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VT2 (Subject) / VT2 (Lesson)

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This lesson was created by Johannamaria123.

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  • Abbildung: Ansprechen chronisch depressiver Patienten auf Antidepressiva, auf Psychotherapie und auf die Kombination. -zentrale Aussage: mit vs. ohne Kindheitstrauma; was ist am wann am wirksamsten? chronisch depressive OHNE Kindheitstrauma: besseres Ansprechen (weniger Symptome) auf Antidepressiva (alleine) als auf Psychotherapie (alleine). Dennoch die wenigsten Symptome wenn Kombination (Antidepressiva + Psychotherapie)  chronisch depressive MIT Kindheitstrauma: besseres Ansprechen auf Psychotherapie (alleine) als Antidepressiva (alleine). Dennoch die wenigsten Symptome wenn Kombination (Antidepressiva + Psychotherapie) Die chronisch depressiven mit Kindheitstrauma konnte man besser behandeln als die ohne Kindheitstrauma: Symptome gingen am meisten zurück!
  • James McCullough entwickelte die Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP). Vor welchem Hintergund? -KVT vs. CBASP Hintergrund: Chronische Depression = lebenslange Störung KVT = Hauptfokus Denken/Verhalten CBASP = Hauptfokus interpersonelles Verhalten
  • Hintergrund der Entwicklung CBASP -frühkindliche Erfahrungen chronisch depressiver? -fixiert auf welchem Entwicklungsstadium nach Piaget? - wodurch kennzeichnet sich das Empathie-Defizit chronisch depressiver? - Bewältigungsstrategie? • Durch frühe Erfahrungen von Misshandlung und Traumatisierung ziehen sich Kinder zurück(Überlebensstrategie)• Zurückbleiben in der emotional-kognitiven Reifung• Angst vor interpersoneller Nähe• Furcht vor Verletzungen• Wahrnehmungskopplung (Reaktion anderer hat keinen Einfluss auf das Verhalten) Blockierte Reifung und Entwicklung fixiert auf prä-operationalem Entwicklungsstadium, Piaget, 1981 entspricht 4-7-jährigen Kind Kognitive und soziale Entwicklung ist durch Traumatisierung in einem frühen Kindheitsalter stehen geblieben soziales Empathie-Defizit: – Monologisierendes Sprechen– Egozentrik– Wenig Empathie– Kaum Beeinflussung durch Rückmeldung anderer– „niemand kann mir helfen“– überfordert Bewältigungsstrategie: Errichten einer „Mauer“ oder eines „Panzers“, Gefühl des „Abgetrennt- Seins“- Man stößt als Psychotherapeut mit traditionellen Therapieformen an Grenzen  --> „gegen eine Wand“
  • Wozu führen frühe Traumatisierungen? zu einer:  Interpersonellen Mauer und Präoperationales Niveau
  • Was ist das Ziel von CBASP? (-3-) • „Interpersonelle Mauer“ zu durchbrechen• Heilsame soziale Erfahrungen zu machen• Entwicklung authentischer Empathie
  • Für welche Patienten ist CBASP geeignet? -Nennen Sie 8 Kennzeichen Chronische Depression Kindheitstraumatisierungen/-vernachlässigungen Vergebliche Therapieversuche Monologisierend im Gespräch Abweisend in Mimik und Körperhaltung Wenig Empathie Nicht „erreichbar“ Überfordert mit gängigen KVT-Techniken
  • Therapieelemete der CBASP nach Initialphase und Einzelsitzungen Initialphase: Prägungen durch "significant others", Traumatische Erfahrungen Proaktive Übertragungshypothese 20-30 Einzelsitungen ggf. auch länger: Arbeit an aktuellen interpersonellen Problemen des Patienten Situationsanalysem , Rollenspiele Kiesler Kreis Interpersonelle Diskriminationsübung  Disciplined Personal Involvement Entwicklung von operationalem Denken und Empathie in der therapeutischen Beziehung Erhaltungstherapie
