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Psychologie (Fach) / Biologische Psychologie (Lektion)
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Diese Lektion wurde von fanfrances erstellt.
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- Unspezifische Aktivierungstheorien gehen von einer einheitlichen Aktivierungsrichtung aller involvierten Teilsysteme aus. Die Theorien wurden allerdings bereits in den 60ern von Lacey und Mitarbeitern kritisiert. Welches Alternativmodell hat Lacey formuliert ? Durch welche empirischen Befunde wird es gestützt ? Lacey : Theorie der Fraktionisierung der Aktivierungsrichtung ( Directional Fractioning ). Seiner Theorie nach gibt es keine unspezfische Aktivierung des vegetativen NS, sondern eine richtungsabhängige Aktivierung ( => abhängig von situativen Einflüssen ), die auch unterschiedliche Funktionsverläufe zeigen können. Environmental Rejection ( Abblocken von Umweltreizen ) : Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck ( z.B. Rechenaufgabe ) Environmental Intake ( Aufnahme von Umweltreizen ): Abnahme der Herzfrequenz und des Blutdrucks ( z.b. Signal Identification Task ) ( => Barorezeptorenhypothese : Hohe BR Aktivität: Anhebung der Schwelle gegenüber aversiver Reizung (env. Rejection) Schlussfolgerung: Kardiovaskiläre Funktionserniedrigung (geringe BR Aktivität) bei Reizaufnahme.
- Was besagt die Yerkes-Dodson-Regel? Zwischen physiologischer Aktivierung und Leistungsfähigkeit besteht ein umgekehrter U-förmiger Zusammenhang
- Orientierungsreaktion und Habituation (OR) als Spezialfall einer Aktivierung in mehreren Bereichen durch eine Veränderung im ReizumfeldHabituation (Gewöhung) = allmähliche Abnahme der Verhaltensreaktion auf diese wiederholt auftretende (gutartige) ReizveränderungDishabituation = Wiederansteigen der OR nach Reizunterbrechung
- Zwei-Prozess-Modell der Habituation Habituationssystem: direkter Weg zw. Rezeptor und Effektor, bei wiederholter Reizung —> verminderte ReaktionStatussystem: Aktiviertheit des Organismus, bei wiederholter Reizung —> Sensibilisierung
- Reaktionspezifität Reaktionsmuster bei mehrern Reaktionen Stimulusspezifische Reaktion (SSR) = ähnliche Reaktionsmuster auf ähnliche ReizeIndividualspezifische Reaktion (ISR)=ähnliche Reaktionen eines Individuums auf untersch. ReizeMotivationsspezifische Reaktion (MSR) = ähnliche Motivationslage (z.B. durch Bezahlung)ISR bei Patientengruppen: SymptomspezifitätHohe interindividuelle Variabilität physiologischer Reaktionsgrößen
- Was versteht man unter Interozeption? Nennen Sie zwei Messverfahren interozeptiver Wahrnehmungsleistungen. —> (Synonym mit Viszerozeption(innereOrgane)Fähigkeit, körperinterne Phänomene wahrzunehmen (Ausnahme: Muskeln, Sehnen und Gelenke. Oberbegriff für diejenigen Komponenten der Wahrnehmung von Lebewesen, die Informationen nicht über die Außenwelt, sondern aus eigenen Körperabschnitten und über eigene Körperabschnitte erfassen Messung interozeptiver Wahrnehmungsleistung: → Externe Stimulation, z.B. Dehnungsreize mit Ballonsonden im Gastrointestinalsystem (Magen-Darm-Trakt) → Spontanaktivität: Mentales Tracking (z.B. Zählen der Herzschläge) oder Extero-interozeptive Vergleichsaufgaben (z.B. Koinzidenz von Herzschlag und Lichtreizen)
- Was versteht man unter „respiratorischer Sinusarrhythmie“? Erhöhung der Herzfrequenz beim Einatmen und Verringerung beim Ausatmen ( muss bei EKG - Daten beachtet werden ).
- Was besagt das Sampling Theorem? Ein analoges Signal kann komplett aus einem digitalen Signal rekonstruiert werden, wenn das analoge Signal keine Frequenzen enthält, die oberhalb der halben Sampling Frequenz liegen.
