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Fokus Harntrakt (Subject) / KTK (Lesson)

Kleintierklinik Harnapparat

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  • Worauf kann eine Hämaturie zu Beginn des Harnabsatzes hindeuten? Läsion der Urethra Läsion im Bereich der Genitalorgane
  • Worauf kann eine Hämaturie während der gesamten Miktionsphase hindeuten? renale Ursache schwere Läsionen der Prostata / proximale Urethra Gerinnungsstörung
  • Worauf kann eine Hämaturie am Ende des Harnabsatzes hindeuten? Läsionen der Blasenwand Blasensteine Blasenpolypen wiederkehrendes Nierenbluten
  • D: Azotämie Laborveränderung ⇒ im Blut: harnpflichtige Substanzen ↑ vorallem Harnstoff und/ oder Kreatinin prärenal, renal, postrenal
  • D: Urämie klinisches Syndrom ⇒ resultiert aus Azotämie Schleimhautschädigungen Übelkeit / Erbrechen vieles mehr (Auswirkungen auf ZNS, GIT, Blut, Herz, Lunge, etc.)
  • Wo liegt das Problem bei einer prärenalen Azotämie? Nenne den Grund für diese Azotämie! Problem vor der Niere Grund: v.a. Nierendurchblutung ↓ (Hypovolämie/ Hypotension)                                → verminderte Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe
  • Wo liegt das Problem und was ist der Grund für eine renale Azotämie? Problem in der Niere Grund: Filtrationsleistung der Niere ↓                     → verminderte Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe
  • Wo liegt das Problem und was ist der Grund bei einer postrenalen Azotämie? Problem hinter der Niere Grund: Abflussstörung (Obstruktion / Leckage der Harnwege)                     → verminderte Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe
  • Durch welchen Laborparameter kann man die Azotämieformen unterscheiden? spez. Gewicht des Urins prärenal:   ≥ 1,030 (Hd)          / ≥ 1,035 (Ktz) renal:        < 1,030 (Hd)          / < 1,035 (Ktz) postrenal: bis 1,065 (Hd)       / bis 1,085 (Ktz)
  • Was betrachtet man primär zur Beurteilung der Ausscheidungsfunktion der Niere? Serumkonzentration von Markern (Sreeningmethode) Kreatinin Harnstoff (glomeruläre Filtrationsrate kann nur geschätzt werden, aufwendig und teuer→ eher ungeeignet)
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  • Wann steigt die Rückresorption von Harnstoff in den Tubuli an? bei langsamer Flussrate des Harns z.B. bei Schock, Dehydratation → Serumharnstoff↑ (prärenale Azotämie)
  • Wann sinkt die Rückresorptionsrate von Harnstoff in den Tubuli? bei schneller Flussrate des Harns z.B. durch Flüssigkeitstherapie /Diuretika → Serumharnstoff↓
  • Nenne extrarenale Faktoren, welche die Serum-Harnstoffkonzentration erhöhen! Proteinreiche Nahrung katabole Stoffwechsellage Magen-Darm-Blutungen (Blut-Eiweiß-Resorption)
  • Nenne extrarenale Faktoren, welche die Serum-Harnstoffkonzentration erniedrigen! Malnutrition Leberinsuffizienz (Verminderte Ammoniakumwandlung)
  • Warum wird Harnstoff nicht allein zur Beurteilung der Nierenfunktion herangezogen? wenig verlässlich durch starke Beeinflussung mit extrarenalen Faktoren
  • Was ist Kreatinin, wo kommt es her? Abbauprodukt von Phosphokreatinin im Muskel
  • Was ist ein guter Marker für die renale Ausscheidungsfunktion und warum? guter Marker: Kreatinin Grund: Produktionsrate konstant tubuläre Filtration ohne Rückresorption/ Sekretion Serumkonzentration sehr stabil
  • Nenne die Nachteile des Kreatininwertes als Marker der renalen Ausscheidungsfunktion! Niere hat sehr große funktionelle Reservekapazität                   → erst bei 66-75% Nierenfunktionsverlust steigt Wert nur im Zusammenhang mit Körperkonstitution beurteilbar (Bemuskelung)                   → Kachexie kann Niereninsuffizienz maskieren
