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PLMT (Subject) / 6. Obst und Gemüse (Lesson)

Bedeutung des Pektins, der Geliermechanismen und der pektinolytischen Enzyme! die Veränderungen der Rohware nach der Ernte. „Verarbeitung von Obst und Gemüse“ sollten Sie ggf. an einem vorgegebenen Beispiel Wege aufzeigen können, wie eine bestimmte Rohware zu verarbeiten ist. Die Grundlagen des Blanchierens sollten Sie kennen.

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  • Bedeutung des Pektins - Dickungsmittel, Wasserbindendesmittel ( in der Konfitüre) - die aus saurem Obst gewonnene Fruchtsäure, die zum Gelieren verwendet wird. - Besonders reich an Pektinen sind Äpfel, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Johannisbeeren, Rüben und Feigen - In der Industrie finden Pektine hauptsächlich Verwendung als Geliermittel. - Ernährungsphysiologisch betrachtet = für den Menschen Ballaststoffe.  - Aufgrund ihrer Fähigkeit, Gele zu bilden, sind Pektine in der Lebensmittelindustrie, der Pharmaindustrie oder für Kosmetika ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Produkte, bei denen aus den Gründen: Geliermittel, Verdickungsmittel und/oder Stabilisierungsmittel eingesetzt werden.
  • Erläutern Sie die Struktur von PEKTIN! Struktur von Pektin: es handelt sich um Polysaccharide - Grundbaustein: ∝-D-Galacturosäure; sind monomere, miteinander verbunden über ∝-1,4 glykosidische Bindung ⇒ Bilden das Rückgrat von Pektin(Polygalacturonsäurekette) - Veresterungsgrad: Versesterung der Säuregruppen (-COOH) mit Methanol (CH3OH)                                                  > 50% : Hochverestertes Pektin                                                                                                < 50% : niederverestertes Pektin - "Smooth region" : Homogalacturonan-sequenzen (HG)                                                                                            Rhamnogalacturonan II (RG II)                                                                                                      Xylogalacturonan (XG) - "hairy-regions" : Rahmnose-reiche Sequenzen mit Neutralzuckerseitenketten                             (verzweigt)       (RG I) arabinosreiche Seitenkette über Gal mit RG I verknüpft.
  • Gehen Sie auf den enzymatischen Abbau von Pektin ein. Enzymatische Abbau:  Esterasen: Pektinmethylesterase (PME): Abspaltung von Methanol aus Galacturonsäuremethylester. Glycosidasen: Endo-Polygalacturonase; bedeutendes Lebensmitteltechnologisch, durch PME unterstützt.     Exo-Polygalacturonase Lyasen: Pektin- Lyase, Spaltung hochverester Pektine unter Freisetzung ungesättigter veresterter Oligogalacturonide.                                           Pektat-Lyase, Spaltung niederverester Pektine, Spaltung solcher glykosidische Bindung, die sich neben freien COOH-Gruppen.
  • Geliermechanismen von 1. Hochverestertes Pektin 2. Niederverestertem Pektin 1. Hochverestertes Pektin: Gelierung mit Zucker und Säure Säure: überführt viele der anionische Säurereste in Säuregruppen                                                 →Zurückdrängung der Dissoziation der Carboxylgruppen der Galacturonsäure                          ⇒Aufhebung (sinkt)elektrostatische Abstoßung zwischen den Peptidketten                          ⇒Annährung Zucker: wasserentziehenden Effekt, Bindung Wassermoleküle, dadurch Dehydratisierung des Pektins.  ⇒ Ausbildung von Wasserstoffbrückenbindungen. 2. Niederverestertes Pektin: Gelierung mit mehrwertigen Kationen: Ein mehrwertiges Kation (Ca2+) wird durch 2 oder mehr anionische Carboxylat-Gruppen in einem Chelatkomplex gebunden.   Bildung von Haftzonen unter Einschluss von Ca2+-Ionen ⇔„Eierkarton“-Modell (Egg Box) Gelausbildung Eignung auch für kalorienreduzierte Konfitüren
  • Pektinmethylesterase (PME) 1. Funktion 2. Vorkommen 1. Abspaltung von Methanol aus Galacturonsäuremethylester 2. - Weit verbreitet in höheren Pflanzen;                                    → Orangen und Tomaten mit besonders hoher PME-Aktivität     - Vorkommen auch in Schimmelpilzen, Bakterien und Hefen. 
