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Entwicklungspsychologie (Subject) / Emotionale Entwicklung (Lesson)
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- Begriffsbestimmung: Emotion Eine Reaktion auf einen äußeren oder inneren Reiz, welche ein komplexes Muster von Veränderungen aufweist. - Subjektives Empfinden (Erlebnisqualität, „Qualia“)o Aversiver Erregungszustand, z.B. Angst (ist subjektiv und hat individuellen Erlebensqualität) - Physiologische Erregungo Erhöhte Herzfrequenz, Blutdruckanstiego Elektrodermale Aktivität (Hautleitfähigkeit, Schweismessung) - Zentralnervöse Prozesseo Aktivierung in spezifischen Hirnregionen - Augenscheinliche Merkmale (Ausdrucksverhalten)o Aufgerissene Augen, Mund offen - Kognitive Prozesseo Einschätzung und Bewertung der Situationo Erinnerung an bisherige Erfahrungen - Verhaltensreaktionen (Motivation, Handlungsbereitschaft)o Flucht
- Basisemotionen: Primäre Emotionen: Ekman - 6 Basisemotionen (stabil, kulturübergreifend)o Wut, Furcht, Ekel, Überraschung, Freude, Trauer Selbst-Bewusste: sekundäre Emotionen: das Verständnis vom Selbst ist Voraussetzung - Setzen sich aus den Basisemotionen zusammeno Verlegenheit, Scham, Schuld, Stolz
- Theorien zur Entstehung von Emotionen: Emotionstheorien - Nativistische Theorien o Evolutionspsychologische Ansätze in der Tradition Darwins (1872), z.B. Izard (1991) und Tomkins (1962)o Direkte Verbindung (angeboren): emotionaler Zustand & Gesichtsausdrucko Jede Emotion hat angeborenen Satz von körperlichen & mimischen Reaktioneno Emotionen diskret: klar abgrenzbar von frühester Kindheit an • Adaptive Funktion von Basisemotionen (z.B. Bedrohung -> Furcht) -> Evolutionsphysiologische Sicht: Evolutionsbedingt -> angeborenes Verhalten -> Emotionen angeboren, abgrenzbar -> auch bei Säugetieren adaptiv -> Emotion Furcht überlebensnotwenig - Empiristische Theorien: I. Differenzierungstheorie: Sroufe (1979, 1995) o Emotionen bei Geburt nicht voneinander abgegrenzto Umwelt beeinflusst Entstehung & Ausdruck von Emotioneno Nur positive und negative Erregung in ersten Lebenswochen, andere Emotionen entstehen später durch Erfahrung in sozialen Interaktioneno Affektsysteme: Ontogenese von (komplexen) Emotionen aus drei (primitiven) Vorläufern- Freude/Vergnügen- Wut/Frustration- Misstrauen/Angst -> Emotionen entwickeln sich in der Lebensentwicklung, mit den kognitiven und sozialen Kompetenzen entwickeln sich Emotionen heraus -> Vorläufer: die ausdifferenziert werden mit der Zeit in der Interaktion mit der Umwelt-> differenzieren sich Emotionen in der Interaktion aus und werden feiner-> Geburt: Reiz bewirkt Emotionsvorläufe-> 2-3 Greifschema, gelungene Assimilation -> Freude; nicht gelungen: Wut-> 19. LM: Selbstkonzept -> Scham und ab 36 M -> Stolz dazu
- Empiristische Theorien: II. Funktionalistischer Ansatz - Empiristische Theorien: II. Funktionalistischer Ansatz: Campos et al. (1994), Saarni et al. (1998) o Grundfunktionen von Emotionen: zielgerichtete Handlungen fördern; Herstellung, Änderung & Erhalt sozialer Beziehungeno Emotionen nicht gegeneinander abgegrenzt, können je nach sozialer Umwelt in bestimmtem Ausmaß variiereno Emotionale Reaktionen müssen im Kontext der jeweiligen Situation verstanden werden – erhalten Bedeutung durch soziale Signale (emotionale Ausdrücke von Bezugspersonen) und eigene Ziele - Bsp.: Ziel = Mutter in Nähe halten -> Baby weint, Mutter reagiert mit positivem/negativem Ausdruck, Baby passt sich Situation an, weint lauter oder wandelt Weinen in bemühtes Lächeln