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Phytomedizin (Subject) / katalog Kak (Lesson)

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  • 99. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus des Westlichen Maiswurzelbohrers (Diabrotica virgifera virgifera) und beschreiben Sie mögliche Gegenmaßnahmen. Entwicklungszyklus: -          Eiablage in eine Bodenspalte à Überwinterung -          Zum Ende der Vegetationsperiode stirbt das Weibchen -          Schlupfzeit durch Bodentemperatur beeinflusst  (Mai/Juni) -          Es gibt 3 Larvenstadien L1 – L3. Larvenentwicklung von Anfang Juni bis Ende Juli -          L1 frisst an den Wurzelhärchen, angelockt durch CO2 -          L2 und L3 dringen auch in Hauptwurzeln ein und zerstören Leitungsbahnen -          Verpuppung der Larve im Boden (von Mitte Juli bis Ende August) -          Schlupf der Adulte (August/September/Oktober) à Nahrungsaufnahme -          Reifefraß an Rispe und Seide, Fensterfraß an Blättern, Körner in Milchreife -          Begattung, Eiablage -          1 Generation/Jahr Gegenmaßnahmen: -          Vorbeuge durch Fruchtfolge (begrenzenden Effekt), da 2 % ihre Eier nicht auf Maisflächen legen -          Beizung (60-70% Einschränkung, Population bleibt) Problem: Bienenschäden -          Bodeninsektizide (70-80% Einschränkung) -          Insektizide (Käfer) (bis zu 90% bei mehrmaliger Applikation, Eindämmung der Population) -          Bt-Mais (Toxine, Resistenzen möglich)
  • 100. Beschreiben Sie die allgemeinen Merkmale der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge). -          Größe: klein bis groß (3-60 mm) -          Mundwerkzeuge: Imagines leckend-saugende, Larven beißend-kauend -          Nahrung: Imagines: Nektar, Larven: alle Pflanzenteile (ober- und unterirdisch) -          Bedeutung: nur Raupen schädigend -          2 Paar großflächige Flügel -          Raupen: 3 Paar Brustbeine, 5 Paar Bauchbeine, Kopfkapsel
  • 101. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus des Maiszünslers (Ostrinia nubilalis). -          Eiablage auf den mittleren Blattetagen (700-800 Eier pro Weibchen/Jahr) -          Larvenstadium L1-L5 wandern von oben nach unten in der Pflanze je nach Stadium (jeweils mit Häutung) -          10 – 14 Tage später schlüpfen die L1 Larven -          L1-L2: kaum schädlich: Fensterfraß -          L3 4,5 mm dringt in den Stängel ein und schädigt die Pflanze à frisst Richtung Wurzel -          L4 dringen in unteren Stängelbereich ein, umgehen die Knoten -          L5 bis 30 mm frisst unterm Stängelbereich à Risiko Fusarien und Maisbeutelbrand à Folgeinfektionen aufgrund von geöffneten Pforten -          L5 überwintert als Präpuppe in den Maisstoppeln -          Verpuppung im nächsten Jahr (Mai) -          3 Wochen(Puppenruhe) später (Juni) Adulte (schlüpft der Maiszünsler) -          Begattung à Eiablage -          1 Generation/Jahr -          entscheidend ist nicht wie viele Pflanzen befallen sind, sondern eher wie viele Larven pro Pflanze -          Ausbreitung nur über Falterflug(fährt nicht mit LKW)   -          Z-Rasse: geht nur in den Mais -          E-Rasse: geht auch in in Kartoffeln, Hopfen, Sonnenblumen Gründe für starke Ausbreitung: -          unterlassene Bekämpfung -          Förderung von konservierender Bodenbearbeitung -          Anstieg Maisanbau   -          Entwicklung bivoltärer Rassen: zwei Generationen pro Jahr   Gegenmaßnahmen: -          (Fruchtfolge) – der Zünsler nimmt auch weniger Mais und macht ihn lang.. kann ja Fliegen -          -(Sortenwahl) – härtere Stängel? funktioniert auch nur bedingt -          Stoppelbearbeitung: Mulchen und pflügen: 99 % Wirksam -          Bodenbearbeitung: pflügen -          Trichogramma(Schlupfwespen) -          Insektizideinsatz: Teils Bt-Wirkstoffe, aber auch „normale“  -          Bt-Mais
  • 102. Beschreiben Sie die allgemeinen Merkmale der Ordnung Diptera (Zweiflügler). -       Größe: Klein bis mittelgroß (1 - 60 mm) -       zweites Flügelpaar zurückgebildet zu „Schwingkolben“ -       Mundwerkzeuge: Imagines stechend- saugend oder leckend; Larven beißend oder saugend -       Nahrung: Nektar, Pollen, alle Pflanzenteile, Insekten, Kot, Aas, Blut -       Bedeutung: Nur Larven schädigend; Gallbildung; teils Nützlinge (Parasitoide, Räuber) -          1 vollständig ausgebildetes Flügelpaar, 2. Paar zurückgebildet -          überwiegend ovipari, teils vivipari -          i.d.R. geschlechtliche Vermehrung aber auch Patheogenese -          Larven haben keine Beine (Maden), wenig ausgebildete Kopfkapsel -          3 – 8 Larvenstadien -          Vermehrung normalerweise getrenntgeschlechtlich (Ovipar) -          Z.B. Kohlschotenmücke
  • 104. Mit welchen Maßnahmen lassen sich pflanzenschädliche Insekten bekämpfen? -          Fruchtfolge -          Beizung à Maiswurzelbohrer -          Insektizide -          Bodenbearbeitung (Stoppelbearbeitung, tiefes Pflügen) -          Nützlinge -          Züchtung -          mechanische Bekämpfung (Kartoffelkäfer „absammeln“) -          Bt-Mais -          Trichogramma à Maiszünsler
  • 105. Nennen Sie fünf Gruppen von Nützlingen und die Schädlinge, von denen sie sich ernähren. -          Marienkäfer: Blattläuse -          Florfliegen: Blattläuse, Thripsen, Raupen, Käferlarven und Milben -          Raubmilben: Spinnmilben, andere Milben, Thripse, Pilzsporen -          Laufkäfer: räuberisch und unspezialisiert, z.B. Blattläuse -          Schlupfwespen: Eiablage in spezifischen Wirtstieren, z.B. Blattläuse, Maiszünsler
