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Klinische Kinderpsychologie (Subject) / Vorlesung 7-11 Petermann (Lesson)
Sprach- und Sprechentwicklung, UEMF, Enuresis, Enkopresis, TES
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- Sprache und Sprechen: Reihenfolge / Zeitplan Spracherwerb (x) Definition Sprechstörung / Sprachstörung (primär VS sekundär) (x) Begleitsymptome (x) allgemeine Störungsbildergruppen (x) Reihenfolge: Worte- Sätze-komplexe Kombis Sprechstörung: Störung der Äußerungsrealisierung (Motorik) Sprachstörung: Störung des sprachlichen Regelsystems -> primär: Spracherwerb schon früh beeinträchtigt, keine anderen Ursachen -> sekundär: auftretend mit Defiziten in anderen Entwickungsbereichen (Gehörlos,..) Begleitsymptome: Persönlichkeitsentwicklung, motorisch ungeschickt, ADHS, SSV, emotionale Störung, soziale Phobie allgemeine Störungsbildergruppen: Sprech/Sprachdefizit im Mittelpunkt (zB Stottern), als Teil psychiatrischer / neurologischer Erkrankung (Aphasie), UESS
- Sprechen und Sprache (häufigste Entwicklungsstörung) Wozu Spracherwerb? Wovon abhängig? (x) Regelerwerb (x) Wozu? - Eine der wichtigsten Entwicklungsaufgaben! Sprache = Mittel zum Ausdruck & Austausch von Infos, Gedanken, gefühlen Wovon abhängig? - speziellen Zeitfenstern, beruhend auf nichtsprachlichen & sprachlichen Vorläuferfähigkeiten Regelerwerb: phonologisch (lautbezogen), syntaktisch (Satzbau / Morphologie), lexikalisch-semantisch (Wortschatz), pragmatisch (Regeln Sprachnutzung)
- Sprache und Sprechen (häufigste Entwicklungsstörung) Kernsymptome Sprechstörung und Sprachstörung (x) Verspätete Meilensteine der Sprachentwicklung (x) Sprachverständnis Kernsymptome Sprechstörung: Lautbildungsstörung (Auslassen/Ersetzen/falsche Bildung/falsche Differenzierung) = Artikulationsstörung, Aussprachestörung, Dyslalie Kernsymptome Sprachstörung: Dysgrammatismus, Wortschatzmängel -> 1. Wörter verstehen nach 15 M., Produktion nach 18. M, Zweiwort-satz nach 24. M, Mehrwortsatz nach 36. M. = Dysgrammatismus, Entwicklungsdysphasie -> oft auf Sprachverständnis, aber diese oft kompensiert ->nicht erkannt!
- Sprache und Sprechen ICD 10: Umschriebene Entwicklungsstörungen Sprache & Sprechen (3 Unterkategorien) (x) ----> Artikluationsstörung (phonetisch VS phonologisch) (x) DSM 5 (x) Differentialdiagnosen Bereich Pragmatismus (x) Artikulationsstörung (F80): Aussprachestörung, einzelne Laute nicht aussprechbar (oft Zischlaute, selten in Kombinationen), Sprachfähigkeit NORMAL -> Artikulationsstörung: phonetisch: Motorikstörung, 1 o. mehrere Laute nicht bildbar, Bsp: Sigmatismus (=Störung der Zischlaute) phonologisch: Motorik einzelner Laute ok, aber im Wort nich richtig anwendbar -> Untscheidung wird NICHT im ICD 10 vorgenommen Expressive Sprachstörung (F80.1): gestört: Sprachproduktion, Lautbildung (=Sprachlicher Ausdruck) -> geringer Wortschatz, Wortfindungsdefizite, kurze Sätze, grammatische Fehler, oft durch nonverbale Kommunikation kompensiert Rezeptive Sprachstörung (F80.2): gestört: Sprachproduktion, Lautbildung, Sprachverständnis (=Sprachverständnis) -> wirken unaufmerksam /oppositionell DSM 5: Kommunikationsstörung: Sprachstörung, Artikulationsstörung, Redeflusstörung, soziale / pragmatische Kommunikationsstörung Differentialdiagnosen Bereich Pragmatismus: ADHS, Autismus, soz. Angst, IQ Minderung, allg. Entwicklungsverzögerung
