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VT2 (Subject) / VT2 (Lesson)
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- Wirksamkeit von Psychotherapie (Wampold, 2010) Effektstärke? Psychotherapie Effektstärke: d = .75-.82 d = .20 (schwach)d = .50 (mittel)d = .80 (groß) - 25 Meta-analysen- 68 Meta-analysen • Aspirin (Prävention für Herzinfarkt): d = .06• SSRI Antidepressiva: d = .30-.50• chronische Rückenschmerzen (Medikation): d = .38-.50
- Wie viele Sitzungen sind notwendig für eine relevante Symptomverbesserung? Lambert et al. (2001), J Cons Clin Psych 50% der Patientenverbessernsich klinisch relevantnach 7 Sitzungen
- Was macht eine Psychotherapie wirksam? (-4-) Spezifische Behandlungsform: Die meisten „bona fide“ Psychotherapien sind wirksam Therapeutische Beziehung: "good match" Patienteneffekte: Motivation, Therapieerwartungen, Engagement Therapeuteneffekte: Jahre der Erfahrung nicht gleich Outcome!
- Studie: Waiting for the Supershrink (Okiishi et al., 2001) -keine Unterschiede für welche Variablen? (-4-) -Unterschiede für was? (-1-) -Was sind Supershrinks? (-4-) N (Patienten) = 1841N (Therapeuten) = 91 Therapeuten erzielten systematisch gute Behandlungseffekte (1,0-1,52) oder negative (-.91- -1.49) Keine Unterschiede in den folgende Variablen: • Art des Trainings (z.B Klinische Psychologie, Soziale Arbeit, Beratungspsychologen)• Jahre des Trainings (z.B. Vorpraktikum, klinisches Jahr)• Theoretische Ausrichtung (z.B. KVT, psychoanalytisch, psychodynamisch, humanistisch)• Geschlecht Unterschiede: Therapielänge: schlechtere Therapeuten benötigten signifikant höhere Anzahl vonTherapiesitzungen Wer sind die „Supershrinks“?: • Therapieschule, länge der Ausbildung, Techniken, Geschlecht = nicht verantwortlich für Unterschiede• Bessere Therapeuten = schnellere Symptomverbesserung• Bessere Therapeuten = kürzere Therapiedauer• Individuelle Therapeuten selbst sind für den Unterschied verantwortlich
- Schädliches therapeutisches Verhalten (Hoffmann et al., 2008) (-5-) • Nicht-Berücksichtigung von neuen wissenschaftlichen Methoden „State-of-the-Art“• Mangelnde Passung zwischen Therapeut und Patient („mismatch“)• Abhängigkeit vom Therapeuten• Negative Folgen (z.B. Scheidung, Kündigung), wenn das kein Therapieziel war• Unethisches Verhalten des Therapeuten
- Studie: Beschwerden über Fehlverhalten in der Psychotherapie (Franke, Schleu, Hillebrand, Welther & Strauß, 2016) Ergebnisse? 1,2,3,4 N = 456 dokumentierte Anfragen 1. Abstinenzverletzungen • 11% sexueller Missbrauch• 10% Handlungen mit sexuellem Hintergrund (z.B. nicht erwünschter Körperkontakt, Gesten, Kommentare)• 10% Eindringen in den Privatraum des Patienten (z.B. zwischenmenschliche Annährung im privaten Kontext)• 4% Verletzung der Karenzzeit (Aufnahme einer Beziehung innerhalb der ersten 2 Jahre nach Beendigung der Therapie) 2. Therapietechnik • 16 % Verstöße gegen die Dokumentations-, Aufklärungs- und Schweigepflicht• 25% Setting und Rahmenverletzungen (z.B. Unterbrechungen, Verkürzungen)• 10% falsche Indikation/Therapiemethoden 3. Befangenheit und Empathieversagen • 7% Involvierung trotz Freundschaft oder Geschäftsbeziehung• 47% aller Beschwerden gaben mangelnde Empathie, Wertschätzung 4. Finanzieller Missbrauch 14% unkorrekte Abrechnungen, Betrug, unentgeltliche Privatarbeiten
- Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie männliche, weibliche Th.? Prävalenzen über alle Formen von Psychotherapie:• 10% männlichen Therapeuten• 2,5% weibliche Therapeuten -Sehr konservativ geschätzt (Bachmann & Ziemert, 1995)-Kassenfinanzierte Psychotherapie = 300-600 Fälle pro Jahr-Nicht kassenfinanzierte Psychotherapie = ? (Fischer et al., 2005) Täter/Täterin:• Täter leugnen Nachteile für die Opfer• Sahen sich selbst als deren Opfer• „man ist ja auch nur Mensch“