  • CBASP: Was ist unter der "Liste prägender Personen" zu verstehen? -Nennen Sie die 4 Bereiche der Prägungen. -Wie wird die Übertragungshypothese abgeleitet? Man erstellt eine Liste prägender Beziehungen "Big Players", idR 6 Stück.-Welche Prägung hat der Mensch hinterlassen? Bereiche der Prägungen:Nähe/Intimität: „Hat Ihre Mutter Sie in den Arm genommen?“Emotionale Bedürftigkeit: „Hat Ihre Mutter Sie getröstet, wenn Sie traurig waren?“Fehler/Versagen: Wie hat Ihre Mutter reagiert, wenn Sie Fehler gemacht haben?“Negativer Affekt: „Wie ging Ihre mutter damit um, wenn Sie wütend waren?“ Prägende Bezugsperson:                                             Prägung: 1. Mutter                                   Ich werde nicht gehört, meine Bedürfnisse sind nicht wichtig 2. Vater                                     wenn ich etwas sage werde ich bestraft  3. Schweter                              Frauen machen sich über mich lustig  --> aus 1) & 3) wird dann folgende Übertragungshypothese abgeleitet: "Wenn ich ein Problem in der Therapie habe, wird meine Therapeutin das nicht als wichtig erachten und sich über mich lustig machen.  weitere Beispiele für Übertragungshypothesen: „Wenn ich meiner Therapeutin nahe komme und mich öffne, dann lehnt sie mich ab.„Wenn ich einen Fehler mache, dann ist meine Therapeutin enttäuscht von mir.“„Wenn ich auf meine Therapeutin ärgerlich bin, dann zeigt sie mir die kalte Schulter“
  • Was sind die zentralen Fragen beim Kiesler-Kreis (interpersonelle Therapie)? (CBASP) -welche Interaktionsmuster bedingen sich gegenseitig? (5 Paare) -mit welchem Messinstrument wird ein Profil erstellt? Wie wirke ich auf andere? Wie wirken andere auf mich? Möchte ich meine Wirkung verändern? Zur Erklärung aus anderer Präsi: Chronisch Depressive zeigen häufig distanzierte, unterwürfige und passiv-aggressive Verhaltensmuster. Dies verhindert, dass man von anderen unterstützt wird! Kiesler-Kreis ermöglicht also Aussage wie Andere auf ein Verhalten reagieren.  Interaktionsmuster:  Dominanz (offen)  <--> Unterwürfigkeit (verschlossen)  Freundlichkeit <---> Freundlichkeit aus! Feinlichkeit <---> Feindlichkeit aus! Feindselig-dominant <--> Feindselig-unterwürfig Freundlich-dominant <--> Freundlich-unterwürfig mit welchem Messinstrument wird ein Profil erstellt? Impact Message Inventory (Casper, 2002) 
  • Was sind Merkmale der Situationsanalyse? (CBASP) -zentrale Strategie? -Therapieform? -was zeigt die Situationsanalyse? • Zentrale Strategie: macht 60-80% der gesamten CBASP Therapiezeit aus• Üben von klar umrissenen Situationen (Lerntherapie!!)• SA zeigt, welche Rolle der Patient in interpersonellen Situationen spielt (z.B. unterwürfiges    Verhalten) und welche Konsequenzen sein Verhalten hat Ziel: Interpersonelle Problemlösung!
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  • Nennen Sie die 3 Ziele der Situationsanalyse 1. Genau hinschauen um Wahrnehmungsverzerrung aufzulösen!2. Realistische Ziele setzen in sozialen Situationen!3. Wie können diese Ziele durch angemessenes Verhalten erreicht werden
  • Beschreiben Sie die einzelen Phasen der Situationsanalyse genauer! -Explorationsphase (-5-) -Lösungsphase (-2-) Explorationsphase: Situationsbeschreibung Interpretation Verhalten (Kiesler-Kreis) Tatsächliches Ergebnis Gewünschtes Ergebnis  Vergleich tatsächliches Ergebnis und dem gewünschten Ergebnis Lösungsphase: Reformulieren der Interpretationen (2.)•Ich kann es ansprechen, dass ich den Teil nicht machen will•Ich muss das nicht aushalten•Ich möchte auch wählen können•Wehre Dich! (Schlachtruf) Veränderung von unangemessene Verhaltensweisen (3.) --> neues Verhalten durch Rollenspiele einüben bis gewünschtes Ergebnis (5.) erreicht ist!
