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Medizin (Subject) / Geriatrie, Hämatoonkologie (Lesson)

Zusatzweiterbildung Geriatrie

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  • Häufigkeit maligner Erkrankungen im Alter Die Inzidenz maligner Erkrankungen steigt ab dem 60. Lebensjahr an 63% der Tumorpatienten sind älter als 65 Jahre
  • Entscheidungskriterien einer onkologischen Therapie des alten Patienten Das Therapieziel ist nicht immer nur eine Verlängerung der Lebenserwartung sondern vorrangig eine Erhaltung oder Wiederherstellung einer guten Lebensqualität.Wichtige Entscheidungskriterien sind: die Restlebenserwartung , Komorbidität und Patientenwille die Wahrscheinlichkeit des Auftretens tumorbedingter Symptome die Einschränkung der Lebensqualität durch den Tumor die Verträglichkeit der Therapie die Möglichkeit dass die Therapie zeitgerecht und vollständig durchgeführt werden kann die Möglichkeit einer ambulanten Therapie das voraussichtliche Ausmaß der Einschränkung der Lebensqualität durch die Therapie
  • Eisenmangelanämie Eisenmangelanämie Häufigste Ursache einer mikrozytären Anämie häufigste Ursache sind gastrointestinale Blutverluste aus Fleisch und Fleischprodukten wird etwa 30 % ,aus pflanzlicher Nahrung dagegen weniger als 5% Eisen resorbiert bei Hypochlorhydrie auf Basis einer atrophischen Gastritis oder bei Anwendung von PPI ist Eisenresorption vermindert selten schwere Eisenresorptionstörungen → parenterale Fe-Gabe Ferritinspiegel⇓, Transferrinrezeptorspiegel⇑
  • Megaloblastäre Anämie bei Vitamin B12-Mangel Vitamin B12-Mangel Resorption von Vitamin B12 ist abhängig vom sauren Magenmilieu und Intrinsic-Faktor Autoimmunerkrankung mit Antikörper gegen Parietalzellen und Intrinsic factor führen zur perniziösen Anämie, häufig liegen dabei gleichzeitig mehrere Autoimmunerkrankungen vor, in 90% sind parietale Antikörper nachweisbar, die bei alten Menschen jedoch eine geringe Spezifität aufweisen Fehlernährung, Resektion des terminalen Ileums oder Morbus Crohn kann auch Vitamin B12 Mangel bewirken Neben makrozytärer Anämie häufig auch neurologische Störungen
  • Behandlung Vitamin B12 Mangel Sollte mit Hydroxocobalamin behandelt werden da  es die neurologischen Begleitsymptome besser beeinflusst als mit Cyanocobalamin da meist eine Resorptionsstörung besteht sollte die Substitution parenteral erfolgen Hydroxocobalamin kann intramuskulär oder subkutan appliziert werden Zusätzliche Gabe von Eisen und Kalium in der Initialphase, Cave schwere Hypokaliämie mit Herzrhythmusstörungen! bei Vorliegen einer Polyneuropathie kann es bis zu 12 Monate dauern , bis sich diese zurückbildet
  • Megaloblastäre Anämie bei Folsäuremangel Werden Nahrungsmittel länger als 15 Minuten gekocht wird Folsäure zerstört der menschliche Körper hat keine Folsäurespeicher alte Menschen ohne Zähne stellen eine Risikogruppe für Folsäuremangel dar vielen Älteren fehlt das Geld oder die Mobilität um täglich frisches Obst und Gemüse einzukaufen eine einzige Mahlzeit kann den Serumfolsäurespiegel normalisieren MERKE: ein Vitamin B12 Mangel wird parenteral, ein Folsäuremangel oral behandelt 5mg Folsäure täglich über 3 Wochen,  dann einmal pro Woche 5mg
  • Myelodysplastische Syndrome MDS Myelodysplastische Syndrome MDS Heterogene Gruppe klonaler Stammzellerkrankungen mit Transformation einer frühen hämatopoetischen Stammzelle und peripherer Zytopenie meist mehrerer Zellreihen typische Alterserkrankung ,medianes Erkrankungsalter liegt bei ca. 70 Jahren bei über 70 jährigen Inzidenz bei 20/100000 mehr als 90% der MDS primäre Form verläuft initial symptomarm, meist Zufallsbefund Abgrenzung zur Vitamin B12-Mangelanämie wichtig mehr als die Hälfte aller Patienten mit MDS stirbt an Krankheitsassoziierten Komplikationen
  • Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz MGUS Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz MGUS Nachweis eines Paraproteins im Serum/Urin ohne Nachweis einer Grunderkrankung etwa jeder 13. über 80 Jahren weist ein MGUS auf eine klinisch relevante Plasmazellerkrankung tritt jedoch nur in 1% der Fälle pro Jahr auf bei symptomfreien  Patienten > 65 Jahren mit niedrigem Risikoprofil kann auf eine Knochenmarkpunktion verzichtet werden
