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Entwicklungspsychologie (Subject) / 7. Vorlesung (höheres Erwachsenenalter 1) (Lesson)

7. Vorlesung (höheres Erwachsenenalter 1)

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  • Höheres Erwachsenenalter - Daten - Alter vs. funktionales Alter Lebensalter zwischen 65-80 Ab 80. Lebensjahr: hohes Alter (zunehmend mehr Menschen >> demografischer Wandel) Das Alter vs. das funktionale Alter (die tatsächliche Kompetenz und Leistungs eines Menschen) >> Young old ("jung geblieben"), Old old ("dem biologischen Alter entsprechend"), Oldest old ("früh gealtert")
  • Gesellschaftliche Stereotype über das Alter (westlich / europäisch) Im Bild des Alters - körperliche und geistige Defizite Ältere Personen gelten als weniger attraktiv und kompetent, werden stereotyper und negativer beurteilt als Jüngere Identisches Handeln wird bei jüngeren und älteren Erwachsenen unterschiedlich bewertet Alter des Beurteilers: Personen im mittleren Lebensalter haben negativere Einstellungen gegenüber Älteren als jüngere und ältere Menschen Patricia Moore: Verkleidete sich 20h die Woche als alte Frau, 3 Jahre lang, schaute auf die Reaktionen: ziemlich häufig negative Erfahrungen "Baby-Sprache" in der Kommunikation mit alten Menschen in Pflegeheimen Informationen können die Bewertung verändern
  • (Evidence for the automaticity of ageism (Perdue and Gurtman)) 36 Wörter, entscheiden ob positiv / negativ, Messen der Reaktionszeit Davor Alte / Junge eingeblendet Wenn alt eingeblendet: schnellere RT bei negativen Wenn jung eingeblendet: schnellere RT bei positiven
  • Körperliche Veränderungen Osteoporose Körperliche Veränderungen Graue, weiße, dünne Haare Hautfalten schrumpfende Größe Osteoporose Knochenschwund, geringere Knochendichte 25% der Frauen ab 60 sind betroffen Zunächst unmerklich verlaufende Erkrankung Anfällig für Knochenbrüche (und schlechtere Verheilung) Prävention: körperliche Aktivität, calciumreiche Ernährung
  • Körperliche Veränderungen: Sinnesorgane Auswirkungen: Unfälle im Alltag Körperliche Veränderungen: Sinnesorgane Nachlassende Funktionen der Sinnesorgane werden auffälliger: Sehvermögen (Makuladegeneration = Erkrankungen um den gelben Fleck), Hörvermögen Auswirkungen: Unfälle im Alltag Sterberate durch Unfälle doppelt so hoch wie in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter (Verkehrsunfälle und Stürze)
  • Auswirkungen: Kognitive Funktionen Kognitive Funktionen und Altern Auswirkungen: Kognitive Funktionen Baltes & Lindnberger (1997): Common Cause Hypothesis (>> Nachlassen der Funktionsfähigkeit des ZNS, negative kognitive Folgen s. u. a. unten) Neue Studien: widersprüchliche Befunde / evtl. domainabhängig (Monge & Madden, 2016) Kognitive Funktionen und Altern Defizite in der Informationsverarbeitung (Schnelligkeit der Verarbeitungsprozesse, Inhibition und exekutíve Funktionen, Arbeitsgedächtnis, Problemlösen, weniger erfolgreiche "Abruf"-Strategien
  • (Kognitive Neurowissenschaften des Alterns (cognitive neuroscience of aging)) untersucht welche anatomischen, neurochemischen und funktionalen Veränderungen des Gehirns in besonders starker Weise mit Altersunterschieden im Verhalten zusammenhängen
  • Neuroanatomische Veränderungen Gewichtsverlust / Volumenverlust des Gehirns (graue Substanz abgebaut?) Kann zwischen 60. und 80. Lebensjahr 5-10% ausmachen verursacht durch Absterben von Neuronen und Ausdehnung von Ventrikeln (Höhlräumen) im Gehirn Unterschiedlich schnell in verschiedenen Arealen >> Volumensteigerung im jungen Erwachsenenaler, Plateau im mittleren Alter und steiler Rückgang im hohen Alter
