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Phytomedizin (Subject) / katalog Kak (Lesson)
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- 40. Beschreiben Sie die wichtigsten Maßnahmen, die der Knollennass- und Stängelfäule der Kartoffel entgegenwirken. - Standortwahl à optimale Bedingungen für Kartoffeln - Sortenwahl à wenig anfällige Sorten - Bodentemperatur à 10°C beim Pflanzen - Knollenschutz à keine unnötige Berührung - Erntewitterung à trockener Boden, keine zu niedrige Knollentemperatur - Faule raus à Kartoffeln im Bunker ohne Kluten, Steine und kranke Knollen - Regenschutz à bei und nach der Ernte - Lagerung à 1. Phase Wundheilung (ca. 12 °C, hohe Luftfeuchte), 2. Phase abkühlen je nach Sorte und Verwertung - Aufbereitung à min. 8 °C - Hygiene
- 41. Beschreiben Sie die Morphologie von Pilzen. Es sind Eukaryonten mit echtem Zellkern, 80S-Ribosomen und Organellen. Eine Zellwand ist in mindestens einem Entwicklungsstadium vorhanden. Aufbau: Sie besitzen einen Thallus (Vegetationskörper) - bei niederen Formen à Plasmodium (Zellwandloser Protoplast) à nur eine Zelle von einer Membran umgeben - bei höheren Formen à Sprosszellen (einzelne Zellen) - Hyphen (fadenförmige Zellen) à vierzellig verzweigt à Myzel (Hyphengeflecht besteht aus mehreren einzelnen Hyphen = kein Gewebe!)
- 42. Beschreiben Sie die Lebensansprüche von Pilzen. Feuchtigkeit: brauchen wässriges feuchtes Milieu da aktive Wachstumsstadien kaum vor Austrocknung geschützt sind. Bei Trockenheit Übergang zu Dauerstadien (Sporen, Sklerotien, Dauermyzel) Nährstoffe: Aufschluss polymerer organischer Substrate durch Exoenzyme, Aufnahme von C ausschließlich in gelöster organischer Forrn Temperatur: weiter Toleranzbereich, <0 - >50°C pH- Wert: bevorzugt sauer (pH 3,5-6,5), zum Teil ist Wachstum auch noch unter pH 3 möglich Licht: Myzel ist UV-empfindlich, Ausnahme: Echter Mehltau. Durch Photorezeptoren können Entwicklungsprozesse gesteuert werden. Bei anderen Pilzen kann Licht keine oder negative Effekte auf die Sporulation haben.
- 43. Warum haben Pilze ein hohes Schadpotential? Sie können durch aktives Wachstum die gesamte Pflanze bzw. auch ganze Pflanzenbestände befallen. Sie sind in der Lage Enzyme (zum Abbau pflanzlicher Polymere) und Toxine zu produzieren. Besonders in feuchten Klimaten sind die durch Pilze verursachten Schäden stärker als die von Insekten oder anderen Tieren verursachten Schäden. Trotz umfangreicher Pflanzenschutzmaßnahmen verursachen Pilze Ernteverluste von 15% weltweit. - Kurze Latenzzeiten (wenige Tage, in denen Reproduktion abläuft, Roste und DTR 2-5 Tage) - Hohe Reproduktionsraten (durch intensive Sporenbildung, Roste ca. 1:400.000) - Effiziente Ausbreitungsfähigkeit (über Hunderte und Tausende von Kilometern) - Gute Überdauerungsfähigkeit (auf Pflanzenresten, Saatgut, Boden) - Kurze latent - Ueberdauerung - Effiziente Ausbreitung - Hohe Reproduktion
- 44. Wie können pflanzenpathogene Pilze überdauern? Durch spezielle Myzelbildung und dickwandige Dauersporen - überdauerndes Myzel auf Pflanzenrückständen im Boden, in perennierenden Pflanzen und Samen - Sporen am Saat- und Pflanzgut - Sklerotien und Mikrosklerotien - Dauersporen - Sporen geschützt in Fruchtkörpern
- 45. Was sind Sklerotien und Chlamydosporen? Welche Funktion haben sie? Nennen Sie jeweils eine zugehörige Pilzart. Es sind Überdauerungskörper. Ein Sklerotium ist ein unter Wasserverlust und Wandverdickung der einzelnen Zellen gebildetes Dauermyzel zur Überbrückung ungünstiger Vegetationsperioden. Aus fest verflochtenen, oft dickwandigen Hyphen. Ein Beispiel für einen Pilz, der Sklerotien ausbildet, ist das Mutterkorn Rhizoctonia solani. Chlamydosporen sind dickwandige Zellen mit eingelagerten Reservestoffen, die sich im Myzel auf asexuelle Weise entwickeln. Überdauerung ungünstiger Lebensbedingungen. z.B. die Brandsporen der Brandpilze (Ustilaginales und Tilletiales) oder die Teleutosporen.