um, erreicht Ziel (nicht), lernt aus Erfahrung o Emotionale Reaktionen nicht genetisch festgelegt, sondern entstehen im Kontext durch das individuelle Repertoire im Dienste eines Ziels - Emotion als relationaler Prozess: Individuum <-> Umwelt/andere -> Das subjektive wird hier ausgeblendet-> hier nur funktional: zielgerichtet (Säugling hat Emotion als Funktion ein Ziel zu erreichen)-> Emotion nicht abgegrenzt: entwickeln sich-> Emotion als soziales Phänomen: Baby weint kann nicht direkt interpretiert werden, sondern wird erst im Kontext bedeutend -> Z.B. Wenn Mutter wiederkommt, kann es das Weinen abstellen und zeigt ein Lächeln, um dann das Ziel zu verfolgen die Mutter in der Nähe zu halten-> nicht genetisch festgelegt, ist relationaler Prozess in (in Relation mit dem Kontext zu sehen) der Interaktion Individuum und Umwelt-> Erlebnisqualität ist hier ausgeblendet
- Entwicklung von Emotionen Entwicklung von Emotionen - Basisemotion: Entwicklungsverlauf -> positive Emotion, negative Emotion- Sekundäre Emotion: Selbst-Bewusste Emotion
- Entwicklungsverlauf: positive Emotion - Freude – Indiz: Lächeln o Bei Geburt vorhanden, während REM-Schlafphase (-> Träume)o Nach 1. Monat: bei Streicheln -> eher reflexhaft als durch soziale Interaktionen hervorgerufeno 2./3. Monat: soziales Lächeln (gezielt gerichtet an andere Menschen), Freude bei Ereigniskontrolleo Ab ca. 7 Monaten: selektives soziales Lächeln -> primär vertraute Menschen, fremde Personen beunruhigen Baby (Fremdenangst)o Ende 1. Lj: Freude bei unerwarteten/ungewöhnlichen Ereignissen (z.B. lustiger Hut eines Elternteils)o 2. Lj.: Kinder albern herum, sind erfreut, wenn sie andere zum Lachen bringen -> Teilen von positiven Emotionen mit Elterno Abnahme von positiven Emotionsäußerungen in sozialen Situationen ab Kindergartenalter -> Kinder lernen, Emotionen zu kontrollieren
- Entwicklungsverlauf: negative Emotion - Entwicklungsverlauf: negative Emotion o Allgemeines Unbehagen - Indiz: Schreien, Weinen, Gesichtsausdrucko Bei Geburt vorhandeno Auslöser: Hunger, Schmerz, Überstimulierungo Emotion i.e.S. (auf etwas gerichtet) versus undifferenzierter Zustand -> Bsp.: Ist das Baby wütend (auf Schmerz) oder fühlt es sich unwohl (undifferenziert) -> Emotion: ist es tatsächlich auf etwas gerichtet? es kann aber auch ein undifferenzierter Zustande sein, auf nichts gerichtet -> Stimmung, weil es sich unangenehm anfühlt (allgemeines Unbehagen) -> per Definition als allg. Unbehagen = Gesamtstimmung nicht als Emotion o Angst und Unbehagen o In ersten Lebensmonaten kaum unterscheidbare Angstreaktioneno Ab 4 Monaten: Babys nehmen sich vor unbekannten Objekten/Ereignissen in Achto Ab ca. 7 Monaten: deutliche Anzeichen von Angst, insb. gegenüber Fremden -> spiegelt wachsende Bindung des Säuglings wieder -> Fremdenangst verstärkt sich bis ins 2. Lj.-> Variiert jedoch sehr stark, hängt ab von· Temperament des Säuglings (z.B. Ängstlichkeit im Allgemeinen)· Kontext (z.B. Fremder nähert sich abrupt)o Adaptive Funktion von Angst: Signal an Eltern à Hilfe, Gefahr -> Abhängig vom Kontext oder vom Temperament-> Evolutionär: Funktion von Angst, -> Schutz vor Gefahr (Evolutionspsychologische Sicht ist es eine Anpassungsreaktion) o Trennungsangst o Negative Gefühle, die insbesondere Säuglinge und Kleinkinder erleben, wenn sie von ihren Bezugspersonen getrennt werden oder eine solche Trennung erwarten.o Beginn ab ca. 8 Monateno Trennungsangst wächst bis zum 13. bis 15. Lebensmonat, klingt dann ab-> Entwicklungsverlauf-> Kulturübergreifend (Kagan, 