  • Was versteht man unter "Disciplined personal involvement (DPI)" (VL: CBASP) Disciplined personal involvement (DPI)= Persönliche Beziehungsgestaltung durch umsichtige Selbstöffnung des Therapeuten (statt Neutralität) • Diszipliniert= eigene Prägungen aktiviert?• wenn ja ggf. Supervision/Selbsterfahrung; wenn nein, welche heilsame Beziehungserfahrung für den Patienten ermöglicht werden soll• Emotionen/ Reaktionen diszipliniert mitteilen • Persönlich= authentische, ehrliche, persönliche Gefühle und Reaktionen Preis geben • Involvement (Einlassen)= Bereitschaft, sich auf den Patienten derart persönlich einzulassen bei Wahrung der therapeutisch-ethischen Grenzen
  • Wie sieht die Beziehungsarbeit/ Therapeutische Beziehung innerhalb der CBASP aus? Beziehungsarbeit:•Offen ansprechen•„Hier und jetzt“- Beziehungsarbeit•Patient kann lernen, dass man über negative Gefühle oder Ärger sprechen kann, ohne dass Beziehung zerstört wird•Korrigierende Erfahrung für den Patienten•Negative Gefühle sind normal und gehören dazu•Negative Gefühle sollten ausgehalten und akzeptiert werden
  • Nennen Sie 3 Arten von Online-Therapie • Selbsthilfeprogramme• Therapeutengestützte Selbsthilfeprogramme• Interapy (strukturiertes Schreiben und individuelles therapeutisches Feedback)
  • Nennen Sie Beispiele füt neue Medien in der Psychotherapie • Diagnostik• Computergestützte Selbsthilfeprogramme• Computer-unterstützte Psychotherapie• Online-Beratung (z.B. Lebensberatung, Krisenintervention)• Virtuelle Therapien (z.B.Phobien, Flugangst)• Internet-basierte Psychotherapie• Smartphone-Applications
  • Worauf beruhen Online-Interventionen in der Regel immer? -was bildet die Ausnahme? • Interventionen beruhen fast immer auf kognitiver Verhaltenstherapie• Ausnahme: Psychodynamische Online Selbsthilfe für Depression (Johansson et al.,2012, PLOSone)
  • Nennen Sie Effektstärken für die Studie über das AOK Trainingsprogramm für Depressionen "Moodgym" von Twomey et al., 2016. -mit und ohne therapeutische Unterstützung K = 11 (Studien) Effektstärke (Depression)g = 0.36g = 0.17 (Adjusted für Publication bias, low quality) Effektstärke (mit face-to-face Betreung)g = 0.75 Effektstärke (mit telefonischer Betreung)g = 0.23 --> face-to-face: bestes Resultat! 
  • Studie über Dropout Selbsthilfeprogramme für Depression (Karyotaki et al. 2015) -Wie viel % brachen vor der Beendigung von 50% der Therapiemodule ab? -Wie viel % beendeten das Programm vollständig? -Was waren die Prädiktoren? (-4-) •N=2705•BDI: M =28.4 (SD=13.5)•59% brachen vor der Beendigung von 50% der Therapiemodule ab•Nur 17% beendeten das Programm vollständig Prädiktoren:•Männliches Geschlecht•Niedriges Bildungsniveau•Höhere komobide Angst•Höheres Lebensalter≠ Schwere der Depression
  • Therapeutenkontakt und Effektstärken: was fanden Johansson & Andersson (2012) heraus? "no contact": 0.2 "before treatment": 0.4 "during treatment": 0.6 "all the time": 0.8 --> je häufiger der Therapeutenkontakt, desto höher die Effektstärken (desto effektiver die Therapie) 
  • Studie: MyBehaviour- Mobile APP (Rabbi et al., 2015) -Nennen Sie die fünf Hauptkategorien zur Erfassung des Verhaltens -Gehen Sie genauer auf die Ergebnisse ein: Ist die Smartphone App wirksam? 1) Physische Aktivität-Tracking (mit GPS):• Sensoren für die vier wichtigsten Bewegungsformen:• gehen, laufen, sitzen/stehen, fahren• Feedback für Distanz und Kalorien 2) Food-Logging• Fotoaufnahmen vom Essen als Erinnerungshilfe für den Abend• Vergleich Datenbank• Häufige Nahrungsmittel werden registriert• Rückmeldung Kalorien 3) life-log generationChronologische Liste von Nahrungsmittelaufnahme und BewegungsaktivitätenRückmeldung, wenn wiederholt ähnliche Nahrungsmittel mit hoherKalorienzufuhr gegessen werden (z.B. Hamburger und Nutella-Brote) (4) physical activity and food clustering, (5) suggestion generation Aus den Clustern werden Vorschläge zur Nahrungsmittelaufnahme undBewegung gemacht. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Gehen Sie genauer auf die Ergebnisse ein: Ist die Smartphone App wirksam? Ja, weil: Messzeitraum 3 Wochen:Gehen: (t15= 2.1, P=.055, 95% CI -0.23 to 19.052, d=0.9)Kalorien: Experimental Gruppe 100 Kcl weniger verbraucht, (t12=1.3234, P=.21, 95% CI -201 to 822.96, d=0.72).