- 46. Welche zwei Grundformen der Fortpflanzung werden im Entwicklungszyklus bei Pilzen unterschieden und welche Funktion haben sie? Asexuelles Stadium: Nebenfruchtform (Anamorph) für die Massenvermehrung und Verbreitung Sexuelles Stadium: Hauptfruchtform (Teleomorph) dient der Überdauerung und Erhaltung
- 47. Was ist eine Pilzspore? Nennen Sie geschlechtlich und ungeschlechtlich gebildete Sporen. Winzige Fortpflanzungseinheit, die der Erzeugung von neuen Individuen derselben Art dient. asexuell(Massenvermehrung): Arthrosporen Sporangiosporen Zoosporen Planosporen Konidien Uredosporen sexuell(Neukombination und Überdauerung): Oosporen Zygosporen Ascosporen Basidiosporen
- 48. Beschreiben Sie die generelle Abfolge der sexuellen Fortpflanzung bei Pilzen. 1. Plasmogamie: Verschmelzung von haploiden Gameten (männlich/weiblich), es bildet sich ein Dikaryon (Zweikernstadium) 2. Karyogamie: Kernfusion zur diploiden Zygote 3. Meiose: Bildung von 4 haploiden Sporen
- 49. Beschreiben Sie die Möglichkeiten der Infektion und des Wachstums von pflanzenpathogenen Pilzen. Infektion durch intakte Oberflächen (Zersetzung des Gewebes durch Enzyme), natürliche Öffnungen (z.B. Stomata, Lentizellen oder Hydrathoden) oder Wunden Aktives Wachstum zwischen den Zellen (interzellulär), in den Zellen (intrazellulär) oder in den Leitbahnen
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- Infektionszeit: Zeitspanne vom Beginn des Angriffs eines Erregers auf dem Wirt bis zum Erreichen eines stabilen parasitischen Verhältnisses. Makroskopisch sichtbare Krankheitssymptome treten während dieser Phase in der Regel noch nicht auf.
- Inkubationszeit Zeitspanne von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome. Werden trotz Infektion keine Symptome ausgebildet, spricht man von einer latenten Infektion.
- Sporulationszeit Zeitspanne von der Ankunft der Verbreitungseinheit eines Schaderregers auf der Oberfläche eines anfälligen Wirtes bis zur erneuten Bildung von Verbreitungseinheiten
- Sporulationsdauer Zeitspanne während der ein Parasit auf oder in einer befallenen Pflanze Sporen produziert
- 52. Welche Bedeutung hat die Dauer der Inkubationszeit von pilzlichen Schadorganismen für die Epidemie und die mögliche Bekämpfung? Nennen Sie jeweils ein Beispiel aus dem Getreide für eine sehr kurze und eine sehr lange Inkubationszeit. - je kürzer die Inkubationszeit, desto schneller kann sich eine Epidemie entwickeln und desto schneller muss die Bekämpfung erfolgen - Bei einer langen Inkubationszeit kann der Erreger sich lange ohne bemerkt zu werden verbreiten. Er kann also schon einen erheblichen Teil des Bestandes infiziert haben bevor er Symptome zeigt. - kurze Inkubationszeit: Rostpilze, DTR (3 Tage) - Lange Inkubationszeit: Septoria bei Weizen (28 Tage)
- 53. Beschreiben Sie Merkmale der Ordnung Plasmodiophorales und nennen Sie zwei bedeutende Arten. - vielkernige, zellwandfreie parasitische Schleimpilze ohne Hyphenbildung - Stadien mit Geißeln (somit im Wasser beweglich) und Dauersporen (die viele Jahre im Boden überdauern können durch stabile Zellwand aus Chitin) - leben als Plasmodien (nackte, zellwandlose Protoplasten) - obligat biotroph (brauchen die Wirtspflanze, sonst nicht lebensfähig) - gefördert durch niedrige pH-Werte und Feuchte - befallen nur Wurzeln --> Gallenbildung oder massives Wurzelwachstum - können Viren übertragen - Beispiele: o Polymyxa betae (Rizomania (Wurzelbärtigkeit) o Polymyxa graminis (BYMV)
- 57. Welche Erreger können Verursacher des Wurzelbrandes der Zuckerrübe sein? - Aphanomyces cochlioides - Phytium ultimum, Phytium debaryanum - Phoma betae - Rhizoctinia solani - Beteiligung: Alternaria, Fusarium spp.