  • 106. Beschreiben Sie die Maßnahmen, mit denen Nützlinge geschont und gefördert werden.- Schutz von Ackerwildkräutern -          Schutz von Ackerwildkräutern -          Anlage und Pflege von Ackerrandstreifen -          Anlage von Hecken -          Anlage von Krautstreifen -          Pflege von Unterwuchs im Obst- und Weinbau -          nützlingsschonender Pflanzenschutz o   selektive Präparate (Auswahl der Präparate nach ihrem Wirkungsprofil) o   Einsatz verlustmindernder Technik o   gezielte Behandlung: Teilbehandlung, Zeitpunkt der Anwendung, Zahl der Anwendungen minimieren o   Bekämpfungsschwellen berücksichtigen, Anpassen der Aufwandmenge (nach Befallsdruck) -> Rückzugsgebiete erhalten, pflegen oder (wieder)herstellen
  • 107. Was sind Nematoden? Durch welches charakteristische Merkmal zeichnen sich pflanzenparasitäre Nematoden aus? -          Nematoden (Fadenwürmer) sind wirbellose Fadenwürmer ohne Blutgefäße und Atmungsorgane -          Größe: 0,2-1mm -          Besitzen keine Blutgefäße und Atmungsorgane -          Weiß bis farblos -          Typisch wurmförmige Gestalt, lang und im Querschnitt rund -          Der Mund liegt vorne und wird häufig von Fortsätzen umgeben, die für die Nahrungsaufnahme und zum Tasten benutzt werden è Mundstachel, verschiedene Formen -          Nematoden ernähren sich von Bakterien, Pilzen, Algen, anderen Nematoden oder Pflanzen -          Leben in feuchten Medien, benötigen Wasser zur Fortbewegung   -          Zweigeschlechtliche Vermehrung über Eier -          Schwächen Widerstandsfähigkeit der Pflanzen -          Virusüberträger -          Passive Ausbreitung über z.B. Maschinen -          Nur Längsmuskeln -          Von Kutikula umgeben (4-fache Häutung)   Pflanzenparasitäre Nematoden: -    Die Nahrung wird bei pflanzenparasitären Nematoden mit dem vorstreckbaren und innen hohlen Mundstachel aufgenommen und an den Darm weitergeleitet -    Stechen Pflanzenzellen mit ihrem Mundstachel an à dadurch auch Virusübertragung   Schäden: Virusübertragung, Substanzverlust à Wasser- und Nährstoffaufnahme sinkt (bei bodenbürtigen Nematoden), Wurzelbereich und Spross (Nekrosen).
  • 108. In welche Gruppen werden die phytophagen Nematoden auf der Basis ihrer Lebensweise eingeteilt? Wurzelnematoden: -          Wandernde Wurzelnematoden o   frei lebend o   können endo- und ekoparasitär leben       -          Sedentäre Wurzelnematoden o   setzen sich an den Wurzeln fest zystenbildende Nematoden, gallenbildende Nematoden   è unterirdische Nematoden haben deutlich höhere Schadwirkungen   Oberirdische Nematoden: -          Blattnematoden -          Stängelnematoden -          Blütennematoden
  • 109. Welche Möglichkeiten der Nematodenbekämpfung gibt es? -          Bekämpfung gilt als schwierig: mit Chemie nicht wirklich zu kriegen -          Fruchtfolge à Anbaupausen einhalten, 3-5 Jahre bei Zystennematoden -          Anbau von resistenten Zwischenfrüchten z.B. Senf, Ölrettich(nur bei Rübenzystennematoden, bei Kartoffelzystenematoden nicht wirksam) -          Anbau resistenter und toleranter Sorten à werden zwar befallen, jedoch wird Zyklus der Nematoden nicht vollendet (wie resistente Zwischenfrüchte) -          Anbau von Feindpflanzen -          Schwarzbrache -          Gesundes Pflanz- und Saatgut verwenden -          Ein- und Verschleppung vermeiden -          Bodendämpfung (Gewächshaus) -          Pflanzenschutzmittel -          Chemische Bekämpfung kaum mehr möglich, viele Nematizide haben in D keine Zulassung -          Biologisch mit z.B. endoparasitischen Bakterien oder nematophagen Pilzen -          Unkrautbekämpfung à Unkraut steht nicht mehr Wirt zur Verfügung
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  • 112. Beschreiben Sie die Faktoren, die das Auftreten von Ackerschnecken begünstigt. -    feuchter Boden -    feuchte Witterung, günstig für Schnecken, da diese ein hohes Feuchtigkeitsbedürfnis haben -    Bewuchs -    viele Hohlräume, so wie es oft auf schweren Böden der Fall ist (Rückverfestigung hilft) -    Vorfrucht: Raps, Grünland, Getreide, Stilllegung -    Direktsaat (reduzierte Bodenbearbeitung) à begünstigt Schlupfwinkel für die Schnecke; besser sorgfältige Bodenbearbeitung mit feinkrümeligem und rückverfestigtem Saatbett
  • 113. Definieren Sie den Begriff Unkraut. Welche Schadwirkungen gehen von Unkräutern aus? 1.    Unkräuter: Vergesellschaftete Wildpflanzen im Agrarökosystem, die mit den Kulturpflanzen um begrenzt verfügbare Wachstumsfaktoren (Raum, Licht, Wasser, Nährstoffe) konkurrieren und diese dadurch indirekt schädigen. -    Auch Kulturpflanzen können zu „Unkräutern“ werden à Kartoffeldurchwuchs, Ausfallgetreide, Raps in Zuckerrüben Schadwirkung: -       Quantitativ (Ertragsverluste durch Konkurrenz bezüglich Platz und Ressourcen) -    Qualitativ (Feuchtes Erntegut, Besatz, Kosten für Reinigung) -    Erschwernis bei Pflege- und Erntearbeiten -    Begünstigung und Übertragung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen -    Direkte Giftwirkung (Jakobskreuzkraut à bei wenig gepflegten und genutzten Flächen) Ertragsverluste entstehen durch Konkurrenz -    Konkurrenz = Interaktion zwischen Pflanzen, bei der alle Beteiligten „verlieren“. -    Direkte chemische Interaktion = Allelopathie -    Indirekte oder Ressourcenkonkurrenz um Wasser, Nährstoffe, Licht
  • 114. Wie und wie lange überdauern Unkräuter? Einteilung nach Art der Überdauerung: -          Therophyten= Überdauerung als Diaspore (Samen) -          Geophyten= Überdauerung als unterirdisches Organ à vegetativ -          Hemikryptophyten= Überdauerungsknospen in Bodennähe (Stauden)   Einteilung nach Dauer der Überdauerung: -          Einjährige= Anuelle (Winter-/Sommerannuelle) -          Zweijährige= Bienne -          Mehrjährige/ Ausdauernde= Perennierende à Quecke, Diestel…   Lebensdauer von Unkrautsamen im Boden à 1 bis >70 Jahre
