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Tierzucht/Haltung (Subject) / Fragen (Lesson)

Klausurfragen

This lesson was created by Pepe123.

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  • Warum steigen die Ansprüche der Milchkühe an das Haltungssystem?   - Sinkende Arbeitszeit pro Kuh durch steigende Herdengröße - Steigende Anfälligkeit der Kühe durch steigende Leistung (genetisch hohe Korrelationen zwischen Milchleistung und Erkrankungsfrequenzen)
  • Woran können tiergerechte Ställe erkannt werden?   - Funktionskreise des Verhaltens können ausgelebt werden: o Sozialverhalten (Rangkämpfe) -> ausreichendes Platzangebot o Fortbewegung, Aufspringen möglich o Ungestörtes Liegen, Auf- und Abliegen möglich o Fressen (Herdenverhalten, Futterneid, ungestört, „Weideschritt") -> Tier: Platzverhältnis, Trogbodenhöhe 10 – 12 cm o Trinken: Offene Tränken, nicht im Durchgang o Komfort: Scheuern, rutschfester Boden, Kaltstall o Erkundungsverhalten - Sonst: Verhaltensstörungen
  • Wie muss die Lauffläche eines tiergerechten Stalles beschaffen sein?   - Trittsicher, rutschfest, ausreichender Klauenabrieb
  • Erläutern Sie sie tiergerechte Konzeption des Fressbereiches.   - Tier: Fressplatzverhältnis 1:1 o Tiere sind Synchronfresser -> Jedes Tier benötigt Fressplatz o Sonst: Verdrängungen, Verletzungen o Futterneid zwischen ranghöheren und –niederen Tieren, Ausweichmöglichkeiten müssen gegeben sein - TMR-Fütterung: Futteraufnahme und –verträglichkeit steigt, aber: Selektives Fressverhalten ist erschwert.   - Fressplatzgestaltung: Futtertisch 10 – 12 cm über Standfläche, da Weideschritt nicht möglich Fressplatzbreite mind. 70 cm
  • Wonach richtet sich die Größe der Liegebox und was kennzeichnet eine tiergerechte Gestaltung des Liegeplatzes?   - Boxenlänge [m] = 1,75 + 0,00068 * Gewicht(kg) - Breite = Länge / 2 o Zu kurz: Kein Liegekomfort o Zu lang: Verschmutzung der Einstreu o Zu schmal: Verletzungsgefahr der Kuh o Zu breit: Gefahr von Querliegen - Kopfseitig ca. 60 – 70 cm für den Kopfschwung -> natürliches Aufstehverhalten - Nackenriegel verhindert das Verschmutzen der Liegefläche - Weiche Einstreu („Kniefalltest") - Einstreu trocken und sauber ; hoher pH-Wert (Kalk) reduziert Keimdruck
  • Was ist bei der Gestaltung der Gebäudehülle zu beachten?   - Rinder sind ursprünglich Steppentiere und können sich an wechselnde Klimabedingungen anpassen - Höher leistende Tiere tolerieren niedrigere Temperaturen (höherer Umsatz - > mehr Wärmebildung), sind aber anfälliger für Hitzestress - Kühlung im Sommer nötig (Ventilatoren) - Windnetze - Offener First fördert den Abzug warmer Luft
  • Wie muss ein Auslauf/Laufhof gestaltet werden, damit er tiergerecht ist?   - Funktion: zusätzlicher Fortbewegungsraum, Klimareize - Flächengröße: mind. 3,5 m², bei Fütterung 5 m² - Sonnenbereiche im Winter, Schattenbereiche im Sommer - Befestigter Boden
  • Nennen Sie Vor- und Nachteile der Eberfleischerzeugung.   - Vorteile: o Kastration entfällt o Höhere tägl. Zunahme o Günstigere Futterverwertung o Geringere N- und P-Ausscheidungen o Höhere Fleischanteile o Weniger fette Bäuche - Nachteile: o Ebergeruch, -geschmack o Geringere Ausschlachtung o Evtl. aggressivere Tiere
  • Wie entsteht der Ebergeruch und welche Aufgabe hat er?   - Ebergeruch: o Androstenon: Entstehung in den Hoden, Speicherung im Fett, Freisetzung über Speichel o Skatol: Bildung im Dickdarm, gelangt in das Gewebe - Aufgabe: Stimulierung und Duldungsreflex der Sau
  • Wie beurteilen Sie die züchterischen Möglichkeiten zur Reduktion des Ebergeruchs?   Zuchterfolge können schnell erzielt werden, aber der Androstenon-Gehalt korreliert positiv mit dem Testosteron-Gehalt: Reduzierte Selektionserfolge bei Mastleistung, Schlachtkörperwert und Fruchtbarkeit; Sauen werden nicht mehr stimuliert. - Ebergeruch kann nicht zu 100 % rausgezüchtet werden -> keine ausreichende Sicherheit für den Verbraucher