- 59. Beschreiben Sie Merkmale der Familie Peronosporaceae (Falsche Mehltaupilze) und nennen Sie die zugehörigen Gattungen und drei bedeutende Arten. - Im Gegensatz zum Echten Mehltau entsteht auf der Blattunterseite ein gräulich-bläulicher Pilzrasen, weshalb diese Pflanzenkrankheit als „Falscher Mehltau" bezeichnet wird. - obligate wirtsspezifische Parasiten, hoch spezialisiert - Polyzyklisch mit hohem Epidemiepotenzial durch flugfähige Sporangien und kurze Latenzzeit - Optimum: feucht-kühle Witterung - rasche Resistenzbildung Gattungen: Plasmopara, Bremia, Peronospora, Pseudoperonospora Bedeutende Arten: Plasmopara viticula (Falscher Mehltau an Reben), Peronospora parasitica (FMT an Brassicaceen), Peronospora tabacina (Blauschimmel des Tabak), Bremia lactucae (FMT an Salat), Pseudoperonospora humuli (FMT an Hopfen)
- 61. Welche Fruchtkörpertypen können Ascomyceten im Rahmen ihres sexuellen Entwicklungsganges ausbilden? - Kleistothecien - Perithecien - Pseudothecien - Apothecien - freie Asci
- 62. Auf welche Weise bilden Ascomyceten im Rahmen ihrer asexuellen Vermehrung Sporen aus? Die Konidien entstehen frei auf der Pflanzenoberfläche (z.B. an Konidienketten (Mehltau)) oder befinden sich in besonderen Konidienlagern: - Konidienträger - Sporodochien - Acervuli - Pyknidien
- 63. Erläutern Sie die Begriffe „Sporodochium“, „Acervulus“ und „Pyknidium“. Es sind die Vermehrungsorgane der asexuellen Vermehrung. In ihnen bilden sich die Konidien heran. - Sporodochium: Hyphengeflecht, das dicht mit Konidienträgern besetzt ist - Acervulus: flaches Stroma oder lagerartige Hyphenmatte bestimmter Pilzarten mit kurzen, eng zusammengedrängten Konidienträgern - Pyknidium: kugeliger oder flaschenförmiger Fruchtkörper höherer Pilze mit apikaler Öffnung als kleine Papille oder längerer Hals, in ihm werden in großer Zahl asexuell einkernige Pyknidio- oder Pyknosporen gebildet Konidien werden meist als schleimige Masse gebildet, die bei hoher Luftfeuchte oder Benetzung pastenartig heraustritt und mit Regenspritzern verbreitet wird.