- Sprache und Sprechen Charakterisitka umschrieben Sprach / Sprechstörung , Auschluss (x) Epidemiologie (x) Verlauf (x) Charakterisitka: Fähigkeiten außerhalb der Norm,Kommunikationsbedürfnis & nonverbale Kommunikation intakt, primäre Störung stetiger Verlauf & Besserung bei Älterwerden (weniger offensichtlich..) NICHT durch: Hörstörung, IQ-Minderung, emotionale Störung, Hirnerkrankung, Umwelt, Motorische Störung, TES Epidemiologie: J> M (3:1), 5-8% Verlauf: Artikulationsstörung nicht stabil, expressiv stabiler (40%), rezeptiv am stabilsten (76%) Folgen bei Persistenz: schulische Probleme, emotionale Probleme, anfälliger für psychische Störungen
- Sprache und Sprechen Erklärungsansatz (Hauptfaktor & moderierend) (x) Intervention (Indikation, Sprachtherapie (x), Einbezug Eltern (x), Ergänzend) "Prognose" (x) Hauptfaktor: genetische Veranlagung, moderierend: psychosozial (aber nicht alleiniger Auslößer, außer bei Kaspar-Hauser) , hirnorganische Schäden Indikation: Anamnsese, Burteilung Spontansprache, Tests, auf andere Ursache zurückzuführen? Sprachtherapie: Ziel: Sprech- u. Kommunikationsfreude und -kompetenz verbessern, abh. von Alter, Art, Schwere (jüngere: indirekt, in Spiel integriert, ältere: Defizite bewusst machen, gezielter Einsatz von Strategien) Einbezug Eltern: wichtig! Hinweise: aus klare Sprachvorbilder achten, Erhöhung Sprachaufmerksamkeit, Anregen zum Sprechen, kein negatives Feedback, Kooperation:Edukation, Eingehen auf Ärger, in Sprachföderung einbeziehen, sprachförderndes Verhalten: Widerholungen, kurze Sätze, betonte Melodie, Sprachspiele Ergänzend: gegen Begleitsymptome: Sprachheil KiGa, Sprachheilschule Prognose: Wenn Probleme noch bei Einschulung: LRS, Psych. Störung, Motorische Störung, Schulprobleme
- Sprache und Sprechen Merkmale Therapie (x) Aufbau Intervention (x) Merkmale Therapie: positive Versärkung, Imitation, kleine Schritte, Reizangebot reduzieren, Elterneinbezug Aufbau Intervention: 1) Psychoedukation Eltern, Anleitung als Co-Therpeuten 2) Aufbau nonverbaler Kommunikation 3) sprachliche Imitation, Bilderbenennen 4) komplexe Imitation 5) Sprechmotivation & -freude 6) Vertiefung (längerfristige Betreuung)
- UEMF Kennzeichen, Ausschlusskriterien generell (x) ICD 10, DSM 5, Unterschiede zwischen beiden (x) Beispiele Grobmotorik, Feinmotorik (x) Kennzeichen: in allen Schichten und Kulturen, neurobiologische Störung, Defizite in Fein- und Grobmotorik, Syndrom ungeschickliches Kinde, verpätete Meilensteine NICHT DURCH: neuologische, sensorische, kognitive Ursache ICD 10 UEMF F82: A: Wert in Test mind. 2 Abweichungen unter Durchschnitt, B: Beeinträchtigung Schule / Alltag, C: keine neurologische Störung, D: Ausschluss: IQ unter 70 UES Grobmorotik F82.0, UES Fein- und Graphomotik F82.1, UES Mundmotorik F82.2, UEMF n.n.b. F82.9 DSM 5: A. Erwerb & Ausführung koordinierter motorischer Abläufe unter erwartetem Niveau B: Beeinträchtigung Alltag,Schule, Ausbildung, Beruf, Freizeit, Speilen, C: Beginn in früher Entwicklungsphase D: NICHT durch IQ-Minderung, Sehstörung, neurologisch -> Unterschiede ICD & DSM5: DSM differenzierter, präsentiert aktuellen Wissenststand, ICD hat Subgruppen . A: ICD fordert Testergebnis, DSM berücksichtigt bisherige Entwicklung & ausreichend Erwerbsmöglichkeiten, B: DSM: dauerhafte / deutliche Beeinträchtigung, bezieht Beruf mit ein, C: nicht vergelichbar, D: Ausschluss ICD: IQ < 70, DSM ähnelt hier ICD C Grobmorotik: Hinfallen, Fallenlassen, Fangen, tollpatschig, unbeholfen, Feinmotorik: schreiben, zeichnen, essen mit Besteck, Schuhe binden, puzzeln
- UEMF Epidemiologie (x) Verlauf (x) Komobiditäten (x) Epidemiologie: 5-6 %, J> M, 1/3 schwer, 2/3 mäßig Verlauf: aktuell diskutiert, 50-70% Persistenz, tw. Besserung zwischen 8 - 13 LJ Komorbidität: ADHS (50%, schlechtere Prognose), Adipositas(Risiko für UEMF 3x erhöht da verinderte körperliche Aktivität) kogn. Defizite (visuell-räumlich), Sprachentwicklungsstörung, Schulleistungsstörung, Autismus, Verhaltensstörung, emotionale Störung -> unklar, ob komorbide oder aufgrund negativer Lernerfahrung mangehlafte Steuerungsfähigkeit -> unangemessense Verhalten -> gestörte Interaktionen
- UEMF Ziel Diagnostik und Intervention (x) Diagnostischer Prozess (x) Testdiagnostik: Movement Assessment Battery Child (x) Testdiagnostik (x) Ziel Diagnostik und Intervention: zuverlässig, rechtzeitig, gezielt, effektiv, effizient Diagnostik: ab 5. LJ (vorher zu sehr variabel), falls zwischen 3 und 5: mind. 2 Untersucher / mind. 3 Monate Abstand, NICHT unter 3 ! Diagnostischer Prozess: Anamnese / Exploration / klinische Untersuchung / Entwicklungsdiagnostik -> Komorbiditäten -> Alltagsrelevanz -> Abischerung / Objektivierung -> Subgruppe -> Behandlung Psychologe: Anamnese, Entwicklungsdiagnostik, Komorbidität, Kinderarzt: klinische Untersuchung Anamnese & Exploration: Eltern (Exploration, Familienanamnese, Patientenanamnese, Krankheitsanamnese), Lehrer / Erzieher klinische Untersuchung: körperlicher & psychosozialer Status: neuromotorisch, medizinisch, emotional, kognitiv, sensorisch -> ggf Zusatz: Augen, HNO, Humangenetik, labor, Blut, EEG, Bildgebung Testdiagnostik: M ABC: Identifikation Defizite in Fein- u. Grobmotorik, Koordination, 20-30 Minuten, 3 - 16,11 LJ. -> M ABC 2: aktuellste Version: Handgeschicklichkeit, Ballfertigkeit, Balance < 5%: therapie!, 6-15%: Risikogruppe, >15%: normal
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- UEMF Ursachen (x) Intervention: Physio/Ergo (top-down VS bottom-up mit Beispielen) (x), Medis/Nahrung Ursachen: Ätiologie unklar, genetische Dispo, pränatale Noxe, Komplikation Schwangerschaft / Geburt, Defizite Organisation motorischer Handlung, beeinträchtigte Infoverarbeitung sensorischer Reize Intervention: (aufgabenorientiert effektiver als prozessorientiert) Physio/Ergo: prozessorientiert (bottom-up): Verbesserung bestimmter Körperfunktionen -> automatisch bessere Handlungsausfühung, Bsp: Sensorische Integrationstherapie (SST): Enge Vernetzung von Motorik und Sensorik: sinnliche Wahrnehmung -> konkrete Handlung, VERALTET aufgabenorientiert (top-down): konkretes Üben von Alltagsaktivitäten: Bsp: CO-OP: 3 Phasen: 1. Vorbereitung (1-2 Einheiten, Formulierung Ziele) 2. Lernphase (10 Einheiten, Defizitanalyse, Ziel-Plan-Tu-Check) 3. Überprüfungsphase (Transfer, Generalisierung) Medis / Nahrung: Metylphenidat (verbessert zb Handschrift), Nahrungsergänzung KEIN Effekt
- UEMF Alltagsrelevanz erfassen (x) Kriterien AWMF Leitlinien (x) Alltagsrelevanz: mindestens 2 Bereiche der folgenden: A. Ball geziel werfen, Tennisball fangen / prellen, B: über Hindernis springen, Rennen, interesse an sportlichen Aktivitäten, C: nachmalen / schreiben angemessen schnell, leserlich, Stifthaltung, D: Bilder / Formen ausscheniden, komplexere Aktivitäten umsetzen (Basteln), aufräumen / Schuhe anziehen, E: erlernen neuer motorischer Fertigkeiten, F: nicht tollpatschig, anrempel,... Kriterien AMWF: I: erheblich unter Altersniveau bei normaler Erwerbsmöglichkeit II: Beeinträchtigung Alltag / Schule III: nicht allein durch: geistige Retardierung, neurologische Störung, Verhaltensstörung
- Enuresis & funktionelle Harninkontinenz Enuresis nocturna: primär / sekundär, monosymptomatisch / nicht-monosymptomatisch (x) funktionelle Harninkontinenz (x) Enuresis nocturna: = nächtliches Einnässen -> Primär: älter als 5 Jahre, Trockenintervall unter 6 Monate, sekundär: längstes Trockenintervall über 6 Monate -> monosymptomatisch: keine Miktionsproblem tagsüber, nicht monosymptomatisch: Miktionsprobleme tagsüber funktinelle Harninkontinenz: = Einnässen tagsüber Überaktive Blase / idiopathische Danginkontinenz: Toilettengang > 7x/Tag , kleine Mengen, günstige PrognoseHarninkonitenz bei Miktionsaufschub: Toilettengang < 5x / Tag, HinauszögernDetrusor-Sphinkter-Dyskoordination (DSD):gestörte Blasenentleerung, Pressen, StotternStressinkontinenz: kleine Mengen, bei Husten/Niesen/AnspannungLachinkontinenz: große Mengen, bei Lachen Unteraktive Blase/ Detrusordekompensation:seltene Miktion, Pressen,Stottern
- Enuresis, funktionelle Harninkontinenz Epidemiologie (x) Komorbidität Verlauf (x) Erklärung Enuresis / funktionelle Harninkontinenz (x) Epidemiologie: ings. 15,5 % (20% Jungen, 10% Mädchen), 10 Jährig 5%, Jugend 0,5-1% Komorbidität: ADHS, SSV, opp. Verhalten, Depression, soz. Angst, soz. Phobie, TA -> oft bei sekundär, nicht monosynaptisch, funktionelle Harninkontinenz -> Enuresis nocturna: 20-30 % (oft internalisierend) -> Harninkontinez: 40% (oft externalisierend) Verlauf: günstig, Spontanremission (Enuresis nocturna 13-15%), gute Chancen durch Therapie (60-70%, 50% langfristig) Erklärung: Enuresis nocturna: genetisch bedingt (Chromosom 12,13,22) -> Region Hirnstam, 3 Pathomechanismen: nächtliche Urinbildung (Polyurie), fehlendes Erwecken (Arousal) bei voller Blase, fehlende Unterdrückung Entleerungsreflex (Inhibition Miltionsreflex)-> 1 einnässendes Elternteil 44% Chance, 2 einnässende Elternteile: 77% -> 2 eiige Zwillinge: 36%, 1 eiige Zwillinge 68% Harninkontinenz: v.a. genetischer Faktor (idiopathisch Dranginkontinenz) tw. erlerntes Verhalten (DSD , mit Miktionsaufschub : Paradoxe Anspannung Beckenboden währen Entleerung)-> Idiopathische Dranginkontinenz: körperliche Fehlregulation (Unkontrollierte Kontraktion Blasenhohlmuske, keine ZNS Inhibition, überstarker Harndrang)
