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Entwicklungspsychologie (Subject) / Allgemeine Entwicklungspsy. (Lesson)

Klausurvorbereitung

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  • Was ist Entwicklungspsychologie? -         Umfasst alle Teildisziplinen der Psychologie in ontogenetischer Perspektive (Individualentwicklung von Organismen -> universelle Merkmale über alle hinweg)-         Aus der Allgemeinen Psy. -> Wie entwickelt sich Denken, Erleben, Handeln?-         Aus d. Sozialpsy. -> Wie entwickelt sich Sozialverhalten & soziale Kognition?-         Aus d. Differentiellen Psy. -> Wie entwickeln sich interindividuelle Unterschiede?
  • Warum Entwicklungspsychologie? -         Ziel: das Wesen des Menschen verstehenUniverselle Merkmale: Aussagen/Mechanismen über d. Entwicklung aller (gesunden) Menschen treffen -> Bsp.: Motorische/Sprachliche Entwicklung Individuelle Unterschiede: wie ähnlich/verschieden sind Babys bei Geburt? (z.B. Temperament) Wirkung von Umweltbedingungen u. frühkindlichen Erfahrungen (z.B. Bindungserfahrung)? Zusammenhänge zw. früheren u. späteren Merkmalen (z.B. frühe Selbstregulation, späte soziale Kompetenz/Anpassung) -> 1-Wortsätze, Entwicklungsschritte -> notwendige Abfolge (ist Brabbeln vorher wichtig? Und nicht umkehrbar!) Forschungsbsp.: Entstehung menschlichen Denkens: Wie entstehen grundlegende Begriffe (Zahl, Objekt, Person)? Gibt es angeborenes Wissen (Addition, bei 5. Monate Säugling)? -> Überraschung erkenntlich durch Blickdauer im Experiment Anwendungsorientierte Aspekte: Prävention und Intervention bei „normaler“ und abweichender (pathologischer) Entwicklung Erwartung an bestimmte Altersgruppen: Entwicklungsnorm (was ist „noch normal“ u. altersgemäß?) Welche Risikofaktoren für Abweichungen gibt es? Wo muss (wie) interveniert werden? Wissenschaftliche fundierte Antworten auf sozial-politische Fragen (Gesetzgebung, Politikberatung) Programme für alle Kinder/spezielle Zielgruppen Betreuung v. Kindern verschiedenen Alters Lehrpläne
  • Was ist Entwicklung? Traditionelle Konzeption Entwicklung als Veränderungsreihe in mehreren Schritten In Richtung auf einen höherwertigen Endzustand Abfolge unumkehrbar (irreversibel) Veränderung als qualitative, strukturelle Transformationen Nicht temporär, sondern nachhaltig und geordnet Auseinander hervorgehende Schritte der Veränderungsreihe Frühere Schritte als Voraussetzung für spätere Entwicklungsveränderungen korreliert mit Lebensalter Entwicklung als universelles Kennzeichen des Homo sapiens (nicht kulturgebunden) Notwendige Abfolge z.B. Plappern vor Sprechen -> höherwertiger Endzustand zu einschränkend (klassifiziert), universell geht nicht -> Kulturentwicklung, Alter keine Ursache von Veränderung -> Lernerfahrung = Prozess Kognition – korreliert zwar mit Alter aber nicht ausschlaggebend Probleme des klassischen Entwicklungsbegriffs Veränderungen als Abfolge aufeinanderfolgende Schritte nicht möglich Höherwertiger Endzustand zu eingeschränkt (gegen Werteorientierung u. Interesse) Universalität zu eng (zu kulturgebunden) Alter als Funktion (deskriptive Beschreibung) Individuelle Unterschiede vernachlässigt MODERNE Entwicklungspsychologie: Erklärung von Veränderungen als Wirkung von exogenen und endogenen Faktoren, Aktivität des Subjekts (eigener Einfluss auf Entwicklungsumwelt -> Entwicklungsbedingungen schaffen)
  • Was ist Entwicklung? Entwicklungspsychologie der Lebensspanne o   Enthält gleichzeitig Gewinn (Wachstum) und Verlust (Abbau)o   Entwicklung endet nicht im frühen Erwachsenenaltero   Plastizität der Entwicklung in jedem Lebensalter (Kompensation von Verlusten)o   Berücksichtigung von historischem Wandel und ontogenetischer (individuelle) Entwicklung (Kontextualismus)
  • Entwicklungsbegriff (Arbeitsdefinition) o   Entwicklung als Transformation eines Ausgangszustands in einen neuen Zustando   Veränderungen (und Invarianten), die auf der Zeitdimension Lebensalter registriert werdeno   Alter: keine Erklärung für Veränderungeno   Fokussierung auf nachhaltige u. nachhaltig wirkende Veränderungeno   Innerer Zusammenhang von Veränderungen (vorausgehende Veränderungen -> aktuelle Veränderungen)
  • Die Grundfragen der Entwicklungspsychologie -         Verlauf d. Entwicklung – Kontinuität vs. Diskontinuität-         Motoren/Mechanismen der Entwicklung-         Einflüsse auf die Entwicklung: Interaktion von Anlage und Umwelt-         Einflüsse auf die Entwicklung: Die Aktivität des Individuums-         Einflüsse auf die Entwicklung: Der soziokulturelle Kontext-         Wie entstehen interindividuelle Unterschiede?
