14
Entwicklungspsychologie (Subject) / 3. Vorlesung (Adoleszenz 2) (Lesson)
Advertisement
- Wer bin ich? Eriksons (1950//1968): Identity vs. identity confusion >> Identitätskrise: Identitä oder Identitätskonfusion Positiv: (Entwickeln des) Bewusstsein der eigenen Einzigartigkeit, Rollenwahrnehmung Negativ: Nicht fähig eine passende Rolle im Leben zu erkennen Identitätskrise: Identität oder Identitätskonfusion Selbstkonsistenz: ein Gefühl der Beständigkeit des Selbst über vielfältige Rollen hinweg Identität als eine der bedeutendsten Leistungen der Persönlichkeitsentwicklung der Adoleszenz Krise oder Exploration?
- Marcia (11966/1980) Betont die aktive Konstruktion der eigenen Identität Grad der kritischen Auseinandersetzung mit Rollen und Werten (Crisis, EXPLORATION) >> Ausprobieren Grad der Festlegung (innere Verpflichtung, COMMITMENT) >> Festlegung
- Marcia (11966/1980): Commitment, Exploration >> Empirische Befunde Betont die aktive Konstruktion der eigenen Identität Grad der kritischen Auseinandersetzung mit Rollen und Werten (Crisis, EXPLORATION) >> Ausprobieren Grad der Festlegung (innere Verpflichtung, COMMITMENT) >> Festlegung COMMITMENT yes EXPLORATION yes = Identity achievment (viel ausprobiert und innere Festlegung entwickelt) COMMITMENT yes EXPLORATION no = Foreclosure COMMITMENT no EXPLORATION yes = Moratorium COMMITMENT no EXPLORATION no = Identity diffusion Empirische Befunde: Kaum Korrelationen mit dem Alter, eher Typen als Stadien; großer Anteil weist auch im Erwachsenenalter keine "erarbeitete Identität" auf, von 19.-29. Lebensjahr ein Großteil der Jugendlichen im Moratorium-Stadium Bildungshintergrund: Studierende oft im Moratorium-Stadium oder Identity achievment; Jugendliche im Arbeitsverhältnis oft übernommene Identität (Richtung Foreclosure), Arbeitslose Jugendliche oft Identity diffusion
- Selbstkonzept vs. Selbstwertgefühl + Wissenswertes zu Selbstkonzept / Selbstwertgefühl Selbstkonzept (Selbstbild, Self-concept): Die Summe der Überzeugungen und Bilder, die diese Person von sich selbst hat Selbstwertgefühl (Selbstwert, Selft-esteem): Der Eindruck, den man von sich selbst, seinen Fähigkeiten und seinem Charakter hat --- Eigenschaften werden zu einem organisierten System zusammengeführt: Eigene Perspektive und die von anderen Ende der Adoleszenz: Einsicht, dass psychische Eigenschaften sich nach Situationen unterscheiden können; integrierte Prinzipien, die Wiedersprüche erklären Domänenspezifische Selbstbewertungen: Geschlechterunterschiede, sozioökonomischer Status Schwankungen und Kontextabhängigkeit des Selbstwertempfindens in der Adoleszenz Stark beeinflusst durch Peers in der Adoleszenz
- Beziehung zu den Eltern: Entwicklunskontexte Vermehrt Konflikte in der Mitte der Adoleszent - höhere affektive Intensität >> Autonomie (Individuation) - neue Balance zwischen Wünschen nach emotionaler Verbundenheit und Autonomie Emotionale Nähe, Unterstützung und Wärme, sofern das in der Kindheit so war >> Gleichberechtigung und Gegenseitigkeit der Interaktionspartner >> zwischen 12-21 steigt das Vertrauen in die Beziehung zu beiden Eltern (intimacy), nicht kulturübergreifend!