- 66. Nennen Sie die wichtigsten Merkmale der Rostpilze. - Reich Fungi – Stamm Basidiomycota – Klasse Telimycetes - Ordnung Uredirales (Rostpilze) - höhere Temperaturansprüche - hohe Wirtsspezialisierung, biotroph, endoparasit - 5 Sporentypen: Uredosporen, Teleutosporen, Basidiosporen, Aecidiosporen, Spermatien - (Reduktion der Sporenstadien stellt eine Spezialisierung dar) - Infektion über Stomata von aktivem Assimilationsgewebe, Ausbreitung mit Hyphen interzellulär - Kernphasenwechsel zum Teil mit Wirtswechsel im Entwicklungszyklus
- 68. Welche fünf Sporenstadien bildet ein Rostpilz im Rahmen eines vollständigen Entwicklungsyklus aus. Welche beiden Sporenstadien führen den Wirtswechsel durch? Sporenstadien: Uredosporen, Teleutosporen, Basidiosporen, Aecidiosporen, Spermatien Wirtswechsel: Aecidiosporen vom Nebenwirt zum Hauptwirt, Basidiosporen vom Hauptwirt zum Nebenwirt
- 69. Mit welchen Sporen breitet sich ein Rostpilz im Sommer aus. Mit welchem Sporenstadium überdauert er? Ausbreitung im Sommer: Uredosporen Überdauerung: Teleutosporen
- 71. Beschreiben Sie die Infektionstypen der Brandpilze und nennen Sie die dazugehörigen Erreger. Welche Folgen haben die unterschiedlichen Infektionstypen für die Bekämpfung? - Blüteninfektion: Befall des Fruchtknotens à Bekämpfung über Beizung oder physikalische Bekämpfung (Heißwasser,…) - Keimpflanzeninfektion: Befall von jungem Keimlingsgewebe à Bekämpfung über Beizung oder physikalische Bekämpfung (Heißwasser,…) Lokalinfektion: Befall von jungem Wachstumsgewebe à nur vorbeugende Maßnahmen möglich (Bekämpfung der Fritfliege, Förderung des Jugendwachstums
- 72. Welche Brandkrankheiten sind samenbürtig, welche sind bodenbürtig? - Samenbürtig: Gerstenflugbrand, Weizenflugbrand, Haferflugbrand, Weizensteinbrand, Roggenstängelbrand - Bodenbürtig: Maisbeulenbrand, Roggenstängelbrand, Zwergsteinbrand
- 75. Erläutern Sie die Begriffe „Population“, „Populationsdichte“ und „Populationsdynamik“. Population: Tiere einer Art in einem bestimmten Lebensraum, die in einem engen Kontakt zueinander stehen Populationsdichte (Abundanz): mittlere Anzahl von Organismen pro Flächen- oder Raumeinheit Populationsdynamik: Veränderungen einer Population von Tieren in Bezug zu Raum und Zeit
- 76. Nennen Sie Ursachen für Populationsschwankungen bei tierischen Schadorganismen. Zunahme von Schadorganismen durch: Fortpflanzung à Fruchtbarkeit (Fertilität) Zuwanderung Abnahme von Organismen durch: Absterben à Sterblichkeit (Mortalität) Abwanderung Beides durch Umweltfaktoren beeinflusst Schädlingspopulation: Klima / Witterung à Temperatur, Feuchtigkeit Gegenspieler à Parasitoide, Räuber, Pathogene Konkurrenten Wirtspflanze Pflanzenschutzmaßnahmen Kulturmaßnahmen (Fruchtfolge)
- Was versteht man unter einer zweigeschlechtlichen und einer eingeschlechtlichen Fortpflanzung bei tierischen Schadorganismen? Eingeschlechtlich: (Parthenogenese) Jungfernzeugung, Nachkommen entstehen aus unbefruchteten Eizellen, nur das Weibchen wird benötigt (Parthenogenese), asexuelle Fortpflanzung Zweigeschlechtlich: Nachkommen entstehen durch Befruchtung der Eizelle durch Männchen, Weibchen und Männchen werden benötigt, sexuelle Fortpflanzung (über Eiablage = Oviparie oder Lebensgebährend = Viviparie)
