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Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Subject) / Diagnostik und Indikation (Lesson)

Epidemiologie Informationsgewinnung Klassifikationssysteme

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  • Prävalenz im Ki- und Jualter methodische Probleme unterschiedliche Forschungsansätze Anteil etwa gleich groß wie bei Erwachsenen Punktprävalenz ca. 20% mittlere 6-Monats-Prävalenz für psych. Störungen 18% 10% Angststörung SSV 7% Depressive Störungen 5% ADHS 2%
  • Altersgipfel zwei zwischen 6.-9. LJ zwischen 13.-16.LJ
  • Persistenz 50% persistieren über  2-5 Jahre ernstzunehmende Erkankungen, keine passageren Phänomene!
  • günstige Prognosen emotionale Störungen Phobien Ausscheidungsstörungen Spontanverlauf für Substanzmissbrauch im Jugendalter
  • ungünstige Prognosen externalisierende und dissoziale Störungen Beginn im Grundschulalter
  • was begünstig eine antisoziale Persönlichkeitsstörung? Kombi aus männl. Geschlecht SSV ADHS Broken-Home-Situation
  • häufige Komorbiditäten 50% der Kinder hyperkinetisch und komorbide dissoziale Störung depressive und komorbide Angststörung oder dissoziale Störung Substanzmissbrauch und komorbide dissoziale Störung
  • Inhalte Anamnese, Abgrenzung zur Exploration aktueller Vorstellungsanlass biograf. Anamnese Familienanamnese Exploration: gezielte Gesprächsführung, um nach psychopatholog. Auffälligkeiten zu suchen
  • Gesprächsführung mit Kindern bis 10. LJ zunächst gemeinsames Gespräch mit den Eltern vor dem, damit Therapeut als Vertrauensperson anerkannt wird
  • Gesprächsführung mit Jugendlichen transparentes Vorgehen, guten Motive klar machen Vorbehalte direkt ansprechen jugendrelevante Themen: Suizidalität, Sexualität, Substanzkonsum
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  • Gesprächsführung mit Eltern Akzeptanz verweisen auf positive Entwicklungsorientierung unterschiedliche Perspektiven tragen bei transparent ärztliche Schweigepflicht gleich zu Beginn
  • Cross-Informant-Korrelation Informantenübereinstimmung Übereinstimmung zwischen Selbsturteil des Kindes und Urteil der Eltern konvergente Validität
  • Hawiva-III Hannover Wechsler Intelligenz Test Vorschulalter 2,6-6,11 Verbal-IQ Handlungs-IQ Gesamt-IQ Verarbeitungsgeschwindigkeit allgemeine Sprache
  • WPPSI-III Wechsler Prescool and Primary Scale of Intelligence 3,0-7,2 Verbal- und Handlungsteil Verarbeitungsgeschwindigkeit allgemeine Sprachskala  Gesamt-IQ
  • AID-2 Adaptives Intelligenzdiagnostikum 6-15,11 adaptive Testvorgabe nur die Fragen, die seinem Niveau entsprechen branched testing - verzweigtes Vorgehen, je nach gegebener Antwort gibt auch noch tailored testing - maßgeschneidert, geht wegen Aufwand nur bei PC-gestützen Verfahren
  • CFT 1-R Culture Fair Test Grundintelligenztest Skala 1 - Revision 5,3-9,5, bzw. 6,6-11-11 Messung von kristalliner und fluider Intelligenz auch für Sonderschüler ab erster Klasse CFT 20-R - 8,5-19
  • IST 2000 Intelligenz-Struktur-Test, ab 15 Jahren
  • GES - Griffiths Entwicklungsskalen (MPSHAK) 1-2 Motorik Persönlichkeit Sozialverhalten Hören und Sprache Auge und Hand Kognition
  • Bayley Scales (of Infant Development II) 1-3,5 kogn. Skala motorische Skala kein deutsche(s) Manual oder Normen