- Studie Hochschulambulanz: Wie hoch ist die Abbruchrate problematischer Therapiefälle? Gesamtabbruchrate„problematischerTherapiefälle“: 12%
- Definition von Nebenwirkungen: -nach dem Arzneimittelgesetz -in der Psychotherapie • Arzneimittelgesetz: „die beim bestimmungsgemäßen Gebrauch eines Arzneimittels auftretenden schädlichen unbeabsichtigten Reaktionen“ • Bisher kein Konsens darüber, was in der Psychotherapie eine Nebenwirkung ist
- Was sind Misserfolge in der Psychotherapie? -Definition von Misserfolg (Jacobi, 2001) (-5-) -Definition von Misserfolg (Märtens & Petzold, 2002) (-5-) -Therapeutenvariablen für Misserfolg (Mohr, 1995) (-5-) Jacobi, 2001: Therapie-Ablehner (refusals),die sich im Stadium der Vorinformation (probatorische Sitzungen) nicht dazu entschließen, an der angebotenen Behandlungsform teilzunehmen (ca. 40 %). Abbrecher (drop-outs) (bis 23%) Nicht-Reagierer (nonresponder) Verschlechterungen (deterioration effects) Rückfälle Märtens & Petzold, 2002: Unzureichende oder fehlende Erreichung der Behandlungsziele Unerwünschte Nebenwirkungen Therapieschäden Fehlerhafte Diagnostik Falscher Therapiefokus Therapeutenvariablen für Misserfolg (Mohr, 1995) • Mangelnde Empathie• Unterschätzung der Schwere der Problematik• Negative Gegenübertragung• Schlechte Technik• Starke Betonung auf Übertragungsdeutungen
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- Nebenwirkungen in der Psychotherapieforschung. Studie: Frequency of reporting of adverse events (Nebenwirkungen) in randomized controlled trials of psychotherapy vs. psychopharmacotherapy. Ergebnisse? Die Ergebnisse dieser Studie konnten zeigen, dass Pharmakotherapieforschung deutlich mehr Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit des Auftretens von unerwünschten Ergebnissen legt, als psychotherapeutische Forschung. -adverse events (NW), wurden in den gesamten Papern, als auch in den einzelnen Abschnitten (Intro, Method, Results, Conclusion) signifikant häufiger in den Psychopharmakotherapiepapern genannt, als bei den Psychotherapiepapern
- Studie: Spinning one`s wheels. -Nicht-konfrontativer Therapeut? Ziel: Psychotherapeutische Erfahrungen von sich nicht-verbesserten jungen Erwachsenen in psychoanalytischer Psychotherapie zu explorieren. Methode: Verwendet wurde ein zweifach gestuftes, Mixed-Method Design. Es wurden 20 Patienten identifiziert, welche sich zum Zeitpunkt der Vorbehandlung innerhalb des klinischen Bereichs befanden, aber sich zum Abschluss der Therapie entweder reliabel verschlechtert hatten oder keine reliable Veränderung zeigten. Interviews zum Ende der Therapie und eine drei Jahre spätere Follow-up Erhebung wurden mittels der Methode der Grounded Theory analysiert. Ergebnisse: Zeitverschwendung stellte sich als eine Kernkategorie heraus. Die Patienten beschrieben die therapeutische Beziehung als distanziert und künstlich. Während sie aktive Komponenten der Therapie und ihre eigenen Aktivitäten im Leben als förderlich sahen, wurde die Therapie selbst als zu fokussiert auf Problemerkenntnis und die Vergangenheit erlebt. Zusammenfassung: Wenn der Therapeut nicht zur Erreichung der Ziele des Patienten beiträgt – selbst, wenn der Patient sich etwas verbessert – profitiert der Patient nicht voll und ganz von der Therapie. Nicht-konfrontativer Therapeut: + ruhig, beruhigende Atmosphäre- distanziert, gelangweilt, langweilig, lustlos, unstrukturiert „She seemed reserved, she did not project much energy… and I felt that I was always having to hit the brakes andturn my energy down, just to fit in.“ Mangelnder Therapiefortschritt: „A year ago, it felt like going to therapy had not helped atall, and when he said “Yes, but it does help,” I thought atthe time that it did not feel like it was helping.“
