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Logopädie - Stimme (Subject) / Examen 15 (Lesson)

Prüfungsfragen schriftlich

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  • Welche stimmlichen Einschränkungen (Leitsymptome auf der Köperfunktionsebene) des P. sind relevant für die Diagnose "funktionelle Dysphonie"? und wie können sich diese äußern? - Veränderter Stimmklang -> Heiserkeit – Rauigkeit, Behauchtheit- Eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit -> Sprechanstrengung bis hin zum Stimmversagen (Aphonie)- Missempfindungen bis hin zu Schmerzen -> Räuspern, Halsschmerzen, Globusgefühl, Mundtrockenheit…
  • Wozu dient der VHI in der Diagnostik? Erläurtern und begründen Sie kurz seinen Stellenwert für die Therapie. - intrapsychische, kommunikative und soziale Bedeutung der Stimmstörung für den Patienten werden erfasset (Informationen zu Aktivität und Partizipation) - Stellenwert hoch -> für den Therapeuten wird klar, wie groß die >Selbstwahrnehmung und das > Störungsbewusstsein des Patienten ist und hilft der Therapeutin den > Schweregrad der Stimmstörung einzuschätzen -> Therapiemotivation-> Evaluationsinstrument-> Eine Säule der 5 Säulen im ELS-Protokoll
  • Nennen Sie Fehlfunktionen im Schwingungsverhalten der Stili, die durch eine Stroboskopie sichtbar werden. Wie hört sich das jeweils an? - Unregelmäßige Stimmlippenschwingung = rauer Klang, knarren- Kein kompletter Stili-Schluss = behauchter Klang
  • Wofür stehen die Abkürzungen RBH und GRBAS? Wozu werden sie eingesetzt? RBH = Rauigkeit, Behauchtheit, Heiserkeit- wird in Deutschland für die auditive Beurteilung der Stimme eingesetzt (gängig!)- Einteilung des Stimmklangs in 3 Parameter. GRBAS= grade (Grad der Heiserkeit), rough (Rauigkeit), breathy (Behauchtheit), astenic (Verlust an Klangfülle), straind (Anstrengung – gepresst)- wird für die auditive Beurteilung der Stimme eingesetzt- Einteilung des Stimmklangs in 5 Parameter nach dem japanischen Komitee für Stimmfunktionsuntersuchungen - Umfassende Skala, wird eher im englischsprachigen Raum eingesetzt
  • Nennen Sie zwei Schwierigkeiten im orofazialen Bereich (supraglottal) die zu einer hyperfunktionellen Dysphonie führen können. Leiten Sie einen Zusammenhang zur Stimme (Glottisebene) her. > Myofunktionelle Störung > Aussprachestörung - beide führen zu geringer Kieferöffnungsweite (enge Kieferweite) und unflexiblen Artikulationen--> dies wirkt sich folgendermaßen auf die Stimme aus: - harte, gepresste Stimmeinsätze - Resonanzarmer Stimmklang - gepresste Phonation - eingeschränkte Belastbarkeit
  • Wodurch können Missempfindungen wie Druck, Globusgefühl, Brennen und Schmerzen im Hals entstehen? Welche stimmtherapeutische Intervention wenden Sie an? - zu viel Druck -> Hyperfunktion -> kann auch mal bei Rekurrensparese auftreten bzw. bei organischen Stimmstörungen - Disbalance zwischen stimml. Leistungsfähigkeit und Umweltanforderungen  - Stimme entlasten durch Stimmruhe- Über Fehlspannungen oder Fehlverhalten aufklären und diese durch individuell ausgewählte Übungen beseitigen- Weite, Lockerung, Gähnen, Wahrnehmen, Entspannen, Trinken, Räusperprophylaxe - Manuelle Stimmtherapie
  • Beschreiben Sie eine mögliche Symptomatik eines Stimmpatienten mit einer gemischten Dyphonie (hyper- und hypo-) im Hinblick auf Stimmklang, Phonationsatmung, Körperspannung und Spannung im Vokaltrakt (orofacial). > Muskuläres Ungleichgewicht der beteiligten Strukturen; Auftreten von Hypertonie, wenn andere Muskeln hypoton Beispiel: (alles hypo-, ein Bereich hyper- oder umgekehrt) > Hyperton auf Glottisebene > Hypertoner Vokaltrakt > Stimmklang: heiser, gepresst > Anblasedruck: erhöht (Phonationsatmung) > Körperspannung: Hypoton  
  • Nennen Sie je drei Bsp. für Einschränkungen eines Stimmpatienten in den ICF-Komponenten Aktivität und Partizipation. eher Aktivität - Singen im Chor nicht mehr möglich - Singen, Sprechen, Telefonieren - Einschränkungen in Beruf, Freizeit, sozialen Bereichen eher Partizipation - sozialer Rückzug bei Mutationsstimmstörung - Identitätskriese (z. B. Rekurrensparese) Einschränkung in der Kommunikationsfähigkeit z. B.- wenn die Stimme in der Ausübung des Lehrberufs nicht mehr den ganzen Tag belastet werden kann- wenn die Artikulation unpräzise ist und der Patient beispielsweise im Beruf bei Kundentelefonaten schlecht verstanden wird - die Erzieherin sich nicht durchsetzten kann, weil sie nicht „lauter“ werden kann ohne, dass die Stimme wegbricht
