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Psychologie (Subject) / Differentielle und Klinische Psychologie (Lesson)

Vorlesungen der Uni- Wien 2016/17

This lesson was created by FlorianMiehe.

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  • Wenn man sich das Schaubild des Diathese stress Modells als Querschnitt einer Unterwasserwelt vorstellt, für was steht der Meeresgrund, was ist die Wasseroberfläche und was entsteht, wenn die Stressoren die Wasseroberfläche durchbrechen? -          Der Meeresgrund sind die Dispositionen, sie bilden die basis für die nach oben wachsenden Stressoren -          Die Wasseroberfläche ist die Schwelle, die ein Stressor überqueren muss, um als pathologisch wahrgenommen zu werden, Ressourcen können diese Wasseroberfläche erhöhen, sodass keine Störung zum Ausbruch kommen kann -          Überquert ein Stressor die Schwelle der Wasseroberfläche kommt es zur Symptombildung
  • Welche Faktoren wirken sich laut dem Vulnerabilitäts- stress- Modell darauf aus, ob es zu einer psychischen Störung kommt oder nicht? -          Persönlicher Umgang mit Belastung/ stress -          Enge persönliche beziehungen -          Dein selbstbewusstsein -          Genetische faktoren -          Traumatische ereignisse jeder art -          Evtl unfälle oder krankheiten
  • Was sind die Probleme der integrativen Modelle? -          Erst als rahmen vorhanden, muss noch weiter ausgearbeitet werden -          Nivelliert nicht die fifferenzen der einzelparadigmen -          Nicht allgemein anerkannt (grawe)
  • Welche modelle bilden die basis des allgemein akzeptierten übergeordneten Modells (der psychiatrie, psychosomatik, Medizin und klinischen Psychologie)? -          Die integrativen Modelle
  • Die klinische Psychologie ist eine empirische wissenschaft, die… -          Rivalisierende paradigmen enthält -          Psychotherapie als teilgebiet enthält -          Grundlagen und Anwendung beforscht -          An der wissenschaftstheorie orientiert ist
  • Wann spricht man in der diff. Psy. von einem Experiment? =Wenn unter kontrollierten Bedingungen eine Abhängige Variable (z.b. Konzentrationsleistung) untersucht wird, wobei die Vpn (Untersuchungseinheiten) Unabhängigen Variablen (z.B Lärmbelastung) RANDOMISIERT zugeteilt werden -> Randomisierung ist entscheidend für kausale Interpretation
  • Wann spricht man von einem quasi Experiment? = Studium von von Phänomenen (Abhängige Variable) unter kontrollierten Bedingungen, wobei die Untersuchungeseinheiten/ Versuchspersonen NICHT RANDOMISIERT zugeteilt werden können, daher Auswahl aus vorgegebener Gruppenzugehörigkeit (z.B. nur Frauen oder Männer, nur depressive Patienten etc.) -> keine Randomisierung – keine kausalinterpretation
  • Was bedeutet Varianz (s²)? = das Maß der verschiedenheit (variabilität/ streuung) eines Merkmals/ einer variable in einer Stichprobe. Umso größer, desto mehr Messwerte weichen vom gemeinsamen Mittelwert ab.
  • Was bedeutet Korrelation (r)? = das Maß für die Stärke eines linearen Zusammenhangs zwischen zwei Variablen/ Merkmalen -> r = Kovarianz geteilt durch Produkt beider Standardabweichungen -> Es gilt: -1 kleiner-gleich r kleiner-gleich +1 -> keine kausale Aussage möglich!
  • Welche sind die vier Möglichkeiten kausaler Zusammenhänge? = X beeinflusst Y    Y beeinflusst X    X und Y werden von einer dritten Variable beeinflusst    X und Y beeinflussen sich wechselseitig
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  • Eine Korrelation ist eine … aber keine … Bedingung für einen kausalen Zusammenhang. = notwendig aber nicht hinreichend
  • Was ist in der empirischen Forschung mit Koinzidenzen gemeint? = Eine Korrelation gilt als Koinzidenz, bis sie hinreichend (durch kontrollierte Versuchsbedingungen und randomisierte Zuordnung der Vpn) auf Kausalzusammenhänge untersucht wurde. Das heißt eine Korrelation gibt nur einen Hinweis auf mögliche kausale Zusammenhänge.