- 78. Was versteht man unter dem Begriff „Parthenogenese“? Welche tierischen Schadorganismen sind dazu befähigt? Parthenogenese = Eingeschlechtliche Fortpflanzung Jungfernzeugung, Nachkommen entstehen aus unbefruchteten Eizellen, das Weibchen alleine pflanzt sich fort, asexuelle Fortpflanzung Bsp.: Blattläuse, Rüsselkäfer, die meisten Fransen- und Hautflügler
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- 79. Erläutern Sie die Begriffe „Oviparie“ und „Viviparie“. Nennen Sie Beispiele. - Oviparie: Eiablage Eine Fortpflanzungsform, bei der befruchtete Eier abgelegt werden. Damit diese zustande kommen, ist eine innere Befruchtung durch Begattung oder durch die Aufnahme einer Spermatophore nötig.(Blattläuse, Gliederfüßer, Schnecken) - Viviparie: Lebendgebärend Eine Art der Fortpflanzung, die es bei Tieren und Pflanzen gibt. Lebewesen, die sich auf diese Weise fortpflanzen, bezeichnet man als vivipar oder lebendgebärend. Bei der Viviparie bleiben die Jungtiere während ihrer gesamten Embryonalentwicklung im Mutterleib.(Rispengräser, Blattläuse, Thripsen)
- Erläutern sie den Begriff Diapause. Welche Formen der Diapause gibt es und wodurch sind sie gekennzeichnet? Diapause: Ruhepause mit verringertem Stoffwechsel und fehlender Nahrungsaufnahme, ausgelöst durch Photoperiode, Temperatur etc. kommt vor allem bei Insekten und anderen Wirbellosen vor. Dient der Überdauerung ungünstiger Lebenszustände. - obligate Diapause: Zeitpunkt und Zeitdauer sind genetisch fixiert - fakultative Diapause: gesteuert über äußere Einflüsse, z.B. Temperatur, Witterung und Nahrungsverfügbarkeit
- 81. Beschreiben Sie die allgemeine Morphologie der Arthropoden. Wodurch unterscheiden sich die Spinnentiere von den Insekten? Anthropoden: - segmentierter Körper (Gliederfüßler à an jedem Körpersegment ein paar Gliedmaßen (Fuß, Flügel, Mundwerkzeuge, Fühler…) - Strickleiternervensystem mit Ganglien - Außenskelett (Chitinkörper) - Wachstum durch Häutung - keine Lungen, Atmung über Löcher in der Cuticula - schlauchartiges Herz - kein Blutgefäßsystem, einfaches Verdauungssystem mit Vorder-, Mittel und Enddarm Spinnen: 4 Laufbeinpaare keine Fühler 2 Paar Mundwerkzeuge Kopf nicht abgesetzt Zweigliederung: Vorder- und Hinterleib Insekten: 3 Laufbeinpaare Fühler 3 Paar Mundwerkzeuge Kopf abgesetzt Dreigliederung: Kopf, Vorder- und Hinterleib
- 82. Beschreiben Sie den allgemeinen morphologischen Grundaufbau eines Spinnentieres. - keine Fühler - 2 Paar Mundwerkzeuge (Pedipalpen, Cheliceren) - Rumpf getrennt in Vorderkörper und Hinterkörper - 4 Paar Laufbeine - segmentierter Körper - Strickleiternervensystem mit Ganglien - Außenskelett (Chitinkörper) - Wachstum durch Häutung - keine Lungen, Atmung über Löcher in der Cuticula - schlauchartiges Herz - kein Blutgefäßsystem, einfaches Verdauungssystem mit Vorder-, Mittel und Enddarm
