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Psychologie (Subject) / Entwicklungspsychologie (Lesson)
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- Evolutionäre (Entwicklungs-) Psychologie Zentrale Forschungsfrage Darwins: Wie entsteht Adaptation – d.h. Anpassung von Organismen an ihren Lebensraum? Antwort: Durch den Prozess der natürlichen Selektion 3 zentrale Bestandteile: – (ungerichtete) Variation, Vererbung und Selektion Zentrale Begriffe: Phylogenese & Ontogenese – Genotyp & Phänotyp ACHTUNG: evolviert bzw. erblich heißt nicht 100% genetisch determiniert, kontextinsensitiv und uniform Universelle Prädispositionen Die Evolution der Entwicklung: Warum entwickeln wir uns überhaupt (EvoDevo; Bjorklund & Pellegrini, 2002)?– Antwort: Entwicklung erzeugt phänotypische Variation!• 2 Formen: Plastizität & (bedingte) Reversibilität – Adaptiver Wert beim Menschen: • Frühreife Geburt als “Kosten“ für aufrechten Gang & großes Gehirn• Lange Kindheit zum Lernen (v.a. sozialer Regeln)• Im Alter: Großmutter & Nestor-Effekt
- Zusammenfassung "Evolutionäre (Entwicklungs-) Psychologie" Natürliche Selektion ist ein Feedback Prozess, der unter alternativen Designs „auswählt“ auf der Grundlage, wie funktional sie sind bzw. wie gut sie an ihre Umwelt angepasst sind, d.h. natürliche Selektion erzeugt (phylogenetische) Adaptation Menschliche Entwicklung führt zu phänotypischer Variation und erzeugt somit (ontogenetische) Adaptation WICHTIG: Beide Prozesse orientieren sich an Informationen aus der Umwelt !
- Entwicklungsaufgaben nach Havighurst (1948) • In spez. Lebensabschnitten stellen sich altersentsprechende Aufgaben• Zusammenspiel von innerbiologischen, soziokulturellen und psychologischen Faktoren• Insgesamt 9 Phasen, z.B. frühes Erwachsenenalter: Heirat, Geburt von Kindern, das Arbeits- und Berufsleben bewältigen und einen eigenen Lebensstil finden• Entwicklungsaufgaben schaffen Probleme und verursachen Krisen• Bewältigung führt zu Veränderung/ Entwicklung
- Ökokulturelles Entwicklungsmodell (Keller & Kärtner, 2012) • Entwicklung als Adaptation führt zu kulturspezifischen Entwicklungspfaden– entlang universeller Entwicklungsaufgaben– auf Grundlage universeller Prädispositionen• Differenzierung vor allem im frühkindlichen Bereich
- Kulturvergleichende Entwicklungspsychologie Mehrwert einer kulturvergleichenden Perspektive:• Kritischer Umgang mit den Annahmen „westlicher“ Entwicklungstheorien und Entwicklungsdiagnostik/ Intervention zu Universalität & Normativität:⇒ Wie entwickeln sich Kinder in verschiedenen Kulturen?⇒ Was ist optimale Entwicklung? Wie sieht der „kompetente Erwachsene“ aus?
- Methoden der Entwicklungspsychologie • Wie lässt sich Verhalten und Erleben messen, wie gewinnt man Daten?• Wie konzipiert man Studien, wenn man Entwicklung erfassen möchte?