  • Welches Kriterium muss eine Stichprobe erfüllen, um (frei von Verzerrungen) kausale Inrerpretationen zu ermöglichen? = Sie muss die Gesamtpopulation repräsentieren, sonst keine Aussage über die Grundgesamtheit möglich
  • Was versteht man unter Varianzzerlegung? = Die Gesamtvarianz zweier Variablen, von denen angenommen wird, dass sie unabhängig voneinander variieren, kann in zwei additive Komponente (Varianzanteile) zerlegt werden. -> z.B. Körpergewicht und Körpergröße. Varianz in Gewicht besteht auch, wenn Stichprobe nach Körpergröße ausgewählt wird = beide Merkmale variieren unabhängig voneinander. Dadurch wird, solange man die Gesamtvarianz kennt, die Abschätzung bestimmter Varianzanteile und damit Aussagen über Kausalzusammenhänge möglich.
  • Was ist die Voraussetzung für die Varianzzerlegung? -          Fehlerfreie Messung/ Erhebung des Merkmals -          Kein Zusammenhang zwischen beiden Varianzen
  • Nenne einen weiteren Nutzen der Varianzzerlegung = Es können Anlage und Umweltanteile an der Gesamtvarianz eines Merkmals geschätzt werden
  • Wer beschrieb als erster den Regressionseffekt? = galton 1886 (Regression zur Mitte)
  • Was meinte Galton mit Regression zur Mitte? = Der Variablenwert eines normalverteilten Merkmals ist abhängig von Umweltbedingungen und Messqualität. Wenn in der Testung des konstanten Merkmals ein besonders überdurchschnittlicher Wert ermittelt wurde, ist anzunehmen, dass Umwelt und Messbedingungen bei der nächsten Testung weniger günstig sein werden, und somit ein Wert näher am Durchschnitt herauskommt. Gleiches gilt in umgekehrter Weise für weit unterdurchschnittliche Ergebnisse -> Regression zur Mitte -> rüchschritt/ rückschluss um planungsfehler bei der Stichprobenauswahl zu vermeiden, nicht die statistische Vorhersage.
  • Anhand welcher Forschung stellte Galton den Regressionseffekt fest? = Vererbung von Intelligenz Die Söhne hochintelligenter Väter sind im Schnitt auch überdurchschnittlich Intelligent, aber nicht im selben Ausmaß wie ihre Väter, da in der Regel nicht dieselben guten Bedingungen gegeben sind.
  • Was bedeutet regression zur Mitte nicht (in bezug auf die streuung des merkmals)? Und warum? = dass die Streuung des Merkmals kleiner wird -> es findet letztlich nur ein Austausch zwischen extremeren und mittleren Positionen statt.