- Enuresis und Harninkontinenz ICD 10 Enuresis (Ausschluss, Unterformen, Problem) (x) DSM 5 Enuresis (Ausschluss, Unterformen, primär/sekundär) (x) ICD 10: Enuresis F 98: unwilkürlicher oder willkürlicher Harnabgang, ab 5. LJ (jünger als 7 L: 2x/ Monat, älter als 7 Jahre: 1x / Monat), Dauer 3 MonateAusschluss: Epilepsie, neurologisch, Veränderung Harntrakt, medizinischer Krankheit, andere psychische Diagnose Unterformen: Nochtuna, Diurna (F98.01), Nocturna et diurna (F98.02) -> Problem: keine Unterscheidung in primär / sekundär, Enuresis / Harninkontinenz, keine Diagnose bei Enkopresis oder anderer psychischer Störung DSM5: Enuresiswiederholter, willkürlicher oder unwillkürlicher Urinabgang, chronologisches / geisitges Alter 5 Jahre, mind. 2x/Wche ODER klinische Belastung mind. 3 Monate langAusschluss: körperliche Erkrankung, Diabetes, Spina bifida, Anfallserkrankung, SubstanzenUnterformen: identisch mit ICD 10 Primär: keine trockene Periode, sekundär: mit trockener Periode
- Enuresis und Harninkontinenz Indikation Intervention Enuresis (x) Intervention Harninkontinenz (x) Indikation: differentielle Diagnose Einnässsymptome, Spezialanamnese / Anamnese, Miktionsprotokoll, psychopathologischer Befund, Tests ggf., medizinsche Untersuchung, Komorbidität (seperat behandeln) Intervention Enuresis:1)Baseline über 4 Wochen erheben (Bei Diurna über 1 Woche)2) apperative VT (=AVT): Nachtklingelgerät, maximal 4 Monate, Eltern protokollieren -> bei 2 Wochen trocken: absetzen. bei 2x Einnässen in 1 Woche -> wieder anfangen 3) Medis wenn AVT nicht wirkt: ADH Hormon, Anticholinergicum (Gefahr Rückfall nach Absetzen) Intervention Harninkontinenz (VT basiert):Dranginkontinenz: Ziel: Kontrolle ohne Haltemanöver (Fähnchenpläne ausfüllen), Psychoedukation, erfolgreich bei 1/3 bei 2/3 zusätzlich Anticholinergicum Harninkontinenz mit Miktionsaufschub: Blase 7x / Tag leeren, in Plan dokumentieren DSD: Biofeedbacktraining /Harnstrahlkurve durch Beckenboden EMC sichtbar) + Tokenplan (Ziel: Entspannung Beckenboden)
- Enkopresis ICD 10 (x) DSM 5 (x) Klassifikation Rome III (x) Weitere Unterformen (Nicht in Klassifikationssystemen aufgeführt) (x) ICD 10: Enkopreses F98.1willkürliches oder unwillkürliches Absetzen von Stuhl an nicht dafür vorgesehen Stellen, ab 4. Lebensjahr, 1x/ Monat, Dauer 6 MonateAusschluss: organische Ursachen primär (nie sauber) F98.10, normale Konsistenz F98.11, überwiegend flüssig F98.12 Klassifikation Rome III (von pädiatrischer Gerontologie)funktionelle Obstipation: seltener Stuhlgang, Retention, Schmerzen, wenig Apetit, mit / ohne Enkopresis, Skybala (funktionell: kein organischen Ursachen)nicht-retentive Stuhlinkontinenz (=Enkopresis ohne Obstipation): kein Zurückhalten, tägl. kleine Mengen, keine Schmerzen, keine