10

Entwicklungspsychologie (Subject) / Entwicklung der Leistungsmotivation (Lesson)

Verständnis von Ursachen und Erfolg, Konzept der eigenen Kompetenzen, Leistungsbereitschaft, Zielorientierungen, Einflussfaktoren

This lesson was created by cowe27.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

  • Was versteht man unter Leistungsmotivation? Bestreben, eine hohe leistung bei solchen Handlungen zu erzielen, für die man einen Gütemaßstab für verbindlich hält und bei denen man die ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann Tendenz einer Person, sich in Abhängigkeit von wahrgenommener Erfolgswahrscheinlichkeit und subjektivem Wert für oder gegen Handlungsalternativen zu entscheiden
  • Wie heißen die Schritte der Entwicklung des Verständnisses der Ursachen für Erfolg und Misserfolg ? Freude am Effekt - ab 3. Monat absichtvolles Herbeiführen von Effekten, kein explizites Verständnis der Urheberschaft Selbermachenwollen - 1. LJ.Unterscheidung zwischen Handlungen und Effekten, Verständniss von eigener Urheberschaft; Erprobung eigener Wirksamkeit Orientierung an Gütemaßstäben - 2. LJ. Aufmerksamkeit auf Handlungsergebnis gerichtet; akkurates Nachvollziehen Selbstbewertung eigener Leistungen - ab 3,5  J. Kinder zeigen Stolz bei Erfolg und Beschämung bei Misserfolg -> Selbstbewertung der Leistung ( Verhalten ist erst dann leistungsmotiviert, wenn Handlungsergebnis mit Vorstellungen über eigene Tüchtigkeit verknüpft wird) Unterscheidung zwischen Aufgabenschwierigkeit und eigener Tüchtigkeit - ab 5 J. Heranziehen von Aufgabenschwierigkeiten und Tüchtigkeitnzur Erklärung von Handlungsergebnissen Aufspaltung des Tüchtigkeitskonzepts in die Komponenten Anstrengung und Fähigkeit - im Vorschulalter : globale Vorstellungen über Tüchtigkeit ; 5-6 Jahre : Zusammenhänge zwischen Fähigkeit und Handlungsergebnis erkannt bei anschaulichen Fähigkeitsmerkmalen ( Muskelpakete); Grundschule : zunächst, Verständnis dass Unterschiede in der  Anstrengung eine Ursache von Erfolg sind, später Verständnis, dass Fähigkeitsunterschiede eine Ursache von Erfolg sind
  • Wie entwickelt sich die Vorhersage der Erfolgswahrscheinlichkeit? Vorschulalter : Kinder erklären Leistungsunterschiede oft durch Anstrengung Ältere Kinder :  Anpassung der Erfolgserwartung über Erfolg / Misserfolg an vorherige Rückmeldungen 10 - 12 Jahre : Konzept der Erfolgswahrscheinlichkeit vollständig erworben
  • Wie entwickelt sich die Anspruchsniveausetzung ? Vorschulalter : Anpassung der Ziele aufgrund vorausgegangener eigener Erfolge/ Misserfolge bei anschaulichen Aufgaben ( z.B. nach Misserfolg, Bearbeitung einfacher Aufgaben) -> individuelle Bezugsnorm ab 8. LJ : Anspruchsniveausetzung aufgrund von Vergleich mit Gleichaltrigen oder anderer Kinder ( soziale Bezugsnorm) ab Jugendalter :Anwendung individuelle und soziale Bezugsnorm in Abhänigkeit der Situation or
  • Wie entwickelt sich die " Aufgabenwahl" ? Erwartungs- mal - Wert- Theorien der Motivation: Personen sind umso stärker zu Handlung motiviert, je größer die subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit (Erwartungskomponente) und je höher der Erfolgsanreiz ( Wertekomponente) Wirkung von Erwartungs- und Wertekomponente auf Motivation: schwierige Anforderung : hoher Erfolgsanreiz, aber niedrige Erfolgswahrscheinlichkeit => keine Motivation für Leistungshandeln leichte Anforderung : hohe Erfolgswahrscheinlichkeit, aber niedriger Erfolgsanreiz => keine Motivation für Leistungshandeln mittelschwere Anforderung : Zusammenspiel ( Produkt) aus Erfolgswahrscheinlichkeit und Erfolgsanreiz ( Erwartung x Wert ) => maximaler Gewinn jüngere Kinder: Nutzung beider Dimensionen, je nach Situation aber Konzentration auf eine Dimension bei Aufgabenwahl ab 10 Jahre : Beherrschung der multiplikativen Verknüpfung ( abstraktes Denken möglich)
