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Allgemeine Psychologie & Biopsychologie (Subject) / SS2016 (Lesson)
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- Was besagt das Gesetz der Ähnlichkeit? Einander ähnliche Elemente (z. B. in Farbe, Form, Helligkeit oder Orientierung) werden von unserer Wahrnehmung gruppiert.
- Was besagt das Gesetz der Kontinuität? Reize, die eine Fortsetzung vorangehender Reize zu sein scheinen, werden als zusammengehörig angesehen.
- Was besagt das Gesetz der Geschlossenheit? Lücken werden gefüllt, um ein vollständiges, ganzes Objekt zu schaffen.
- Was besagt das Gesetz des gemeinsamen Schicksals / Zusammenhangs? (Formwahrnehmung) Zwei sich gleichzeitig bewegende Elemente werden als eine Einheit wahrgenommen. Wenn zwei Punkte die gleiche Form haben und durch eine Linie miteinander verbunden sind, nehmen wir sie als eine Einheit wahr.
- Definition: Monokulare Hinweisreize (Tiefenwahrnehmung) Entfernungsmerkmale, die jedes Auge für sich alleine erkennen kann.
- Zähle die sechs Monokularen Hinweisreize auf. Relative Größe Verdeckung Relative Klarheit Größengedächtnis Relative Bewegung Zentralperspektive
- Erkläre den Monokularen Hinweisreiz "Relative Größe". (Tiefenwahrnehmung) Gehen wir davon aus, dass zwei Gegenstände nahezu gleich groß sind, dann nehmen wir den Gegenstand, der das kleinere Bild auf der Retina erzeugt, als weiter entfernt wahr.
- Erkläre den Monokularen Hinweisreiz "Verdeckung". (Tiefenwahrnehmung) Verdeckt ein Objekt ein anderes, erscheint es näher.
- Erkläre den Monokularen Hinweisreiz "Relative Klarheit". (Tiefenwahrnehmung) Nähere Objekte erscheinen klarer (schärfer).
- Erkläre den Monokularen Hinweisreiz "Größengedächtnis". (Tiefenwahrnehmung) Wissen um die Größe eines Objektes hilft bei der Einschätzung der Entfernung.
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- Erkläre den Monokularen Hinweisreiz "Relative Bewegung". (Tiefenwahrnehmung) Bei eigener Bewegung ergeben Bewegungen anderer Objekte Hinweise auf die Entfernung.
- Erkläre den Monokularen Hinweisreiz "Zentralperspektive". (Tiefenwahrnehmung) Parallele Linien scheinen in der Ferne zusammenzulaufen. Je stärker die Linien konvergieren, desto größer ist die wahrgenommene Entfernung.
- Definition: Binokulare Hinweisreize (Tiefenwahrnehmung) Tiefenmerkmale, die voraussetzen, das man beide Augen zu Hilfe nimmt.
- Zähle die beiden Binokularen Hinweisreize auf. Retinale Disparität Konvergenz der Augenmuskeln
- Erkläre den Binokularen Hinweisreiz "Retinale Disparität". (Tiefenwahrnehmung) Der Augenabstand von ca. 6 cm erzeugt etwas verschobene Bilder im Gehirn Das Gehirn vergleicht die übermittelten Bilder und berechnet die Entfernung Je größer die Disparität (der Unterschied), desto näher das Objekt
- Erkläre den Binokularen Hinweisreiz "Konvergenz der Augenmuskeln". (Tiefenwahrnehmung) Die Augen drehen sich stärker nach innen, wenn man nahe Objekte fixiert Das Gehirn erkennt den Konvergenzwinkel und berechnet daraus die Entfernung Je stärker die Einwärtsdrehung, desto näher das Objekt
- Definition: Größenkonstanz (Größenwahrnehmung) Die Fähigkeit, einem Objekt unabhängig von seiner Entfernung immer dieselbe Größe zuzuschreiben.
- Wie funktioniert Größenwahrnehmung? Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto kleiner ist sein Abbild auf der Retina Aber: zwei Objekte mit gleich großer Repräsentation auf der Retina können gleich groß und gleich entfernt sein oder unterschiedlich groß und unterschiedlich entfernt sein Deshalb reicht der Sehwinkel alleine zur Größenbestimmung nicht aus Es werden zusätzliche Informationen zur Entfernung (Tiefenhinweisreize) benötigt
- Definition: Ponzo-Täuschung (Größenwahrnehmung) Ein optischer Trick, der zwei gleich große Objekte unterschiedlich groß erscheinen lässt, indem Hinweisreize vortäuschen, dass die Objekte unterschiedlich weit entfernt sind.