  • Neuroanatomische Veränderungen Gewichtsverlust / Volumenverlust des Gehirns (graue Substanz abgebaut?) Kann zwischen 60. und 80. Lebensjahr 5-10% ausmachen verursacht durch Absterben von Neuronen und Ausdehnung von Ventrikeln (Höhlräumen) im Gehirn Unterschiedlich schnell und viel in verschiedenen Arealen interindividuelle Unterschiede >> Volumensteigerung im jungen Erwachsenenaler, Plateau im mittleren Alter und steiler Rückgang im hohen Alter
  • Neurochemische Veränderungen Die Abnahme des Neurotransmitters Dopamin Dopamin: Schlüsselrolle bei Lern- und Gedächtnisvorgängen: Selbstbelohnender Effekt, verbessert auch die Abspeicherung der gelernten Information im Langzeitgedächtnis
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  • Demenz Bezieht sich auf eine Reihe von Störungen (Viele Aspekte des Denkens und Verhaltens sind stark gestört, alltägliche Aktvitäten stark beeinträchtigt) Tritt fast ausschließlichlich im Alter auf Prävalenz (in Deutschland): 6-9% Menschen in Deutschland zwischen 65 - 84, 30% in der Altersgruppe 85 Männer und Frauen etwa gleich oft betroffen Kortikale Demenz: nur Schädigung in der Gehirnrinde Alzheimer, vaskuläre Demenz
  • Alzheimer Häufigste Form von Demenz (60% aller Demenzerkrankungen im hohen Erwachsenenalter) 2 wichtige strukturelle Veränderungen in der Großhirnrinde: Degenerationsfibrillen (Tau Proteine), Amyloidablagerungen (Protein Amyloid) Erinnerungsstörungen, Veränderung der Persönlichkeit, Depression, Bewegungskoordination, Schlafstörungen, eingebildete Bedrohungen, Sprache (Verständnis, Produktion), Erkennen von Gegenständen und bekannten Menschen, Anfälligkeit für Infektion Diagnostik: 90% zutreffend, Ausschluss-Verfahren (körperliche Untersuchungen und psychologische Tests eliminieren andere mögliche Demenz-Ursachen (fMRI und PET Verfahren)), Veränderungen der chemischen Zusammensetzung des Blutes und der Hirn.Rückenmarks-Flüßigkeit, frühzeitige Diagnostik!
  • Alzheimer: Risikofaktoren Anlage: Gene auf Chromosomen 1, 14 und 21 als Risikofaktoren für eine früh einsetzende Alzheimer-Erkrankung (Typ 1) - vor dem 65 Lebensjahr Anlage: ApoE4 Gen als Risikofaktor für eine spät einsetzende Alzheimer-Erkrankung Umweltbedingte Fktoren: Fettreiche Ernährung, zu wenig Bewegung, Übergewicht / Adipositas, chronische psychische Belastung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Kopfverletzungen im Zusammenhang mit dem ApoE4-Gen Komplexes Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Faktoren, die zu unterschiedlichen Krankheitsverläufen führen
  • Vaskuläre Demenz Zweit-häufigste Form von Demenz (20% aller Demenzerkrankungen im hohen Erwachsenenalter) Nach mehreren Schlaganfällen entstehen Beriche abgestorbener Hirnzellen >> Abbau der geistigen Fähigkeiten, jeder Schritt erfolgt abrupt nach einem Schlaganfall Symptome ähneln denen der Alzheimer Krankheit Verlauf hängt von Stärke und Zahl der Hirnschläge ab Vaskuläre Demenz lässt sich durch CT und MRT nachweisen Kombination genetischer und umweltbedingter Einflüsse: Erbanlagen wirken indirekt: durch hohen Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes >> Risiko eines Schlaganfalls Umwelteinflüsse: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, übermäßige Salzzufuhr, sehr proteinarme Ernährung, Adipositas, Bewegungsmangel, psychische Belastung >> Risiko eines Schlaganfalls
  • Theorie und Praxis Setzt das Kurzzeitgedächtnis häufig aus (> 6 Monate), sollte sich der Betroffene untersuchen lassen Der erste Ansprechpartner ist meist der / die Hausarzt / -ärztin = ausführliches Gespräch Idealerweise tragen Angehrige zur Diagnose bei = schildern ihre Beobachtungen Verdacht auf Demenz - Überweisung für weitere Untersuchungen Eine Säule der Diagnostik sind neuropsychologiche Tests (wichtig: Unterscheidung zu Depressionen (ähnliche Ergebnisse in kognitiven Tests) Weitere Untersuchungsmethoden: psychologischer Demenz-Test Die richtige und frühzeitige Diagnose ist wichtig: schließt andere Ursachen aus; richtige Behandlung kann das selbstbestimmte Leben eines Betroffenen verlängern