  • Warum kann EINE Messwertänderung in Richtung EXTREMPOSITION mehrere Änderungen zur MITTE aufwiegen? = weil die Varianz ein quadratisches Streuungsmaß ist. (Viele kleine Änderung wiegen eine extreme Änderung auf)
  • Was sind die Aufgaben klinisch psychologischer Forschung (Aufzählung) - Exploration, Beschreibung und Erklärung klinisch psych. Phänomene- Überprüfung wissenschaftlicher Hypothesen klin. psy. Fragestellungen- Entwicklung und Evaluation klinisch psy. Interventionen und Ausbildungsprogramme
  • nenne die 6 Bereiche klin. psy. Forschung •Grundlagenforschung:»Pathopsychologie/Nosologie, psychologische Grundlagen•Diagnostische Forschung:»Diagnostik, Klassifikation, Methodenentwicklung•Methodenforschung:»Entwicklung von Forschungsmethoden•Epidemiologische Forschung»Epidemiologie psychischer Störungen•Ätiologie: Ätiologische Forschung»Ursachen, Entstehungsbedingungen, Auslöser, Verlauf/Aufrechterhaltung•Interventions-/Psychotherapieforschung:»Prävention, Rehabilitation»Behandlung, Therapie
  • Zur klin. Psych. Grundlagenforschung gehört die Erforschung psychologischer, psychophysiologischer und sozialer merkmale von Personen mit: psychischen Störungenpsychologischen Funktionsstörungensomatischen Erkrankungen
  • Zur klin. Psych. Grundlagenforschung gehört ..., ..., ... psychopathologischer Phänomene, gestörter psychologischer Funktionsmuster. Beschreibung, Fundierung, Erklärung
  • Zu klinisch psychologischer grundlagenforschung gehört psychologische Forschung im Hinblick auf: (Schnittmenge mit anderen Grundlagenfächern) - allgemein psychologische Phänomene (Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis etc.)- Persönlichkeit (differentiellle psy.)- sozialpsychologische Phänomene (Beziehungen, Attribution etc.)- Entwicklung
  • Nenne drei Beispiele klin. Psych. grundlagenforschung - Gedächtnispsychologie: Theorie assoziativer (Emotions)Netzwerke (Bower 1981)- Kognitive Emotionstheorie von Lazarus (1. Bewertung d. Situation, 2. Einschätzung d. Bewältigungsstrategie, 3. Erneute Bewertung)- Bindungsforschung (sichere Bindung als Kind selten bei psy. Störungen)
  • Aufgaben diagnostischer Forschung: (4 Punkte) - Entwicklung von Indikatoren, Kriterien und Verfahren zur Diagnose psy./ funkt. Störungen  Diagn. Interviews, Fremd/ Seelbstbeurteilungsverfahren, Checklisten- Überprüfung der empirischen Güte /Qualität der Verfahren und Diagnosen- Ermittlung von Symptomclustern (Syndromen)- Differenzierung unterschiedlicher Störungsgruppen
  • In welchen Teilbereich klinisch psy. Forschung gehören die ermittlung von Syndromen und die Differenzierung unterschiedlicher Störungsgruppen? Diagnostische Forschung
  • Beispiele Diagnotischer Forschung? (4) - SKID - strukturiertes klinisches Interview zum DSM 4- DIA-X - Screening Interview für psychsche Störungen- DIPS - Diagnostisches Interview für psychische Störungen- OPD - Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik
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  • Aufgaben klin. Psy. Methodenforschung? Entwicklung und Überprüfung von Forschungs und Erhebungsmethoden für den klinisch psych. Bereich+ Überprüfung ihrer Gütekriterien (Reliabilität, Validität, Objektivität)
  • Aufgaben der Epidemiologie-Forschung? Erforschung der:- Häufigkeit und Verteilung psych. Störungen usw. in der Bevölkerung hinsichtlich raum-zeitlicher und populationsspezifischer Merkmale.- Funktion von Risiko/ Protektiven Faktoren- des Verlaufs und Ausgangs von Störungen
  • Beispiele der Epidemiologieforschung? (3) - New Haven Study (Hollingshead & Redlich) -> Schichthypothese: Neuosen in oberen schichten, psychosen eher in unteren- National comorbidity study (Kessler)- Oberbayrische Risikostudie (Dilling & weyrer) 1 jahres prävalenz ca. 30%
  • Was für ein Verfahren stellt die Faktorenanalyse dar? ein verfahren zur Informationsverdichtung (wissenschaftlichen ökonomisierung) mit dem Ziel, die, einem (manifesten) Variablensatz zugrunde liegenden Dimensionen (= latente Variablen/ konstrukte/ faktoren) rechnerisch zu ermitteln.