  • Verlauf d. Entwicklung – Kontinuität vs. Diskontinuität Kontinuität: Entwicklung als kontinuierlicher, allmählicher Prozess in kleinen Schritten -> Quantitative (langsames, lineares Voranschreiten) Unterschiede: Wachsen, Wortschatz wird größer Diskontinuierlich: als diskontinuierlicher Prozess mit plötzlich starken Veränderungen -> Qualitative Unterschiede: abrupte, starke Veränderung, nicht Wort für Wort, sondern Sätze bilden aus langer Sprachpause Beide Arten Stimmen mit einigen Aspekten der kindlichen Entwicklung überein ABER Perspektivenproblem: Messintervall insgesamt in Jahren kontinuierlich – aus der Nähe als diskontinuierlich (Tagessprünge) -> Körpergröße 
  • Motoren/Mechanismen der Entwicklung: Entwicklungsmechanismen in unterschiedlichen Theorien Evolutionsbiologische/ethologische SichtweiseVariation u. Selektion -> „Survival oft he fittest“ -> bessere Gene = mehr Geburten „Kind als Wissenschaftler“ – Metapher (Jean Piagets Theorie)Theoriebildung, Evidenzgewinnung und -evaluation -> Versuch/Irrtum Experimente = Kind ist Motor seiner eigenen Entwicklung „Kind als Computer“ – Metapher (Informationsverarbeitungstheorien)Mensch-Computer Analogie, Software (Kognition) und Hardware (Gehirn)Denken = Informationsverarbeitung -> Lernen, Gedächtnis, Problemlösen
  • Interaktion von Anlage und Umwelt -         Anlage: biologische Grundausstattung – von den Eltern erhaltene Gene-         Umwelt: Materielle u. soziale Umgebung, die unsere Entwicklung beeinflussto   Interindividuelle Unterschiede (zw. den Personen): a) Genome; b) Entwicklungsumweltwelche Unterschiede in psychischen Merkmalen sind bedeutsam? – Gesamtheit der Erbanlagen und Entwicklungsumwelto   Früher: Anlage ODER Umwelt (monokausale Erklärung)
  • Interaktion von Anlage und Umwelt: Klassisches Konzept der Reifung Entwicklung ohne Erfahrung-> Veränderungen als Reifung, wenn sie universell in einer Altersperiode u. ohne Lernerfahrung auftreten (strenges Wickeln über Monate und dennoch laufen lernen) -> Deprivation = Entzug jeglicher Anreize o   Ursprüngliches Konzept aus der Biologie: gengesteuerte Entfaltung von Strukturen u. Funktioneno   Evidenzquelle: Deprivationen (z.B. fest Wickeln über längeren Zeitraum)Bsp.: Taub geborene hören keine Sprache, entwickeln aber private Zeichensprache -         HEUTE: Zusammenwirken von Anlage & Umwelto   Sensible Perioden: Anlage u. Umwelteinfluss: Entwicklungsabschnitte in denen - im Vergleich zu vorangegangenen oder nachfolgenden Perioden - spezifische Erfahrungen -> maximal positive/negative Wirkungen habeno   Hypothesenbeispiele:Eltern-Kind-BindungSprachentwicklungIntelligenzentwicklung
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  • Das „aktive Kinde“: Beeinflussung der eigenen Entwicklung durch das Kind -         Frühe Eigenaktivität (ohne Belohnung -> Aktivität aus dem Kind heraus)o   Aufmerksamkeit: Zuwendung zu menschl. Gesichterno   Sprache: „Selbstgespräche“ im 2. LJo   Exploration der Umwelt durch Spiel usw. -        Einfluss mit Zunehmenden Alter: aktiv Umwelt gestalten:o   Umgebung/Umwelt immer selbstständiger bestimmen und gestalten
  • Sozio-kulturelle Kontextbedingungen -         Einfluss der: materiellen, sozialen, kulturellen, ökonomischen und zeitgeschichtlichen Umstände -> bilden Umwelt des Kindes -> dessen Entwicklung o   Sozialisationseinflüsse und Entwicklung (Bsp.: Entwicklungsbeeinflussung durch Sozialisationsziele d. Eltern, sozio-ökonomischen Status d. Familie, Wohlstand der Gesellschaft etc.)