  • 115. Wie verbreiten sich Unkräuter? Selbstverbreitung (Autochorie)-          Streufrüchte z.B. Klatschmohn -          Schleuderfrüchte z.B. Gemeiner Reiherschnabel Verbreitung durch Tiere (Zoochorie)-          Haftfrüchte z.B. Klettenlabkraut -          Ameisenfrüchte mit eiweißhaltigen Anhängseln z.B. Ackerstiefmütterchen -          Fleischfrüchte z.B. Schwarzer Nachtschatten Verbreitung durch Wind (Anemochorie)-          Schirmflieger z.B. Ackerkratzdistel -          Scheibenflieger z.B. Krauser Ampfer
  • 116. Wie wirken sich acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen auf das Auftreten von Unkräutern aus? -          Saattermin: Je eher gesät wird, desto stärker die Verunkrautung (z.B. Ackerfuchsschwanz) à späte Saat à Anzahl Ackerfuchsschwanz sinkt -          Fruchtfolge: Bei Monokulturen können sich die Unkräuter leicht anpassen (z.B. Windhalm) -          Sortenwahl: kurzstrohige Sorten und Sorten mit geringer Bestandesdichte begünstigen die Verunkrautung ebenfalls die Blattgröße und -stellung -          Reduzierte Bodenbearbeitung: generell verstärkter Unkrautbesatz, Zunahme ausdauernder Unkräuter (Ackerkratz-Distel, Acker-Winde) -          Bei Getreideernte werden Unkrautsamen verteilt -          Stoppelbearbeitung ("Striegeln hilft gut gegen Klette) -          Reihenhacker hilft gut gegen Ackerfuchsschwanz Mechanische Unkrautbekämpfung in Kartoffeln
  • 117. Beschreiben Sie die Dormanz bei Unkräutern. Welche Faktoren beeinflussen die Dormanz? Dormanz = Keimruhe Zeitspanne zwischen Samenreife und Keimung Primäre Dormanz tritt mit der Samenreife ein, endogen bedingt durch: -          Hartschaligkeit -          Hemmstoffe -          unreifer Embryo   sekundäre Dormanz: exogen bedingt durch: -          hohe / niedrige Temperaturen -          Sauerstoffmangel -          Wassermangel -          Licht   Aufhebung beider oft bedingt durch die Temperatur   Als Dormanz werden alle Formen der Entwicklungsverzögerung bei Tieren und Pflanzen bezeichnet. Diese sind teilweise durch Außenfaktoren bedingt, sie können jedoch auch genetisch und hormonell gesteuert sein. Dormanzphasen gewährleisten vor allem ein Überleben der Tiere und Pflanzen bei ungünstigen Umweltbedingungen. Zu den Hauptmerkmalen der Dormanz gehören ein stark reduzierter Stoffwechsel und erhöhte Resistenz. Die Dormanz kann in allen Entwicklungsphasen auftreten und auch innerhalb derselben Art abhängig von äußeren Bedingungen unterschiedlich lang sein, wie dies z. B. bei Keimruhe zu beobachten ist.
  • 118. Beschreiben Sie die möglichen Schadwirkungen von Unkräutern.Schädigung: Schädigung: -          Qualitativ Kornfeuchte des Gutes und Besatz steigt -          Behinderung bei Pflege- und Erntearbeiten z.B. durch Kletten -          Begünstigung und Übertragung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen z.B Blattlaus à Gelbverzwergungsvirus -          Direkte Giftwirkung Grünland à Herbstzeitlose, Jacobskreuzkraut   Ernteverluste entstehen durch Konkurrenz Quantitarive: -          Konkurrenz= Interaktion zwischen Pflanzen, bei der alle Beteiligten verlieren -          direkte chemische Interaktion- Allelopathie -          Indirekte oder Ressourcenkonkurrenz um Wasser, Nährstoffe und Licht o   auf sehr leichten Böden kann es das Wasser sein, in aller Regel aber das Licht o   Wasserknappheit bringt zeitgleich auch Nährstoffmangel mit – Nährstoffe wassergelöst
  • 119. Nennen Sie Möglichkeiten der Unkrautbekämpfung. -          Fruchtfolge -          Sortenwahl -          Düngung -          pH-Wert -          physikalische Bekämpfung: Rausziehen, abmähen -          Mulchen -          Striegeln -          Pflügen -          Hacken -          Bürsten -          Spritzen, Sprühen, Nebeln mit Pflanzenschutzmitteln -          Fluten und Überstauen -          technisch mit Hitze, Kälte, Dampf und Elektrizität
  • 120. Beschreiben Sie die Verfahren der mechanischen Unkrautbekämpfung ·         -Hacken: Zerkleinern und Zerhacken durch Hackfräse – Angetriebenes Verfahren ·         -Bürsten: Angetriebenes Verfahren durch Reihenbürsten ·         Striegeln: gezogen- nicht angetriebenes Verfahren Netzegge oder Federzinken, Hackstriegel
  • 121. Nennen Sie die sechs auf dem Pflanzenschutzgesetz basierenden Verordnungen -    Bienenschutzverordnung -    Pflanzenschutzsachkundeverordnung -    Pflanzenschutzmittelverordnung -    Pflanzenschutzanwendungsverordnung -    Pflanzenbeschauverordnung -    Pflanzenschutzgeräteverordnung
  • 122. Auf welchen Flächen dürfen Pflanzenschutzmittel grundsätzlich nur angewendet werden? Gibt es Ausnahmen und wenn ja, was müssen Sie tun, um diese Ausnahmeregelung in Anspruch nehmen zu können? Pflanzenschutzmittel dürfen grundsätzlich auf allen Landwirtschaftlichen (auch Sonderkulturen), Gärtnerischen (auch Haus und Kleingärten sowie Parkanlagen) und forstwirtschaftlichen Freilandflächen angewendet werden, außer in Gewächshäusern zur Erzeugung von Pflanzen und Pflanzenprodukten.  Es gibt Ausnahmen für z.B. Hofflächen, Gleisanlagen, Wege und nicht bewirtschaftete Flächen wenn man einen Antrag bei der zuständigen Behörde eingereicht hat und dieser genehmigt worden ist, diese geschieht allerdings nur wenn der angestrebte Zweck vordringlich ist und überwiegend öffentliche Interessen nicht entgegensteht.
  • 123. Definieren Sie den Begriff „Indikationszulassung“. Behördliche Erlaubnis zur Anwendung eines Pflanzenschutzmittels für eine spezielle Anwendung (z.B. gegen einen speziellen Schaderreger an einer entsprechenden Kulturpflanze). Die Anwendung zugelassener Mittel in anderen als in der Gebrauchsanleitung festgesetzten Anwendungsgebieten. ð  zur Anwendung eines PSM nur für einen bestimmten Zweck.
