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afl (Subject) / Feste AF, Lösungen, Suspensionen, ... (Lesson)

Theoretische Grundlagen der Arzneiformenlehre über Allgemeine Dinge, Pulver, Puder, Granulate, Emulsionen, Suspensionen, Lösungen.

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  • "Sirupe" flüssige Zubereitungen aus konzentrierten Lösungen süßschmeckender Mono- und Disachhariden. autosteril, wenn die Zuckerkonzentration hoch genug ist (Mikroorganimsen werden durch Osmose lebensnotwendiges Wasser entzogen)
  • "Spiritusse" Arzneistoffe gelöst in großen Mengen Ethanol hergestellt durch Mischen, Lösen oder Destiallation. austrocknende Eigenschaften
  • "Tinkturen" Auszüge aus Pflanzen- und Tiermaterial. Lösungen von Trockenexktrakten in Ethanol. Extraktionsmittel: Ethanol, Ehter, Wasser oder deren Mischungen. Erstellt mittels Mazeration, Perkolation, Turboextraktion
  • "Extrakte" Tinkturen, jedoch teilweise oder vollständige Entfernung des Extraktionsmittels eingestellt auf einen bestimmten Wirkstoffgehalt Es gibt: Fluid-, Dick- und Trockenextrakte
  • Was versteht man unter "Emulsionen"? Dispersionen aus zwei oder mehreren flüssigen, nicht miteinander mischbaren Phasen. Eine Flüssige Phase ist in feinsten Tröpfchen in der anderen flüssigen Phase dispergiert. Enthält normalerseise noch Emulgatoren. Tröpfchendurchmesser: 1-50µm.
  • Wann spricht man von einer O/W-Emulsion. Öl-in-Wasser-Emulsion Die hydrophile (polare) Phase, meist Wasser, bildet die äußere (kohärente) Phase. Die lipophile Phase (z.B. pflanzliche/ tierische/ synthetische Öle) ist in der äußeren Phase dispergiert und bildet so die "innere" Phase.
  • Wann spricht man von einer W/O-Emulsion? Wasser-in-Öl-Emulsion Die lipophile (unpolare) Phase (z.B. pflanzliche/ tierische/ synthetische Öle) bilden die äußere (kohärente) Phase. Die hydrophile Phase (z.B. Wasser) ist in der äußeren Phase dispergiert und bildet die sog. "innere Phase".
  • Was sind W/O/W- bzw. O/W/O-Emulsionen? Multiple Emulsionssysteme werden als W/O/W- bzw. O/W/O-Emulsionen bezeichnet. Innerhalb der dispersen (inneren) Phase sind nochmals Tröpfchen des Dispersionsmittels dispergiert.
  • Was sind Suspensionen? Dispersionen von Feststoffpartikeln in einer Flüssigkeit. Teilchendurchmesser (Feststoffpartikel): 1-100µm, Feststoffanteil: 0,5-40% Die Stabilisierung von Suspensionen ist auf Dauer nicht zu ermöglichen. Die Sedimentationsgeschwindigkeit wird durch das Stokessche Gesetz ausgedrückt.
  • Was sind "Mixturen"? Suspensionen zur peroralen Anwendung.
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  • Was sind "Lotionen"? Suspensionen zur kutanen Anwendung.
