7
Entwicklungspsychologie 1. Semester (Subject) / 3. VL (Lesson)
- Piaget: "Schema" Verhalten und Denken ist in Strukturen, sogenannten Schemata, organisiert• organisierte Wissens- und Verhaltensstrukturen (Handlungsschemata, kognitive Schemata)• Helfen uns dabei, die Welt zu erklären/verstehen (stiften Sinn)• Ergeben sich durch konstruktive Verarbeitung von (individuellen) Erfahrungen– Entwicklung = Re-Organisation von Strukturen
- zentrale Entwicklungsfrage für Piaget: Verläuft Entwicklung (dis-)kontinuierlich? Piaget: BeidesKontinuität der Entwicklung durch 2 funktionale Invarianten (d.h. Prozesse, die in allen Phasen über die gesamte Entwicklung hinweg wirksam sind): – Strukturierung/kognitive Organisation– Adaptation
- Strukturierung/kognitive Organisation nach Piaget Tendenz einzelne Beobachtungen in kohärente, zusammenhängende Wissenssysteme zu integrieren–> Führt zu einem eng vernetzten kognitiven System von Schemata
- Adaption nach Piaget Anpassung des Organismus (hier vor allem: kognitiven Strukturen) an Umwelterfahrungen• 2 komplementäre Prozesse für Adaptation:– Assimilation: neue Information wird in bestehende Wissensstrukturen eingefügt– Akkomodation: vorhandene Wissensstrukturen werden aufgrund neuer Erfahrungen angepasst• Äquilibration: Assimilation und Akkomodation werden ausbalanciert
- Piaget heute Sehr einflussreiche Theorie zur kognitiven Entwicklung• Entscheidende Schwächen?– Stufenmodell stellen kognitive Entwicklung konsistenter dar, als sie ist– Säuglinge sind kompetenter als gedacht (z.B. Objektpermanenz, verzögerte Imitation)– Prozesse/ Mechanismen der Entwicklung unklar-> Theorien der Informationsverarbeitung, Theorien dynamischer Systeme, Konnektionismus– Rolle des sozialen Kontext wird unterschätzt-> Soziokulturelle Theorien
- Formal-operationales Stadium Systematisches Experimentieren und hypothetisches Schlussfolgern– Pendelproblem wird systematisch angegangen• Nicht universell: nicht alle erreichen es• Erweitert die intellektuellen Fähigkeiten beträchtlich– Wirklichkeit als eine mögliche Realität– Fragen nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Moral
- Konkret-operationales Stadium Beginn des logischen Denkens– Invarianzprobleme und Balkenwaage werden gemeistert-> Grundbegriffe unseres Realitätsverständnisses (Invarianz, Raum, Zeit, Kausalität)• Auf konkrete Situationen beschränkt: Beispiel Pendelproblem– Wovon hängt die Schwingungsdauer ab: Länge, Gewicht und/ oder Fallhöhe?
Advertisement