  • 124. Definieren Sie die Begriffe „Höchstmenge“ und „Wartezeit“. Welchem Zweck dienen diese Werte? -          Höchstmenge: in mg Wirkstoff in Nahrungsmitteln o   gesetzlich geduldete Menge von Stoffen, z.B. Wirkstoffen von PSM, die in oder auf Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft höchstens Vorkommen dürfen. -    Wartezeit: Zeitraum zwischen Anwendung und Ernte o   Damit die Höchstmenge nicht überschritten wird Sie dienen dem Zweck die Menge an PSM – Rückständen in Nahrungsmitteln zu minimieren bzw. sicherzustellen das aus ihnen keine Gefahr für den Konsumenten ausgeht, die Höchstmenge ist die Menge die maximal in Nahrungsmitteln im Regal im Supermarkt vorhanden sein darf und welche unbedenklich für den Konsumenten ist. Die Wartezeit stellt sicher das die Zeit zwischen Anwendung der PSM und Ernte der Früchte groß genug ist, damit sich die PSM – Rückstände soweit abgebaut haben bis diese Werte die durch Tierversuche ermittelt worden sind erreicht worden sind und die Früchte nicht eher geerntet werden vor Ablauf dieser Wartezeit.
  • 125. Beschreiben Sie die Bienenschutz-Auflagen die für Pflanzenschutzmittel gelten können. Bienen gefährliche Mittel werden in 4 Klassen unterteilt: B1 = Es ist die gefährlichste Klasse und diese Mittel bzw deren Anwendung ist absolut untersagt an von Bienen beflogenen Pflanzen bzw. blühenden Pflanzen. B2 = Diese Klasse ist Bienengefährlich und darf nur nach dem Bienenflug(ca. ab Sonnenuntergang -> Beobachten!) bis 23 Uhr ausgebracht werden – damit eine Zeit herrscht in der das Mittel trocknen und an Wirkung verliert bis die Bienen wieder fliegen B3 = Diese Klasse ist ebenfalls Bienengefährlich, wird aber durch die in der Zulassung angegeben Zwecken nicht mehr Bienengefährlich bzw wenn sie nur zu diesen Zwecken eingesetzt werden z.B. Beizen. B4 = Nicht Bienengefährlich für die in der Zulassung angegebenen Aufwandmengen §2 Abs. 1 Bienenschutzverordnung Keine Anwendung Bienengefährlicher Mittel: An blühenden Pflanzen An anderen Pflanzen, wenn sie von Bienen beflogen werden Auch keine Bestände, sie von Pflanzen beflogen werden   Bienen können im Kartoffelbestand auch durch Blattläuse angelockt werden (Honigtau) Wenn ich Bienengefährliche Mittel einsetze und im Umkreis von 60m Bienenstöcke sind muss ich die Zustimmung des Imkers bekommen! Wenn ich mehr als die begrenzte Menge an PSM einsetze gilt jedes Mittel als bienengefährlich
  • 126. Welche Bestimmungen sind in der Sachkunde-Verordnung zu finden? In der Sachkunde – Verordnung sind die Bestimmungen für den Sachkundenachweis für die Anwendung von PSM zu finden für die Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft, Vorratsschutz, Versuchszwecke sowie für andere (außergelegentliche Nachbarschaftshilfe)
  • 127. Welche Bestimmungen sind in der Pflanzenschutzanwendungs-Verordnung zu finden? Es sind Bestimmungen über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel zu finden wie z.B. -          vollständige/eingeschränkte Anwendungsverbote -          Anwendungsbeschränkungen -          Besondere Abgabebedingungen -          Verbot der Anwendung in Naturschutzgebieten und Nationalparken -          Einfuhrverboten
  • 128. Definieren Sie die Begriffe „eradikativ“, „protektiv“ und „kurativ“. eradikativ : Schadorganismen werden außerhalb oder auf der Wirtspflanze vernichtet oder ferngehalten Schadorganismen werden auf der Wirtspflanze getötet oder vorher von ihr Ferngehalten durch vorheriges Abtöten der Schadorganismen z.B. Nematoden durch Nemadiziden zur Vorbeugung vor der Saat.          z.B. auch Herbizidmaßnahme im Kulturbestand  Protektiv: (vorbeugend) Pflanze wird durch Aufbringen eines PSM-Belages vor dem Angriff und Eindringen des Schadorganismus geschützt Das bedeutet, dass das PSM vor dem Schaderreger an der Pflanze sein muss  z.B. bei Fungiziden das Kupferpreperate. Diese sind meist Kontaktmittel, es gibt aber auch mittel die systematisch bzw. meist teilsystematisch sind und in die Pflanze eindringen und dann beim Befall den Schadorganismus bekämpfen. Kurativ: Schadorganismen, die die Pflanzen schon befallen haben werden vernichtet  Es ist auch eine Wirkung da, wenn der Befall schon da ist es stoppt den weiteren Befall und tötet den vorhandenen ab. Meist handelt es sich um eine Mischung aus kurativen und protektiven Mitteln da diese eine lange Schutzwirkung haben. Bereits entstandene Schäden können aber nicht wieder geheilt werden
  • 129. Welche grundsätzlichen Anforderungen werden an ein Pflanzenschutzmittel gestellt? -          Hohe Aktivität gegen Schadorganismen -          Geringe Aktivität gegen Kulturpflanzen -          Geringe Toxizität gegen Warmblüter -          Geringe Nebenwirkungen in der Umwelt -          Geringe Kosten
  • 130. Welche grundsätzlichen Anforderungen müssen Sie bei der Applikation eines Pflanzenschutzmittels berücksichtigen? -          Pflanzenschutzgeräteliste der BBA -          Kontrolle der Spritz und Sprühgeräte -          Aufwandmenge genau berechnen -          Düsenwahl (Flachstrahl, Rundstrahl, Injektordüsen) -          Spritzdruckeinstellen -          Tröpfchengröße beachten -          Windstärke- und richtung beachten -          Fahrgeschwindigkeit beachten -          Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit beachten -          Waschwasserbehälter zur PS – Gerätereinigung auf dem Feld  
  • 131. Welches sind die wichtigsten Eintragspfade für Pflanzenschutzmittel in Oberflächengewässer? Welche Bedeutung haben die einzelnen Eintragspfade? -    Punkteinträge und diffuse Einträge o   Punkteinträge 50 % (z.B. Befüllen und Reinigung, unsachgemäße Anwendung auf versiegelten Flächen ) o   Diffuse Einträge 50 % davon mehr als 90 % Oberflächenabfluss, weniger als 10 % Drainagen, und weniger als 0,1 % Drift
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  • 132. Welche grundsätzlichen Bestimmungen gibt es zum Schutz von Oberflächengewässer gegen den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln? Keine Anwendung von PSM in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern. Dazu gibt es in Niedersachen einen Mindestabstand von 1m von der Gewässerkante diese beginnt allerdings an der Böschungsoberkante und nicht mit der Wasserkante. Zudem gibt es bei jedem PSM in dem Beizettel einen Hinweis mit welchen Düsen man wie weit von Gewässern entfernt bleiben muss.