Skybala, normale Konsistenz, seltener Einkoten (retentiv = zurückhalten, obstipation=Verstopfung durch zu seltene Entleerung, enkopresis= Einkoten) DSM5: 307, 787.6wiederholtes willkürliches/unwillkürliches Absetzen von Stuhl an nicht dafür vorgesehenen Stellen, chronolog. / Entwicklungsalter 4 Jahre, 1x/ Monat, Dauer 3 MonateAusschluss: Substanzen, medizinische Grunderkrankung primär: beschrieben, sekundär: beschrieben Enkopresis mit Obstipation&Überlaufinkontinenz 787.6, Enkopresis ohne Obsitpation & Überlaufinkontinenz 307.7 Weitere Unterformen:Toilettenverweigerungssyndrom (Wasserlassen auf WC, Stuhlgang Windel nötig), Toilettenphobie, Slow-Transit-Constipation (genetisch bedingte Verzögerung Darmpassage)
- Enkopresis (bevorzugter Begriff: funktionelle Stuhlinkontinenz) Epidemiologie (x) Komorbidität (x) Verlauf (x) Erklärung (x) Kolonentransitzeit (x) Epidemiologie: J>M (3-4:1), 1-3 %, Obstipation 9% Komorbidität (30-50% !): TA, generel. Angststörung, spez. / soz. Phobie, Depression, ADHS, SSV + opp. Verhalten Verlauf: ungünstig, keine konstante Remission (=Nachlassen der Symptome) ErklärungEnkopresis mit Obstipation: genetische Dispo + somatische & psychische AuslöserObstipation: höhere genetische Dispo + somatische, psychische Auslöser, NahrungsumstellungEnkopresis ohne Obstipation: ungeklärt, genetische Dipso kleiner, umweltvermitttelt?Toilettenverweigerung: belastende Lebensereignisse & Tendzen zu Stuhlretention -> somatische & psychische Auslöser vor allem bei: Obstipation, habituelle Stuhlretention, Megakolon, reduzierte Sensibilität & Peristaltik (=wellenförmiges Zusammenziehen der Muskulatur), Einkoten Kolonentransitzeit:normale Passagezeit: 34-55h, verlängert 60-93hidiopathische Obstipation: > 60-93 h (v.a. segmentale Transitzeit berlängert: rechtes Hemikolon: 19-38 h (statt 7-13), linkes Hemikolon: 17-37h (statt 8-14)(Hemikolon = Hälfte des Dickdarms)
- Enkopresis (beorzugt: funktionelle Stuhlinkontinenz) Intervention (Generell, Psychotherapie (x), Pharmakotherapie) Generell (nur Buch): Körperliche Untersuchung, Sonografie, Ultraschall, Komorbidität?, Elterneinbinden, Steigerung Trinkmenge, Darmschulung, Wahrnehmungstechnik, Entspannungstechnik Psychotherapie: Enkopresis: symptoorientiert, VT: Toilettentraining (nach jeder Mahlzeit 5-10 Minuten entspannt auf Toilette sitzen, Protokoll durch Eltern, ggf. Verstärkungsplan), Komorbiditäten behandelnToilettenverweigerung: Windeln -> Stressreduktion -> tw. SpontanremissionToilettenphobie: Expositionsverfahren Pharmakotherapie: (nur Buch)Enkopresis mit Obstipation: 1) angestautes entfernen, 2.)Stuhltraining & Abführmittel (Laxanz)Enkopresis ohne Obstipation: Stuhltraining OHNE Abführmittel