- Diagnose Depression: Hauptsymptome, Nebensymptome? -leichte? -mittelgradige? -schwere? HAUPTSYMPTOME•Gedrückte, depressive Stimmung•Interessenverlust, Freudlosigkeit•Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit ZUSATZSYMPTOME•Verminderte Konzentration, Vermindertes Selbstwertgefühl•Gefühle von Schuld- und Wertlosigkeit•Pessimistische Zukunftsperspektive•Suizidgedanken/ -handlungen•Schlafstörungen•Verminderter Appetit LEICHTE D.: 2 HS + 2 ZS ≥ 2 Wochen MITTELGRADIGE D.: 2 HS + 3-4 ZS ≥ 2 Wochen SCHWERE D.: 2 HS + ≥4 ZS ≥ 2 Wochen
- Stufenmodel der Identifizierung und Intervention nach Hetrick et al., 2008 (VL Depression) • Frühe Identifizierung, Diagnose und Behandlung der Depression• Prävention der ersten depressiven Episode• Entwicklung von frühen präventiven Interventionen(Selbsthilfeprogramme, Psychoedukation, internetbasierte Programme)• Mit Zunahme des Stufenmodells = höhere Spezialisierungen (z.B. Psychiatrische Behandlung,stationäre Behandlung) 0 Risikogruppe, derzeit noch keine Symptome1a schwache, unspezifische Symptome1b Hochrisikogruppe, subklinische Symptome -für diese 3: Psychoedukation, niedrigschwellige Interventionen, CBT-Skills, Problemlösetrainings 2 Erste Episode Major Depression, moderat bis starke Symptome -CBT, Psychoedukation, Antidepressiva für schwere Depression 3a Nicht vollständige Remission nach der 1. Episode -Siehe „2“ + medizinischer und psychosozialer Schwerpunkt 3b Rezidiv der Major Depression -Siehe „3a“ + Schwerpunkt Rückfallprophylaxe und Warnzeichen 3c Mehrere Rückfälle, schwere Beeinträchtigung durch Depression -Siehe „3b“ + Schwerpunkt Langzeitstabilisierung 4 schwere chronische Depression ohne Remission -Siehe „3c“ + Schwerpunkt medikamentöse Behandlung
- Zunahme der Lebenszeitprävalenz (Kessler et al., 2013) Zunahme der Lebenszeitprävalenz, -die heute 60jährigen haben geringe Lebenszeitprävalenz-heutige Generation hat höhere Lebenszeitprävalenz um an Depression zu erkranken --> Zunahme der Depressionen
- Antidepressiva: Zunahme (%) in a) USA b) UK a) Zunahme in den USA zwischen 1988–1994 und 2005–2013: 400% b) Zunahme in UK: Jedes Jahr 10%
- Life-Style und Depressionen -veränderter Lebensstil, Beispiele? • weniger Bewegung• weniger face-to-face-Kontakte• Screen-time (6h pro Tag)• Fast-food• Dauerstress (neurobiologische Veränderungen)
- Kognitive Veerhaltenstherapie: Ablauf (Depressionen) 1. Aufbau therapeutischer Beziehung/ Probatorische Sitzungen2. Vereinbarung von Therapiezielen3. Bewusstwerden depressiver Symptome 4. Aufbau positiver Aktivitäten5. Veränderung von negativen Kognitionen6. Verbesserung sozialer Fertigkeiten7. Rückfallprophylaxe
- Depressive Patienten gelten häufig bei Psychiatern und Psychotherapeuten als „schwierig“. WARUM? Patient hat oft: •Fehlende Veränderungsmotivation•Überwältigende Gefühle von Hoffnungslosigkeit•„es wird sich nichts ändern“•Pessimistische Grundhaltung•Erwartung von allen abgelehnt zu werden•Selbstablehnung•Empfindet sich als nicht liebenswert Egozentrischer eingeschränkter Lebensstil:•Alle Wege führen zu ihm•Zwischenmenschliche Umgebung hat wenig Einfluss auf seine Perspektive•Ich, mir, mein... Am häufigsten genutzte Wörter•Wenig Fähigkeit zur Empathie für andere•Reagieren empfindlich auf Ablehnung