- Wie verhält sich die Herzrate bei tonischer mentaler Belastung und wie lassen sich diese messen? Die Variabilität der Herzfrequenz nimmt ab (Vermutung, die Herzfrequenz könne besser steuerbar sein bei Belastung) Wie: Variabiltätsmaße: Varianzen, Mittleres Quadrat sukzessiver Differenzen
- Bei der Verwendung spektralanalytischer EEG-Verfahren kommen häufig Zeit-Frequenz-Diagramme zum Einsatz. Was versteht man darunter? Schnelle und langsame Frequenzen werden auf einem Diagramm aufgezeichnet (Betrachtung der Ausschläge/Frequenzen wie P300/N400)
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- Was versteht man im Rahmen der EEG Analyse unter ereignisbezogener Mittelung? Reaktion Reiz-Signal ist zeitgebunden → Latenz und Amplitude konstant → Mittelungsverfahren (averaging) zur Rauschunterdrückung → Wurzel (n)- Gesetz
- Was versteht man unter einem EKP ( ERP ) ? Wie kann diese im EEG deutlich abgebildet werden ? EKP = Ereignis-korreliertes-Potenzial. Eine im EEG abgebildete Potenzialverschiebung, die wiederholbar sind und mit gleicher zeitlicher Charakteristik definierten Ereignissen vorangehen oder nachfolgen. Deutliche Abbildung durch Mittelung mehrerer Messungen für besseres Signal-Rauch- Verhältnis ( Wurzel n - Verhältnis ). Der EKP Effekt : Die Differenz der EKP- Komponente von zwei Bedingungen.
- Was versteht man unter "endogenen" / " exogenen" Komponenten eines EKPs ? Exogen ("physiologisch"): Die ersten 100 ms eines EKP, die auf äußere Stimuli zurückzuführen sind und sich in Abhängigkeit physikalischer Reizeigenschaften ändern ( => nicht veränderbar durch psychologische Prozesse ). Endogen ("funktional"): Die Anteile eines EKP ( 100ms < ), die mit höheren kognitiven Prozessen assoziiert sind und von der Modalität der "Aufnahme" des Reizes unabhängig sind.
- Was versteht man unter neurovaskulärer Kopplung? nvK ist ein physiologischer Mechanismus zur Regulierung der Blutversorgung des Gehirns, um den Mehrbedarf des aktivierten Nervengewebes an Sauerstoff und Glukose durch lokale Steigerung des Blutflusses zu decken; dieser Mechanismus kann für die Darstellung neuronaler Aktivität genutzt werden.
- Was ist ein BOLD-Effekt? Der BOLD-Effekt oder Blood-Oxygenation-Level Dependent Effekt ist ein in der fMRT benutzter Effekt zur Darstellung der neuronalen Aktivität im Gehirn. In den ersten ein bis zwei Sekunden der neuronalen Aktivierung kommt es zu einem Anstieg des desoxygenierten Hämoglobins. Reaktiv steigt der Blutfluss in dieser Region und es kommt so zu einem Überangebot mit oxygeniertem Hämoglobin mit einem Spitzenspiegel nach ca. 4-6 Sekunden. Aus diesem Überangebot resultiert das stärkere Signal in der T2*- Gewichtung. Auf Grund einer schnellen Blutflussreduktion und einem im Vergleich noch erhöhtem Blutvolumen im venösen System der aktivierten Regionen, kommt es nach dem Ende der neuronalen Aktivität zu einem Unterangebot mit oxygenierten Hämoglobin.
- Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in den USA. Was versteht man unter einem Schlaganfall ? Welche Haupttypen unterscheidet man und wie lassen sie sich charakterisieren? Plötzlich auftretende cerebrovaskuläre Störung, die zu Hirnschäden führt ( z.B. Neglect, Asomatognosie, Astereognosie ) . Cerebrale Hämorrhagie : (Blutung im Gehirn) Tritt auf wenn ein Blutgefäß reißt, Blut fließt in das umliegende neuronale Gewebe und schädigt dies ( z.B. Aneurysma ) Ischämie : Mangeldurchblutung ( Unterversorgung durch Sauerstoff/Glukose ), da die Blutzufuhr zu einem Bereich des Gehirns unterbrochen wird. der unterversorgte Bereich stirbt ab (Ursachen : Embolien, Thrombosen, Arteriosklerose ), kann auch ausgelöst werden durch perinatale Hypoxie
- Drei Eigenschaften ischämischer Hirnschäden Zeit bis zur vollen Entwicklung, bis 10 min Dauer einer ischämischen Episode: keine Hinweise auf Hirnschädigungen, trotzdem starker Neuronenverlust nach 2 Tagenselektive Vulnerabilität (Hippocampus)Mechanismen der Schädigung variiert von Gehirnstruktur zu Gehirnstruktur
- In der Epilepsiediagnostik wird zwischen (fokal) partiellen und generalisierten Anfällen unterschieden. Worin unterscheiden sich die beiden Subtypen der Epilepsie? Fokal, partielle Anfälle: Synchrone Aktivität von Neuroverbänden in lokalem Gebiert (lokalisationsbezogen), betrifft nicht das gesamte Gehirn —>Einfach-partielle Anfälle: Sensorische/Motorische Symptome (z.B. Hörbeeinrächtigung) —>Komplex-partielle Anfälle: Meistens auf Temporallappen bezogen, Automatismen (wiederholte zwanghafte Handlungen) und Bewusstseinsbeeinträchtigungen (jedoch kein kompletter Verlust) Generalisiert: Gesamtes Gehirn zeigt hypersynchrone Aktivität (sofort große Teile des Gerhirns betriffen) —> Grand-Mal-Anfall: Bewusstlosigkeit, klonisch-tonische Krämpfe, Gleichgewichtsverlust —>Petit-Mal-Anfall: Absence, Bewusstseinspause“ (nicht ansprechbar), aber keine Krämpfe Generell : Meistens geht "Aura" einem Anfall zuvor ( => deutet auch auf betroffenes Gebiet hin )
- Was versteht man unter einer Glutamat-Kaskade? Bei welcher Gehirnerkrankung spielt sie eine Rolle? Ein Gefäß im Gehirn verstopftDie von der Ischämie betroffenen Neurone setzen übermäßig Glutamat freiDas übermäßige Glutamat bindet an NMDA-Rezeptoren und löst dadurch einen übermäßigen Na+ und Ca^2+-Ionen Einstrom in postsynaptische Neurone aus. Der übermäßige Einstrom zerstört die postsynaptische Neuronen, löst aber zuerst übermäßige Freisetzung von Glutamat aus, wodurch sich die toxische Kaskade auf weitere Neurone ausbreitet. Spielt bei Schlaganfall eine Rolle.
- Hubel und Wiesel entdecken, dass der primäre visuelle Cortex eine säulenhafte Struktur aufweist. Erläutern Sie in Stichworten dieses Prinzip 1.) Cortexneurone sind funktional in vertikale Säulen angeordnet ( aufgabenspezifisch gruppiert ). Diese erhalten Input von der selben Retinastelle ( => Positionssäulen, retinotope Anordnung ). 2.) Innerhalb Positionssäulen gibt es alternierend für linkes und rechtes Auge Augendominanzsäulen ( => sprechen auf ein bestimmtes Auge mehr an ) 3.) Innerhalb Augendominanzsäulen gibt es Orientierungssäulen, die auf Reize bestimmter Orientierung ansprechen ( Zellen schließen sich hierbei zu Gruppen ähnlicher Orientierungspräferenz zusammen ) => Effizienterer visueller Konstruktionsprozess.
- Der Pukinje Effekt besagt, dass bei Tageslicht gelbe und rote Blumen heller erscheinen als blaue und sich dieser Effekt bei Dunkelheit/Dämmerung umkehrt
- Was versteht man unter einem „rezeptiven Feld“ ? Beschreiben Sie die Funktionsweise rezeptiver Felder anhand eines Beispiels aus dem Bereich visueller Neurone Rezeptives Feld : Die Fläche des Sehfelds, in dem ein visueller Reiz die Feuerrate eines Neurons beeinflussen kann. Um eine Ganglienzelle herum befinden sich konzentrorische Bereiche, bei deren Aktivierung die Feuerfrequenz entweder erhöht ( "on"-Bereich ) oder gehemmt wird ("off"-Bereich ). (Bsp: Stimulus wird im "on"-Bereich präsentiert => Zelle feuert ).
