Definition Schmerz
unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, da smit aktueller oder potenieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird
chronische Schmerzen
5-8 Millionen Menschen mit chron. Schmerzen, dies belastet die Kassensysteme mit 20 Millionen / Jahr
chronische Schmerzen: Dauer
mindestens 6 Monate
6. Unterschiede akuter und chronischer Schmerz
Dauer: Stunden/Tage versus Monate/Jahre positive als Warnfunktion vs. negativ ohne sinnvolle Funktion meist lokalisiert vs diffus Akzeptanz größer vs gering Ursache meist peripher vs. zentral, psych. Faktoren beteiligt schnelle Besserung vs häufig progrediente Verschlimmerung während man die ursache bei akutem schmerz meist gut erkennt, ist dies bei chronischen nicht so, psychologische mechanismen tragen entscheiden zur chronifizierung bei
Beispiel Chronifizierung Rückenschmerzen
75% der Bevölkerung -> einfache Maßnahmen, 90% schmerzfrei, 10% therapieresistent. 70% jedoch Reizidive
Risikofaktoren für Chronifizierung akuter bandscheibenbedingter Schmerzen
demographische und soziale Faktoren wie soz. Schicht, körperl. Schwere Arbeit, Alter emotionale Faktoren wichtig, zB nichtverbales Ausdrucksverhalten, alltagsbelastung/privat somatische Faktoren körperl. Fehlbelastung, Muskelverspannungen..
Diagnostische Kriterien der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nach ICD 10
A anhaltender, schwerer und belastender Schmerz mit folgenden Merkmalen: dauer mind. 6 Monate nicht durch phsyiolog. Prozesse oder körperl. Krankheiten erklärbar dauer im Fokus der Aufmerksamkeit B nicht Teil einer psychot. Störung udn nicht nur während einer affektiven oder andren somatoformen Störung nach DSM-5 somatische Belastungsstörung, keine eigene Diagnose, was auch stark kritisiert wird
Schmerzempfindungsskala Geissler
wird häufig benutzt, deutsche Version des McGill Pain Questionnaire trifft genau zu, weitgehend, ein wenig, nicht zu 2 subskalen affekt dimension allgemeine und hartnäckigkeit 3 subskalen sensorische dimension: rhytmik, lokales eindringen, temperatur
Tübinger Bogen zur Erfassung von Schmerzverhalten (TBS)
bitte geben sie an, wie häufig folgende Verhaltensweisen beim Patienten beobachtet, zB Humpeln, stöhnen, gesicht verziehen... differenziert in nie, manchmal, fast immer
3 Ebenen der Schmerzverarbeitung
Nozizeptoren: innere Organe, Haut Rückenmark: schmerzreize aus Peripherie auf sekundäre Nervenzellen umgeschaltet, die ins Gehirn ziehen Gehirn: v.a. im Hirnstamm, Zwischenhirn und Hirnrinde (Kortex) verarbeitet
Schmerzhemmungssysteme im zentralen Nervensystem
absteigende hemmende Bahnen beeinflussen den Schmerzverarbeitungsprozess auf der Ebene des Hirnstamms und Rückenmarks, inhibt. Serotonin und Noradrenalin
Soziales Lernen und Schmerzverhalten
Modellernen: Schmerzausdruck und verhalten, toleranz sind durch Beobachtung anderer Personen beeinflussbar kulturelle Einflüsse: geringere Schmerztoleranz bei "demonstrativen Kulturen", in vielen Kulturen bei Kindenr positive Zuwendung bei Schmerzbewältigung, nicht bei Audruck
Kognitive Prozesse und Schmerzverhalten
Aufmerksamkeit und Ablenkung: Selektionund Filterfunktion für (ir)relevante Reize, Umlenkung A erhöht Schmerztoleranz subjekt. Kontrollerleben: Beherrschbarkeit und Vorhersagbarkeit von Schmerzreizen und Schmerzreaktion, Kontrollierbarkeit rhöht Toleranz, gelernt Hilflosigkeit stärkt Chronifizierungsprozess
Wirkung der Ablenkung: Einwässertest
Konzentratio auf Schmerz 100 sekunden, eigene Ablekung 120, Ablenkung durch Dias 200
Angst Vermeidungsmodell des Rückenschmerzes
Back Pain -> painful experiences, catastrophising , now either: no fear, confrontation, recovery fear of movement or injury avoidance disability, depression, disuse vicious cycle
Indikationen: wann psychologische Behandlung?