  • 135. Zu welchen Aufzeichnungen sind bei der Anwendung eines Pflanzenschutzmittels verpflichtet? -    Datum der Behandlung -    Ziel der Behandlung -    Mittel, Aufwandmenge -    Anwendungsfläche und -gebiet -    Anwendende Person
  • Beschreiben Sie die Regeln der „Guten fachlichen Praxis“ zur Vermeidung der Abdrift von Pflanzenschutzmitteln.- Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes sind einzuhalten -   Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes sind einzuhalten -       Tageszeiten mit geringer Windgeschwindigkeit nutzen -       Spritzeinsatz abrechen wenn: -Windgeschwindigkeit über 5m/sec, -rel. Luftfeuchte unter 40%, -Temperatur über 25 Grad -       Spritzflüssigkeit so grobtropfig wie möglich zerstäuben, wie es eine ausreichende Wirkung zulässt (Düsentyp und Größe, Wassermenge und Fahrgeschwindigkeit richtig anpassen)
  • Infektionszeit: Zeitspanne vom Beginn des Angriffs eines Erregers auf dem Wirt bis zum Erreichen eines stabilen parasitischen Verhältnisses. Makroskopisch sichtbare Krankheitssymptome treten während dieser Phase in der Regel noch nicht auf.
  • Inkubationszeit Zeitspanne von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome. Werden trotz Infektion keine Symptome ausgebildet, spricht man von einer latenten Infektion.
  • Sporulationszeit Zeitspanne von der Ankunft der Verbreitungseinheit eines Schaderregers auf der Oberfläche eines anfälligen Wirtes bis zur erneuten Bildung von Verbreitungseinheiten
  • Sporulationsdauer Zeitspanne während der ein Parasit auf oder in einer befallenen Pflanze Sporen produziert
  • 53. Beschreiben Sie Entwicklungszyklus und Bedeutung von Polymyxa betae(Wurzelbärtigkeit) Bedeutung: -       Der Pilz überträgt das BNYV-Virus -       Mögliche Ertragsverluste (50-80%) durch ausbleibende Rübenkörperbildung und extreme Seitenwurzelbildung. -       Keine direkte Bekämpfung möglich: Vorbeugung durch weite Fruchtfolge sinnlos, Problem: Langlebigkeit der Dauersporen. Anbau toleranter/resistenter Sorten Entwicklungszyklus: -       Dauersporen im Boden -       Zoosporen (Schwärmsporen) -       Besiedlung und Infektion einer Zelle der Wurzelepidermis à heften sich an Wurzelhaare à verhärtet sich zu Zyste -       Stachel dringt in Wurzelzelle ein à Inhalt der Zyste gelangt in Wurzelzelle -       Bildung von Plasmodien -       Umwandlung in ein Zoosporangium -       Fertiges Zoosporangium mit vielen Zoosporen -       Zoosporen werden freigegeben und infizieren die nächste Seitenwurzel -       Pupillenbildung durch die Zellwand und Entstehung der Zoosporen -       Ausschwärmen der Zoosporen durch Papille und Besiedlung weiterer Zellen -       Verbreitung des Virus an Bodenpartikeln über Wind und Landmaschinen -       Zoosporen (Schwärmsporen) -       Die Plasmodien können sich auch umwandeln in ein Dauersporangium -       Dauersporen (im Boden, wenn Wurzelzellen verrottet sind) -       Parasit in Zelle nimmt Nährstoffe und Virus aus Pflanzenzelle auf. Polymyxasporen mit Viren können mehrere Jahre im Boden überdauern.
  • 54. Beschreiben Sie Entwicklungszyklus und Bedeutung von Synchytrium endobioticum (Kartoffelkrebs). Bedeutung: -       Kann nicht bekämpft werden à Quarantäneschadorganismus -       Weltweit in kühl-feuchten Anbaulagen -       Bei Befall Kartoffelanbau viele Jahre Stilllegen (8-10; im Extremfall 20 Jahre) -       Meist an unterirdischen Pflanzenteilen -       Meldepflichtige Krankheit -       Vorbeugung: Anbau resistenter Sorten, Verwendung von gesundem Pflanzgut Entwicklungszyklus: Zyklus I -          die Zoosporen bilden Gameten (Geschlechtszellen) -          diese bilden die Zygoten -          die Zygoten infiziert eine Pflanzenzelle -          es werden Dauersporangien gebildet -          aus diesen werden Zoosporangien -          aus den Zoosporangien können sich dann die Zoosporen entwickeln   Zyklus II -          die Zoosporen (primäre Planosporen) werden von Zoosporangien freigesetzt -          Zoosporen heften sich an Wirt an und infizieren eine Wirtszelle -          Der Zellinhalt der Zoospore wird in Wirtszelle injiziert -          in der Wirtszelle wird das Plasmodium des Pilzes gebildet -          der Pilz regt die Wirtszelle zu übermäßigem Wachstum an (Kernteilung) -          Sommersporangien werden gebildet -          aus diesen bilden sich die Zoosporen
  • 55. Beschreiben Sie den allgemeinen Entwicklungszyklus der Oomyceten. Die Keimung kann über drei Wege erfolgen. Über die direkte Keimung der Zoosporangien (Direkte Keimung = Zoosporangien > Keimung > Myzel), die indirekte Keimung über die Zoospore (Indirekte Keimung = Zoosporangien > Zoosporen > Keimung > Myzel) oder über die Keimung des Überdauerungsorgans, der Oospore. Nach der Keimung bildet sich ein Myzel. Das Myzel kann sexuelle und asexuelle Fortpflanzung betreiben. Bei der asexuellen Fortpflanzung bildet es Zoosporangien die erneut zur Auskeimung kommen können. Bei der sexuellen Vermehrung kommt es zur Gametangienbildung (Oogonium, Antheridium). Durch Gametangiogamie (Fusion von Oogonium und Antheridium) kommt es zur Bildung der dickwandigen, überdauerungsfähigen Oospore.