- Die therapeutische Beziehung mit depressiven Patienten -Gegenreaktionen? -Überschätzungsfehler der Therapeuten Depression ist eine Beziehungsstörung! Die depressive Symptomatik wirkt sich auf die Therapeut-Patienten-Beziehung aus: •Ängstlich-traurige Stimmung --> hilfsbereite Gegenreaktion•Negativistisch-pessimistisch --> Ratlosigkeit•Mangelnde Beziehungsbereitschaft --> Distanz und Patientwird aufgegeben Normaliät bei depressiven Patienten:-Patient fühlt sich hoffnungslos, frustriert, wütend, traurig•Aushalten negativer Gefühle des Patienten ist belastend•Behandler fühlt sich verantwortlich für das Leiden bzw. keine Besserung•Therapeut wird häufig selbst Gegenstand der negativen Gefühle --> Steht selbst im Mittelpunkt negativer Aufmerksamkeit Überschätzungsfehler der TherapeutenVermittlung von Zusammenhängen:– Therapeuten merken nicht, dass sie oft Patienten überfordern und sie im Gespräch verloren haben– Patienten hören passiv zu, ohne etwas verstanden zu haben– Patienten können Informationen über Zusammenhänge nicht verarbeiten– Weniger ist mehr
- Nennen Sie die 4 Ebenen der Depression! • Kognitive Symptome• Emotionale Symptome• Körperliche Symptome• Verhaltenssymptome
- Wodurch geschieht die Bewusstwerdung depressiver Symptome? - Gedanken (negative automatische Gedanken)- Gefühle (z.B. Traurigkeit)- Stehen die Gedanken in Zusammenhang mit einem Ereignis?- Stressreiche Situation?- Welche Konsequenz hatte das auf das Verhalten
- Kognitive Verhaltenstherapie bei Depressiven: pos. Aktivitäten. -Warum? -Merkmale von positiven Aktivitäten? -Tagesstruktur Chronisches Energiedefizit • Der depressive Mensch ist seinen bisherigen Aufgaben nicht mehr gewachsen• Nimmt physisch und psychisch eine Schonhaltung ein• Niedergeschlagenheit--> Reduzierung von Verhalten im Sozialbereich• Rasche Ermüdung• Körperliche Aktivitäten verlangsamen oder reduzieren sich auf Minimum• Übernehmen keine Initiativen mehr AntriebslosigkeitAntriebslosigkeit bei (schwer) depressiven Patienten ein großes Problem - Symptom der Depression! Positive Aktivitäten• Sammeln von Energiequellen – Rückgriff auf Erfahrungen aus letzter Zeit – Rückgriff auf Erfahrungen aus der Zeit vor der Depression• Aktivitäten müssen weder Spass, noch Vergnügen bereiten• Sie sollen – Bekannt (vorstellbar) und gut bewältigbar sein – Selbstbestimmt und unabhängig durchgeführt werden können – Zu Ende gebracht werden können ohne Erschöpfung oder Ermüdung• Unterstützung: Positive Aktivitätenliste! Prinzip der kleinen Schritte So tun-als-ob-Übung Tagesstruktur: Ausfüllen des Tagesplaners für eine Woche– Bewegung und Sport– Gespräche mit Familie und Freunden– Momente, die sie bewusst geniessen können
- Bewegung und Depression – wirkt Stimmungsaufhellend– Antriebsfördernd– globales Selbstwertgefühl– Empfehlung 3x 30 Min Ausdauer (auch Walking)– Selbstwirksamkeit– Hat kurzfristige Wirkung in Studien gezeigt– Langfristig noch unklare Befunde in Meta-analysen Studie= Exercise as a treatment for depression: A meta-analysis adjusting for publication bias (Schuch et al, 2016) K=25Effektstärke= 1.1 (adjusted Publication bias) -relativ hoch! --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Bewegung und Depression -Menschen mit klinisch relevanter Depression sind nicht unbedingt nach objektiven Kriterien belastbar -Drop Out Rate bei Studien oft unbekannt oder hoch. Gerade zu Beginn der Therapie darf nicht eine Bewegungstherapie alleine im Vordergrund stehen!
