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Entwicklungspsychologie (Subject) / Moralentwicklung (Lesson)

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  • Moral: Begriffsbestimmung Moral(lat.: mos, mores = Sitte, Sitten) Als deskriptiver BegriffSystem von auf Tradition, Gesellschaftsform, Religion und psychologischen Kompetenzen beruhenden sittlichen Grundsätzen und Normen, das zu einem bestimmten Zeitpunkt daszwischenmenschliche Verhalten reguliert.SEIN – Was ist der Fall?Welche Handlungen erachten Menschen als richtig oder falsch?-> Empirische Sozialwissenschaften Als normativer BegriffAusgehend von einem bestimmten Standpunkt aus analysiert und begründet man, warum bestimmte praktische Urteile, Handlungen und Prinzipien richtig oder falsch bzw. gut oder schlecht sind.SOLLEN – Was soll der Fall sein?Welche Handlungen sollte man als richtig oder falsch erachten?-> Praktische Philosophie, Ethik
  • Fragen der Moralentwicklung Wie entwickelt sich ein Verständnis von „Richtig“ und „Falsch“?Wie handeln Kinder in, und urteilen sie über, moralisch relevante(n) Situationen?Gibt es Vorformen von Moral im Tierreich?Welche psychologischen Fähigkeiten ermöglichen es Kindern, ein Moralverständnis zu entwickeln?Welche Rolle spielen Biologie versus Erziehung und Kultur?Moralentwicklung als Teilgebiet der Entwicklung des Verstehens von Regeln und Normen?Welche Rolle spielen Empathie, Kooperation, Prosozialität und Theory of Mind?
  • Klassische Theorien: Piaget Von der Heteronomie zur Autonomie Piaget (1932): Das moralische Urteil beim KindeHeteronome Moral – einseitiger Respekt (< 7 Jahre)• Autoritäten legen Regeln fest• Blinder Gehorsam ggü. Autoritäten, Zwang• Regeln absolut, unveränderbar ->„heilig“• Fokus auf objektive Folgen einer Handlung Autonome Moral – gegenseitiger Respekt (ab 11/12 Jahren)• Einsicht: Regeln notwendig & freiwillige Vereinbarung zwischen Gleichen, veränderbar• Kooperation, respektvolle Beziehungen• Fokus auf subjektive Absichten einer Handlung -> Moralentwicklung ermöglicht durch bereichsübergreifende kognitive Fähigkeiten ÜbergangsphasePeer-Interaktionen• Konflikte auf Augenhöhe lösen, Kompromisse• Kooperation• Gleichberechtigung• Regeln in der Gruppe aufstellen, verändern
  • Kritik an Piagets Theorie - Kaum Belege für Rolle von Peer-Interaktionen in der Moralentwicklung (Lickona, 1976) Qualität wichtiger als Häufigkeit der Peer-Interaktionen (auch Qualität der Eltern-Kind Interaktionen)- Bereits Vorschulkinder berücksichtigen Handlungsabsichten  helfen Person mit schlechtenAbsichten (die ihr Ziel nicht erreicht) weniger als einer neutralen Person (Nobes et al., 2009; Vaish et al.,2010)- Interviewstudien: Kleinkinder finden es selbst dann falsch, andere zu verletzen, wenn eineAutorität dies erlaubt – eine Autorität kann hingegen Konventionen ändern (Smetana &Brages, 1990)- Kaum Berücksichtigung von Emotionen, Empathie/Mitleid (nur „Gerechtigkeitsgefühl“)- Kleine Stichproben, nicht-standardisierte Methoden (klinisches Interview)+ Wegweisende theoretische Überlegungen+ Universalität: in vielen Kulturen beziehen Kinder mit wachsendem Alter Absichten derHandelnden ein, wenn sie moralische Qualität von Handlungen beurteilen (Berg & Mussen,1975)
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