- Was versteht man unter lateraler Hemmung? Welche Funktion hat sie? Bei der lateralen Hemmung hemmen Interneurone die Nervenzellen, die ihnen benachbart sind. Dies führt zu einer Kontrasterhöhung. Man findet diese Hemmung vor allen in sensorischen Systemen (Retina).
- Wie kommt Kontrastverstärkung beim Sehen zustande? Schildern Sie die Grundlagen anhand des Krebsauges. Laterale Inhibitions. Krebsauge bietet große Rezeptoren mit einem Axon (Ommatiden) zur Untersuchung. Benachbarte Neuronen hemmen sich beim Feuern gegenseitig über Horizontalzellen. Bei der Kante treffen schwächere Aktivierung und stärkere Aktivierung (durch unterschiedliches Licht) der benachbarten Rezeptoren aufeinander, der Rezeptor am schwachen Licht wird noch mehr gehemmt, der Rezeptor am intensiven licht noch weniger gehemmt, an dieser Stelle also ein stärkerer Kontrast.
- Was versteht man unter retinotoper Organisation? Wie lässt sie sich empirisch nachweisen? Jede Ebene des Systems ist wie eine Karte der Retina aufgebaut, d.h. zwei Reize, die auf benachbarte Stellen der Retina fallen, erregen benachbarte Neurone auf allen Ebenen des visuellen Systems. Empirischer Nachweis: kreuzförmige elektrische Reizung bei Blinden, die daraufhin kreuzförmiges Erleben beschreiben.
- Beschreiben Sie den Lage des primären und sekundären auditiven Cortex und nennen Sie 2 wichtige Organisationsprinzipien! Primärer auditiver Cortex: Sulcus lateralis, BA41; Sekundärer auditiver Cortex: BA42 1.) funktionelle Säule: Untereinander liegende Säulen antworten am stärksten auf Töne des selben Frequenzbereiches 2.)tonotope Organisation: Anteriore Teile reagieren auf auf hohe Frequenzen, posteriore auf tiefe
- Schmerzwahrnehmung unterscheidet sich in mehreren Punkten von anderen Wahrnehmungssystemen. Man spricht auch von „Paradoxien der Schmerzwahrnehmung“. Beschreiben Sie diese Paradoxien in Stichworten ! Adaptiver Wert: Schmerz als Hinweis auf Gefahr (u. Warnung), Lernen aufgrund schmerzlicher Erfahrungen (—>überlebenswichtig) obwohl „Schmerz“ negativ besetzt Keine kortikale Schmerzrepräsentation: Kein extra Hirnareal für „Schmerz“, sondern diffuse Aktivierung von Gehirnarealen (—>Schmerz als kortikales Produkt) Meist prim. somatosens. Cortex/sekundärer aktiv bei schmerzhaften Reizen, zudem Anterior Gyrus Cinguli (emotionale Reaktion auf Schmerz) Absteigende Schmerzkontrolle: Schmerz kann durch Signale aus Gehirn (kognitive/emotionale Faktoren) unterdrückt werden (z.B. in Lebensgefahr). (Hypothalamus aktiviert Periaquäduktales Grau—> Endorphine(Opiate-Ausschüttung—>Raphé-Kerne Serotoninauschüttung)
- Was sind Pheromone ? Chemische "Duftstoffe", die Verhalten von Artgenossen beeinflussen ( Wegmarkierung, Alarmbotenstoffe, Sexuallockstoffe ).
- Was ist ein „motorischer Homunculus“ ? somatosensorischer Homunculus: Repräsentationen von Körperregionen auf den primären Rindenfeldern im Bereich der Zentralfurche werden als sensorischer Homunkulus bzw. motorischer Homunkulus verstanden. Für alle sensiblen und motorischen Bahnen gibt es eine Punkt-zu-Punkt-Zuordnung zwischen der Körperperipherie und dem Gehirn. motorischer Humunkulus: gibt wieder, welche Bereiche des im Gyrus praecentralis lokalisierten primär motorischen Kortex welche motorischen Einheiten ansteuern. Dabei werden die fein steuerbaren Muskeln (beispielsweise die mimischen Muskeln oder die Handmuskeln) auf einem größeren kortikalen Bereich repräsentiert als grob steuerbare Muskeln, weil mehr Neurone an ihrer Aktivierung beteiligt sind. Aus diesem Grund ist der motorische Homunculus verzerrt, d. h. die Skelettmuskulatur ist nicht entsprechend ihrer Größe, sondern entsprechend der Feinheit ihrer Ansteuerung abgebildet.