- Lichttherapie- Depression • Aussenlicht (ca. 10.000 lx) vielfach höher als beleuchteter Innenraum (50lx Wohnzimmer, 500 lx Büro)• mind 10.000 lux/ 30 Min.• Wirkt bereits nach 5-7 Tagen vs. 3-6 Wochen Antidepressiva• innerhalb einer Stunde nach dem Aufwachen (wichtig grösster Effekt!!)• Vorsicht bei bipolarer Depression verstärkt manische Phase, in depressiver Phase wirksam• wirkt genauso gut wie Antidepressiva• Tageslicht besser als künstliches Licht Studie= bright light therapie for nonseasonal depression: meta-analysis of clinical trials • K = 9 klinische Studien• Nicht-saisonal-bedingte Depression• Signifikante Symptomreduzierung• Besonders wirksam, wenn am frühen Morgen angewendet• Erhöhung von Serotonin• Nicht wirksam als Kombinationstherapie mit Psychopharmaka• Effektstärke= 0.6
- Kogitive Verhaltenstherapie: Veränderung negativer Kognitionen. -Nennen Sie 9 Beispiele für dysfunktionale Denkmuster -Schwierigkeiten beim Erkennen von automatischen Gedanken -Überprüfung der dysfunktionalen Gedanken Dysfunktionale Denkmuster1. Negative automatische Gedanken2. dysfunktionale Gedanken3. Willkürliche Schlußfolgerungen4. Selektiver Zugriff auf negative Denkmuster5. Verminderter Zugriff auf positive Inhalte6. Übergeneralisierung7. Schwarz-Weiss-Denken8. Grübeln9. Katastrophisieren Schwierigkeiten beim Erkennen von automatischen Gedanken• Detaillierte Beschreibung erfragen• Nach emotionalen und körperlichen Reaktionen fragen• Sich die schwierige Situation noch einmal vor Augen führen• Zwischenmenschliche Situation in einem Rollenspiel darstellen Überprüfung der dysfunktionalen Gedanken „Meine Kinder haben letzte Woche wieder nicht ihreHausaufgaben gemacht und mein Mann und ich wurden in dieSchule einbestellt. Meine Kinder sind so, weil ich selbst eineVersagerin bin“ (Beispiel für Katastrophisieren) •Ist das eine Idee oder eine Tatsache?•Was spricht dafür? Welche Beweise/Anhaltspunkte gibt es?•Was spricht dagegen? Welche Gegenbeweise gibt es?•Gibt es auch eine alternative Erklärung?•Welchen Effekt hat es, wenn ich den automatischen Gedanke glaube?•Welchen Effekt hätte es, wenn ich meine Gedanken verändere?
- Kognitive Verhaltenstherapie: Verbesserung sozialer Fertigkeiten. -Soziale Unterstützung (Ibarra-Rovillard et al., 2011) -Paralinguistisches Verhalten- nonverbales Verhalten (Segrin, 2000) -Einüben sozialer Fertigkeiten Soziale Unterstützung • Je mehr wahrgenommene soziale Unterstützung = schützt vor depressiver Symptomatik• Fehlende soziale Unterstützung = Förderung der depressiven Symptomatik• Kritik vom Ehepartner ist hoher Risikofaktor für Rückfall einer depressiven Episode• Patienten in dysfunktionale Familien zeigten höhere Depressionswerte und geringereRemissionsraten(Ibarra-Rovillard et al., 2011) Paralinguistisches Verhalten- nonverbales Verhalten (Segrin, 2000):Depressive Patienten im Vergleich zu einer gesunder Kontrollgruppe:•Sprechen langsamer•Sprechen weniger•Machen längere Pausen --> Länge der Pausen größter Prädiktor für•Depression•Sprechen leiser•Sprechen mit monotonerer Stimme •Studie: Depressive Patienten gebeten über eine glückliche, traurige oder ärgerliche Situation zu sprechen --> keinen Unterschied•Depressive sehr „erfahren“ in der Kommunikation von negativem oder traurigem Inhalt •Inhalt der Gespräche häufig negativen Inhalts (insbesondere mit nahen Bezugspersonen) , z.B. Kritik, Enttäuschungen•Mimik ist weniger expressiv, außer beim Ausdruck von Traurigkeit•Weniger Augenkontakt während dem Sprechen•Zeigen weniger Körperbewegungen beim Sprechen (z.B. Kopfnicken) -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Einüben sozialer FertigkeitenÄußern positiver Gefühle:• Depressive Menschen haben häufig Schwierigkeiten positive Gefühle anderen gegenüber zu zeigen.• Depressive Menschen deutlich weniger Komplimente, zeigen seltener ihre Zuneigung zu anderen, entschuldigen sich seltener. Äußern negativer Gefühle:• Depressiven Menschen fällt es oftmals schwer aus Angst vor Zurückweisung oder Abwertung sich negativ zu äußern.• schwierig Grenzen anderen gegenüber zu setzen• Kritik zu üben• anderer Meinung zu sein. Kontakte aufzubauen• Schwierigkeiten Kontakte aufzubauen• Warten angesprochen zu werden Übungen: Rollenspiele Verhaltensexperimente Nein-Sagen! Grenzen setzen! Komplimente machen!