  • MFED Münchener Partys Sind Super Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik 1-3 Motorik Perzeption (Wahrnehmung von Sinneseindrücken) Sprache Sozialverhalten
  • WET - (MSV KS FÖ) Wiener Entwicklungstest 4-7 Motorik Sprache visuelle Wahrnehmung Kognition sozial-emotionale Fähigkeiten ins. Förderdiagnostik
  • BUEVA Basisdiagnostik für umschriebene Entwicklungsstörungen im Vorschulalter 4-5 Ziel: Früherkennung vor Schuleintritt allg. Intelligenz Artikulation expressive und rezeptive Sprache Visumotorik ab 5. LJ zusätzlich Aufmerksamkeitsleistung
  • FAF Fragebogen zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren
  • Kategoriale Diagnostik klinisch-diagnostische Leitlinien der ICD-10
  • dimensionale Diagnostik CBCL - internalisierend: Depression, Angst, Furcht, Sorge, psychosomatische Beschwerden- externalisierend: Aggression, Impulsivität, Devianz, störendes Verhalten, Noncompliance  CASCAP-D - Diagnostik auf Basis einer klinischen Beurteilung
  • allgemeingültige Fakten bei Kinder- und Jugenddiagnostik Reliabilität der Diagnosen gering Spontanremissionsrate hoch - Tic, frühe Phobien, Ausscheidungsstörungen, Substanzmissbrauch transitorische Auffälligkeiten - Stabilität der Symptome eher gering
  • welche F Diagnosen gehören nicht auf die erste Achse? F7 Intelligenzniveau F80-83 Achse 2
  • 5. Achse - 1. abnorme intrafamiliäre Beziehungen 1.0. Mangel an Wärme in der Eltern-Kind-Beziehung (Z62.5)1.1. Disharmonie in der Familie zwischen Erwachsenen (Z63.0)1.2. Feindliche Ablehnung oder Sündenbockzuweisung gegenüber dem Kind (Z62.3)1.3. Körperliche Kindesmisshandlung (Z61.6) 1.4. Sexueller Missbrauch (innerhalb der Familie) (Z61.4) 1.8. Andere
  • 5. Achse - 2. Psychische Störung, abweichendes Verhalten oder Behinderung in der Familie 2.0. Psychische Störung / abweichendes Verhalten eines Elternteils (Z63.7)2.1. Behinderung eines Elternteils (Z63.7) 2.2.Behinderung der Geschwister (Z63.7) 2.8. Andere
  • 5. Achse - 3. Inadäquate oder verzerrte intrafamiliäre Kommunikation nix dazu
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  • 5. Achse - 4. abnorme Erziehungsbedingungen 4.0. Elterliche Überfürsorge (Z62.1)4.1. Unzureichende elterliche Aufsicht und Steuerung (Z62.0)4.2. Erziehung, die eine unzureichende Erfahrung vermittelt (Z62.8)4.3. Unangemessene Anforderungen und Nötigungen durch die Eltern (Z62.6)4.8 Andere
  • 5. Achse - 5. abnorme unmittelbare Umgebung 5.0. Erziehung in einer Institution (Z62.2)5.1. Abweichende Elternsituation (Z60.1)5.2. Isolierte Familie (Z63.7)5.3. Lebensbedingungen mit möglicher psychosozialer Gefährdung (Z59.1)5.8. Andere
  • 5. Achse - 6. akute belastende Lebensereignisse 6.0. Verlust einer liebevollen Beziehung (Z61.0)6.1. Bedrohliche Umstände infolge von Fremdunterbringung (61.1)6.2. Negativ veränderte familiäre Beziehungen durch neue Familienmitglieder (Z61.2)6.3. Ereignisse, die zur Herabsetzung der Selbstachtung führen (Z61.3) 6.4. Sexueller Missbrauch (außerhalb der Familie) (Z61.5) 6.5. Unmittelbare, beängstigende Erlebnisse /Z61.7) 6.8. Andere
  • 5. Achse - 7. Gesellschaftliche Belastungsfaktoren 7.0. Verfolgung oder Diskriminierung (Z60.5) 7.1. Migration oder soziale Verpflanzung (Z60.3) 7.8. Andere