  • Wie entwickelt sich die globale Selbstbewertung der Leistungsfähigkeit? Vorschulalter :Überoptimismus gegenüber der Einschätzung eigener Fähigkeiten Schulalter : kontinuierliches Absinken der Fähigkeitseinschätzungen über die ersten 6 Schuljahre hinweg - Realismus der Selbsteinschätzung durch wachsende kognitive Fähigkeiten; steigende Anforderungen; Einsatz sozialer Vergleichsprozesse
  • Wie entwickelt sich die Leistungsbereitschaft und die Lernfreude ? 3-4 J. : hohes Niveau der Lernfreude Schulalter : Lernfreude steigt  zu Schulbeginn stark an dann kontinuierliches Absinken in Abhängigkeit zu Schulfächern, Geschlecht und sozioökonomischem Status der Teilnehmer Grund : Zunahme der Empfänglichkeit für Leistungsrückmeldungen im Grundschulalter; wachsender Leistungsdruck; steigendes Interesse an außerschulischen Aktivitäten im Jugendalter
  • Wie verändert sich die Lernziel- und die Leistungszielorientierung über die Zeit? Lernzielorientierung : frühe und mittlere Kindheit ;Leistungssituationen bieten Gelegenheit um → Herausforderungen zu meistern;→ eigene Fähigkeiten zu verbessern;→ dazuzulernen;⇒ nimmt während der Schulzeit ab (nicht verstehen wollen steht im Vordergrund, sondern im Vergleich zu anderen gute Leistungen zu erzielen Leistungszielorientierung:ab 12 J. Anforderungen werden als Situation gesehen, in denen die eigenen Fähigkeit bewertet wird ( Performance)
  • Wie beeinflusst der Attributionsstil die Leistungsmotivation ? Attributionsstil des Kindes: Kausalattribution im Vorschulalter →Erfolg/Misserfolg werden auf Anstrengung zurückgeführt und Bedeutung der Aufgabenschwierigkeit für Erfolg/ Misserfolg wird erkannt⇒Optimismus und Erfolgzuversicht in Leistungssituationen Grundschulalter: Bewusstsein Anstrengung und Fähigkeit sind unabhängig voneinander ⇒Attributionsstil bestimmt Leistungsmotivation: internale Erklärung für Erfolg/ externale Erklärung für Misserfolg→ Förderung der Motivation, sich neuen Herausforderungen zu stellen; Entmutigung durch Misserfolge vermeiden; externale Erklärung für Erfolg/ internale Erklärung für Misserfolg→zukünftiges besseres Abschneiden erscheint unwahrscheinlich; schnelles Aufgeben, auch dann wenn Aufgabe durch Anstrengung bewältigbar ist; Frustration; Angst vor Leistungssituation
  • Wie beeinflusst die Bezugsnormierung der Lehrperson die Leistungsmotivation? soziale Bezugnormierung: Vergeleich der Leistungen eines Schülers, mit denen der Mitschüler →Lob für vollendete oder überdurchschnittliche Leistung Wirkung:a) leistungsschwache Schüler:trotz Anstrengung schlechtes Abschneiden, ungünstiger Attributionsstil bleibt erhalten⇒Misserfolgsvermeidung, negativer Einfluss auf Leistung b)leistungsstarke Schüler: positiver Attributionsstil ⇒positiver Einfluss auf Leistung Individuelle Bezugsnormierung: Vergleich der Leistungen eines Schülers mit seinen vorhergehenden Leistungen→Lernfortschritt des einzelnen Schülers wird betont Wirkung: Stärkung der Erfolgszuversicht, Attribution der eigenen Leistung auf internale und variable Faktoren⇒positive Entwicklung der Leistungsmotivation
Advertisement