- 83. Beschreiben Sie Merkmale, die Biologie und die Bedeutung von Milben. Merkmale: - besitzen im Larvenstadium oft nur drei Beinpaare; adulte 4 Beinpaare - Sehr klein, meist <1mm - Stamm Arthropoda – Klasse Arachnida – Ordnung Acari - einzige phytophage Vertreter unter den Spinnentieren durch Umwandlung der Cheliceren zu Stechborsten à Saugschaden, Enzyme im Gewebe, Virusvektor à Problem in Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenbau Biologie: - Fortpflanzung und Entwicklung - zweigeschlechtliche Fortpflanzung, Eiablage - 4 Larvenstadien bis zum adulten Tier - extrem hohe Reproduktionsraten bei warm-trockenen Bedingungen (à Glaskultur) Bedeutung: - parasitisch - räuberisch (hauptsächlich im Boden) - auch Virusvektoren - saprophytisch Bekämpfung: - Acarizide (Problem àResistenzen steigen)
- 84. Beschreiben Sie den allgemeinen morphologischen Grundaufbau eines Insektes. Körpergliederung und äußerer Bau bei Insekten: - segmentierter Körper in Kopf – Brust – Hinterleib - Umgeben von einer dünnen schützenden Chitinschicht, dem Außenskelett - Kopfbereich à Kopfkapsel. Am Kopf befinden sich: o 1 Paar zusammengesetzte Augen (Komplexauge) o 3 Paar Mundwerkzeuge (1x Mandibeln, 2x Maxillen) § leckend- saugende § beißend- kauende § stechend- saugende o 1 Paar Antennen (Fühler) - Brustbereich (3 Bereiche) à an jedem Brustsegment ein Laufbeinpaar, am 2. und 3. Brustsegment je ein Flügelpaar - Hinterleib (11 Bereiche) à höchstens bei den Larven hier Gliedmaßen Innerer Aufbau: - Offenes Blutgefäßsystem. Es umspült das Blut ohne Gefäße die inneren Organe - Strickleiternervensystem - Atmung über Tracheen - Geschlechtsorgane: Ovarien - einfaches Verdauungssystem mit Speicheldrüse, Vorder-, Mittel und Enddarm - Oberschlundganglion (quasi das Gehirn) - Unterschlundganglion
- 85. Beschreiben Sie die Grundtypen der Mundwerkzeuge der Insekten. Welche Typen sind bei Pflanzen schädigenden Arten zu finden? Nennen Sie für jeden Typ zwei Schadorganismenarten. Leckend- saugende Mundwerkzeuge: - Mit einem Rüssel - Bringen kaum Schaden, da sie nur lecken - Problem: Ihre Larven haben andere Mundwerkzeuge. Meist beißend-kauende Mundwerkzeuge - Z.B. Schmetterlinge, Biene Beißend- kauende Mundwerkzeuge: - Sie besitzen einen Oberkiefer (Mandibeln), eine Oberlippe (Labrum), eine Unterlippe - mit Labialpalpen dran, einen Unterkiefer mit Maxillarpalpen und Antennen. - Dieser Typ gehört zu den Pflanzen schädigenden Arten (Fraßschäden, Virusvektor) - z.B: Kattoffelkäfer, Heuschrecke, Kohlweißling Stechend-saugende Mundwerkzeuge: - Sie besitzen eine Oberlippe, eine Unterlippe, Stech- und Saugborsten und Antennen. - Kein Gewebeverlust. Saugen nur Pflanzensaft à Nährstoffentzug, Farb- und Formveränderungen durch Inhaltsstoffe des Speichels und evtl. Virenübertragung. - Z.B. Blattlaus, Thripse
- 86. Was versteht man bei Insekten unter einem hemimetabolen und einem holometabolen Entwicklungsgang? Nennen Sie je zwei Beispiele. Hemimetabolie ist die unvollständige Entwicklung ohne Verpuppung, Ei à Larvenstadien à Imago, Larven phänotypisch ähnlich den Imagines, beide gleich pflanzenschädigend, gleiche Mundwerkzeuge, aber nur Imagines haben Flügel z.B. Wanzen, Läuse, Eintagsfliege Holometabolie ist die vollständige Entwicklung, Ei à Larvenstadien à Puppenstadium à Imago, Larven phänotypisch grundverschieden von den Imagines, Larven meist Raupen oder madenartig mit beißenden Mundwerkzeugen, meist nur Larven pflanzenschädlich z.B. Schmetterling, Kartoffelkäfer