  • Wie bewerten Sie die Wirksamkeit von Smartphone-Applikationen! (-5-) Wirksamkeit von Smartphone-Applikationen: • Bisher nur wenige RCT• Vorwiegend genutzt zum Selbstmonitoring• Kleine Stichproben• Keine Langzeiteffekte• Compliance?
  • Brauchen wir eine Internetbasierte Psychotherapie? -gehen Sie bitte genauer auf die Versorgungslage in Deutschland ein (N = 7116, Robert-Koch-Institut, 2012) -Wie viel % der psychisch Erkrankten erhalten eine zumindest minimale Beratung?(Wittchen & Jacobi, 2005) Jedes Jahr sind 33,3% (95% KI: 31,8-34,8) der Bevölkerung von mindestens einer Störung betroffen • 5 Mio Menschen erkranken pro Jahr psychisch so schwer, dass sie mind. 4 Wochen krankgeschrieben werden• 1 Mio Personen/Jahr erhalten ambulante Psychotherapie• Lange Wartezeiten durch Unterversorgung kassenzugelassener Therapeuten• Strukturelle Unterversorgung in manchen Regionen Versorgungslage in Deutschland: - Zunahme von psychischen Störungen- Zunahme von evidenzbasierten Psychotherapien- Nur ca. 25% der psychisch Erkrankten erhalten eine zumindest minimale Beratung (Wittchen & Jacobi, 2005)- Derzeitige Versorgungsstrukturen reichen nicht aus die Prävalenzen und Krankheitslast von psychischen Störungen einzudämmen (Kazdin & Blase, 2011)
  • Was sind die Wirkmechanismen beim Expressiven Schreiben nach Pennebaker (1986)? Pennebaker (1986): Zusammenhang von standardisierten Schreibaufgaben und psychischer Gesundheit Wirkmechanismen: Imaginiertes Gegenüber Emotionale Verarbeitung Physische Vorgang des Schreibens schafft Ruhe Struktur (kognitive Verarbeitung) Sich öffnen (disclosure) vs. Gefühle unterdrücken Coping Fördert Selbstregulation Zusammenhänge werden besser erfasst 
  • Meta-Analysen zu internetbasierten Interventionen -Welche Störung hat die höchsten Effektstörungen?                                      Effektstärke                  Anzahl der Studien                           Autoren Cannabis                          .16                                        10                                 Tait et al. (2013)Chronische Schmerzen    .28                                        11                                 Macea et al. (2011)Steigerung physischerAktivität                             .54                                        11                              Fanning et al. (2012)Depression                       .61                                        12                             Cuijpers et al., (2009)Angststörungen              1.08                                        23                             Cuijpers et al., (2009)
  • Techniker Krankenkasse: Online Beratungsangebot. -Für wen geeignet? -was wird bearbeitet? -wie lange? -Rückmeldung: wie oft? • für leicht bis mittelgradig depressiv belastete Versicherte• strukturierte Bearbeitung von depressionsrelevanten Themen• über sechs Wochen• mit wöchentlicher Rückmeldung
  • Rechtliche Lage von internetbasierten Interventionen: -Berufsordnung psychologische Psychotherapeuten (2006) -Sorgfaltspflicht: Grundsätze (insbes.) -Berufsordnung Ärzte -Berufsordnungen Berufsordnung psychologische Psychotherapeuten (2006):„Psychotherapeuten erbringen psychotherapeutische Behandlungenim persönlichen Kontakt. Sie dürfen diese über elektronischeKommunikationsmedien nur in begründeten Ausnahmefällen unterBeachtung besonderer Sorgfaltspflicht durchführen.Modellprojekte, insbesondere zur Forschung, in denenPsychotherapeutische Behandlungen ausschliesslich überKommunikationsnetze ausgeführt werden, bedürfen derGenehmigung durch die Kammer und sind zu evaluieren“ §5 Abs. 5 (Muster-) Berufsordnung PP/ KJP "...unter Beachtung besonderer Sorgfaltspflichten