1976): z.B. amerikanische und europäische Mittelstandsfamilien, israelische Kibbuzim (landwirtsch. Kommunen), !Kung San (Nomadenstamm, afrikanische Kalahari-Wüste), China -> Trennungsangst auch Beweis dafür Bindungstheorie-> nicht nur spezifische Kulturen sondern kulturübergreifend-> bis ins 2. LJ stiegen die Daten und dann sinkend o Wut und Traurigkeit o Abgrenzung von Wut und anderen negativen Emotionen ab ca. 4 bis 8 Monateno Ab 12 Monaten drücken Kinder Wut deutlich gegenüber anderen Menschen auso Im 2. Lj: Wut bei Entzug von Kontrolle oder erzwungener Handlungsunterbrechung, Nichterreichung von Zieleno Traurigkeit und Wut treten oft gleichzeitig auf -> z.B. bei Schmerzo Ab 3. Lj: Abnahme von negativen Emotionen (außer bei problematischen Eltern-Kind Beziehungen)-> Kinder können negative Emotionen zunehmend verbalisieren-> Regulation von Emotionen-> 12 Monaten deutlich gerichtet- Traurigkeit und Wut auch gleichzeitig -> nicht scharf getrennt
- Entwicklungsverlauf: Selbst-Bewusste Emotion - Verlegenheit, Stolz, Schuld und Scham- Emotionen, die auf die Wahrnehmung unseres Selbst bezogen sind und das- Bewusstsein darüber einschließen, wie andere auf uns reagieren.o Beginn im 2. Lj. -> Entwicklung des Selbstbewusstseins ab ca. 18 Monaten-> Wachsende Sensibilität gegenüber Erwartungen von Erwachsenen - Verlegenheit – Indiz: Senken des Blicks, Erröten, Verstecken des Gesichtso Ab ca. 15 – 24 Monateno Bsp.: Kind soll etwas vorführen - Stolz, Schuld und Scham- Stolz – Indiz: lächelnder Blick gegenüber anderen, Haltung nach Handlungo Erste Anzeichen im Laufe des 2. Lj. (z.B., wenn etwas Neues gelingt)o Ab 3 Jahren Zusammenhang von Stolz & Leistung -> mehr Stolz bei Bewältigung schwieriger vs. leichter Aufgaben
- Schuld und Scham - Schuld und Scham o Schuld -> Andere: Empathie für andere, Reue, Bedauern über eigenes Verhalten, Wunsch der Wiedergutmachungo Scham -> Selbst: Fokus auf Selbst, den Blicken anderer ausgesetzt, sich verstecken wollen, negative Bewertung der eigenen Person, Wertverlust in den Augen anderer -> moralische Emotion -> Schuld Fokus auf den anderen-> Scham -> Fokus auf dem Selbst Evtl. Evidenz für Schuld und Scham - Schuld und Schamo Scham und Schuld bei 2-Jährigen differenzierbar – Barrett et al. (1993):o Kinder spielten mit präparierter Puppe -> Bein fiel ab in Abwesenheit von VLo Teil der Kinder mied VL, als sie zurückkam, erzählte nicht gleich von Missgeschick -> Schamo Anderer Teil setzte Puppe wieder zusammen, erzählte VL rasch von Missgeschick, mied VL selten -> Schuld -> könnte auch in Richtung Angst (statt Scham) interpretiert werden -> vor Konsequenzen/Sanktionen - Schuldo Schuldgefühle (nach schlechtem Verhalten) nehmen zwischen 2. und 3. Lj. zu (Aksan & Kochanska, 2005)o Individuelle Unterschiede im Schuldbewusstsein bleiben nach 22. Lebensmonat bis in die ersten Grundschuljahre recht stabil (Kochanska et al., 2002)
- Regulation und Sozialisation von Emotionen Definition Emotionale Selbstregulation: Definition: Der Prozess, durch den innere Gefühlszustände und die damit verbundenen physiologischen Prozesse, Kognitionen und Verhaltensweisen initiiert, gehemmt oder moduliert werden. -> Zentral für Erreichung eigener Ziele, soziale Akzeptanz & Kompetenz (Regulation = soziale Kompetenz)- Emotionale Selbstregulation als Prozess1. Innere Gefühlszustände (die subjektive Erfahrung von Emotionen)2. Emotionsbezogene Kognitionen (z.B. Gedanken über eigene Wünsche und Ziele, die Interpretation einer Emotion auslösenden Situation oder auch die Selbstbeobachtung bei eigenen Gefühlszuständen)3. Emotionsbezogene physiologische Prozesse (z.B. Pulsfrequenz, hormonelle oder andere physiologische Reaktionen einschließlich der neuronalen Aktivität, die mit der Regulierung der Gefühlszustände und der Gedanken verändert werden können)4. Emotionsbezogenes Verhalten (z.B. Handlungen oder Mimik in Verbindung mit Emotionen)