- Definition: Wahrnehmungskonstanz (Visuelles System) Die Fähigkeit, Objekte als unverändert (mit gleichbleibender Helligkeit, Farbe, Form und Größe) wahrzunehmehn, auch wenn sich die Beleuchtung und die Bilder auf der Retina verändern. (Top-Down-Prozess)
- Wie wird Objektkonstanz bei wechselnder Perspektive erreicht? Bottom-Up-Verarbeitung:Automatische Erkennung von Objekten aufgrund wahrgenommener Eigenschaften Top-Down-Verarbeitung:Ergänzung des Wahrgenommenen um prototypische1 Elemente, um Geschlossenheit zu erreichen (Bsp. Gestaltgesetze) ______________________________________________1 vorbildlich, urbildlich
- Worin unterscheiden sich Eigen- und Objektbewegung in Bezug auf die auf der Retina erzeugten Bewegungsmuster? Eigenbewegung erzeugt optischen Fluss im gesamten Gesichtsfeld. Beim Geradeausgehen wandern alle auf unsere Netzhaut fixierten Bildpunkte im Laufen immer weiter nach außen. bei Objektbewegung nur lokale Änderungen im optischen Fluss
- Definition: Optischer Fluss (Bewegungssehen) Durch Eigenbewegung des Beobachters erzeugte Bewegungsmuster
- Definition: Bewegungsparallaxe (Bewegungssehen) Fixiert man ein Objekt, man aus einem fahrenden Zug hinaussieht, wandern alle nicht fixierten Objekte über unsere Netzhaut.______________________________________________Definition aus Wikipedia:Effekt, der sich optisch ergibt, wenn verschiedene Objekte unterschiedlich voneinander entfernt in einer Landschaft verteilt sind und sich der Beobachter parallel zu diesen Objekten seitlich fortbewegt und dabei in Richtung Horizont blickt.
- Definition: Scheinbewegungen (Bewegungssehen) Objekte müssen sich nicht wirklich bewegen, damit wir Bewegungen wahrnehmen (z. B. Abfolge statischer Bilder im Kino, scheinbare Bewegungen des Mondes durch ziehende Wolken)
- Definition: Sakkaden (Bewegungssehen) Blicksprünge, die wir bis zu drei Mal pro Sekunde ausführen, um unser visuelles Umfeld scharf zu sehen (auf die Fovea zu bringen).Blicksprünge helfen auch bei Tiefenwahrnehmung.
- Definition: Mikrosakkaden (Bewegungssehen) Noch kleinere Augenbewegungen als Sakkaden. Dienen dazu, das Bild auf der Netzhaut beim Fixieren eines Objektes nicht verblassen zu lassen.
- Definition: Glatte Augenfolgebewegungen (Bewegungssehen) Kontinuierliche Verfolgung eines sich bewegenden Objektes, die eng mit Bewegungswahrnehmung gekoppelt ist.
- Definition: Bewegungsdetektoren (Bewegungssehen) Spezialisierte Sensoren für Kanten und Balken im primären visuellen Kortex, die auf eine bestimmte Bewegungsrichtung reagieren, für andere Richtungen aber deutlich abgeschwächt reagieren.
- Definition: Optische Täuschungen Darstellungen, die dem Auge bzw. dem Gehirn einen bestimmten Eindruck "vorgaukeln", den es so aber gar nicht gibt.
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- Wie entstehen optische Täuschungen? Die neuronalen Verschaltungen im Gehirn sorgen dafür, dass wir manchmal mehr und manchmal weniger wahrnehmen, als es wirklich gibt. Dies ist zu unserem Vorteil gedacht.
- Wie entstehen Nachbilder (Komplementärfarbe)? Vermutlich ermüden die Sinneszellen für langwelliges Licht und interpretieren deshalb nach einer bestimmten Zeit die Farbe Weiß nicht mehr richtig. Die Ursache ist aber noch nicht ganz geklärt.
- Wie entsteht die optische Täuschung "Komplettierung" (Scheinkonturen)? Das Gehirn ergänzt fehlende Linien.
