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Steinacker (Subject) / Theorie und Geschichte Sozialer Arbeit (Lesson)

Einführung in Theorie und Geschichte Sozialer Arbeit 2016/17

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  • Wodurch unterscheidet sich Soziale Arbeit von Formen des spontanen, privaten helfens? ­ Hilfe gibt es seid beginn der Menschheit und gehört zum Mensch sein dazu­ Obwohl Hilfe ein Strukturmerkmal Sozialer Arbeit ist, ist umgekehrt nichtjede Hilfe Soziale Arbeit
  • Was sind die (allgemeinen) Kennzeichen Sozialer Arbeit? - Gesellschaftliche Funktion, d.h. Übernahme gesellschaftlicher Augaben- Öffentliche Organisation und Verantwortung- Bereitstellung von Angeboten der Hilfe (...), Bildung und personenbezogene  soziale Dienstleistungen- professionelles Handeln
  • Was sind die Kennzeichen professionellen Handelns? - wissenschaftsbasiert- methodisch- innerhalb einer Institution- ist bezahlt!- übernimmt grundlegende gesellschaftliche Aufgaben
  • Worin besteht die Funktion bzw. was sind die gesellschaftlichen Aufgaben Sozialer Arbeit? - Unterstützung von Menschen, die ohne Hilfe in der Gesellschaft scheitern  würden- Schutz derjenigen, die ihre Interessen nicht selbst wahren können- verhinderung von pädagogischem Einschreiten und Abweichungen von  gesellschaftlichen ,,Normalen”- Erziehung zur Grundordnung un den Werten dieser Gesellschaft- Menschen bereit machen zur Integration in die Arbeitswelt
  • Wie könnte eine angemessene Definition Sozialer Arbeit lauten? Soziale Arbeit/ Sozialpädagogik hat sich um professionelle soziale Hilfen, sozialeDienstleistungen und die Initiierung von Bildungsprozessen zu kümmern, die derStaat oder andere öffentliche Institutionen zur allgemeinen sozialenLebensbewältigungen sowie zur Gewährung gesellschaftlicher Normalzuständeorganisiert.
  • Welche gesellschaftlichen Gruppen galten im Mittelalter als arm? - Witwen, Waisen, ,,Krüppel”, Kranke- Angehörige ,,unehrlicher” Berufe: Prostituierte, Totengräber- Selbstständige Handwerker mit geringem einkommen- Lohnabhängige Beschäftigte im Textilsektor, Bauhandwerk und (städt.)  Agrarsektor
  • Was ist mit den Begriffen absolute und relative bzw. primäre und sekundäre Armut gemeint? - Von primärer/absoluter Armut ist die rede, wenn die Existenz unmittelbar bedroht  war- Von sekundärer/relativer Armut ist die rede, wenn man (dauerhaft oder  zeitweise) unter den Standards der eigenen Klasse und Normen lebte
  • Durch welche Grundüberlegungen zeichnete sich die Almosenlehre des Thomas von Aquin aus? Leibliche Almosen:­ den Hungrigen speisen­ den Durstigen tränken­ den Nackten bekleiden­ den Fremden aufnehmen­ den Kranken besuchen­ den Gefangenen loskaufen­ den Toten begraben Geistige Almosen:­ den Unwissenden lehren­ den Zweifelnden beraten­ den Traurigen trösten­ den Sünder bessern­ dem Beleidiger nachlassen­ die Lästigen ertragen­ für alle beten
  • Durch welche Grundüberlegungen zeichnete sich das Verständnis von Armut und Armenpflege von Juan Vives aus? Armut­ Armut als mehrdimensionales (politisches, sozialhygienisches undpädagogisches) Problem mit gesellschaftlichen Folgewirkungen­ als öffentliches Problem: Der Staat hat die Aufgabe, sich ­ im eigenen Interesse ­um dieses Problem zu kümmern­ als Problem, das mit öffentlichen Interventionen bearbeitet werden kann Armenpflege­ soll die Armen systematisch erfassen, kategorisieren und kontrollieren­ Unterstützung richtet sich nach dem Bedarf im Einzelfall­ Arme unterliegen der Arbeitspflicht, unterstützung NICHT voraussetzungslos