- Beschreiben Sie die Lage des primären somatosensorischen Kortex im menschlichen Gehirn. Was versteht man unter einem „somatosensorischen Homunkulus“ ? Lage : Gyrus Postcentralis, BA 1,2,3, an der sulcus centralis Homunkulus : "Männlein", somatotope Anordnung im Cortex ähnlich des Körperaufbaus ( mit unterschiedlich großer Repräsentation der Körperteile für sensitivere Areale, z.B. Lippen )
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- Wie ist der primäre somatosensorische Cortex organisiert ? vier paralle Streifen ähnlicher , aber meist gesonderter somatoper Organisation. Jeder Streifen ist für bestimmte Arten von Signalen empfindlich (Druck, Vibration, Berührung, Temperatur) Horizontale Neuronen sind daher empfindlich für versch. Signalorten aus dem selben Teil des Körpers.
- Was bedeutet Blindsehen „Blindsight“? Wie kommt dieses Phänomen zustande? Fähigkeit auf visuelle Reize zu reagieren, obwohl keine bewusste Wahrnehmung stattfindet. ( z.B. Patient DB ). ( Nachweis : Lichtpunkte werden erzeugt, zudem Tonsignale, über Zufallsniveau Fixation auf Lichtpunkte ). Hier ist V1 betroffen ( prim. vis. Cortex ). Menschen, die unter Rindenblindheit leiden und angeben, in dem betroffenen Bereich ihres Gesichtsfeldes nicht zu sehen, dennoch in der Lage sind, auf visuelle Reize, die in diesen Bereich fallen, differenziert zu reagieren
- Was versteht man unter Prosopagnosie? Erkennungsunfähigkeit für Gesichter. Patienten haben Schwierigkeiten, Gesichter zu differenzieren ( meistens keine Schwierigkeit für einzelne Teile, aber Schwierigkeiten eines kohärenten Ganzen ). Schäden am dorsalen Pfad ( dors. V2 -> posteriorer Assoziationscortex ), vor allem Fusiformes Gesichtsareal ( Aber : Expertenareal ).
- Dorsolaterale motorische Bahnen a.Projizieren auf distale Muskeln b.Kontrollieren Greifbewegungen
- Vergleich der dorsolateralen und ventromedialen Bahnen DL-Bahnen: projizieren auf distale Muskeln, kontralateral auf ein Motoneuron. Greifbewegungen, Kontrolle der Gliedmaßen VM-Bahnen: projizieren auf proximale Muskeln, bilateral, mehrere Segmente, Kontrolle der Ganzkörperbewegungen; —> Diffusere Projektionen der ventromedialen Bahn.; beide Bahnen vermitteln willkürliche Bewegungen, aber Läsionender VM-Bahn und DL Bahn zeigen unterschiedliche Auswirkungen
- Die Sensomotorikforschung geht davon aus, dass das sensomotorische System aus hierarchisch organisierten zentralen motorischen Programmen besteht. Beschreiben Sie dieseTheorie zentraler motorischer Programme. Erläutern Sie die beiden Prozesse, die das Lernen zentraler motorischer Programme beeinflussen können. Theorie zentraler motorischer Programme: Alle Hierarchieebenen von sensomotischem System(mit Ausnahme des höchsten) haben ein einprogrammierte Aktiviätsmuster. Komplexe Bewegungen werden durch passende Programmkombination hervorgerufen 1.) Response-Chunking: Übung verbindet zentrale sensomotorische Programme für einzelne Reaktionskomponenten zu Programmen, die Verhaltenssequenzen steuern („Chunks“) 2.) Verlagerung der Kontrolle auf hierarchisch tiefere Ebenen: Zwei Vorteile: 1. Höhere Programme können sich mit abstrakteren Aspekten der Bewegungsausführung beschäftigen („mehr Ressourcen“) 2. Geschwindigkeitserhöhung durch parallele Aktivität untergeordneter Ebenen („schnellere Ausführung“)
- Welche neuropsychologischen Störungen können nach einer Schädigung des posterioren parietalen Cortex auftreten? Apraxie: Unfähigkeit zur Ausführung willentlicher Bewegungen (meist linksseitige Läsion, bilaterale Symptome, bei Nicht-Nachdenken gelingen Aktionen meistens) z.B. Testung durch Novel-Tool-Use-Test konstruktive Apraxie: Unfähigkeit, Objekte aus Bestandteilen zusammenzusetzen (meist rechtsseitige Läsion, bilaterale Symptome), Testung z.B. durch Mosaiktest WAIS kontralateraler Neglect: Unfähigkeit auf visuelle, auditorische und sensomotorische Reize kontralateralen zur Seite der Schädigung zu reagieren, meist durch rechtsseitige Läsion, z.B. Testung durch Striche auf Blatt Papier und Aufgabe, in Mitte einen senkrechten Strich durchzuziehen)
- Was versteht man unter Spiegelneuronen? In welcher Hirnregion befinden sie sich? Neurone, die sowohl feuern, wenn sie Bewegungen ausführen, als auch betrachten. Befinden sich im prämotorischen Cortex.