- Kognitive Verhaltenstherapie: Rückfallprophylaxe Rückfallprophylaxe• Was sind Warnsignale von Depressiver Phase (z.B. schlechter Schlaf, Zeitdruck, keine Zeit für Freunde)• Welche Techniken oder Methoden setzte ich ein?• Was sind Belastungsfaktoren?• Rechtzeitiges Erkennen!• Zukunftsplanung• Rückfallkoffer
- Woraus setzt sich die Weiterbildung "Gruppentherapie" zusammen? Wie viele Stunden? -Theorie -Gruppensupervision -Selbsterfahrung Theorie: 48 h Gruppensupervision: 40 h Selbsterfahrung: 80 h
- Spezifische Wirkfaktoren der Gruppentherapie 1. Gruppenkohäsion2. Selbstöffnungsbereitschaft3. Arbeit im „Hier und Jetzt“4. Gruppe als sozialer Mikrokosmus5. Arbeitsklima (z.B. Entwicklung einer kooperativen Arbeitsbeziehung, Solidarität)5. Modelllernen6. Rollenspiele
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- Grundkonzepte psychotherapeutischer Gruppen? (-2) a) Konflikt- und Beziehungsorientierte Gruppen:Gruppendynamische Analyse innerhalb der Therapiegruppe soll Veränderung im Beziehungsverhalten ermöglichen •Psychoanalytische und tiefenpsychologische Gruppen•Interpersonelle Gruppen (z.B Yalom) b) Verhaltenstherapeutische Gruppen:Psychische Störung und leiden ist das zentrale Thema; Patienten werden zu Experten ihrer Störung • Max. Information• Anleitung bei der Problembewältigung• Selbstmanagement• Rückfallprophylaxe
- Was sind Spezifika Psychiatrischer Gruppen? • Heterogenität• Viele Störungen• Hoher Störungsgrad• Unregelmässige Teilnahme• Z.T. wenig Motivation• Akutsymptome• Wechselnde Teilnehmer• Unterschiedlicher Kenntnisstand • Einfache Struktur• Klarheit• Transparenz• Patienten- und bedürfnisorientiert• Hoffnung-wecken
- Aufgaben der Therapeuten in Gruppentherapie (Yalom) 1. Zusammenstellung und Erhaltung der Gruppe2. Aufbau einer Gruppenkultur3. Vermittlung von Information4. Aktualisierung und Ausleuchtung „hier und jetzt“5. Erkennen und Abwehr von Gefahr der Gruppenkohösion (z.B. Cliquenbildung, Treffen außerhalb der Gruppe, Sündenbock)6. Förderung der freien Äußerung von Gefühlen gegenüber der Gruppe und Therapeuten7. Förderung von Spontanität und Selbstoffenbarung
- Rollen der Therapeuten in Gruppentherapie (Yalom) Psychotherapeutische Expertenrolle:• Regeln• Psychoedukation• Erfahrung• Expertenautorität Therapeut als Gruppenteilnehmer• Modellernen• Vorbild für Nichtverurteilen, Akzeptanz• Selbstöffnung
- Was sind Therapeutenfehler innerhalb der Gruppentherapie? (-7-) 1. Direkte und indirekte Feindseligkeit gegenüber einzelner Gruppenteilnehmer2. Regelmäßige Motivationsversuche einzelner Teilnehmer („Herr Müller, ich würde Sie gerne überreden wollen, sich heute stärker an der Gruppe zu beteiligen“)3. Fehlende Solidarität mit Außenseitern der Gruppe, Zulassen von Ausgrenzung (jeder ist wichtig!)4. Einzelne Patienten oder Gruppe überfordern 5. Heimliches nicht transparentes gruppendynamisches Arbeiten6. Gruppendynamische Konflikte nicht rechtzeitig erkennen oder zu therapeutischen Zwecken „laufen lassen“7. Zu wenig/zu viel Struktur, Unsicherheit, Ängste
- Nennen Sie Gruppendynamische Aspekte •Häufig in Ursprungsfamilie schwierige Erfahrungen gemacht•Therapiegruppe ähnelt oft Ursprungsfamilie- Autoritätsfiguren- Gleichaltrige/Gleichgestellte- Persönliche Offenbarungen- Nähe- Feindseligkeiten • Entstehen oft Interaktionen, die denen ähneln, die sie früher innerhalb der Familie gemacht haben- Therapeutenteam (oft als Elternstruktur wahrgenommen)- Patienten versuchen Rivalitäten aufzubauen- Kampf um Status und Dominanz- Sexuelle Beziehungen zwischen Patienten- Konkurrenz zwischen Gruppenmitgliedern- Allianzen zwischen Gruppenmitgliedern/Therapeuten• Familien- und Beziehungskonflikte können neu durchlebt und korrigiert werden
