Klinische Psychologie (Subject) / Vorlesung 13 (Lesson)

There are 37 cards in this lesson

VL 13

This lesson was created by sofiesfood.

Learn lesson

  • Definition Schmerz unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, da smit aktueller oder potenieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird
  • chronische Schmerzen 5-8 Millionen Menschen mit chron. Schmerzen, dies belastet die Kassensysteme mit 20 Millionen / Jahr
  • chronische Schmerzen: Dauer mindestens 6 Monate
  • 6. Unterschiede akuter und chronischer Schmerz Dauer: Stunden/Tage versus Monate/Jahre positive als Warnfunktion vs. negativ ohne sinnvolle Funktion meist lokalisiert vs diffus Akzeptanz größer vs gering Ursache meist peripher vs. zentral, psych. Faktoren beteiligt schnelle Besserung vs häufig progrediente Verschlimmerung während man die ursache bei akutem schmerz meist gut erkennt, ist dies bei chronischen nicht so, psychologische mechanismen tragen entscheiden zur chronifizierung bei
  • Beispiel Chronifizierung Rückenschmerzen 75% der Bevölkerung -> einfache Maßnahmen, 90% schmerzfrei, 10% therapieresistent.  70% jedoch Reizidive
  • Risikofaktoren für Chronifizierung akuter bandscheibenbedingter Schmerzen demographische und soziale Faktoren wie soz. Schicht, körperl. Schwere Arbeit, Alter emotionale Faktoren wichtig, zB nichtverbales Ausdrucksverhalten, alltagsbelastung/privat somatische Faktoren körperl. Fehlbelastung, Muskelverspannungen..
  • Häufige Schmerzdiagnosen Kopfschmerz, Spannungsschmerzen, Migräne, Rückenschmerz, posttraumatische Schmerzerkankung, Bandscheibenprolabs, fibromyalgie..
  • Diagnostische Kriterien der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nach ICD 10 A anhaltender, schwerer und belastender Schmerz mit folgenden Merkmalen: dauer mind. 6 Monate nicht durch phsyiolog. Prozesse oder körperl. Krankheiten erklärbar dauer im Fokus der Aufmerksamkeit B nicht Teil einer psychot. Störung udn nicht nur während einer affektiven oder andren somatoformen Störung nach DSM-5 somatische Belastungsstörung, keine eigene Diagnose, was auch stark kritisiert wird
  • typische Begleiterscheinungen akuter schmerz Schwitzen, Tachykardie, Tachypnoe, Vasokonstriktion -> vegetativ
  • typische Begleiterscheinungen Chron. Schmerz Schlafstörungen, Depression, Libidostörung, Anorexie, Obstaipation, Verlust an Lebensqualität, soziale Isolation
  • Schmerzempfindungsskala Geissler wird häufig benutzt, deutsche Version des McGill Pain Questionnaire trifft genau zu, weitgehend, ein wenig, nicht zu 2 subskalen affekt dimension allgemeine und hartnäckigkeit 3 subskalen sensorische dimension: rhytmik, lokales eindringen, temperatur
  • Tübinger Bogen zur Erfassung von Schmerzverhalten (TBS) bitte geben sie an, wie häufig folgende Verhaltensweisen beim Patienten beobachtet, zB Humpeln, stöhnen, gesicht verziehen... differenziert in nie, manchmal, fast immer
  • 3 Ebenen der Schmerzverarbeitung Nozizeptoren: innere Organe, Haut Rückenmark: schmerzreize aus Peripherie auf sekundäre Nervenzellen umgeschaltet, die ins Gehirn ziehen Gehirn: v.a. im Hirnstamm, Zwischenhirn und Hirnrinde (Kortex) verarbeitet
  • Schmerzhemmungssysteme im zentralen Nervensystem absteigende hemmende Bahnen beeinflussen den Schmerzverarbeitungsprozess auf der Ebene des Hirnstamms und Rückenmarks, inhibt. Serotonin und Noradrenalin
  • klassisch konditionierter Zyklus Anspannung -> Schmerz -> Angst
  • negative und positive Verstärker operandi Konditionierung positiv: Zuwendung Arzt und pflegepersonal negativ: Tabletteneinnahme, Wegfall persönl. bedeutsamer berufl. Verantwortunsgbereiche, Schonungsverhalten
  • Schmerzfolgemodell nach Fordyce nozizeptiv. Input -> Schmerzerleben -> Schmerzreaktion <-> Umweltkonsequenzen
  • Soziales Lernen und Schmerzverhalten Modellernen: Schmerzausdruck und verhalten, toleranz sind durch Beobachtung anderer Personen beeinflussbar kulturelle Einflüsse: geringere Schmerztoleranz bei "demonstrativen Kulturen", in vielen Kulturen bei Kindenr positive Zuwendung bei Schmerzbewältigung, nicht bei Audruck
  • Kognitive Prozesse und Schmerzverhalten Aufmerksamkeit und Ablenkung: Selektionund Filterfunktion für (ir)relevante Reize, Umlenkung A erhöht Schmerztoleranz subjekt. Kontrollerleben: Beherrschbarkeit und Vorhersagbarkeit von Schmerzreizen und Schmerzreaktion, Kontrollierbarkeit rhöht Toleranz, gelernt Hilflosigkeit stärkt Chronifizierungsprozess