- Was versteht man unter motorischer Äquivalenz? dieselbe einfache Bewegung kann auf verschiedene Weise mit verschiedenen Muskeln ausgeführt werden zeigt, dass die sensomotorischen Programme, welche für das Schreiben verantwortlich sind, nicht in den neuronalen Schaltkreisen gespeichert sind, die direkt die Hand steuern, sondern höher in der sensomotorischen Hierarchie
- Sperry und Gazzaniga haben gezeigt, dass die linke und rechte Hemisphäre von „Split-Brain-Patienten“ ganz unabhängig funktionieren. Was passiert wenn ein Split-Brain-Patient aufgefordert wird, ein Objekt zu benennen, das in seinem linken bzw. rechten Gesichtsfeld dargeboten wird? Sperry und Gazzaniga haben gezeigt, dass die linke und rechte Hemisphäre von „Split-Brain-Patienten“ ganz unabhängig funktionieren. Was passiert wenn ein Split-Brain-Patient aufgefordert wird, ein Objekt zu benennen, das in seinem linken bzw. rechten Gesichtsfeld dargeboten wird? In linkem Gesichtsfeld ( => Rechtshemi ) : Patient kann Objekt nicht benennen ( zwar gesehen, doch keine Möglichkeit zur Artikulation. Identifikation durch linke Hand jedoch möglich ) Im rechten Gesichtsfeld ( => Linkshemi ) : Verbalisierungs-Möglichkeit, Patient kann Objekt benennen Beispiel:Linke Hemisphäre : 1.) Visuell : Im rechten Gesichtsfeld Bild (z.B. Apfel ) => Kann Apfel benennen u. mit der rechten aus mehreren Gegenständen nehmen 2.) Taktil : Wird Apfel in rechte Hand gegeben, kann auch verbalisiert werden Rechte Hemisphäre : 1.) Visuell : Im linken Gesichtsfeld Apfel eingeblendet => "Kein Bild gesehen" ( obwohl von der "rechten" wahrgenommen ) 2.) Taktil : Apfel in linke Hand gegeben => Keine Verbalisierung möglich, aber trotzdem Identifikation ( kann erneuten Apfel aus Gegenständen nehmen ) ( Bei Darbietung zweier Reize z.B. im linken Sehfeld "Key" im rechten "Ring" und Instruktion Gegenstand zu greifen und zu benennen, den man gesehen hat, wird z.B. mit der linken Hand der Schlüssel genommen, aber "Ring" gesagt )
- Nennen und beschreiben Sie zwei Tests zur Messung cerebraler Lateralisierung Natriumamytaltest Injektion von Natriumamytal in die linke oder rechte Halsschlagader → ipsilaterale Hemisphäre für einige Minuten betäubt → Test der anderen Hemisphäre (Aufsagen bekannter Wortfolgen [z.B. Wochentage], Gegenstände benennen) 1. Betäubung der sprachdominanten Hemisphäre Patient bleibt 1-2 Minuten stumm, danach Fehler in der Reihenfolge oder bei Benennung 2. Betäubung der nichtdominanten Sprachhemisphäre keine Stummheit, wenig Fehler Dichotischer Hörtest jedes Ohr – und damit die ihm zugeordnete Hörbahn bis zu den corticalen Rindenfeldern – wird gezwungen, für sich selbständig zu arbeiten und sich nach Möglichkeit von der Gegenseite zu isolieren.