  • Entstehung individueller Unterschiede -         Geschwisterentwicklung (und Kinder im Allgemeinen) unterschiedlich: Scarr (1992) o   Gene (Vergleich ein- und zweieiige Zwillinge) -> eineiig: 100% Gene teilen; zweieiig: 50%o   Unterschiedliche Behandlung durch Eltern und andere Personen (Bsp.: Mädchen/Junge)o   Differentielle Effekte ähnlicher Erfahrungen (subjektiv unterschiedliche Interpretation) Bsp: Umgang mit einschneidenden Ereignissen; angenommene "Bevorzugung" (Geschwister) o   Selbstgesteuerte Wahl von Umwelterfahrungen (Rollen und Nischen in der Familie werden angenommen o. „besetzt“) -> das "aktive Kind"
  • Rahmenbedingungen der Datenerhebung o   Interview: Strukturiert: alle TN dieselben Fragen beantworten = vergleichbar; klinisches Interview: Fragen in Abhängigkeit der Antworten des Befragten = individuell anpassbar aber nicht vergleichbaro   Naturalistische Beobachtung: Verhalten in seiner üblichen Umgebung = nicht kontrolliert -> nicht vergleichbaro   Strukturierte Beobachtung: Verhalten bei dem jedem Kind dieselbe Situation dargeboten = genau gleiche Erlebnisse -> vergleichbar-         Interview:o   Vorteile: verdeutlicht subjektives Erleben, preiswert, klinisches I. flexible Fragestellungo   Nachteile: verzerrte Angaben (gefallen wollen), ungenau & unvollständiges Gedächtnis, unzutreffende Vorhersagen zukünftigen Verhaltens-         Naturalistische B.:o   Vorteile: Alltagssituationen, Sichtbar v. sozialen Interaktionsprozesseno   Nachteile: Zuordnung welche Aspekte den größten Einfluss haben, begrenzter Nutzen bei seltenen Verhaltensweisen-         Strukturierte B.:o   Vorteile: alle Kinder im gleichen Kontext, kontrollierte Vergleich in verschiedenen Situationeno   Nachteile: weniger natürlich, weniger subjektive Erlebnisqualitäten
  • Versuchspläne (Designs) -         Korrelative Designso   Beziehungen zw. Variableno   Korrelation: Ausmaß der Kovariation zw. zwei Variableno   Maß: Korrelationskoeffizient (1 bis -1)o   Probleme/Einschränkungen-> Kein Beweis für kausalen Zusammenhang: Richtung des Zusammenhangs? Drittvariablen?-> Scheinkorrelationeno   Arten von Korrelationen: positiver vs. negativer -         Experimentelle Designso   Zur Prüfung von Hypothesen über Kausalzusammenhänge (Ursachen Wirkung) zw. zwei Variableno   Zuteilung d. Probanden nach Zufall zur Experimentalgruppe (Treatment) vs. Kontrollgruppe (ohne)o   UV (Ursache): das Treatment, dem die Experimentalgruppe ausgesetzt isto   AV (Wirkung): Verhalten/Erleben auf das sich die UV hypothesengemäß auswirken sollo   Anforderungen an Experimentaldesigns - Zwei oder mehr Gruppen hinsichtlich ihrer Ausgangsbedingungen vergleichbar -> Randomisierung -TN jeder Gruppe mit Bedingungen die sich denen der anderen nur in einem Aspekt unterscheiden -> Experimentelle Kontrolle -         Settingso   Laborexperiment (geringe externe Validität, „künstliche“ Bedingungen) - Externe Validität: in welchem Ausmaß lassen sich Befunde – über das spezifische Experiment hinaus – auf andere Kinder, Maße u. Verfahren verallgemeinern? o   Naturalistisches Experiment (natürliche Bedingungen, Alltagssituationen) - Bsp.: zufällige Zuordnung von Vorschulkindern in zwei Gruppen - Experimentalgruppe: Kinder sehen Gewalt enthaltende Fernsehsendungen - Kontrollgruppe: Kinder sehen gewaltlose Sendungen -> Macht Konsum von Gewalt aggressiver? o   Korrelative Designs - Vorteile: Vergleich zw. vielen Gruppen, Beziehung zw. Variablen - Nachteile: Drittvariablen, keine kausalen Schlüsse o   Experimentelle Designs - Vorteile: kausale Schlüsse, naturalistisches Experiment: Ursache-Wirkung in natürlichen Settings - Nachteile: experimentelle Kontrolle führt zu künstlichen Situationen, häufig nicht einsetzbar (Temperament, Geschlecht)
  • Untersuchungsdesigns -         Entwicklung im Zeitverlauf untersuchen -> drei Forschungsdesignso   Querschnitto   Längsschnitto   Mikrogenetisch -         Querschnittdesign: Kinder verschiedenen Alters zu einem Messzeitpunkt hinsichtlich bestimmter Eigenschaften oder Verhaltensweisen verglicheno   Vorteile: Erhebung v. Daten über Unterschiede zw. Altersgruppen, schnell u. leicht durchführbaro   Nachteile: keine Stabilität individueller Unterschiede im Zeitverlauf, kein Vergleich Veränderungsmuster einzelner Kinder, Konfundierung Alter u. Kohorte -         Längsschnittdesign: dieselben Kinder über längere Zeit hinweg zweimal oder mehrmals untersuchto   Vorteile: Untersuchung individueller Unterschiede über längeren Zeitraum, Infos über intraindividuelle Veränderungen, Tentative kausale Schlüsseo   Nachteile: Verlust v. Probanden, geringe externe Validität (andere Ursachen), hoher Aufwand, Konfundierung Alter u. Testzeit -         Mikrogenetisches Design: dieselben Kinder während eines kurzen Zeitabschnitts wiederholt untersuchto   Beschreibung des Prozesses, die Veränderung hervorrufeno   Erfahrungen, von denen man annimmt, dass sie Entwicklungsveränderungen hervorrufen -> veränderungsbegleitende Untersuchungo   Hintergrund der Verwendung mikrogenetischer Designs: Quer-Längsschnittuntersuchungen haben grobe Skizze des Veränderungsprozesseso   Vorteile: Erkennen v. Veränderungsprozessen, kurzfristig individuelle Veränderungeno   Nachteil: keine Info über typische langfristige Veränderungen, kein Info über langfristig individuelle Veränderungen -> Tentativ: in der Zeit ein Vorfall der einbezogen wird
  • Untersuchungsdesigns: Problem: Alter u. Kohorte (Generation) o   Konfundierung bei QS u. LS: Wandel der Einstellungen zur Rolle der Frau in der Gesellschaft - LS: 1976 20-jährige Frauen: Rolle der Frau traditionell -> selbe Frau mit 60 Jahren 2016 Rolle der Frau zeitgemäß - QS: 2016 befragte 20-jährige Frau: Rolle der Frau ist zeitgemäß -> Frau mit 60 Jahren befragt 2016: Rolle der Frau ist zw. traditionell u. zeitgemäßo   Problem: Alter und Generationsuntersiede in der Sichtweise LS – Alter und Zeitliche Veränderungen QS
  • Kombination von QS u. LS – Designs o   Kohortensequenz: Alters- u. Kohorteneffekt o   Testzeitsequenz: Testzeit- und Alterseffekt o   Quersequenz: Testzeit- u. Korhorteneffekt 
  • Ethische Prinzipien: Vorgaben der Society for Research on Child Development o   Keine physisch o. psychische Beeinträchtigungo   Informierte Einwilligungo   Freiwilligkeit der Teilnahmeo   Wahrung der Anonymitäto   Aufklären der Befundeo   Unvorhergesehenen negative Folgen entgegenwirken