  • Endo-Polygalacturonase (Endo-PG) 1. Bedeutung 2. Funktion 3. Hemmung 1. Lebensmitteltechnologisch bedeutendstes pektinabbauendes Enzym 2. Endo-PG wird bei der Pektinspaltung durch PME kooperativ unterstützt    Aktivität steigt mit fallendem Veresterungsgrad des Pektins 3. Hemmung durch Tannine und andere Polyphenole, diverse Schwermetallkationen, höhere Salzkonzentrationen und Harnstoff
  • 1. Pektin-Lyase 2. Pektat-Lyase: 1. Pektyn-Lyase Bildung nur durch Schimmelpilze und einige Erwinia- Stämme                                 Spaltung hochveresterter Pektine unter with Freisetzung ungesättigter veresterter Oligogalacturonide.  2. Pektat-Lyase Bildung durch Bakterien und einige phytopathogene Schimmelpilze Spaltung niederveresterter Pektine Spaltung glycosidischer Bindungen, die sich neben freien COOH-Gruppen befinden
  • Veränderungen der Rohware nach der Ernte: Atmungsprozesse Ethylenbildung Transpiration / Wasserverlust Mechanische Beschädigung Mikrobieller Verderb Physiologische Störungen: Gefrierschäden, Kälteschäden, Hitzeschäden
  • Veränderungen nach der Ernte 1. Atmungsprozesse  Energiegewinnung über den oxidativen Abbau von Kohlenhydraten Verderbnisrate proportional zur Atmungsrate
  • Veränderungen nach der Ernte 2. Ethylenbildung CH2=CH2 Pflanzenhormon, das verschiedene Aspekte des Wachstums, der Entwicklung und des Alterungsprozesses von Obst und Gemüse reguliert. Reifungsgas ⇒ Beschleunigung von Reifung und Blattfall Biosynthese aus Methionin  Äpfel produzieren relativ große Mengen an Ethylen
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  • Veränderungen nach der Ernte 3. Transpiration / Wasserverlust Hauptgrund für Verderb! Pektynolitische Enzyme werden weich Bei höherer Luftfeuchtigkeit, schneller verderben Aussehen: Schrumpeln Textur: Weichwerden, Verlust von Knackigkeit und Saftigkeit
  • Veränderungen nach der Ernte 4. Mechanische Beschädigung Beschleunigt den Verderb Wasserverlust Atmungs- und Ethylenbildungsrat
  • Veränderungen nach der Ernte 5. Mikrobieller Verderb Häufig bei mechanischen Verletzungen Bei intakten Früchten nur selten mikrobieller Verderb
  • Veränderungen nach der Ernte 6. Physiologische Störungen Gefrierschäden: Zellwandzerstörung führt zu direktem Zusammenbruch der physiologischen Aktivität Kälteschäden (vor allem bei tropischen und subtropischen Früchten): Farbveränderungen auf der Oberfläche oder im Inneren, Bildung wässriger Bereiche, ungleichmäßige Reifung/keine Reifung, Off-flavour Hitzeschäden durch direktes Sonnenlicht oder extrem hohe Temperaturen:Verbrennungen der Oberfläche, ungleichmäßige Reifung, Erweichung undAustrocknung ****Vor der Ernte: „Fehlernährung“ – Calciummangel führt zu Stippigkeit (kleine braune Flecken, die leicht eingesunken sind); betroffene Äpfel schmecken zudem leicht bitter****
  • Allgemeine Verarbeitungsschritte von Obst und Gemüse Diese Schritte sind bei allen (verarbeiteten) Obst- und Gemüseprodukten (= keine frische, lose Ware) notwendig Ernte/ Anlieferung/ Lagerung  Transport  Waschen/ Reinigen  Sortieren/Verlesen  Diese Schritte erfolgen in Kombination je nach Endprodukt Anpassung der Schritte an Rohware und Endprodukt:  Schälen  Entsteinen/ Abbeeren  Zerkleinern  Blanchieren  Maischebehandlung  Pressen  Nachbehandlung  Die Reihenfolge der Schritte ist variabel:  Haltbarmachen  Verpacken  Abfall-/ Abwasserverwertung 