durchführen"  Persönliche Leistungserbringung  Allgmeine Sorgfaltspflichten  Ordnungsgemäße Aufklärung Diagnosestellung  ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Sorgfaltspflicht: Grundsätze (insbes.): Pflicht, sich ein eigenes Bild zu machen und Angaben Dritter nicht ungeprüft zu übernehmen  Pflicht, alle Mittel der Diagnostik und Erkenntnisquellen auszuschöpfen, die nach Stand der Wissenschaft zur Verfügung stehen  ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- §7 Abs. 4 (Muster-) Berufsordnung Ärzte: Ärztinnen und Ärzte dürfen individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien durchführen. Auch bei telemedizinischen Verfahren ist zu gewährleisten, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Patienten oder den Patienten unmittelbar behandelt.  -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Berufsordnungen: (1) Wer die Heilkunde (...) ausüben will, bedarf dazu Erlaubnis. (2) Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen (...).
  • Internetbasierte Psychotherapie für arabische Patienten (ILAJNAFSY) -bitte gehen Sie genauer auf die Prävalenzen psychischer Störungen bei Asylsuchenden ein! -berichten Sie von den Studienergebnissen Prävalenzen psychischer Störungen bei Asylsuchenden Asylsuchende in Deutschland (Gäbel et al., 2006)                  40% PTSD Asylsuchende in Deutschland (Niklewski et al., 2012)             33% PTSD, 22% Dep. Syrische Flüchtlinge Türkei (Alpak et al. 2015)                   33.5% PTSD Opfer von Folter und Vertreibung (Steel et al., 2009)               31% PTSD, 31% Dep., 76%                                                                                                     Chronischer Schmerz ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Studienergebnisse: • Internetbasierte Interventionen in westlichen Ländern zeigten signifikante Behandlungseffekte (Lange et al. 2003, Knaevelsrud et al., 2006, Wagner et al.,2006) • Das Manual wurde kulturell adaptiert und in das Arabische übersetzt. • Die Behandlung wurde in einer arabischen Pilotstudie überprüft (Wagner, Schulz, & Knaevelsrud, 2012, Psych Res)
  • Studie: Web-Based Psychotherapy for PTSD in War-Traumatized Arab Patients: Randomized Controlled Trial von Knaevelsrud..., & Wagner (2015) -Procedere -Behandlung (3 Phasen) -Stichprobe -Ergebnisse -Postmessung Procedere: • Dauer: 10 Schreibsitzungen (5 Wochen)• Zwei Essays à 45 Minuten/ Woche• Online-Diagnostik & telefonisches klinisches Interview Behandlung:  Phase 1: Selbstkonfrontation (4 Essays) Beschreibung des traumatischen Erlebnisses einschließlich schmerzhafter Erinnerungen, Gedanken, GefühleSensorische EinzelheitenGegenwartIch-Form Phase 2: Kogn. Restrukturierung (4 Essays) Brief an ein fiktives Opfer(Perspektivenwechsel)Infragestellung irrationaler und automatisierter Kognitionen Phase 3: Social Sharing (2 Essays) Durch Brief Abschied/ Abstand von traumatischer ErfahrungSymbolischer/ritueller CharakterStil, Rechtschreibung und Grammatik (wertvolles Dokument) ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Stichprobe:                                                             Behandlung (n=79)                   Warteliste (n=80)                 Alter            :     Jahre, (SD), range       29.11 (3.01), 18-56                27.15 (6.48), 18-43 Geschlecht :     weiblich                        76 %                                      69%Bildung       :     Sekundärschule           22%                                       35%                          Universität                    71%                                       48% Anz. Traumata:  M, SD                          3.67 (3.01)                             3.03 (2.61)Trauma       : Ermordung eines              14%                                       16%                     Familienmitglieds                     Sexuelle Gewalt                39%                                       40%                     Gewalt/Folter                     20%                                       18%                   Andere (z.B. Entführung,     27%                                       26%                   Suizidanschläge,                   Bombenanschläge) ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 2 Therapeuten-Teams: Berlin und Ägypten (Alexandria)----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ergebnisse: PDS (Intrusion), Intention to treat,    Kontrollgruppe,                       d= .72 PDS (Intrusion), Completers,         Experimentalgruppe,                 d= 1.49 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Reliable Change zur Postmessung: alle signifikant bei p<.001 PDS total:                     Exp. Gr: 74%     KG: 6%        Anxiety:                        Exp. Gr: 66%     KG: 11% Depression:                  Exp. Gr: 74%     KG: 9%
  • Internet vs. Face-to-Face Psychotherapie, Wagner et al, (2013): Kann eine internetbasierte Psychotherapie die gleichen Behandlungseffekte erzielen wie eine ambulante Psychotherapie? • Die Rekrutierung der Patienten im Grossraum Zürich;• Patienten wurden randomisiert entweder der Internet-Therapie oder der ambulanten Therapiezugeordnet;• Beide Therapieformen haben den gleichen Inhalt;• Behandlungsdauer: 8 Wochen -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Beck Depression Inventar (BDI) (Intention-to-Treat) Behandlungseffekte  (within groups):Group x pre-postF = .59, p = .44, n.s. Group x post-3MFUt =-2.05, df = 19, p < .05 Angst (SCL) Behandlungseffektegroup x pre-postF = .24, p = .62, n.s. group x post-3MFUF = 5.33, p<.05 Behandlungszufriedenheit Online Gruppe: Behandlungsdauer zu kurz
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  • Manual-Compliance in der KVT (DeRubeis and Feeley, 1990) -Concrete adherence (3) & -Abstract adherence (3) Concrete adherence•Arbeitsblätter•Durchführung von Hausaufgaben•KVT-Methoden Abstract adherence•Besseres Verständnis der Situation des Patienten•Gespräche bzgl. Wohlbefinden des Patienten•Tagesaktuelle Situation
  • Die therapeutische Beziehung im Internet: -Nennen Sie 5 Merkmale Asynchrone, textbasierte Kommunikation Fehlen sozialer und nonverbaler Signale (z.B. Augenkontakt, Körpersprache) Anonymität Idealisierungseffekte Enthemmungseffekt
  • Wie hoch ist die Scheidungsrate in Deutschland, und wie lange dauert durchschnittlich eine Ehe? (2015) Scheidungsrate: 40,2 % Ehe: 14,9 Jahre 
  • Was sind Faktoren einer Scheidung? -Scheidungsursachen -Auslöser Scheidungserleichternde Bedingungen Scheidungsursachen: • Problematische Persönlichkeit• Kompetenzdefizite• mangelndes Engagement• mangelnde Passung• psychische Störungen Auslöser: • Umzug• Wiedereinstieg der Frau ins Arbeitsleben• Arbeitslosigkeit; schwere Erkrankung• Untreue• Kumulation von Stress Scheidungserleichternde Bedingungen • liberale Normen; städtisches Umfeld• Anonymität• (finanzielle) Unabhängigkeit vom Partner
  • Partnerschaft und Gesundheit: -Mortalistätsrate bei unverheirateten Männern -Sterblichkeit bei Männern und Frauen ohne festen Partner Unverheiratete Männer haben im Vergleich zu verheirateten Männern eine doppelt so hohe Mortalitätsrate. Ohne festen Partner haben Frauen eine um 50%, Männer eine um 250% erhöhte Sterblichkeit (Kiecolt-Glaser & Newton, 2001)