- TES Definition mit den 3 Kernsymptomen (x) ICD 10 F.84 - Überblick (x) ( fühkindlicher Autismus auf anderer KK ) ICD 10 F84.5 Asperger Syndrom (x) Savant-Syndrom (nicht in ICD 10) (x) Multiplex Developmental Disorder (nicht in ICD10) Definiton= schwere qualitative Abweichung des Entwicklungsverlaufes von 1.) Interaktion / Beziehung, 2.) (non-) verbale Kommunikation, 3.) Aktivität- / Verhaltensrepertoire -> Verhalten entspricht NICHT Intelligenzniveau ICD 10 F84 - Überblick frühkindlicher Autismus, atypischer Autismus F84.1, Rett F84.2, Desintegrative Störung Kindesalter F84.3, hyperkinetisch Störung mit IQ Minderung & Bewegungsstereotypien F84.4, Asperger F84.5, sonstige TES F84.8 ; nnb. TES F84.9 ICD 10: Asperger F84.5qualitative Beeinträchtigung gegenseitiger sozialer Interaktion, ungewöhnlich intensiv verfolgte Interessen/ stereotype, repetitive Verhaltensmuster (aber erhöheres Niveau als bei Autismus), Sprache und Kognition NICHT gestört Savant-Syndrom nicht in ICD 10Inselbegabung, 50% haben Autismus, auch bei Gesunden möglih, abgrenzen zu High-Functioning-Autismus Multiplex Developmental Disorder (nur Buch), nicht in ICD Symptome (später, weniger beeinträchtigend) : Beeinträchtigung Affektregulation / Kommunikations- und Sozialverhalten / Denkstörung
- TES Epidemiologie Autismus (x) Komorbidität Autismus (x) Verlauf Erklärung (x) Epidemiologie Autismus: J>M, 0,04 (1965) -> 0,65 (2006) -> dabei sinkender Anteil an IQ-Minderungen: auch leichtere Störungsbilder erfasst Komorbidität: simultan: IQ Minderung, hirnorganische- / Systemerkankungen, Aufmerksamkeits-/Aktivitätsstörung, sukzessiv: Epilepsie, Depression, Sexualstörung -> IQ Minderung bei Autismus: 25-50% (geistig behindert 40%, lernbehindert 30%, normal 30%), normaler IQ kann als Norm in Spektrumsauffassung angesehen werden -> 50 % Autisten haben Aufmerksamkeits- u. Konzentrationsprobleme -> nur Überschneidung klinischer Symptome oder Subtyp von ADHS? ADHS bisher noch Ausschlusskriterium (nicht im DSM5) Verlauf (nur Buch): generell stetiger Verlauf, abh. von IQ, Sprache etc, Verbesserungen am ehesten bei Sprache und stereotypen Verhaltensweisen Erklärungen:Molekularbiologisch: genetische Abweichung - epigenetische Modifikation GenexpressionStrukturelle & funktionelle Abweichung des Gehirn (25% auch Anfallerskrankung)neuropsychologisch: Defizite in EF; ToM; Imitationsfähigkeit, zentrale Kohärenz ( Infos weniger kontextgebunden verarbeitet)
- TES Diagnostik Autismus Differentialdiagnosen Autismus Therapieleitlinien (x) Intervention (TEACCH, ABA; PEC) (x) (Medis, Altersbezogen) Diagnostik Autismus (nur Buch): ab 18. Monat möglich (frühe Förderung wichtig!), Screeningverfahrenn (Fragebögen), Strukturierte Interviews mit Eltern, Standardisierte Verhaltensbeobachtung zusätzlich: kognitive Fähigkeiten, IQ, Entwicklungststaut, Hören/Sehen, neurobiologische & neuropsychologische Tests -> Asperger Symptome oft erst in GS sichtbar Differentialdiagnosen Autismus (nur Buch): IQ Minderung mit nur autistischen Symptomen, Entwicklungsstörung rezeptive Sprache, Shizophrenie, Angstsyndrome / elektiver Mutismus), Zwänge, ADHS Therapieleitlinien: Verhltens- und Problemanalyse ausgehend vom Entwicklungsstand, multimodal, hochstrukturierte Intervention, langfristig angelegt, Einbezug nichtprof. Helfer (zB Eltern), Generalisierung des Elernten Interventionen Ziele: Veränderung unterstimulierender Umgebung & rigide / überfordernde Anforderungen, durch: Psychoedukation, Anleitung Eltern, Timo-Out