- Methoden: Wie lässt sich Verhalten & Erleben messen, wie gewinnt man Daten? 1. Selbstbeurteilung und Selbstauskunft2. (Systematische) Verhaltensbeobachtung3. [Klinische Methode oder Fallstudie]
- Methoden: Wie lässt sich Verhalten und Erleben messen, wie gewinnt man Daten? 1) Selbstbeurteilung & Selbstauskunft • Klinisches Interview– Flexibles Gespräch mit Proband, unstrukturiert• (Halb-)strukturiertes Interview– inkl. Puppenspielinterview, Bildwahlverfahren• Fragebögen & Tests– Verfahren zur Selbstauskunft, z.B. Persönlichkeits-, Interessens- und Einstellungsfragebögen• (provozierte) Niederschriften– Tagebücher, Aufsatz- und Satzergänzungsmethoden
- Methoden: Wie lässt sich Verhalten und Erleben messen, wie gewinnt man Daten? 2.1) (Systematische) Verhaltensbeobachtung Ältere Methoden – Anekdotische Methode (Zufallsbeobachtungen)– Biographische Methode (Kindertagebücher) Mängel älterer Methoden – Wenig objektiv & zuverlässig (Reliabilität)– Eingeschränkte Gültigkeit (Validität)– Eingeschränkte Generalisierbarkeit Natürliche Beobachtung – Teilnehmende Beobachtung– In alltagsnahen Situationen– Ökologisch valide Systematische Verhaltensbeobachtung – Strukturierte und standardisierte Bedingungen→ Problem der Alternativinterpretation(en)
- Methoden: Wie lässt sich Verhalten & Erleben messen, wie gewinnt man Daten? 2.2) Experimentelle Verhaltensbeobachtung + Problem Experiment • Beobachtung erfolgt unter planmäßig variierten, wiederholbaren Bedingungen– Experimentalgruppe(n)/ Kontrollgruppe– Randomisierung⇒ Kausalschlüsse sind möglich!• Nachweis einer Fähigkeit/ Entwicklung über eine Differenzierungsleistung zwischen Experimentalbedingungen unter Kontrolle aller Randbedingungen Problem Experiment • Geringe ökologische Validität– Künstliche Situationen– Eingeschränkte Generalisierbarkeit• Nicht für alle Fragestellungen geeignet– Differentialpsychologische Fragestellungen• Erklärung interindividueller Unterschiede– Erklärung von Entwicklung nur bedingt möglich• z.B. soziale Einflüsse auf die Entwicklung
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- Arbeitsdefinition "Entwicklung" von Hans Thomae (1959) „Entwicklung erscheint … als Reihe von ... miteinander zusammenhängenden Veränderungen, die bestimmten Orten des zeitlichen Kontinuums eines individuellen Lebenslaufs zuzuordnen sind.“
- Alter als Stellvertretervariable Häufig werden Zusammenhänge psychischer Prozesse mit dem Alter untersucht– Alter als solches erklärt nichts!– Nachweis altersgradierter Veränderungen sind eine erste Annäherung an die eigentlichen, zeitlich geordneten Ursachen der Entwicklung
- Querschnittsdesign Definition Vor-/Nachteile Zu einem definierten Zeitpunkt werden verschiedene Gruppen von Versuchspersonen, die sich im Alter unterscheiden, untersucht– Verknüpfung der alterstypischen Mittelwerte zu Entwicklungskurven (querschnittlicher Altersgradient) + Zeigt Differenzen zwischen Altersgruppen auf+ Zeit-ökonomisch+ Kostengünstig - keine Information über individuelle Verläufe / intraindividuelle Veränderungen / interindividuelle Unterschiede in Veränderungen - Kohorteneffekte (Alter ist konfundiert mit Kohorte), zB andauernde Unterschiede zw. Gruppen aufgrund eines bestimmten (historischen) Ereignisses - Konfundierung (potentiell erklärende Variable, zB Alter, hängt systematisch mit einer anderen potentiell erklärenden Variable zusammen)
- Längsschnittsdesign Definition Vor-/Nachteile gleiche Individuen werden über einen längeren Zeitraum mehrfach untersucht es werden intraindividuelle Veränderungen erfasst + Messung intraindividueller Veränderung+ Feststellung der Stabilität / Instabilität von Merkmalen - Pragmatisch: langer Untersuchungszeitraum, hohe Kosten- Selektionseffekte- Testwiederholungseffekte (Übungs- und Lerneffekte)
- Kohortensequenzplan: Mögliche Effekte • Kohorteneffekte– ABER: Können hier kontrolliert werden!• Periodeneffekte– Zeitlich begrenzte Einflüsse, die unabhängig vom Alter das Verhalten und Erleben aller beeinflussen– ABER: Können hier kontrolliert werden!• Testeffekte– Wie könnte man das kontrollieren/überprüfen?• Selektionseffekte• (Normative) Alterseffekte– Faktoren, die Personen unterschiedlicher Kohorten in einem ähnlichen Alter beeinflussen (z.B. Pubertät, Schule)
- Testwiederholungseffekte (Übungs- und Lerneffekte) Alter ist konfundiert mit Messzeitpunkt, d.h. Altersunterschiede könnten auf Testwiederholungseffekte zurückzuführen sein!
- Selektionseffekte • Selektivität der Ausgangsstichprobe: Wer macht überhaupt mit?• Populationsveränderung (Stichprobenmortalität): Wer bleibt dabei?
- Kohorteneffekt Andauernde Unterschiede zwischen Gruppen von Personen (Kohorten) aufgrund eines bestimmten (historischen) Ereignisses