  • Partnerschaft und Gesundheit: Michigan Herzinfarkt-Studie (Coyne et al., 2001) -Was waren die Ergebnisse? -Was sind die besten Prädiktoren für physische und psychische Symptome? (Almeida, McGonagle & King, 2009) In den 48 Monaten nach einem schweren Herzinfarkt überlebten 70% der Patienten in glücklicher, aber nur 45% in unglücklicher Beziehung ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Interpersonelle Konflikte stellen die am häufigsten erlebten Stressoren dar und sind die besten Prädiktoren für physische und psychische Symptome. (Almeida, McGonagle & King, 2009) Zusammenhang zwischen Partnerschaftskonflikten und Risiko für Depressionen sowie Rückfälle
  • Welche Paarkompetenzen sind für eine zufriedene und glückliche Beziehung förderlich? (6) Konstruktive Kommunikation insbesondere bei Konflikten Gemeinsame Problemlösung Umgang mit Stress als Paar Unterstützung des Partners bei Belastungen Umgang mit Stress als Einzelperson
  • Aus welchen Gründen suchen Paare eine Paartherapie auf? (13) • Ein Partner möchte sich trennen• Affäre• Nicht Verzeihen können• Sexuelle Schwierigkeiten• Unerfüllter Kinderwunsch• Eifersucht• Psychische Erkrankung eines Partners• Gleichgültigkeit/Lieblosigkeit• Aggression/Gewalt• Abwertungen• Streit ums Geld• Erziehungsprobleme der Kinder• Langeweile
  • Interventionen in der Paartherapie: Was versteht man unter dem Oral History Interview (Gottman, 1994)? (3) -Nennen Sie die 4 Bereiche! Halb strukturiertes Interview 50-90 Minuten Erfassung der Paarzufriedenheit 4 Bereiche:1. Beziehungsgeschichte2. Ehephilosophie3. Familienplanung/Sexualität4. Gewalt und Aggression ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Bsp: Beziehungsgeschichte  - „Erzählen Sie, wie Sie sich kennenlernten! Wie war das erste Treffen?“- “Was war besonders an dieser Zeit?“- „Was faszinierte Sie besonders an Ihrem Partner?“- „Was führte Sie zu der Entscheidung gerade diesen Menschen zu heiraten?“- „Welches waren die schönsten Zeiten in Ihrer Partnerschaft?“
  • Interventionen in der Paartherapie: Welche Frage stellt man sich beim Investitionsmodell? -Was wünscht sich der Partner von mir?-Was kann der Partner tun, um meine Bedürfnisse zu befriedigen? Was kann eine Partnerschaft leisten, wenn man sich nicht um sie kümmert?„In welchen Bereich investieren Sie besonders viel Zeit?“„Was machen Sie in den ca. 110 Stunden pro Woche?“ --> Tortendiagramm zur Veranschaulichung gelebter Zeit
  • Interventionen in der Paartherapie: Gewaltfreie Kommunikation (Rosenberg, 2003) -Nennen Sie die 4 Bausteine gewaltfreier Kommunikation -Nennen Sie 7 Merkmale dysfunktionaler Kommunikation bei Paaren 1. Beobachtung• Situation beschreiben• Nicht wertend„Ich komme nachhause und sehe in der Küche, dass kein Essen vorbereitet ist und auch nichts zu Essen da ist. 2. Gefühle äussern• Gefühle sind da und sind legitim• Zusammenhang zwischen Gefühl und Situation„ich bin sehr erschöpft heute nachhause gekommen und ich bin unheimlich enttäuscht undsauer, dass nichts vorbereitet wurde“ 3. Bedürfnis• Bedürfnis aus der Situation formulieren„Nach einem langen Arbeitstag habe ich das Bedürfnis nach Ruhe und dass sich jemand um mich sorgt und mich wahrnimmt“ 4. Wunsch äußern• Um konkrete Handlung bitten• Kein Befehl, muss nicht erfüllt werden„ich habe einen Wunsch an Dich. Wärst Du bitte morgen so nett und würdest das essenfertigmachen, wenn ich nach Hause komme? -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Dysfunktionale Kommunikation bei Paaren „Du“-Botschaften Vorwürfe, Kritik, Abwertungen Forderungen nach Verhaltensänderungen Abschweifen in die Vergangenheit Häufige Unterbrechungen Nicht zuhören, auf eigenen Standpunkt fixiert sein Partner eigene Meinung aufdrängen