  • Was ist SDMA? SDMA= Symmetrisches Dimethylarginin spezifischer Biomarker der Nierenfunktion Freisetzung beim Proteinabbau >90% renal eliminiert
  • Nenne Vorteile des SDMA als Marker gegenüber Kreatinin! spezifisch für Nierenfunktion früher erhöht als Kreatinin (schon bei Abnahme der GFR von 40%) unabhängig von Muskelmasse
  • Durch welche zwei intrarenalen Faktoren reguliert sich die Harnkonzentration? medullärer Gradient von Natrium und Harnstoff (ziehen Wasser nach) ADH-Wirkung (Einfluss auf Aquaporine, Förderung der Wasserrückresoption)
  • D: Isosthenurie Osmolarität Harn = Osmolarität Plasma (ca. 300 mosmol/l) spez. Gewicht Harn: 1,008-1,012(15)
  • D: Hyposthenurie Osmolarität Harn < Osmolarität Plasma           → Harn verdünnt (<300 mosmol/l) spez. Gewicht Harn: < 1,008
  • D: Hypersthenurie Osmolarität Harn > Osmolarität Plasma           → Harn konzentriert (> 300 mosmol/l) spez. Gewicht Harn: >1,030(35)
  • Fallbeispiel: Katze stark dehydriert, Kreatinin 250 μmol/l, Spez. Gewicht 1,065 Hund stark dehydriert, Kreatinin 345 μmol/l, Spez. Gewicht 1,010 Welche Form der Azotämie haben Hund und Katze jeweils? Katze:  prärenale Azotämie → wegen guter Konzentrationsfähigkeit (Hypersthenurie) Hund:  vermutlich renale Azotämie → wegen schlechter Konzentrationsfähigkeit (Isosthenurie)
  • Womit misst man am zuverlässigsten das spezifische Gewicht des Harns? Refraktometer
  • Welche Substanzen führen zu einem niedrigen spezifischen Gewicht? Flüssigkeitsinfusion Glukokortikoide Diuretika Antikonvulsiva (Antiepileptika) stark proteinreduziertes / salziges Futter
  • D: Urin-Protein-Kreatinin-Quotient für Quantifizierung einer Proteinurie Protein im Verhältnis zu Kreatinin bestimmen nicht bei entzündlich verändertem Urin (falsch hohe Werte)
  • D: Sedimentuntersuchung mirkoskopische Untersuchung von zentrifugiertem Urin Untersuchen auf Kristalle, Leukozyten, Erys, Bakterien, Epithelien, Zylinder (Proteine), Parasiten
  • Wie sollte der Harn am besten gewonnen werden für eine BU (bakt. Untersuchung)? Gewinnung von sterilem Harn Katheterisierung Zystozenthese (CAVE: kontraindiziert bei Hämostasestörung, Blasenwandneoplasie, durch Obstruktion dilatierter Blase)
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  • Wann führt man einen speziellen Nierenfunktionstest (z.B. Clearence-Studie, Szintigraphie) durch? wenn man bei nicht azotämischen Patienten dennoch Verdacht auf Nierenerkrankung hat
  • Nenne Indikationen für eine Nierenbiopsie und mögliche Komplikationen! Indikationen: Glomerulonephropathie Akutes Nierenversagen Komplikationen: Blutungen → Thrombosen (daher vorher immer Gerinnungsanalyse + Blutdruckmessung) Nierenbeckenverletzungen
  • Was ist Indikation für eine Ureterotomie? Uroliten Ruptur/ Riss (traumatisch)
  • D: Ureteroneocystotomie Implantation des Ureters nach Ureterotomie in die Blase WICHTIG: Tunnelung durch Blasenwand immitieren evtl. Verlängerung der Blase Richtung gekürzten Ureters mit Verschiebeplastik
  • Zystotomie (Hund) Indikationen: Urolithiasis, Trauma, Missbildungen, Fremdkörper, Hämatom, Infektion, Tumor, Chirurgie: Katheter einlegen um evtl. Konkremente aus Urethra in Blase zu spülen caudale Laparotomie in Linea alba (bei Rüden paramedian Haut schneiden, Penis seitlich verlagern, dann Linea alba suchen) Blase vorverlagern Eröffnung dorsal (dort Kristallisationsneigung an Wundnaht geringer) Inzision Blase parallel zur Längsachse, CAVE: Blutgefäße und Ureteren Ein-/ Zweischichtige Naht → nicht lumenpenetrierend, nicht nach außen stülpend (evertierend)