  • Verarbeitungsschritte von Obst und Gemüse: 1. Transport 2. Reinigen 3. Sortieren 4. Schälen 5. Entstielen, Abbeeren (Entrappen) und Entsteinen 1. Schwemmkanal: mit Wasser gefüllte Schwemmrinne, Gleichzeitige Reinigung, Geringe Wassertemperatur (Keimvermehrung),  2. Reinigen: Abtrennen von Steinen, Blättern, beschädigten Fruchtteilen, Erde, Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Trockene Reinigungsverfahren : (häufig zur Vorreinigung/Grobreinigung) Gebläsereinigung (Blätter/Steine)         Nasse Reinigungsverfahren:  Waschbäder, Mit oder ohne Bewegung der Flüssigkeit,  Einblasen von Luft (Flotationswäscher),  Aufbereitung der Abwässer mit Filtrations- und Sedimentationsanlagen 3. Sortieren: DasVerarbeitungsgut mit annähernd gleichen Parametern wird den Verarbeitungsanlagen zugeführt, um die jeweiligen Qualitätsanforderungen an die Fertigprodukte zu erfüllen. Rollensortiermaschinen Trommelsortiermaschinen: für runde Früchte (Erbsen, Stachelbeeren) 4. Schälen:  Mechanisches Schälen: langsam. großes mikrobielles Risiko Dampfschälen: schale leichter zu entfernen, nicht für Kartoffelchips! Laugenschälen: Produktschädigend, Umweltbelastung (Salzfracht) Flammenschälen: Zwiebeln 5. Entstielen, Abbeeren (Entrappen) und Entsteinen: Stößel-Stempel drücken die Steine heraus Bei Pflaumen und Aprikosen ist gleichzeitig eine Halbierung oder zumindest ein Anschlitzen nötig, um den Stein herauszudrücken
  • Die Grundlagen des Blanchierens! 1.Definition 2.Anwendung 1. ◊ Milde Wärmebehandlung unverpackter pflanzlicher Rohstoffe vor der Weiterverarbeitung    ◊ Temperatur im thermischen Mittelpunkt mind. 60°C                                                                       ◊ Häufig vor Gefrier- und Trocknungsprozessen oder bei der Herstellung von Konserven               ◊ Keine Verlängerung der Haltbarkeit! 2. Anwendung vor allem bei Gemüse, seltener bei Obst
  • Die Grundlagen des Blanchierens! 1. Welche Methode zum Blanchieren gibt es? Wasserblanchieren: Wärmeübertragung auf das Gut durch Wasser oder wässrige Lösungen (Salze, Zucker, Essig, Zitronensäure). Auslaugung: Abwasser belastet! Dampfblanchieren: Wärmeübertragung über luftfreien Wasserdampf atmosphärischen Drucks (teils auch höherer Druck). Auslaugung: Abwasserbelastung weniger ausgeprägt! Luft: Wärmeübertragung über Luft unterschiedlicher Feuchte Infrarotblanchieren Kombiniertes Blanchieren Durchgesetzt haben sich vor allem Dampf- und WasserblanchierenBei anderen Verfahren kein Reinigungseffekt und ggf. sensorische Eigenschaften beeinträchtigt
  • Die Grundlagendes Blanchierens! Welche Ziele werden mit dem Blanchieren verfolgt? und welche sind die Nachteile? 1. Ziele: Inaktivierung pflanzlicher Enzyme: Hemmung enzymatischer Veränderungen während Verarbeitung und Lagerung durch Hitzedenaturierung der Enzyme Entfernung und Vermeidung unerwünschter Geschmacks- und Geruchsstoffe Entgasung des pflanzlichen Gewebes ⇒ Einschränkung oxidativer Veränderungen im Gut Texturveränderung des pflanzlichen Gewebes Verbesserung der Farbe Verringerung der Kochzeit Verringerung der Keimbelastung 2. Nachteile: Auslaugung von Vitaminen, Farbstoffen, Kohlenhydraten, Mineralstoffen Blanchierprozess sollte für das jeweilige Produkt optimiert werden