- Was versteht man unter Cross-cuing? Nennen Sie ein Beispiel die unbewusste Nutzung aller möglichen Hinweisreize durch Split-brain-Patienten (mit operativ durchtrenntem Balken), um einen Informationstransfer zwischen den beiden isolierten Großhirnhemisphären zu ermöglichen. Indirekte (nicht neuronale) Kommunikation der beiden Hemisphären. Beispiel: Kann die linke Hemisphäre auf Farben im linken Gesichtsfeld reagieren? Darbietung im linken Gesichtsfeld(rechte Hemi): roter oder grüner Stimulus Aufgabe des Patienten: Farbe verbal benennen Ergebnis: erst Zufallsniveau (d.h. 50%), dann Verbesserung (nicht verbalisierbar, dakeine Indo zur linken Hemi, aber Kompensation durch Strategien) Strategie: Bei wissentlich falscher Antwort z.B. Stirnrunzeln —> Signal an linke Hemi zur richtigen Bennenung rotes Licht: a) Antwort „rot“ b) Antwort „grün“, Stirnrunzeln, „Oh nein, ich meine rot“
- Nennen Sie Theorien zur Hemisphärenasymmetrie : Analytisch-Synthetische Theorie : Zwei grundlegend verschiedene Arten des "Denkens" : Links : Logische-Analytische Weise (=> filtert die relevanten Details heraus), rechts : Synthetisch ( verarbeitet Informationen in Form von Ganzheiten), => Theorie empirisch kaum prüfbar und falsifizierbar Motorische Theorie : Linke Hirnhälfte nicht für Kontrolle von Sprache per se, sondern feinmotorischer Bewegungen ( willkürliche Mundbewegungen, Gesichtsbewegungen ). => Gestützt durch Patienten mit linkshemi-Läsionen auch motorische Defizite, evolutionär : Gebrauch von Werkzeugen vorwiegend m. rechter Hand Linguistische Theorie: Linke Hemisphäre zuständig für Sprache => Patient W.L. : Taubstumm geboren (=> Zeichensprache ), linkshemisphärischer Schlaganfall führte zu Aphasie (Keine Benutzung/Verständnis von Zeichensprache mehr, häufig nach Schlaganfall ) : Konnte trotzdem komplexe Gesten produzieren, aber kein motorisches Defizit
- Beschreiben Sie den Fall H.M.! Welche Gehirnverletzung liegt bei ihm vor? Welche Erkenntnisse verdankt ihm die Gedächtnisforschung? Litt an Epilepsie, zur Behandlung mediale Temporallappenlobektomie ( einschließlich Hippocampus, Amygdala, angrenzendes Gewebe ) => Nach OP nur noch kleinere Krampfanfälle, keine IQ - und Persönlichkeitsveränderungen. Nach der OP : - leichte Retrograde Amnesie für Ereignisse bis zwei Jahre vor seiner OP - Anterograde Amnesie für explizite Gedächtnisinhalte - Intaktes KZG, aber keine Übertragung der Informationen ins LZG Beitrag : - Gedächtnisinformationen sind im Gehirn lokalisierbar und nicht diffus ( => Gegen Äquipotenz ) - Wichtige Rolle des medialen Temporallappens ( v.A. bei Konsolidierung ) - Getrennte Systeme für KZG und LZG sowie explizites/Implizites Gedächtnis
- Nennen Sie 3 Gehirnstrukturen im Schläfenlappenbereich, die für das Gedächtnis eine Rolle spielen, inklusive ihrer mnemonischen Funktionen! Was sind weitere Gedächtnisrelevante Hirnstrukturen? Hippocampus : Räumliches Gedächtnis ( "Ortsgedächtnis" ) Amygdala : Erinnern an die emotionale Bedeutung Rhinaler Cortex : Objektgedächtnis (weitere : Basales Vorderhirn ( => AcH ), Cerebellum ( implizite Erinnerungen für sensomotorisches Lernen, Präfrontaler Cortex: Zeitliche Abfolge, Striatum : Reiz-Reaktion Erinnerung! )