  • Wie kann die Sedimentation von Suspensionen verhindert bzw. verlangsamt werden? Die Stabilisierung von Suspensionen ist auf Dauer nicht zu ermöglichen. Hinweis an den Patienten: Vor Gebrauch gut schütteln. Stabilitätserhöhung durch: kleine Teilchengröße Viskositätserhöhung des Dispersionsmittels Beisetzung makromolekularer Schleimstoffe (Cellulosederivate, Pektine, Tragant, etc.) Zusatz von Aluminiummonostearat bei öligen Suspensionen (Viskositätserhöhung!) Dichteangleich des Dispersionsmittels durch z.B. Sirupus simplex
  • Stokessches Gesetz? v = (2*r²*g*(ρp-ρf)) / 9*η v = Sedimentationsgeschwindigkeit r = Radius des sinkenden Gegenstandes g = Erdbeschleunigung (ca. 9,81m/s²) ρp = Dichte des Partikels ρf = Dichte des Fluids η = Dynamische Viskosität des Fluids
  • Ostwaldsche Reifung? kommt bei Suspensionen vor u.U. Wenn der zususpendiere Stoff eine Löslichkeit im Dispersionsmittel aufweist, kommt es nach einer Weile zu einer Gleichgewichtseinstellung zwischen dem auskristallisierten (suspendierten) und dem gelösten Material. Bereits auskristallisiertes Material lagert sich an bereits vorhandene Partikel an und führt somit zu einer Teilchenvergrößerung.
  • Wie werden Suspensionen allgemein hergestellt? Zerteilung bzw. Zerkleinerung der dispersen Phase die feste Phase vollständig vorlegen mit der Flüssigkeit, die den Feststoff am Besten benetzt oder die höchste Viskosität aufweist, den Feststoff anreiben. durch Homogenisierung wird eine Desaggregation von Sekundärpartikeln und eine feine und gleichmäßige Verteilung erreicht.
  • Definition von Pulvern. Mischungen aus festen, losen, trockenen Teilchen. Es können einzelne Partikel, amorphe Substanzen oder Aggregate von Partikeln sein. Sind in der Regel mit Wasser einzunehmen (Pulveres perorales). Abgepackt in Einzeldosis (Pulverkapsel) oder in Mehrdosenbehältnissen, denen eine Dosiervorrichtung beigefügt ist.
  • Wie entstehen Partikel-Aggregate? Erst: Einzelpartikel, dann durch Sintern oder Kristallwachstum zu Aggregaten zusammen gewachsen. Aggregate lassen sich nicht so leicht zerstören, wie Agglomerate.
  • Wie entstehen Agglomerate? Anfangs aus Einzelpartikeln, die sich dann zusammen lagern. Im Gegensatz zu Aggregaten: Bindungskräfte sekundär oder mechanischer Art (Adhäsion, Reibung, elektrostatische Kräfte). Agglomerate lassen sich leichter, als Aggregate wieder zerstören.
  • Was sind Puder? Pulver zur kutanen Anwendung (pulveres ad usum dermicum). Frei von tastbaren Teilchen (<100µm Partikelgröße) gute Haftung auf der Haut Streufähig müssen wässrige und ölige Flüssigkeiten gut aufsaugen kein Nährmedium für Mikroorganismen zur Anwendung auf Wunden oder stark geschädigter Haut: müssen steril sein Verpackung in z.B. Streudosen. Können mit einer Eisenoxid-Stammverreibung (Eisenoxidpigmenten, NRF S. 10) an den Hautton des Patienten angeglichen werden.
  • Wie lassen sich Pudergrundlagen unterteilen? anorganische Pudergrundlagen: Weißer Ton (Bolus alba), Zinkoxid (Zinci oxidum), leichtes Magensiumoxid (Magnesii oxidum leve), hochdisperses Siliciumdioxid (Silicii dioxidum colloidale), Talk (Talkum) organische Pudergrundlagen: Metallseifen (Aluminium-, Calcium-, Magnesium-, Zinkstearat), Stärken (Reis, Mais, Kartoffel, Weizen), Mikrokristalline Cellulose, Cellulosepulver, Lactose
  • Wie erfolgt die Herstellung von Pulvern (Grundschritte)? Verreiben oder Mahlen des Feststoffanteils Klassieren (z.B. Sieben) Anteiliges Verreiben mit Fantaschale und Pistill oder Mischen in funktionsgerechten Mischern (es muss eine homogene Verteilung vorliegen) Abfüllen (Einzeldosis, Mehrdosenbehältnisse) niedrige Arzneistoffkonzentrationen über Triturationen (Verreibungen) verarbeiten. Vorsicht: Unterschiedliche Teilchengrößen führen zu Entmischungen!