- Wie geht man mit Konflikten innerhalb der Gruppentherapie um? • Entstehen gruppendynamischer Konflikte werden benannt(z.B. gehemmt, Kontrollübernahme, Übernahme der Cotherapeutenrolle) • Gibt es ähnliche Konflikte auch außerhalb der Therapiegruppe oder Ursprungsfamilie? (Fokus in der Konfliktbearbeitung) • „Woher kennen Sie das was hier gerade in der Gruppe geschieht noch?“ • Bearbeitung des Problems, das der Patient außerhalb der Therapiegruppe hat • Situationen aus dem Alltag des Patienten, in denen er ähnlich reagiert, wie in Therapie
- Gruppendynamische Interaktionen -Bsp.: Zu spät kommen -Wirkung der Gruppendynamischen Interaktion Beispiel: Zu spät kommen•„Die Gruppe ist mir eigentlich nicht so wichtig“•„Ohne mich beginnt die Arbeit sowieso nicht, warum sollte ich michbeeilen?“•„Sie merken bestimmt nicht einmal, dass ich fehle, ich werde nichtwahrgenommen“•„Die Regel gilt für andere, aber für mich nicht“-->Erkennen von Verhaltensmuster im sozialen Mikrokosmus Was löst das interaktionelle Verhalten eines Gruppenmitgliedes bei mir aus?Welche Wirkung hat das auf mich, auf andere Gruppenmitglieder?•Wichtige Information über die Wirkung des Patienten auf andere Menschen•Förderung von korrigierenden emotionalen Erlebnissen
- Was bedeutet Gruppenkohäsion innerhalb der Gruppentherapie nach Yalom? Wofür steht sie in der Einzeltherapie? Wirkprozess? (5 Schritte) Was bedeutet eine frühe Kohäsionskraft in der ersten Sitzungen? =„Ergebnis aller Kräfte, die auf alle Gruppenmitglieder so einwirken, dass sie in der Gruppe bleiben“ (Yalom) = Therapeutische Beziehung (Einzeltherapie) Vertrauen --> Selbstoffenbarung --> Empathie --> Akzeptiert werden --> Vertrauen Frühe Kohäsionskraft in den ersten Sitzungen = höhere Wirksamkeit
- „Hier- und-Jetzt“ in der Gruppentherapie Nennen Sie die 2 Ebenen! Zwei Ebenen 1. Erlebnisebene: Hier- und jetzt Gefühle, starke Bindung gegenüber anderen Gruppenmitgliedern und Therapeuten 2. Klärung des Therapieprozesses:Gruppen muss ihre Verhaltensweisen untersuchen und über das Erleben hinausgelangen, Selbstreflexion steuern und fördernz.B. Was bedeuten Aussagen einzelner Gruppenmitglieder (z.B.Kränkungen) für die ganze Gruppe? (z.B. Vermeidungsverhalten)
- „Hier- und-Jetzt“ in der Gruppentherapie Aufgaben der Therapeuten? (-2-) Aufgaben der Therapeuten• Förderung des „Hier und Jetzt“ und Beziehung untereinander• Weg von äußeren Begebenheiten (z.B. gegenwärtige Lebensumstände, Intellektualisieren)
- „Hier- und-Jetzt“ in der Gruppentherapie -Techniken? • „Wenn Sie jetzt auf jemand in der Gruppe so wütend wären, wie auf Ihren Kollegen, wer wäre das?“• „Mit wem in der Gruppe könnten Sie einen ähnlichen Streit haben“?• Kontrollierte Selbstoffenbarung der Therapeuten („z.B. In dieser Stille fühlte ich mich unwohl, ich wollte sie unterbrechen, andererseits war ich gereizt, dass ich immer die Arbeit machen muss in der Gruppe“• Nonverbales Verhalten: Wer sitzt wo? Wer sitzt in der Nähe zum Therapeuten, wer kommt öfters zu spät? Wer schaut wen an, wenn er oder sie spricht?