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- Entwicklung der Emotionsregulation: Regulierung - Entwicklung der Emotionsregulation: Von der Regulierung durch andere zur Selbstregulierung- Erste Lebensmonate: Interpersonale Regulierung (durch andere)o Eltern helfen Säuglingen bei Regulation von emotionaler Erregung (z.B. Unbehagen, Frustration) durch Ablenken, Liebkosen, beruhigendes Sprechen/Singen, Füttern, Wiegen auf dem Armo Blickabwendung, Saugen nur bei niedrigem Erregungsniveau erfolgreich- Ab ca. 6 Monaten: Erste Anzeichen von intrapersonaler Regulierungo Blickabwendung bei aversiven Reizen, Zuwendung zu positiven/ neutralen Reizen (z.B. Menschen) -> Reduktion von Missbehageno Körperliche Selbstberuhigung durch repetitives Streicheln/Reiben, Daumen lutschen- Ab 1 Jahr: Intrapersonale Regulierung durch Verhaltensstrategieno Gezielte Aufmerksamkeits- und Bewegungssteuerungo Ablenken durch Spielen, Bezugsperson aufsuchen, soziales Referenzieren -> erst durch die Regulierung durch andere bis hin zur Selbstregulierung-> Blickabwendung (nur bei niedrigen Erregung)-> 6 Monate: Selbstregulierung (erste Anzeigen von intrapersonaler)-> Ab 1 Jahr: Willentlich und gezielt angewendet -> Bezugspersonen eingebunden, abwenden (sg. Verhaltensstrategien)
- Entwicklung der Emotionsregulation: Von Verhaltens- zu kognitiven Strategien - Ab 2 bis 5 Jahren: Intrapersonale Regulierung durch kognitive Strategien, teils flexible Anpassung an Situation- Kognitive Entwicklung (u.a. Reifung des Frontallappens -> kognitive Kontrolle) ermöglicht Überdenken/Umdeuten von Zielen und emotionalen Bewertungen von Ereignissen -> Umgang mit emotional schwierigen Situationen o Beispieleo Im Kindergarten auf dem Stuhl sitzen bleibeno Andere nicht hauen, wenn man wütend isto Furcht vor Hund überwinden - Sprachentwicklung ermöglicht Regulierung auf verbaler Ebeneo Beispiele o Verbaler Protest anstatt Wutanfallo Aushandlung von Kompromissen (z.B. wenn Kind mit Spielen aufhören soll) - NB: Verhaltensstrategien werden weiterhin angewendet -> kognitiv, gedanklich reguliert erst ab 2-5 Jahren-> Emotion kontrollieren bedeutet, inhibitorische (hemmen) Kontrolle (Impulskontrolle/Belohnungsaufschub), Frontallappen reift und ermöglicht Situationen umzudeuten und neu zu bewerten (Frucht vor Hunden Umbewertung/Neubewertung)-> sprachliche Entwicklung. Kompromisse, Protest zeigen-> kognitive Verhaltensstrategien
- Belohnungsaufschub „Marshmallow Task“ Beispiel: Belohnungsaufschub: „Marshmallow Task“ - Motivationaler Konflikt: kurzfristigen Belohnungen für langfristige Ziele entsagen- Ermöglicht aktiven Einfluss auf Wirkung eigener Emotionen- 4- bis 5-Jährige schneiden besser ab als 3-Jährige o Große individuelle Unterschiedeo Gute Vorhersage späterer Schulleistung, Frustrationstoleranz, Stressbewältigung, Drogenkonsum - Verhaltensstrategieno Singeno Hände vor das Gesichto Ablenken durch Spieleno Einschlafen - Kognitive Strategieno Selbstermutigungo An etwas Anderes denken (z.B. Weihnachten)o An Ziel der Aufgabe denken (es ist gut zu warten)o An Abstrakte (weniger aufregende) Qualitäten der Belohnung denken, nicht an konkrete (z.B. Marshmallow = Wolke)
