12
Entwicklungspsychologie (Subject) / 9. Vorlesung (Produktives Leben im Alter) (Lesson)
Advertisement
- Produktivität im Alter >> Psychologische Produktivität >> Dimensionen psychologischer Aktivität Produktivität im Alter Hintergrund: Demographischer Wandel ("Das Alter ist jung") Die Forderung: ältere Menschen sollen sich für den Erhalt ihrer eigenen körperlichen und geistigen Rossourcen und auch für das Gemeindewohl einsetzen Ökonomische vs. psychologische Produktivität "Unter psychologischer Produktivität sind alle materiellen, geistigen, emotionalen und motivationalen Wirkungen zu verstehehn, die eine Person durch ihr Handeln, Denken, Fühlen und Wollen bei sich selbst oder in einem bestimmten sozialen Umfeld intendiert oder nicht-intendiert hervorruft und die ihr selbst, anderen Personen oder der Gesellschaft nützlich sind." (Schneider & Lindenberger) Dimensionen psychologischer Aktivität Manuell (z.B. manuelle Arbeit - ähnlich der ökonomischen Produktivität) Geistig (z.B. Ideen, Ratschläge, ...) Emotional (z.B. positive Ausstrahlung auf Andere durch eigene Zufriedenheit) Motivational (z.B. Vorbild sein)
- Kriterien: Wie misst man Produktivität (absolute / relative / subjektiv psychologische Kriterien) Absolute Kriterien: gute körperliche Funktionsfähigkeit, hohe intellektuelle Leistungsfähigkeit, Selbstständigkeit und soziale Eingebundenheit Relative Kriterien: Verglech zwischen der Person und ihrer sozialen Bezugsgruppe Subjektiv-psychologische Kriterien: die Erfahrung des Individuums
- Absolute Kriterien: Erwerbstätigkeit 65+, Lebenslanges Lernen, Freiwilliges Engagement, Familiäre Bindung Erwerbstätigeit 65+: Vor allem Selbstständige Arbeiten weiter, arbeiten ja - aber nicht viel, für 40% ab 65 ist Arbeit Hauptquelle des Lebensunterhalts Lebenslanges Lernen: formale Bildung (Besuch von (Hoch-)Schulen), nicht-formale Bildung (Weiterbildung), informelles Lernen (sich selbst etwas Beibringen, 34% bei 65-80 Jährigen) Freiwilliges Engagement: Ältere engagieren sich immer stärker, Männer häufuger freiwillig engagiert Familiäre Bindung: Regelmäßiger Kontakt
- Subjektive Kriterien Subjektive Kriterien sind nicht objektive Kriterien Produktivität wird verstanden als das Erzeugen des je individuellen sinnerfüllten Lebens Ein positiver Ausgang der Auseinandersetzung mit den Entwicklungsaufgaben des Alters Aufgabe der Entwicklungspsychologie: Bedingungen, die Produktivität begünstigen oder einschränken zu identifizieren
- Was bestimmt die Produktivität: Internale vs. externale Ressourcen Internale Ressourcen Psychische und physische Ressourcen einer Person Prozesse, die Menschen einsetzen um persönlich wertgeschätzte Ziele zu erreichen Strategien, Überzeugungen und Einstellungen, Bewältigungsverhalten, psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) Intraindividuelle Variabliltät Externale Ressourcen Materielle und sozial-interaktive Ressourcen Produktivität ist nicht nnur das, was man aktuell an einer älteren Person beobachten kann, sondern auch das, wozu sie mit Unterstützung durch die Umwelt fähig wäre Infrastruktur, Kultur-, Freizeit- und Bildungsangebote, Dienstleistungen der ambulanten und stationären Altenhilfe Das soziale Kontext und öffentliche Meinung beeinflussen (Gestaltung altersrelevanter gesellschaftlicher Strukturen, das Individuum (z.B. durch Altersstereotypen))