  • 57. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus der Krautfäule der Kartoffel (P. infestans). Entwicklungszyklus: -          infizierte Knolle (Braunfäule) z.B. Pflanzknolle, Abfallhaufen, Durchwuchskartoffel -          Phytophtora kommt aus alten Knollen vom Vorjahr -          Sporangium wird gebildet -          Sporangien mit Zoosporen -          Freisetzung von Zoosporen und Verbreitung über Luft -          Pflanze wird befallen -          Befallene Pflanze mit Sporangienträgern -          Sporangien befallen die Knolle oder bilden Zoosporen   Auf befallenen Knollen oder an Jungpflanzen gebildete Sporangien werden durch Wind im Bestand verbreitet, setzen erste Infektionsherde und leiten eine polyzyklische Epidemie ein. Bei kühlfeuchten Bedingungen (unter 16°C) entlassen Sporangien Zoosporen, die sich chemotaktisch im Wasser orientieren und mehrfach enzystieren können, bevor sie mit einem Infektionsschlauch das Pflanzengewebe infizieren können. Bei höherer Temperatur (über 18°C) keimen Sporangien direkt mit einem Infektionsschlauch aus. Auf befallenen Kraut erfolgt eine erneute Sporangienbildung. Knollen werden systemisch über den Spross oder durch in den Boden eingewaschene Sporangien infiziert. SIEHE BILD
  • 59. Beschreiben Sie den allgemeinen Entwicklungszyklus der Ascomyceten. Sexuelles Stadium: Keimung > Myzel > Gametangienbildung (Ascogonium, Antheridium) > Gametangiogamie (Fusion von Ascogonium und Antheridium) > Fruchtkörper > Ascus > Ascospore Asexuelles Stadium: Keimung > Myzel > Konidienträger, Sporodochien, Pyknidien, Acervuli > Konidien SIEHE BILD
  • 63. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus und Bedeutung des Echten Mehltaus (Blumeria graminis) an Getreide. Der echte Mehltau der Gräser befällt ausser Getreidearten auch viele Wild- und Futtergräser. Die Art Blumeria graminis besteht aus acht verschiedenen Spezialformen (formae speciales = f. sp.), welche nur auf bestimmten Wirtspflanzen parasitieren. Der Weizenmehltau kann zum Beispiel die Gerste nicht befallen. Die acht Spezialformen enthalten wiederum viele verschiedene Rassen, welche nur bestimmte Sorten von einer oder wenigen Pflanzenarten befallen können. B. graminis ist ein obligat biotropher Parasit und kann deshalb nur auf lebendem Pflanzengewebe wachsen. Dabei bildet er auf Blättern, Halmen und Ähren ein weisses, flauschiges Pilzgeflecht. Der Ertragsverlust, der sich meist durch eine deutliche Reduktion des Tausendkorngewichts zeigt, kann je nach Befallsbeginn und Epidemieverlauf bis zu 25 % betragen. Der Anbau von resistenten Getreidesorten ist die einfachste und sicherste Bekämpfungsmassnahme.   Vier Bedingungen sind für den optimalen Krankheitsverlauf der echten Mehltaupilze nötig: eine reduzierte Luftbewegung, eine hohe Luftfeuchtigkeit, eine geringe Lichtintensität (Schatten oder länger dauernde Bewölkung) und eine Lufttemperatur von ungefähr 17 - 22 °C. Intensive, lange andauernde Niederschläge wirken eher hemmend auf eine Mehltauepidemie. Da bei uns solche Verhältnisse im Frühling und Herbst vorkommen, tritt diese Krankheit vor allem in dieser Periode an schattigen Lagen auf. Echte Mehltaupilze sind obligate Parasiten, das heisst sie können nur lebendes grünes Pflanzengewebe befallen. Sie sind auf ein gutes Gedeihen ihrer Wirtspflanzen angewiesen. Eine ausreichende N-Düngung fördert die Entwicklung des Wirtes und indirekt auch die des Parasiten.       -          Anamorph (asexuelles Stadium, Nebenfruchtform): Oidium monlllnides -          Teleomorph (sexuelles Stadium, Hauptfruchtform): Erysiphe graminis -          Bereits in frühen Stadien der pflanzlichen Entwicklung ist ein Großteil der jungen Pflanzen von einzelnen Primärpusteln befallen (zu Beginn des Schossens bereits Infektion). -          Die von solchen Primärpusteln stammenden Konidiosporen (asexuell gebildet) werden vom Wind verbreitet; auf ihrem neuen Wirt keimen sie bei feuchtwarmer Witterung rasch aus. Ihr Keimschlauch heftet sich an die Blattoberfläche. Von diesem Haftorgan aus dringt eine Infektionshyphe in die Wirtszellwand ein und bildet ein Haustorium, das den obligat biotrophen Parasiten mit Nährstoffen aus der Pflanze versorgt. Die infizierten Zellen bleiben dabei lebensfähig. -          Mit sekundären Hyphen bildet der Pilz (ein Ektoparasit) sein Myzel außen auf der Pflanze. -          Aus zwiebelförmigen Mutterzellen entstehen Ketten von Konidiosporen (Nebenfruchtform) à asexuell. -          In der heißen Jahreszeit, wenn der grüne Lebensraum des obligat biotrophen Pilzes durch die natürliche Alterung der Pflanzen immer kleiner wird, setzt das sexuelle Vermehrungsstadium ein. Aus Gametangien bilden sich Fruchtkörper (Kleistothecien), in denen Ascosporen heranreifen. Diese infizieren dann die Herbstsaat. o   Ungeschlechtliche Vermehrung bis zu acht Zyklen während der Getreidevegetation, o   Fortsetzung auf Ausfallgetreide. o   Konidienketten auf der Blattoberseite (à weißer Film à Mehltaumyzel) o   Sporenverbreitung über Wind o   Keimung Konidio- und Ascosporen o   Infektion (nur lebende Pflanzenzellen) o   Bildung von Konidienketten o   Sexuelle Vermehrung bei Weizen vor der Abreite o   Bildung von Konidienketten (mit jeweils acht Konidiosporen) o   Weibliche und männliche (Antheridium und Ascogon) Geschlechtsorgane (Gametangienbildung) o   Kleistothezium (Fruchtkörper à schwarze Punkte) à werden auf den Strohresten gebildet o   Kleistofhezium geplatzt mit Asci (bei wechselfeuchten Bedingungen) o   Ascosporen werden freigesetzt à über Wind verbreitet o   Sporenverbreitung über Wind -            à Übergang zur ungeschlechtlichen Vermehrung Wenn Getreide überlebt, überlebt auch der Pilz 8 Zyklen während der Getreidevegetation Langsam zunehmende horizontale Ausbreitung Frühe Saaten begünstigen die Entwicklung Winter: Pilz übersteht (reduziert Stoffwechsel) à erwacht im Frühling wieder SIEHE BILD