  • Wirkung der Ablenkung: Einwässertest Konzentratio auf Schmerz 100 sekunden, eigene Ablekung 120, Ablenkung durch Dias 200
  • Angst Vermeidungsmodell des Rückenschmerzes Back Pain -> painful experiences, catastrophising , now either: no fear, confrontation, recovery fear of movement or injury avoidance disability, depression, disuse vicious cycle
  • Verhaltensmedizinische Behandlung chronischer. Schmerzen Somatische Ansätze psychologische Ansätze
  • somat. Ansätze medikamente, Nervenblockade, Elektrische Stimulation, Akupunktur, Physiotherapie
  • psychologische Ansätze Information, Pain management, KVT, psychopyhsiologische Methoden
  • Indikationen: wann psychologische Behandlung? wenn zusätzlich zu den Schmezren psychopathologische Auffälligkeiten vorliegen, zB depressive oder Angstsymptome wenn Hinweise vorliegen, dass solche Faktoren erheblich an Entstehung oder Aufrechterhaltung beteiligt waren/sind medizinische Behandlung nicht erwarteter erfolg effektiver in empirischen Studien
  • 3 Skalen zur Erfassung der Schmerzintensität visuelle Analogskalen (VAS) (meist 10 cm lang), senkrecht stehend auch möglich  Numerische Ratingskala (NRS) (auch der Bereich 0 - 100 ist gebräuchlich)  Verbale Ratingskala (VRS); es werden auch andere verbale Abstufungen verwendet, Wie stark sind Ihre Schmerzen? 
  • Ziele verhaltensmedizinischer Methoden bei chronischen Schmerzen Veränderung des individuellen Schmerzmodells:  von rein somatischer Attribution, Passivität, Un- kontrollierbarkeitzu mehrschichtiger Sichtweise, aktiver Haltung, Kontrollierbarkeit Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Pat. und Vermittlung spezifischer Bewältigungsstrategien Erhöhung der Selbsteffizienz des Pat.damit Förderung von Generalisierung und Aufrechterhaltung der gelernten Strategien nicht Beseitigung ...sondern Beeinflussung des Schmerzes 
  • Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Ziele 1. aktive Möglichkeiten der Schmerzlinderung erlernen 2. den Schmerz in der Hintergrund treten lassen; wieder mehr Lebensfreude gewinnen können 3. Reduktion des Schmerzmittelkonsums 4. der Entstehung neuer/ verschlimmerter Schmerzen vorbeugen 
  • Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Bausteine 1-4 1. Informationen über Schmerz2. Erlernen eines Entspannungsverfahrens3. Suche nach Schmerzauslösern4. Informationen über Medikamente
  • Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Voraussetzungen für die Behandlung  Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen, Bildung einer kooperativen Arbeitsbeziehung Optimale Gestaltung der äußeren Rahmenbedingungen  Konzentration auf Änderungsbereiche und Motivierung Erarbeiten positiver Konsequenzen der aktiven Mitarbeit Bekämpfen der Demoralisierung durch bisherige Fehlschläge   Zielanalyse, Formulierung erreichbarer Ziele Unterscheidung von Nah- und Fernzielen 
  • Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Verhaltensanalyse (S, Analyse, S) Selbstbeobachtung der Schmerzintensität, der Kognitionen und des Schmerzverhaltens  Analyse der Überzeugungen zur Kontrollierbarkeit und zu den Ursachen des Schmerzes  Arbeit mit der sog. „Spaltentechnik“ (Arbeitsblätter zur Selbstbeobachtung und Analyse)  Beispiele für die Spalten in solchen Arbeitsblättern: Welche Gefühle und Verhaltensweisen treten auf? (Welche Situation? [was, wann, wo, mit wem?]
  • Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Erarbeituen / Umsetzung Bewältigungstrategien mentale Ablenkung gegensteuernde Aktivitäten ruhe entspannung
  • Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: weitere Strategien kognitive Umstrukturierung Kompetenzerleben: bin mir sicher, dass ich es schaffen werde handlunsgplanung: habe einen Plan, wie ich vorgehe
  • Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: schritte Ziele Therapie Bausteine Voraussetzungen für Behandlung Verhaltensanalyse Erarbeiten / Umsetzung konkreter Bewältigungstrategien
  • moderne psychosomatische Schmerzbehandlung Schritte 5-8 5. Aufmerksamkeitslenkung bei Schmerzen6. Förderung von Lebenszufriedenheit7. Analyse/ Veränderungen schmerzfördernder Bedingungen8. Analyse/ Veränderung schmerzfördernder Gedanken, Gefühle und Erwartungen
  • Hirnstamm aktivierbar durch: lokale elektr. Stimulation,Morphineinwirkung, afferente Stimulation, psychische einflüsse wie Stress
  • segmentale hemmung Rückemark aktivierbar durch: afferente Stimulation, Rückemarkstimulation, spinale Opiate, Gaba..