- Nenne die sieben Arten von optischer Täuschung bzw. Illusionen, die es gibt. Nachbilder (Komplementärfarbe) Komplettierung (Scheinkonturen) Gegenstände sehen kleiner aus, wenn sie weiter weg sind. Stürzende Linien (z. B. Eisenbahnschienen oder Straßen) Müller-Lyer-Täuschung (Linie erscheint länger, wenn sie durch Pfeilspitzen begrenzt ist, als wenn sie durch umgekehrte Pfeilspitzen begrenzt ist) Sprung-/Kippbilder (Perzeptuelle Mehrdeutigkeit) (z. B. Vase oder zwei Gesichter?) laterale Hemmung (z. B. Mach-Bänder: Farben erscheinen an der Grenze zu einem helleren Feld dunkler, an der Grenze zu einem dunkleren Feld heller)
- Welche drei Arten von visuellen Funktionen gibt es? Augenmotorische Funktionen Sensorische Funktionen "Kognitive" Sehfunktionen
- Zähle die vier augenmotorischen Funktionen auf. Fixation Folgebewegungen Sakkaden (Blicksprünge) Akkommodation (Scharfstellen)
- Zähle die fünf sensorischen Funktionen auf (visuelles System). Sehschärfe Kontrastsensibilität Farbensehen Adaption (Anpassung an Helligkeit) Gesichtsfeld
- Zähle die sechs kognitiven Sehfunktionen auf. räumliches Bewusstsein Bewegungssehen Orientierung im Raum Auge-Hand-Koordination Wiedererkennung Figur-Grund-Wahrnehmung
- Fazit visuelle Wahrnehmung? Wir nehmen die visuelle Welt holistisch (ganzheitlich) wahr. Der größte Teil der "hereinkommenden" visuellen Informationen wir abgewiesen Visuelle Bilder sind mehr eine Konstruktion unseres Gehirns als eine Repräsentation der physikalischen Welt Unser Gehirn interpretiert das, was wir sehen, nach dem, was wir bereits kennen Das Bild auf der Netzhaut ist noch in 2D, erst das Gehirn macht daraus 3D Unsere Wahrnehmung und Interpretation der Welt ist erfahrungsabhängig
- Wer gilt als Begründer der Psychologie? Wilhelm Wundt Experimentelle Psychologie Völkerpsychologie
- Definition: Corpus callosum Sogenannter "Balken" Kommissur (Verbindung) zwischen den beiden Hemisphären (Gehirnhälften) Bündel aus ca. 200 Millionen Axonen (Nervenfasern)
- Was passiert, wenn man die Verbindung zwischen den beiden Hemisphären (Gehirnhälften), das Corpus callosum, durchtrennt? Persönlichkeit und Intellekt bleiben weitgehend erhalten Bei Epilepsie-Patienten: Epilepsie geht zurück Gegenstände aus dem rechten Gesichtsfeld können benannt werden, aus dem linken zwar erkannt aber nicht benannt. (Sprachzentrum gegenüberliegend) Oft wird die linke Hand als unabhängig handelnd erlebt, Patient kann dieses Handeln nicht erklären und versucht im Nachhinein eine Deutung Manche Split-Brain-Patienten können mit rechter und linker Hand gleichzeitig Unterschiedliches zeichnen
- Definition: Thalamus "Tor zum Bewusstsein", Schaltstelle für Informationen aus den niederen Gehirnregionen, die in die höheren Regionen gehen sehr stark vernetzter Gehirnteil im Zwischenhirn, zwischen Kortex und Hirnstamm Verbindung zur Seh- und Hörbahn Emotion, Motivation, Ich-Erleben
- Definition: Hypothalamus wichtigstes Steuerorgan des vegetativen Nervensystems liegt im Zwischenhirn unterhalb des Thalamus, etwas nach vorne verschoben reguliert die lebenserhaltenden Funktionen wie Atmung, Kreislauf, Nahrungsaufnahme Hormoneller und neuronaler Signalinput und -output verbunden mit Gefühlen und Belohnung
- Definition: Hypophyse (Hirnanhangdrüse) wichtigstes Steuerorgan des Endokrinen Systems (Hormonsystem) Verlängerung des Hypothalamus im Zwischenhirn Bildungsort und Speicher verschiedener Hormone Steuerung durch Releasing- und Inhibitinghormone vom Hypothalamus
- Definition: Amygdala Auch "Mandelkern" genannt, Neuronenverbund im Limbischen System, der mit Gefühlen verbunden ist liegt auf der Innenseite der Hemisphären wichtig für Gedächtnis, Lernen, Verarbeitung von Emotionen, insbes. Angst wird aktiv, wenn es darum geht, Reize aus der Umwelt auf ihr Gefährdungspotenzial hin zu beurteilen
- Definition: Hippocampus Struktur des Limbischen Systems, das mit dem Gedächtnis verbunden ist Bogenförmige Struktur am Endhirn Schaltzentrale zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis Erinnerungen werden über Jahre aus dem hippocampus in den Parietallappen verlagert
- Aus welchen drei Teilen besteht das Limbische System? Hippocampus Amygdala Gyrus cinguli
- Aus welchen drei Teilen besteht der Hirnstamm? Formatio reticularis Pons (Brücke) Medulla oblongata
- Definiton: Kleinhirn (cerebellum) liegt hinten unter dem Großhirn ca. 10% des Gewichts des Großhirns, aber ca. 50-75% der Fläche Steuerung der motorischen Feinabstimmung Koordination von Bewegungen (Gleichgewicht) Beteiligung an Lernprozessen (klassische Konditionierung, Automatisierung) Kurzzeitgedächtnis