- Baby-Boomer-Generation Baby-Boomer-Generation: Zet der Selbstverwirklichung und Selbstzufrieednheit - "drittes Lebensalter" >> höhere Lebenserwartung, mehr gesunde Lebensjahre, finanzielle Stabilität
- Erfahrungswissen Erfahrungswissen Stabilität oder positive Entwicklung bis ins hohe Alter Mildert den Abbau der fluiden Fähigkeiten, bzw. gleicht ihn aus Kreativität Ein Abfall vom mittleren bis ins hohe Erwachsenenalter Karierrealter >> hohes Karierrealter - höhere Kreativität Fundiertes Expertenwissen Intrinsische Motivation: bezieht sich auf einen Zustand, bei dem wegen eines inneren Anreizes, der in der Tätigkeit selbst liegt, z.B. im Empfindens des Flow-Erlebens gehandelt wird Bissherige Produktivität: Prädiktor für Produktivität im Alter Quantität und Qualität der Produkte
- Weisheit Lebenserfahrung im Umgang mit grundlegenden, schwierigen und ungewissen Fragen des Lebens Im Sinne von gewonnener Einsicht aus Erfahrungen >> Es genügt nicht etwas erlebt zu haben vielmehr muss aus den erlebten Ereignissen auch eine Konsequenz gezogen werden (Bewertung und daraus lernen)! Kein Abbau, aber auch kein Fortschritt (im Durchschnitt) Faktoren Ausprägung de Abbaus der fluiden Mechanismen Offenheit für neue Erfahrungen Kreativität und Interesse am eigenen Wachstum Erfahrungen im Laufe des Lebens Anleitung im Umgang mit Lebensproblemen
- Berliner Weisheitsparadigma: 5 Antwortkategorien auf schwierige und existenzielle Probleme Faktenwissen Strategiewissen Lebensspannen-Kontextualismus Wert-Relativismus Erkennen von und Umgehen mit Ungewissheit Beispiele: "15 Jähriges Mädchen möhte sofort heiraten: Was sollte sie tun und beachten?" - "Ein Freund teilt mit dass er so nicht weitermachen kann und deswegen beabsichtigt Selbstmord zu begehen."
- Affektregulation: "Positivity Bias" + Interpretation Negative Emotionen nehmen im Alter ab Positive Emotionen, die im Zusammenhang mit niedriger Aktiviertheit einhergehen, nehemen zu (z.B. entspannt, zufrieden) Weniger Aufmerksamkeit für negative Informationen = schlechter Abruf oder Erinnerung Autobiographische Erinnerungen positiver als sie tatsächlich waren Interpretation Biologische Veränderungen im Gehirn Kompetenzen im Umgang mit emotionalen Situationen durch Erfahrung Ergebnis der Wahrnehmung einer begrenzten Zukunftsperspektive - sozioemotionale Selektivitätstheorie
- Advertisement
- Lebenserwartung (durchschnittliche Lebenserwartung vs. mittlere Durchschnittliche / mittlere Lebenserwartung: die Anzahl der Jahre, die ein Mensch eines bestimmten Jahrgangs noch erwarten kann zu leben, ab aktuellem Alter gerechnet Mittlere gesunde Lebenserwartung: die Anzahl der Jahre, die ein Mensch eines bestimmten Jahrgangs erwarten kann gesund zu leben ohne Erkrankungen oder Verletzungen
- Die Gründe für den Alterungsprozess aus biologischer Sicht (programmierte Alterstheorien vs. Abnutzungstheorie) Programmierte Alternstheorien: Altern und Tod sind in den Genen verankert; begrenzte Anzahl von Zellteilungen >> Hayflick-Grenze Abnutzungstheorie: Freie Radikale und oxidativer Stress; jeder Organismus verfügt bei der Geburt über einen bestimmten Energievorrat und stirbt, wenn dieser Vorrat erschöpft ist