bei Erregung des Kindes ( = Bestrafung Typ 2, Entzug angenehmer Stimulus)TEACCH: einfach Veränderung im Alltag um zB stereotypes Verhalten zu mindern ABA (Angwandte Verhaltensanalyse): 40-h-Woche Behandlung zu Hause, Elternteil als Co-Therapeut, v.a. gute Entwicklung der Sprache möglich PECS: Bilderaustausch-Kommunikationssystem: quasi-verbaler Austausch mit nonverbalen Piktogrammen um kommunikatives Verhalten zu steigern -> Lebenslange Therapie notwendig, da Effekte direkt nach Therapieende wieder schwinden, da keine ursachenbasierte, sondern sympotmatische Behandlung
- TES ICD 10 Autimus (x) Symptomtrias en detail (x) ICD 10: frühkindlicher Autismus F84.0vor 3. LJ, mind. 1 Auffälligkeit von: 1.) rezeptive/expressive Sprache, 2.) selektive soziale Zuordnung, soziale reziproke Interaktion, 3.) symbolisches, funktionales Spielen 1.) gegenseitige Interaktion (3 von: Kommunikative Verhaltensweisen, Beziehung zu Gleichaltrigen,Mangel an Gegenseitigkeit, Mangel an sozialer Freude / Interesse) 2.) qualitative Auffälligkeit Kommunikation (1 von: Sprachstörung, Unfähigkeit zu sprachlichem Kontakt, stereotype/repetive Sprache, Mangeln an Als-ob-Spiele)(3.)begrenzte / stereotype/repetitive Verhaltensmuster, Interessen, Aktivitäten (1 von: stereotype/begrenzte Interessen, zwanghafte Anhänglichkeit, motorische Manierismen, Teilobjekt / nicht funtktionales Element) atypischer Autismus: nicht alle Leitsymptome erfüllt und/ oder nach 3. LJHigh Functioning Autismus: bei gutem Intelekt (>70)
- TES Vorschlag neue Klassifikation für ICD 11 (x) Autismus DSM 5 (x) DSM 5 VS ICD 10 (x) Vorschlag zukünftige Klassifikation (ICD 11?)Bisher Problem: mangelnde Unterscheidbarkeit (zB Autismus & Asperger)Vorschlag: frühikindlicher Autismus + Asperger + Desintegrative Störung + nnb. TES = 1 Kategorie: "Autismus - Spektrum-Störung" (unter entwicklungsneurologischen Störung)2 Symptomgruppen statt 3 Kernsymptome: A: kontextunabhängige Defizite sozialer Kommunikation & Interaktion, B: eingeschränkte, wiederholende Interessen/Verhaltensmuster/Aktivitäten + kein starres Auftretensalter, Schweregrad beide Symptomgruppen dimensional (1-3) angebbar DSM5 Autismus:Autismus-Spektrums-Störung= Asperger, frühkindlicher & atypischer Autismus, Rest entspricht Änderungsvorschlägen für ICD11 (2 Symptomgruppen, dimensionaler Schweregrad)-> Rett-Syndrom bei genetischen Störungen-> desintegrative Störung gestrichen!Zusatzkodierungen: mit/ohne begleitende intelektuelle Beeinträchtigung, mit/ohne begleitende sprachliche Beeinträchtigung, Verbindung mit körperlicher Erkrankung/genetischen oder Umweltbedingungen, Verbindung mit Störung neuronaler/mentaler Entwicklung/psychischer Verhaltensstörung, mit Katatonie (psychomotorisches Syndrom) Unterschied zu ICD10: stereotype Sprache gehört zu repetativen Verhaltnesmuster (im ICD zu Kommunikationsdefizit)Hyper-, Hyporeaktivität auf sensorische Reize/ ungewöhnliches Interesse an Umweltreizen (bei ICD gar nicht)komorbide ADHS Diagnose möglichSymptombeginn in früher Phase, aber Manifestation auch erst in späteren Phasen möglich (ICD: Beginn vor 3. LJ)