  • 64. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus und Bedeutung von Septoria tritici. Der Erreger der Blattdürre ist weltweit verbreitet. Blattdürre beeinträchtigt die Vitalität der Weizenpflanze und kann zu Ernteverluste von bis zu 30 Prozent beitragen. Der Anbau von weniger anfälligen Sorten, eine nicht zu frühe Saat des Winterweizens, eine angepasste Fruchtfolge und das Einarbeiten von Ernterückständen können einen Befall durch S. tritici weitgehend verhindern. Eine direkte Bekämpfung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln ist möglich.   Kühles und nasses Wetter begünstigt die Entwicklung von S. tritici. Die optimalen Temperaturen für den Verlauf der Infektion liegen zwischen 20 und 25 °C. Eine Ausbreitung der Krankheit kann während der Wintermonate bereits bei milden Tagesminimumtemperaturen von 4 °C erfolgen. Hohe Temperaturen bremsen hingegen die Entwicklung der Krankheit. Für eine erfolgreiche Infektion sind mindestens 20 Stunden Blattnässedauer erforderlich. Je tiefer die Temperaturen, desto länger müssen die Nässeperioden dauern um eine Epidemie zu fördern.       a)Nach der Ernte überdauert der Pilz auf Strohresten den Winter; hier entwickelt sich das sexuelle Stadium Mycosphaerella graminicola. b) Das sexuelle Stadium beginnt mit der Bildung von Geschlechtsorganen (= Gametangien): Ascogon (weiblich) und Antheridium (männlich). Die männlichen Zellkerne gelangen über eine Trichogyne in das Ascogon. Sie lagern sich an die weiblichen Kerne an. Aus dem Ascogon wachsen Schläuche mit hakenförmiger Spitze. Die obere Hakenzelle wird zum Ascus, in dem männliche und weibliche Kerne verschmelzen und mehrere Teilungen durchlaufen, aus denen je acht Ascosporen hervorgehen. Diese Ascusbildung findet in Fruchtkörpern (Pseudothecien) statt. c) Bei hoher Luftfeuchtigkeit platzen die Asci; die sexuellen Ascosporen werden vom Wind fortgetragen und infizieren junge Weizenpflanzen. d) Infiziertes Blattgewebe wird zunächst gelb und stirbt schließlich ab. In diesen Nekrosen entstehen Pyknidien, asexuelle Fruchtkörper. e) Die in den Pyknidien gebildeten Pyknosporen werden als „Schleimranken“ herausgepresst. f) Regentropfen schleudern die Pyknosporen auf seitliche und nächsthöhere Blätter. g) Bei ausreichender Blattnässe keimen die Pyknosporen aus. Über Spaltöffnungen wird das Blattinnere infiziert; ein Myzel entsteht. h) Die Folgen der Infektion zeigen sich erst nach einer typischen Latenzzeit von ca. 28 Tagen: Chlorosen, die in Nekrosen übergehen. Auf den nekrotisierten Blattflächen entsteht eine nächste Generation punktförmiger Pyknidien. Bei regenreicher Witterung kann der Pilz auch die ertragsrelevanten oberen Blätter befallen.
  • 66. Beschreiben Sie den vollständigen Entwicklungszyklus der Rostpilze.Diplontenwirt / Hauptwirt Diplontenwirt / Hauptwirt -      Uredosporen durch Wind übertragen à bilden Schleimschlauch à in Stoma -      Teleutolager mit Teleutosporen o   (dikaryotisch à Reifungsprozess zur Ernte meist abgeschlossen --> bleiben auf Ernterest àkeimen im Frühjahr aus) -      Basidie (Promycel) (àKaryogamie/Meiose) o   (Gesamtheit des Pilzorgans) -      Basidiosporen o   (à infizieren Nebenwirt; einkernig; können i.d.R. nicht Weizen infizieren, brauchen Nebenwirt) Wirtswechsel   Haplontenwirt/Nebenwirt -         Basidiosporen +/- o   (Spermatien vom Kreuzungstyp + und – werden durch Insekten zusammen gebracht à vereinen sich à dikaryotische Zellen à Mutterzellen) -         Infektion à primäres Myzel o   Spermogonien (2 mal à teilen sich à haploid) -         Spermatien Empfängnishyphen à Befruchtung (ab hier wieder dikaryotisch) -         Aecidien (2 mal; auf Blattunterseite) -         Aecidiosporen (befallen den Hauptwirt à Weizen) SIEHE BILDER
  • 69. Beschreiben Sie den allgemeinen Entwicklungszyklus der Brandpilze. BILDER
  • 72. Beschreiben Sie Entwicklungszyklus und Bedeutung des Gerstenflugbrandes (Ustilago nuda). Bedeutung: Mit Flugbrand befallene Gerste bildet anstelle von Körnern eine schwarze Masse aus Sporen. Diese werden mit dem Wind verbreitet und gelangen auf die Narben gesunder Gerstenblüten. Dort keimen die Brandsporen, besiedeln anschließend den Fruchtknoten und später den Embryo. Hier kann der Pilz während längerer Zeit überleben. Nach der Keimung des Samens wird der Pilz aktiv und infiziert den Keimling. Stark befallenes Saatgut hat hohe Ertragseinbußen zur Folge.   Epidemiologie Flugbrand ist eine rein samenbürtige Krankheit. Infiziertes Saatgut bildet denn auch die Hauptgefahr für die weitere Ausbreitung der Krankheit. Infektionsquellen für gesunde Pflanzen sind Flugbrandpflanzen im Bestand oder in Nachbarfeldern. Infektionen finden nur während der Blüte statt, zu diesem Zeitpunkt findet auch der Sporenflug statt. Warmes Wetter und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Infektion. Eine Infektion ist ab 12 °C möglich, optimal sind 18-25 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 80-100 %. Geschlossen blühende Sorten sind weniger gefährdet als offen blühende Typen. Auch eine lange Blütezeit begünstigt eine erfolgreiche Infektion der Gerste.   Entwicklungszyklus: -       Das Myzel des Brandpilzes kann mehrere Jahre im Embryo des infizierten Getreidekorns überleben. Nach der Saatgutkeimung wird der Pilz aktiv, infiziert den Keimling und verbreitet sich ohne sichtbare Schädigung interzellulär in der wachsenden Getreidepflanze. Befallene Gerstenpflanzen schieben die Ähren früher als gesunde. In den Ähren ist anstelle der Blüten eine schwarze Sporenmasse sichtbar. Die Sporen werden mit dem Wind verbreitet. Obwohl diese über große Distanzen verbreitet werden können, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion im Umkreis von 10 Metern am größten. Die Sporen gelangen auf die Narben gesunder Gerstenblüten. Dort keimen die Brandsporen und bilden je ein Basidium, das aus einer bis vier Zellen besteht. Jede Zelle bildet eine kurze, haploide Hyphe (es werden keine Basidiosporen gebildet!). Die Kopulation erfolgt paarweise zwischen sexuell kompatiblen haploiden Hyphen. -       Das neu entstandene dikaryotische Myzel besiedelt anschliessend den Fruchtknoten und später den Embryo. Hier ruht das Myzel bis zur Aussaat.      