- 87. Nennen Sie wichtige Ordnungen hemimetaboler Insekten und nennen Sie für jede Ordnung ein Beispiel eines bedeutenden Schädlings. Ordnung: Collembola (Springschwänze) Kugelspringschwanz Ordnung: Thysanoptera (Thripse) Gewitterfliege Ordnung: Heteroptera (Wanzen) Rübenblattwanze Ordnung: Homoptera (Pflanzensauger) Blattlaus
- 88. Nennen Sie wichtige Ordnungen holometaboler Insekten und nennen Sie für jede Ordnung ein Beispiel eines bedeutenden Schädlings. Ordnung: Coleoptera (Käfer) Kartoffelkäfer Ordnung: Lepidoptera (Schmetterlinge) Raube des Kohlweißlings Ordnung: Hymenoptera (Hautflügler) Kohlrübenblattwespe Ordnung: Diptera (Zweiflügler) Kohlfliege
- 89. Beschreiben Sie die Bedeutung der Collembolen als Pflanzenschädlinge. - Springschwänze - Beißend-kauende oder stechend saugende Mundwerkzeuge - sind oft Saphrophyten - Schädigung an Kulturpflanzen im Frühjahr (kühl-feuchter Boden) am Keimling (z.B. Zuckerrüben) Für die Landwirtschaft sind Springschwänze von erheblichem Nutzen, da sie durch Abbau ihrer Nahrung an der Bildung von Humus beteiligt sind. Aber wenige Arten, wie z.B. der Luzernefloh, gelten als Schädlinge für Agrarsysteme. Springschwänze können insbesondere für Monokulturen schädlich werden, denn sie befallen auch die lebenden Wurzeln von Pflanzen. Durch Fraßschäden können Infektionsherde entstehen. Die Tiere sterben im Winter, ihre Eier überdauern den Frost. Vermehrung über mikroskopisch kleine Eier, die vom Wind überallhin geweht werden. Insekten und Eier können völlig austrocknen und werden durch Feuchtigkeit wieder zum Leben erweckt. Sie haben im Allgemeinen 3 Beinpaare und sind zwischen 0,2 - 5 mm groß.
- 90. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus der Thysanopteren. Welche Bedeutung haben diese als Pflanzenschädlinge? Entwicklungszyklus: Eiablage à zwei bewegliche Larvenstadien à zwei Stadien ohne Nahrungsaufnahme à adultes Tier - Eiablage nach meist getrennt-geschlechtlicher Fortpflanzung, teilweise Pathogenese - Aus den Larvenstadien mit Nahrungsaufnahme entsteht eine Pronymphe und 1-2 Nymphen-Stadien ohne Nahrungsaufnahme aber mit Flügelanlagen. - Die Überwinterung erfolgt meist als Imago Bedeutung: - Larve und adultes Tier stechend-saugende Mundwerkzeuge - Verursachen Wachstumsschäden an Jungpflanzen durch saugen an den Epidermiszellen - Larve macht den größten Schaden - Infolge ihrer Saugtätigkeit kommt es zum Absterben von Fruchtknoten, Samenanlagen und Blüten, sowie zu Verdrehungen und Verkrüppelungen der Blätter. - Einige leben räuberisch von Milben oder kleinen Insekten, die meisten saugen jedoch bevorzugt an jungem Pflanzengewebe. Hierdurch gelangt dann Luft in die Zellen und es können erhebliche Wachstumsstörungen auftreten. - Auch die Übertragung von Viren ist möglich.
