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Geschichte (Subject) / Mündlichkeit (Lesson)

Zeitzeugengespräch = Oral History

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  • Einleitung Mündliche Weitergabe als Alltagsphänomen Entscheidende Zeitphase meist 30 bis 40 Jahre Viele heute vorliegende schriftliche Quellen sind Anfangs mündlich weitergegeben worden. Eher Tradition als Überrest (bewusst erzeugt) -> sorgfältige Analyse des Befragten + Forschers !!!
  • Unterscheidung der Formen der Zeugen durch Henke-Boschatz Wichtig für Glaubwürdigkeit: Tat- oder Augenzeuge (z.T. juristischer Zeuge aber nicht immer verlässlich - Abweichungen), Zeitgenosse (zeitgleich aber nicht aus erster Hand), Zeitzeuge (=Augenzeuge und moralischer Zeuge nach Assmann - hat sich aus der Befragung von KZ-Überlebenden entwickelt)
  • Definition Oral History nach Wierling (Vierling -> 4 Merkmale) OH -> übersetzt mündliche Geschichte -> Vorgehen innerhalb der Geschichtswissenschaft, bei dem Erinnerungsinterviews mit 'Zeitzeugen' als historische Quelle dienen. Der Begriff bezieht sich auf die Produktion dieser Quelle und die Aufbereitung und Archivierung sowie Auswertung nach historischen Fragestellungen Sound History in diesem Zusammenhang erwähnen, spielt aber keine große Rolle. -> Lieder eher als Texte und damit schriftliche Quellen.
  • Vorgehensweise bei wissenschhaftlichem Forschungsprojekt zu Oral History (Baumgärtner) 1. Festlegung Untersuchungsgegenstand und Formulierung der Fragestellung (z.B. Nationalsozialismus und Arbeiterschaft im Ruhrgebiet), Alter zwischen 10-15 und 90 Jahren, es bieten sich Themen an zu denen es keine Quelle gibt. Erfahrungen von Personen und wie diese gedeutet und verarbeitet werden -> Sinnbildung 2. Planung der Befragung (Fragenkatalog) -> 3 Formen des Gesprächs: Expertenintervie, thematisches Interview (pers- Eigenheiten spielen untergeordnete Rolle), biografisches Interview (Lebensweg). 3. Durchführung und Aufzeichnung (am besten audiovisuell). 4. Erstellung eines Gedächtnisprotookolls -> nicht nur Inhalt sondern auch Mimik, Gestik, Gesprächspausen -> Interview soll als Ganzes festgehalten werden. 5. Transkription und Indexierung des Inhalts, Auswertung und Interpretation
  • Chancen (5) und Probleme (5) im GU nach Henke-Boschatz + unmittelbare Erfahrung (persönlich, lebendig)+ Eigenaktivität während des gesamten Prozesses (Handlungs- und Projektorientierte Lernarrangements)+ Außerschulische Relevanz+ starke Präsenz von Zeitzeugen in der Geschichtskultur (wie kommen Aussagen zustande?)+ Reflexion über Möglichkeiten und Grenzen des Erzählens und der Darstellbarkeit von Geshichte insgesamt ./. Methodische Überforderung (Professionalität von Kindern nicht zu erwarten)./. Persönliche Überförderung ( fehlende Lebenserfahrung in Interviewsituation)./. Inhaltliche Überforderung (Fachwissen zum Sachverhalt ud zur Person)./. Schulorganisatorischer Aufwand (nicht in 45 Minuten -> spricht aber für GS)./. Gefahr der Banalisierung (Erzählungen werden unreflektiert geglaubt -> keine differnezierte Urteilsbildungvon mir: Emotionale Überforderung (bei schlimmen Erlebnissen)
  • Einblick in die Methode oder Anwendung der Methode Oral History für Schule relevant -> Einblick weil wichtig für Zeitgeschichtsforschung und mediale Präsenz (Dokus) -> thematisch eng, zeitlich knapp, isolierte Aussagen - auch KZ-Häftling in der Aula zählt nur bedingt zu dieser Gattung (kritische Fragen deplatziert und kein Interview) Anwendung der Methode enorme Anforderungen (selten im GU) mögliche Ansatzpunkte:- Erkunden eines Quellenwertes für allgemeine Unterrichtsthemen- Exemplarische Thematisierung der Methode (Video + transkribierter Text)- Kritische Analyse von Zeitzeugenaussegen in Dokumentationen- Befragung von Familienmitgliedern zu bestimmten Ereignissen !! Vor allem relevant für GS !!- Durchführung von Zeitzeugengesprächen im Unterricht (Methodik)- Oral-history-Projekt eher in speziellen Kursen, Wettbewerbsbeiträgen oder Projektwochen
  • Definiton Oral History nach Niethammer (1978) und Heitzer (2004) 2 wie bei Spiele aktuelle Diskussion "spezifisch zeitgeschichtliche (vgl. Hans Rothfels) Forschungstechnik" - stammt aus den 30er Jahren als in den USA arbeitslose Akademiker ehemalige Sklaven befragten. Oral History ist die Produktion und Bearbeitung mündlicher Quellen. Frage ob es eine Forschungsmethode oder eine Erfahrungswissenschaft ist - Heitzer sagt hat von beiden Seiten Elemente.