- Übung Zusammenfassung Gruppentherapiestunde (Yalom) • Ausführliche Zusammenfassung am Ende der Stunde• Gang der Sitzung• Beiträge einzelner Mitglieder• Eigene Kommentare• „was man hätte sagen können“• Vermutungen, Fragen• Ca. 20-30 Minuten• Wird an alle Gruppenmitglieder verschickt• Ehrlich und offen Wozu? • Fördert Therapieprozess• Stärkt Kohäsion• 2. Therapiekontakt in der Woche• Aufgreifen Themen letzter Woche
- Nennen Sie VT Gruppensettings! (-7-) • Psychosegruppe• Depressionsgruppe• DBT-Skillsgruppe• Entspannnungstraining• Soziales Kompetenztraining• Genusstraining• Angehörigengruppen
- Grundkonzepte psychotherapeutischer Gruppen Verhaltenstherapeutische Gruppen: -Nennen Sie die 3 Phasen! Verhaltenstherapeutische Gruppen:3 Phasen1.Patientenschulung (Information und Aufklärung): ideal von Experten2.Behandlung (Einübung und Training in interaktionellen Verhaltensweisen und Kompetenzen, Problemlösung)3.Transfersicherung
- Nennen Sie die Erfolgsfaktoren der VT- Gruppentherapie nach Fiedler,1996! • Störungsspezifisches und zielorientiertes Arbeiten• Feedbackprozesse innerhalb der Gruppe beziehen sich auf Problemlösungsprozesse außerhalb der Gruppe• Therapieziele der Therapiegruppe werden transparent gemacht• Vermeidung von gruppendynamisch kontraproduktiver Entwicklungen
- Beispiel Aufbau einer Gruppensitzung -8 Schritte -Methoden der Problemanalyse-Phase 1. Einbringung verschiedener Thema der Teilnehmer2. Auswahl des Themas unter den Gruppenmitgliedern3. Orientierungsphase: Mensasituation: Herr T. möchte sich an den Tisch setzen, getraut sich aber nicht, da bereits zwei Leute am Tisch sitzen4. Problemanalysephase: TN fragen genau nach, wie die Situation aussieht, was er fühlt, denkt 5. Gruppenfeedback mit Lösungsvorschlägen: Brainstorming mit Flipchart6. Zielanalyse7. Transfer: Herr T. nimmt sich vor das nächste mal das neue Verhalten auszuprobieren und ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen8. Sitzungsevaluation: Therapeuten fassen die Sitzung noch einmal zusammen und die zentrale Lernerfahrung ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Methoden der Problemanalyse-phase: •Gespräch mit leerem Stuhl•Aufstellung im Raum inbs. Schuldgefühle, schwierige Anforderungen•Diagnostische Rollenspiele, v.a. bei Interaktionsproblemen•Innerpsychische Konflikte durch Mitpatienten im Raum darstellen lassen•Stuhlarbeit
- Eine Methode der Problemanalyse-Phase (Ablauf Gruppensitzung) sind die Rollenspiele. Beschreiben Sie diese genauer! Rollenspiele• Therapeut gibt genaue Regieanweisungen• Exakte Beschreibung der Therapiesituation• Zeitlich begrenzt: 1-2 Minuten, max. 5 Minuten 1. Diagnostik: Darstellung der Problemsituation2. Feedback3. Veränderungsvorschläge der Gruppenmitglieder werden erarbeitet4. Spielen der Veränderungssituation5. Feedback6. Transfer in Alltag
- Was sind die Methoden (Bausteine) der CBASP-Therapie? (-5-) Liste prägender Personen „Big Players“ Übertragungshypothese Kiesler-Kreis Situationsanalyse Disciplined Personal Involvement
- Was sind die Merkmale einer chronischen Depression? (-5-) • Dauer der Depression mind. 2 Jahre• Rückbildung der Symptome nur kurz oder gar nicht• Unterschiedliche Schweregrade (Dysthymie, Major Depression)• Unterschiedliche Verläufe (Lebenslang, wenige Jahre, in Folge rezidivierender Depression)• Multiple Behandlungsversuche (pharmakologisch, physikalisch, psychologisch) weitere Merkmale: 20-30% aller Depressionen verlaufen chronisch hohe Rückfallrate difficult-to-treat (schwer zu behandeln) hohe Krankenkosten ca. 81% der chronisch depressiven Patienten erlebten eine frühe Traumatisierungen (Klein et al., 1996) Anzahl der nicht-verbesserten Patienten nach Depressionstherapien Driessen et al., 2013: CBT=37%, Psychodynamic=42% andere Autoren: zwischen ca. 42-59% --> am "besten" CBT, da die wenigsten nicht-verbesserten Patienten!