  • Nennen Sie drei stimmlich nutzbare Eigenschaften (Glottisebene) der ungespannten MSSL. - sehr entspanntes Phonieren -> unterstützt Vokalisqualität- Lage mit Vollschwingung und geringer Anspannung auf Stili-Ebene (Unterstützt Schlussfunktion)- bestmögliches Stimmergebnis mit geringstem Aufwand - Eutonisierung Muskulatur auf Kehlkopfebene, wenn ungespannte MSSL in Therapie eingesetzt wird- Hinweis auf angestrengte Stimmgebung im Rückschluss (wenn sie sich erhöht)- Regulation des Anblasedrucks- Stimme kann effizient eingesetzt werden
  • Wie können Sie den Zusammenhang von Anblasedruck (subglottischer Druck) und Stili-Spannung stimmtherapeutisch angehen und regulieren? > Hilfe um Mechanismen ins Gleichgewicht zu bringen: - Aktivierung des Unterdruckventils > Stimmlippenschluss - Glissandi -Summen
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  • Welcher Kehlkopfmuskel ist bei der Mutationsfistelstimme so stark angespannt, dass auch nach abgeschlossenem Kehlkopfwachstum die Stimmlage deutlich erhöht bleibt? Wie können Sie diesen entlasten? Welches weitere Spannungssymptom kommt hinzu? a) Der Grobspanner = M. cricothyroideus (CT)b) Entlastung durch: - Bresgen`scher Handgriff- Muskuläre Entspannung von Kehlkopf und umliegender Muskulatur, z. B. durch Massage des Zungengrundes- ganzkörperliche Entspannungsübungen, die mit Übungen zur Resonanz verbunden werdenc) Spannung in der Muskulatur von Hals-, Nacken und Zungengrund
  • Nennen und erläurtern Sie zwei zentrale Therapieziele bei der Stimmtherapie einer Stimmlippenlähmung (Rekurrensparese). Ziel: Kompensatorischer Stimmlippenschluss (Superkompensation!)- „Aktivierung“ – auch der gelähmten Stili – „Bewegung des Epithels“ - Der Patient soll durch „Muskelaufbau“ bzw. -kräftigung den kompensatorischen Stimmlippenschluss erreichen und somit eine Verbesserung der Stimmqualität erlangen -Akzeptanz -> geringe Lautstärke bleibt - Aktivierung des Unterdruckventils -> Unterstützendes Prinzip von Öffnen und Schließen- Strategien zur Kompensation
  • Nennen Sie zwei Gründe warum ein Patient mit einer Stimmlippenlähmung sofort Stimmtherapie benötigt. - Damit die Muskulatur gleich wieder aktiviert wird und keine Atrophie entstehen kann- Damit der Patient keine falschen Ersatzstrategien erlernt (ungünstige Kompensation -> z. B. hohe Stimme)
  • Nennen Sie drei Schwierigkeiten, die Sie in der Therapie einer P. mit Phonationsverdickungen dazu veranlassen, eine Abtragung durch einen phonochirurgischen Eingriff zu unterstützen. - Es ist für den Patienten nicht möglich sich auf eine Verhaltensänderung einzulassen -> schonender Umgang mit seiner Stimme - nicht möglich an seiner Stimm- und Sprechtechnik zu arbeiten- Übungen können nicht durchgeführt werden -> P. kann nicht gut Wahrnehmen- Lockerung gelingt nicht (- keine Besserung des Befundes, Rezidiven??!!)
  • Was sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Therapieangebote berücksichtigen, wenn Sie eine/n P. mit psychogener Dysphonie behandeln? (zwei wichtige Kriterien) - Der Patient sollte nicht zur Selbstwahrnehmung aufgefordert werden bzw. es sollte eine andere Art der Wahrnehmung stattfinden als sonst - Der Fokus sollte weg von der Stimme gelenkt werden -> „Ablenkung“ - P. soll mehrere Dinge gleichzeitig tun (z. B. Wackelbrett und Phonieren)
  • Wie sieht die aktuelle Konzeption der Stimmtherapie aus? (Zwei allgemeingültige Kriterien) > Methodenvielfalt nach Möglichkeiten des P. und des Th. (aus) richten> Arbeit nach ICF-Ausrichtung
  • Nennen Sie drei Methoden, die in der heutigen Stimmtherapie häufig angewendet werden. - AAP nach Coblenzer & Muhar, Schürmann - LAX VOX nach Stefanie Kruse - Akzentmethode nach Svend Smith - Stimmtherapie nach Schlaffhorst-Anderson - Funktionale Stimmtherapie (Ursprung: Rohmert) - Groß-Jannsen