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AEMP FK1 (Subject) / Instrumentenkunde (Lesson)

Werkstoffe, Instrumente, Handhabung

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  • Werkstoffe Anforderungen • müssen auf Verwendungszweck abgestimmt sein• Design, Fertigungs- und Oberflächenausführung müssen aufeinander abgestimmt sein• Anforderungen sind hohe Elastizität, Festigkeit, gutes Schneideverhalten, Verschleißbeständigkeit• Gehärtete, nicht rostende Stähle• durch Normen festgelegt, für chir. Instrumente. härtbare Chromstähle DIN EN ISO 7135-1
  • Metallische Werkstoffe: Stahl + Legierungselemente Stahllegierungen Härtbarer (Chrom-)Stahl ist meist verwendeter Werkstoff für chir. InstrumenteLegierungselemente werden Basismetall in schmelzförmigen Zustand zugemischt, um Werkstoffeigenschaften auf gewünschte Weise zu verändern. Edelstahl=X:  + mehr als 5% Legierungselemente Kohlenstoff=C: Höhe des Anteils bestimmt Härte des Stahls, ist immer dabei (Bsp.:Scheren haben im schneidenden Anteil mehr C als z.B. Klemmen) Chrom=Cr: erhöht Korrosionsbeständigkeit, ab 12% rostfrei, auch nichtrostender Stahl ist anfällig gegen mechanische, physikalische, chemische Einflüsse Nickel=Ni: erhöht Säurebeständigkeit, antimagnetisch Säurebeständig ab 12-19% Chrom und 8% Nickel Korrosionsbeständigkeit bestimmt durch Anteile von Chrom, Nickel, Mangan, Molybdän , Vanadium, Werkstoffkurzname:  gibt Auskunft über Zusammensetzung und Qualität des Werkstoffes, Bsp: X2(2=C=0,02%)CrNIMo 18 15 3(Legierungszusätze in %),
  • Metallische Werkstoffe Übersicht Stahl: gehärteter Chromstahl=Edelstahl (+ Nickel, Mangan, Vanadium, Molybdän =hochlegiert) Titan:  -Hypoallergen, rostfrei, 10x teurer als Edelstahl, verwendet für Implantate, ganz feine Instrumente in HandchirurgieAluminium:  -Empfindlich gegen hochalkalische Reiniger (weiße, leicht lösbare Beläge), Herstellerangaben bzgl. kompatibler Reiniger, weich, leicht zu verbiegen,z.B. Container selten verwendet: Silber: -Flexibel, oxidiert leicht (Hygienisch unbedenklich), selten verwendet, Augenkanülen, Trachealkanülen Gold, Messing, Kupfer
  • nicht metallische Werkstoffe • Keramik: sehr stabil, z.B. für Hüftköpfe, stromgeführte Bipo-Scheren (keramische Antihaftwirkung)• Glas: Optiken, Stablinsen• Kunststoffe: duroplastisch-Phenolharz-thermoplastisch (höchste Qualität)• Gummi: kann porös werden, muss dann ausgetauscht werden• Silikon: Anästhesie, OP-Dichtungen• Kleber, Kitte
  • Oberflächenbeschaffenheit glatt, fehlerfrei, verhindert Festsetzen von OP-Rückständen, Riefen, Risse, Löcher führen zu Korrosion • Poliert: -Hochglanzoberfläche• Mattiert und gebürstet: -blendarm (sandgestrahlt)• Vergoldet: -kennzeichnet Hartmetalleinlage in Maulteil oder Schneidkante (Ring vergoldet, anderer geschwärzt) aus Chrom-Wolfram-Legierung, mit Silberlöt eingearbeitet, erhöht Lebensdauer da auswechselbar• Verchromt, vernickelt: -Korrosionsschutz, heute selten• Kunststoffüberzug
  • Passivschicht Passivieren Durch Reaktion von Chromanteil (min.12%) in Legierung und Luftsauerstoff entsteht Chromoxid-Schicht, wird mit Anzahl der Aufbereitungszyklen stärker, deshalb neue Instrumente vor Ersteinsatz 3xaufbereiten (von hellgrau zu dunkelgrau)Verdichtet Oberfläche, bewirkt Korrosionsbeständigkeit Abhängig von Qualität und Dicke des nirosta-Stahls Kann durch Chloride zerstört werden(z.B. NaCl, Salze im Blut, deshalb Aufbereitung innerhalb von 6h), in Folge Lochkorrosion Einflussfaktoren auf Passivschicht: Aufbereitungszyklen +, Aufbereitungsbedingungen, Werkstoffzusammensetzung (Legierung), Oberfläche (je glatter desto besser)