  • Welche Art der Urethrostomie ist beim Rüden am besten und warum? Welchen Nachteil gibt es? skrotale Urethrostomie            → am wenigsten Blutungen            → gute Wundheilung Nachteil: nur in Kombination mit Kastration
  • Was muss man beachten damit es nach einer Urethrostomie nicht zur Urinphlegmone kommt? bei Naht: Adaptation der urethralen Schleimhaut und der Haut (Marsupialisierung)                 → "künstliche" Fistel
  • postoperative Nachsorge bei Urethrostomie Halskragen strenge Ruhe (Vermeidung von Blutdruckerhöhung) temporäre Fistel: Fäden ex nach 1-5 d → sekundäre Wundheilung permanente Fistel bei hoher Rezidivrate: resorb. Nahtmaterial → Fistel schließt sich nicht
  • Erstversorgung bei Obstruktion (Kater) i.v. Flüssigkeitstherapie Analgesie (CAVE: wenn azotämisch keine NSAIDs) Katheterisierung (evt. Zystozentese) Harnprobe
  • Was gibt es an Therapiemöglichkeiten bei Hyperkaliämie bzw. Bradykardie infolge einer Obstruktion beim Kater? Infusion Bikarbonat Glukose Insulin Calcium
  • medikamentelle Versorgung bei konservativer Obstruktionstherapie (Kater) Analgesie (Buprenorphin, Meloxicam, Carprofen) Spasmolyse (Diazepam, Methamizol) ggf. Antibiose (Amox, Enrofloxacin, Cephalexin)
  • perineale Urethrostomie (Kater) Rückenlage oder Bauchlage Epiduralanästhesie elyptisch Penis umschneiden (Blutungen schnell stillen) Mm. ischiocavernosi am Beckenknochen abpräparieren (sonst starke Blutungen, schlechte Wundheilung) Lösen des Penis vom Beckenboden (Bandverbindung durchtrennen) Penisspitze absetzen Eröffnung Urethra (Durchgängigkeit testen mit Katheter) Naht: Marsupialisierung (Adaptation SH mit Haut), V-förmiges Einzelheft um Ostium, fortlaufende Kürschnernaht
  • Was sind typische gastrointestinale Folgen von Nierenerkrankung/ Urämie? Nausea, Vomitus, Anorexie Schleimhautreizungen v.a. in Maulhöhle
  • Was sind typische kardiovaskuläre Folgen von Nierenerkrankung/ Urämie? arterielle Hypertension Arrhythmien durch starke Elektrolytverschiebungen Myokarditis
  • Warum ist ein Lungenödem eine Folge von Nierenerkrankung und Urämie? folgt der urämischen Pneumonitis wegen Reizung durch urämische Toxine -> Entzündung manchmal durch Überladung mit Wasser (zu geringe Ausscheidung über Niere)
  • Was sind neurologische Folgen von Nierenerkrankung und Urämie? Apathie, Stupor, Koma, epileptische Anfälle →sekundär durch Bluthochdruck Muskelschwäche, Neuropathien
  • Warum kommt es bei Nierenerkrankung und Urämie zur Anämie, erhöhten Blutungsneigung und Immundefizienz? Entzündungsmediatoren hemmen renale EPO-Synthese →EPO-Mangel → Erythropoese↓ Thrombozytopathie durch Toxine→ Blutungsneigung abnorme Leukozytenfunktion durch Toxine → Immundefizienz
  • Was passiert mit dem Elektrolyt- und Säure-Basenhaushalt bei Nierenerkrankung und Urämie? v.a. Kalium, Kalzium, Phosphor im Blut erhöht↑ metabolische Azidose
  • Wodurch kommt es bei chronischen Nierenerkrankungen zu einem sek. renalen Hyperparathyreoidismus? zu geringe Phosphatausscheidung der Niere →dadurch Phosphatretention im Serum →dadurch erhöhte Stimulation der Nebenschilddrüse
  • Welche Folgen haben Nierenerkrankung und Urämie am Auge? Einblutungen in vordere Augenkammer durch Bluthochdruck Hypertensive Retinopathie (Netzhautablösung und Blutungen dahinter)→ Erblinden