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Entwicklungspsychologie (Subject) / Kognitive Entwicklung Piaget (Lesson)

Stufentheorie nach Piaget

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  • Was versteht man unter Kognition? ...sind mentale Prozesse. Zu den kognitive Fähigkeiten gehören u.a. Lern- und Gedächtnisprozesse, Informationsverarbeitungs- und Problemlösekompetenzen, Handlungsplanung und -steuerung sowie Wissenserwerb und komplexe Denkprozesse. (Lohaus)
  • Was sind die Grundannahmen in Piagets Theorie? -Kind ist von Geburt aktiv, Entwicklung wird von Kindern selbständig voran getrieben - Erwerb von Wissen als Reaktion auf Erfahrungen und in Auseinandersetzung mit der Umwelt -> stimulationsreiche und explorationsfördernde Umwelt trägt zu kognitiver Entwicklung bei - Kind als "Wissenschaftler" - intrinsische Motivation zum Lernen, Bildung von Hypothesen, Experimentieren, Schlussfolgern aus eigenen Beobachtungen
  • Wie wirken Umwelt und Anlage bei der kognitiven Entwicklung zusammen? -Umwelt : jede Erfahrung die ein Kind macht -Anlage : reifender Körper und reifendes Gehirn, Fähigkeit wahrzunehmen, zu handeln und aus der Erfahrung zu lernen, Motivation: zwei grundlegenden Funktionen gerecht zu werden: Organisation und Adaption
  • Was sind Schemata? Wozu dienen sie? ...hierarchisch organisierte und aus Erfahrung aufgebaute geistige Systeme, wie ein Muster von Gedanken und Handlungen ....überdauernde Wissensbasis zur Interpretation der Umwelt .... kognitive Denkeinheit zu Verarbeitung von Informationen dienen der ...Einordnung eingehender Informationen                  .... Verbindung von eingehenden und ausgehenden Informationen Weiterentwicklung des Denkens erfolgt durch Aufbau immer adäquaterer Schemata
  • Piaget geht davon aus, das die Motivation für Entwicklung von zwei grundlegenden Funktionen begründet wird. Welche sind das? Organisation : Zusammenfügen verschiedener, schon existierender Schemata zu größeren kognitiven Strukturen Adaption: Bedürfnis, sich so an die Umwelt anzupasseen, das man mit ihr in einem kognitiven Gleichgewicht (Äquilirium) steht Äquilirium: Passung der eigenen Schemata und den Vorkommnissen der Umwelt
  • Welche drei Entwicklungsprozesse treiben nach Piaget die kognitive Entwicklung voran? Assimilation: Prozess, durch den Menschen eintreffende Informationen in eine Form überführen, die sie verstehen können - Einfügung eingehender Information in Konzepte, die bereits verstanden werden, Anpassung der Außenwelt an ein vorhandenes Schema Akkomodation: Prozess, durch den Menschen vorhandene Wissensstrukturen als Reaktion auf neue Erfahrungen anpassen - Anpassung vorhandener Wissensstrukturen (Schemata) in Reaktion auf Erfahrung (Umwelt) Äquilibrium: Prozess, durch den Menschen Assimilation und Akkomodation ausbalancieren, um stabiles Verstehen zu schaffen Information -> Assimilation -> Disäquilibrium -> Akkomodation -> Äquilibrium ->Entwicklungsschritt Information -> Assimilation -> Äquilirium -> kann ich schon
  • Das Äquilibrium läuft in drei Phasen ab. Welche sind das? 1. Äquilibrium: Zufriedenheit mit dem Verständnis eines Phänomens, keine Diskrepanz zwischen Erfahrung und Verständnis eies Phänomens 2. Disäquilibrium: durch Information Erkenntnis, das Verständnis nicht ausreichend ist, Entwicklung einer besseren Alternative noch nicht möglich 3. Stabiles Äquilibrium: Entwicklung eines differenzierten Verständnisses, das die Unzulänglichkeiten der bisherigen Verstehensstrukturen überwindet
  • Nenne die zentralen Eigenschaften Piagets Stufentheorie! allgemein: Entwicklungsgeschwindigkeit von Kindern unterschiedlich -> Stufen können unterschiedlich schnell durchlaufen werden aber nicht übersprungen,Stufen bauen aufeinander auf 1. Qualitative Veränderung : Kinder verschiedenen Alters denken auf qualitativ unterschiedliche Weise 2. Breite Anwendbarkeit: die für die Stufe charakteristische Art zu Denken durchdringt das Denken des Kindes über ganz verschiedenen Themen und Kontexte hinweg 3. Kurze Übergangszeiten: kurze Übergangsphase vor Erreichen einer neuen Stufe, in der  Kind zwischen der neuen Art zu Denken und der alten Art des Denkens hin und her schwanken 4. Invarianz der Abfolge: Menschen an allen Orten und in allen historischen Epochen durchlaufen die Stufen in derselben Reihenfolge                 
  • Wie heißen die vier Stufen der kogn. Entwicklung nach Piaget? Sensu-motorische Stufe, bis ca. 2 Jahre, vor allem Sensorische und Motorische Informationen werden verarbeitet und zur Lösung von Problemen genutzt Präoperationale Stufe: 2-7 Jahre, Symbole zur Repräsentation sensu-motorischer Erfahrungen, Symbolspiel Konkret operationale Stufe: 7-11 Jahre, prälogisches Denken ( Mengenerhaltung bei Formveränderung), Kategorienbildung, direkte Wahrnehmung nötig Formal operationale Stufe: ab 11 Jahren, Fähigkeit zum abstrakten, systematischen Denken (Hypothesenbildend,prüfend,Schlussfolgernd), direkte Wahrnehmung nicht mehr nötig (Logik mündlicher Aussagen bewerten