- Sozialisation von Emotion - Sozialisation: Der Prozess, durch den Kinder Werte, Normen, Fähigkeiten, Wissen und Verhaltensweisen erwerben, die für ihre jetzige und künftige Rolle in ihrer eigenen Kultur als angemessen betrachtet werden. - Eltern sozialisieren emotionale Entwicklung und Regulationsstrategien durcho ihren Ausdruck von Emotion gegenüber ihren Kindern und anderen Personen-> Modelllernen: Durch eigenes Regulationsverhalten geben Eltern dem Kind Modelle vor, wie Emotionen reguliert werden können o ihre Reaktionen auf den kindlichen Ausdruck von Emotionen-> Direkte Anweisung, (Un)verständnis: z.B. „Beruhige Dich“, „Indianer kennt keinen Schmerz“, etc.-> Angebote zur Umdeutung eines Anlasses: Eltern deuten Anlässe um, um Veränderung im Zustand bzw. emotionale Neubewertung zu ermöglichen o Diskurs über Emotionen und emotionale Regulierung-> z.B. wie Emotionen erlebt und ausgedrückt werden, Konsequenzen und Beeinflussung von Emotionen (Selbst, andere) -> sozialisiert durch - eigenen Ausdruck der Eltern (Modelllernen) - Reaktion auf Emotion: direkte Anweisung oder Verständnis/Unverständnis -> Angebote zur Umdeutung (Reize neu bewerten)-> Diskurs: darüber sprechen
- Sozialisation: Elterlicher Ausdruck von Emotionen Elterliche Emotionen können Sicht der Kinder auf sich selbst und andere in ihrer sozialen Umwelt beeinflussen -> Bsp.: Wut & Feindseligkeit im Hauseo Kind sieht sich als Individuum, das andere wütend machto Kind denkt, dass andere ihm feindselig gesonnen sind- Modelllernen: elterlicher Ausdruck von Emotioneno Wann (in welchen Kontexten) und wie man Emotionen ausdrückto Einfluss auf kindliches Verständnis angemessener und effektiver Formen des Emotionsausdrucks in zwischenmenschlichen Beziehungen-> Bsp.: In Familien, in denen Eltern keine Emotionen zeigen, können Kinder beispielsweise zu der Überzeugung gelangen, dass Emotionen an sich etwas Schlechtes sind und vermieden oder unterdrückt werden sollten o Einfluss auf Stressreaktionen und Erregungsniveau in sozialen Interaktionen -> elterlicher Ausdruck der Emotion negativ -> Wut und Feindseligkeit beim Kind-> Modellernen: was ist erwünscht / unerwünscht -> evtl. Emotion unterdrücken bei kaum Emotion im Elternhaus-> Einfluss auf Stress: Eltern Angst vor Hund -> Kinder Angst
- Reaktionen der Eltern auf Emotionen des Kindes - Beispiele und Befundeo Eltern kritisieren Ängstlichkeit des Kindes.-> Emotion „unberechtigt“o Eltern reagieren mit Aggressivität auf Wut des Kindes -> Kinder weniger emotional/sozial kompetent (z.B. weniger Mitleid, Stressbewältigung, Aggression) als Kinder, die emotional unterstützt werdeno Empathische, unterstützende elterliche Reaktionen -> helfen Kind bei Regulation emotionaler Erregung -> soziale Kompetenz, Schulleistung o Elterliche Normen und Werte: unangemessene Emotionsausdrücke -> empathisches Verhalten der Eltern -> bessere Regulation und soziale Kompetenz
- Elterlicher Ausdruck von Emotionen II - Positive Emotionen in der Familie o Kinder drücken häufig selbst positive Emotionen aus, sind sozial kompetent, wenig aggressiv und gut angepasst, besitzen meistens eine hohe Selbstachtung - Rolle des Kindeso Kinder beeinflussen Ausdruck von Emotionen in Familie, z.B. negative Emotionen bei Kindern mit „schwierigem“ Temperament o Genetische Faktoren: Kinder (und Eltern) mögen zu Wut und impulsivem Verhalten neigen -> Einfluss auf Qualität der Erziehung, sozioemotionale Kompetenz des Kindes - Generell: reziproke Beeinflussung (Eltern <-> Kind) -> positive Emotionen in Familie: Kinder interpretieren Emotionen besser-> Rolle des Kindes: Temperament des Kindes hat Auswirkung auch auf Eltern-> Genetisch Wut kann vererbt -> Einfluss auf die Qualität-> Beeinflussung in beide Richtungen (Eltern u. Kind)