- 91. Nennen Sie gemeinsame Merkmale der Ordnungen Heteroptera und Homoptera. Nennen Sie jeweils einen bedeutenden Schadorganismus. Merkmale: - Überordnung à Hemipteroidea (Schnabelkerfe/ Rhynchota) - Stechend saugende Mundwerkzeuge à Mandibeln und Maxillen zu Stechborsten umbildet - Schadwirkungen: Assimilatentzug, Wuchsdeformationen, Virusvektor (à Schwärzepilze à Assimilation und Gasaustausch sinken) - Beides sind Virusvektoren Bedeutender Schadorganismus: Heteroptera/ Ungleichflügler à RübenblattWanze Homoptera/ Gleichflügler à Blattlaus
- 92. Erläutern Sie die Schadwirkungen von Heteroptera- und Homoptera-Arten? - Assimilatentzug durch Saugen am Phloem - Wuchsdeformation durch Schädigung des Parenchyms - Virusvektor durch Abgabe von Speichel - Verringerung der Assimilationsfläche und des Gasaustausches durch Schwärzepilze (durch Honigtauproduktion)
- Holozyklus - vollständige Generationenfolge bei Blattläusen mit parthenogenetischen und sexualen Formen und damit zweigeschlechtlicher Fortpflanzung à Gefahr für frühe Herbstsaaten - Die Kulturen werden später besiedelt à je später, desto weniger anfällig gegen Virusinfektionen - Dieses tritt bei den Blattläusen auf (Homoptera/Aphidina)
- Anholozyklus: ohne Wirtswechsel die Virgines überwintern so keine sexuelle Fortpflanzung - unvollständige Generationsfolge bei Blattläusen, d.h. es treten keine Sexuales auf Fortpflanzung ausschließlich parthenogenetisch à größeres Infektionsrisiko für alle Bestände im Frühjahr
- 95. Nennen Sie je eine anholozyklische, eine wirtswechselnd-holozyklische und eine nicht-wirtswechselnd-holozyklische Blattlausart mit den zugehörigen Wirtspflanzen. - anholozyklisch: macrosiphum euphorbiae – Grünstreifige Kartoffelblattlaus § Kartoffel, Rüben, Bohnen - wirtswechselnd-holozyklisch: Myzus persicae – Grüne Pfirsichblattlaus § Pfirsich, Kartoffeln, Rüben, Brassicaceen - nicht-wirtswechselnd-holozyklisch: sitobion avenae – Große Getreideblattlau § Getreide, Mais, viele Gräser
- 96. Nennen Sie je eine bedeutende Blattlausart in Rüben, Kartoffel und Getreide. Geben Sie an, welchen Entwicklungszyklus diese Arten normalerweise vollziehen und welche Viren sie übertragen. Rüben: schwarze Bohnenlaus / holozyklisch / Rübenvergilbung Grüne Pfirsichblattlaus / wirtswechselnd-holozyklisch / BYV, BMYV Kartoffeln: grüne Pfirsichblattlaus / holozyklisch / Y Virus PVY Grünstreifige Kartoffelblattlaus / anholozyklisch / PLR, PVY, PVA, PVM Getreide: große Getreideblattlaus / nicht-wirtswechselnd-holozyklisch / BYDV Gerstengelbverzwergungsvirus
- 97. Beschreiben Sie fünf Nützlinge, die als natürliche Gegenspieler von Blattläusen fungieren. Marienkäfer Adulte und Larven Schlupfwespen Eiablage in den Blattläusen Laufkäfer Adulte Florfliegen Larven Gallmücken Larven
- 98. Beschreiben Sie die allgemeinen Merkmale der Ordnung Coleoptera (Käfer). - größte Ordnung der Insekten, mit ca. 8000 Arten in Mitteleuropa - Kennzeichnendes Merkmal: das vordere Flügelpaar, das durch Chitineinlagerung meist zu harten Deckflügeln geworden ist, die in Ruhestellung die einfaltbaren zarten Hinterflügel (die eigentlichen Flugorgane) und den weichen Hinterleib schützend bedecken und beim Fliegen meist als Tragflächen dienen - Der Körper ist in drei gelenkig verbundene Abschnitte gegliedert: Kopf, Halsschild oder Vorderbrust, Mittelbrust, Hinterbrust und Hinterleib. - Die 6 Beine sitzen paarweise an den 3 Brustringen und sind meist als Laufbeine ausgebildet, aber auch spezialisiert als Grab-, Schwimm- oder Sprungbeine. - Das Größenspektrum der Käfer reicht von 0,25 mm bis 20. Der größte einheimische Käfer ist der Hirschkäfer. - Die meisten Käfer sind Pflanzenfresser (viele Schädlinge), viele leben aber auch räuberisch (vielfach Schädlingsvertilger) - Imagines und Larven beißend-kauende Mundwerkzeuge - Nahrung: Pflanzen (ober- und unterirdisch), Aas und Insekten - Morphologie ist der variabel und an Lebensweise angepasst - Beispiele: Maikäfer, Rapsglanzkäfer, Kartoffelkäfer