  • Was kennzeichnet die Sesumotorische Stufe? Intelligenz an die unmittelbare Wahrnehmung und Handlung gebunden, mittels Wahrnehmung und Handlung Gewinn von Informationen über Gegenstände und Menschen, Konstruktion grundlegender Begriffe und elementarer Formen (Ball, Hund) fehlende Objektpermanenz bis 8 Monate ( noch keine Schemata, um Objekte über längeren Zeitraum kognitiv zu repräsentieren) geringe Stabilität von Objektpermanenz von 9 bis 12 Monaten ( Suche nach verschwundenen Objekten, Repräsentation wird aufrecht erhaten aber nicht sehr stabil, kein systematisches Suchen A-nicht-B-Suchfehler : 9 - 12 Monate Kind sieht , das Objekt nicht an Ort A sondern an Ort B versteckt wird, sucht aber bei A  -> bei A gefunden, bei B gesehen Objektbegriff 12 -24 Monate :  12 -18 Monate :Bewegung eines sichtbaren Objektes kann verfolgt werden, Suche nach Objekt, wo es zuletzt gesehen wurde ABER bei Lageveränderung wo es zuletzt gefunden wurde                                                -18 - 24 Monate : Bewegungen eines Objektes auch durch unsichtbaren Ortswechsel rekonstruiert werden -> volle Objektpermanenz, verzögerte Nachahmung => für Motorik und Sensorik Schemata aufgebaut, die Steuerung und Koordination der Motorik erleichtern, komplexe Sensumotorische Handlungsmuster entstanden, mit sprachl. und gestischen Symbolen verknüpft
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  • Was kennzeichnet die Prä-operationale Stufe? Prä-operationale Stufe ca.2-7Jahre -stabile mentale Repräsentation von Objekten und Erfahrungen in Form von Sprache über  längere Zeit -Bildung differenzierter Konzepte -mentale Operationen bauen auf "Wenn-dann-Beziehungen" auf, die nicht wieder rückgängig gemacht werden können - Schwierigkeiten, logisch und konsistent zu denken- -Sprache als wichtigstes Symbolsystem -Symbolspiel -Egozentrismus - Welt aus eigener Perspektive wahrnehmen (Drei-Berge Versuch) -Zentrierung auf nur eine Dimension (Balkenwaage, Invarianzkonzept)   -Invarianzkonzept (Konzept der Erhaltung): Veränderung des Erscheinungsbildes eines Objekts,lässt grundlegende Eigenschaften unverändert - Erhaltungsaufgaben zur Masse, zur Menge und zur Zahl Denken - auf augenblicklichen Zustand gerichtet
  • Wie kommt es zu den Schwierigkeiten bei Erhaltungsaufgaben? 1. Zentierung auf wahrnehmungsbezogen auffällige Dimensionen 2. Konzentration auf statische Zustände (Erscheinungsbild vor und nach Umformung/Umschüttung) 3.Übersehen, das die eigene Perspektive irreführend sein kann (Egozentrismus)
  • Was zeichnet die Konkret-Operationale Stufe aus? -logisches nachdenken über konkrete Gegenstände und Ereignisse -Berücksichtigung von Transformationsprozessen - vollständige mentale Operationen -Beachtung mehrerer Dimensionen -Überwindung des Egozentrismus => Dezentrierung des Denkens
  • Wie kann man die Theorie Piagets für pädagogische Situationen nutzen? Das Denken von Kindern unterscheidet sich qualitativ von dem Erwachsener - Schluss von der Erfahrung des Erwachsenen auf die Erfahrng des Kindes ist unsicher Aktivität ist eine der Hauptquellen des Lernens -erst Aktivität ermöglicht tiefergehendes Verständnis,Förderung der Aktivität des Kindes Wechselwirkung zwischen kognitiven Strukturen und neuen Erfahrungen - Prinzip der gemäßigten Neuartigkeit : Interesse wird geweckt, wenn Erfahrung sich als gemäßigt neu erweist; Grund Erfahrung lässt sich in vorhandene kognitive Strukturen assimilieren, so unvertraut,dass sie interessant ist - Äquilibrationstheorie : sich selbst regulierende Prozesse sind Grundlage für wirkliches Lernen; Kind kann kognitive Strukturen besser in konstruktiver Weise modifizieren, wenn es den eigenen Lernprozess selbst kontrolliert => Wissen über erreichte Ebene, Orientierung am Individuum,Kontrolle des eigenen Lernens Das was ein Kind lernen kann ist begrenzt.- Denken entwickelt sich von Stufe zu Stufe, neue Strukturen entwickeln sich durch Assimilation und Akkomodation aus den alten Stufen, neues Wissen wird durch Ergänzung oder Veränderung "alten" Wissens erlangt => Kenntnis über den aktuellen Stand der kognitiven Funktionen, Vorwissen aktivieren Soziale Interaktion hilft, das Denken des Kindes zu klären und schlüssiger und logischer zu werden - verbaler Meinungsaustausch erst möglich,wenn materielle Erfahrungen gemacht wurden, die zu diesen Meinungen geführt haben
  • Nenne Prinzipien zur Gestaltung von Lernumgebungen auf der Basis von Piagets Ansatz! 1. Erzeugen Sie Neugier oder einen Konflikt! 2. Achten Sie auf den Entwicklungsstand der Schüler! 3.Prüfen Sie die Lernvoraussetzungen! 4.Lassen Sie die Schüler selbst experimentieren und forschen  5. Bringen Sie abstrakte Inhalte mit konkret wahrnehmbaren Objekten in Verbindung! 6. Fordern Sie die Schüler zum Nachfragen heraus!