- The importance of belonging / Peerkonformität >> Enge Freunde Peerkonformität Wichtig während der Adoleszenz Gegenseitigkeit wird Prinzip von Freundschaften Sozialer Vergleich Steigende Risikobereitschaft in Gegenwart von Peers Enge Freunde Offenheit und Unterstützung Inter-ethnische vs. anders-ethnische Freunschaften (Bsp. Deutschlang: Deutsche Kinder überwiegend deutsche Freunde, Ausländer überwiegend ausländische Freunde)
- Romantische Beziehungen Die ersten Liebesbeziehungen formieren sich zumeist im Kreis der Gleichaltrigen Phasenkonzept zum Aufbau romantischer Beziehungen (Connolly, Furman & Konarski, 2000): Initiationsphase Statusphase Affektionsphase Sexuelle Identität Kulturelle Unterschiede
- Psychische Probleme: Esstörungen - Anorexia nervosa - Bulimia nervosa Anorexia nervosa Gravierndes Untergewicht, Körperschemastörung Erhebliche Disposition (tritt immer wieder auf?), soziokulturelle + individuelle + familiäre Faktoren Bulimia nervosa Essattacken, gegensteuernde Maßnahmen Erhebliche Disposition, Übergewicht, Impulsivität >> Schuldgefühle
- Psychische Störungen: Depression Prävalenz: 4-8% in der Adoleszenz Mädchen doppelt so häufig betroffen wie Jungen Ursachen: Störungen im Neurotransmitter- (Serotonin und Noadrenalin) und Hormonsystem, Genetische Prädisposition (Heritabilität = Erblichkeit zwischen 35-70%), Dysfunktionale kognitive Informationsverarbeitung und ungünstiger Attributionsstil, familiäre Belastung, kritische Lebensereignisse Hauptsympome: Gedrückte Stimmung, Interessen-/Freudlosigkeit, Antriebsstörung Zusätzliche häufige Symptome: Konzentrationsstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Schlafstörungen, Appetitstörungen, Selbstschädigung, Suizidgedanken
- Psychische Störungen: Depression >> Suizid und Suizidversuch Suizidgedanken: 5-12% in der Altersgruppe 6-12 Jahre, 21-53% in der Altersgruppe 13-19 Jahre Suiziversuch: 7-10%, maximale Prävalenz zwischen 15 - 19 Jahre EU-eit zweithäufigste Todesursache nach Unfällen bei 15-19 Jährigen Tod durch Suizid 2x häufiger als Tod durch somatische (körperliche) Erkrankung Prävalenz ist durch die letzten Jahrzehnte stabil, nimmt aber tendenziell ab Jungen begehen 3-4x mehr vollendete Suizide als Mädchen, diese unternehmen aber weit mehr Suizidversuche Junegn benutzen eher "harte" Suizidmethoden (Erschießen, Sprünge aus großer Höhe/vor bewegte Objekte, Waffen, ...) und wählen eher Orte in räumlicher Distanz von Zuhause Mädchenbenutzen häufiger "weiche" Suizidmethoden (Tabletten, Schnitte, ...) und begehen Suizid in räumlicher Nähe zum Zuhause)
- Advertisement
- Psychische Störungen: Depression/Suizid >> Warnsignale: Delinquenz 1% der Jugendlichen, Kriminalitätsbelastung steigt in der Adoleszenz rasant an (Gipfel zwischen 18. und 20. Lebensjahr) Passagere Delinquenz / adolescence-limited-antisociality: 25% aller Jugendichen sind betroffen, Funktion: Eltern ablösen, das Selbstwertgefühl bestätigen und jugentypische Ziele erreichen Chronische Delinquenz / life-course-persistant-antisociality
- Delinquenz: protektive Faktoren Einfaches Temperament, überdurchschnittliche Intelligenz, gute antizipatorische Fähigkeiten Sichere Bindung an eine Bezugsperson, emotionale Zuwendung bei gleichzeitiger Kontrolle in der Erziehung, positive erwachsene Vorbilder, soziale Unterstützung durch nicht-delinquente Person Mehr aktives und wenig vermeidendes Bewältigungsverhalten Erfolg in der Schule, Bindung an schulische Werte und Normen Zugehörigkeit zu nicht-delinquenten Gruppen, Erfahrung von Selbstwirksamkeit in nicht-delinquenten AKtivitäten (Hobbys) Ein positives, aber nicht unrealistisch überhöhtes Selbstbild; das Gefühl von Sinn und Struktur im eigenen Leben (sense of coherence)
- Substanzmissbrauch Illegale Drogen: 7,2% der 12-17 Jährigen Jugendlichen haben schon probiert 4,9% geben einen regelmäßigen Konsum an
- Substanzmissbrauch Illegale Drogen: 7,2% der 12-17 Jährigen Jugendlichen haben schon probiert 4,9% geben einen regelmäßigen Konsum an