- Erläutern Sie das für die Gedächtniskonsolidierung wichtige Prinzip „wired together what fires together“. Je häufiger ein Neuron A gleichzeitig mit Neuron B aktiv ist, umso bevorzugter werden die beiden Neuronen aufeinander reagieren→ Erfahrung aktiviert sensorische Bahnen, die neuronale Impulse zum ZNS führen → Kurzzeit-/Langzeitgedächtnis Kz: wird für jedes Erlebnis über die neuronale Aktivität von geschlossenen zirkulierenden Kreisen im ZNS gespeichert Lz: zirkulierende Aktivität erzeugt bei genügender Dauer strukturelle Veränderungen in den Synapsen, die später Übertragung über dieselben Bahnen fördern → veränderte Übertragungen können motorischen Output/Verhalten beeinflussen
- Nenne zwei Theorien zur Gedächtniskonsolidierung. 1.) Standard Consilation Theory: Vorübergehende Speicherung in Hippocampus und Überführung in stabilere Cortexstrukturen. Konsolidierung bedeutet Duplikation 2.) Multiple Trace Theorie: Hippocampus speichert kontextbasierte Erinnerungen so lange wie sie bestehen. Im Laufe der Zeit entstehen im Neocortex schematische Gedächtnisse ohne kontextuelle Inhalte.
- Was versteht man unter einer retrograden Amnesie mit einem lang anhaltenden Gradienten? Wie ist er nachweisbar? Retrograde Amnesie auf Bereich, der weiter zurückliegt. Eine Serie von fünf elektrokonvulsiven Schocks erzeugte eine retrograde Amnesie für Fernsehsendungen, die nur eine Saison lang innerhalb der drei Jahre vor den Schocks gesendet wurden; die EKS erzeugten allerdings keine Amnesie für vergleichbare Fernsehsendungen, die vor drei Jahren oder mehr gesendet wurden
- Das ZNS entwickelt sich aus einem Neuralrohr, das wiederum im Embryonalstadium aus der Neuralplatte hervorgeht. Derzeit werden 3 Modelle diskutiert, die auf unterschiedliche Art und Weise erklären, wie während des Neuronenwachstums Axone und Dendriten den Weg zu ihrem Bestimmungsort finden. Beschreiben Sie alle diese Modelle und die Befunde, auf die sie sich stützen 1.) Chemoaffinitäts-Hypothese : Axone werden durch spezifische chemische Attraktoren ausgehend vom Ziel angezogen. Befund : Sperrys Augenrotation u. Regeneration bei Fröschen : Rotation des Auges um 180° ( mit u. ohne. Sehnervdurchtrennung ), Schnappen nach Stimulus in um 180° falsche Richtung ( => Axone wachsen zu ursprünglichen Synaptischen Stellen im Tectum Opticum zurück, erklärt aber nicht warum manche Axone Umweg machen ). 2.) Wegweiser-Neuronen-Hypothese : Wachstum neuer Axone entlang bestehender Axone ( => Fasciculation, anhand von Pionierkegeln). Befund : Bei Zerstörung der Pionieraxone im Hühnerembryo-Rückenmark erreichen nachfolgende Axone den Bestimmungsort nicht ( aber : Anordnung der Axone bleibt nicht erhalten ) 3.) Hypothese vom topographischen Gradienten : Axone einer topographischen Fläche wandern systematisch zu Zieloberfläche mit ähnlicher topographischer Anordnung. Befund : A.) Durchtrennung des Sehnervs / Retinahälfte bei Fröschen zerstört : Projektion der ret. Ganglienzellen systematisch zum ganzen Tectum B.) Durchtrennung des Sehnervs/ Zerstörung halbes Tectum : Projektion der ret. Ganglienzellen systematisch verteilt zur gesamten Hälfte des Tectums
- Was versteht man unter Pruning? Geben Sie ein Beispiel. Abbau überschüssiger Kontaktstellen aufgrund von Lernerfahrungen (use it or loose it, synaptische Verbindungen der Augen).