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Entwicklungspsychologie (Subject) / 11. Vorlesung (Leben und Sterben) (Lesson)
- Was ist Tod? Sterben als Entwicklungsaufgabe (+ Terror Management Theorie) Was ist Tod? Herz- und Atemstillstand (Heute ist Wiederbelebung in dieser Phase möglich) Fehlende Gehirnaktivität vor allem im Hirnstamm (Reflexe) >> Hirntod Wie wichtig sind psychologische Aspekte (z.B. Denken, Fühlen, Erleben) für die Definition des Todes? Sterben als Entwicklungsaufgabe Bereits Neandertaler machten sich Gedanken über die Bedeutung des Todes Gedanken an den Tod bei Lebenden sind relativ häufig Terror Management Theorie (Solomon et al, 1991 / 2004): Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit verursacht lähmende Angst, die durch zwei Bewältigungsmechanismen unter Kontrolle gehalten wird, welche auch als "kulturelle Angstpuffer" bezeichnet werden können (>> kulturelle Weltanschauung >> Selbstwert)
- Todesverständnis: Bedeutungsaspekte Todesverständnis: Kindheit Irreversibilität / Unabänderlichkeit (irreversibility/irrevocability): wenn ein Lebewesen gestorben ist, kann es nicht mehr ins Leben zurückgeholt werden Unvermeidbarkeit (universality): jedes Lebewesen muss irgendwann sterben Nonfunktionalität: endgültiges Ende aller lebenserhaltenden Funktionen (Denken, Wahrnehmen, Erinnern, Gefühle, ...) Kausalität: der Tod wird durch den Zusammenbruch aller lebenswichtigen körperlichen Funktionen verursacht Todesverständnis: Kindheit 5-6 Jahre alte Kinder verstehen: Irreversibilität, Unvermeidbarkeit 7-11 Jahre alte Kinder versteheh: Nonfunktionalität, Kausalität >> kognitive Entwicklung und Kenntnis biologischer Theorien (e.g. Slaughter & Lyons, 2003) Abhängig von soziokulturellen Faktoren und Erfahrungen Kinder die selbst an einer unheilbaren Krankheit leiden, können schon früher ein reifes Verständnis des Todes entwickeln
- Todesverständnis: Adoleszenz und Erwachsenenalter Alle Bestandteile des Todeskonzeptes werden begriffen >> Biologische Konzeption: mit dem Tod enden sämtliche biologischen Prozesse >> Metaphysische Konzeption: Nachleben nach dem Tod (Merkmale der Adoleszenz: Identitätsentwicklung, Risikoverhalten, Persönliche Legende (Jugendliche entwickeln eine übertriebene Vorstellung der eigenen Wichtigkeit, fühlen sich einzigartig und außergewöhnlich)) Viele Jugendliche und Erwachsene gehen davon aus, dass psychologische Prozesse wie Wissen, Glauben und Fühlen das Leben des Körpers überdauern können (Bering & Bjorklund, 2004)
- Angst vor dem eigenen Tod: Definition Angst vor dem eigenen Tod: Altersunterschiede Definition Negatives Gefühlserleben im Alltag verursacht durch die Gewissheit, dass der eigene Tod in der Zukunft eintreten könnte Tritt nicht als die Reaktion auf eine akute Bedrohung auf Unterschiedliche Befürchtungen (Thorson et al, 1988): nicht länger zu existieren, Kontrollverlust, Schmerzen, Verfall des Körpers, Trennung von Liebenden, das große Unbekannten Altersunterschiede Angst vor dem Tod nimmt mit dem Alter ab Unterschiedliche Befürchtungen bei jüngeren und älteren Erwachsenen Geschlechtunterschiede: Frauen berichten über eine höhere Todesangst als Männer
- Veränderungen vor dem Tod Signifikante Veränderungen in den körperlichen Parametern (weiterer Rückgang der Kompensationsfähigkeiten) Terminales Absinken kognitiver Leistungsfähigkeit (terminal decline) = beschleunigte Verminderung der kognitiven Leistungsfähigkeit Rückzug nach innen gewinnt ein immer größeres Gewicht
- Phasen des Sterbens (Stufenmodell): Kübler-Ross-Theorie (1969, 1982) Verleugnung (denial): nicht wahr haben wollen - als Selbstschutz Zorn (anger): Ungerechtigkeit des Todes Verhandeln (bargaining): um eine Verlängerung Depression: wegen des drohenden Verlustes des Lebens Akzeptanz: Zurückziehen Kritik Nicht alle Menschen gehen durch alle Stufen Es sind auch andere Bewältigungsstrategien möglich (Versuch, Krankheit unter Kontrolle zu halten; Gutes für die Umgebung zu tun oder die verbleibende Zeit zu genießen) Angst Lebenskontext bestimmt nicht nur das Leben, sondern auch den Tod
- Faktoren, die das Bewältigen der Sterbesituation bestimmen (Sterben und Tod im Kontext) Biologische Faktoren (krankheitsbezogen) Psychologische Faktoren (Persönlichkeitsmerkmale) Soziale Faktoren (soziale Unterstützung) Kulturelle Faktoren (Religion)
- Formen der Sterbehilfe (Euthanasie) Freiwillige passive Sterbehilfe (Bsp.: Arzt hält Medikament zurck, Beatmungsgerät abschalten, ...) Freiwillie aktive Sterbehilfe (Bsp.: Arzt verabreicht tödliche Dosis von Medikamenten) Beihilfe zum Selbstmord (Bsp.: Arzt ermöglicht Patienten tödliche Dosis eines Medikamentes zu schlucken) Unfreiwillige aktive Sterbehilfe (Bsp.: Ohne Zustimmung des Patienten gibt Arzt tödliche Dosis eines Medikamentes)
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