wenn zusätzlich zu den Schmezren psychopathologische Auffälligkeiten vorliegen, zB depressive oder Angstsymptome wenn Hinweise vorliegen, dass solche Faktoren erheblich an Entstehung oder Aufrechterhaltung beteiligt waren/sind medizinische Behandlung nicht erwarteter erfolg effektiver in empirischen Studien
3 Skalen zur Erfassung der Schmerzintensität
visuelle Analogskalen (VAS) (meist 10 cm lang), senkrecht stehend auch möglich Numerische Ratingskala (NRS) (auch der Bereich 0 - 100 ist gebräuchlich) Verbale Ratingskala (VRS); es werden auch andere verbale Abstufungen verwendet, Wie stark sind Ihre Schmerzen?
Ziele verhaltensmedizinischer Methoden bei chronischen Schmerzen
Veränderung des individuellen Schmerzmodells: von rein somatischer Attribution, Passivität, Un- kontrollierbarkeitzu mehrschichtiger Sichtweise, aktiver Haltung, Kontrollierbarkeit Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Pat. und Vermittlung spezifischer Bewältigungsstrategien Erhöhung der Selbsteffizienz des Pat.damit Förderung von Generalisierung und Aufrechterhaltung der gelernten Strategien nicht Beseitigung ...sondern Beeinflussung des Schmerzes
Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Ziele
1. aktive Möglichkeiten der Schmerzlinderung erlernen 2. den Schmerz in der Hintergrund treten lassen; wieder mehr Lebensfreude gewinnen können 3. Reduktion des Schmerzmittelkonsums 4. der Entstehung neuer/ verschlimmerter Schmerzen vorbeugen
Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Bausteine 1-4
1. Informationen über Schmerz2. Erlernen eines Entspannungsverfahrens3. Suche nach Schmerzauslösern4. Informationen über Medikamente
Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Voraussetzungen für die Behandlung
Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen, Bildung einer kooperativen Arbeitsbeziehung Optimale Gestaltung der äußeren Rahmenbedingungen Konzentration auf Änderungsbereiche und Motivierung Erarbeiten positiver Konsequenzen der aktiven Mitarbeit Bekämpfen der Demoralisierung durch bisherige Fehlschläge Zielanalyse, Formulierung erreichbarer Ziele Unterscheidung von Nah- und Fernzielen
Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: Verhaltensanalyse
(S, Analyse, S)
Selbstbeobachtung der Schmerzintensität, der Kognitionen und des Schmerzverhaltens Analyse der Überzeugungen zur Kontrollierbarkeit und zu den Ursachen des Schmerzes Arbeit mit der sog. „Spaltentechnik“ (Arbeitsblätter zur Selbstbeobachtung und Analyse) Beispiele für die Spalten in solchen Arbeitsblättern: Welche Gefühle und Verhaltensweisen treten auf? (Welche Situation? [was, wann, wo, mit wem?]
Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: weitere Strategien
kognitive Umstrukturierung Kompetenzerleben: bin mir sicher, dass ich es schaffen werde handlunsgplanung: habe einen Plan, wie ich vorgehe
Moderne psychosomatische Schmerzbehandlung: schritte
Ziele Therapie Bausteine Voraussetzungen für Behandlung Verhaltensanalyse Erarbeiten / Umsetzung konkreter Bewältigungstrategien
moderne psychosomatische Schmerzbehandlung Schritte 5-8
5. Aufmerksamkeitslenkung bei Schmerzen6. Förderung von Lebenszufriedenheit7. Analyse/ Veränderungen schmerzfördernder Bedingungen8. Analyse/ Veränderung schmerzfördernder Gedanken, Gefühle und Erwartungen
Hirnstamm aktivierbar durch:
lokale elektr. Stimulation,Morphineinwirkung, afferente Stimulation, psychische einflüsse wie Stress