  • Multiples Myelom Multiples Myelom (Plasmozytom) Bösartige Erkrankung mit Bildung klonaler Plasmazellen welche vermehrte Paraproteine bilden stellt mit einem mittleren Erkrankungsalter um 70 Jahre und eine Inzidenz von 4 bis 6 /100.000 eine typische Erkrankung des älteren Menschen dar es zählt zu den niedrig malignen B-Zell-Lymphomen als Vorstufe ist das MGUS obligat aber nicht immer vorher bekannt Symptome: Anämie, Niereninsuff., erhöhte Infektanfälligkeit, patholog.Frakturen "Osteoporosebeschwerden"
  • Therapie multiples Myelom Therapie multiples Myelom Im Stadium Durie und Salmon I erfolgt in der Regel keine spezifische Therapie. Neue Stadien : ISS I -III Patienten mit nachweisbaren Endorganschäden als Zeichen der klinisch relevanten Krankheitsprogression werden behandelt geriatrische Patienten > 75 Jahre erhalten z.B. eine Kombination aus Melphalan , und Thalidomid bzw Bortezomib, Lenalidomid plus Dexamethason.  die einzige Therapie, die zu einer längerfristigen Remission führen kann ist die Hochdosischemotherapie mit Melphalan mit nachfolgender Retransfusion von autologen peripheren Blutstammzellen, die obere Altersgrenze beträgt nur formal 65 Jahre zusätzlich sollten Bisphosphonate regelmäßig gesetzt werden Plasmapherese bei Hyperviskosität.
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  • Chronisch lymphatische Leukämie Klonale Proliferation von B-Lymphozyten im peripheren Blut, Lymphknoten, Milz und Knochenmark gehört zu den niedrig-malignen B-Zell-Lymphomen häufigste Leukämieform Inzidenz steigt mit zunehmendem Lebensalter an und beträgt im achten Lebensjahrzehnt ca 30/100000 pro Jahr Männer häufiger betroffen als Frauen tritt gehäuft bei Autoimmunerkrankungen auf etwa ein Drittel der Patienten benötigt zeitlebens keine Therapie bei blandem Verlauf
  • CLL Merksätze CLL Merksätze Leitsymptom der CLL ist die indolente Lymphknotenschwellung die Diagnose CLL kann im Differentialblutbild gestellt werden, zur Diagnosesicherung sollte eine Durchflusszytometrie durchgeführt werden die Diagnose CLL stellt nicht immer eine Therapieindikation dar bei geriatrischen Patienten mit therapiebedürftiger CLL kann eine Erstlinientherapie mit Chlorambucil oral oder Bendamustin i.v. erfolgen
  • Thrombozytopenie Thrombozytopenie Häufigste Ursache hämorrhagischer Diathesen bei funktionstüchtigen Thrombozyten  treten in der Regel erst bei werten < 30000 Blutungen auf bei Heparin induzierte Thrombozytopenie (HIT) Typ 2 sind Thrombozytenkonzentrate kontraindiziert ebenso bei  TTP Produktionsstörungen, Umsatztsteigerung
  • Tiefe Venenthrombose TVT Inzidenz von 1 - 3 Fälle /1000 Einwohner/Jahr bei Menschen >80 Jahren von 4 - 6 Fälle/1000 Einwohner /Jahr bei stationären Patienten ist die Thromboseinzidenz deutlich höher zwei Drittel betreffen das linke Bein ein hohes Alter ist ein eigenständiger Risikofaktor für venöse Thromben
  • Tiefe Venenthrombose Klinik Die typischen historischen Zeichen einer TVT (einseitige Schwellung Wadenkompressionsschmerz , Schmerz bei Druck auf die mediale Fußsohle etc.) entsprechen nicht mehr modernen wissenschaftlichen Kriterien die klinischen Zeichen sind unzuverlässig , ihr Fehlen schließt eine tiefe Venenthrombose keinenfalls aus weniger als 30% der Patienten haben klinische Zeichen bei Vorliegen einer TVT besonders bei bettlägerigen geriatrischen Patienten liegen häufig keine typischen klinischen Thrombosezeichen vor , im Zweifel sollte deshalb immer eine Duplexsonographie erfolgen
  • TVT Merksätze Negative D-Dimere machen eine frische Beinvenenthrombose unwahrscheinlich positive D-Dimere sind dagegen nicht beweisend für eine tiefe Beinvenenthrombose bei idiopathischer Thrombose immer Screening auf Tumoren durchführen bei einer TVT ist keine Bettruhe erforderlich, außer bei Beckenvenenthrombose mit V.a LAE
  • Chronisch myeloische Leukämie CML Chron. Phase, Akzelerierte Phase, Blastenkrise Therpie der chron. Phase: Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) Heilung möglich durch TKI oder allogene KM- Transplantation.