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Anästhesie (Subject) / Postoperative Analgesie (Lesson)

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  • Antipyretische Analgetika Cyclooxygenasehemmer -> Blockieren im Wundgebiet die Bildung von Prostaglandinen, Prostaglandine sensibilisieren die Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) gegen Schmerz auch antinozeptive Wirkung auf spinaler und suprespinaler Ebene Unterteilung in nichtsaure antipyretische Analgetika (pKa-Wert > 5), z.B Paracetamol (Anilinderivat), Metamizol (Pyrazolonderivat), Parecoxib (COX-2-Hemmer) saure antipyretische Analgetika (pKa-Wert < 5), z.B. Diclofenac, Ibuprofen, ASS
  • Paracetamol nichtsaures antipyretisches Analgetikum Aniliderivat hemmt v.a. COX-2 spinal und supraspinal, kaum peripher -> Aktivierung deszendierender hemmender Schmerzbahnen, gute analgetische, antipyretische, fast keine antiphlogistische Wirkung Dosis: rektal: initial 40 mg/kgKG (Säuglinge bis 6 Mon 20 mg/kgKG), Repetition 15 mg/kgKG, max 90 mg/kgKG/d für 3d (Säuglinge bis 6 Mon 60 mg/kgKG/d), Intervall 6 h (Säuglinge bis 6 Mon 8 h), Wirkmaximum nach 2-3 h oral: idem i.v.: Kinder < 10 kg 7,5 mg/kgKG, Kinder > 10 kg 15 mg/kgKG max 4mal/d, Erwachsene > 50 kg bis zu 4mal 1g/d NW:  toxische Leberschädigung bei Überdosierung, da teilweise Abbau über Cytochrom-P450-System zu toxischemN-Acetyl-P-benzochinonimin, dieses wird über Glutathion normalerweise sofort neutralisiert, bei Überdosierung oder eingeschränkter Glutathionreserve infolge Leberschädigung -> Leberzellnekrosen Antidot: N-Acetylcystein ? bei Gabe im 1.Lj Risikofaktor für Asthma bronchiale hemmt Thrombozytenfunktion
  • Metamizol nichtsaures antipyretisches Analgetikum Pyrazolonderivat hemmt v.a. COX-2 spinal und supraspinal, kaum peripher -> Aktivierung deszendierender hemmender Schmerzbahnen, sehr gute analgetische, gute spasmolytische und antipyretische, keine antiphlogistische Wirkung direkte Aktivierung schmerzhemmender Areale im Gehirn und auf Rückenmarkebene Dosis: oral:10-15 mg/kgKG, max 4 g/d i.v.: Kinder > 1 Jahr und Erwachsene 10-15 mg/kgKG, max 5 g/d, möglichst KI über 15min NW: Blutdruckabfall v.a. bei schneller Injektion sehr selten Agranulozytose Indikation: starke (!) Schmerzen
  • Cyclooxygenase-2-Hemmer nichtsaures antipyretisches Analgetikum hemmen selektiv die Cyclooxygenase 2, die durch verschiedene Entzündungsreaktionen hochreguliert wird -> annalgetische, antipyretische und antiinflammatorische Wirkung KI: zerebrovaskuläre Erkrankungen und KHK, da nach Langzeitanwendung von Refecoxib erhöhte Inzidenz von Schlaganfällen und Herzinfarkten  Parecoxib: intravenös applizierbar, wird im Körper zu Valdecoxib abgebaut, initial 40 mg i.v., dann 20 mg i.v. alle 6 -12 h, selten bei postoperativen Schmerzen Celecoxib und Etoricoxib p.o.: nur für degenerative entzündliche Gelenkerkrankungen zugelassen, nicht postop Schmerz
  • Diclofenac saures antipyretisches Analgetikum -> Verteilung vor allen in Organe mit niedrigem pH-Wert (Niere, oberer GITrakt, entzündetes Gewebe, Blut) NSAR unselektiver Cyclooxygenasehemmer -> über Cyclooxygenase-1-Hemmung gastrointestinale Erosionen, Synthesehemmung zytoprotektiver Prostaglandine, Thrombozytenfunktionsstörung gut analgetisch, sehr gut antiphlogistisch, mäßig antipyretisch Dosis: Zulassung erst ab 15 Jahre Kombination mit Protonenpumpenhemmer  oral: 2-3 x 50 mg/d unretardiert, 2-3 x 75 mg/d retardiert rektal: 2-3 x 50 mg/d
  • Ibuprofen saures antipyretisches Analgetikum NSAR  unselektiver Cyclooxygenasehemmermit dem günstigsten NW-Profil v.a. am Magen-Darm-Trakt Dosis: oral: Erwachsene 200-600 mg, max 2.400 mg/d, Kinder ab dem 6. Lebensmonat max 20-30 mg/kgKG/d (unter 20 kg), 600 mg/d (20-30kg), 800 mg/d (30-40kg) rektal: idem