  • 73. Beschreiben Sie Entwicklungszyklus und Bedeutung des Weizensteinbrandes (Tilletia caries). Bedeutung:Der Steinbrand des Weizens ist eine klassische samenbürtige Getreidekrankheit. Die Sporen infizieren nach der Saat den Keimling. Winterweizen wird häufiger befallen als Sommerweizen. Anstelle von Samen werden kugelige Brandbutten gebildet, die mit stinkenden Brandsporen gefüllt sind. Während der Stinkbrand im konventionellen Getreideanbau aufgrund der chemischen Beizung des Saatgutes kaum noch eine Rolle spielt, kann er im Bio-Landbau wirtschaftlich relevante Schäden verursachen. Stark befallenes Getreide ist ungenießbar. An Tiere verfüttert verursacht es unter anderem Reizungen der Darmschleimhaut (Durchfall) oder Verwerfen bei trächtigen Tieren. Milch und Eier können den Fischgeruch annehmen. Befällt nur die Deckspelze des Korns.Geringer ZwergwuchsÜberlebensdauer im Boden ca. 2 JahreÜberlebensdauer im Korn 20 JahreHauptverbreitungsart sind Transporteinrichtungen Entwicklungszyklus: Während des Dreschens gelangen Brandsporen auf gesunde Körner oder direkt auf den Boden. An den Samen bleiben sie äußerlich haften, insbesondere am Bärtchen, und können dort in trockenem Zustand mehr als 20 Jahre überleben. Im Boden bleiben die Brandsporen nur etwa zwei Jahre lebensfähig. Diese Brandsporn sind frostsicher und bleiben bei trockener Lagerung jahrelang keimfähig.Nach der Aussaat beginnt gleichzeitig mit der Keimung des Saatkorns auch die Keimung der Brandsporen. Zuerst erfolgt eine Karyogamie (Verschmelzung der beiden Zellkerne) und kurz danach eine Meiose mit anschließender Mitose. Die Brandspore keimt unter Bildung eines einzelligen Promyzels an deren Ende 8-16 haploide Primärsporidien gebildet werden. Je zwei kompatible (Kreuzungstyp + und –) Sporidien kopulieren paarweise. Anschließend werden dikaryotische Infektionshyphen, vegetative Hyphen oder Sekundärsporidien gebildet. Letztere werden abgeschnürt und können wiederum mit Infektionshyphen keimen oder erneut Sporidien bilden. Dikaryotische Infektionshyphen infizieren die Koleoptile der auflaufenden Weizenpflanze (Keimlingsinfektion). Dort wächst der Pilz zwischen den Pflanzenzellen und erreicht etwa während des 5-Blatt Stadiums das apikale Meristem des Vegetationskegels. Während des Schossens wandert der Brandpilz mit dem Vegetationskegel nach oben und besiedelt gleichzeitig die Samenanlagen. Die Wand des Fruchtknotens wird modifiziert und wird zur Hülle der Brandbutte. Im Endosperm bildet der Pilz Brandsporen. Beim Dreschen werden die Sporen freigesetzt.- Vereinfacht: Der Pilz dringt in den Keimling und bald darauf in die Ährenanlage ein und wächst mit ihr empor und bildet nach dem Ährenschieben neue Sporen welche mit einer dünnen Haut überzogen werden. Es sind neue Brandbunten anstelle von Weizenkörnern entstanden, welche den Kreislauf fortsetzen können. Siehe Bilder
  • 92. Erläutern Sie den allgemeinen vollständigen Entwicklungszyklus einer wirtswechselnden Blattlaus. Der vollständige Zyklus ist der Holozyklus. Im Frühjahr schlüpfen aus den sehr frostsicheren befruchteten Eiern auf den Winterwirten (Hauptwirt) die sogenannten Stammmütter (Fundatrix). Diese produzieren unbeflügelte Nachkommen (Virgines). Diese produzieren partheogenetisch weitere Generationen àdies dient der Massenvermehrung im Bestand. Durch Veränderungen in der Umwelt (Nahrungsqualität, Überbevölkerung) kommt es zur Bildung von geflügelten Wandertieren (Migrantes), die zum Sommerwirt (Nebenwirt) wechseln (Frühjahrsflug). Dort werden erneut unbeflügelte Nachkommen zur Massenvermehrung gebildet. Bei Nahrungsknappheit bzw. Überbevölkerung kann es noch zu einem Sommerflug (durch beflügelte Migrantes) kommen, wo andere Sommerwirte aufgesucht werden. Der Sommerwirt sind meist krautige Pflanzen, wohingegen der Winterwirt meist Gehölze sind. Im Herbst werden, gesteuert durch Tageslänge und Temperatur, sog. Sexuparae gebildet, die Männchen- bzw. Weibchenmütter hervorbringen. Beide migrieren zum Winterwirt, wo eierproduzierende Weibchen geboren werden (Ovipar). Diese werden von den Männchen begattet und legen dann die befruchteten Wintereier.  
  • 102. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus der Kohlschotenmücke (Dasyneura brassicae). Körner fallen aus -          Puppen überwintern und schlüpfen bei >13°C -          Gallmücke 1 – 1,5 mm -          Wirtspflanzen: Kruziferen -          Weibchen haben einen Legestachel, legen Eier in junge Rapsschoten (bei alten Schoten Verletzungen notwendig – in der Regel werden diese durch den Kohlschotenrüssler verursacht) -          Eiablage das Weibchen lebt nur 1-2 Tage(Begattung und Eiablage)(: 60 Eier insgesamt, 10-30 pro Schote -          Larven L1-L3 -          L1 und L2 saugen an Schoteninnenwänden oder Körnern -          L3 verlässt Schoten, wenn diese aufplatzen(ist auf das Aufplatzen angewiesen) à Verpuppung im Boden (bis zu 5 cm tief) -          bilden einen Kokon (5 – 8 Tage Puppenruhe -            -            -          ) -          vor dem Schlupf Bewegung zur Oberfläche à Schlupf der Mücke (nach 1-2 Wochen oder bis zu 5 J.) à Begattung -          3 Generationen/Jahr: 1. Schaden an Winterraps, 2. evtl. an Sommerraps, 3. kein Schaden -          jede der 3. Generationen ist in der Lage zu überwintern -          jede Generation kann auch eine Diapause einlegen(=im Boden verweilen)     SIEHE BILDER