  • Schematherapie in der Paartherapie: -Interventionen am Beispiel des Kindmodi Nicht erfüllte frühkindliche Bedürfnisse können Paarinteraktion prägen Frühe Schemata (z.B. Misstrauen) werden durch Partner aktiviert Bewältigungsmodi (Überkompensation, Vermeidung, Unterordnung) verstärken dysfunktionales Verhalten -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Kindmodi: trösten, fördern, validieren • Bedürfnisse aus der Kindheit nicht erfüllt• Verlassenheitsgefühle• Grosse Angst• Intensive Emotionen• Hilflosigkeit• Traurigkeit (verletzliche Kindmodi)• Wut, Ärger (wütende Kindmodi) Interventionen: Psychoedukation zu kindlichen Bedürfnissen, Imaginatives Rescripting,Stuhldialoge
  • Interventionen in der Paartherapie: Reziprozitätstraining -Was wird aufgebaut/abgebaut? -welche Art von Verfahren? -bei welchen Paaren geeignet? -welche Formen gibt es? -gehen Sie genauer auf die 3 Schritte ein (Verstärkerlisten) Aufbau von positiveren und zärtlichen Interaktionen Abbau von negativem Interaktionsverhalten (z.B. Vorwürfe, Gesprächsverhalten, eskalative Gesprächsverläufe) Operantes Verfahren mit reziproker Verstärkung Bei Paaren mit hohem Konfliktniveau oder Gleichgültigkeit -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Formen: • Freie Form (freiwilliges Festlegen, wann und wie häufig)• Vorgeschriebene Form (vertraglich festgehaltenes Verhalten)            -Partner Freude bereiten            -Wünsche erfüllen            -Besondere Verwöhntage --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 1. Verstärkerlisten erstellen• Materielle Verstärker (z.B. Blumen, Bücher, Musik)• Handlungsverstärker (z.B. gemeinsamer Konzertbesuch, Sexualität, Spaziergang)• Soziale Verstärker (z.B. Nachfragen, wie es geht, Blickkontakt, Lob, Komplimente)• Spirituelle Verstärker (z.B. Gespräche über wichtige Lebensentwürfe, Religion) 2. Überprüfung und Operationalisierung der Listen3. Umsetzen der Listen im praktischen Alltag
  • Affären in der Beziehung: -Wie häufig gehen Männer/ Frauen in Deutschland Affären ein? (%) -Gründe für Affären (6) Deutschland(Kröger, 2010):Frauen: 15-26%Männer: 17-32% Gründe für Affären• Sich lebendig fühlen• Sich wertvoll fühlen• Sexuell ausleben• Gelegenheit macht Diebe• Sprungbrett aus der Beziehung• Weckruf für tot geglaubte Beziehung
  • Affären in der Beziehung: 4 Definitionen von Affären (Jellouschek, 2015) 1. Moralisierende Beschreibung:•Unterschied zwischen „Täter“ und „Opfer“•Schuldzuweisung 2. Bagatellisierende Beschreibung:• Sexuelle Treue unnatürlich• Gefühle von Eifersucht, Trauer, Wut allein Problem der betrogenen Person• Oft Wunsch nach offener Beziehung• Dreierkonstellation 3. Pathologisierende Beschreibung:• Annahme, dass Grund für Untreue in der Pathologie des Betrügenden liegt (z.B. geringer Selbstwert)• Entwertung des Untreuen 4. Entwicklungsorientierte Beschreibung:• Annahme, dass Affäre ein kritisches Lebensereignis ist• Regt zur Weiterentwicklung an• Unerledigte Entwicklungsaufgaben als Paar
  • Affären in der Beziehung: -Gefühle/ Merkmale des Betrogenen/ Betrügers Betrogenen:•Traumatische Erfahrung•Gefühl von Hilfslosigkeit•Selbstwert•Angst•Wut•Vorwürfe•„Opfer“ Betrügenden:•Schuldgefühle•Unsicherheit•Weiß nicht wie richtig reagieren•„Täter“
  • Affären in der Beziehung: Therapeutisches Vorgehen bei Affären (-7-) 1. Prüfung der eigenen Haltung2. Einbeziehung der oder des Geliebten?3. Ausgangsbasis: Anerkennen, dass es eine komplexe Situation ist4. Analyse der derzeitigen Beziehungsdynamik (z.B. moralisierend, wo und wann hat sich Paar auseinanderentwickelt)5. Paargeschichte und Lebenszyklus6. Vergangenheit integrieren7. Entscheidung treffen