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  • Nennen Sie die Einflussfaktoren auf den Ebergeruch   - Testosteron-Gehalt ist positiv korreliert mit dem Androstenon-Gehalt (Bildung aus Pregnenolon/Progesteron) - Skatol-Entstehung: Wird aus Tryptophan gebildet, kommt bei allen Geschlechtern vor. Steigerung durch hohe Gehalte an umsetzbarer Energie im Futter; Reduzierung durch Zugabe von Inulin und Natriumbicarbonat Keine direkte Beziehung zum Androstenon
  • Wie kann der Ebergeruch erkannt werden? Nennen Sie auch Möglichkeiten zur Erkennung im Schlachthof.   - Androstenon-Bestimmung im Labor (zu langsam für Schlachtband) - Schnell-Tests: o Elektronische Nase (fehlerhaft) o Organoleptische Tests (Lötkolben/Bratprobe) Problem: Wahrnehmungsvermögen ungleich in der Bevölkerung verteilt, Nachhalleffekt: Wahrnehmung verändert sich nach Wahrnehmung von Ebergeruch
  • Wie kann Schweinefleisch mit männlichen Tieren tiergerecht und marktkonform erzeugt werden?   - Sortierung/Geruchserkennung sind noch zu fehlerhaft - Zucht gegen Ebergeruch reduziert Zuchterfolge in Leistung und Fruchtbarkeit - Z.Zt. einzige wirtschaftliche Möglichkeit: Kastration unter Betäubung
  • Was verstehen Sie unter operanter Konditionierung?   - Das Tier erlernt, dass nach Verrichtung einer bestimmten Arbeit eine Belohnung verfügbar ist. - Nutzung in der Verhaltensforschung: Die Nachfrageelastizität gibt Aufschluss über die Bedeutung bestimmter Haltungsfaktoren für das Tier. Für essentielle Faktoren (Nahrung, Wasser) zeigt das Tier auch bei steigender Arbeit dieselbe Nachfrage. Bei unwichtigeren Faktoren (Spiel, Bewegung) sinkt die Nachfrage schnell bei steigender Arbeit
  • Wie werden mit Hilfe des Nationalen Bewertungsrahmens tiergerechte Haltungssysteme identifiziert?   - Der Nationale Bewertungsrahmen Tierhaltungsverfahren beschreibt und bewertet 139 Haltungsverfahren für Rinder, Schweine, Geflügel und Pferde hinsichtlich der Umweltwirkungen und Tiergerechtheit. Bei den Umweltwirkungen werden die Emissionspotenziale für Ammoniak, Geruch, Staub, Lachgas und Methan sowie die punktuellen Einträge in den Boden und der Energie- und Prozesswasserbedarf der ausgewählten Haltungsverfahren beurteilt. Für die Tiergerechtheit werden die Aspekte Tierverhalten beurteilt und das Risiko für die Tiergesundheit abgeschätzt.
  • Erläutern Sie die Auswirkungen zu kleiner Liegeboxen auf Milchkühe.   - Wenig Platz nach vorne: Kuh kann nicht mit dem Kopf Schwung holen - Zu kurze Liegebox: „Hundesitzigkeit", Kuh kann ihr natürliches Aufstehverhalten nicht ausüben. - Zu enge Liegebox: Kuh kann sich an den Boxentrennungen (blutige) Schürfungen zufügen. - Auftreten von Lahmheiten bei Standard-Liegeboxen ist signifikant höher.
  • Welche Voraussetzungen zeichnen eine tiergerechte ganzjährige Freilandhaltung aus?   - Witterungsschutz: eingestreuter, möglichst trockener, windgeschützter Liegeplatz - Vorbereitung auf den Winter: Gewöhnung an Winterwitterung und –fläche - Körperkondition: Tiere müssen Reserven im Herbst anlegen. - Tiergesundheit: Nur gesunde Tiere im Winter draußen halten.
  • Nennen Sie die Vor- und Nachteile der Ebermast.  Vorteile: - Bessere Akzeptanz in der Befölkerung - weniger Arbeit im Sauenstall - bessere Tageszuhnahmen - Bessere Futterverwertung - dadurch weniger P/N Belastung für die Umwelt Nachteile: - Lebhaftere Tiere in der Endmast durch aufspringen und deckversuche verletzungen anderer Tiere - mehr Arbeitsaufwand im Maststall - Stinker werden keine abnahme finden - übervorderung kleinerer Schlachter - höhere Verluste im MS - stärkeres verfetten bei falscher Fütterung
  • PSE pale, soft, exudative (blass, weich, wässrig); Fleischfehler bei Schweinen; pH1 < 5,8; genetisch- und umweltbedingt
  • DFD dark, firm, dry (dunkel, fest, trocken); Fleischfehler bei Schweinen + Rindern; pH24 > 6,0 (6,2); umweltbedingt