- Diskurs über Emotionen - Diskurs über Emotion: - Gespräche über Emotionen vermitteln Bedeutung dieser- Längsschnittstudie Ausmaß der Teilnahme von 2-/3-Jährigen an Gesprächen über Emotionen prädiziert Emotionsverstehen bei anderen im Alter von 6 J.- Rolle des Kindes- Kindliche Merkmale (z.B. Aufmerksamkeitsfähigkeit, beginnendes Emotionsverständnis) spielen Rolle dabei, in welchem Ausmaß Familienmitglieder mit ihnen über Emotionen sprecheno Bsp: Eltern sprechen eher mit ihren 5-/6-Jährigen über emotionale Ereignisse, wenn die Kinder gut reguliert sind und sie negative Emotionen so zum Ausdruck bringen, wie es den elterlichen Erwartungen für ihr Alter entspricht -> Korrelation: Diskurs von Emotionen profitieren Kinder -> Emotionsverständnis
- Kultur und emotionale Entwicklung - Negative Emotionen / emotionale Erregung o 11 Monate alte euroamerikanische Babys reagieren stärker auf unbekannte Reize (z.B. angsteinflößende Objekte) als chinesische oder chinesischamerikanische Babys -> grundlegende Temperamentunterschiede über Sozialisationseffekte hinaus? o Zentralafrika: Ngandu-Babys aufgeregter als Aka-Babys -> Aka: Jäger & Sammler, Nahrungssuche: Frauen & Kinder gemeinsam -> mehr Körperkontakt, schnellere Reaktion auf Bedürfnisse (stillen, füttern)-> Ngandu: Bauern, Kinder häufiger allein-> kulturelle Unterschiede: Kritik: genetische Unterschiede greifen nicht so sehr wie Sozialisationseffekte - Sozialisationsziele, gesellschaftliche Akzeptanz emotionaler Expressivität o In (vielen) asiatischen Kulturen:-> Interessen der Gemeinschaft > Individualinteresse (Kollektivismus)-> Fokus auf familiäre und soziale Verpflichtungen-> Positiver Ruf innerhalb der Gruppe wichtig -> Scham wichtige Emotion-> Emotionsregulation, Selbstkontrolle o Bsp.: Amerikanische Vorschulkinder geben eher als japanische an, mit Wut auf physische Angriffe anderer zu reagieren-> Amerikanische Eltern ermutigen eher zur Selbstbehauptung, emotionaler Expressivität-> Japanische Eltern betonen Unterordnung des Individuums, wechselseitige Abhängigkeit, Erhalt harmonischer zwischenmenschlicher Beziehungen -> Individualismus vs. Kollektivismus-> Asiatisch = Kollektivismus, soziale Verpflichtung, Ruf, Scham sehr große Emotion > wichtig für diese Gruppen Emotionsregulation - Scham o Schamerzeugung, Herabwürdigung-> Taiwanesische Eltern versuchen oft, bei ihren Kindern Scham zu erzeugen, wenn sie Normen verletzen -> Verweis auf negative Bewertung des Verhaltens durch andere außerhalb der Familie, Verhalten beschämt gesamte Familie, Gesichtsverlust (z.B. „Wegen dir verliert deine Mutter ihr Gesicht“) o Elterlicher Umgang mit Schamepisoden/negativen Emotionen-> Bei Traurigkeit/Scham versuchen Eltern in westlichen Kulturen oft, ihren Kindern aus ihrer Gefühlslage herauszuhelfen-> Chinesische Eltern nutzen solche Situationen oft, um Kind wünschenswertes Verhalten beizubringen, Verständnis von sozialen Erwartungen & Normen zu vermitteln - Stolz o Missbilligung von Hervortun & individueller Leistung bei Zuni-Indianern -> Zuni-Kinder, die in Aufgabe besser abschneiden als Gleichaltrige empfinden eher Verlegenheit oder Scham als Stolz o Vermeidung von individuellem Lob & Fokus auf Kollektiv, Bedürfnisse der Gruppe in Japan -> Japanische Kinder empfinden im Vgl. zu US-amerikanischen Kindern weniger Stolz bei individuellen Erfolgen