  • Allgemeine Eigenschaften von Instrumenten • Gute Verträglichkeit (allergisch, toxisch)• Bioinerd (keine neg. Reaktionen im Körper)• Gute Reinigungseigenschaften (Oberflächen gut erreichbar (Sinnerscher Kreis-mechanische Wirkung des Wassers))• Temperaturbeständig, sterilisierbar• Verschleißbeständig, langlebig (wirtschaftlich), korrosionsbeständig• elastisch physikalische Beständigkeit (Sterilisation) mechanische Eigenschaften (Funktionen) chemische Beständigkeit (Korrosionsschutz, Reinigung, Desinfektion)
  • Namensgebung/ Nomenklatur nach... • Personen - Entwickler, beteiligte Ärzte• Funktion• Eigenschaften – Bsp. auffedernde Pinzetten• Organen• Herstellern• Operationsmethoden – Bsp. Shuntklemme• abteilungsspezifisch
  • Einteilung der Instrumente nach Verwendungszweck • Gewebedurchtrennend – Schere Zange• Gewebefassend – Fasszange • Gewebezusammenführend – Nadelhalter Stapler, Clip• Gewebeschützend – Haken Bohrhülsen• Gewebehaltend – scharfe Haken• Gewebetastend - Knopfsonden• Implatierungsinstrumente - Prothetik• Sonderinstrumente auf Wunsch entwickelt, dauert Monate, extra Urform und Gesenk
  • Handhabungsregeln • Nie zweckentfremden• Vorsichtige Handhabung• Immer schnell der Aufbereitung zuführen (nicht länger als 6h wegen Chloridbelastung durch Blutbestandteile) • Chloridbelastung vermeiden, nicht mit NaCl spülen• nach Herstellerangaben aufbereiten mit geeignetem Reinigungsmittel, Konzentration, Einwirkzeit, Desinfektionszeiten beachten• Kein Einsatz von Stahlbürsten, zerstören Passivschicht• Rostige Instrumente nicht verwenden
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  • Besondere Bauteile der Instrumente Maulteile: Chirurgisch: mit Zähnchen (ineinander- oder übergreifend)  an Mauteilspitze zur ExtirpationAnatomisch: grobe Riffelung (quer, längs, glatt, Waffel)  zum GreifenAtraumatisch: feine Riffelung mit feiner Längsrinne, bes. bei Organen Schlussteil: verbindet Branchen, Schraub- oder Durchsteckschluss (jeweils weitere Unterarten), nicht demontierbar, schlechter zu reinigendes Teilstück des Instrumentes  Sperren/Rastersperren: Dienen der Fixierung der Branchen in best. StellungVerschiedene FormenZur Sterilisation in 1. Raste schließen zur Vermeidung von Spannungsrissen Hartmetalleinlagen aus Chrom-Wolfram-Legierung Branchen (ggf. Anschlagstifte oder Federn an Innenseite) und Ringe mit/ohne Sperre
  • Funktionskontrollen Sichtkontrolle, wenn nicht sauber – erneuter Reinigungsschritt komplettDünner Karton für StanzinstrumenteSeidenpapier für KlemmenStrickstoff für Schnittinstrumente (darf kein Faden gezogen werden)Stoff für Scheren, PräpScheren schneiden im vorderen, Fadenscheren im hinteren Drittel 
  • Korrosionsarten • Spannungskorrosion• Lochkorrosion• Reibkorrosion• Spaltkorrosion• Flächenkorrosion• Kontaktkorrosion• Flugrost
  • Formen der Oberflächenbearbeitung mechanisch (Schleifen, Polieren), chemisch-mechanisch (z.B. Gleitschleifen mit Keramikstein), elektro-chemisch (elektropolieren zu Hochglanzoberfläche)