  • Methodische Probleme von Oral Histor nach Heitzer (6) 1. Befragung von meist älteren Menschen2. Funktion des Langzeitgedächtnisses wichtig3. Wahrnehmungsfehler und Wandel der Wahrnehmung und Erinnerung (Alltag +)4. Keine Repräsentativität, Validität kann mit anderen Quellen geprüft werden, Reliabilität kann durch mehrmalige Befragungen auch in andren Zusammenhängen geprüft werden5. Rolle des Zeitzeugen als: a) Augenzeuge, b) Ohrenzeuge, c) Zeuge von Erzählungen6. Historiker ist an Befragung beteiligt und kann gewollt oder ungewollt Einfluss nehmen -> Interviewer oder Interviewte muss quellenkritisch betrachtet werden.
  • Umsetzung von Oral History in Grundschule (Heitzer) Unterrichtsbeispiele Erinnerung immer subjektiv -> 1. Schultag von jedem anders erinnert und gewertet -> Vergleich mit Tagebuch. Wer hatte Angst am 1. Schultag -> keine Meldung -> SuS erkennen dass unangenehmes ncht gerne erzählt wird -> Verbindung von zyklischer Zeiterfahrung mit chronologischer (zyklische Ereignisse werden oft wiederholt und deshalb besser erinnert). Der 1. Schultag mit anderen Zeitzeugen, Schule in den letzten 50 Jahren, altes Handwerk, Geschichte der Feuerwehr, Nachkriegszeit (siehe Beispiel Flüchtlinge).
  • Voteile der Arbeit mit Oral History - 9 + Zusammenfassung (Heitzer) 1. Subjektivität der Geschichte2. Multiperspektivität erforderlich3. Verbindung von Heimatgeschichte, Alltagsgeschichte und Zeitzeugen vor Ort (konkret und lebendig).4. Verbindung von Mikro- und Makroebene der Geschichte.5. Das Fremde der vorherigen Generation erzeugt Neugier.6. Begegnung von Alt und Jung für beide Seiten von Vorteil.7. Mündliche Geschichte auch Entlastung gegenüber schriftlicher Geschichte.8. Überwindung von Subjekt-Objekt-Trennung.9. Aktive Beteiligung an Produktion von Quellen. Unmittelbares Erleben von Geschichte
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  • Oral History Projekt in Grundschule (Heitzer) -> Merkmale Strukturierung Beispiel Nachkriegszeit 1945 Merkmale: forschendes Arbeiten, Entwicklung von Fragestellungen, Herstellung und Auswertung mündlicher Quellen, enger Bezug von Schule und Lebenspraxis, konkrete Anwendung des in der Schule erworbenen Wissens. - Motivierung / Problematisierung (Gedenkfeier, Bildquelle, Schriftquelle, Einzelschicksal)- Auswahl der Zeitzeugen (Zeitleiste -> es gibt noch Menschen die es erlebt haben)- Fragen an die Zeitzeugen (Was wollen wir wissen ? z.B. Haus, Reparatur, Flüchtlinge)- Erinnerungsinterviews (Gruppen führen Interviews durch)- Verschriftlichung und Auswertung (Schriftform + Vorstellung im Plenum) -> Antworten unterschiedlich -> Vergleich untereinander und mit anderen Quellen -> abhängig von persönlicher Situation des Befragten.
  • Probleme der Oral History Arbeit (Heitzer) Abwägung Einüben in die Forschungsmethode RDSIAVFGA SuS können vor älteren Menschen Angst haben und Sprechverhalten als irritierend empfinden.Ältere Menschen haben oft Vorurteile gegen Kinder + hohe Stimme ist schwierig (Holl 2004).Lösung: Vorauswahl und Vorbereitung des Lehrers + evtl. Dolmetscher. Zeitaufwand und Arbeitsintensiv aber faszinierend und motivierend Rollenspiele, Unterstützung im Deutschunterricht, Schneeballsystem (Familie dann Andere), Ort und Art der Interviewführung bestimmen, Aufzeichnungen und Stichpunkte, Vorwissen über das Gefragte, Fragenkatalog mit offenen und geschlossen Fragen,max 6 Schüler je Gruppe (2 Interviewer, 1 Techniker, 2-3 Stichpunkteschreiber,-> Auswertungung auf Basis Analyse (z.B. Widersprüche), Sachurteil (Alltagsgeschichte in Verbindungen mit Phänomenen), Wertung (Reflexion + ursprünglich Erwartungen an Zeitzeugenbefragung).