  • Was sind Granulate? Zwischenprodukte für die Herstellung von Tabletten oder Kapseln. Können auch eine eigenständige Arzneiform bilden (perorale Einnahme). sind gut rieselfähige, körnige Aggregate von Pulverpartikeln. mittlerer Durchmesser von 0,6-2mm. Grundoperationen zur Herstellung: Aggregierung - Desaggregierung - Klassierung Bindung der Pulverteilchen im Aggregat (kein Agglomerat!) durch Feststoffbrücken (nach plastischem Fließen oder durch erhärtende Bindemittel oder durch Auskristallisation angelöster Pulverbestandteile) Bindung der Pulverteilchen durch Flüssigkeitsbrücken (hochviskose Bindemittel erhöhen die Kohäsion) Bindung der Pulverteilchen ohne Flüssigkeitsbrücken (Van-der-Waals-Kräfte, Coulombsche Kräfte, formschlüssige Packung) Granulate zur oralen Einnahme: enthalten meist hochdosierte, nicht-toxische (oder wenig toxische) Arzneistoffe, die trocken oder in Wasser gelöst suspendiert eingenommen werden. Besondere Formen von Granulaten: Brausegranulate zur Herstellung von oralen Lösungen (z.B. bei Hustenmedikamenten) und überzogene Granulate und Granulate mit modifizierter Wirkstofffreisetzung.
  • Welche Anforderungen an Granulate gelten? gleichmäßige Form und Farbe enge Korngrößenverteilung (nicht mehr als 10% pulverförmige Bestandteile) gute Fließeigenschaften ausreichende mechanische Festigkeit Restfeuchte von 3-5% gute Zerfallseigenschaften in Wasser.
  • Wie werden Kapseln definiert? sind einzeldosierte Arzneiformen in harten oder weichen Hüllen verschiedener Form und Größe vorwiegend orale Einnahme, jedoch auch rektal und vaginal (oft: Milchsäurekulturen zur Herstellung des Vaginalmilieus) appliziert möglich
  • Zwischen welchen Kapselarten unterscheidet das Arzneibuch? Hartkapseln Weichkapseln magensaftresistente Kapseln Kapseln mit modifizierter Wirkstofffreisetzung (Retardkapseln)
  • Weichkapseln... Hülle der Weichkapseln: Gelatine und Weichmacher (z.B. Glycerol/ Glycerin) werden in einem Arbeitsgang geformt, gefüllt und verschlossen (verschiedene Verfahren: Globex-, Scherer-, Accogel-) Arzneistoff kann enthalten sein in der flüssigen (oder pasteusen) Füllung, wie auch in der Kapselhülle. Flüssigkeiten -> direkte Verkapselung Feststoff -> in Trägersubstanz gelöst oder dispergiert (->Lösung oder Supspension mit pasteuser Konsistenz) -> Verkapselung
  • Hartgelatinekapseln... sehr relevant in der Apothekenpraxis Kapselherstellung: industriell durch Tauchverfahren kommen vorverschlossen aus dem Industriewerk Grundstoff der Hülle: arzneibuch-konforme Gelatine mögliche Hilfsstoffe der Kapselhülle: Titanoxid, Eisenoxidpigmente, synthetische Farbstoffe und Wasser (optimaler Wassergehalt: 12-16%) Wechselwirkungen zwischen Füllgut und Hülle beachten. Füllung: Pulververreibung, Zuckerkügelchen, Fett- oder Macrogolschmelzen
  • Wofür ist der optimale Wassergehalt in Hartgelatinekapseln (Hülle) zuständig? optimaler Wassergehalt: 12-16% zu geringer Wassergehalt: spröde und wenig belastbare Hüllen zu hoher Wassergehalt: klebrig und leicht verformbar
  • Was können Wechselwirkungen zwischen Kapselhüllen (Hartgelatinekapseln) und Füllgut bewirken? auf Wechselwirkungen zwischen Hülle und Füllgut muss geachtet werden. hygroskopisches Füllgut: Versprödung und Auflösung der Kapselhülle (Kapselwand) Spuren von Essigsäure: verstärkte Geruchsbildung mit schwefelhaltigen Arzneistoffen.