  • Durch welche (vier) prozesse ist der Übergang vom mittelalterlichen Almosenwesen zur (früh)neuzeitlichen Armenfürsorge gekennzeichnet? - Zunehmende Auflösung ländlicher Produktionsgemeinschaften- Bevölkerungswachstum bei gleichzeitiger Verschlechterung der  Lebensbedingungen- Zunahme von Bettelei und überforderung der städtischen Armenpflege- Veränderung im (christlichen) Weltbild
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  • In welchen Formen Findet sich das (mittelalterliche) Almosenwesen auch in heutigen Sozialstaaten? - Kommunalisierung- Rationalisierung- Bürokratesierung- Pädagogisierung
  • Warum wahren auch lohnabhängig Beschäftigte im 17./18. Jh. armutsgefährdet? - durch Verschlechterung der Ernährungs­ und Lebenslagen, durchPreissteigerungen und stagnierende Löhne
  • Durch welche (zwei) Strategien ist der Umgang mit Armut im Absolutismus gekennzeichnet? Armenpflege:- Versorgung und Unterstützung- Unterscheidung von würdigen und unwürdigen Armen- Kontrolle/Überprüfung und Verteilung durch besoldete Armenpfeger Bettelrepression- Bettelei und Almosen durchgängig Verboten!- Abschieben von Bettlern- Aufstellung von Diebes/Gaunerlisten zur Erfassung der nicht­seßhaften Armutspopulation
  • Welche Personen(­gruppen) wurden in den Zucht­ und Arbeitshäusern untergebracht? Was haben sie gemeinsam? - Arbeitsscheue und Bettler- verurteilte Verbeecher/Kriminelle- Gebrechliche/Alte- Waisenkinder, Witwen- Psychisch Kranke- Prostituierte- unbotmäßiges Gesinde- ungehorsame Kinder und Jugendliche
  • Welche Aufgaben wurden in den Zucht­ und Arbeitshäusern wahrgenommen? - Stationäre Armenpflege- Erziehung zu bürgerlichen Normen, Bettelbekämpfung- Strafvollzug- Produktion/ Nutzung der Arbeitskräfte
  • In wie weit erfüllten die Zucht­ und Arbeitshäuser generalpräventive Aufgaben? Sie erfüllten Aufgaben durch fünf Strukturprinzipien:- Arbeit- Gestaltung des Raums/Architektur- Reglementierung der Zeit- Sanktionen- Gebet und Unterweisung
  • Was ist mit Sozialdisziplinierung gemeint? Sozialdisziplienierung ist eine mehr oder weniger gewaltsame Beeinflussung vonBevölkerungsgruppen im Interesse eines Staates und seiner Politik
  • Gehört ,,Sozialdisziplinierung” auch heute noch zu den Aufgaben Sozialer Arbeit? Obwohl die Zucht­ und Arbeitshäuse bis zur Mitte des 20. Jh. ein Bestandteil derSozialen Arbeit waren, gehörte die Sozialdisziplinierung nicht mehr zumKernstück.
  • Was waren die (drei) großen gesellschaftlichen Transformationsprozesse des 19. Jahrhunderts? Industrialisierung:- Wachstum des sekundären und teritären Sektors, übergang zumindustrie­kapitalist. System- neue Produktionstechniken Demografische Veränderungen:- Bevölkerungswachstum- Bevölkerung wächst schneller als Wirtschaft, Arbeitslosogkeit Urbanisierung:- Zunahme der Städtischen Bevölkerung (1800: 40%, 1910: 66%)- Entstehung von Großstädten- ,,Bevölkerungsdruck”
  • Was ist mit ,,Sozialer Frage” gemeint? Man meint die negativen gesellschaftlichen Folgen beim übergang zurindustriekapitalistischen Gesellschaftsformation.