen erhöht
- Spezifisches Humankapital ohne Kündigungsoption Falls keine Trennungsoption besteht:Unternehmen bezahlen die Humankapitalinvestitionen allein, Arbeitnehmer erhalten aber auch keine Lohnerhöhung nach Erwerb des Humankapitals. Alternativ:Arbeitnehmer bezahlt das Training und erhält alle späteren Produktivitätssteigerungen in Form von Lohnerhöhungen ausbezahlt. Alternativ:Kosten und Erträge der Humankapitalinvestitionen werden geteilt. Fazit:Ohne Trennungsoption ist die Aufteilung von Kosten und Erträgen indeterminiert Problem:In der Realität existieren immer Trennungsoptionen durch Kündigung
- Spezifisches Humankapital mit Trennungsoption Falls Unternehmen bezahlt: Verlust beim Unternehmen durch Kündigung seitens des Arbeitnehmers. Falls Arbeitnehmer bezahlt: Verlust beim Arbeitnehmer durch Entlassung durch das Unternehmen. Daher optimal bei Trennungsoption: Teilung von Kosten und Erträgen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer!
- Geteilte, spezifische Humankapitalinvestitionen Erläuterung der Abbildung Interpretation: Zunächst investiert das Unternehmen, indem es einen Lohn oberhalb des Grenzproduktes bezahlt. Der Arbeitnehmer investiert zunächst, indem er für einen Lohn unterhalb seiner Grenzproduktivität in einer alternativen Beschäftigung arbeitet. Das Unternehmen erhält anschließend seinen Investitionsertrag, indem es einen Lohn unterhalb der dann gestiegenen Grenzproduktivität bezahlt. Der Arbeitnehmer erhält anschließend seinen Investitionsertrag, indem er einen Lohn oberhalb seines Lohnes in alternativer Beschäftigung erhält.
- Kritik Wichtige Implikationen der HKT: Bei unspezifischem Training steigen die Alterslohnprofile, da Training die Produktivität erhöht. Bei unspezifischem Training steigen die Alterslohnprofile, da Humankapitalinvestitionen im Zeitablauf abnehmen. Bei spezifischem Training steigen die Senioritätslohnprofile, da Seniorität als Maß von spezifischem Training dient und mit steigendem Training die Produktivität zunimmt. Bei spezifischem Training liegt der Lohn von älteren, trainierten Arbeitnehmern oberhalb des Marktlohnes. Seniorität führt zu steigendem Lohn aufgrund von spezifischem Training. Arbeitsmarktzugehörigkeit erhöht das unspezifische Humankapital, was zu steigenden Löhnen in Abhängigkeit von der Verweildauer im Arbeitsmarkt führt.
- Argumente der Humankapitaltheorie Investitionsanreize: Bei steigender Lebenserwartung steigt der Anreiz für Humankapitalinvestitionen. Für junge Menschen sind die Investitionsanreize am größten. Der erhöhte Anreiz junger Menschen steigt mit der Nutzungsdauer des Humankapitals. Liquidität und Risiko: Humankapital ist sehr illiquide. Investoren werden also eine Liquiditätsprämie fordern. Humankapital "leidet" unter Kapitalmarktineffizienzen:⇒ Hohe Investitionen mit langer Amortisationszeit sind schwerer zu finanzieren.⇒ Daher erfolgt eher interne Finanzierung, die für wohlhabende Familien einfacher ist.⇒ Humankapital ist nicht als Sicherheit verwendbar, d. h. Fremdfinanzierung ist teuer.⇒ Daher eventuell staatlicher Eingriff durch öffentliche Kredite sinnvoll.
- Annahme der Humankapitaltheorie Jeder Arbeitnehmer kann jederzeit bei jedem Unternehmen einen Lohn in Höhe seines dortigen Grenzprodukts erzielen Mit anderen Worten: Es herrscht vollkommener Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt Aber: Nicht jeder AN muss in jedem Unternehmen gleich produktiv sein