  • Was sind Beispiele für pulverförmige Füllstoffe? Mannitol Lactose-Monohydrat wasserfreie Lactose Cellulosepulver und Mikrokristalline Cellulose Glucose Maisstärke
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  • Mannitol als pulverförmiger Füllstoff in Hartgelatinekapseln: Eigenschaften? reaktionsträger, als reduzierende Zucker kaum hygroskopisch, bessere Fließfähigkeit durch Zusatz von 0,5% Aerosil (siehe Kapselherstellung im Praktikum nach Methode A) beeinflusst die Osmolarität von Lösungen (ca. 5% sind isoosmotisch) keine vollständige Magen-Darm-Trakt-Resorption: Es kann bei übermäßigem Einsatz zu Magen-Darm-Beschwerden kommen
  • Lactose als pulverförmiger Füllstoff in Hartgelatinekapseln: Eigenschaften? Lactose-Monohydrat Maillard-Reaktion ggü. stickstoffhaltigen Arzneistoffen und Gelatine, d.h. nicht vollständig inert abführende Wirkung bei übermäßigem Verzehr kontraindiziert bei Lactoseintoleranz einige Unterschiede zwischen alpha- und beta-Formen der Lactose wasserfreie Lactose nur eine geringe Ausprägung der Maillard-Reaktion
  • Cellulosepulver und Mikrokristalline Cellulose als pulverförmiger Füllstoff in Hartgelatinekapseln: Eigenschaften? weitgehend inert ggü. Hilfsstoffen, Arzneistoffen, Kapselhülle,... nicht für alle Wirkstoffe gleich gut geeignet
  • Glucose als pulverförmiger Füllstoff in Hartgelatinekapseln: Eigenschaften? kaum verwendet schlechte Fließeigenschaften und Verreibbarkeit reduzierender Zucker (d.h. Osmolyt, hygroskopisch, ...)
  • Maisstärke als pulverförmiger Füllstoff in Hartgelatinekapseln: Eigenschaften? nur in bestimmten Rezepturen als Füllstoff angegeben
  • Was ist der am Häufigsten verwendete Füllstoff für Hartgelatinekapseln? Mischung aus Mannitol bzw. Mannitol 35 (99,5 Teile) und hochdispersem Siliciumdioxid (0,5 Teile) Siliciumdioxid verbessert die Fließeigenschaften (Fließregulierungsmittel)
  • Woher weiß man, dass ein frisch hergestellter Füllstoff für Hartgelatinekapseln geeignet ist? Schüttdichte DAC Probe 21
  • Was ist eine Phase? in einer Phase herrschen gleiche physikalische und chemische Eigenschaften es gibt eine Phasengrenze
  • Wieso verwendet man keinen hochkonzentrierten Alkohol zur Desinfektion? 96% Ethanol oder hochkonzentrierter Isopropanol gelangt nur in geringen Konzentrationen durch die Zellmembran der Mikroorganismen und wirkt deshalb nicht so gut desinfizierend. Außerdem trocknen die Bakterien zu schnell auf (und da der Alkohol nicht über die Zellmembran diffundiert, auch keine Abtötung und Schädigung), so dass die Bakterien bei dem ersten Wasserkontakt sich sofort wieder regenerieren können. Besser: 80%iger oder 70%iger Ethanol oder 70%iger Isopropanol, oder Mischungen daraus. Desinfektion nur in der Nasswisch-Methode. D.h. besprühen/ benetzen und mit einem mit Desinkfektionsmittel getränkten Tuch abwischen und für ca. 60-120sec mit Desinfektionsmittel benetzt halten. Dann Trockenwischen (mit einem sauberen Tuch). Nur Draufsprühen und abtrocknen lassen ist nicht effektiv genug!