  • 5. Achse - 8. chronische zwischenmenschliche Belastungen im Zusammenhang mit Schule oder Arbeit (Z55 bezieht sich auf die Schule und Z56 auf die Arbeitssituation)8.1.Streitbeziehungen mit Schülern / Mitarbeitern (Z55.4) (Z56.4)8.2. Sündenbockzuweisung durch Lehrer / Ausbilder (Z55.4) (Z56.4)8.3. Allgemeine Unruhe in der Schule bzw. Arbeitssituation (Z55.8) (Z56.8)8.8 Andere
  • 5. Achse - 9. Belastende Lebensereignisse / Situationen infolge von Verhaltensstörungen / Behinderungen des Kindes 9.1. Institutionelle Erziehung (Z62.2)9.2. Bedrohliche Umstände infolge von Fremdunterbringung (Z61.1)9.3. Abhängige Ereignisse, die zur Herabsetzung der Selbstachtung führen (Z61.3)9.8 Andere
  • 6. Achse - Globale Beurteilung des psychosozialen Funktionsniveaus anhand inner-  und außerfamiliärer sozialer Beziehungen soziale Autonomie - Selbstständigkeit, lebenspraktische Fertigkeiten schulische und berufliche Anpassung Interessen und Freizeitaktivitäten
  • OPD-KJ vier psychodynamische und eine deskriptive Achse Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen Beziehung Konflikt Struktur psychische und psychosomatische Störungen - entsprechend deskriptiv-phänomenologischer Diagnostik nach ICD/DSM
  • OPD - 1. Achse Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen: Beschwerdesymptomatik Therapieerwartungen Ressourcen Motivation
  • OPD - 2. Achse Beziehung: Übertragung Gegenübertragung Beziehungsepisoden
  • OPD - 3. Achse Konflikt: Verinnerlichte Konflikte können aktuellen äußerlich determinierten konflikthaften Situationen gegenübergestellt werden
  • OPD - 4. Achse Struktur: Qualität des psychischen Funktionierens, z.B. Möglichkeiten zur inneren und äußeren Abgrenzung Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung Selbstkontrolle Abwehrfunktionen
  • drei Aspekte der OPD-KJ im Vergleich zur OPD Entwicklungsdimension- Struktur, Konflikt, Beziehung abhängig von- Alterstufe 0 - Geburt bis 1,5, nix möglich, außer Einschätzung Beziehungsdimension- Alterstufe 1 - 1,5-5, Vorschulzeit, präoperational  - Alterstufe 2 - 6-12, Schulzeit, konkret-operational- Alterstufe 3 - 13+, Beginn körperl. Reife, formal-operational Handlungsdimension bes. Beachtung (bei EW Sprache) Beziehung: Erfassung neben dyadisch, auch triadisch und polyadisch (bei EW dyadisch ausschlaggebend)
  • Änderungen OPD geg. OPD-II Darstellung von Veränderungsprozessen Fokusbestimmung Erleichterung Therapieplanung explizite Würdigung der Ressourcen
  • Zero-to-three (1999), diagnostische Klassifikation 0-3 amerikanisches National Center for Infants, Toddlers and Families Achse 1: primäre Diagnose (Störung des Affekts, Regulationsstörungen, ...) Achse 2: Klassifikation der Beziehungen (Qualität zwischen Eltern und Kind) Achse 3: medizinisch bedingte und Entwicklungsstörungen  Achse 4: psychosoziale Stressoren Achse 5: funktionales und emotionales Entwicklungsniveau
  • 5. Achse Reihenfolge (neun Punkte) Abnorme intrafamiliäre Beziehungen Psychische Störung, abweichendes Verhalten oderBehinderung in der Familie Inadäquate oder verzerrte intrafamiliäre Kommunikation(Z62.8)  Abnorme Erziehungsbedingungen Abnorme unmittelbare Umgebung Akute, belastende Lebensereignisse Gesellschaftliche Belastungsfaktoren Chronische zwischenmenschliche Belastung im Zusammenhang mit Schule und Arbeit Belastende Lebensereignisse / Situationen infolge von Verhaltensstörungen / Behinderungen des Kindes