  • Acetylsalicylsäure saures antipyretisches Analgetikum unselektiver Cyclooxygenasehemmer, gut analgestisch und antiphlogistisch KI: Kinder wegen Gefahr Reye-Sydrom Asthma bronchiale Blutungsgefahr wegen irreversibler Thrombozytenaggregationshemmung Dosis: max 3g/d
  • stark wirksame Opioide reine μ-Agonisten trotz rezeptorabhängiger Wirkung und prinzipiellem (aber nicht klinischem) Ceiling-Effekt keine Tageshöchstdosis, außer bei Pethidin, da Metabolit Norpethidin Krampfanfälle auslösen kann NW: Atemdepression, Übelkeit/Erbrechen, Harnretention, Juckreiz, GIT-Motilitätsstörung Piritramid: = postoperatives Standardopioid, anlgestische Potenz 0,8, Anschlagzeit 2-4 min, Wirkmaximum nach 10 min, Dosierung: 0,05-0,1 mg/kgKG, letzte Gabe vor Verlegung auf Station > 30min Oxycodon: analgetische Potenz 1,3, oral fixe Kombination mit Naloxon 2:1 zur Verringerung der Obstipation, Wirkeintritt oral nach 1h, i.v. nach 2-5 min ->Wirkmaximum nach  15 min, Wirkdauer oral 10-12 h, i.v. 4h, Dosierung i.v. 1,5-2 mg, oral 2 x 10/5 oder 2 x 20/5, v.a. in der späten postoperativen Phase geeignet Morphin: analgetische Potenz 1, CAVE Histaminausschüttung, nur noch selten postop Buprenorhin (Partialagonist), Pethidin (CAVE Tachykardie ACS)
  • schwach wirksame Opioide v.a. späte postoperative Analgesie (z.B. nach amb. OP) nicht BTM-pflichtig, geringe Atemdepression Tilidin: in Kombination mit Naloxon, Dosierung 4 x 50-100 mg/d (gtt, Kapseln), auch retard Tramadol: hemmt zusätzlich deszendierende hemmende Schmerzbahnen im RM (hemmt Wiederaufnahme  vonSerotonin undNoradrenalin -> bei Übelkeit Ondansetron nicht sinnvoll), früher Würzburger Schmerztropf ( 400 mg Tramadol + 5g  Metamizol), Dosierung: 1-2 mg/kgKG i.v., 4 x 20-40 gtt, auch supp, auch retard Codeinhaltige Analgetika: Talvosilen (= Codein + Paracetamol)
  • Sonstige Analgetika Spasmolytika: Metamizol Butylscopolamin: Dosierung 20-40 mg KI, CAVE Hypotonie Clonidin: α2-Agonist (=zentrales Sympatholytikum), Dosierung 2 µg/kgKG i.v., CAVE: Sedierung, Hypotonie, Bradykardie
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  • Prozedurenspezifische Analgesie (S3-Leitlinie 2009) HNO-MKG: Glucocorticoidgabe empfohlen -> verminderte Schmerzen und Weichteilschwellung, z.B, Dexamethason 8-16 mg i.v., Kinder zur TE 0,15 mg/kgKG Eingriffe an Schilddrüse: Op-Wunde LA-Infiltrtion empfohlen thoraxchirurgische Engriffe: thorakale PDA, alternativ i.v. PCA Eingriffe am Abdomen: bei Längslaparotomie thorakale PDA, gute Desufflation nach laparoskopischen Eingriffen, bei CHE Dexamethason -> gute antiemetische und analgetische Wirkung Amputationen: zur Verhinderung von Stumpf- und Phantom-Schmerz, PDA, Regionalanästhesie, ggf lokale LA-Dauerinfusion Extremitäteneingriffe: Regionalanästhesie v.a. Handeingriffe (M. Sudeck) Eingriffe am Hüftgelenk: zur Vermeidung periartikulärer Ossifikationen NSAR (Indometacin, COX2-Hemmer) Femur- oder SHF: Femoralisblock Kreuzbandplastik: PDA, NFK Schwangere: Paracetamol 1. Wahl, nach Opioid ggf 24h Stillpause
  • balancierte Analgesie Kombination Regionalanästhesie + antipyretisches Analgetikum Kombination Opioid + antipyretisches Analgetikum (NSAR, Coxibe, Metamizol) spart ca. 30-40% Opiod analgetische Wirkung (und somit opioidsparende Wirkung) von Paracetamol langsam und relativ schlecht -> möglichst frühzeitig verabreichen Kombination NSAR + Paracetamol -> Verbesserung der analgetischen Wirkung in einigen Studien, S3-Leitlinie 2009 möglicher Vorteil Kombination zweier NSAR  oder NSAR + Coxib nicht empfehlenswert