  • Was ist der Ausgangspunkt der Faktorenanalyse? satandardisierte Variablen und deren Interkorrelationen (korrelationen zwischen allen Paaren von variablen)
  • Was ist eine korrelationsmatrix? Korrelationen zwischen allen Variablenpaaren, auch genannt Interkorrelation(Grundlage der Faktorenanalyse)
  • Wie kann die Faktorenanalyse die Interkorrelationen (linearen Zusammenhänge), die zwischen vielen verschiedenen variablen bestehen, einfacher erklären? Indem die vielen Zusammenhänge auf wenige gemeinsame Faktoren zurückgeführt werden
  • Da es bei der Faktorenanalyse darum geht, die Varianzanteile der verschiedenen Variablen zu bestimmen, muss zuerst was getan werden? Die varianzen müssen durch lineare messwerttransformation (standardisierung) vereinheitlicht werden - > dabei gibt es keinen Informationsverlust, da korrelationen beo linearer messwerttransformation invariant sind
  • Welche Eigenschaften hat eine standardisierte/ linear- transformierte Variable immer? (z- wert) Mittelwert 0 Varianz 1 Z = (X - AM) / s
  • Was ergibt sich, stellt man eine Faktorenanalyse in Form von Venn Diagrammen dar? in einem Geflecht von Überlappungen der Ereignisse/ Variablen und die jeweils eigenständigen variablenspezifischen Bereiche
  • Was sind orthogonale Faktoren? Faktoren die nicht miteinander korrelieren (werden üblicherweise gewählt)
  • Was sind die Aufgaben der Ätiologieforschung, neben der Erforschung der Ursachen und Auslöser psychischer Störungen und gestörter Funktionsmuster? Entwicklung und Überprüfung von Modellen der Entstehung psychischer Störungen (allgemein und bezogen auf spez. psych störungen) Differenzierung hinsichtlich:- risiko vs protektive faktoren- prädisponierende/ vulnerabilisierende- auslösende/ manifestierende faktoren- aufrechterhaltende/ verlaufssteuernde faktoren
  • Was sind die verschiedenen datenebenen Ätiologischer Forschung? Sozial, interpersonal, psychologisch (personal), biologisch/ ökologisch
  • Aufgaben der Psychotherapieforschung? (7, spezifisch) - Wirksamkeits/ Effektforschung- Erforschung des kosten- nutzen verhältnisses- Erforschung der therapeutischen Prozesse (Prozessforschung)- Entwicklung und Überprüfung theoretischer Modelle- Patientenzufriedenheit- Erforschung der Effekte der Ausbildung in Psychotherapie- Erforschung der sozialpolitischen bedeutung von Psychotherapie
  • Arten der Psychotherapieforschung? (5) - Outcome Forschung (Wirksamkeit)  -> Kosten nutzen  -> efficacy vs. effectiveness- Prozessforschung   -> analyse therapeutischer prozesse- Praxisforschung   -> Qualitätssicherung   -> speziell effekte der Intervention in Praxen- Versorgungsforschung   -> Wie gut ist die gesellschaft mit psychotherapie versorgt- Ausbildungsforschung   -> effekte der Ausbildung und der Ausbildungselemente
  • Klin. Einzelfallstudie, Einzelfallanalyse oder Einzelfallexperiment - ist eine systematische meist interpretierende qualitative beschreibung einer einzelperson? Klin. Einzelfallstudie
  • Klin. Einzelfallstudie, Einzelfallanalyse oder Einzelfallexperiment - setzt systematische und standardisierte Methoden ein, um psy. Merkmale, Eigenschaften oder Fähigkeiten zu bestimmen? Einzelfallanalyse
  • Klin. Einzelfallstudie, Einzelfallanalyse oder Einzelfallexperiment - untersucht systematische Variationen von variablen/ Merkmalen über die Zeit Einzelfallexperiment, auch genannt zeitreihen Experiment
  • Was ist der Wert von Einzelfallstudien und analysen? - Hypothesengenerierung- Vorläufige annahme/ widerlegung einer hypothese- Belegung der Wirksamkeit einer therapeutischen methode- Studium und analyse selten auftretender oder neuer Ereignisse (z.b. multiple persönlichkeit)
  • Probleme von Einzelfallanalysen und studien? (5) - Beobachter niemals wirklich objektiv- theorienabhängigkeit- Mangelnde systematik daher keine kausalinterpretation möglich- nicht generalisierbar- auch nicht replizierbar